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Der Klimawandel ist für ärztlichen Pfusch verantwortlich

Johannes Seven, Sam Agdhassi, Frank Schwab, Peter Hoffmann und Petra Gastmeier haben es geschafft. Sie haben unser Raster für Junk Science verschoben. Wir suchen derzeit eine Steigerung zu Junk Science, die angemessen ist, um das zu beschreiben, was Seven und die anderen im Ärzteblatt verbrochen haben.

Assoziation von Klimafaktoren mit Wundinfektionsraten“, so lautet der Titel des Beitrags, den wir schon einmal vorab zum Junk des Monats erklären.

Quelle

Mit diesem Beitrag versuchen Seven und die anderen auf den Gravy Train des Klimawandels aufzuspringen. Wer heute etwas für seine Karriere im System tun will, der muss etwas in menschengemachtem Klimawandel vorweisen können. Das ist so eine Art „Duftnote“, ein Unbedenklichkeitsausweis, der sagt, von diesem vermeintlichen Forscher ist keine Forschung zu erwarten, die eine relevante Fragestellung, schlimmer: eine kritische Fragestellung zum Gegenstand hat. Der Forscher ist geprüft und im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Mythologie des menschengemachten Klimawandels für unbedenklich befunden.

Damit der flüchtige Leser gleich weiß, er hat es hier mit Bedenkenträgern zu tun, die den vermeintlich menschengemachten Klimawandel zum Anlass nehmen, um Panik (nicht etwa Forschungsergebnisse) zu verbreiten, steht schon im Abstract zu lesen: „ Es bestand eine Assoziation von Klimafaktoren zu WI-Raten [Wundinfektions-Raten]. Der prognostizierte Anstieg weltweiter Temperaturen um bis zu 4 Grad C bis zum Ende des Jahrhunderts gegenüber vorindustriellen Bedingungen begünstigt möglicherweise das Auftreten von WI und ist bei zukünftigen Präventionsstrategien zu berücksichtigen“.

Fall die Erde vorhat, sich wegen CO2 bis zum Ende des Jahrhunderts um 4 Grad zu erwärmen, muss sie sich beeilen. Nicht nur, weil wir am Anfang eines solaren Minimums und einer kleinen Eiszeit stehen, auch, weil die bisherige Erwärmung doch erheblich hinter den Vorhersagen von Klimamodellen, an die man an der Charité offenkundig dennoch glaubt, zurückgeblieben ist. Die bisherige Erwärmung beträgt gut 0,4 Grad Celsius. 

Kurz: Menschengemachter Klimawandel soll zu mehr Wundinfektionen in der Folge von Operationen führen.

Damit diese wirklich absurde Behauptung mit empirischen Daten belegt werden kann, lassen die fünf Autoren die wissenschaftlich Lauterkeit eben einmal unter den Tisch fallen. Da sie vornehmlich an der Charité in Berlin beschäftigt sind, muss man dies wohl als vorsätzlichen ärztlichen Kunstfehler werten.






In aller Kürze kann man das, was die Autoren nachweislich machen, wie folgt zusammenfassen:

Sie bringen Daten für Operationen, deren Zeitpunkt sie nicht genau kennen, und Daten für Operationen, denen eine Wundinfektion gefolgt ist, von der sie nicht wissen, wann sie eingesetzt hat, mit Temperaturdaten in Zusammenhang. Und weil sie eben nicht wissen wann die Operation durchgeführt wurde und wann die Wundinfektion eingesetzt hat, aggregieren sie ihre Daten einfach auf Monatsebene. Mit dieser haarsträubenden Vorgehensweise können sie dann zeigen, dass Operationen, von denen sie nicht genau wissen, wann im Monat sie stattgefunden haben und Wundinfektionen, von denen sie nicht wissen, in welchem Abstand zur Operation sie eingesetzt haben, mit dem Mittelwert der monatlichen Temperatur korrelieren.

Eigentlich muss man zu diesem Blödsinn nichts mehr sagen, zumal die Autoren nicht einmal merken, dass ihre seltsame logistische Regression, die sie aus nicht nachvollziehbaren Gründen rechnen und der sie keinerlei Kennwerte spendieren, weder erklärte Varianz noch Modellgüte, was man entweder auf Unkenntnis oder auf Absicht attribuieren muss, einfach nur die deskriptiven Ergebnisse reproduziert, die sie in ihrer eigenen Arbeit dargestellt haben. Das ist zumindest erstaunlich und man fragt sich, was die Herrschaften von der Charité da eigentlich berechnet haben.

Zumal man sich selbst als Laie wundert, dass Ärzte der Ansicht sind, Wundinfektionen werden von der Außentemperatur und von nichts anderem beeinflusst. Weder die Art der Operation, noch deren Länge, noch die Qualifikation des Arztes oder der Pfleger, die die Wunde anschließend behandeln (Oh, Frevel) noch das Alter des Patienten, seine Krankheitsgeschichte noch sonst etwas, so wollen uns die fünf Autoren versichern, habe einen Einfluss, die Temperatur habe ihn, je höher eine monatliche Durchschnittstemperatur, desto wahrscheinlicher eine Wundinfektion, so behaupten sie und schließen damit ihren Beitrag ab.

Versteckt im „Zusatzmaterial zu ‚Assoziation von Klimafaktoren mit Wundinfektionsraten“, das außer uns gewöhnlich kaum jemand zur Kenntnis nimmt, findet sich jedoch eine Tabelle, die alles, was die Autoren ihren Lesern in ihrem Beitrag als Bären aufbinden wollen, zunichte macht. Diese Tabelle:

Die Ergebnisse der Tabelle sagen im Wesentlichen folgendes:

Die Wahrscheinlichkeit einer Wundinfektion steigt

  • pro Grad Celsius Außentemperatur um 0,7%
  • für Patienten im Alter von 30 bis 39 Jahren im Vergleich zu Patienten unter 30 Jahren um 8,8%
  • für Patienten im Alter von 40 bis 49 Jahren im Vergleich zu Patienten unter 30 Jahren um 35,9%
  • für Patienten im Alter von 50 bis 59 Jahren im Vergleich zu Patienten unter 30 Jahren um 60,8%
  • für Patienten im Alter von 60 bis 69 Jahren im Vergleich zu Patienten unter 30 Jahren um 70,8%
  • für Patienten im Alter von 70 bis 79 Jahren im Vergleich zu Patienten unter 30 Jahren um 84,5%
  • für Patienten, die 80 Jahre oder älter sind im Vergleich zu Patienten unter 30 Jahren um 105,9%
  • bei Abdominalchirurgie (im Vergleich zu „sonstiger Chirurgie) um 485,8%
  • bei Urologie (im Vergleich zu „sonstiger Chirurgie) um 170,6%
  • bei Herzchirurgie (im Vergleich zu „sonstiger Chirurgie) um 169,3%

Der in der Tabelle zu findenden NNIS-Index ist ein Index, der das Risiko einer Wundinfektion abbildet. Je höher der Index, desto höher das Risiko. Genau das zeigt auch die Tabelle. Wenn der Index als Kontrollvariable eingesetzt wurde, dann können wir jetzt beruhigt feststellen, dass der Index, der das Risiko einer Wundinfektion abbilden soll, das Risiko einer Wundinfektion abbildet.

Ein Blick auf alles, was nach „Jahr der OP“ kommt, zeigt, dass das Risiko einer Wundinfektion für zurückliegenden Operationen höher war als es heute ist. Da die angeblich von Menschen gemachte Klimaerwärmung 2016 zu höheren Temperaturen geführt haben sollte als sie noch 2000 gemessen wurden, stehen die Ergebnisse, die die Autoren in ihren Materialien verstecken, in direktem Widerspruch zu ihrer eigenen Interpretation, von der man zwischenzeitlich annehmen muss, dass sie bewusst und nicht etwa fahrlässig einen Zusammenhang zwischen Temperatur und dem Risiko von Wundinfektionen herbeiredet, um behaupten zu können, der Klimawandel führe zu mehr Wundinfektionen. Tatsächlich ist jeder Effekt, der in der obigen Tabelle dargestellt wurde, um ein Vielfaches intensiver als der Effekt, der von der Temperatur ausgeht, was verständlich macht, warum die Autoren diese Ergebnisse in ihrem Beitrag verschweigen, denn die Behauptung, die Außentemperatur sei ein relevantes Maß für die Vorhersage von Wundinfektionen und deshalb komme dem Klimawandel eine besondere Bedeutung zu, sie lässt sich auf Grundlage dieser Tabelle nicht aufrechterhalten.

Um den Hoax des menschengemachten Klimawandels, um eine eigene Mythe zu ergänzen, werfen manche Autoren wissenschaftliche Lauterkeit und Anstand über Bord. Mitlaufen im Mob der Klimahysteriker ist alles, worum es geht. Auf der Strecke bleibt dabei die Wissenschaft, die durch den Missbrauch, den Klimaalarmisten seit Jahrzehnten mit wissenschaftlichen Methoden betreiben, um sich wissenschaftliche Legitimation zu verschaffen, einen Glaubwürdigkeitsverlust erlitten hat, von dem sie sich nurmehr mit großer Mühe und unter Ausscheidung all derer, die am Missbrauch beteiligt waren, erholen kann.


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