Ungerechtigkeit in Deutschland – Der neue Klassenkampf

Gestern haben wir dargelegt, dass sich westliche Parteiensysteme derzeit wandeln. Es gibt eine neue Konfliktlinie, die zwischen denen verläuft, die Mehrwert produzieren und denen, die den produzierten Mehrwert verbrauchen. Um die Dimensionen dieser neuen Konfliktlinie, die man pointiert auch als neuen Klassenkampf zwischen Produktivkräften und der unproduktiven Mittelschicht bezeichnen könnte, deutlich zu machen, bringen wir in losen Abständen Beispiele für den neuen Gerechtigkeitskonflikt, der sich nicht nur in Deutschland findet.

Beginnen wir heute mit Andreas Büttner, einem Gas- und Wasserinstallateur in Berlin, dessen Namen wir erfunden haben. Die Ausbildung zum Anlagenmechaniker, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, sie dauert dreieinhalb Jahre. Die nachfolgende Tätigkeit ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit, denn niemand will, dass ihm die neu installierte Heizungsanlage um die Ohren fliegt. Gleichzeitig ist der Nutzen der Ausbildung zum Anlagenmechaniker schnell zu sehen und zu spüren, vor allem im Winter.

Ein Gas- und Wasserinstallateur, der eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker hinter sich gebracht hat, verdient im Durchschnitt 2.480 Euro. Davon bleiben ihm nach Abzug von Steuern und Abgaben 1.641,45 Euro (Unser Anlagenmechaniker ist 31 Jahre alt und ledig). Rund 840 Euro werden Büttner abgezogen: 232 Euro Rentenversicherung, von denen er im Alter wenig haben wird (weil die Rentenversicherung eine negative Rendite für ihn erwirtschaftet), 209 Euro Krankenversicherung, mit denen er u.a. die Mitversicherung von Müttern und Kindern finanziert, und 308 Euro Lohnsteuer, die genutzt werden, um staatliche Bedienstete zu finanzieren.

Fritz Markus (fiktiver Name) ist ein solcher staatlicher Bediensteter. Er ist Hochschulabsolvent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Berliner Hochschule und verdient als lediger, 31-Jähriger rund 3.243,92 Euro brutto. Davon bleiben ihm nach Abzug der Steuern 1.971,79 Euro netto. Markus, der Hochschuldozent, verdient 331 Euro und somit 20% mehr als der Gas- und Wasserinstallateur Büttner, von dem wir bereits wissen, welcher Nutzen durch seine Tätigkeit entsteht.

Welcher Nutzen entsteht nun durch die Tätigkeit von Markus der an seiner Hochschule Seminare wie das folgende, bei dem es sich um ein Seminar handelt, das tatsächlich stattgefunden hat, hält?

weisse maenner“Die Geschichte der europäischen Ideen wurde von weißen Männern geschrieben. In ihr drückt sich nicht nur eine Abwertung und die Rechtfertigung der Unterdrückung von Frauen und Nichteuropäer*innen aus, sondern vor allem auch ein spezifisches Selbstbild, das untrennbar mit dem jeweiligen Begriff von Politik und Wissenschaft verbunden ist; der europäische Mann versteht sich als Einziger, der zu beidem wirklich fähig ist. So scheinen Politik und Wissenschaft wie für den europäischen Mann gemacht – und umgekehrt. Das Bild, das weiße Männer von sich selber gezeichnet haben, diente somit immer der Legitimation ihrer Herrschaft, von der Antike bis heute. Eine besondere Wendung erfuhr es während der Aufklärung: hier entwickelte sich die Vorstellung bürgerlicher autonomer Subjektivität, welche in ihrer Abstraktheit zunächst sowohl universell wie auch geschlechtslos erscheint. Die in der modernen Subjektvorstellung enthaltene männliche und weiße Norm bleibt durch diesen Schein verdeckt und unthematisiert – vielfach noch heute. Das Seminar will diese unsichtbare Norm europäischer Männlichkeit zum Thema machen. Dazu sollen ideengeschichtliche Texte von Platon bis Nietzsche auf die in ihnen enthaltenen Männlichkeits- und Europakonstruktionen hin gelesen und befragt werden, um die Wandlungen und Kontinuitäten dieser Selbstbilder herauszuarbeiten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Epoche der Aufklärung. Ebenso sollen auch postkoloniale und feministische Kritiken dieser Vorstellungen behandelt werden. Ein gleichzeitiger oder bereits abgeschlossener Besuch der Vorlesung ‚Politische Ideengeschichte’ wird für eine gewinnbringende Teilnahme am Seminar empfohlen.”

Nach der Diktion, die sich unter Ideologen an Hochschulen durchgesetzt hat, handelt es sich bei Gas- und Wasserinstallateur Büttner um einen Bildungsfernen, denn er hat lediglich den Abschluss einer Hauptschule vorzuweisen. Dagegen ist Markus ein Bildungsnaher, der von Hochschulen aus eine intellektuelle Überlegenheit gegenüber Bürgern wie Büttner, die, wenn sie aus deren Sicht falsch wählen von akademisierten Beleidigern, zu Wutbürgern oder bösartigen Kleinbürgern erklärt werden, empfindet.

Wer von beiden, Büttner oder Markus produziert einen größeren gesellschaftlichen Nutzen? Wer von beiden wäre verzichtbar? Wer von beiden hat eigentlich keinerlei Grund, auf den jeweils anderen herunterzuschauen? Und wer von beiden, lebt prekär? Das sind Fragen an unsere Leser und Fragen, die sich auf den Gerechtigkeitskonflikt, der die Basis des neuen Klassenkampfes ist, beziehen.

Der neue Klassenkampf, er kann am Beispiel von Büttner und Markus personifiziert werden, denn Ersterer verdient nicht nur weniger als Letzterer, er zahlt auch Steuern, die genutzt werden, um Letzteren zu finanzieren. Der Nutzen der geringer entgoltenen Tätigkeit von Büttner ist – gemessen an allen denkbaren Größen – größer als der Nutzen der Tätigkeit von Markus. Dennoch wird das höhere Gehalt von Letzterem über die Steuern von Ersterem finanziert. Ist das gerecht? Deshalb gibt es einen neuen Klassenkampf in Deutschland, der sich in den letzten Wahlergebnissen niedergeschlagen hat.

Die Einkommensdaten stammen von Lohnspiegel.de bzw. aus den Gehaltstabellen für den öffentlichen Dienst des Landes Berlin.


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46 Responses to Ungerechtigkeit in Deutschland – Der neue Klassenkampf

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Ungerechtigkeit in Deutschland – Der neue Klassenkampf

  2. Wer schon mal einen Wasserohrbruch hatte oder wie wir eine defekte Heizung im kalten Winter kennt die Antwort, wer den grösseren gesellschaftlichen Nutzen bietet.
    Ich zumindest habe noch nie einen Genderwissenschaftler vermisst.
    Meine Frau auch nicht.
    Aber den Heizungsbauer.
    Der den haben wir furchbar vermisst im kalten Haus.

  3. Dr. Reinhold Oberlercher says:

    Neuer Klassenkampf ist eine Unterscheidung vom alten Klassenkampf, dessen Verbände/Parteien/Kirchen sich an den Produktionsfaktoren Boden, Kapital und Arbeit als Konservativismus, Liberalismus und Sozialdemokratismus im 19. Jh. herauskristallisierten. Neuer Klassenkampf insgesamt findet innerhalb der Transferklasse statt, die sich in Etatisten und Anarchisten, also Staatsbedienstete und herrenlose Mitesser, unterteilt. Die Steuer (und sonstige Abgaben) ist ein Abzug vom Mehrwert und eigentlich nicht vom Lohn, weil kein produktiver Arbeiter vom Brutto lebt. Ein weiterer Abzug vom Mehrwert ist die Grundrente als Einkommen der konservativen Grundbesitzerklasse. Die liberale Kapitalistenklasse hält im alten Klassenkampf also die Schlüsselposition.
    Allerneuster Klassenkampf im oben angepeilten Sinne wäre somit ein Kampf zwischen der bürgerlichen Gesellschaft (mit ihren drei Hauptklassen) einerseits und der gesamten, aus zwei Unterklassen bestehenden Transferklasse andrerseits.

    • rote_pille says:

      Komische Definition von Anarchisten haben Sie da…

      • Dr. Reinhold Oberlercher says:

        Der selbstbewußte Anarchist bildet sich mächtig etwas darauf ein, daß er keinem Staat dient, aber er lebt von ihm. Allerdings gehören auch Staatspensionäre und Sozialrentner zu der Ihnen so befremdlichen Anarchistenklasse.

  4. Sven Kuchary says:

    Ich widerspreche der Argumentation oben. Es gibt durchaus sinnvolle Wissenschaft ohne praktischen Anwendungsnutzen. Wir Physikstudenten scherzten damals: “Astronomie kann man nicht essen.” – Natürlich ist Astronomie völlig nutzlos. Damit kann man keinen Wasserrohrbruch raparieren. Auch wenn dem Heizungsbauer die Quantenchromodynamik im Detail schwer zu vermitteln ist: Physiker können ihm aber die Methodik ihrer Forschung erklären und ihn durch allgemeinverständliche Aufbereitung teilhaben lassen am Weltbild der modernen Physik. Die Methode definiert Forschung und Wissenschaft, und der Erkenntnisgewinn rechtfertigt die Ausgaben dafür. – Die Kritik an obigem Seminar ist nicht der fehlende Anwendungsnutzen, sondern die fehlende Methode und Struktur.

    • Sie widersprechen einer Chimäre, denn es hat niemand behauptet, dass es auch Naturwissenschaften ohne direkten Anwendungsnutzen gibt. Die Kritik an dem Seminar besteht darin, dass das Seminar keine Wissenschatf, sondern Ideologie ist und keinerlei Nutzen erbringt. Es kostet Geld. Das ist alles und wenn man Menschen Steuergelder abnimmt, dann ist man zum sorgfältigen und verantwortungsvollen Umgang mit den Steuergeldern verpflichtet. Dieses Seminar ist weder verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern noch hat es einen benennbaren Nutzen. Es gibt natürlich eine einfache Lösung für dieses Gerechtigkeitsproblem: Seminare wie das hier präsentierte, können jederzeit privat denjenigen angeboten werden, die bereit sind, dafür zu zahlen. Aber dass man Arbeiter für diese Spleene einer gepamperten Mittelschicht bezahlen lässt, ist unredlich und ungerecht.

    • Heike Diefenbach says:

      Jurko hat es im unten stehenden Kommentar bestens auf den Punkt gebracht:

      Das in Frage stehende Seminar hat mit Wissenschaft nichts, aber auch gar nichts, zu tun, weshalb Ihr Einwand gegenstandslos ist.

      Ich frage mich, wie es möglich ist, dass jemand die – mit freundlicher Unterstützung des Steuerzahlers erfolgenden – Versuche der Genderista, Nachwuchs für den ideologischen Kampf heranzuziehen, fraglos als Wissenschaft betrachten kann, nur, weil die Genderista gezielt aufgrund entsprechenden politischen Willens an Universitäten etabliert haben. Vielleicht sollten Sie Ihre Prämissen überdenken bzw. für sich klären, was Wissenschaft von Nicht-Wissenschaft unterscheidet.

    • Andreas K. says:

      Ich wünsche Ihnen einen Aufenthalt auf hohem Meer in einem Boot ohne Kompass und ohne astronomische Kenntnisse 🙂
      Physik halt, kennt alle Gesetze zu Stoß und Impuls – aber keinen Nagel gerade in die Wand 🙂

  5. Elke says:

    Hier wird gutes Handwerk mit schlechter Wissenschaft verglichen. Das hinkt.

    • Was hinkt und vor allem: warum?

    • Jurko says:

      Hochverehrte Elke, wie kommen Sie auf die Idee, daß es sich bei den Vorstellungen von Markus überhaupt um soetwas wie Wissenschaft handelt? Soweit ich diesen Herrn interpretieren kann, lehnt er alles ab, was von weißen, phallokratischen, Männern in ihrem unerträglichen Dominanzstreben seit 2.500 Jahren an Erkenntnissen geschaffen wurde. Da aber vor allem in den letzten 500 Jahren nahezu aller wissenschaftlicher und technischer Fortschritt von solchen ‘Schurken’ geschaffen wurde, wäre es doch ehrlicher wenn sich Markus umgehend in eine Schilfhütte zurückzieht, um nicht von den Erkenntnissen dieser Männer zu profitieren.

      • Heike Diefenbach says:

        Sie haben es m.E. bestens auf den Punkt gebracht!

        • Jurko says:

          Danke Frau Diefenbach. Ihr Blog ist wirklich gut und angenehm widerständig. Ich habe zwar zu 1,2 Punkte, die öfters im Blog thematsiert werden, etwas andere Auffassungen, aber das ist ist nicht weiter tragisch. Sogar meine Frau hat nicht immer die selbe Meinung wie ich.

          • Heike Diefenbach says:

            Danke für die netten Worte! Und was die ein oder andere Meinungsverschiedenheit betrifft, so ist sie – wie Sie richtig bemerken – nicht nur vollkommen normal; tatsächlich ist Wertschätzung ja etwas anderes als inhaltliche Übereinstimmung.

            Oder anders gesagt: es wäre schlimm, wenn wir alle nur wertschätzen wollten oder könnten, was zufällig unsere ohnehin schon vorhandene Auffassung trifft. Dann würde alles auf ein “Geschmackserlebnis” reduziert, und die rationale Suche nach dem besseren Argument wäre daher ausgeschlossen.

            Warum habe ich jetzt, in dem Moment, in dem ich das schreibe, nur das Gefühl, dass ich im voranstehenden Absatz einen guten Teil der derzeitigen deutschen Interaktionskultur beschrieben habe?! 🙂

  6. Fran Adler says:

    Was ist „Neuer Klassenkampf“. Ich sehe den Nutzen zum Gemeinwohl oder Leistung innerhalb einer Gesellschaft durch beteiligte Menschen. Wenn man es will, findet man so auch die Gründe für den Niedergang etablierter Parteien – weil sie sich nicht anpassen und ganze Gruppen übervorteilen o. abwerten. Unsere Gesellschaft befindet sich heute ständig im Umbruch als Folge unternehmerischen Handelns, der Wissenschaften und im Zwang der politischen Entwicklungen in der Welt. Ganze Arbeitswelten gehen in kurzer Zeit verloren und neue kommen hinzu. Die Wissenschaften forschen – getrieben vom Markt, Anerkennung oder Weiterentwicklung unseres Lebens – im Auftrag der Privatwirtschaft oder des Staates. Menschen werden dadurch gezwungen sich anzupassen. Wir werden sicher keinen Weberaufstand noch mal erleben – aber die Technik und Wissenschaft unserer Zeit hat uns in vielen Bereichen umgekrempelt. Eine klassenlose Gesellschaft kann ich mir aber daraus nicht vorstellen. Es muss einen Anreiz zur Aktivität und humanen Verantwortung geben. Es wird immer unterteilt werden zwischen materieller – immaterieller Tätigkeit, wertschöpfender – spekulativer Tätigkeiten, verantwortungsvolle – einfache Tätigkeiten, Forschung und Lehre usw. Die Bewertung nach Quantität und Qualität einer Leistung ist eine Methode.
    Die moralische Wertung eines Menschen ist nach seinen bloßen Bildungsgrad oder Position adäquat seines Einkommens verkommen – unverbindlich zum Wert oder Leistung zum Nutzen der Gesellschaft. Einkommen (Belohnung von Arbeit) sollte sowohl unternehmerisch ergebnisorientiert und im Wert zur Gesellschaft stehen. Leider werden durch politische Prägung u. veraltete Gesetzgebung die Tröge des Staates (das z.B. sind unsere Steuern) unausgewogen, nur nach Bildungsabschluss bzw. starrer Gehaltsskala und weniger nach Effektivität, Verantwortung und Leistung ausgeschüttet. Doch wer definiert Größe/Wert einer Verantwortung und Leistung zum Gemeinwohl oder den Nutzen in der Zukunft?
    Die Politik hat elend versagt, die Spannungen und Widersprüche haben ein gefährliches
    Maß erreicht.

  7. Dr. Sommer says:

    Der Heizungsbauer verdient noch sehr viel mehr, nämlich das sog. Arbeitgeberbrutto das er ja komplett erwirtschaften muss. Sonst rechnet er sich für das Unternehmen nicht. Dann muss er noch die Kosten für die Verwaltung mit erwirtschaften (die Abrechnung der Umsatzsteuer und aller anderen Abgaben z.N wird den Unternehmen voll aufgedrückt). Natürlich auch die “Haushaltsabgabe” die er mit bezahlt obwohl er sofort ne Abmahnung bekommen würde wenn er im Betrieb iin die Lobotomie Box starrt. Usw.

    Es bleibt ihm auch sehr viel weniger vom Einkommen, indirekte Steuern (Umsatz- Mineralöl, Energie- und “Haushaltsabgabe” um mal nur einige zu nennen.

    Dafür kann er dann auch nicht die stark subventionierte Universitätskantine nutzen sondern muss mit 6€/Tag auskommen (lt. Tabelle für Verpflegungsmehraufwand).

    Er braucht ein Auto (die Uni ist fast überall per ÖPNV zu erreichen) und seine Urlaubszeiten sind auch etwas anders als an der Uni.

    Im Gegenzug kann er aber keinen Schaden z.B. mittels gefakten, justierten und Toleranzfeldüberarbeiteten Klimaabzocke verursachen.

    Immerhin etwas.b

  8. Sascha I. says:

    Das ist die klassische Form der Tyrannei. Die Tyrannei der leistungslosen Parasiten gegen die, die Werte schaffen. Ich sehe schwarz für die Zukunft…

  9. Berliner says:

    Das Hochschuldozenten und Universitaetsprofessoren gebraucht werden will Ich nicht abstreiten. Aber wie in dem hier geschilderten Fall muesste der Dozent noch Geld von zu Hause mitbringen allein schon fuer den geistigen Duennsch….den Er verbreitet. Ich weiss jetzt nicht nach welchen Kriterien das Gehalt eines Gas-Wasser Anlagenmechaniker und das eines Hochschuldozenten berechnet wird. Meiner Meinung sind die Arbeiter und Angestellten egal in welcher Branche immer benachteiligt. Wenn es mal eine minimale Lohnerhoehung gibt wird die gleich wieder durch hoehere Beitraege zur Sozialversicherung wie Krankenkasse,Renten und Pflegeversicherung und die sogenannte kalte Progression aufgefressen die ja angeblich abgeschafft wurde. Wichtig waere noch zu Erwaehnen das die hart erhandelten oder erkaempften Lohnerhoehungen weit unter der Inflationsrate liegen. Im Endeffekt hat der Arbeiter oder Angestellte am Zahltag weniger auf dem Konto hat wie ein Hochschuldozent der fuer seine Taetigkeit auch noch vom Staat finanziell beguenstigt wird wie Ich gehoert habe z.b. durch Zuschuesse fuer die Krankenversicherung

  10. A.S. says:

    Zusammen mit dem Artikel “„Bösartige Kleinbürger“ aus Österreich: Der richtige Mann ist eine Memme” könnte man auch schlussfolgern, der neue Klassenkampf ist Blau gegen Grün. Und alle etablierten Parteien sind eigentlich Grün.
    In Österreich hat sich das bereits deutlich gezeigt. In Deutschland hat es nach den letzten Landtagswahlen ähnliche Stimmen gegeben.

  11. waldbaer says:

    Ahh.. Jetzt habbichs!
    Heutzutage ist Demokratie und Wissenschaft nur noch ein Cargo-Kult.
    Es gibt Wahlen, Parlamente, Repräsentanten (oder -onkel), das volle Ritual, aber wird an die Interessen der Wähler gedacht?
    Nein.
    An den Universitäten ist das inzwischen offenbar genauso: Halte die Regeln des Rituals ein, und der Inhalt ist belanglos. Wissenschaft? Egal. Du wirst Hohepriester.

    Ernst Wolff Zitat:
    https://www.youtube.com/watch?v=n9gXKX0wopw&feature=youtu.be&t=2088
    (Sowas finde ich cool – man kann heutzutage im wortwörtlichen Sinne wortwörtlich zitieren)

    • waldbaer says:

      Hey, das ist jetzt uncool ;o) – ich hatte die URL *mit timecode geposted, um korrekt und im Kontext zu zitieren.
      Ich versuche es nochmal: Diesen Satz ff hatte ich gemeint:
      “https://www.youtube.com/watch?v=n9gXKX0wopw&feature=youtu.be&t=2088”

  12. Pflitsch says:

    Fritz Markus kann sich glücklich schätzen, wenn er als wissenschaftlicher Mitarbeiter einen vollen/ganzen Vertrag hat, der mit 3.243,92 Euro brutto im Monat vergütet wird. Meine Erfahrung (die auch auf Studien zur prekären Beschäftigung von Wissenschaftlern beruht) ist, dass Herr Markus wahrscheinlich eine halbe Assistentenstelle hat, um an der Universität zu promovieren und dabei die Arbeit (oder wie man das nennt, was er da tut) einer ganzen Stelle am Lehrstuhl verrichten darf. Dabei kann er noch froh sein, dass er nicht auf ein Stipendium in Höhe des halben Assistentengehaltes – also etwa € 1.620 – angewiesen ist und noch seine Sozialversicherung davon bestreiten muss.

    Vielleicht sollte er sich lieber den Kopf darüber zerbrechen, welchem Widerspruch er sich aussetzt, wenn sich auf einen Kreuzzug gegen die weißen europäischen Männer, zu denen er gehört, begibt und dabei sich und seines Gleichen (die ja vermutlich auch zu den verhassten weißen europäischen Männern gehören) klaglos “unterbuttern lässt – von den Staatsfeministen und Genderideologen.

    Zur ausgleichenden Gerechtigkeit winkt den Absolventen der “Politikwissenschaften” linker Berliner Universitäten die Arbeitslosigkeit oder die Zugehörigkeit zu einem Prekariat, dass bei Gewerkschaften oder im Umfeld linker/Antifa-Organisationen unterschlüpfen muss.

    Mit 31 Jahren ist für Fritz Markus der Zug für eine bürgerliche Existenz als Leistungsträger der Gesellschaft mit der Perrspektive einer Familiengründung längst abgefahren. Er hat seine besten Jahre vertan und reiht sich in das Heer derjenigen ein, die den Staat schröpfen.

    • Frau Elster says:

      Zur ausgleichenden Gerechtigkeit gehört auch, daß Theoretiker wie der fiktive Fritz Markus in praktischen Belangen nicht selten 2 linke Hände und an jeder Hand 5 Daumen haben und deshalb selbst für das Einschlagen eines Bilderhakens einen Handwerker bestellen müssen. So kommt ein Teil seines steuergeldfinanzierten Gehaltes wieder demjenigen zugute, der dieses Gehalt mit erwirtschaften mußte. Das ist doch auch schon mal was. 🙂

    • Heike Diefenbach says:

      @Pflitsch

      Ja, vielleicht ist es für einige, die an der Uni angestellt sind, und insbesondere Genderisten, gerade aufgrund ihrer prekären Existenz so wichtig, sich psychologisch einen Ausgleich zu schaffen, sich also für eine Art überlegene Spezies zu halten und sich einzubilden, jemand brauche das, was sie tun oder von sich geben, oder hielte es irgendwie für nützlich für das eigene Leben.

      Und wenn man dies trotzig in der Öffentlichkeit behauptet und behauptet, man betreibe Wissenschaft, obwohl man bloß ideologisches Gewäsch von sich gibt, dann gibt es vielleicht wirklich jemanden, der das glaubt, und je mehr Leute das glauben, desto besser stehen die Chancen, dass man auch morgen noch finanziert wird – wenn auch nur auf einer halben oder viertel Stelle.

      Mit Transferleistungen wie z.B. Erziehungsurlaub und Rückerstattung von Pendelkosten sowie universitäts- oder stiftungsfinanzierter Teilnahme an Tagungen, die heutzutage gewöhnlich ein sight-seeing und Unterhaltungsprogramm beinhalten, also einen Kurzurlaub ersetzen können, reicht das vielleicht zum Leben, besonders dann, wenn man außer seinem “Lieben” (in Form von Familie, Parteigenossen, Gleichgesinnten… ) und seiner Ideologie sowieso keine Interessen im und am Leben hat.

  13. Meine analoge Metapher besteht aus einem Müllmann und einem Politiker. Die Tätigkeit des einen hat einen, bei näherer Betrachtung, extrem hohen gesellschaftlichen Wert, der andere ist ein Politiker. (Man realisiere nur mal eine Sekunde um wieviel niedriger die hiesige Lebenserwartung wäre, würde ersterer nicht geflissentlich seinem Dienst nachgehen.)
    Umso absurder erscheint das elitäre Selbstverständnis unserer Politkomiker.

    • corvusalbusberlin says:

      @ iustus amentia Oder einer Krankenschwester und einem Bankmanager. Eine Krankenschwester hat nach 45 Jahren eine Durchschnittsrente von ca. 1.300€ netto.
      Ein Manager – wenn er wenig hat, wahrscheinlich ein Rente von 13.000€.
      Auf wen kann man verzichten?
      Welche Lebenserwartung hätten wir, wenn es keine Krankenschwestern geben würde?
      Daran kann man sehen, in welch einer schizophrenen Gesellschaft wir leben.

      • rote_pille says:

        Offensichtlich kann die Wirtschaft auf die EINZELNE Krankenschwester eher verzichten als auf den EINZELNEN Manager. Aber das ist schon VWL für Fortgeschrittene…

        • corvusalbusberlin says:

          Von VWL habe ich keine Ahnung und schon gar nicht für Fortgeschrittene.
          Aber was macht der EINZELNE Manager, wenn er krank ist?

          • rote_pille says:

            Was macht der Konzern wenn er einen Manager sucht?
            Lesen Sie Kapitel 3 davon:
            http://docs.mises.de/Menger/Menger_Grundsaetze.pdf
            und Sie werden verstehen warum Krankenschwestern weniger verdienen als Manager. Und wenn nicht, dann verdienen Sie es eh nicht das zu wissen.

            • corvusalbusberlin says:

              “Und wenn nicht, dann verdienen Sie es eh nicht das zu wissen.”
              Ja, damit haben Sie ja so recht, wenn es auch gut gemeint war mit Kapitel 3.
              Aber in der Zeit wo ich versuche, den zu verstehen, habe ich chinesisch gelernt.
              Also, wie Sie schon schreiben: Sie haben Perlen vor die Säue geworfen.

              Vielleicht sollte ich Ihnen mal einen Artikel über “Stimm- und Sprachheilkunde aus biokybernetischer Sicht.” schicken. Dann würden Sie mich verstehen, nicht aber den Artikel.
              Also nichts für ungut bis zum nächsten Mal, wo ich vielleicht aufnahmefähiger bin.

          • waldbaer says:

            Wenn man den Hohepriester entfernt, geht die Religion kaputt und das Ritual funktioniert auf einmal nicht mehr. Dann brechen alle plötzlich in Panik aus und rennen laut schreiend wild durcheinander und versuchen, sich gegenseitig aufzufressen, und..
            Achnee, das war jetzt irgend so ein Zombi-Film, den ich..
            Oder waren es die Nachrichten im Fernsehen?
            *wirrguck* (ôÔ) *davonrenn* AAAAaaahhhhhahhhhhhaaaaa!!!1!!!

  14. Hans Josef Alef says:

    Einkommen und gesellschaftliche Anerkennung sind doch nicht alles. Was nützt meiner Seele ein gutbezahlter Prestigejob, der vollkommen sinn – und hirnlos ist ? So einen habe ich aufgegeben um stattdessen als Vollzeitvater meine Kinder zu erziehen.

    • Und wer finanziert den Vollzeitvater?

    • Heike Diefenbach says:

      Welche Seele? Sind Sie sicher, dass Sie eine haben?

      Und falls ja: glauben Sie, dass es für Ihr Seelenheil hinreichend ist, Kinder zu erziehen und dafür alles andere, an das sich für uns alle wichtige Fragen anschließen, zu vernachlässigen und die Suche nach Antworten auf diese Fragen bloß in die nächste Generation zu transferieren?

  15. corvusalbusberlin says:

    Es ist vollkommen in Ordnung, dass Sie Ihre Kinder erziehen und den Haumann abgeben, den oft sind Väter die besseren Mütter, wie ich aus eigner Erfahrung weiß.
    Bei mir artete das dann so aus, dass ich mich von meiner Mutter nicht mehr anrühren ließ und mein Vater mich mit sich herumschleppte, sobald ich laufen konnte, denn er war außerdem berufstätig.
    Manchmal mussten notgedrungen auch die Sekretärinnen aushelfen.
    Die hatten es dann nicht leicht mit mir.
    Vielleicht verraten Sie uns, welchen sinn- und hirnlosen Prestigejob Sie aufgegeben haben??
    Die meisten Männer halten den Erziehungsjob allerdings nicht lange durch.
    Auf Ihre Antwort bin ich sehr gespannt.

    • Hans Josef Alef says:

      Ich war Beamter im Bundesministerium für Wirtschaft in Bonn in den 90ern. Den Job habe ich gehaßt. Meine Lebenszeitbeamtenrechte habe ich freiwillig aufgegeben.

      Seit 2000 habe ich zwei Kinder großgezogen. Das war und ist immer noch der bisher schönste und sinnvollste Job meines Lebens.

      Außerdem sichert er mir meine Väterrechte.

      http://www.cuncti.net/geschlechterdebatte/26-hans-alef-qmir-wurde-vorgeworfen-ich-waere-kein-mann-sondern-ein-parasitq

      • corvusalbusberlin says:

        Seit 2000 – dann sind Ihre Kinder ja schon kleine Erwachsene. Aber glauben Sie ja nicht, dass es einfacher wird. Bei mir fing das Drama erst an, als meine Tochter 16 wurde. Mein Sohn war nicht so schwierig.
        Zu Ihrem Link, der den Nagel auf den Kopf trifft.
        Also Feministinnen können Sie fast alle in einen Sack stopfen und draufhauen. Sie treffen immer die Richtige. Die sind zum großen Teil Schreibtischtäter – wie Sie das wahrscheinlich früher auch waren .

        Von der Realität des Lebens und schon gar nicht mit Kindern haben die auch nur die geringste Ahnung. Wissen aber alles besser.

        Ich habe großen Respekt vor Ihnen. Traurig ist es , dass Pauschalurteile immer noch an der Tagesordnung sind.
        Auch werden Sie nicht zu den Menschen gehören, die Frauen fragen, was sie denn den ganzen Tag so tuen.
        Hausfrauen mit Kinder müssten gleichberechtigt eine angemessene Rente bekommen.
        Mein Vater hat mich von Anfang an sehr frei erzogen, was mir das Leben nicht einfacher gemacht hat – im Gegenteil – ich ecke bis heute- fast 79, weiblich – überall an. Ein Mann erzieht anders als eine Frau.

        Ich kann Ihnen nur weiterhin viel Erfolg wünschen und hoffe , dass auch Ihre Ehe den Schwierigkeiten der Umwelt gewachsen sein wird und Sie auf Ihre Vaterechte nie zu pochen brauchen.

        • Hans Josef Alef says:

          Vielen Dank für die guten Wünsche !! In den USA gibt es die meisten Hausmänner mit stark wachsender Tendenz, weil dort die Frauen im Mittelstand gehaltsmäßig an den Männern vorbeiziehen. Außerdem sind die Amis pragmatischer und nicht so ideologisch wie wir Deutschen.

  16. Andre says:

    Es wird Zeit , dass jeder seinen persönlichen Nutzen aus dem System zieht

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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