Military Madness II: Ohne Zollerklärung kein Weg zur Front

Wetten: Sie gehören auch zu denen, die geglaubt haben, wenn die NATO eine Übung in der Ukraine abhält, dann nimmt man sein militärisches Gerät, verpackt Zubehör und all die anderen notwendigen Materialien und fährt in die Ukraine. Am besten im Verband oder mit der Bundesbahn.

Nur: So kommen Sie nicht weit!

Nicht ohne Zollerklärung. Nicht ohne Form 302.

Da könnte ja jeder kommen und militärisches Material importieren oder exportieren wollen, ohne Zollerklärung und am jeweiligen Fiskus vorbei.

Nein, auch ein militärischer Aufmarsch will geplant sein:

“The rules concerning the import, export and transit of goods for NATO forces are contained in the Agreement between the Parties to the North Atlantic Treaty Organisation regarding status of their forces, signed in London on 19 June 1951 . The document used for the movement of such goods is NATO Form 302.”

Also:

Kein Krieg ohne sorgsame Planung.

Bevor Sie in die Krieg ziehen, prüfen Sie ihre Checkliste.

  • Haben Sie ihren Panzer aufgetankt?
  • Haben Sie genug Proviant für den Krieg dabei?
  • Genug Treibstoff?
  • Munition?
  • Handy aufgeladen? (Selfies von der Front!)
  • Form 302 ausgefüllt?

Wer nun glaubt, das sei Satire, der hat sich geirrt.

Form 302, ohne die kein G36, kein Stahlhelm, kein Bundeswehrrucksack von Deutschland nach Polen, nach Tschechien gebracht werden kann, ist eine Realität des militärischen Lebens. Wir haben sie besorgt. Wer es nicht glaubt, der möge die folgende Abbildung anklicken.


War planning starts here!


Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
Dann unterstützen Sie ScienceFiles!

5 Euro

10 Euro

20 Euro

50 Euro

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Print Friendly, PDF & Email

About Michael Klein
... concerned with and about science

9 Responses to Military Madness II: Ohne Zollerklärung kein Weg zur Front

  1. Schütze Arsch says:

    Nur mithilfe dieses Formblattes wird eine Verzollung nicht vorgenommen. Allerdings muss nach einem Kriegseinsatz das nicht zurückgeführte Material ornungsgemäß abgeschrieben werden. Etwaige, nach Ausfuhrbestätigung erstattete MWSt. ist in einer gesonderten Ausführumsatz-steuererklärung ( Formblatt erhältlich bein BA in Eschborn, Adickesallee ) anzugeben. Ausnahme sind zumutbare Sammelaktionen abgeschossener Geschosshülsen aus Buntmetall die noch einer stofflichen Verwertung ( Altmetall ) zuzuführen sind ( Kosten-Ersparnis ) . Einfuhrlizenzen sind nur für NATOfremde Kriegsgegenstände ( Beutegut ) zu beantragen. Ebenfalls beim Bundesamt in Eschborn. Ohne vorliegende Einfuhrgenehmigungen stellt der Import eine Ordnungswidrigkeit dar und wird ggfs. strafrechtlich verfolgt. Es ist daraudf zu achten, dass die Zolltarifnumern korrekt bis zur 8. Stelle angegeben sind. Andernfalls müssen die entsprechenden Anträge unerledigt ziurückgewiesen werden.
    Dr. Büttel Germoney 2018

  2. corvusalbusberlin says:

    Und vor alllen Dingen: Haben Sie vor allem warme Kleidung dabei, falls ab nach Russland gehen soll?

  3. Andreas Damm says:

    Das was wir wissen, wissen die Russen auch.

    Ich bezweifele daher, daß die Russen die NATO, zumindest aber die deutschen Streitkräfte noch in irgendeiner Form richtig ernst nehmen.

    Ich bin noch Anfang der 1980er für zwei Jahre beim Bund gewesen und kann nur vergleichend feststellen, daß die heutige Truppe welche noch hier im Land verblieben ist, ein einziger Lacher ist!
    Davon ausgenommen sind ausdrücklich die deutschen Soldaten, die in völlig sinnlosen Auslands-Einsätzen in Mali und Afghanistan das Ego unserer Flinten-Uschi pflegen! Die tun mir aufrichtig leid!

    Das Waffen-Geklapper, welches wir im Augenblick leider sehr laut und deutlich vernehmen, ist natürlich ein verzweifelter Versuch der Politik überall auf der Welt, von den tatsächlichen Problemen, welche auch alle von der Politik selbst verursacht worden sind, abzulenken.

    Das Problem, daß Brücken die Last militärischer Fahrzeuge nicht immer tragen können, ist eine völlig normale Sache.
    Eine Fußgängerbrücke ist eben keine Brücke, welche einen Panzer aushält.
    Was aber ein Problem darstellt, ist, daß zumindest in Deutschland nach dem Ende des kalten Krieges die MLC-Kennzeichnungen wieder abgeschafft wurden (Military Load Classification).

    Ansonsten ist alles beim Alten geblieben, die größte Panzersperre Deutschlands steht ja noch, nämlich der Elbe-Seitenkanal als Verbindung zwischen der Elbe und dem Mittellandkanal.

    Ach ja, Militär und Verwaltung – War das nicht immer schon wie Plisch und Plum?

    Mit bestem Gruß,

    Andreas Damm

  4. corvusalbusberlin says:

    “Das was wir wissen, wissen die Russen auch.”
    Ich nehme an, sie wissen einiges mehr.
    Flinten Uschi sollte sich auf jeden Fall, solange es noch Zeit ist, in Sicherheit bringen.

  5. MrAndystueve says:

    Wir brauchen uns keine Sorgen um Zollerklärungen zu machen, denn wenn keiner vom Hof kommt, braucht auch nichts verzollt zu werden. Pazifismus als Nebeneffekt des vdL- Kommandos. Es ist jammerschade, früher war die BW ein (wenigstens von vielen) geachteter, respektierter Haufen. Heute ist Gleichstellung, Minderheitenschutz, Genderismus befohlen. Und bitte, Finger weg von Russland, das ist schon einmal richtig schiefgegangen, abgesehen davon, dass wegen der Kampfuntauglichkeit wahrscheinlich eh nichts passieren würde.

    Bin übrigens Oberleutnant zur See a.D.

    Gesegnetes Osterfest Euch allen.

  6. Fiete says:

    In der Tat soll es desbezüglich ja schon besorgte Anfragen der BW bei anderen Natostaaten gegeben haben, ob man ihnen zum Präventivaufmarsh gegen die bösen Russen nicht “ein paar” Soldaten mit warmen Unterhosen ausleihen könnte.

  7. Heiner says:

    Ach Ihr Unwissenden!
    Zur persönlichen Ausrüstung des Soldaten gehört ein Taschenmesser, dieses ist am Mann zu führen.
    So dachte ich bis 1999 als ich im Kosovo eingesetzt war.
    Auf dem Rückflug mit einer Bundeswehrmaschine vom Typ TransAll musste dieses Messer aber dann aus Gründen der internationalen Flugsicherheitsbestimmungen in den Rucksack verpackt werden, der dann unter einem Netz im gleichen Raum im Flugzeug auf einer Palette lag. Es hätte ja jemand spontan zum Messer greifen und den Rückflug nach Deutschland verhindern können!
    Alternative war die Entsorgung auf dem Flughafen in Skopje in eine der “Sicherheitsboxen”, wenn man nicht mehr an den Rucksack herankam, da er schon auf der Palette ganz unten verpackt war. Das zog dann allerdings eine Verlustmeldung im Heimatland nach sich.

    Und nein, auch wenn ich es heute schreibe, es ist kein Aprilscherz!

    PS: Auf dem Hinflug hat sich da keiner drum gekümmert.

  8. pterodactyl says:

    Ich kann zur heutigen BW nichts sagen, da ich seit nun fast 50 Jahren im Ausland lebe. Meinen Wehrdienst habe ich 59/60 abgerissen. Habe sogar noch meine Springerstiefel. ( Bezahlt!). Wenn ich mich richtig erinnere, waren 3 oder 4 im Offizier Korps alte Kaempfer. Wir haben damals diese Maenner respektiert und bewundert. Es war ein ziemlich rauher Haufen. Trotzdem habe noch 6Monate drangehaengt, weil es mir wirklich gefallen hatte. Die Spruenge aus der Noratlas waren ziemlich abenteuerlich. Abwechselnd rechts/ links. Die Ausbildung war hart. Aber da alle Freiwillige waren, hat sich keiner beklagt oder beschwert. Scheint ja heute regelmaessig der Fall zu sein. Ich moechte diese Zeit nicht missen.

  9. Sven Kuchary says:

    Ich kann mich dem Spott über das Formular nicht anschließen. Die Unterscheidung zwischen temporärem Ausflug und dauerhaftem Export militärischen Gerätes finde ich sinnvoll, auch unter dem Aspekt der Kontrolle von Rüstungsexporten. Natürlich hat die Bürokratie dafür ein Formular. Damit kann man gut nachhalten was rausgegangen ist, und was man also wieder rückholen muss. Amis und Briten dürften den Lend Lease Act damals nicht anders abgewickelt haben.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

Translate »
error: Content is protected !!