Für meine Aussagen, die Gender-Irrlehre des US-Psychologen John Money (1921–2006) sei mit dem wörtlich verstandenen, auf Realwelt-Phänomene übertragenen biblischen Schöpfungsglauben (Kreationismus) geistesverwandt, wurde ich heftig kritisiert.
Unter der Überschrift „Beim Thema Geschlecht lässt sich die Wissenschaft von gesellschaftlichen Vorurteilen leiten“ lesen wir mit Erstaunen den folgenden Satz: „Immer noch vertreten viele die These, das männliche oder weibliche Verhalten sei angeboren. Dafür gibt es aber bisher keine wissenschaftlichen Beweise. Vielmehr wird der Diskurs durch Vorurteile und verdrehte Fakten dominiert.“ Unter Verweis auf einen FDP-Politiker und eine Journalistin, beide ohne biowissenschaftliche Expertise, bezeichnet diese unkundige Dame die biologische Forschung als Sammlung von Mythen und Vorurteilen – objektive Fakten würden dort nicht im Vordergrund stehen, lesen wir.
Ohne auf diesen laienhaften, sprachlich wie inhaltlich defizienten Unsinn einzugehen, möchte ich in diesem Kommentar auf den Kernpunkt der „liberalen Feministin“ zu sprechen kommen. Sie behauptet, Evolutionsbiologen würden sich besonders „obskur“ verhalten. Die gemeinsame Abstammung aller Lebewesen, eine der sichersten Erkenntnisse der Biologie überhaupt, wird als „Glaube“ bezeichnet – und die naive Dame wird bei diesem Naturgesetz eher an einen „christlichen Heilsplan“, und nicht an Wissenschaft, erinnert. Sie behauptet allen Ernstes, die Evolution würde als „natürliche und daher unanfechtbare Wahrheit“ gelten, und daher seien die Schlussfolgerungen bezüglich des menschlichen Verhaltens „absoluter als ein totalitäres Regime“. Am Ende ihrer Ausführungen werden die Naturwissenschaftler indirekt als Vertreter einer Sekte bezeichnet – diese „Ideologen“ würden u. a. „Biologismen“ verbreiten, wie auch an „archaische Ursprungsphantasien“ und „verstaubte Ordnungssysteme“ glauben.
Mit diesem widersinnigen Pamphlet hat unsere „liberale Feministin“ meine These bestätigt, die ich in den Fachbüchern „Evolutionsbiologie“ (2015) und „Das Gender-Paradoxon“ (2016) ausführlich begründet habe: Anhänger der (widerlegten) Moneyistischen Gender-Irrlehre sind nichts anderes als bio-naive Kreationisten, die mit den Erkenntnissen der auf Physik und Chemie basierenden Evolutionswissenschaften geistig überfordert sind. Es ist bedauerlich, dass ein Mainstream-Journal wie der „Tagesspiegel“, seinen Lesern derartig unsinnige Pamphlete zumutet. Offensichtlich ist man in der dortigen Redaktion inzwischen auch vom Gender-Kreationismus infiziert, der wie ein Krebsgeschwür immer weitere Kreise zieht, vitale Ressourcen an sich reißt und verstoffwechselt, dem Wirtskörper „Universität“ bzw. „Deutsche Wissenschaft“ weiterhin massiven Schaden zuzuführen.
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Umso dankbarer bin ich, dass mehr und mehr Menschen wie Sie helfen, diesen pseodowissenschaftlichen Theorien hoffentlich eines Tages den Garaus zu machen.
Noch viel hartnäckiger dürften Behauptung, es gäbe keine Rassen und überhaupt keine abstammungsbasierten Taxonomien, sich halten. Ebenso wie die Behauptung, das menschliche Hirn sei eine Art Universalrechner und psychische Eigenschaften wie Intelligenz hätten keine (nennenswerte) biologische Basis (sondern seien gewissermaßen Software, als Werk der Gesellschaft und potenzielle Schöpfung von Sozialingenieuren.
Eine Nachfrage: Frau Basad zitiert zur Unterstützung ihrer These ja zahlreiche Studien, die biologisch begründete Geschlechterdifferenzen widerlegen (z. B. Studien zu Testosteron, zur Menstruation, zum sog. Verbrecher-Gen oder zur Hirnsubstanz);
mich würde ihre Bewertung dieser Studien interessieren.
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Umso dankbarer bin ich, dass mehr und mehr Menschen wie Sie helfen, diesen pseodowissenschaftlichen Theorien hoffentlich eines Tages den Garaus zu machen.
Noch viel hartnäckiger dürften Behauptung, es gäbe keine Rassen und überhaupt keine abstammungsbasierten Taxonomien, sich halten. Ebenso wie die Behauptung, das menschliche Hirn sei eine Art Universalrechner und psychische Eigenschaften wie Intelligenz hätten keine (nennenswerte) biologische Basis (sondern seien gewissermaßen Software, als Werk der Gesellschaft und potenzielle Schöpfung von Sozialingenieuren.
Dank für Ihren Kommentar, Herr Kutschera.
Eine Nachfrage: Frau Basad zitiert zur Unterstützung ihrer These ja zahlreiche Studien, die biologisch begründete Geschlechterdifferenzen widerlegen (z. B. Studien zu Testosteron, zur Menstruation, zum sog. Verbrecher-Gen oder zur Hirnsubstanz);
mich würde ihre Bewertung dieser Studien interessieren.
Danke.