Fabrikation von Wichtigkeit: Biowaffen, die UN und die ARD im Wirsindwiederwer

Wer heute die Tagesschau liest, der bekommt eine Geschichte aus 1000 und einer Nacht serviert, die zeigt, dass viele in Deutschland die Zeichen der Zeit nicht erkannt zu haben scheinen.

Wie den Springteufel aus dem Hut, präsentiert die Tagesschau den UN-Generalsekretär, António Guterres, der die Corona-Krise zum Anlass genommen habe, um auf die Gefahr der Nutzung von Biowaffen durch Terroristen hinzuweisen.

“UN-Generalsekretär António Guterres hat vor einer Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit durch das Coronavirus gewarnt. Er sieht in der Zukunft eine wachsende Gefahr von Angriffen durch Bioterroristen, die zum Ziel haben könnten, neue Pandemien wie die gegenwärtige auszulösen. “Die Schwächen und mangelhafte Vorbereitung, die durch diese Pandemie offengelegt wurden, geben Einblicke darin, wie ein bioterroristischer Angriff aussehen könnte – und erhöhen möglicherweise das Risiko dafür”, sagte Guterres bei einer Videokonferenz des UN-Sicherheitsrats.”

Das Gegenmittel gegen diese Gefahr, das Guterres empfiehlt, ist staatliche Kontrolle, was auch sonst. Er schlägt dieses Gegenmittel unter vollkommener Ignoranz der Tatsache vor, dass es ausschließlich staatliche Akteure, deren Regierungen waren, die die Entwicklung von Biokampfstoffen und deren Einsatz vorangetrieben haben.



Wie dem auch sei, die ARD präsentiert den Springteufel der UN und erklärt den staunenden Lesern im weiteren Verlauf des Beitrags, dass der Sicherheitsrat der UN erstmals seit Beginn der Pandemie von SARS-CoV-2 in einer Videokonferenz über die Krise beraten habe. Und – so will die ARD uns Glauben machen – in einem solchen Zusammenhang, wenn man 1,6 Millionen Infizierte im Nacken hat und knapp 100.000 Tote, dann fällt einem als UN-Generalsekretär als erstes ein, dass man SARS-CoV-2 ja als Biowaffe nutzen könne.

Glaubwürdig?

Dazu gleich.
Der Beitrag, der in die Kategorie der “Wir-sind-wieder-ein-besonderer-wer” Texte gehört, fährt fort mit einer den Leser etwas ratlos zurücklassenden Behauptung:

“Ein Treffen des 15-köpfigen Sicherheitsrats zur Bedrohung durch das Coronavirus wurde über Wochen verschleppt, weil die ständigen Mitglieder USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich einen eigenen – nun gescheiterten – Gipfel ihrer Staats- und Regierungschefs geplant hatten. Dieser sollte einem Treffen in großer Runde im Rat vorgezogen werden, das die meisten gewählten Mitglieder – darunter Deutschland – forderten.”

Welche Keile die ARD-Tagesschau treiben will, zwei Zeilen nachdem berichtet wurde, dass es heftige Spannungen zwischen den USA (und dem UK) und China gibt, weil die Chinesen über SARS-CoV-2 gelogen haben, Falschmeldungen verbreitet haben, die viele Staaten in Sicherheit gewogen haben, das ist eine Frage, deren Antwort wir unseren Lesern überlassen. Dass der ganze Beitrag das ist, was wir Bogus nennen, eine Fabrikation, das wollen wir nun belegen.

“And a lie”, so sagt Deep Throat, “Mr. Mulder, is most convincingly hidden between two truths.”

Die beiden Wahrheiten im Beitrag der ARD: Es gab eine Videokonferenz des Sicherheitsrats, die sich auch mit COVID-19 befasst haben soll. Guterres hat von Biowaffen gesprochen.

Die Lüge: Das Treffen sei über Wochen verschleppt worden und nur zustande gekommen, weil die meisten gewählten Mitglieder, darunter Deutschland es gefordert haben, die implizite Behauptung: Die UN sei von irgendeiner Relevanz.

Fangen wir mit den Biowaffen an.
Der 10. April ist der Jahrestag, zu dem sich die Biological Weapons Convention jährt. Aus diesem Anlass hat Guterres einen Sermon wiedergekaut, dessen nicht-Wiederholung in der ARD verwundern muss:

“The weaknesses and lack of preparedness exposed by this pandemic provide a window onto how a bioterrorist attack might unfold – and may increase its risks. Non-state groups could gain access to virulent strains that could pose similar devastation to societies around the globe.”

COVID-19 has also hindered conflict resolution efforts, and many peace processes have stalled as countries respond. The pandemic also has triggered or worsened numerous human rights challenges.

“We are seeing stigma, hate speech, and white supremacists and other extremists seeking to exploit the situation”, the UN chief said.

“We are witnessing discrimination in accessing health services. Refugees and internally displaced persons are particularly vulnerable. And there are growing manifestations of authoritarianism, including limits on the media, civic space and freedom of expression”.

Was Guterres, wie gesagt, vergisst, genauer: hinter der Formulierung: “gain access to” versteckt: Zugang zu Biowaffen können Terroristen nur über staatliche Labore, wie z.B. das, das China in Wuhan unterhält, erhalten.

Dass das, was der UN-Generalsekretär im Sicherheitsrat zum Besten gegeben haben soll, die Videokonferenz war eine geschlossene, so dass niemand, auch die ARD nicht, weiß, was wirklich gesagt wurde, nichts Neues, sondern ein alter Sermon ist, den er am 26. März schon einmal erzählt hat, weiß man in Indien, bei der Zeitung “Republic”:

“The UN chief, in his message on the 45th anniversary of the Biological Weapons Convention’s entry into force, said that all countries should reaffirm their unequivocal rejection of the use of disease as a weapon, as well as their commitment to a robust international health security architecture that guarantees the maintenance of peaceful and healthy societies around the world.”

Die Pressemeldung der UN darüber, was Guterres angeblich in der “geschlossenen Videokonferenz” gesagt hat, enthält somit Bausteine aus einer Rede, die Guterres am 26. März tatsächlich gehalten hat. Jeder behilft sich halt wie er kann, wenn er nicht wirklich weiß, was erzählt wurde, aber den Anschein erwecken will, er hätte genauere Informationen. Die UN-Pressestelle greift auf alte Texte zurück, die ARD übernimmt ungeprüft.

Am besten ist jedoch die Behauptung, die Videokonferenz sei zustande gekommen, weil gewählte Mitglieder, darunter Deutschland, das gefordert hätten. Das spricht für Bedeutung, für Wichtigkeit, für wir sind wieder wer.

Bei Politico, wo man gewöhnlich über alles, was im Supranationalen Echozimmer vor sich geht, bestens informiert ist, liest sich die Geschichte deutscher Bedeutung, die die ARD spinnen will, inklusive des mittlerweile sattsam bekannten Versuchs, einen Graben zwischen angelsächsischen Ländern und dem Rest der Welt vorzugaukeln, ganz anders, nämlich so:

“It took more than three months, a death toll above 87,000 and cases in more than 180 countries, repeated pleas from smaller nations, and a growing sense of shame among senior diplomats — but the United Nations Security Council is finally going to meet to discuss the coronavirus.

That is, in a private session unlikely to yield any serious action.”

Erste Zweifel an der Bedeutung des von u.a. Deutschland durchgesetzten UN-Sicherheitsrat-Treffen stellen sich ein.

“Thursday’s session is happening only because several less powerful countries (nine of the 10 nonpermanent members of the 15-member council) demanded it. They include the Dominican Republic, which holds the council’s presidency this month. A U.N. General Assembly resolution on the virus also recently passed largely due to lobbying by smaller countries.”

Die Aussage, dass die geschlossene Videokonferenz nur zustande gekommen ist, weil einige weniger bedeutende Länder, darunter die Dominikanische Republik, es gefordert haben, quasi als Gnadenakt und Zugeständnis der “more powerful countries”, die liest sich etwas anders als die Behauptung deutscher Bedeutung in der ARD, die im Wesentlichen der Tatsache entspringt, dass die öffentlich-rechtlichen Journalisten-Darsteller die Zeichen der Zeit nicht lesen können.



Wenn die Pandemie von SARS-CoV-2 etwas gezeigt hat, dann wie ohnmächtig, wie fast schon bemitleidenswert ärmlich und überfordert supranationale Akteure wie die EU oder die UN auf diese Krise reagiert haben. Sie haben ihre Überflüssigkeit, ihre Bedeutungslosigkeit in einer Weise demonstriert, die ihnen einen irreparablen Schaden zugefügt hat. Im Gegensatz zur ARD ist dies bei Politico bekannt:

“If anything, Thursday’s meeting — to be held via video conference — is likely to further expose the growing irrelevance of the United Nations as a venue for countries to hash out disputes and cooperate on common crises. Overall, global coordination of the pandemic response has been minimal. But when leading countries have announced their willingness to do “whatever it takes” to fight the virus, they’ve turned to ad hoc forums like the Group of 20, rather than the more comprehensive body of the United Nations.”


Internationale Organisationen wie die UN wurden gegründet, um Handlungen ihrer Mitglieder zu koordinieren, als schnelle Möglichkeit, auf aktuelle Bedrohungslagen zu reagieren, als Versuch der gegenseitigen Versicherung als eine Art moralische Instanz, vor der sich Mitgliedsstaaten verantworten müssen. Die moralische Instanz können wir sofort streichen. Die UN ist, wie auch die langweiligen Versatzstücke, die Guterres mit Blick auf “white supremacist” und dergleichen absondert, zeigen, eine woke Veranstaltung linksidentitärer Spinner geworden, die dann, wenn sie mit der Realität konfrontiert sind, kläglich versagen. Um schnell auf Ereignisse reagieren zu können, muss eine Organisation über Ressourcen verfügen, die Krisen schnell erkennen und Ressourcen auf den Weg bringen können. Die UN hat nichts davon. Die UN ist ein Debattierclub, in dem Migrationspäkte ausgehandelt werden, die wenn sie dann nach Jahren unsinniger Verhandlung in Papier gegossen sind, bereits wieder überholt sind. Die UN ist eine Stätte geworden, an der Bürgerrechte gehandelt werden, eingeschränkt für das globale Gute, wie es in der sozialistischen Utopie beschrieben wird, die hinter dem hauptsächlich von der UN betriebenen Mythos eines menschengemachten Klimawandels steht. Und die UN ist mit Sicherheit kein Ort, der der Koordination gemeinsamer Handlungen dient. Die UN ist ein zahnloser Tiger, der gelegentlich dritte Zähne in Form von Kontingenten der Mitgliedsstaaten erhält.

Mit einem Wort: Die UN ist überflüssig und wird – wie die EU – nach der SARS-CoV-2 Krise massiv darum kämpfen müssen, nicht abgewickelt zu werden.

Und bei der ARD träumt man offenkundig davon, mit Heiko Maas den Insolvenzverwalter stellen zu können. Auch eine Ambition, auch ein “Wirsindwiederwer”.



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