BREXIT: Briten wählen Freiheit vor Regulation

Es war eine lange Nacht – eine sehr lange Nacht, mit Swings in die eine und in die andere Richtung. Die Spannung darüber, wer die Abstimmung über den BREXIT gewinnt, man konnte sie richtig greifen und die Art der Auszählung, die nach Wahlbezirken organisiert und kumulativ erfolgte, hat das ihrige zur Spannung beigetragen.

Doch mit der Zeit konnte man Muster in den Ergebnissen erkennen, Sunderland, West Dorset, Watford, in urbanen und ländlichen Regionen hat sich regelmäßig eine veritable Mehrheit für Leave ergeben. Und mit dem Ergebnis von Birmingham, das knapp zu Gunsten von Leave ausgefallen ist, war dann spätestens (oder frühestens und so gegen 5 Uhr am Morgen) klar, dass die Briten sich mehrheitlich dafür entschieden haben, die EU zu verlassen.

Der 23. Juni, er ist zum Independence Day geworden, wie sich Boris Johnson das gewünscht hat, und er ist umgehen von Nigel Farage zum Independence Day erklärt worden. Mit dem 23. Juni endet das Diktat der EU-Kommission über das Leben von Briten, die Regulation des Lebens vom Aufstehen bis zum Schlafengehen, sie hat ebenso ein Ende wie die Finanzierung von Marionetten, damit sie vor Ort für die EU-Kommission Stimmung machen.

Und so haben die einzelnen Nationen abgestimmt:

Nation Leave Remain
England 53,4% (15.188.406) 46,6% (13.266.996)
Northern Ireland 44,2% (349.442) 55,8% (440.437)
Scotland 38,0% (1.018.322) 62,0% (1.661.191)
Wales 52,5% (854.572) 47,5% (772.342)
United Kingdom 51,9% (17.410.742) 48,1% (16.141.241)

Engländer und Waliser haben also mehrheitlich für ein Verlassen der EU gestimmt. Und David Cameron wird nun alle notwendigen Schritte, die für den EU-Austritt des Vereinigten Königreiches notwendig sind, in die Wege leiten, bevor er im Oktober zurücktritt und mit hoher Wahrscheinlichkeit Boris Johnson an seine Stelle treten wird- ganz so wie wir das bei ScienceFiles vorhergesagt haben.

Im Vereinigten Königreich hatten die Wähler die Möglichkeit, sich für oder gegen eine Mitgliedschaft in der EU, für oder gegen weitere EU-Regulation, für oder gegen Freiheit von EU-Paternalismus und für oder gegen eine politische Klasse zu entscheiden, deren Hochmut, wie es im Sprichwort so schön heißt, vor dem Fall kommt.

Im Vereinigten Königreich wird der 23. Juni 2016 nicht nur als der Tag in Erinnerung bleiben, an dem die Insel ihre Unabhängigkeit von Brüssel wiedererlangt hat, sondern auch als Tag der „Great Escape“. Und da die Briten eine Tradition in giftiger Satire haben, man denke nur an Spitting Image, gibt es auch bereits das Plakat zum nachfolgenden Film über die „Great Escape“.

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Weitere Infos zum BREXIT:

 

Über Michael Klein
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11 Responses to BREXIT: Briten wählen Freiheit vor Regulation

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  2. waldbaer says:

    :o)

  3. Lernender says:

    Eine Riesengratulation an das britische Volk für diese Entscheidung.
    Hab die Auszählung mit verfolgt, es war richtig spannend..
    Und ich schaue mir die Analyse an unserer zwangsfinanzierten Qualitätsmedien.. ein Boris Johnson wird von der Moderatorin als Clown bezeichnet, fragt eine britische Reporterin ob die Briten sich überhaupt bewusst sind, was sie gewählt haben, Mr. Hollande will die Briten richtig „bluten“ lassen, Alki Juncker kennt bei Deserteuren keine Gnade usw..

    Ich hoffe und wünsche mir, dass der Brexit das für die EU (nicht Europa) ist, was der Eisberg für die Titanic war..

    God save the Queen

  4. Joachim Ochmann says:

    Die Irrländer waren zu feige ihr eigenes Schicksal in die Hände zu nehmen, die Britten nicht. Meine vollste Anerkennung. Leider haben wir in Deutschland eine DDR-Demokratie in der nicht der Bürger über sein Schicksal entscheiden kann/darf, da er von den gewählten “Volkszertretern” für unmündig gehalten wird, und durch eigene Entscheidungen “verunsichert” werden könnte. Den Bürger in seinen Fähigkeiten wirken zu lassen, dazu hat die Politik Deutschlands keinen Mut. Doch das erwirtschaftete Geld der Bürger, das kann diese Politik mit vollen Händen in die Welt hinauswerfen, ja das beherrscht die GroKo und deren Vorgänger besonders gut, und neue Einnahmen trotz des Überschusses sind dauernd im Gespräch, also noch mehr dem Bürger wegnehmen, dabei die eigene Absicherung inklusive der Altersversorgung dieser “ELITEN” stehen an erster Stelle, ja,das sind die primären Gedanken unserer Politiker, sämtlicher Parteien. Es gibt keine Ausnahmen in diesem Punkt ! Leider.

  5. Gernot Meyer says:

    Nieder mit der EUdSSR!
    Das ist doch mal ein Beispiel für echte „Diversität“, falsche(ideologische) gibts schon im Überfluß.

    Heute haben die zentrifugalen Kräfte in der EU eine Option dazu gewonnen.

  6. Winnfried Gardner says:

    Independence day, a day to rejoice!
    Leider wird in unserer Berichterstattung auf einen wesentlichen Grund des Austritts nicht hingewiesen. Die Briten haben eine 1000 jährige Geschichte im Kampf für Demokratie. Eine undemokratische Bürokratie, selbsternannt von anderen Bürokraten, ohne Mitbestimmung des Bürgers ist den englischen Demokraten ein Graus. Leider hat der deutsche Michel eine authoritäre Vergangenheit und ist daran gewöhnt Befehle auszuführen und nach Gesetzen zu schreien anstatt Freiraum für sich zu verlangen. Der Kaiser, Adolf, Stalin, EU wirds schon richten. Kein Land hat so viele Gesetze wie die BRD. Mit dem Austritt haben die Briten jetzt schon 27,000 Eu Gesetze weniger. Es ist verständlich, dass die 30,000 Brüsseler Eu Schmarotzer um Ihre Pfründe und Privilegien zittern. Zehn Milliarden weniger reißt eine gewaltige Lücke. Die ersten Kommentare der EU Paten zeigt deutlich wie elitär, arrogant und beleidigt diese Feudalherrscher wirklich sind. Anstatt Bedauern, Selbstkritik und nach Gründen des Brexit zu suchen sind nur Drohungen, Wut und gekränkte Eitelkeit zu sehen. „Wir schaffen das“ist nur ein weiteres Beispiel für den deutschen Befehlsempfänger. Wir wurden nie gefragt zu EU, Euro, Zwangsgebüheren für Staatsmedien oder offene Grenzen. „Political correctness“ wird als Pflaster verordnet statt dem Bürger Demokratie und Wahlfreiheit zu gewähren. Ich hoffe wir Bürger lernen von den Briten.

  7. Heiner says:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Rule,_Britannia!

    Mit besonderer Hervorhebung der Strophen 2, 4 und 6.

  8. … und ich hatte mir bereits meinen Bremainkommentar zurechtgelegt: „Vom Brexit zu Brüssels useful Britiot“. Schön, dass es anders kam.

    Was mich bei der Wähleraufschlüsselung interessieren würde ist, wie (Akademiker) Frauen und (Arbeiter) Männer abgestimmt haben. Habe leider nichts aktuelles gefunden, nur Prognosen von vor 6 Wochen, die meine Befürchtungen bestätigt haben. Kann mir zufällig jemand einen Link zum Thema bieten, wo ich das nachschauen kann? Danke!

    • Heike Diefenbach says:

      Bislang gibt es noch keine Analysen des Office of National Statistics zu den soziodemographischen Merkmalen der leave- und der remain-Wähler, und ich bin nicht sicher, ob es sie in absehbarer Zeit geben wird. Insbesondere der Männer-Frauen-Vergleich ist in UK nicht üblich, weil hier so gut wie niemand (außer den entsprechenden Lobbyisten) weiß, warum das interessant oder unterschiedlich sein sollte.

      Es gibt lediglich eine Befragung von Lord Ashcroft Polls, bei der weder klar ist, wie die Befragten gezogen wurden noch, wie es sein kann, dass die Ergebnisse einer Befragung im Gesamt exakt den Ergebnissen der Abstimmung entsprechen. Kurz: Hier wurde hochgerechnet und gewichtet, in welchem Ausmaß und in welche Richtung ist nicht klar, so dass die Ergebnisse mit großer Vorsicht interpretiert werden müssen, wenn sie überhaut interpretiert werden können.

      http://lordashcroftpolls.com/2016/06/how-the-united-kingdom-voted-and-why/#more-14746

      Wenn die Ergebnisse von Ashcroft überhaupt eine Aussage erlauben, dann die, dass Geschlecht ewartungsgemäß irrelevant ist.

      Festhalten kann man bislang nur:

      1. Das Thema „Immigration“ hat bei der gestrigen Wahl keineswegs die Rolle gespielt, die populistische Journalisten und Politiker ihm gerne zugewiesen hätten, denn es gibt keine nennenswerte Korrelation zwischen dem Anteil der leave-Wähler in einem Wahlkreis und der Anzahl der Immigranten in diesem Wahlkreis, s.

      http://www.liverpoolecho.co.uk/news/liverpool-news/eu-referendum-high-immigration-correlate-11519838

      2. Die remain-Wähler waren vor allem Schotten und Nordiren einerseits sowie Bewohner Londons bzw. bestimmter Teile des Großraums London, des englischen university belts im Norden von London und einige Städte wie Exeter und Cardiff andererseits (während andere Städte, auch Universitätsstädte (Swansea, Birmingham, Colchester …) mehrheitlich leave gewählt haben). Man kann also nicht sagen, dass die remain-Wähler vor allem Hochgebildete oder Akademiker gewesen wären, während die leave-Wähler Niedriggebildete oder Arbeiter gewesen wären.

      Vielmehr kann man sagen, dass es überall dort, wo es ein größeres Aufkommen von öffentlichen Einrichtungen und entsprechendem white collar-Personal gab, ein größerer Anteil von remain-Wählern zu verzeichnen ist.

      Betrachtet man die gesamte UK-Karte, in die eingetragen ist, in welchen Regionen mehrheitlich remain und in welchen mehrheitlich leave gewählt wurde, so ist deutlich erkennbar, dass der bei Weitem größte Raum, der von „ganz normalen“ Leuten, die den Durchschnitt der Bevölkerung darstellen, mehrheitlich leave gewählt wurde.

      Wir bei ScienceFiles sehen uns in unserer Wahrnehmung bestätigt, dass sich hierin eine Kluft zwischen Produktivkräften (Arbeitern, Handwerkern, Professionelle …) und Inhabern von Produktionsmitteln (Unternehmern, Farmern wie z.B. in Wales) auf der einen Seite und in prekären, weil unproduktiven, Beschäftigungsverhältnissen befangenen Mittelklasse-white collar-Angehörigen auf der anderen Seite zeigt.

      Wir hatten ja schon bei anderen Gelegenheiten auf ScienceFiles vermutet, dass der neue „Klassen“kampf der Kampf zwischen produktiven Kräften und (eher) unproduktiven Funktionären, Verwaltungsleuten und Angestellten in öffentlichen Einrichtungen etc., an die das von Ersteren Produzierte in großem Umfang umverteilt wird, ist.

  9. Livia says:

    … dann hat ein gewisser Herr Kerry für sich beansprucht, daß die USA bei dem Austrittsprocedere der Briten doch ein Wörtchen mitzureden hätte – gemeint ist, das große Wort zu führen, wie das die USA als „böse Kaiserin-Mutter“ bei der EU schon immer gehalten hat!
    Da packt einen doch regelmäßig die Wut! Dieses Land USA liegt weder in Europa, noch hat es sich anzumaßen, der ganzen Welt zu erzählen wo es – zu ihrem Vorteil – lang gehen soll! („Die USA haben keine langfristigen Freunde oder Feinde sondern nur langfristige eigene Interessen!“)

    Immerhin hat mit den Briten ein großes Land endgültig nein gesagt, was man zuvor bei den Griechen einfach übergangen hat (Hat man Tsipras mit „Allende“ gedroht?), im Fall der Iren die Wahl bezüglich des Lissabon-Vertrages einfach wiederholen lies, bis daß das Ergebnis „stimmte“, bezüglich der „EU-Verfassung“ das Kind einfach umbenannte, sodaß das NEIN der Franzosen und Niederländer umgangen werden konnte und schließlich das Nein der Niederländer zu den Verhandlungsaufnahmen (Die letztlich dort zum von der CIA und G.Soros initiierten Bürgerkrieg führte, da eine EU-Mitgliedschaft dieser in deren ureigenstem Interesse lag.) mit der Ukraine – medial in Resteuropa – verschwiegen hat.

    Die Schotten wollen sowieso ihre Unabhängigkeit, was beim diesbezüglichem Referendum nicht geklappt hatte – wahrscheinlich hatten die selben Bürokraten aus Angst um ihre bequeme „Schlipsarbeit“ damals dagegen und heute dafür gestimmt; denn je kleiner und je frischer eine Nation ist, desto weniger braucht man davon. Und Nordirland will sowieso „heim ins Reich“ der irischen Republik. In beiden Fällen gab „gegen die Engländer“ wahrscheinlich den Ausschlag.

    Froh macht mich die spontane Anschlußhaltung italienischer und dänischer Gruppen! Wenn die Briten das Ausstiegsprocedere durchhalten und die Sache konsequent durchziehen, bekommen auch Kleinere die Courage solches in Angriff zu nehmen. Griechenland war und ist eine Geldpumpe für GoldmanSachs – villeicht traut man sich dann auch dort endlich, dem Volkswillen nachzukommen und sich des Blutsaugers zu entledigen. (Zu befürchten ist dann irgendwann eine Rest EU aus BRD und Türkei, vielleicht noch Belgien – stramm US-hörig!)
    Niemand braucht die USA als Beherrscher aus dem Hintergrund in Europa und erst recht keiner die (verdeckte) Oberherrschaft der Finanzwirtschaft der amerikanischen Ostküste und international agierender Multikonzernen. Die sind nämlich nur ihren eigenen Maximalgewinnen verpflichtet – und sonst niemand! Arbeitsplätze schaffen die nur wenn es nicht anders geht und das da, wo es am Billigsten für sie ist (keine Sozial- und Umweltstandarts!), ansonsten „arbeiten“ sie daran, den Menschen ganz durch Roboter u.ä. zu ersetzen!
    Ein freies Land hat eben auch die Möglichkeit unfaire Wirtschaftsvorteile über Zölle auszugleichen und größtmögliche Autarkie anzustreben – gerade England hat das oft genug in der Geschichte verpennt und sich so in Abhängigkeiten manövriert. Bilateralen Handel kann man immer treiben, dafür braucht man keine WTO und andere Dritte!
    Anstatt weiterwurschteln wie bisher – einen klaren Schitt machen! Bravo!

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