ARD-Framing-Analyse: Brexit-Hardliner

Manipulation ist in der Regel ein sprachlicher Akt, der von Suggestion bis Erpressung so ziemliche alle Varianten des Versuchs, andere über den Tisch zu ziehen, enthält.

Ein besonders beliebtes Mittel ist die Prägung von Begriffen, deren inhaltliche Bedeutung fraglich, in jedem Fall aber ungewiss ist, deren emotionale Gewicht dagegen genau feststeht. Das von öffentlich-rechtlichen Medien so gerne benutzte Framing, zu dem sie sich extra und auf sechsstellige Kosten von Gebührenzahlern ein Manual haben erstellen lassen, ist ein Beispiel für Manipulation durch die suggestive Benutzung von Worten, um dadurch eine gewünschte, emotionale Reaktion bei Konsumenten öffentlich-rechtlich aufbereiteter Manipulation zu erreichen.

Ob diese Reaktion auch erreicht werden kann, ist dagegen eine andere Frage.

Ein Beispiel für einen suggestiven Gebrauch von Begriffen mit dem Ziel, das Objekt zu diskreditieren, auf das der Gebrauch des Begriffes, die Zuschreibung des Begriffs, zielt, ist der Begriff des Hardliners.

Hardliner ist ein negativ konnotierter Begriff, denn er soll suggerieren, dass derjenige, der als Hardliner bezeichnet wird, nicht kompromissbereit ist, dass er in die extreme Ecke einer bestimmten Verteilung gehört, was in Deutschland erfolgreich mit einer Zuschreibung rechter Ideologie verbunden wurde, dass der so Bezeichnete schlicht und ergreifend als böse, schlecht oder mit sonst einem Adjektiv, das eine negative, normative Zuschreibung enthält, adäquat beschrieben werden kann.





So verwendet die öffentlich-rechtliche ARD, deren erklärtes Ziel darin besteht, die eigenen Konsumenten durch Framing in die gewünschte Richtung zu manipulieren, häufig, ausgiebig und in wechselnden Kontexten den Begriff des Brexit-Hardliners.

Eine Google-Suche zur Bestimmung der Häufigkeit der Verwendung des Begriffs „Brexit Hardliner“ auf der Seite von tagesschau.de ergibt 30.600 Treffer. Man kann also von einem exzessiven Gebrauch des Begriffs sprechen.

Die kontextuelle Verwendung des Begriffs ist ausschließlich negativ, d.h. die Hypothese, dass der Begriff dazu benutzt werden soll, bei Konsumenten der Tagesschau die als Hardliner bezeichneten Personen in ein negatives Licht zu stellen, kann bestätigt werden.

Brexit-Hardliner fallen Theresa May in den Rücken, Brexit Hardliner Johnson will die EU zu weiteren Zugeständnissen zwingen (eine doppelte Suggestion, die voraussetzt, dass es bereits Zugeständnisse der EU gegeben hätte, was indes nicht der Fall ist), die Brexit Hardliner rebellieren gegen das Withdrawal Agreement, das Theresa May sich von der EU-Kommission hat diktieren lassen, Brexit Hardliner Jacob Rees-Mogg kritisiert, was die ARD als Kompromissbereitschaft von May und Corbyn (miss)deutet, Brexit Hardliner haben Horror-Vorstellungen und drohen mit einem VetoHauptsache raus aus der EU sei die Parole, unter der Brexit Hardliner Boris Johnson seine Bewerbung um den Vorsitz der Tories stelle, Brexit Hardliner sind für Brexit Chaos und einen Machtkampf im Unterhaus verantwortlich, Brexit Hardliner Steve Baker verkündet, dass auch eine dritte Abstimmung im House of Commons über das Withdrawal Agreement von Theresa May mit dessen Zurückweisung enden wird,

Quelle

Und so geht das weiter und weiter.

Kein Beitrag der ARD zum Brexit, in dem nicht die Qualifikation der Position, die man in der Redaktion des angeblichen Informationssenders nicht mag, mit „Brexit Hardliner“ deutlich gemacht wird. Diese Form der Brachialmanipulation, die dem Versuch, die eigene Bewertung Anderen einzuhämmern gleichkommt, hat zwar überhaupt nichts mit Journalismus zu tun, sie widerspricht allen Kriterien eines lauteren Journalismus, aber das ist in Zeiten, in denen Journalistendarsteller ihre fehlende Kompetenz mit Expletiven, Fake News und Lügen zu überdecken trachten, kein Ausreißer, sondern eine erfüllte Norm. Denn die Norm öffentlich-rechtlicher Sender ist offensichtlich, sich so weit wie nur möglich vom Standard der faktischen, wertungsfreien Information, vom Standard des lauteren Journalismus zu entfernen und im Gegenteil jede Gelegenheit zu nutzen den Nachrichtenkonsumenten, ihre private, vom Sender vorgegebene oder von Dritten finanzierte Meinung unterzuschieben.

Der ARD gilt übrigens ein Politiker als Brexit Hardliner, der den Auftrag, die EU zu verlassen, der im Juni 2016 von 17,4 Millionen Briten (51,9% der Wähler) erteilt wurde, ernst nimmt und einen Brexit zu einem festgesetzten Termin vollziehen will. Ein – in den Worten der ARD: „Brexit Hardliner“ ist somit ein Akteur, der demokratischen Prinzipien verpflichtet ist, der Versuche, wie sie u.a. von der EU und denen, die die Remain-Kampagnen im Vereinigten Königreich nach wie vor und mehr als üppig finanzieren und die darauf zielen, über den erklärten Willen der Mehrheit der britischen Wähler, die am Referendum teilgenommen haben (72,2% der Wahlberechtigten) hinwegzugehen und das Ergebnis zu unterminieren, zurückweist.

Wie nennt man jemanden, der Demokraten zu Hardlinern erklärt?


Der der ARD werden Sie in erster Linie manipuliert.


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