Max(imilian) = Nazi-Vorname, deshalb: verbieten. Keine Ahnung, große Klappe – debile Mischung

Zusammen gegen Intoleranz heißt eine Aktion auf Facebook, an der unter anderem die Grünen/Bündnis90 und Pro-Asyl beteiligt sind. Der Kampf gegen Intoleranz nimmt auf dieser Seite in der Regel eine Form an, die man nicht anders als Intoleranz gegen alles und jeden, der nicht die Meinung derer, die die Seite betreiben, teilt, bezeichnen kann.

Für Sozialpsychologen interessant dabei ist, dass sich die Autoren von ZGI „Zusammen gegen Intoleranz“ alle durch eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Ahnungslosigkeit, eine große Klappe, durch keinerlei Empirie zu erschütternde falsche Überzeugungen und somit durch etwas auszeichnen, was man nur als Grenzdebilität, wie sie durch Lernresistenz entsteht, bezeichnen kann.

Ein besonders gutes Beispiel ist „Joyce“:

„Joyce ist 29, studiert Sozialpädagogik und ist eine Aktivistin“.

Wir haben schon wiederholt geschrieben, dass der Status eines Studenten und der eines Aktivisten nicht zusammenpassen. Man ist entweder an Wissen interessiert oder an politischem Aktivismus. Und wenn man liest, was Joyce an Blödsinn von sich gibt, dann wird einem richtig übel bei dem Gedanken, dass Joyce am Ende einen Abschluss in Sozialpädagogik erhalten wird, schon weil es so gut wie unmöglich ist, keinen Abschluss in Sozialpädagogik zu erhalten. Aus diesem Abschluss wird sie den Schluss ziehen, sie habe auch nur entfernt von irgend etwas Ahnung. Und jede Wette: Diese falsche Überzeugung wird dazu führen, dass Joyce sich berufen fühlt, andere zu belehren. Weil es ein fast schon ehernes Gesetz ist, dass die, die andere demonstrativ belehren wollen, keine Ahnung, aber ganz viel Überzeugung haben. Die Katastrophen, die derartige ahnungslose Spinner anrichten, hat Dietrich Dörner in seinem Buch „Die Logik des Misslingens“ beschrieben.

Doch geben wir Joyce die Gelegenheit, ihre gesammelte Ahnungslosigkeit für alle Welt sichtbar auszubreiten und auf Basis von völligem Blödsinn, den Joyce für die Wahrheit hält, weitreichende Forderungen zu erheben, die natürlich in die Freiheit anderer Menschen eingreifen. Das ist noch ein ehernes Gesetz: Je dümmer die Aktivisten, desto mehr wollen sie die Freiheit anderer beschneiden.

Let’s rejoice in the stupidity of Joyce.

„Es ist an der Zeit, dass Kinder bei der Geburt zeitgemäße Vornamen erhalten. Zu viele “deutsche” Namen sind vorbelastet und erinnern an die Gräueltaten der Nazis. Ob Max, Franz, Jakob, Julian, Philipp oder Martin, so wurden Kinder in der düsteren Zeit des dritten Reichs zuhauf in Anlehnung an Nazi-Größen wie Max Amann, Jakob Sprenger, Julian Scherner oder Martin Sandberger genannt. Zudem stecken diese Vornamen Kinder von ihrer Geburt an in die Schublade Mann oder Frau, alle anderen Geschlechter werden sowieso ignoriert; um zu verhindern, dass sich das Kind im späteren Verlauf des Lebens in einer Geschlechtsidentitätskrise wiederfindet, weil es beispielsweise annimmt, es müsse ein Junge sein, weil es Lukas heißt, müssen geschlechtsneutrale Vornamen endlich zur Pflicht werden. Jeder Mensch kennt nur selbst sein wahres Geschlecht. Es gibt so schöne Vornamen, beispielsweise Abrar, Quinn, Abeer, Cameron, Taylor, Alim, Sidney und Kim, um nur einige zu nennen. Daher fordere ich: Schluss mit stigmatisierenden Nazi-Namen! Ja zu modernen Vornamen, die keinen Spielraum für Rassismus und Vorurteile lassen!“

Wenn Joyce tatsächlich Sozialpädagogik studiert, dann wohl in einem Asyl für geistig Demente oder ideologisch Verblödete. Beides dürfte sich kaum unterscheiden. Die Frage, auf Grundlage welchen Rechts, solche kleinen Spinner ihre Forderungen dahingehend, wie sich andere verhalten sollen, stellen, lassen wir einmal links liegen.

Widmen wir uns der Behauptung, Max, Franz, Jakob, Julian, Philipp oder Martin wären Nazi-Namen.

Im Jahre 1938 hat das Reichsministerium des Innern eine Richtline über die Führung von Vornamen veröffentlicht. Die Richtline war im Wesentlichen darauf gerichtet, Juden zu schikanieren, enthält aber zudem einige Passagen, die die nationalsozialistischen Vorlieben für Vornamen beschreiben, darunter Absatz A.3:

„Kinder deutscher Staatsangehöriger sollen grundsätzlich nur deutsche Vornamen erhalten. Es dient der Förderung des Sippengedankens, wenn bei der Wahl der Vornamen auf in der Sippe früher verwendete Vornamen zurückgegriffen wird. Dabei werden besonders auch solche Vornamen in Frage kommen, die einem bestimmten deutschen Landesteil, aus dem die Sippe stammt, eigentümlich sind (z. B. Dierk, Meinert, Uwe, Wiebke).“

Ziel der Nazis war es, nordische Vornamen zu verbreiten, nicht alte deutsche Namen wie Max(imilian – der größte unter den Habsburgern) oder Jakob (im Übrigen ein hebräischer Name, der u.a. Israel bedeutet). Von Namen wie Julian (Abwandlung von Julius, der kein bekannter Nazi-Feldherr war), Philipp (unser griechischer Pferdefreund) oder Martin (Sohn des Mars) ganz zu schweigen.

Wir haben uns an dieser Stelle gefragt, ob es sich vielleicht um eine Satire handeln könnte, diese Idee aber schnell wieder verworfen. Zum einen vermittelt die Seite von ZGI keinerlei Anzeichen der Satire. Die meinen, was sie schreiben. Zum anderen haben wir in den letzten Jahren gelernt, dass Dummheit und Ahnungslosigkeit politische Aktivisten in keiner Weise davon abhalten, ihre Klappe aufzureißen und auf Grundlage ihrer Nichtkenntnis für andere etwas zu fordern.

Als Einschub: In der Logik gibt es eine große Fraktion, die vor den Problemen, die sich mit Analogieschlüssen verbinden, warnen. Die Probleme resultieren vor allem daraus, dass man mit einem willkürlich gezogenen Analogieschluss massiv auf die Nase fallen kann, dann nämlich, wenn sich der Schluss als absurd und grottenfalsch erweist (d.h. man muss, um Analogieschlüsse ziehen zu können, viel über den Kontext, in dem z.B. Beobachtungen oder Erfahrungen gemacht wurden, wissen).

Joyce meint auf verbreitete Nazi-Namen schließen zu können, weil sie schon einmal etwas von „Nazi -Größen wie Max Amann, Jakob Sprenger, Julian Scherner oder Martin Sandberger“ gehört haben will.

Max Amann war eher einer der Mitläufer, ein untalentierter Redner, dem zudem jegliche Fähigkeit, sich zu profilieren gefehlt hat. Ihm wurde der Titel eines SS-Obersturmführers verliehen. Ein kleines (oder großes) Vermögen hat Amann als Verleger von Mein Kampf und anderen Nazi-Schriften verdient. Er wurde zum Präsidenten der Reichspressekammer und Vorsitzenden des Vereins Deutscher Zeitungsverleger ernannt und von den Alliierten als Hauptschuldiger in Nürnberg verurteilt.

Auch Jakob Sprenger ist einer der Nazis, die in der mittleren Staatshierarchie ihr Dasein gefristet haben – als Reichsstatthalter des Volksstaates Hessen, dann Reichsverteidigungskommissar des Wehrkreises XII und Oberpräsident der preußischen Provinz Nassau. Er hat am 7. Mai 1945 Selbstmord verübt.

Julian Scherner war SS-Polizeiführer in Krakau und hat das Kriegsende nicht erlebt.

Martin Sandberger war SS-Standartenführer und Verantwortlicher für die Ermordung von Juden in Estland.

Alle vier, deren Vornamen Joyce verbieten will, sind nicht unbedingt Nazis, die eine hohe Bekanntheit genießen, so dass man sich fragt, wo Joyce ihre Namen aufgeschnappt hat. Was sie in jedem Fall nicht sind, ist repräsentativ für die Vornamen ihrer Zeit oder Vorbild für die Vornamensgebung im Dritten Reich. Die Liste der Vornamen, die Nazis Eltern im Dritten Reich vorgegeben haben, enthält keinen einzigen der von Joyce genannten Namen. Das genau ist das Problem mit Analogieschlüssen: man kann sich leicht als ahnungsloser Depp entpuppen.

Weibliche Namen Männliche Namen
Ada
Adda
Adele
Adelgard
Adelgund
Adelheid
Adeltraut
Adolfine
Alberta
Albertine
Aloisia
Alrun
Altrud
Alwine
Amalie
AnselmaBernhild
Bernhilde
Berta
Berthild
Berthilde
Bertraud
Borghild
Brita
Brunhild
BrunhildeDagmarEdelburg
Edelgard
Edeltraud
Edeltrud
Edith
Ehrengard
Eiltraut
Elfride
Ella
Ellengard
Elvira
Elvire
Emma
Engelberta
Engelgard
Erdmute
Erika
Erna
ErnestineFerdinande
Frieda
Friedegard
Friedgard
Friedegund
Friederike
Friderun
FriggaGenoveva
Gelmut
Gerburg
Gerda
Gerharde
Gerhild
Gerhilde
Gerlind
Gerlinde
Gesine
Gertraud
Gertrud
Gisa
Gisela
Giseltraud
Giseltrud
Giesinde
Gudrun
Gunhild
Gunthild
GunthildeHadmut
Hedda
Hedwig
Heide
Heilburg
Helga
Helgard
Helma
Hemtraud
Helmtrud
Henrike
Herma
Hermine
Herta
Hertraud
Hertrud
Hilde
Hildegard
Hildegund
Hiltraud
Hiltrud
Hulda

Ida
Ise
Inge
Ingeborg
Ingried
Irma
Irmela
Irmfriede
Irmgard
Irmhild
Irmlind
Irmlinde
Irmtraud
Irmtrud
Ilsa
Ishild
Ishilde
Isolde

Karla
Karoline
Klothild
Klothilde
Kriemhild
Kriemhilde
Kunigund
Kunigunde

Leopolda
Leopoldine
Liebgunde
Lina
Ludwiga

Malwine
Mathild
Mathilde
Mechthild
Mechthilde
Miltrud
Minna

Northild
Northilde
Nortrud
Notburg
Notburga

Olga
Ortraud
Ortrud
Ortrun
Oslinde
Oswine
Otilde
Ottilie

Reimunde
Reinhild
Reinhilde
Richarda
Roberta
Rosa
Rosamund
Rosamunde
Roswitha
Rotraut
Rotrud
Rudolfine
Runfrid
Runhilde
Ruperta

Selma
Senta
Siegberta
Sighild
Sieghilde
Sieglinde
Siegrun
Sigburg
Sigrun
Sigmut
Solweig
Swanhild

Thekla
Theodelinde
Thusnelda
Tilla
Traudlind
Traudlinde
Trude

Udalberta
Ulberta
Ulla
Ulrike
Undine
Ute

Walburg
Walfriede
Walpurga
Waltraud
Waltrud
Wanda
Werngard
Wilfriede
Wilhelma
Wilhelmine
Wilma
Wildrud
Wiltrudt
Winfriede
Wunhild

Adalbert
Adelbert
Adolf
Alarich
Albert
Albrecht
Alfons
Alfred
Alois
Alwin
Anselm
Armin
Arnold
ArnulfBalduin
Baldur
Baldwin
Benno
Bernd
Bernhard
Bertold
Bertram
Bodo
Bruno
BurckhardDagobert
Detlef
Dietger
Dietmar
DietrichEberhard
Eckhard
Edgar
Edmund
Eduard
Edward
Edwin
Egbert
Eginhard
Egon
Einhard
Eisenhard
Emmerich
Engelbert
Erdmann
Erhard
Erich
Ernst
Erwin
EwaldFalk
Falko
Ferdinand
Frank
Franz
Friedel
Friedolin
Freidrich
Fritz
Frowein
FürchtegottGebhard
Gerald
Gerd
Gerfried
Gerhard
Gero
Gisbert
Godecke
Gottfried
Gotthard
Gotthelf
Gotthold
Gottlieb
Gottwald
Götz
Guido
Gundolf
Günter
Guntram
GustavHagen
Harald
Harro
Hartmann
Hartmut
Hartwig
Heinrich
Heinz
Helmuth
Henning
Herbert
Hermann
Hildebrand
Hilmar
Hinz
Horst
Hubert
Hugo
Humbert

Ingbert
Ingo
Iwein

Karl
Knut
Konrad
Kraft
Kunibert
Kuno
Kurt

Lambrecht
Landhelm
Landolf
Lebrecht
Leonhard
Leopold
Leuthold
Lienhard
Lothar
Ludolf
Ludwig
Luitpold
Lutz

Manfred
Markward
Meinhard
Meinrad

Neithard
Norbert
Norfried
Notker

Odo
Odilo
Olaf
Ortwin
Oskar
Oswald
Oswin
Otmar
Otto
Ottokar
Ottomar

Rainer
Ralf
Randolf
Reimund
Reiner
Reinhard
Reinhold
Richard
Robert
Roderich
Roger
Roland
Rolf
Rudolf
Rupert
Ruprecht

Schwerthelm
Sebald
Siegbert
Siegfried
Siegmar
Siegmund
Siegward
Sigisbert
Sigismund
Sigurd
Sturmhard
Swen

Tassilo
Tasso
Tejo
Theodebald
Theoderich
Timm
Traugott
Tuisko

Udo
Ulrich
Utz

Volkbert
Volker
Volkhard
Volkmar
Volkrad
Volkwin

Waldemar
Walter
Warmund
Werner
Widukind
Wieland
Wilfried
Wilhelm
Willi
Willibald
Winfried
Wolf
Wolfgang
Wolfhard
Wolfram
Wittich
Wulf

Die Liste der Namen entstammt dem deutschen Familenstammbuch von 1937. Neben diesen Namen, die als Vornamen deutschen oder germanischen Ursprungs klassifiziert sind, gibt es noch eine Liste „fremder Vornamen“, die zwar nicht gerne gesehen, aber dennoch geduldet wurden:

Weibliche Namen Männliche Namen
Agathe
Agnes
Alice
Alma
Angela
Angelika
Anna
Anneliese
Annemarie
AugusteBabette
Barbara
Beate
Bettin
Bettina
BrigitteCäcilie
Charlotte
Christel
Christine
CrescentiaDora
Dorothea
DörtheElisabeth
Elise
Elsa
Elsbeth
Else
Emilie
Eugenie
EvaFanni
Florentine
FranziskaGabriele
Grete
Gretel

Hanna
Helene
Henriette

Irene
Isabella

Johanna
Josefa
Josephine
Julie
Jutta

Katharina
Käthe
Kathrein
Kathrine
Klara
Kreszenz

Laura
Lene
Leonore
Liesbeth
Liese
Lieselotte
Lilli
Lore
Lotte
Luise

Magdalene
Margarete
Marianne
Marie
Marie-Luise
Martha

Paula
Pauline

Renate
Ruth

Sophie
Stefanie
Susanne
Suse

Therese
Tine
Toni
Trine

Ursel
Ursula

Valeria
Veronika
Viktoria

Achim
Alexander
Andreas
Anton
Artur
AugustBartel
BenediktChristian
ChristophEmilFelix
FlorianGeorg
GregorHans

Ignatz
Immanuel

Jakob
Joachim
Jobst
Jochem
Jochen
Johann
Johannes
Jörg
Josef
Julius
Jürgen

Karsten
Kaspar
Klaus
Klemens

Leo
Lorenz

Martin
Matthias
Max
Merten
Michael
Moritz

Paul
Peter
Philipp

Sebastian
Sepp
Simon
Stefan

Theo
Theodor
Thomas

Veit
Viktor
Vinzenz

Der beliebteste männliche Vorname im Dritten Reich war übrigens Horst, gefolgt von Otto. Auch Ludwig, Mathias, Peter, Johann oder Nikolaus standen hoch im Kurs. Etwas weniger häufig war Adolph. Beliebte weibliche Vornamen (die gab es auch) waren, Edeltraud, Ingrid, Uta, Ingeborg, Erika, Helga, Gertrude, Ursula oder Sieglinde.

In welcher Zeit leben wir eigentlich, wenn Namen wie Max(imilian), also Namen, die lange bevor es die Nazis gab, beliebt waren, Namen wie Jakob, der hebräischen Ursprungs ist, als Nazi-Vornamen diffamiert werden, in der Irre durch die Gegend laufen, die denken, ein Vorname sei etwas, das ein Wesen in sich trage, ein Nazi-Wesen. Dass solche Spinner auch noch an Fachhochschulen studieren können, frei herumlaufen dürfen, macht die Sache nur noch schlimmer. Wesen wie Joyce sind tickende Zeitbomben. Sie denken Begriffe wären Wesenheiten, Vornamen würden etwas über die Person aussagen oder wären ideologisch inkubiert. Derartiger Geisterglaube, derartige Unkenntnis über den Ursprung und den Sinn von Bezeichnungen, sind erschreckend, fast so erschreckend wie die Tatsache, dass Wesen, die mit 29 Jahren immer noch Sozialpädagogik studieren, meinen, sich in aller Öffentlichkeit als Vertreter abstruser esoterischer Lehren erkennen geben zu können und denken, sie hätten auch nur einen Funken einer Berechtigung, anderen etwas vorschreiben zu können.

Wenn jemand einen Zweifel daran hatte, dass Totalitarismus, Dummheit, die an Debilität grenzt und religiöses Sendungsbewusstsein Hand in Hand geben, das Beispiel von Joyce ist ein weiterer Beleg dafür, dass sie es tun.

Ein paar Fragen an all diejenigen, die der Ansicht sind, ZGI sei eine Satireseite:

  1. Was wäre der Zwecke dieser Art von Satire?
  2. Welches Zeil verfolgen die vermeintlichen ZGI-Satiriker?
  3. Woran erkennt man diese Art der Satire bzw. was macht Sie so sicher, dass es sich dabei um Satire handelt?
  4. Welcher Satiriker ist darauf aus, seine Leser konsequent und dauerhaft zu belügen und sich ihren Ärger dauerhaft zuzuziehen?

Komische Satire:

 
Wenn das Satire ist, dann wird dem Leser unter dem Deckmantel der Satire Queer.de untergeschoben.

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Nachhaltiger Weinbau und prätentiöses Geschwätz

Bad Dürkheimer Rittergarten, Leistadter Herrenmorgen, Ungsteiner Bettelhaus, Edesheimer Forst, Rhodter Rosengarten, Weyherer Michelsberg .. klangvolle Namen für edle Tropfen.

Aber wird der Wein, der in den entsprechenden Lagen angebaut wird, auch nachhaltig angebaut? Wie wir alle nicht müde werden, uns erzählen zu lassen, ist es besonders wichtig, nachhaltig zu sein. Für die Kinder und die Enkelkinder und die Kinder der Enkelkinder und … Sie wissen schon, für alle die, die davon profitieren, dass wir verzichten, nein sparen, eben nachhaltig sind.

Und weil nun auch der Wein nachhaltig sein muss, also der Anbau, der Wein ist, wie jeder weiß, der ein oder zwei Schoppen zu viel getrunken hat, seit jeher nachhaltig in seiner Wirkung, deshalb hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt 124.000 Euro springen lassen, um einen „Leitfaden und Rechner“ entwickeln zu lassen, mit dem eine „betriebliche Datenerfassung der Energie- und Materialaufwendungen“ in Weinbaubetrieben ermöglicht werden soll.

Und bekommen hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt das:

„Gezeigt habe sich, dass es in der heterogenen Branche des Weinbaus notwendig sei, betriebsspezifische Bedingungen festzulegen, die eine weitere Differenzierung der betrieblichen Umweltleistungen ermöglichten. Daher seien für den Handlungsleifaden zusätzliche weinbauspezifische Angaben – wie Betriebsgröße, die Kunden- und Vertriebsstruktur, die Bewirtschaftungs- und Produktionsweisen sowie die Besonderheiten des Weinanbaugebietes – berücksichtigt worden, die eine Differenzierung und eine vergleichende Darstellung weinbaulicher Organisations- und Betriebsprofile erlaubten.“

Prätentiöses Geschwätz.

Prätentiös, weil es vorgibt, mehr Inhalt zu tragen als es tatsächlich trägt. Geschwätz, weil das umfangreiche Gebrabbel in kurz und seinem ganzen Wichtigkeitsgehabe entkleidet, die folgende Aussage beinhaltet:

Weinbaubetriebe sind verschieden. Die Ressourcen, die Weinbaubetriebe aufwenden, hängen davon ab, wie viel Fläche sie bewirtschaften, ob sie direkt vermarkten oder an Genossenschaften abliefern.

Das, mit Verlaub, hätte man auch ohne eine 124.000 Euro teure „Studie“ herausfinden können. Dass ein Winzer, dessen Betrieb 5 Hektar umfasst und der seinen Wein nicht nur im Fass ausbaut, sondern auch selbst abfüllt, mehr Ressourcen verbraucht als ein Winzer, der 2 Hektar bewirtschaftet und seine Ernte direkt in die Winzergenossenschaft fährt, das sagt der gesunde Menschenverstand. Natürlich sagt der gesunde Menschenverstand dies in klarer Sprache, nicht in dem prätentiösen Geschwätz, das wir oben zitiert haben.

Je weniger Inhalt ein Fach, das es irgendwie an die Hochschule geschafft hat, umfasst, desto mehr Geschwätz wird dort produziert:

„In dem Projekt erfolgte eine Analyse der wesentlichen Auswirkungen entlang aller Lebenszyklusphasen der Weinproduktion auf Grundlage international anerkannter Leitlinien. Dabei fand die gesamte Produktionskette vom Herrichten der Weinbergfläche über die Kellerwirtschaft bis hin zum Vertrieb Beachtung“, erläutert Desiree Palmes von der Technischen Hochschule Bingen.

In Deutsch: Wir haben den Ressourcenverbrauch eines Winzers in einem Jahr untersucht.

Derartiges prätentiöses Geschwätz erinnert an ebensolches von Theodor Adorno und Jürgen Habermas. Wegen dieser Erinnerung haben wir etwas ganz Besonderes für unsere Leser ausgegraben, einen ZEIT-Artikel, der zu einer Zeit veröffentlicht wurde, als die ZEIT noch den intellektuellen Anspruch umgesetzt hat, der heute bei der ZEIT und aufgrund  ZEITgeist von prätentiösem Geschwätz ersetzt wurde. Der Text stammt aus der Feder von Karl Raimund Popper und ist ein wirkliches Juwel, das in keiner Zusammenstellung von Texten mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ fehlen darf.

Freut Euch auf den Text!

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Feminismus, Genderismus, Terrorismus

Retraction Watch berichtet von einem Vorgang, der zwischenzeitlich zur Normalität geworden ist: Die Geschlechtsteilepolizei hat entdeckt, dass in einem Beitrag in der Zeitschrift „Annals of Surgery“ mit dem Titel „Modern Surgeon: Still a Master of his Trade or Just an Operator of Medical Equipment?“ durchweg männliche Pronomen benutzt werden: Der moderne Chirurg. Ist er noch Herr seiner Profession oder nur ein Bediener medizinischer Ausrüstung?

Das ist natürlich ganz furchtbar, nicht etwa, dass noch jemand auf die Idee käme, es komme auf den Inhalt eines Textes an. Nein. Sie können schreiben, was sie wollen, solange es „geschlechtersensibel“ ist.

Kurze Zeit nach der Veröffentlichung des Textes, der die englische Übersetzung eines Vortrags ist, den der ehemalige polnische Präsident der European Surgical Association, Marek Krawczyk, gehalten hat, und zwar auf polnisch, hat die Zeitschrift „Annals of Surgery“ der Sturm der Entrüstung derjenigen getroffen, für die es wichtiger ist, ob ein Text auch weibliche Pronomen benutzt, als dass sie sich für den Inhalt interessierten.

In der polnischen Sprache, so hat sich Keith D. Lillemoe, der Herausgeber der Zeitschrift „Annals of Surgery“ verteidigt, werde nicht zwischen ihm/seine und ihr/ihre unterschieden. Ihm/seine könne für beides stehen. Dass dies in der englischen Sprache auch so ist, dass auch im Englischen das grammatikalische Geschlecht unbestimmt ist, selbst wenn von „the surgeon“ und „his“ die Rede ist, hat Lillemoe, der ganz im Zeichen der feministischen Sturmtruppen, die ihn via Twitter heimgesucht haben, steht, vergessen anzufügen.

Dank Feminismus sinkt der Westen immer tiefer in eine geistige Demenz, die Schlimmes für die Zukunft ahnen lässt. Wir leben in einer Zeit, in der das Fehlen von „her“ in einem Text dazu führt, dass sich ein Herausgeber vor dem entsprechenden Mob erniedrigt und schnellstens erklärt, dass es nie seine Intention war, weibliche Chirurgen dadurch zu verletzen, dass er nur das Pronomen „ihm/seine“ und nicht auch das Pronomen „ihr/ihre“ benutzt habe.

Derartige Versäumnisse sind so furchtbar, dass die Inhalte von Texten vollkommen in den Hintergrund treten. Diskutiert wird nur noch über die Häresie, die darin besteht, dass man einen Unterschied zwischen dem grammatikalischen und dem biologischen Geschlecht sieht. Im Gegensatz zu feministischen Sturmtruppen, die überall Geschlechtsteile zu sehen scheinen.

Es ist erschreckend und bezeichnend zugleich, bezeichnend für eine Kultur im feministischen Niedergang, auf deren Sterbebett noch darüber gestritten werden wird, ob „der“ Sarg und „die“ Leiche kompatibel und geschlechtersensibel sind. Darüber wiederum wird der Leichnam der Leiche alle Stadien der Verwesung durchschreiten und DAS Skelett hinterlassen.

Aequat Omnis Cinis – oder?

Kinder und Kinderinnen: Hannover erliegt dem Gendervirus

Dass Genderismus blöd macht oder die Dummen im Genderismus klumpen, kann man zwischenzeitlich als gegeben akzeptieren.

Geschlechtersensible Gletscher, deren Eis zu männlich ist, der Klimawandel, der nach Ansicht von Genderistenein Mann ist, die allen Ernstes publizierte Studie vom Penis, der Schuld am Klimawandel ist, mehr Belege dafür, dass mit dem Genderismus der Wahnsinn an Hochschulen eingezogen ist, sind eigentlich nicht notwendig.

Und von Hochschulen hat er sich ausgebreitet, der Genderwahnsinn, wobei die Objekte, die Genderwahnsinnige für sich in Anspruch nehmen, Posten in Aufsichtsräten und Toiletten sind.

Zudem hat mit politischen Gender-Kommissaren, die es zwischenzeitlich in allen Verwaltungen gibt, wie einst die Polit-Kommissare des Josef Stalin, die Gendersprach-Verballhornung, also der Versuch, dünne Gedanken hinter allerlei Unfug wie „Innen“,“_“ oder “*” oder sonstigem Firlefanz zu verstecken, um sich gegriffen. Wir alle erinnern uns an das Profx, das sang- und klanglos von der Humboldt-Universität Berlin verschwunden ist (oder wurde).

Diese Gendersprache feiert eine Offenbarung nach der nächsten, wobei die Offenbarung immer darin besteht, was Genderisten alles nicht wissen. So können Genderista nicht zwischen dem biologischen und dem grammatikalischen Geschlecht unterscheiden und sind auch in anderer Hinsicht der Sprache Unkundige.

Besonders Unkundige scheinen sich in Hannover zu finden, wo der Gender-Sprachvirus möglicherweise einmal vorhandene rudimentäre Kenntnisse deutscher Sprache beseitigt hat.

Übrig geblieben ist verbaler Sprachmüll wie “Kinderinnen”.

Kinderinnen in Hannover.jpeg

Es reicht Genderisten also nicht mehr aus, Begriffe, denen sie männliche Geschlechtsorgane andichten, durch Begriffe, denen sie weibliche Geschlechtsorgane andichten, zu ergänzen. Auch ganz harmlose Neutren der deutschen Sprache, die grammatikalischen Trans- und Intersexuellen, sie werden nunmehr zum Opfer der Gender-Wahnsinnigen, deren Welt nur in Ordnung ist, wenn sie Begriffe mit „innen“ ergänzen können.

Also freuen Sie sich schon, liebe Leser, auf die nächsten Exponate des grassierenden Genderwahnsinns,

auf Fernseher und Fernseherinnen;
auf Pferde und Pferdinnen;
auf Kasperltheater und Kasperltheaterinnen;
auf Spülbecken und Spülbeckinnen;
auf Elend und Elendinnen;
auf Irrenhaus und Irrenhausinnen;

Verantwortlich für dieses Schild, das an einem Spielplatz der Landeshauptstadt Hannover prangt, ist Karin van Schwartzenberg, Leitungin des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün der Stadt Hannover.


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Linksaktivisten: Etymologie eines Euphemismus

Rechtsextremisten, so lautet generell die Bezeichnung für die Urheber von Anschlägen oder kriminellen Handlungen, wenn es möglich ist, die Anschläge oder kriminellen Handlungen als politische Straftat von Rechten zu klassifizieren.

Bei Linken ist das nicht so.

Blockupy1

Szenen des Linksaktivistmus – Vorschau auf Hamburg?

Linke Straftäter werden von Journalisten in euphemistischer Weise zu etwas anderem stilisiert als sie sind: Nicht Straftäter, nicht Linksextremisten, nein Linksaktivisten oder linke Aktivisten seien sie.

Wir haben die Spuren von Linksaktivisten oder linken Aktivisten verfolgt, die Letztere durch die Medien ziehen. Unser Ziel: eine Bestimmung der Bedeutung des Begriffs „Linksaktivisten“ bzw. „linke Aktivisten“ und eine Betrachtung seiner Veränderung über Zeit.

In den 2010er Jahren gelten in Medien als Linksaktivisten Personen, die die folgenden Handlungen ausführen:

  • Torten werfen – (eigentlich: gefährliche Körperverletzung, weil gefroren) – HNA vom 5. April 2017
  • Von 2000 bis 2009 galten als Linksaktivisten Personen, die
    Steine werfen, und damit eine neue Krawallkultur etablieren wollen – Spiegel vom 13. September 2009

In den 1980er und 1990er Jahren galten als Linksaktivisten:

Generell fällt auf, dass der Begriff der Linksaktivisten, seine Hochzeit seit dem Jahre 2010 erlebt. Zuvor kam er eher sporadisch in Pressemeldungen vor, seit 2010 häufen sich die Journalisten, die auf den Begriff „Linksaktivisten“ zurückgreifen, um, wie die Aufzählung oben zeigt, damit Straftaten zu verharmlosen, die sie mit Sicherheit nicht verharmlosen würden, würden sie von Rechtsaktivisten begangen.

Heute gibt es übrigens in der ARD (bei den neuen Faktenfindern) einen Beitrag, der die Verharmlosung von Waffen durch Kosenamen beklagt. Wie wäre es, wenn sich die Faktenfinder der ARD auch einmal mit der Verharmlosung von Straftaten, dann, wenn sie von Linken begangen werden, befassen würden und durchsetzen würden, dass Straftäter z.B. in der ARD, unabhängig davon, ob sie linke oder rechte Straftäter sind, als das bezeichnet würden, was sie nun einmal sind: Kriminelle. Nicht mehr und nicht weniger.

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