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Verlässliche COVID-19-Daten für Deutschland: Informiertes Vorgehen anstelle des RKI-ad-hoc-Patchwork

Im letzten Post haben wir die deftige Kritik dargestellt, die Rainer Schnell und Menno Smid an der Art und Weise üben, wie beim Robert-Koch-Institut versucht wird, einen Überblick über die tatsächliche COVID-19-Situation in Deutschland zu gewinnen, um Fragen zu beantworten wie: 

Will man diese Fragen beantworten, dann ist das Vorgehen des RKI, wie gezeigt wurde, vollkommen ungeeignet. 



Um ein geeignetes Forschungsdesign zu entwickeln, ist es zunächst einmal notwendig, die Ausgangsposition zu kennen, was in diesem Fall bedeutet, die Aussagekraft der vorhandenen Daten zu bestimmen.

Viel zu bestimmen gibt es dabei nicht, denn die Daten, die zur Verfügung stehen, also die Zahlen für die positiv Getesteten und die Zählung der Verstorbenen sind alles, was es derzeit gibt und es sind Daten, die 

Die vorhandenen Daten sind, wie Schnell und Smid feststellen, weder regional noch national repräsentativ und sie bieten keinerlei Möglichkeit, lokale Infektionscluser (Hotspots für das RKI) zu identifizieren.

Kurz: Auf Basis der vorhandenen Daten kann man so gut wie nichts über Verbreitung von SARS-CoV-2, eventueller Immunität, Faktoren, die den Ausgang einer COVID-19 Erkrankung beeinflussen, vielleicht auch determinieren, sagen.

Wie müsste ein Forschungsdesign aussehen, das es ermöglicht, Antworten auf die gestellten, drängenden Fragen zu geben?

So:

4 Stichproben:



Der Erfolg der Prävalenzstichprobe hängt von einer hohen Rate der Beteiligung ab, deshalb schlagen Schnell und Smid vor, Hausärzte miteinzubeziehen, d.h. die Entnahme von Rachenabstrichen und von Blut für Antikörper-Tests durch Hausärzte ausführen zu lassen. Damit sowohl Hausärzte als auch die per Zufallsauswahl z.B. aus den Daten des Einwohnermeldeamts ausgewählten Bürger an der Studie teilnehmen, sollen Anreize zur Teilnahme geboten werden (Gewinnspiel etc.) und in den Fällen, in denen kontaktierte Personen sich nicht melden, ein intensives „Follow-up“ betrieben werden, d.h. eine Kontaktierung von Hausärzten bzw. den ausgewählten Teilnehmern an der Studie, um dieselben zur Teilnahme zu bewegen.

Die Verlaufsstichprobe ist als Panel, also longitudinale Studie angelegt, was bedeutet, dass die 5.000 positiv getesteten Teilnehmer regelmäßig kontaktiert, der Verlauf der Krankheit dokumentiert werden muss. Dazu bietet sich die Nutzung einer Tracking-App an, die Einrichtung einer zentralen Seite im Internet, über die die Teilnehmer regelmäßig ihre Daten melden können sowie die Möglichkeit, Teilnehmer über ihre anstehende Datenmeldung zu informieren bzw. zu kontaktieren, wenn die Meldung ausbleibt.

Auf diese Weise, so denken Schnell und Smid, sei es möglich, sich ein umfassendes Bild der Verbreitung von COVID-19 zu machen, und damit haben sie vermutlich Recht.

Wer sich die Mühe machen will, dieses Vorgehen mit dem Patchwork von Aktivismus zu vergleichen, das vom RKI derzeit umgesetzt wird, der kann das hier tun.


Schnell, Rainer & Smid, Menno (2020). Methodische Probleme und Lösungen für eine epidemiologische Corona-Forschung. Vortrag gehalten am 15. April 2020 im Rahmen der Veranstaltung „Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise“, Berlin: WZB.



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