Unabhängig bei voller finanzieller Abhängigkeit – Die ZEIT kauderwelscht

Früher wurden Begriffe wegen ihrer Bedeutung verwendet.

Heute haben manche Begriffe ihres kognitiven Gehalts weitgehend entkleidet und benutzen sie nur noch als emotionale Marker, als Symbole, die anzeigen, dass man selbst natürlich gut ist, wie durch den Gebrauch der richtigen Begriffe “Ich bin für Flüchtlinge”, “Refugees welcome” oder “Gib’ Nazis keine Chance”, Begriffe, die deutlich machen, was man gut und vor allem nicht gut findet. Die Zeiten, in denen die eigene Meinung begründet wurde, sind lange vorbei. Heute ist es wichtig, die richtigen Worte zu benutzen, sich der richtigen verbalen Wohlfühlgemeinschaft zuzuordnen.



Ein schönes Beispiel haben wir gerade bei der ZEIT gefunden. Der Marktplatz der Schwätzperten hat am 7. Mai darüber berichtet, dass Vera Lengsfeld vom Bundestag nicht ins “Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) gewählt worden” ist. Offenkundig bestimmt der Deutsche Bundestag, wer im Deutschen Institut für Menschenrechte sitzt und sich, um Menschenrechte kümmert. Derzeit umfasst die beeindruckende Liste derer, die im DIMR ein Auskommen damit gefunden haben, die Rechte von Menschen abwechselnd als fehlend zu beklagen und schützen zu wollen, was wohl, wenn man das Klagelied ernst nimmt, nicht wirklich gelingt, 86 Mitarbeiter, die sich um Verwaltung, Kommunikation, “Menschenrechtsbildung”, “Menschenrechtspolitik international”, “Menschenrechtspolitik Inland/Europa” und den Vorstand kümmern oder die Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention bzw. die Monitoring-Stelle UN-Kinderrechtskonvention bevölkern.

Der Bundestag wählt nicht nur Mitglieder des DIMR, er finanziert den Laden auch, und zwar mit drei Millionen Euro im laufenden Jahr. Wie der Auszug aus dem Haushaltsplan des Bundestags zeigt, ist das DIMR eines jeder Institute, die zwei Ausgabeposten haben: Verwaltung und Personal. Anders formuliert: Es wird nichts hergestellt.

Dieses Anhängsel des Deutschen Bundestags, das von heute auf morgen in die ewigen Jagdgründe der Nutzlosen eingehen würde, wenn die “Zuwendungen des Bundes” gestrichen würden, wird von der ZEIT, man lese und staune, als “unabhängige Nationale Menschenrechtsinstitution” bezeichnet:

“Das DIMR ist die unabhängige Nationale Menschenrechtsinstitution Deutschlands und überwacht unter anderem die Umsetzung verschiedener UN-Konventionen. Die Richtlinien für die inhaltliche Arbeit werden von einem Kuratorium festgelegt. Diesem Gremium gehören auch mehrere Vertreterinnen und Vertreter von Wissenschaft und Zivilgesellschaft an, die vom Bundestag benannt werden.”

Unabhängig trägt hier offensichtlich nicht den Sinn, “unabhängig”, denn ein Institut, das fast vollständig am Tropf öffentlicher Finanzierung hängt, ist nicht unabhängig. Unabhängig wird hier benutzt, um das, was dieses Institut an Papier beschreibt, in seiner Konsequenz aufzuwerten, denn Unsinn, ist er erst von einem unabhängigen Institut verzapft worden, gilt der ZEIT als geadelter, emotional geadelter Unsinn. Wir befinden uns in nicht-kognitiven Gewässern, nicht vergessen. Es geht also nicht um das, was tatsächlich getan wird, sondern darum, wie man sich dabei fühlt.

Und ein Redakteur, der über ein Institut schreibt, das unabhängig ist, der fühlt sich einfach gut, sehr gut, nicht etwa dumm, sehr dumm.




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