Alexander Dobrindt von der CSU will eine konservative Revolution. Eine konservative Revolution, das ist in etwa ein sprachlicher Blödsinn der der anschwellenden Abnahme oder dem rückwärtsgewandten Fortschritt oder der erfolgreichen Katastrophe entspricht. Der Begriff der „konservativen Revolution“ ist jedoch nicht nur vollkommener Unsinn, er zeugt auch von einer Ahnungslosigkeit, wie man sie bei Politikern mittlerweile wohl voraussetzen muss.
Bekanntlich ist kein Unsinn groß genug, als dass er nicht wiederholbar wäre. So auch die „konservative Revolution“. Die konservative Revolution wurde schon einmal ausgerufen. In der Weimarer Republik von den sogenannten Jungkonservativen, ein Prädikat, das auf Dobrindt sicher nicht mehr zutrifft. Der Dichter Stephan George, der Jurist Edgar Jung oder der Publizist Wilhelm Stapel gehören zu den Vertretern der „konservativen Revolution“.
Um die Gesellschaft, in die Dobrindt sich hier begibt, etwas besser einschätzen zu können, zitieren wir aus dem Buch „Deutsche über Deutschland“, das Edgar Jung 1932 bei A. Langen in München veröffentlicht hat.
Zum Begriff „konservative Revolution“:
„Um die Verknüpfung der Welt mit einer höheren Ordnung zu erhalten, muss der Konservatismus heute zerstören und kann gegenüber dem rechnerisch und nihilistischen Wertempfinden und dessen politisch-institutioneller Entsprechung in der Demoplutokratie nur revolutionär sein“.
Zum Gegenstand „konservativer Revolution“:
„Konservative Revolution nennen wir die Wiederinachtsetzung aller jener elementaren Gesetze und Werte, ohne welche der Mensch den Zusammenhang mit der Natur und mit Gott verliert und keine wahre Ordnung aufbauen kann. An Stelle der Gleichheit tritt die innere Wertigkeit, an Stelle der sozialen Gesinnung der gerechte Einbau in die gestufte Gesellschaft, an Stelle der mechanischen Wahl das organische Führerwachstum, an Stelle bürokratischen Zwangs die innere Verantwortung echter Selbstverwaltung, an Stelle des Massenglücks das Recht der Volksgemeinschaft“.
Die konservative Revolution ist das Gegenstück zu einer liberalen Gesellschaft:
„Dem naiven Frager nach dem Wesen dieser neuen europäischen Epoche kann nur eine einzige gültige Antwort erteilt werden: Es wird in allen Stücken entgegengesetzt sein den Wertungsweisen und sozialen Formen der 1789 durchgebrochenen liberalen Welt“.
Dobrindt knüpft sprachlich an einer jener typisch deutschen, mystisch-romantischen und antiliberalen Traditionen an, die den Organismus der Gemeinschaft der Mechanik einer Gesellschaft gegenüberstellen und den gewachsenen Volkskörper, der nicht nur die Position des einzelnen, sondern auch dessen Wertigkeitspotential bestimmt, an die Stelle einer Gesellschaft der Freien setzt. Die konservative Revolution ist das Pendant zur kommunistischen Revolution. Beide opfern individuelle Freiheit und Individuen der jeweils geltenden Vorstellung eines kollektiven Heils, hier als Recht der Volksgemeinschaft, dort als klassenlose Gesellschaft.
Aber vermutlich weiß Dobrindt von all dem bislang nichts. Nun weiß er es und kann sich dazu stellen.
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Das Wort „konservative Revolution“ muss nicht mit dem ganzen Bedeutungsballast jenes Projektes der späten Weimarer Zeit gebraucht werden. Es gibt genügend Verwndungen davon, die das nicht brauchen. Wenn linke kulturelle Hegemonie wegbricht, wie es in einigen Ländern bereits geschehen ist, kann man das Konservative Revolution nennen.
Ferner ist es auch falsch, das Weimarer Beispiel so eng antiliberal auszulegen. Es gibt in Frankreich schon sehr lange das Bestreben, die jakobinische Revolution rückabzuwickeln. Statt Egalitärradikalismus wünscht man sich etwa bei Radio Courtoisie die Rückkehr zum Naturrecht, das mit einer natürlichen Ordnung verbunden ist, die auch im Christentum und anderen Religionen vorkommt und sich auch sehr eng mit liberalen Denkschulen verbunden ist. Es geht darum, Selbstregulierungskräfte statt kaputter egalitärer Dogmen zur Entfaltung zu bringen. Taoismus ist auch so ein Gedankensystem. Sciencefiles begeht hier typische Denkfehler der Bunten Republik.
„Wir brauchen den Aufbruch in eine neue, konservative Bürgerlichkeit „.Analysiert man diesen Satz etwas genauer, ergeben sich einige sprachliche Ungereimtheiten.
“ Wir brauchen den Aufbruch….“ ist eine völlig ungewöhnlich Konstruktion einer Satzeinleitung. Der Gebrauch des transitiven Verbs brauchen zusammen mit dem Substantiv AUFBRUCH paßt überhaupt nicht zusammen.Mit Aufbrauch verbindet sich doch eine andere Vorstellung.
So kann man zur Jagd aufbrechen/Aufbruch zur Jagd, aber Aufbruch in Etwas läßt vermuten, dass Dobrindt uns etwas anderes mitteilen will.
Es gibt dem Wort AUFBRUCH einige feste Satzteilkonstruktionen.
…den Aufbruch verschieben
…im Aufbruch begriffen sein
…sich im Aufbruch befinden
…zum Aufbruch rüsten/rüsten/mahnen
Oder meint Dobrindt damit das Erwachen einer “ neuen, konsverativen Bürgerlichkeit“, das von der CSU verstärkt werden soll.Oder verschleiert Dobrindt eine fast revolutionäre Aussage damit:
Erhebung des Volkes und zwar des Teiles des Volkes, der mit dem vorhandenen linksextremistischen Gedankengut ratzeputz Schluß machen will. Der mit den Linksextremisten ein für alle mal abrechnen will.
Weder das Eine noch das Andere hätte ich Dobrindt bis jetzt zugetraut.
Danke für diese Klarstellungen. Der Begriff der „Konservativen Revolution“, mit dem ja noch viele andere problematische Figuren assoziiert sind (Moeller van den Bruck etc.), war von Anfang an ein hölzernes Eisen, denn Bewahren und Umstürzen vertragen sich nicht. Mit „Revolution“ war und ist ja immer ein Umsturz (subversio, nicht revolutio) gemeint. Eine Rückwendung zu bewährten, der Erfahrung angemessenen Umgangsformen und Wertmaßstäben ist keine Revolution. Wir erleben derzeit die Paralyse der Kultur, Bildung, Moral und Ökonomie als Spätfolge der chronischen grünen & linken geistig-moralischen Lustseuche. Es ergibt m.E. weder historischen Sinn noch besteht irgendeine Notwendigkeit, die Rückwendung als Revolution auszugeben. Und wenn die Auslassung des D. die Aufforderung des Publikums zu einem „Ruck“ sein sollte: eine der Folgen könnte sein, dass die demagogische Assoziation aller Andersdenkenden mit dem Faschismus jetzt noch begünstigt ist („man weiß jetzt endlich, was die wollen“).
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[…] https://sciencefiles.org/2018/01/04/konservative-revolution-widerspruch-und-ahnungslosigkeit/ […]
Dobrinth ??? Ahnungsloser Schwachmat (wie alle Anderen auch). Der/Die sind mit einem äusserst geringen IQ gesegtnet und wissen nicht worum es geht.
Die denken nicht mit dem IQ, sondern mit dem AQ
Das Wort „konservative Revolution“ muss nicht mit dem ganzen Bedeutungsballast jenes Projektes der späten Weimarer Zeit gebraucht werden. Es gibt genügend Verwndungen davon, die das nicht brauchen. Wenn linke kulturelle Hegemonie wegbricht, wie es in einigen Ländern bereits geschehen ist, kann man das Konservative Revolution nennen.
Ferner ist es auch falsch, das Weimarer Beispiel so eng antiliberal auszulegen. Es gibt in Frankreich schon sehr lange das Bestreben, die jakobinische Revolution rückabzuwickeln. Statt Egalitärradikalismus wünscht man sich etwa bei Radio Courtoisie die Rückkehr zum Naturrecht, das mit einer natürlichen Ordnung verbunden ist, die auch im Christentum und anderen Religionen vorkommt und sich auch sehr eng mit liberalen Denkschulen verbunden ist. Es geht darum, Selbstregulierungskräfte statt kaputter egalitärer Dogmen zur Entfaltung zu bringen. Taoismus ist auch so ein Gedankensystem. Sciencefiles begeht hier typische Denkfehler der Bunten Republik.
S. auch hier „http://a2e.de/phm/18/01/04/#konsrev“
„Wir brauchen den Aufbruch in eine neue, konservative Bürgerlichkeit „.Analysiert man diesen Satz etwas genauer, ergeben sich einige sprachliche Ungereimtheiten.
“ Wir brauchen den Aufbruch….“ ist eine völlig ungewöhnlich Konstruktion einer Satzeinleitung. Der Gebrauch des transitiven Verbs brauchen zusammen mit dem Substantiv AUFBRUCH paßt überhaupt nicht zusammen.Mit Aufbrauch verbindet sich doch eine andere Vorstellung.
So kann man zur Jagd aufbrechen/Aufbruch zur Jagd, aber Aufbruch in Etwas läßt vermuten, dass Dobrindt uns etwas anderes mitteilen will.
Es gibt dem Wort AUFBRUCH einige feste Satzteilkonstruktionen.
…den Aufbruch verschieben
…im Aufbruch begriffen sein
…sich im Aufbruch befinden
…zum Aufbruch rüsten/rüsten/mahnen
Oder meint Dobrindt damit das Erwachen einer “ neuen, konsverativen Bürgerlichkeit“, das von der CSU verstärkt werden soll.Oder verschleiert Dobrindt eine fast revolutionäre Aussage damit:
Erhebung des Volkes und zwar des Teiles des Volkes, der mit dem vorhandenen linksextremistischen Gedankengut ratzeputz Schluß machen will. Der mit den Linksextremisten ein für alle mal abrechnen will.
Weder das Eine noch das Andere hätte ich Dobrindt bis jetzt zugetraut.
Danke für diese Klarstellungen. Der Begriff der „Konservativen Revolution“, mit dem ja noch viele andere problematische Figuren assoziiert sind (Moeller van den Bruck etc.), war von Anfang an ein hölzernes Eisen, denn Bewahren und Umstürzen vertragen sich nicht. Mit „Revolution“ war und ist ja immer ein Umsturz (subversio, nicht revolutio) gemeint. Eine Rückwendung zu bewährten, der Erfahrung angemessenen Umgangsformen und Wertmaßstäben ist keine Revolution. Wir erleben derzeit die Paralyse der Kultur, Bildung, Moral und Ökonomie als Spätfolge der chronischen grünen & linken geistig-moralischen Lustseuche. Es ergibt m.E. weder historischen Sinn noch besteht irgendeine Notwendigkeit, die Rückwendung als Revolution auszugeben. Und wenn die Auslassung des D. die Aufforderung des Publikums zu einem „Ruck“ sein sollte: eine der Folgen könnte sein, dass die demagogische Assoziation aller Andersdenkenden mit dem Faschismus jetzt noch begünstigt ist („man weiß jetzt endlich, was die wollen“).