ABM? Großmannsucht? Deutschland leistet Entwicklungshilfe für Weltmacht

Welches Land beschreiben wir mit den folgenden Daten (für 2016)?

  • Bruttosozialprodukt: 21,2 Billionen US-Dollar (in Zahlen: 21.200.000.000.000);
  • Wirtschaftswachstum: 6,6%
  • Dritter Platz aller Nationen im Hinblick auf die nationalen Ersparnisse. Deutschland rangiert hier auf Platz 34 von 180.
  • Die Produktion der Industrie wächst um jährlich 6,1%, Platz 26 unter 180 Nationen. Deutschland rangiert auf Platz 133.
  • Die Arbeitslosenrate beträgt 4,2%.
  • Die Investitionen im Ausland summieren sich auf 1,3 Billionen US-Dollar.
  • Das Land hat mit einem Streckennetz von 22.000 Kilometern für Hochgeschwindigkeitszüge mehr Strecke als alle anderen Länder, in denen Hochgeschwindigkeitszüge fahren, zusammengenommen.
  • Das Land hat ein Weltraumprogramm und vier verschiedene Weltraumbahnhöfe, von denen aus Satelliten und zuletzt auch bemannte Missionen gestartet werden.
  • Und im gesuchten Land fährt ein Transrapid. Deutsche Zukunftstechnologie, für die in Deutschland kein Geld vorhanden war.

Die Rede ist natürlich von China.

China, ein Land der Superlative, ein Land, dessen Regierende nicht wirklich wissen, was sie mit den vielen Devisen, die China überfluten, machen sollen. Deshalb kaufen sie schon seit Jahren Schuldverschreibungen der USA und halten die US-Amerikaner flüssig. China, ein Land mit einer Vielzahl von Großunternehmen wie Haier, die Unternehmen quer über die Welt verteilt, aufkaufen und dem eigenen Imperium einverleiben. China, ein Land, das in Afrika umfangreiche Entwicklungshilfe leistet.

Und China, ein Land, in dem Deutschland rund 96 Millionen Euro Entwicklungshilfe in 27 Projekten vergräbt, denn für die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist China ein Entwicklungsland.

Deshalb wird China

  • GIZ CHINAbei der Planung und Umsetzung eigenfinanzierter Reformen unterstützt;
  • zu Klimaschutz und Elektromobilität beraten;
  • mit deutschen Erkenntnissen zu klimafreundlichem Verkehr beglückt;
  • mit Weiterbildung für Führungskräfte unterstützt;
  • in nachhaltiger Urbanisierung unterrichtet;
  • beim Aufbau von Emissionshandelssystemen unterstützt;
  • deutsche Energiewende-Expertise wird nach China exportiert;
  • regionale Förderung betrieben;
  • es gibt die unvermeidlichen Klima- und Umweltpartnerschaften;
  • klimafreundliche Transporttechnologien werden transferiert;
  • die Global Leadership Academy wird finanziert;
  • Beratung und Investitionen zum Ozonschutz vorgenommen;
  • Katastrophenschutzberatung durchgeführt,
  • und strategische Umweltdialoge geführt und etliches mehr,

und alles auf Kosten der deutschen Steuerzahler, die dafür bezahlen, dass China, also einem Land, das selbst 1,3 Billionen US-Dollar im Ausland investiert, und zwar in einem Jahr, 96 Millionen Euro quasi geschenkt werden, denn notwendig ist das Geld sicher nicht. Die Chinesen sind reich genug, um die entsprechenden Projekte x-fach selbst zu finanzieren.

Wozu also die Entwicklungshilfe aus Deutschland, die Armenspeisung für einen Multibilliardär?

Es gibt zwei mögliche Antworten:

1) Betrachtet man sich die „Exportgüter“, die von Entwicklungshilfe umfasst sind, dann scheint es sich bei der Entwicklungshilfe um eine Form des Exports entsprechender Umweltfachkräfte zu handeln, die in Deutschland nicht gebraucht werden. Kurz: Entwicklungshilfe dient den Umweltbewegten nicht nur dazu, ihre Ideologie zu exportieren, sondern auch dazu, sich selbst auf Kosten deutscher Steuerzahler einen Arbeitsplatz zu sicher, der ihnen einen warm glow verschafft.

2) Entwicklungshilfe hat natürlich etwas Symbolträchtiges. Wer sie leisten kann, ist oben, wer sie annimmt, ist unten, jedenfalls aus der naiven Sicht derer, die Entwicklungs-Eulen ins chinesische Athen tragen. Für die nationale Seele, die sich gerne überlegen sieht und dem Mythos anhängt, man sei die führende Industrienation, ist Entwicklungshilfe Balsam. Die 96 Millionen, die nach China fließen, muss man sich erst einmal leisten können. Nicht etwa, dass die 96 Millionen Euro in Deutschland fehlen würden oder gepumpt wären. Nein. Dafür ist Deutschland zu reich, und China braucht die Entwicklungshilfe, denn China ist unten, Entwicklungshilfeempfänger. Und die Chinesen, sie sind entweder zu höflich, um die deutschen Entwicklungshelfer auf ihren Irrtum aufmerksam zu machen oder zu rational, denn wenn man das Glück hat, dass Gönner des Weges kommen und einem beschenken wollen, mit viel Geld beschenken wollen, warum soll man dann nein sagen?

Über Michael Klein
... concerned with and about science

11 Responses to ABM? Großmannsucht? Deutschland leistet Entwicklungshilfe für Weltmacht

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  2. luisman says:

    Also ich habe jahrelang in China gelebt. Ratet mal wie oft ich mit der Magnetschwebebahn gefahren bin – trotz Dienstwagen mit Fahrer – in Shanghai. Ich lebe in 3rd wold Asien und besitze zwei e-bikes (siehe mein blog). Ratet mal wo die produziert und ENTWICKELT wurden. Ratet mal wo die groesste Anzahl von e-bikes in der Welt genutzt werden. Man mag den Chinesen Ignoranz in Sachen Investment vorwerfen. Aber Deutschland und Europa ignoriert was in China abgeht. Freuen Sie sich schon mal auf Ueberraschungen. Beratung zu Elektromobilität in China von Deutschland ist laecherlich – haben Sie eine Vorstellung davon wie viele meiner Angestellten mit dem e-bike zur Arbeit kamen? Ein Freund von mir war kaufmaennischer Leiter einer Windturbinen-Produktion in China. Ratet mal wohin ca. 80% der Produktion verkauft wurden? Die Ignoranz der deutschen Politik ist fuer „on the ground“ Leute in China unglaublich.

  3. Hosenmatz says:

    Wenn man sich die Liste der Projekte anschaut, dann sind das alles linksgrüne Exportschlager – fehlen nur noch die Expertisen zu Gender-Fragen.

  4. Roland says:

    Da würde ich der ersten der beiden möglichen Antworten zustimmen und ergänzen:

    Sicherlich wird mit dem Ideologie-Export der Versuch unternommen einen Nachfragemarkt für die ganze Umweltrettungs-Technologie zu schaffen, die hier in Deutschland dank Subventionen marktuntauglich ausgekotzt wird und die in Deutschland niemand braucht, aber trotzdem aufgezwungen wird.

    China muss entsprechend für Umweltfragen sensibilisiert werden! Vlt sind die Chinesen dann ja dumm genug und greifen zu den Ökoalternativen um ihre 1 milliarde Bevölkerung mit Storm zu versorgen? Da investiert man doch gerne mal das ein oder andere Milliönchen wenn der Absatz danach stimmt.

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  7. Andreas K. says:

    3) Mit 27 Projekten kann man locker 42 ansonsten brotlose Fachkräfte beschäftigen – und für die Verwaltung fällt auch noch was ab.

  8. Heiner says:

    Nur ne Frage:

    Gibt es Hinweise, daß die von der GIZ geförderten chinesischen Firmen/Projekte Ableger der Cavete Global Ltd. sind?

  9. manfredmaus says:

    Wir schieben auch Brasilien jährlich eine halbe Milliarde in den Rachen. Über das tatsächliche Warum kann ich nur spekulieren, ich vermute aber, es hat etwas damit zu tun, dass der Bikini Strandtag an der Copacabana mehr Spass macht als in Somalia/Afghanistan/dem Kosovo.

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