GEW hetzt gegen Meinungsfreiheit: Kutschera und Rauscher im Fadenkreuz der Gewerkschaft

Die GEW, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, ist eine Gewerkschaft, an der man den Wandel, dem Gewerkschaften unterliegen, deutlich ablesen kann. Die GEW organisiert keinen einzigen Arbeiter. Sie setzt sich zu ungefähr der Hälfte aus Beamten und Angestellten zusammen und ist als einzige DGB Gewerkschaft über die letzten 10 Jahre gewachsen: Von 248.792 Mitgliedern im Jahr 2007 auf 278.243 Mitglieder im Jahre 2017. Die GEW ist nicht nur gewachsen, die Mitgliederstruktur ist immer weiblicher geworden: 69,2% betrug der Anteil der weiblichen Mitgliedern 2007, 2017 waren es 71,2%. Wie so oft, wenn der Anteil von Frauen in einem Segment steigt, sinkt die Professionalität, während der Anteil der intoleranten Kämpfer für das angeblich Gute steigt.

Bei der GEW hat das dazu geführt, dass die Gewerkschaft Texte veröffentlicht, die offen gegen Meinungsfreiheit hetzen und offen zum gezielten Protest gegen Wissenschaftler, die der GEW, die namentlich Friederike Thole und Sarah Wedde nicht genehm sind, aufrufen.

Dabei ist der Beitrag, den Thole und Wedde zu verantworten haben, ein Lehrstück der Projektion eigener Vorurteile in Dritte, um sie denn in diesen Dritten zu bekämpfen.

Ulrich Kutschera, Professor für Evolutionsbiologie an der Universität Kassel ist bekanntlich kein Freund des Genderismus, wie wir auch nicht. Und Thomas Rauscher, Professor für u.a. Privatrecht an der Universität Leipzig erlaubt sich nicht nur eine eigene Meinung, er macht seine Meinung auch öffentlich. Die aus Sicht von Thole und Wedde furchtbaren Verfehlungen von Kutschera wurden von diesem in einem Interview mit Kath.net begangen und bestehen in angeblich anti-modernen Äußerungen wie die Ehe für alle sei „staatlich geförderte Pädophilie“ und bei den Genderwissenschaften handle es sich um eine feministische Sekte, während Rauscher gerne provokant tweeted und dabei Afrikaner z.B. vorwirft, dass sie ihren Kontinent durch Schlendrian, Korruption usw. zerstört hätten.

Nun ist es, das sei angemerkt, für Wissenschaftler natürlich vollkommen egal, ob eine ihrer Aussagen als „anti-modern“, „anti-feministisch“, Grumpf oder Heffalump bezeichnet wird. Was Genderisten und die Ihresgleichen im Geiste nicht verstehen können: Wissenschaftler interessiert, ob ihre Aussagen in der Realität bestätigt oder falsifiziert werden können, nicht ob ein versprengter Geist sie als „anti-modern“ oder Grumpf bewertet.

Zu dem, was Kutschera sagt und zu dem was Rauscher tweeted kann man inhaltlich stehen wie man will, was man nicht kann, ist beiden das Recht abzusprechen, ihre jeweilige Meinung zu äußern. Genau das tun Thole und Wedde, was sie zu Feinden der Meinungsfreiheit macht und im Lager der Faschisten verortet, die ihnen nicht genehme Meinungen unterdrücken wollen.

Warum?
Warum versuchen Thole und Wedde nicht, die Behauptungen von Kutschera und Rauscher zu widerlegen? Warum reicht es bei ihnen nur zur hysterischen Erregung über Gesagtes, nicht aber zur Auseinandersetzung mit dem Gesagten? Da beide viel Text schreiben, ohne auch nur ein Argument gegen das, was Kutschera und Rauscher vorzubringen, muss man den Schluss ziehen, dass sie entweder kein Argument machen KÖNNEN oder kein Argument machen wollen.

Dass sie kein Argument machen können, dafür sprechen ihre Vorstellungen, die sich in Formulierungen niederschlagen, die man einfach nur als lächerlich bezeichnen kann. So entblöden sich Thole und Wedde nicht, den folgenden Unsinn zu verbreiten. Kutschera und Rauscher würden durch ihre „rechtspopulistischen Äußerungen“ rechte „Argumentationslinien nutzbar machen“. Weil sie derart krachender Unsinn nicht glücklich macht, setzen Thole und Wedde noch eins drauf: „Der professionelle Status wird als eine Stellung wahrgenommen, deren Aussagen eine implizite Wahrheit zugesprochen wird“.

Das muss man wiederholen, weil es so schön ist:
„Der professionelle Status wird als eine Stellung wahrgenommen, deren Aussagen eine implizite Wahrheit zugesprochen wird“.

Weil jemand eine Professur an einer Universität inne hat, deshalb denken Thole und Wedde, er spräche die Wahrheit bzw. es würde ihm zugeschrieben, dass er die Wahrheit sprechen würde.

Weniger Vorstellung und Ahnung davon, was an Universitäten so vor sich geht und worum es bei Wissenschaft geht, kann man nun wirklich nicht mehr haben. Die Vorstellung, Wissenschaftler würden Wahrheit kennen oder es gäbe jemanden in der Bevölkerung, außer Thole und Wedde, der der Ansicht sei, Wissenschaftler wüssten die Wahrheit, kraft Position, ist angesichts von Misstrauen gegenüber Studien und der Tatsache, dass Wissenschaft auf Kritik und nicht auf Wahrheit aufbaut kindisches Wunschdenken, wie es nur im Gehirn von Genderisten, sofern man bei Genderisten noch von einem Gehirn sprechen kann, entstehen kann.

Wir wurden schon des Öfteren damit konfrontiert, dass Genderisten der Ansicht sind, mit Positionen an wissenschaftlichen Instituten sei nicht nur Status, sondern auch Wahrheit und Wissen verbunden. Dieser Fehlschluss, der Kenntnisse und Status an eine Position und nicht an deren Inhaber knüpft, scheint der Geburtsfehler des Genderismus zu sein. Deshalb wollen Genderisten an Universitäten. Sie denken, sie erreichten Status, wenn sie sich dort einnisten, könnten Wahrheit für ihren Unsinn reklamieren, weil sie ihn vom Katheder herunter verkünden dürfen… So kann man sich irren.

Falls mit einer Position an einer öffentlichen Hochschule jemals Status verbunden war, dann ist er das sicher nicht mehr der Fall, seit es Genderisten an Hochschulen gibt. Und falls es, außer Thole und Wedde jemals jemanden gegeben hat, der glaubte, ein Professor spreche, wenn er z.B. über Quantenmechanik erzähle, die Wahrheit, dann wurde dieser jemand sicher schnell vom entsprechenden Professor über den Status von Hypothesen und den Stellenwert von Theorien aufgeklärt. Dieser Jemand hat Thole und Wedde damit viel voraus… Einsicht, Verständnis, Kompetenz, Kenntnis… über die Grundidee der Wissenschaft…

Eine weitere Charakteristik, die wir in den letzten Jahren vor allem in Kontexten beobachten, die man als wissenschafts- wenn nicht bildungsfern bezeichnen muss, also im Kontext des Genderismus, bei Gewerkschaften wie der GEW, in Stiftungen von Parteien usw. besteht darin, dass Unwissen, vollkommene Unkenntnis bzw. die vollkommene Abwesenheit von Kompetenzen nicht dazu führt, dass die entsprechend Baren sich der großspurigen Erklärung enthalten oder davor zurückschrecken, auf andere Menschen loszugehen, die in der Regel ein Vielfaches an Kompetenz und Wissen aufweisen als die Marktschreier der Intoleranz.

Entsprechend werden aus denen, die in den eigenen Augen als gute Menschen gestartet sind, um das Böse, das sie in anderen Meinungen erblicken, zu bekämpfen, schnell Personen mit Schaum vor dem Mund, die nicht davor zurückschrecken, zu hetzen, aufzuhetzen:

„Um der Gefahr der Nutzbarmachung pseudowissenschaftlichen rechtspopulistischen Gedankenguts zu begegnen, dürfen zunächst die Proteste an den Universitäten nicht abebben. Alle Statusgruppen müssen sich gemeinsam gegenüber der Hochschulleitung dafür stark machen, dass diskriminierenden und rechtspopulistischen Äußerungen an der Hochschule kein Raum gegeben wird und eine Überprüfung der rechtlichen Interventionsmöglichkeiten erfolgt. Zudem sollte von wissenschaftlicher Seite auf eine Dekonstruktion der vermeintlich wissenschaftlichen Fakten der Rechtspopulisten hingewirkt werden, sodass die propagierte „Wahrheit“ widerlegt oder deutlich als Meinungsmache demaskiert werden kann. Hochschulen als demokratische Institutionen müssen zeigen, dass flächendeckend keine Akzeptanz für homophobe, rechtsnationale und in anderer Form diskriminierende Positionen besteht.“

Das muss man sich einmal vorstellen, Gewerkschaftsmitarbeiterinnen rufen dazu auf, gegen Professoren zu agitieren, die eine Meinung haben, die ihnen nicht gefällt, die diese Meinung außerhalb von Universitäten und gerade nicht an Universitäten geäußert haben, und sie tun dies auf Grundlage einer Vorstellung über „Wahrheit“, wie sie dümmer nicht sein kann und die direkt aus ihren eigenen Gehirnen kommt. Denn niemand außer Ihnen kommt auf die Idee, dass Kutschera oder Rauscher „Wahrheit“ propagiert hätten. Wir haben es schlicht mit einem Fall zu tun, wo man feststellen muss, dass Thole und Wedde besser ruhig gewesen wären, dann wüsste nicht alle Welt welch‘ immense Wissenslücken sie haben und dass sie dumm genug sind, diese Wissenslücken in die Welt zu schreien, das wüsste auch kaum jemand.

Wenn die Moderne durch etwas ausgezeichnet ist, dann dadurch, dass jeder nach Herzenslust kundtun kann, welche linke Außenseiter-Position er auf der Normalverteilung der Intelligenz einnimmt.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Dann unterstützen Sie ScienceFiles!

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Print Friendly, PDF & Email

About Michael Klein
... concerned with and about science

9 Responses to GEW hetzt gegen Meinungsfreiheit: Kutschera und Rauscher im Fadenkreuz der Gewerkschaft

  1. Heike Diefenbach says:

    Und DAS von der Gewerkschaft für Wissenschaft und Bildung! Wer solche Gewerkschaftler für “Wissenschaft und Bildung” hat, braucht sich nicht darüber zu wundern, wenn es Bildung demnächst nur noch als Phantasiereise oder Wettbewerb im dummen Schwätzen gibt.

    Das bringt mich auf einen grandiosen faux pas, auf den ich gerade in einem Büchlein mit dem Titel “Schlüsselkompetenz Argumentation” gestossen bin, in dem es nur in einem so weiten Sinn um “Argumentation” geht, dass sie für das Buch am besten als “Worte-Machen und Widerworte-Geben” beschrieben würde.

    Dort heißt es auf Seite 113 über “Fehlschlüsse” – aber Achtung, bitte hinsetzen und tief durchatmen! Ich habe Sie gewarnt!!!:

    “Fehlschlüsse … […] werden [gerne] … als moralisch fragwürdige Mittel in die Schmuddelecke gedrängt oder als Verstöße gegen argumentative Aufrichtigkeit gebrandmarkt. Tatsächlich stellt bereits eine saubere Definition von ‘Fehlschluss’ ein großes Problem dar. Die über Jahrhunderte hinweg gültige Definition ‘Fehlschlüsse sind Argumente, die gültig zu sein scheinen, es aber nicht sind’ [das Zitat bleibt übrigens unbelegt] ist jedenfalls kaum tauglich. Denn viele Fehlschlüsse sind weder Argumente im eigentlichen Sinne, noch scheinen sie gültig. ANDERE HINGEGEN SIND SOGAR LOGISCH VALIDE [Hervorhebung durch mich].”

    Nun, die “saubere” Defintion von “Fehlschluss” besteht immer und überall (außer im Büchlein “Schlüssekompetenz Argumentation”) darin, dass es sich um Schlussfiguren handelt, die logisch gerade NICHT valide sind. (Und ob eine Schlussfolgerung logisch valide ist oder nicht, ist keine Frage des gusto und unabhängig davon, ob es einem so “scheint” oder nicht.)

    Ich empfehle den Autoren, bevor sie wieder schwätzen, z.B. das Buch von Parry & Hacker (1991) “Aristotelian Logic”, damit auch sie eine Chance haben zu verstehen, was andere “über Jahrhunderte hinweg” verstanden haben.

    “Schlüsselkompetenz” scheint heute “Absoluten-Schund-Erzählen” zu sein!?

    Können wir uns noch ernsthaft darüber wundern, dass wir von einer Flut von dummem Geschwätz umgeben sind?

  2. Heike Diefenbach says:

    P.S. Die Autoren des Buches sind übrigens Herrmann, Hoppmann, Stölzgen und Taraman – falls sich jemand auf die Suche nach dem Buch macht.

    Angesichts der Tatsache, dass die Autoren alle “Rhetorik” lehren oder studiert haben, aber anscheinend keiner Logik, ist einmal mehr die Frage aufgeworfen, ob man heutzutage nicht “Rhetorik” als Gegensatz zur Logik und zum Argumentieren ansehen muss:

    In der “Rhetorik” geht es anscheinend nur noch ums Über-Reden von Menschen geht (mit welchen pseudo-psychologischen Tricks auch immer), während es in der Logik (auch der informalen, die sich mit Argumentation im Alltag beschäftigt) eben um’s Argumentieren geht, d.h. die Such nach einer guten/der besseren Gründe für Einschätzungen, die allemal eine bessere Grundlage für Entscheidungen und Bewertungen bietet als das bloß temporäre Über-Reden mit seiner Produktion unkluger Entscheidungen und negativer psychologischer Konsequenzen (wie Reaktanz bei der Realisierung, bloß über-redet worden zu sein.

    Aber was lernt man von den Autoren der “Schlüsselkompetenz Argumentation”? U.a. dass man Leuten ins Wort fallen sollte (S. 112), befördert duch eine Übung mit dem “Lernziel: Viele Menschen haben Bedenken, anderen ins Wort zu fallen [WARUM NUR?!?!!!!]. Diese Übung trainiert das Unterbrechen.” (S. 113). Prima wird das, in Zukunft auf von allen Höflichkeitsregeln enthemmte “Gesprächspartner” zu treffen!

    Oder “destruktive Fragen” soll man stellen (S. 116), um “Argumente aus[zu]hebeln ohne Angelpunkt”. Auch nett, oder!?!

    Oder man soll strategisch “zustimmen” (S. 112), auch, wenn man es nicht wirklich tut, mit Formulierungen wie “Das mag ja alles stimmen, ….”, womit man die Aussagen des Gegenübers als relativ unwichtig und die eigene, dann folgende, als viel wichtiger markiert.

    Zur Erinnerung:
    Die Rhetorik als “Kunst der Rede” war einmal untrennbar mit der Präsentation von stichhaltigen Argumenten verbunden, hat sie entweder selbst zu Gegenstand gehabt oder wurde als eine Art “Hilfsmittel” betrachtet, um stichhaltige Argumente wirkungsvoll zu präsentieren.

    Inzwischen ist sie degeneriert zum Über-Redungsmittel, wenn keine stichhaltigen Argumente gemacht werden können.

    Es gibt Tage, an denen ich dagegen ankämpfen muss, zu glauben, dass die Menschheit kognitiv degeneriert.

    Dann versuche ich mich mit einem Buch über Nyaya-Philosophie, die u.a. Prüfungsverfahren (z.B. “tarka”) für die Gültigkeit von Schlussfolgerungen kennt. Nur – Nyaya-Philsophie ist alt-hinduistische Philosophie und über 2.500 Jahre alt!

    Wenn ich das lese und danach ein Büchlein wie die “Schlüsselkompetenz Argumentation” zur Hand nehme, dann habe ich das Gefühl, ich lebe auf dem falschen Planeten. Vielleicht lebe ich tatsächlich auf dem falschen Planeten. Weiß gemand, ob noch Plätze für die Besiedlung des Mars’ frei sind?

  3. Mario Bernkopf says:

    Sind die rational denkenden Gewerkschafter nicht schon lange ausgestorben?

  4. Umadbro says:

    Wie darf man sich das Ende dieses Wahnsins vorstellen?
    2+2=4 ist alte weiße Männermathematik ist ungültig, verboten und total Nazi,
    2+2 ist irgendwas zwischen 3 und 4 (bei weiblichen Homosexuellinnen),
    2+2 ist ein wenig mehr als 4 bei Transsexuellen*_innen inninnen ???,
    2+2 ist schon fast 5 bei (bei männl. Homosexuellen),
    und bei den restlichen 70 irgendwas Geschlechtern: such es dir aus, irgendwas. zwischen 3 und 5. Und erst wenn man noch Religion, Hautfarbe, Opferpotential…..

    Goldene Zeiten für die Wissenschaft, sie sollten sich freuen.

  5. David says:

    “Weil jemand eine Professur an einer Universität inne hat, würde ihm zugeschrieben, daß er die Wahrheit sprechen würde.”
    Ich kenne das durchaus noch so, daß einem Professor ein besonders umfangreiches Wissen auf seinem Gebiet zugeschrieben wurde. Im Bereich der Naturwissenschaften, auf die ich mich hier ausdrücklich (!) beziehe, wird das natürlich mit der Kenntnis der “Wahrheit” im jeweiligen Fachgebiet in Verbindung gebracht, die im übrigen, läßt man unbewiesene Theorien wie etwa zur Kosmologie außer acht, durch entsprechende Beweisführungen und Schlüsse belegbar ist. Dies betrifft aber nur das Fachgebiet, für das der Betreffende kompetent ist. Für die Naturwissenschaften ist die Suche nach der Wahrheit und die Erklärung dessen, was uns umgibt, essentiell. Die Kenntnis der Wahrheit hat natürlich nichts mit persönlichen Eigenschaften zu tun, allerdings sollte sich beides treffen.
    Bei den Gender-“Wissenschaften” handelt es sich demgegenüber um keine Wissenschaften, ähnliches gilt für die “Geschwätzwissenschaften”, bei denen es keine “Wahrheit” im üblichen SInn geben kann. Da die Genderei eine Lüge von vorn bis hinten ist, desavouiert sich jeder, der dieses “Fach” vertritt, ebenso als Lügner, verbreitet er doch vorsätzlich und bewußt (ich kann mir das nicht anders vorstellen) Unwahres.
    Insofern finde ich den Hinweis von meinem Vorredner Umadbro genau passend.

  6. eht says:

    Man bekommt leider mehr und mehr den Eindruck, dass Teile der wissenschaftlichen und politischen Welt, verzweifelt nach Luft ringend, dem Rest der Welt gerne vorschreiben würden, was er zu denken und zu sagen hat, die Gewerkschaften auch.

    Es gibt in der Demokratie, es gibt im wissenschaftlichen System unterschiedliche Ansichten, darüber kann und muss man diskutieren, ja, auch kontrovers und heftig. Warum nicht. DAS ist Demokratie.

    Aber in Einzelfällen geht es, wie hier, momentan mehr und mehr darum, Andersdenkenden die berufliche und ökonomische Basis zu entziehen, sie quasi unter dem Mantel der eigenen Anständigkeit und edlen Gesinnung zu zerstören, als „Rassisten“ zu Unmenschen zu erklären. – Diese Aggressivität und Selbstüberhöhung (ich urteile andere Leute radikal ab, weil ICH und meine Ingroup die Wahrheit gepachtet haben) ist, finde ich, irritierend. Woher kommt es, dass manche Kreise offenbar in diesen Tagen psychologisch außerstande sind, abweichende (im Sinne unserer Gesetze legale) Ansichten, die sie ablehnen, emotional und intellektuell zu verkraften/hinzunehmen, ohne den sich Äußernden mundtot machen zu wollen oder im Bundestag nicht neben ihm sitzen zu wollen …?

    Die tendenzielle Intoleranz lässt sich bevorzugt an „neuen“ Themen beobachten, die es vor 20 Jahren sozusagen noch nicht gab: Gender, starke Migration/Einwanderungsgesellschaft, Ehe für alle, Drittes Geschlecht, usw. Da gibt es nur das bedingungslose JA, so ist es. Es wäre interessant, mal von einem Psychologen/Psychoanalytiker Hypothesen darüber zu hören, warum die Betroffenen eine offenkundig so geringe Frustrationstoleranz haben, dass sie sich klammheimlich wohl eine Welt wünschen, in der nur ihre Meinung und ihr wissenschaftlicher Standpunkt kommuniziert wird und gilt. Wenn die Stichwörter Rechtspopulismus und Rassismus ins Spiel kommen, ist m. E. meist zu ahnen, dass die Meinungsfreiheit zum Wohle der Bürger/innen so ein kleines bisschen eingeschränkt werden soll. Als Wissenschaftlerinnen wissen die Damen Thole und Wedde jedoch natürlich auch, dass viele abstrakte Begriffe operationalisierungsbedürftig und subjektiv interpretierbar sind. Gerade Wissenschaftler/innen und solche, die Wissenschaftler werden wollen, sollten mit Wörtern wie „Rassismus“ und „Populismus“ arg vorsichtig umgehen. Unis sind kein Stammtisch.

    • Heike Diefenbach says:

      “Unis sind kein Stammtisch”.

      Ja, Inzwischen bin ich so weit zu denken: “Leider!”, denn dann wäre wenigstens die Vorstellung, dass Ideen an der Realität geprüft werden müssen (und nicht der Realität um jeden Preis aufgepfropft werden müssen), an Unis weiter verbreitet.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Translate »
error: Content is protected !!