Das Gegenteil erreicht – Studie zeigt: Gleichstellung schadet!

Wie falsifiziert man die Genderista?

Als Windows noch wegen seiner Ineffizienz diskutiert wurde, gab es einen guten Cartoon, den wir leider nirgends mehr finden: Ein Microsoft-Windows-Bogenschütze mit einem leeren Köcher steht relativ knapp vor einer Zielscheibe, auf der Effizienz geschrieben steht. Die Pfeile, die er bislang verschossen hat, stecken fast alle neben, vor und über der Zielscheibe. Nur wenige haben überhaupt die Scheibe getroffen. Der verdutzte Schütze kratz sich am Kopf und sagt: „Ich glaube die Antwort sind mehr Pfeile“.

So geht es der Genderista.

Nachdem seit Jahrzehnten versucht wird, mehr weibliche Studenten in MINT-Fächer zu kanalisieren, nachdem die Mentorenprogramme, die vielfältigen Varianten der Bevorzugung weiblicher Studenten alle verpufft sind und die Anzahl der weiblichen Studenten in MINT-Fächern sich so gut wie nicht verändert hat, kratzen sich die Genderista am Kopf und sind der Ansicht, man müsse mehr Mentoringprogramme und noch mehr Bevorzugung weiblicher Studenten einführen, um endlich einen kleinen Erfolg vorweisen zu können (Warum Gender Studierte nicht auf MINT umschulen, um ihr Problem zu beheben, ist „anybody’s guess). Es ist wie mit dem Kindergeld: Je höher das Kindergeld über die letzten Jahrzehnte wurde, desto weniger Kinder haben die Deutschen in die Welt gesetzt. Sozialtechnologie hat eben ihre Grenzen, sehr zum Leidwesen der sozialistischen Planer, die zu gerne ihr Plansoll erfüllen würden. Nur leider macht ihnen die Realität wieder und wieder einen Strich durch die Rechnung.

Und daraus ziehen sie den Schluss, dass mehr Planung notwendig ist.

Ein gutes Beispiel für eine solche aberwitzige Schlussfolgerung liefern Gijsbert Stoet und David G. Geary. Sie sind der Ansicht, dass mehr Planung, mehr Anreize, mehr Programme, mehr und genauer zugeschnittene Maßnahmen die Lösung für ihr jahrzehntealtes und nach wie vor ungelöstes Schein-Problem: Wie bekommt man mehr weibliche MINT-Studenten? darstellen. Nicht einmal die derbsten Ergebnisse können sozialistische Sozialtechnologen wie die Autoren davon abbringen, dass im Angesicht der gescheiterten Planung der letzten Jahre, die Lösung nur in noch mehr Planung liegen könne.

Deftige Ergebnisse wie die folgenden:

Der Anteil weiblicher Hochschulabsolventen in MINT ist am höchsten in:

  • Stoet & Geary (2018: 10)

    Algerien

  • Tunesien
  • Der Türkei
  • Den Vereinigten Arabischen Emiraten
  • Indonesien
  • Vietnam
  • Albanien
  • Georgien

Der Anteil weiblicher Hochschulabsolventen in MINT ist am geringsten in:

  • Chile
  • Belgien,
  • Finnland
  • Norwegen
  • Den Niederlanden
  • Österreich
  • Schweden
  • Deutschland

Betrachtet man nun den Niederschlag von Gender Mainstreaming in Regulierungen der Wirtschaft, im Gesundheitssystem, in Politik und Bildung dann zeigt sich, dass je mehr Gleichstellung es in diesen Bereichen gibt, desto geringer ist der Anteil der weiblichen Absolventen in MINT-Fächern.

Nun ist dieser Zusammenhang eine Korrelation und keine Kausalität, derselbe Zusammenhang ließe sich, wie ein Blick auf die Daten zeigt, finden, wenn man den Anteil der Muslime in der Bevölkerung berücksichtigte: Je mehr Muslime in der Bevölkerung, desto mehr Frauen unter den Absolventen von MINT-Fächern.

Weil es sich um eine Korrelation handelt, muss man eine theoretische Erklärung finden, um eine Kausalität zu begründen, eine, die zudem berücksichtigt, dass die Länder, die den geringsten Anteil an weiblichen Hochschulabsolventen in MINT-Fächern vorzuweisen haben, die Länder sind, in denen weibliche Abiturienten am meisten bevorteilt werden, damit sie ein MINT-Fach studieren. Aber: Sie werden noch immer nicht genug bevorzugt, wie Stoet und Geary meinen, weil die Autoren nicht in der Lage sind, sich von ihrem Vorurteil, dass Gender Mainstreaming sich natürlich positiv auf alles und jeden und vor allem auf den Anteil von weiblichen Studenten in MINT-Fächern auswirken müsse, zu trennen.

Deshalb produzieren sie den haarigsten Unsinn: Das vollständige Scheitern des Gender Mainstreaming und aller Bevorzugungsprogramme im Hinblick auf weibliche MINT-Studenten, versuchen sie damit zu erklären, dass weibliche Schüler im Lesen viel besser sind als männliche Schüler und dass sie vor allem in Lesen viel besser sind als in Mathematik und Naturwissenschaft und deshalb ein Studienfach suchen, das ihrer Stärke entspricht. MINT-Fächer seien kein solches Studienfach.

Stoet & Geary (2018: 9)
ZOOM +200

Vielleicht ist diese irre Erklärung, dieser weitere Pfeil im Köcher der Ineffizienz, die Ursache dafür, dass die Autoren ihre „Figure 2“ so darstellen, dass man ihr keinerlei Information entnehmen kann, es sei denn, man vergrößert und vergrößert und vergrößert die Abbildung, um zu sehen, dass in Jordanien, Albanien und in Georgien die Vorteile weiblicher Schüler gegenüber männlichen Schülern in Lesen mit am größten sind. Jordanien ist in „Figure 3“ leider verloren gegangen, aber Albanien und Georgien finden sich noch unter den Ländern mit dem höchsten Anteil weiblicher MINT-Absolventen. Erklärungsvorschlag falsifiziert.

Nun ist Stoet und Geary nicht entgangen, dass ausgerechnet in den Ländern, in denen Frauen weitgehend unbehelligt von staatlichen Planern, denen ihr Genderglück am Herzen liegt, leben können, in Algerien, Tunesien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Anteil weiblicher Hochschulabsolventen in MINT-Fächern viel höher ist als z.B. im Gendergemainstreamten Deutschland oder in Norwegen oder Belgien. Sie wollen diesen Umstand damit erklären dass das entsprechende Studium für Frauen in den genannten Ländern eine sicherere Investition in die Zukunft darstelle. Diese Behauptung macht eventuell Sinn, wenn man die implizite Prämisse mit in die Erklärung, die sich Stoet und Geary nicht auszusprechen trauen, aufnimmt – nämlich, dass man in Algerien, Tunesien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Unsinn wie Gender Studies, Whiteness-Studies, Sozialer Arbeit oder sonstigen Trend-Fächern weiblicher Studienanfänger keinen Blumentopf gewinnen kann und schon gar nicht seinen Wert auf dem Heiratsmarkt steigern kann. Irgendwie haben wir das Gefühl, dass die Autoren diese Erklärung nicht mögen werden …

Mit Geschwätz kommt man in diesen Ländern nicht weit, schon weil es nicht die Unmenge der Nutznieß-Organisationen gibt, in denen sich Schwaller sammeln, um über die Welt bzw. das, was sie daran stört, zu fabulieren und sich dafür von Steuerzahlern finanzieren zu lassen.

Die Konsequenz, die Stoet und Geary aus ihren Ergebnissen ziehen, besteht in der Empfehlung, die Maßnahmen zur Bevorzugung von weiblichen Studenten sowie all die Programme, die bislang gezeigt haben, dass sie nichts bringen, nunmehr (noch) genauer auf weibliche Schüler zuzuschneiden.

Bevor diejenigen, deren Horizont nicht dazu ausreicht, einen Elefanten im Porzellanladen als solchen zu erkennen, die Erkenntnis ereilt, dass ein Elefant im Porzellanladen unterwegs ist, ist das ganze Porzellan in Scherben. Es braucht jemanden, der einen Laden mit anderem Geschirr eröffnet und der die Wahrheit ausspricht, die Genderista nicht einmal erkennen würden, wenn man sie ihnen mit Leuchtschrift auf die Stirn schreiben würde: Gender Mainstreaming bringt nichts. Im Gegenteil, diejenigen, die Tag und Nacht von der irren Genderista verfolgt werden, weil sie keine * oder _ in ihre Texte schreiben wollen oder weil sie sich weigern, in der Bevorzugung von weiblichen Absolventen etwas anderes als die Diskriminierung männlicher Absolventen zu sehen, die in Genderismus die faschistische Ideologie sehen, die Genderismus nun einmal ist, werden immer resistenter und renitenter gegenüber dem Versuch, Mittelschichtsfrauen, die nichts gelernt haben und nur Gender Schwall können, gegenüber allen anderen besser zu stellen.

Und natürlich will niemand bevormundet werden, nicht einmal Frauen. Das sei gerade der Genderista ins Buch geschrieben.

Stoet, Gijsbert & Geary, David C. (2018). The Gender Equality Paradox in STEM education.

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5 Responses to Das Gegenteil erreicht – Studie zeigt: Gleichstellung schadet!

  1. Gereon says:

    Alles sozialistische ist wie die Multiplikation mit Null.
    Es kommt einfach Nichts dabei heraus.

  2. Markus Meier says:

    Stoet & Geary sind da glaube ich eher ironisch, die anderen sehr guten Veröffentlichungen von ihnen sind es jedenfalls, die sind sehr genderkritisch … was sie schreiben ist dermassen unsinnig, dass sie durch die Blume klarstellen, was sie meinen.

  3. Marbald says:

    Es ist generell problematisch, die Kausalität an einzelnen Staaten festzumachen. In einer Statistik mit vielen Einflussfaktoren lässt sich eine Erklärung anhand eines Zusammenhangs weder beweisen noch wiederlegen. Ob nun die bessere Lesefähigkeit zu mehr oder weniger MINT-Absolventen führt, lässt sich nicht an Jordanien, den VAE oder Norwegen festmachen. Dafür bräuchte man – vereinfacht gesagt – eine eigene Auswertung mit Ausgleichsgraphen. Und auch dann ist es nur eine Korrelation.

    Die Ursachen sind – ebenso wie beim Kindergeld – meistens in der Gesellschaft bzw. im gesamten Bildungssystem begründet. Vielleicht ist die Ursache ja auch Liberalität. Während Frau in Jordanien oder Tunesien ohne vernünftige Ausbildung womöglich nix wert ist, wird in Deutschland jeder dazu gepampert, doch bitte genau das zu studieren, was ihm am meisten liegt, ohne Rücksicht darauf, ob es berufliche Perspektiven bietet.

    Die Frage “Was willst du später damit machen?” sollte sich jeder angehende Student stellen – bzw. sollte ihm diese Frage von den Betreuern gestellt werden. Dann gibt es vielleicht auch mehr weibliche MINT-Absolventen.

  4. Pingback: Gender und “MINT”-Fächer – ein Paradoxon | Agens e.V.

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