Die ewigen Dummchen: Das Frauenbild des Genderismus

Dass sich ScienceFiles regelmäßig mit Themen beschäftigt, die dem Bereich “Gender ” zuzuordnen sind, hat eine ganze Reihe von Gründen. Die wichtigsten dieser Gründe, sind die folgenden:

  1. Gender”forschung” ist eine Gefahr für die Wissenschaft, denn Gender”forschung” ist in weiten Teilen Ideologie und wird von Personen betrieben, die nicht einmal die rudimentärsten Formen wissenschaftlichen Arbeitens beherrschen.
  2. logo_fam_hochGender”forschung” ist Teil einer Staatsfeministischen Agenda, deren Ziel darin besteht, Universitäten von Stätten des Wissens zu Kindertagesstätten der ideologischen Indoktrination umzuformen, oder wie man mit Harold Garfinkel sagen kann: gender dopes zu entwicklen, also Gender-Trottel in Deutsch, Personen, die nur noch in “Innen” funktionieren können und das Denken gänzlich verlernt haben.
  3. Gender”forschung” erhebt den Anspruch, Wissenschaft zu sein und versucht diesen Anspruch, durch die angebliche Verwendung wissenschaftlicher Methoden und Konzepte zu belegen. Wer für sich in Anspruch nimmt, Wissenschaftler zu sein, hat also eine erhebliche Motivation (oder sollte sie doch zumindest haben), sich von Gender”forschung” zu differenzierung und Letztere als den Hokuspokus zu enttarnen, der sie nun einmal ist.
  4. Gender”forschung” ist ein Dauerthema an Universitäten, da unter dem Deckmantel der Gleichstellung immer mehr Ressourcen, die eigentlich für Bildung vorgesehen waren, in Gender”forschung” kanalisiert werden. Entsprechend drohen Genderthemen zum Karriere”maker” für Ideologen und Opportunisten in gleicher Weise zu werden. Dass diese Drohung real ist, zeigt die wachsende Menge des unter dem Dach der Gender”forschung” produzierten Unsinns.

Wir halten es vor diesem Hintergrund für unsere Pflicht, der Flut von Gender-Unsinn entgegen zu treten und die Mimikry der Wissenschaftlichkeit, die die entsprechenden Beiträge eint, zu beseitigen. In diesem Sinne wollen wir unsere Leser heute in die Welt der Gender”forschung” mitnehmen. Dieses Mal geht es um Teilzeitbeschäftigung.

Teilzeitbeschäftigung hat für Gender”forscher” eine besondere Bedeutung, denn Teilzeitbeschäftigung ist etwas, was vornehmlich Frauen ausführen. Zudem verbinden sich mit Teilzeitbeschäftigung, wie man in einem Beitrag von Lena Hipp und Stefan Stuth lernen kann, den die Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie für veröffentlichungswert befunden hat, folgende Erkenntnisse:

“Teilzeitarbeit ist mit einem geringeren Einkommen verbunden und kann, vor allem in der Akkumulation über einen langen Zeitraum, zu Altersarmut führen. … Teilzeitbeschäftigte haben außerdem geringere Aufstiegschancen in Unternehmen und nehmen seltener an Weiterbildungen teil als Vollzeitbeschäftigte (Hipp & Stuth, 2013, S.104).”

teilzeit

Falls noch jemand gedacht hat, Gewerkschaften hätten Niveau …

Wir lernen hier etwas über die seltsame Logik des Genderismus, denn es wird offensichtlich als ungerecht oder doch zumindest veränderungsbedürftig angesehen, dass Teilzeitbeschäftigte weniger verdienen und schlechtere Karrierechancen haben als Vollzeitbeschäftigt. Entsprechend laufen die Bemühungen, Teilzeitbeschäftigung “aufzuwerten” und gegenüber Vollzeitbeschäftigung gleichzustellen, auf vollen Touren, wie man dem zitierten Absatz entnehmen kann, der noch vor wenigen Jahrzehnten, als es ganz normal war, dass wer sich mehr anstrengt, mehr arbeiten, besser verfügbar ist und mehr Einsatz zeigt, auch für dieses Mehr besser entgolten wird, nicht möglich gewesen wäre. Heute findet er sich ganz selbstverständlich in “wissenschaftlichen” Veröffentlichungen, deren Ziel darin besteht, die Determinanten von Teilzeitarbeit unter Managern zu bestimmen.

Ich will an dieser Stelle nur der Ordnung halber darauf hinweise, dass (1) niemand zur Teilzeitarbeit gezwungen wird, (2) es Vollzeitbeschäftigten gegenüber eher schwierig sein wird, ein gleiches Gehalt für Teilzeitbeschäftigte zu legitimieren oder gar als gerecht auszuweisen, und (3) vor allem wird es schwierig sein noch jemanden, der auch nur halbwegs bei Verstand ist, zu Vollzeitbeschäftigung motivieren zu können, wenn er für Teilzeitarbeit dasselbe Einkommen und die selbe Rente erhalten soll.

Dieser “ordnungspolitische” Einwurf bezieht sich natürlich auf Gerechtigkeit. Aber für Genderisten geht es nicht um Gerechtigkeit, sondern um Gleichheit, um Gleichstellung, also darum, Gerechtigkeit um der Gleichheit willen aufzugeben. Entsprechend wird Teilzeitarbeit, die zwar für Unternehmen weniger wert ist als Vollzeitarbeit, gleichgestellt, in dem z.B. die in Teilzeit stattfindende Fertilität in die Gleichung eingeführt wird und Vollzeitbeschäftigten nunmehr vorgerechnet wird, dass sich Teilzeitbeschäftigte in der Zeit, in der sie nicht wie Vollzeibeschäftigte arbeiten, um die Familie kümmern. In der Weltsicht der Genderisten fungiert dies als Work-Life-Balance und gemeint ist damit die nach ihrer Ansicht einzige Art, selig zu werden.

modern lifeDass man ihre Weltsicht nicht teilen könnte, ist indes etwas, das Genderisten für unmöglich ansehen, schon weil ihre Toleranz bereits den Gedanken, jemand könnte etwas anders sehen als sie, kaum zulässt und wenn ihnen der entsprechende Gedanke doch einmal kommt, dann reagieren sie regelmäßig und wie Pawlows Hund mit einem Reflex, der in 99 von 100 Fällen den Begriff “Sexismus” als Reaktionsform auswirft. Damit bin ich zurück bei den Teilzeitbeschäftigen, deren Relevanz für Genderisten natürlich daraus erwächst, dass sie in ihrer Mehrzahl weiblichen Geschlechts sind.

Weil Teilzeitbeschäftigte weiblichen Geschlechts sind, weil weibliches Geschlecht in der Religion der Genderisten das Geschlecht der Gesalbten ist und weil Teilzeitbeschäftigte weiblichen Geschlechts, die Teilzeitarbeit auf sich nehmen, um die Genderisten mit Nachwuchs zu versorgen und sich als fertil zu erweisen, deshalb ist es erste Genderistenpflicht, Teilzeitbeschäftigung vom Stigma des “hier arbeitet jemand weniger und bekommt deshalb weniger Gehalt und weniger Rente” zu befreien. Der Weg, auf dem die Entstigmatisierung geringerer Arbeit erreicht werden soll, ist dabei besonders interessant. Die Aufwertung von Teilzeitarbeit erfolgt nämlich nicht einfach darüber, dass die Vollzeiterwerbstätigkeit abgewertet wird, das auch, aber nicht nur. Vielmehr wird Teilzeiterwerbstätigkeit als weibliche Domäne definiert, die nunmehr auf Männer erweitert werden müsse. Teilzeitbeschäftigung soll zum gesellschaftlichen Standard erhoben werden, deshalb müssen zum einen Männer zur Teilzeitbeschäftigung bekehrt werden, zum anderen müssen vermeintlich männliche Normen, die immer noch die Leistung und die entsprechende Bezahlung vorsehen, beseitigt werden.

Und genau an diesem Unterfangen haben sich Lena Hipp und Stefan Stuth, beide am Wissenschaftszentrum in Berlin, das sich unter Jutta Allmendinger zum Zentrum zur Legitimation von Gender”forschung” zu entwickeln scheint, beteiligt. Sie wollen mit ihrem Beitrag “Management und Teilzeit” die Determinanten bestimmen, die die aus Sicht der Genderisten wichtigste Bastion männlicher Berufsnormen, die Unternehmesführung bzw. das Management für die Einnahme durch Teilzeitbeschäftigungs-Aktivisten anfällig machen, denn immer noch, so wissen die Autoren, widerspricht die “Teilung einer vollen in zwei Teilzeitstellen (Kooperation statt Konkurrenz) … jedoch dem Bild der männlichen Führungskraft” (Hipp & Stuth, 2013, S.105). Na denn, wenn dem so ist, dann müsste sich das ja empirisch zeigen lassen.

Und empirisch sind die Autoren unterwegs. Die Europäische Arbeitskräftestichprobe versorgt sie mit Daten zu 86.910 Managern aus 19 europäischen Ländern, und mehr noch, sie gibt ihnen die Möglichkeit, Kontextvariablen aus den Ländern zu berücksichtigen, wie z.B. die Anwesenheitskultur in einem bestimmten Land und den Frauenanteil in den Vorständen börsennotierter Unternehmen. Mit beiden Anteilen verbinden die Autoren jeweils Hypothesen, wie sie in der Welt der Teilzeitfanatiker gebildet werden:

  • venn-diagramJe stärker die Anwesenheitskultur (also in Deutsch: Je mehr Wert Manager auf ihre Anwesenheit am Arbeitsplatz legen und je mehr Überstunden sie machen), desto geringer sind die Chancen der Manager in Teilzeit tätig zu sein. Das macht als Hypothese unmittelbar Sinn und, wenn man ein paar Venn-Diagramme malt, dann kommt man leicht zu der Erkenntnis, dass die Hypothese nahe an einer Tautologie entlangschrammt: Wenn unter sagen wir 90.000 Managern in Land A 89990 vollzeit arbeiten, dann ist die Wahrscheinlichkeit, in diesem Land Teilzeitmanager zu finden, in der Tat gering.
  • Je höher der Anteil von Frauen in den Vorstandsetagen der unterschiedlichen Länder ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Manager Teilzeit arbeiten. Das ist die “Frauen sind besonders, und von Männer unterschieden und Frauen haben einen heilenden Einfluss auf die Vollzeiterwerbstätigkeits-Kultur von Männern” Hypothese, die unter Genderisten kursiert.

Nun zu der Wirklichkeit, wie sie sich in den Ergebnissen von Hipp und Stuth niederschlägt.

  • Wenig überraschend geht die Wahrscheinlichkeit, einen Teilzeit-Manager zu finden, mit der Anzahl der Überstunden, die Manager machen, zurück. Wäre etwas anderes herausgekommen, dann hätte man an der Validität der Analyse zweifeln müssen, denn wenn man Variablen (fast) mit sich selbst korreliert, dann muss etwas herauskommen.
  • Leider tun die Daten den Autoren nicht den Gefallen, auch ihre zweite Hypothese zu bestätigen. Im Gegenteil: Mit dem Anteil von Frauen in Führungsetagen von Unternehmen sinkt die Wahrscheinlichkeit Teilzeit-Manager anzutreffen. Soviel zum heilsamen Einfluss “der Frau” an sich.

Logik der ForschungEin Wissenschaftler, der mit einem Ergebnis wie dem berichteten konfrontiert ist, hätte die Falsifikation seiner Hypothese zum Anlass genommen, seine Hypothese zu modifizieren, da sie sich als falsch erwiesen hat. Das hätte natürlich verheerende Folgen für das “Frauen sind die besseren Menschen und an ihrem Wesen wird die männliche Welt genesen”-Gebot, das den Genderismus zusammenhält. Und deshalb ziehen Hipp und Stuth nicht den Schluss, den jeder Wissenschaftler gezogen hätte, sondern sie reagieren im Einklang mit der Gender-Religion, der sie anhängen und in der folgenden Weise:

“Mehr Frauen führen offensichtlich nicht zu einem geringeren Einfluss von ‘typischen männlichen” Normen. … Ein Mehr an weiblichen Führungskräften ändert nichts an den vorherrschenden männlich-geprägten Normen auf der Führungsebene. Anstatt Änderungen in der Organisations- und vorherrschenden Arbeitskultur zu bewirken, passen sich Frauen in Führungspositionen an die vorherrschenden Normen und Erwartungen der Chefetagen an” (Hipp & Stuth, 2013, S.117).

Besser kann man sich  als Ideologe nicht zu erkennen geben. Die Aussagen basieren auf der Prämisse, dass Frauen natürlich andere Werte in die Führung eines Unternehmens einbringen. Einmal in Führungsetagen  entpuppen sich die Frauen aber nicht als die Heilsbringerinnnen, die Genderisten sie zu sein erwartet haben, sondern als kleine Dummchen, die alles, was sie bislang geglaubt und für richtig befunden haben, aufgeben und sich dem Trott der männlichen Arbeitswelt unterwerfen. Statt die Welt am weiblichen Wesen genesen zu lassen, prostituieren sich diese Managerinnen und verraten die Idee des Genderismus! Aber vielleich passen Sie sich auch nur an die Erfordernisse einer Arbeitswelt an, die sich mit Gender-Phantasien nicht vereinbaren lässt oder sie haben gar dieselben Normen inkorporiert, die auch ihre männlichen Kollegen inkorporiert haben, Normen, die nichts mit Geschlecht, aber viel mit Effizienz zu tun haben, und somit mit etwas, das Genderisten nicht einmal von Ferne kennen. Wie auch immer die Erklärung aussehen mag, vom Gendermythos der weiblichen Heilsbringerinnen bleibt nichts übrig.

Der Essentialismus, der aus den Zeilen des Beitrags von Hipp und Stuth atmet, ist erschreckend und in seiner Dummheit atemberaubend: Ergebnisse, die eigenen Hypothesen widersprechen, werden eben einmal ideologisch unterfüttert und uminterpretiert, so dass die falschen Hypothesen aufrechterhalten werden können und bevor die Autoren auf die Idee kommen, dass es nicht “die Frau”, wie sie sich der Genderismus vorstellt, gibt, sondern Frauen, die viele unterschiedliche Eigenschaften und Interessen haben, erkären sie lieber alle Frauen zu biologisch determinierten Verfügungsmassen, die je nach Art und Ausgestaltung ihrer Umwelt benutz- und einsetzbar sind. Das also ist die schöne Welt des Genderismus.

Was ein Beitrag, wie der von Hipp und Stuth, der nicht einmal kleine Anstrengungen unternimmt, seine ideologische Färbung zu cachieren, in einer angeblich wissenschaftlichen Zeitschrift wie der Kölner Zeitschrift zu suchen hat, ist mir nicht klar, aber vielleicht ist die Kölner Zeitschrift ja auch gar keine wissenschaftliche Zeitschrift mehr, ähnlich wie das WZB kein wissenschaftliches Zentrum mehr zu sein scheint.

Der Beitrag hat erheblich davon profitiert, dass ich ihn mit Dr. habil. Heike Diefenbach diskutiert habe.

Hipp, Lena & Stuth, Stefan (2013). Management und Teilzeit? Eine empirische Analyse zur Verbreitung von Teilzeitarbeit unter Managerinnen und Managern in Europa. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Soziapsychologie 65(1): 101-128.

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15 Responses to Die ewigen Dummchen: Das Frauenbild des Genderismus

  1. “Mit dem Anteil von Frauen in Führungsetagen von Unternehmen sinkt die Wahrscheinlichkeit Teilzeit-Manager anzutreffen.”

    “Mehr Frauen führen offensichtlich nicht zu einem geringeren Einfluss von ‘typischen männlichen” Normen. … Ein Mehr an weiblichen Führungskräften ändert nichts an den vorherrschenden männlich-geprägten Normen auf der Führungsebene.”

    Das sind ja durchaus interessante Ergebnisse.

    “Anstatt Änderungen in der Organisations- und vorherrschenden Arbeitskultur zu bewirken, passen sich Frauen in Führungspositionen an die vorherrschenden Normen und Erwartungen der Chefetagen an”

    Vielleicht weil diese nicht patriarchal, sondern effektiv sind.

    Aber man darf vermuten, was als Lösung gesehen wird:
    Wir brauchen NOCH MEHR Frauen in Führungspositionen, damit sich diese nicht mehr an die Normen anpassen müssen.

  2. Michael Baleanu says:

    Die Warnung, dass Teilzeit zu Altersarmut führt, ist nicht unbegründet.

    Was die wenigsten wissen ist, dass unsere Politiker die Bedingungen für die Witwenrente geändert haben: http://de.wikipedia.org/wiki/Rente_wegen_Todes#Renten_an_Witwen_und_Witwer

    Wer nach 2002 heiratet, hat nur noch 24 Monate Anspruch auf eine kleine Witwenrente (25%), es sei denn er hat Glück und ihr Mann verstirbt nachdem sie ein gewisses Alter erreicht hat. Dann bekommt sie 55%.

    • jck5000 says:

      Meine Oma, Jahrgang 1924, hat in ihrem Leben gefühlt genauso viel gearbeitet wie ein heute 24-jähriger ALG2-Empfänger. Sie lebt, nach eigener Angabe unter dem Existenzminimum, was sie entsetzlich findet.

      Sie hatte im WDR gesehen, dass das Existenzminimum bei 21 Tsd Euro im Jahr liege. Natürlich für eine vierköpfige Familie, aber das hat sie großzügig ignoriert.

      Ich meinte etwas in Richtung von “Aber deine Rente ist doch viel höher”. Die rentenwirksamste Leistung meiner Oma war, in den 1970ern (nach eigenen Angaben) einmalig 12.000 Mark für eine so genannte Hausfrauen-Rente bezahlt zu haben. Diese kommt heute auf 645 Euro pro Monat. Dazu kommt die Kleinigkeit von 1.900 Euro Witwenrente – das sind 80% von 80% des letzten Gehalts meines 1995 verstorbenen und etwa 1980 in Frührente gegangenen Opas (Staatsdienst).

      Zieht man von dieser “mickrigen” Rente Steuern ab, landet man nicht weit unter 30.000 Euro im Jahr. Um dann trotzdem unter das Existenzminimum zu fallen, muss man nur, wie meine Oma, vor dem Jammern noch die Lebenshaltungskosten abziehen: Unterhalt für das Eigenheim, Unterhalt für das Ferienhaus, da kommt schon was zusammen.Und auch die Putzfrau ist teuer, und nach all diesen Ausgaben hat meine Oma eben weniger als das Existenzminimum übrig. Dem Existenzminimum für eine 4-köpfige Familie.

      Soweit zum Thema der real existierenden Altersarmut.

      Ich hoffe, dass alle Leser ohne weitere Ausführungen nachvollziehen können, dass ich keinerlei Verständnis zu dem Gejammere zum Thema Altersarmut beibringen kann. Als Selbständiger käme ich never, ever auf die 2’5 der Oma am Existenzminimum. Ich soll es nur zahlen, am besten noch für die kommende Generation fauler Teilzeit-Pseudomanagerinnen. Vielen Dank, nicht mit mir.

      Sollte jetzt jemand denken, ich solle doch bitte aufgrund des “Generationenvertrags” schön für die Rente der vor mit kommenden Generation sorgen, dazu zwei Punkte:

      1. Kann ich nicht. Auch nicht, wenn ich wollte. Würden mein Bruder und ich jeder den Höchstsatz in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen (was wir beide nicht machen), würde es nichtmal die (Früh-) Rente unserer Mutter gegenfinanzieren. Unser Vater bekommt sogar noch mehr Rente.

      2. Ein Vertrag ist ein zweiseitiges Geschäft. Ich habe vom “Generationenvertrag” gar nichts und habe ihn auch nie unterschrieben. Würde ich übrigens auch nicht.

      Um auf Herrn Baleanus Hinweis auf die “geringe” Witwenrente zurückzukommen, ist mein Punkt vielleicht jetzt verständlich: Natürlich ist es entsetzlich, dass die Witwen 25% der Rente des verstorbenen Mannes bekommen. Fairerweise sollten sie nämlich nichts bekommen, gar nichts. Wenn das den Mann oder die potentielle Witwe stört, können sie ja selbst vorsorgen. Mach ich ja auch.

      • Michael Baleanu says:

        @jck5000
        1995 verstorbener Großvater?
        Werfen Sie doch mal einen Blick auf Seite 11, Abb. 1 in /1/.

        1995 hatte man bereits seit 20 Jahren eine Geburtenrate bei ca. 60% des Bestandserhaltungsniveaus.

        Spätestens 2005 hatte die Politik die Zahlen in ihren Händen:
        “Trend 7: Die Kinderlosigkeit nimmt weiter zu. Mit einem Drittel der Frauen und Männer an einem Jahrgang, die zeitlebens kinderlos bleiben, ist Deutschland
        ==>weltweit einmalig.26,3 Prozent der Männer11,8 Prozent der Männer<==, die sich keine Kinder wünschten.", Seite 24 /2/

        Trotz dieser katastrophalen Zahlen und der stetig steigenden Staatsverschuldung – nun sollen wir 1 Billion EUR für die Energiewende blechen – haben diese Politiker nicht reagiert. Die Familienpolitik ist nach wie vor in den Händen der Juristen und angehängten Professionen geblieben.

        Denn die Letztgenannten verdienen ja kräftig an den 690.000 Familienverfahren/Jahr und an den ganzen Jugendhilfeprogramme. Zwischen 40 bis 80 Milliarden/Jahr werden von diesen umgesetzt.

        Das Festhalten an dieses vollkommen idiotische Familienrecht wird uns als feministisch-emanzipatorische Glanzleistung verkauft. Kaum einer wird bereit sein zuzugeben, dass dies lediglich einer gewaltigen Beratungs- und Betreuungsindustrie dient und der Feminismus deren nützlicher Idiot geworden ist.

        Ich bin wirklich glücklich, die nach mir folgende Sintflut nicht mehr erleben zu dürfen (es sei denn ich übertreffe Heesters, seine Lebensdauer betreffend).

        Quellen:
        /1/ http://www.bib-demografie.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Download/Broschueren/keine_lust_auf_kinder_2012.pdf?__blob=publicationFile&v=15
        /2/ http://www.kas.de/db_files/dokumente/arbeitspapiere/7_dokument_dok_pdf_7767_1.pdf

  3. Michael Baleanu says:

    Frau Doris Lessing soll mal gesagt haben, dass elektrische Haushaltsgeräte den Frauen mehr gebracht haben, als irgend eine Ideologie.

    Vor allem haben die elektrische Haushaltsgeräte den Frauen mehr Zeit gebracht. Auch den Genderistinnen.

    Da sie aber so sehr mit der Herausarbeitung der speziellen Rolle der Frau beschäftigt waren, ist ihnen folgende Empirie hopps gegangen: 2006 wurde in DE knapp 3,6 Milliarden Stunden weniger gearbeitet als 1991 (zumindest offiziell)! https://www.destatis.de/DE/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2008_01/2008_1E/ArbeitsmarktE2008_1.html

    Womit eigentlich jedermann klar sein sollte – zumindest wenn er seine eigene Theorie von Vereinbarkeit des Berufs mit der Familie ernst nimmt – dass eine Verringerung der Wochenarbeitszeit von z. Zt. 48h/Woche laut Arbeitszeitgesetz, das Gebot der Stunde wäre.

    Das setzt aber voraus, dass Empirie auf Verstand trifft.

    Womit bewiesen ist, dass die Arbeitshypothese der Frau Lessing bei Genderist.I.nnen nicht zutrifft.

    • jck5000 says:

      Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen. Obwohl die Menschen durch Effizienz steigernde elektronische Geräte mehr Zeit haben, arbeiten sie weniger. Das lässt nur den logischen Schluss zu, dass sie fauler geworden sind. Welchen Sie ziehen, weiss ich nicht. Sie folgern nur aus wasauchimmer, dass man mit “Verstand” die Wochenarbeitszeit reduzieren müsste. Inwiefern eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit gegen den Trend anwirken könnte, dass immer weniger gearbeitet wird, verstehe ich ehrlich nicht.

      • Michael Baleanu says:

        Dass viele Menschen weniger arbeiten als früher, ist unbestritten. Ob sie dadurch fauler sind, oder das alles nur eine Folge der Automatisierung ist, weiss ich ehrlicherweise nicht.

        Allerdings erschliesst sich mir Ihre logische Schlussfolgerung nicht: “Obwohl die Menschen durch Effizienz steigernde elektronische Geräte mehr Zeit haben, arbeiten sie weniger. Das lässt nur den logischen Schluss zu, dass sie fauler geworden sind.”

        Wenn ein Betrieb die gleiche Produktion durch Roboter erreichen kann, die die Hälfte der Belegschaft ersetzt, dann haben wir eine Reduktion der Arbeitszeit um 50%. Da nun 50% der Belegschaft freigesetzt wurde, sind diese Menschen, die keine Arbeit haben faul, oder sind alle Mitarbeiter dieser Firma fauler geworden, weil die zu Verfügung stehende Arbeitszeit sich halbiert hat?

        Allerdings, wenn ich mir die Berichte der Fernfahrer anhöre, die von bis zu 70h/Woche reden (offiziell selbstverständlich unter 48h/Woche), dann muss ich auch davon ausgehen, dass die Statistiken nicht unbedingt stimmen müssen.

        Folgendes bleibt Fakt: Die Arbeitszeit der Frauen hat sich automatisch reduziert. Bei den Männern, bzw. bei entlohnte Arbeit haben wir diese Wirkung nicht, obwohl immer mehr Roboter und immer mehr Hilfsmittel die Produktivität erheblich gesteigert haben: Die wöchentliche Arbeitszeit ist seit Jahrzehnte gesetzlich auf 48h/Woche festgesetzt (DE)!

        Solange wir eine gesetzlich festgesetzte Arbeitszeit von 48h/Woche haben, sind Tarifabschlüsse bei 40h/Woche eine freiwillige Vereinbarung der Tarifpartner. Je niedriger die gesetzlich festgesetzte Arbeitszeit ist, umso stärker ist die Verhandlungsbasis des schwächeren Partners, des Arbeitnehmers.

        48h/Woche bedeutet auch ein Überangebot an Arbeitskraft durch Arbeitslose.

        Waren vorhergehende Angaben dem Verstand nahe?

        Hätten wir 30h/Woche, wäre auch die Zahl der Arbeitslosen geringer, das Überangebot der Arbeitskraft wäre abgebaut, die Tarifabschlüsse lägen höher.

        Hätten wir eine Regelarbeitszeit auf 30h/Woche, dann könnten Sie ja gerne ihre 48h/Woche arbeiten. Sie würden sogar 18h/Woche Überstundenvergütung bekommen, sollte die 30h/Woche Wirklichkeit werden.

        Würde ich mit nur 30h/Woche mein Leben finanzieren können, würde ich gerne nur 30h arbeiten, um in den 10h/Woche, die ich dadurch gewinne mich stärker für Väter- und Männerrechte einzusetzen.

        Die Gesellschaft hätte also wesentlich mehr, von einer Reduzierung der Arbeitszeit, da mehr für die Gemeinschaft geleistet werden könnte. Ich kann an dieser Stelle nur an folgenden Spruch erinnern: “Im Zuge der Idealisierung der „demokratischen Elite“ leitete sich vermutlich dabei das heutige deutsche Wort „Idioten“ ab, womit man die arbeitende Schicht meinte, die für die „Führungs-Deme“ im Rahmen des Jobs und der Hausarbeit zu schuften hatte und denen man dadurch keine Zeit und Muße lies, diese Ungerechtigkeit zu hinterfragen.” http://www.wissensmanufaktur.net/demokratie-als-religion

        Arbeit ist nicht das ganze Leben! Daher kann ich dem Tenor des hier vorliegenden Artikels voll und ganz folgen, wenn es von Gendertrottel spricht. Das Plakat des DGB mit dem Slogan “Hätt’ er Teilzeit, könnt er länger!” ist tatsächlich Volksverdummung! Welche Frau lacht sich einen Teilzeitmann an? Würde das stimmen, wären ja längst alle H4-Männer vom Heiratsmarkt weg!

        Erst wenn das, was heute als Teilzeit durchgeht, zur Vollzeit gemacht wird, wird daraus ein Schuh! Das ist Logik pur, hat keinerlei ideologische Nebenwirkungen, denn es entspricht dem technischen Entwicklungsstand der Menschen.

        Sollten dann auch die Waren so hergestellt werden, dass sie ein Menschenleben lang halten, könnte auch der Bedarf an Ressourcen in Grenzen gehalten werden.

        Angebot und Nachfrage würden sowohl die Preis- wie auch die Lohnhöhe regeln.

        Da ich auch von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sprach, hatte ich an keiner Stelle davon gesprochen, dass eine “Reduzierung der Wochenarbeitszeit gegen den Trend anwirken könnte, dass immer weniger gearbeitet wird”.

        Insoferne kann ich nur hoffen, dass meine Ausführungen nun etwas klarer geworden sind. Obwohl ich mir auch sicher bin, dass nicht jeder diese Erkenntnisse teilen will.

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