Neue Nutzlosigkeit: Schleswig-Ho(h)lstein fördert nach eigenen Angaben nutzlose Forschung

Erstaunlich Dummes gibt es heute aus Schleswig-Ho(h)lstein, einem Land, in dem es ein Wissenschaftsministerium gibt. Und weil im Etat für ein Ministerium auch eine Stelle für einen Minister vorgesehen ist, als eine Art Gallionsfigur, deshalb hat man auch in Schleswig-Ho(h)lstein, einen Darsteller geheuert, der sich als „Wissenschaftsminister“ verdingt. Kristin Alheit heißt der Darsteller, dem unbekannte Scherzbolde oder eigene kognitive Mängel die folgenden Sätze in den Mund gelegt haben:

nutzlose-forschung„Das neue Forschungszentrum passt in das Profil der Universität: Es ist ein Zentrum, das kritische Bildungsforschung betreibt, das sich nicht an Nützlichkeitsmaßstäben messen lassen will, sondern das vielmehr Grenzen im Denken überwinden und neue Horizonte eröffnen will. Ich bin gespannt, was wir in Zukunft vom ZeBUSS hören werden“, würdigte Wissenschaftsministerin Kristin Alheit die Neugründung.”

Die Bildungsforschung, die man mit jährlich 50.000 Euro aus Landesmitteln in Flensburg am dortigen „Zentrum für Bildungs-, Unterrichts, Schul- und Sozialisationsforschung“ finanziert, zeichnet sich also dadurch aus, nutzlos zu sein, denn sie kann und will nicht an Nützlichkeitsmaßstäben gemessen werden. Und als wäre das nicht schon genug der ministerialen Dummheit, setzt Alheit noch einen faux pas auf den bereits gelandeten und attestiert der Universität Flensburg, dass das neue und nutzlose Zentrum in das „Profil der Universität“ passe.

Double facepalmDas Gesetz der Transitivität besagt, dass wenn B aus A folgt und C aus B, C auch aus A folgen muss. Transitivität führt also dazu, dass dann, wenn das neue Zentrum nutzlos ist und gut in das Profil der Universität Flensburg passt, auch die Universität nutzlos sein muss. Nicht nur die jährlich 50.000 Euro für das neue Zentrum werden also verschleudert, die gesamte Universität Flensburg ist eine nutzlose Einrichtung – finanziert aus Landesmitteln. Das sagt die Schleswig-Ho(h)lsteiner Darstellerin des Wissenschaftsministers.

Und weil eine Dummheit selten allein bleibt, hat sich Sandra Rademacher, „Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kindheits- und Jugendforschung“ gleich auch noch zu Wort gemeldet und gesagt:

„Schule, so die allgemeine Forderung, soll Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit ermöglichen. Aber wieso wird in einer sozial ungerecht verfassten Gesellschaft ausgerechnet vom Bildungssystem erwartet, die Norm sozialer Gerechtigkeit umzusetzen? Unter anderem mit dieser Fragestellung wird Schule am ZeBUSS nicht nur als Teil des Bildungssystems Gegenstand einer wissenschaftlichen Betrachtung, sondern als eine Institution mit bestimmten Funktionen im gesellschaftlichen Ganzen.“

Nach der Transitivität folgt die Implikation, die da lautet: Schule muss ihren Versuch, Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit herzustellen, aufgeben. Da die Gesellschaft sozial ungerecht verfasst sei und die Schule eine „Institution mit bestimmten Funktionen im gesellschaftlichen Ganzen“ sei, könne man von der Schule nicht erwarten, Kriterien der Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit umzusetzen. Rademacher weiß, wovon sie spricht – oder?

Eine treffendere Beschreibung der neuen Nutzlosigkeit universitärer Einrichtungen, haben wir selten gelesen.

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8 Responses to Neue Nutzlosigkeit: Schleswig-Ho(h)lstein fördert nach eigenen Angaben nutzlose Forschung

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  3. lernender says:

    „Das neue Forschungszentrum passt in das Profil der Universität: Es ist ein Zentrum, das kritische Bildungsforschung betreibt, das sich nicht an Nützlichkeitsmaßstäben messen lassen will, sondern das vielmehr Grenzen im Denken überwinden und neue Horizonte eröffnen will. Ich bin gespannt, was wir in Zukunft vom ZeBUSS hören werden“, würdigte Wissenschaftsministerin Kristin Alheit die Neugründung.“

    Alles nur noch kafkaesk, krank, degeneriert.
    Und man wundert sich, warum der andere Professor das Spiel noch mitmacht und sich morgens
    noch in den Spiegel schauen kann ohne im Strahl zu kotzen.
    Im Vertriebsjargon werden solche Leute einerseits als “Risikogruppe 5” bezeichnet, d.h. rede mit denen wie mit einer Achtjährigen, anderseits hohes Maß an Abzockpotential.

    Dazu passt auch noch folgende Meldung

    https://www.welt.de/wirtschaft/article159728771/Fluechtlinge-retten-Deutschland-vor-der-Rezession.html

    ..und jetzt warte ich noch bis unser allseits beliebter Buchhändler und Spaßbadpleitier aus Würselen Außenminister wird und mit mahnenden Zeigefinger auf “The Donald” trifft.

    Was für eine Comedy das alles nur noch ist, was für eine Comedy..

    • alacran says:

      Jacobs-Krönung wäre, wenn er Kanzler würde! Dann wäre der Würselener-Spaß(badmeister) gar nicht mehr auszuhalten!
      Dann doch besser Minister für Bundesangelegenheiten in Schleckmich-Holzschwein oder Gernegroß im EU- Pseudoparlament!

  4. Hosenmatz says:

    Ich bin jetzt mal ganz böse:
    Dass Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit an Schulen nicht umgesetzt wurde , zeigt sich deutlich darin, dass diese beiden Damen solch gut dotierte Posten besetzen und solchen Dummfug in die Welt setzen dürfen.
    Anders wären sie wahrscheinlich beizeiten, auf Grund fehlender Leistung/Qualifikation aussortiert worden und Männer mit Verstand könnten diese Posten sinnvoller ausfüllen.

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  6. Ochmonek says:

    Die Zitate bei blablameter.de eingegeben liefern:
    “Ihr Text: 898 Zeichen, 113 Wörter
    Bullshit-Index :0.58
    Ihr Text signalisiert deutlich: Sie wollen etwas verkaufen oder jemanden tief beeindrucken. Es wirkt unwahrscheinlich, dass damit auch eine klare Aussage verbunden ist – und wenn ja: wer soll das verstehen?”

  7. merxdunix says:

    Dort wo die Welt zerrissen klafft,
    wo Idiotie verbissen rafft,
    willst du der sein, der Wissen schafft,
    tust deine Pflicht gewissenhaft.

    Doch dienst du dann der Wissenschaft
    bringst Klarheit mit befliss’ner Kraft,
    bleibt man dir fern, du bist gestraft
    mit lebenslang Gewissenhaft.

    Heißt es nicht auch:
    Talente finden Lösungen, Genies Probleme?

    Zwar bewundere ich die Wissenschaftler,
    aber sie würden staunen, was ich alles fragen kann.

    War nun eigentlich das Huhn oder das Ei zuerst?

    😉

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