Die Ideologisierung von Schulen: Schüler als Spitzel

Kauftnichtbeijuden“Eine Neuntklässlerin hatte bei Facebook die Aussagen Meusers gesehen. Sie schrieb daraufhin an die SV: “Ich finde, da wir eine Schule ohne Rassismus sind, sollten wir uns deutlich gegen Rassisten oder Rassistinnen zeigen und nichts von ihnen kaufen.” Auf Aufforderung durch die SV hat die junge Schülerin recherchiert und umfangreiche Unterlagen aus dem Internet zusammengetragen.”

Der in der Rheinischen Post namentlich genannte Meuser ist Bäcker und backt entsprechend Brötchen. In seiner Freizeit tut er sich auf Facebook um und postet dort seine Meinung, seine Meinung, die eine “Neuntklässlerin”, die in ihrer Freizeit offensichtlich Dossiers gegen Andersdenkende erstellt, beanstandenswert findet. Und nicht nur die Neuntklässlerin auch der Förderverein des Leibniz-Gymnasium in Hackenbroich und die Schulleitung finden die Meinung, die Werner Meuser, Bäckermeister, in seiner Freizeit äußert, bedenklich. Deshalb wurde der Vertrag mit dem Bäckermeister gekündigt. Man will am Leibniz Gymnasium in Hackenbroich lieber “Brötchen und Teilchen” von einem Bäckermeister, der nicht “offen Rassismus gegenüber anderen Kulturen zeigt”.

Die Angelegenheit aus dem Ortsteil Dormagens geht nun schon seit einigen Tagen durchs Netz, hat einige Aufregung verursacht und dazu geführt, dass viele für die Meinungsfreiheit des Bäckermeisters eingetreten sind. Wir wollen heute – wie gewöhnlich – die Punkte anfüttern, die in der Diskussion bislang fehlen.

Unsere Thesen:

Schulen sind Orte der Indoktrination geworden, an denen das Erlernen von Fähigkeiten in Deutsch, Mathematik, den Naturwissenschaften und Sprachen ganz offensichtlich nicht mehr im Vordergrund steht.

Schüler sind so sehr indoktriniert, dass selbst Neuntklässler, von denen man nun wirklich denken sollte, dass sie etwas Besseres mit ihrer Zeit anzufangen wüssten, sich als Nachwuchsstasi im Auftrag einer – wie sie meinen – guten Gesellschaft und in vorauseilendem Gehorsam andienen.

Die Argumente für unsere Thesen.

Beginnen wir mit dem gesunden Menschenverstand. Wie kommt eine Neuntklässlerin auf die Idee, ein Dossier des Rassismus gegen einen Bäckermeister anzulegen? Wie kommt dieselbe Neuntklässlerin auf die Idee, den Bäckermeister anzuschwärzen?

Kein Schüler kommt als flammender Rassismusbekämpfer und Denunziant zur Welt. Wenn Neuntklässler dazu geworden sind, dann stellt sich die Frage, wie dies möglich war. Die Antwort lautet: Durch Indoktrination – gelungene Indoktrination, wie sich nicht nur darin zeigt, dass die Neuntklässlerin fremden Menschen nachstellt, sie stalkt, sondern auch in der gewählten Sprache:
Grammatik fuer dummies.jpg

“Ich finde, da wir eine Schule ohne Rassismus sind, sollten wir uns deutlich gegen Rassisten oder Rassistinnen zeigen und nichts von ihnen kaufen.”

Bereits Neuntklässler sind nur noch in der Lage politisch-korrekte Floskeln abzusondern und von “Rassisten oder Rassistinnen” zu faseln. Hier hat die schulische Erziehung, die man nicht mit Bildung verwechseln darf, offensichtlich Früchte getragen.

Die Indoktrination der richtigen Sprachverwendung steht in Tateinheit mit der derzeit beliebtesten ideologischen Indoktrination. Wer sich als guter Mensch aufspielen will, der erklärt sich zum Antirassisten. Organisationen, z.B. Schulen, die sich als gute Schulen, nicht etwa gut im Hinblick auf die Vermittlung von nützlichen Lerninhalten, sondern gut im Sinne von Gutmensch, inszenieren wollen, erklären sich zu “Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage”.

Der Missbrauch von Schulen dafür, ideologisches Wohlgefallen zu züchten und Schülern vorzugaukeln, sie würden sich in welcher Form auch immer auszeichnen, wenn sie sich in den Dienst einer Aktion stellen und der neuen Mode nachlaufen, um gegen Rassismus zu sein, er hat erhebliche Ausmaße angenommen und geht regelmäßig von Institutionen aus, die am Tropf von Institutionen oder Ministerien hängen, die ihrerseits die Gelder von Steuerzahlern missbrauchen, um Schüler zu ideologisierten Muppets zu machen, die nicht mehr selbst denken, sondern zu Soldaten der gerade als politisch-korrekt angesehenen Ideologie verkommen sind – obwohl eigenständiges Denken doch in Schulgesetzes als oberstes Ziel ausgegeben wird.
Schule ohne Rassismus 2.jpgIm vorliegenden Fall ist es die Initiative “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage”, die bundesweit dafür wirbt, dass “Schulen sich zu Schulen ohne Rassismus und Schule mit Courage” erklären. Die Initiative wird getragen von der Aktion Courage e.V. SOS Rassismus, die auf Politiker wie Heiner Geißler als Beisitzer zurückgreifen kann, was im Hinblick auf die Finanzierung der Aktion Courage sicher kein Nachteil ist. Wo das Geld der Aktion Courage e.V. genau herkommt, ist ein Geheimnis, denn es gibt keinerlei Bilanz oder sonstige Form von Rechenschaftsbericht. Zur Transparenz fehlt offenkundig die Courage. Das Geld scheint indes nicht zu fehlen, denn die Aktion Courage e.V. ist einer der Hauptfinanzierer der Initiative “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage”, wobei sich die Initiative nicht über fehlende finanzielle Zuwendungen beklagen kann. Die Förderer stehen Schlange:

  • Die Bundeszentrale für politische Bildung;
  • Das Ministerium zur Förderung auch des größten Unsinns (BMFSFJ);
  • Die GEW;
  • Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge;
  • Die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, Leitstelle für Gleichstellung – gegen Diskriminierung von Berlin;

sie alle investieren Steuergelder in die Indoktrination von Schülern, damit Bäckermeister dabei ertappt werden können, wie sie eine unpassende Meinung auf Facebook äußern.

Die Initiative “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage”, sie ist ein Unternehmen mit ca. 26 Mitarbeitern, die u.a. Materialien erstellen, die wiederum gegen harte Währung an Schüler und Lehrer verkauft werden. Die Heiligsprechung als Kämpfer gegen den Rassismus (oder war es der Kapitalismus oder der westliche Imperialismus?), es gibt sie nicht umsonst. Allein das Metallschild, das Schulen an ihren Gebäuden anbringen dürfen, wenn sie zur Schule ohne Rassismus ernannt wurden, kostet 105 Euro. Die vielen öffentlichen Förderer, sie reichen offensichtlich nicht, um Profit zu machen.

Wie man Schule ohne Rassismus wird? Man sammelt die Unterschriften von mindestens 70% aller, die in der Schule als Schüler, Lehrer oder Hausmeister sind und schickt den Nachweis gemeinsam mit einer Verpflichtungserklärung an die Bundeskoordination, Ahornstraße 5, 10787 Berlin (Scheck für das Metallschild nicht vergessen!). Die Verpflichtungserklärung, sie ist ein Glaubensbekenntnis und lautet wie folgt:

Schule ohne Rassismus

Es ist sicher kein Zufall, dass keinerlei Definition dessen, was Diskriminierung oder Rassismus sein soll, vorgenommen wird. Im kompletten Start-Info, das darauf ausgerichtet ist, Schüler dafür zu instrumentalisieren, die Werbetrommel für “Schule ohne Rassismus” zu rühren, gibt es keinerlei Erklärung dazu, was Rassismus sein soll.

Deshalb unsere Nachhilfe:

“I would define racism as follows: an attitude towards individuals and groups of peoples which posits a direct and linear connection between physical and mental qualities. It therefore attributes to those individuals and groups of people collective traits, physical, mental and moral, which are constant and unalterable by human will, because they are caused by hereditary factors or external influences, such as climate or geography” (Isaac, 2004, p.23).

Diese Definition von Benjamin Isaac ist eine der besten Definitionen von Rassismus, die wir kennen. Entsprechend besteht Rassismus darin, einem Individuum (1) kollektive Eigenschaften zuzuweisen, die (2) negativ zu bewerten werden und (3) es wegen dieser kollektiven Eigenschaften abzulehnen. Wenn demnach “Leute angepöbelt werden, die sich durch ihre Kleidung, Sprache oder Hautfarbe von anderen unterscheiden”, dann ist dies zunächst einmal Pöbelei und kein Rassismus, zum Rassismus wird es erst, wenn die Pöbelei nur deshalb erfolgt, weil jemand über seine Hautfarbe als Angehöriger einer Gruppe, der wiederum bestimmte negative Eigenschaften angedichtet werden, identifiziert wird, er als Individuum verschwindet und von einer eingebildeten Gruppe mit eingebildeten und negativ bewerteten Eigenschaften ersetzt wird.

Werner Meuser Screenshot2Was Bäckermeister Meuser auf Facebook verteilt hat (siehe Abbildung), ist entsprechend kein Rassismus, so dass der Angeklagte in allen Punkten freigesprochen werden muss, denn Meuser hat lediglich seine Ablehnung gegenüber Zuwanderung zum Ausdruck gebracht. Wer Zuwanderung ablehnt, ist kein Rassist, schon weil Rassismus seine Wirkung in Handlungen  gegenüber Menschen entfaltet und nicht in Facebook-Likes (Aus diesem Grund kann es auch keinen “Rassismus gegenüber Kulturen” geben. Vielleicht bringt das jemand der Neuntklässlerin, die diesen Unsinn geschrieben hat, bei.).

Dass die Aktion der Neuntklässlerin aus Dormagen auf der Seite von “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage” als leuchtendes Beispiel präsentiert wird, zeigt daher, dass es nicht darum geht, Rassismus von Schulen zu verbannen, sondern Kritik und die Äußerung von Meinungen, die nicht als politisch-korrekt angesehen werden.

Also muss man sich fragen, wer hier die Rassisten sind: Diejenigen, die ihre Ablehnung von Zuwanderung, ihre Meinung äußern oder diejenigen, die sie wegen dieser Meinung denunzieren, verfolgen und (wirtschaftlich) schädigen?

P.S.

Übrigens hat die Schule ohne Rassismus in Dormagen, bei der man sich entscheiden sollte, ob man den Namen von Leibniz tragen will und damit für Offenheit und Logik stehen will oder als Schule ohne Rassismus sich ideologisch andienen will, gegen den Kodex der Schule ohne Rassismus verstoßen. Der Vertrag mit Bäckermeister Meuser wurde einseitig gekündigt, und zwar ohne Begründung und das, obwohl es unter Punkt 2 des Verpflichtungskodex heißt:

“Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsame Wege finden, zukünftig einander zu achten.”

Die gemeinsame Achtung schließt Bäckermeister offensichtlich nicht mit ein.

Ein Leser hat uns gerade auf diesen Text über Pawel Trofimowitsch Morosow aufmerksam gemacht, der auf “Bluthilde” erschienen ist. Darin geht es um das Schicksal des 15jährigen Morosow, der seinen Vater bei der sowjetischen Staatsmacht denunziert hat. Der Vater wurde daraufhin von den Repräsentanten der sowjetischen Staatsmacht ermordet, der Sohn von Unbekannten und posthum zum Helden des Sozialismus, dessen Loyalität dem Staat und nicht seiner Femilie gegolten habe, aufgebaut. Denunziation lohnt sich eben, nur nicht für den, der denunziert.

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