Die Korrektur erfolgt im „low profile“-Modus, so, dass es nicht allzuviele Leser von Tagesschau.de bemerken, und sie erfolgt nur zum Teil aufrichtig. Die fehlerhaften Angaben zur Anzahl der Straftaten gegen das Leben, wurden ersetzt, die irreführenden Angaben zu Morden sind klammheimlich verbessert worden.
Die Kritik von ScienceFiles hat also gewirkt. Nicht dass sich Faktenfinder Gensing bei uns bedanken würde, obwohl wir die einzigen waren, die die entsprechende Kritik geübt haben und somit die Quelle der Gensingschen Korrektur darstellen. Aber immerhin haben wir auf diese Weise ein Maß für die Wirksamkeit unserer Kritik und dafür, dass die Kritik bei denen ankommt, an die sie gerichtet ist.
Weil man als ARD-Faktenfinder nicht gerne eingesteht, dass man einen großen Bock geschossen hat, wurde der fehlerhafte Absatz klammheimlich umgearbeitet, mit einem Miniatur-Asterix versehen, der, wenn man ihn zum Ende des Textes verfolgt, zu Folgendem führt:
„*Der Absatz enthielt zunächst fehlerhafte Zahlenangaben zu Straftaten gegen das Leben. Diese sind nun korrigiert. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.“
Der Absatz mit den Fehlern lautete in seiner ursprünglichen Fassung:
„Zutreffend ist die Aussage, dass die Zahl der Morde gestiegen ist: 2017 wurden laut PKS 405 Menschen in Deutschland ermordet, im Jahr zuvor waren es 373. Zudem wurden 55 Straftaten gegen das Leben registriert, zehn Fälle mehr als 2016.“
Die neue Fassung lautet:
„Zwar stimmt die Aussage, dass die Zahl der vollendeten Morde gestiegen ist: 2017 wurden laut PKS 405 Menschen in Deutschland ermordet, im Jahr zuvor waren es 373. Die Zahl der Straftaten gegen das Leben – wozu neben Mord auch Totschlag und Tötung auf Verlangen zählen – ging allerdings leicht zurück. Von 3765 im Jahr 2016 auf 3713 Straftaten im Jahr 2017. Die Zahl der Opfer dieser Straftaten sank von 876 auf 731.*“
Die Passage (fett gesetzt), die in den Teilen zwischen den Gedankenstrichen wörtlich von ScienceFiles übernommen wurde, zeigt, dass die ARD-Faktenfinder zumindest im Plagiieren geübt sind, wenn sie auch keine Statistiken lesen können. Dies zeigt sich einmal mehr daran, dass auch die Korrektur falsch ist.
Die Anzahl der Straftaten gegen das Leben, die 2016 verübt wurden, beträgt 3242, 2017 waren es 3227. Was Gesing berichtet sind nicht wie von ihm behauptet, die Zahlen für die verübten Straftaten, er berichtet die Anzahl der von der Polizei ermittelten Tatverdächtigen.
Wie man sieht, hat sich Gensing zwar zwischenzeitlich Nachhilfe in der Lektüre von Statistiken eingeholt, es hat aber nichts gebracht.
Und auch dieses Mal kann er sich eine kleine Unterschlagung nicht verkneifen. Die Fehler, die er verbessert hat, betreffen eben nicht nur die Angaben für „Straftaten gegen das Leben“, sondern auch die Angaben für „Morde“. Er hat dies unter der Hand durch den Zusatz des Adjektivs „vollendet“ zu beheben versucht und denkt, wir würden das vielleicht nicht merken.
Gensing kann es eben nicht lassen, seinen Lesern Halbwahrheiten zu präsentieren (Halbwahrheiten sind natürlich auch Lügen).
Die Ursache für die Fehler der angeblichen Faktenfinder, ist die fehlende Ausbildung (das wollen wir zu Gunsten von Gensing annehmen). Es ist eben nicht jedem möglich, ohne entsprechende Ausbildung Statistiken zu lesen, zu verstehen und zu interpretieren. Dass Personen, die sich zu Faktenfindern erklärt haben, diese fehlenden Kompetenzen aufweisen, ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass heute fast jeder denkt, er könne alles, dass die entsprechenden Faktenfinder ihren Lesern falsche Daten unterjubeln, um dann klammheimlich eine Verbesserung einzufügen, wenn sie bei ihren Fehlern erwischt und die Fehler öffentlich gemacht werden, das zeigt, wie ungeeignet die Faktenfinder zum Fakten finden sind, denn Fakten finden erfordert Kompetenz und nicht zuletzt Aufrichtigkeit Gewissenhaftigkeit, Lauterkeit, Urteilsfähigkeit und Unabhängigkeit von ideologischen Vorgaben.
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Gensing hat die Zahlen für Tatverdächtige für Fallzahlen gehalten.
Danke..!!