Linksaktivisten: Etymologie eines Euphemismus

Rechtsextremisten, so lautet generell die Bezeichnung für die Urheber von Anschlägen oder kriminellen Handlungen, wenn es möglich ist, die Anschläge oder kriminellen Handlungen als politische Straftat von Rechten zu klassifizieren.

Bei Linken ist das nicht so.

Blockupy1

Szenen des Linksaktivistmus – Vorschau auf Hamburg?

Linke Straftäter werden von Journalisten in euphemistischer Weise zu etwas anderem stilisiert als sie sind: Nicht Straftäter, nicht Linksextremisten, nein Linksaktivisten oder linke Aktivisten seien sie.

Wir haben die Spuren von Linksaktivisten oder linken Aktivisten verfolgt, die Letztere durch die Medien ziehen. Unser Ziel: eine Bestimmung der Bedeutung des Begriffs „Linksaktivisten“ bzw. „linke Aktivisten“ und eine Betrachtung seiner Veränderung über Zeit.

In den 2010er Jahren gelten in Medien als Linksaktivisten Personen, die die folgenden Handlungen ausführen:

  • Torten werfen – (eigentlich: gefährliche Körperverletzung, weil gefroren) – HNA vom 5. April 2017
  • Von 2000 bis 2009 galten als Linksaktivisten Personen, die
    Steine werfen, und damit eine neue Krawallkultur etablieren wollen – Spiegel vom 13. September 2009

In den 1980er und 1990er Jahren galten als Linksaktivisten:

Generell fällt auf, dass der Begriff der Linksaktivisten, seine Hochzeit seit dem Jahre 2010 erlebt. Zuvor kam er eher sporadisch in Pressemeldungen vor, seit 2010 häufen sich die Journalisten, die auf den Begriff „Linksaktivisten“ zurückgreifen, um, wie die Aufzählung oben zeigt, damit Straftaten zu verharmlosen, die sie mit Sicherheit nicht verharmlosen würden, würden sie von Rechtsaktivisten begangen.

Heute gibt es übrigens in der ARD (bei den neuen Faktenfindern) einen Beitrag, der die Verharmlosung von Waffen durch Kosenamen beklagt. Wie wäre es, wenn sich die Faktenfinder der ARD auch einmal mit der Verharmlosung von Straftaten, dann, wenn sie von Linken begangen werden, befassen würden und durchsetzen würden, dass Straftäter z.B. in der ARD, unabhängig davon, ob sie linke oder rechte Straftäter sind, als das bezeichnet würden, was sie nun einmal sind: Kriminelle. Nicht mehr und nicht weniger.

Widerspruch aus Köln: Die TU-Darmstadt hat die Dummheit nicht gepachtet…

… es gibt noch die Universität zu Köln.

Das schreibt uns ein Leser, der der Gleichstellungsbeauftragten der Universität zu Köln die unschätzbare Erkenntnis verdankt, dass niemand und jemand männlich sind. Frauen können also nicht niemand und auch nicht jemand sein, was misslich ist, denn damit werden sie zu nichts erklärt, da zwischen jemand und niemand nichts mehr übrig bleibt.

Ob die Frauen, die nicht vom Gendervirus befallen sind, sich für nichts halten?

Ein Blick einen Schreibtisch weiter macht die Antwort mehr als deutlich (aber sie ist nicht publikabel…).

Nicht publikabel ist eigentlich auch der Blödsinn, den die Gleichstellungsbeauftragte der Universität zu Köln (einst alt und ehrwürdig, heute nur noch alt also die Uni, nicht die Beauftragte,, die Annelene Gäckle) verbreitet, und zwar in einem Pamphlet, das mit „überzeugende Gendersprache“ überschrieben ist und uns in keiner Weise überzeugt hat. Um ehrlich zu sein, es hat uns, nachdem der Ärger verklungen war, belustig, ob der Idiotie, die dieses unglaubliche Dokument geistiger Benebelung hervorgebracht hat.

Eine Seite aus dem Pamphlet reicht, um eine stattliche Anzahl von eklatanten Fehlern aufzuzeigen:

Gleichstellung in koeln

Aus der Kategorie „klassischer Widerspruch“ und freies Assoziieren:

„Eine Sonderrolle unter den Pronomina nimmt das Wort „man“ ein. Es weicht zwar im Schriftbild vom „Mann“ ab, ist im Lautbild aber mit ihm identisch. Das „man“ wird gebraucht, um allgemeingültig alle Menschen oder zumindest größere, auch Frauen einschließende Personenkreise zu bezeichnen. „Man sollte sich bemühen, möglichst viel Strom zu sparen.“, bedeutet: „Alle Menschen sollten sich um ein energieschonendes Verhalten bemühen. Damit stellt es ein generisches Maskulinum auf der Ebene der Wortbedeutung dar.“

Gerade wollten wir die Annelene dafür loben, dass sie verstanden hat, dass man Menschen meint und Frauen Menschen sind. Und dann kommt der klassische Widerspruch…

Das Lautbild von man erinnert an Mann, deshalb ist es aus Sicht der gendersensiblen (vielleicht auch der genderopathologischen) verwerflich, man zu benutzen. Die Begründung dafür lautet: Weil das Wörtchen „man“ Menschen bezeichnet und Frauen selbst von Genderisten zu den Menschen gezählt werden, deshalb muss man man vermeiden, denn man klingt wie Mann und weil man wie Mann klingt, deshalb ist es ein generisches Maskulinum und generische Maskulina sind für schlecht erklärt worden. Warum? Weil sich Genderisten einbilden wollen, sie wären, spräche jemand von Ärzten oder Steuerzahlern, nicht eingeschlossen. Und natürlich leben wir in einer Zeit, in der man Rücksicht auf den Spleen einer kleinen Sekte nehmen muss. Die Mehrheit der Normalsprecher muss sich eben anpassen – oder?

Da die Assoziation mit „Mann“ gendersensibel bedenklich ist, auch dann, wenn sie über „man“ erfolgt, müssen natürlich alle Begriffe, die mit Mann eine Lautgemeinsamkeit haben, vermieden werden, Begriffe wie Bahn, Plan, Kran, Fun, Alemanne, Bann, Bertelsmann, dann und ebendann, nicht zu vergessen, Hermann und Haustyrann, Vorspann, Hausmann, Wahlmann und Bootsmann uvm. Gereinigte Sprache hat eben ihren Preis. Und einmal ehrlich, würden Sie den Zahlmann vermissen?

ideology of madness„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“

Sie denken, ein harmloses Sprichwort. Falsch gedacht. Gendersensibel betrachtet handelt es sich hier um den Ausschluss von Frauen, richtig „den Ausschluss“, das „den“ schließt Frauen aus, so die Gleichstellungsbeauftragte aus Köln.

Niemand darf auf Grundlage seines Geschlechts benachteiligt werden, ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Genderisten kein Deutsch können und denken, weil „seines“ im Satz steht, müsse man einen Penis mitdenken. Warum leben Genderisten ihre seltsamen Phantasien eigentlich nicht woanders aus, in einem entsprechenden Etablisment?

Und das Beste zum Schluss:

„Neben dem generischen Maskulinum gibt es in der deutschen Sprache weitere grammatikalische Bereiche, die eine historisch begründete männliche Dominanz widerspiegeln. Ein Beispiel hierfür sind die Pronomina „wer“, „niemand“, „jemand“, „man“.

Wer nun wie wir denkt, dass es jemanden in Köln gibt, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, jemanden, den man eigentlich wegschließen müsste, auf dass niemand von diesem jemand belästigt werde, der hat natürlich recht. Ob dieser Jemand die Gleichstellungsbeauftragte ist, ist eine Frage, die man nur dann beantworten kann, wenn man analysiert, wer niemand ist und nicht einmal jemand sein will.

Anlass war unser Beitrag über die TU-Darmstadt von gestern:

Die Dummen sterben nicht aus

Terroristen finanzieren? Norbert Röttgen droht „unseren Bürgern“

Denn sie wissen nicht, was sie sagen.

Die Wortbedeutung im postfaktischen Zeitalter ist im Niedergang, so wie die Logik und die Semantik . Seit der öffentliche Diskurs weitgehend in Affekten geführt wird, ist es wurscht, was man sagt, Hauptsache es und man kommt gut rüber, spricht die Affekte derjenigen an, die adressiert sind.

Das, was gesagt wird, tritt zunehmend in den Hintergrund. Wie es gesagt wird, welchen Wohlfühlfaktor die Worte, die gesagt werden, transportieren – das ist wichtig. Sprache dient immer weniger dazu, Informationen zu vermitteln und immer mehr dazu, dem Gegenüber zu signalisieren, dass man ein guter Mensch ist, der zwar nicht mit Sprache umgehen kann, aber, nun, aber gut ist.

So gut wie Norbert Röttger, der den Europäern unumwunden droht, er werde alles dafür tun, weder Kosten noch Mühen scheuen, um „die Bedrohungen der Sicherheit“ der Europäer zu gewährleisten. Ob das Entscheidende, das Röttger „für die Bedrohungen der Sicherheit“ der Europäer tun will, darin besteht, Terroristen auszubilden und Terrororganisationen mit Steuergeldern zu finanzieren, damit die entsprechende „Bedrohungen der Sicherheit unserer Bürger“ auch fachmännisch erfolgen kann, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

Vielleicht fragt jemand Norbert Röttgen, und vielleicht kann Norbert Röttgen auch in verständlichem Deutsch antworten.

Deutschland ist nur ein imaginiertes „Wir-Phantasma“ – Wissen

Angeblich leben wir in der Moderne. Wenn wir in der Moderne leben, dann teilt die Moderne viele Eigenschaften der vor-sokratischen Phase, in der Philosophie noch als das Forschen nach dem letzten Grund betrieben wurde. Dieser letzte Grund, ob er monistisch oder pluralistisch bestimmt wurde, er galt als das, was die Welt im Innersten zusammenhält, und er war den einen die reine Idee und den anderen die reine Materie.

Heute sind manche nicht viel weiter, gibt es doch Strömungen, die man als Umkehrung der Suche nach dem letzten Grund ansehen kann, Strömungen, die von dessen nicht-Existenz ausgehen, es gibt ihn weder als reine Idee noch als reine Materie. Was es für die Vertreter dieser Ansicht gibt, sind (reine?) Symbole und andere Formen von Einbildungen, aus denen dann doch und irgendwie eine materielle Existenz erwächst.

anderson-imagined-communitiesEine dieser Einbildungen ist die Nation. Die Nation, nennen wir sie Deutschland, ist keine reine Idee und auch keine reine Materie, das kann sie auch nicht sein, denn Deutschland wurde als Begriff nicht im Walhalla der Weltenschöpfung festgelegt und Deutschland als Land kann keine materielle Eigenheit für sich beanspruchen, wie schon die Tatsache sich verändernder Bevölkerung und Außengrenzen zeigt. Daraus müsste man nun eigentlich den Schluss ziehen, dass Deutschland eine mehr oder weniger willkürliche Bezeichnung für eine gegebene Entität ist und dass die Konstitution dieser Entität über eine Vermengung objektiver Fakten und ideeller Zuschreibungen erfolgt. Ersteres wird deutlich, wenn man versucht, von Deutschland in die USA zu reisen, und zwar ohne einen materiellen Beleg für die Existenz Deutschlands, genannt Pass, der dieses Unterfangen erst ermöglicht. Letzteres wird dadurch deutlich, dass die Existenz Deutschlands schnell beendet wäre, wenn die Bewohner des Gebiets, das mit Deutschland umschrieben wird, aufhören, an die Existenz Deutschlands zu glauben und sich statt dessen, anders, vielleicht Bewohner des MilchundHong-Landes nennen, MuHols…

Das, wie gesagt, wäre die normale Reaktion, die man von rationalen Menschen und allen voran von Wissenschaftlern erwarten würde. Und dann gibt es die Reaktion von denen, die sich für besonders kritisch halten, dabei aber das Problem haben, dass Anspruch und Wirklichkeit ihrer intellektuellen Kapazität auseinanderklaffen, so weit, dass die entstehende Lücke durch ein Geflecht aus sprachlichen Lauten, die man am besten als pseudo-intellektuelles Geschwätz bezeichnen kann, überdeckt werden muss, etwa so:

„ (1) Die nationalstaatliche Regulation der migrationsgesellschaftlichen Tatsache ist ganz sicher nicht die einzige bedeutsame Regulationsebene, aber eine relevante. (2) Sie antwortet einem strategischen Bedarf, der dadurch entsteht, dass die imaginierte Einheit ‚Nation‘ durch Prozesse, die nicht allein mit Migrationsphänomenen, aber auch mit diesen einhergehen und aus ihnen resultieren, bei denen Phänomene des faktischen und symbolischen Überschreitens und Infragestellens der nationalen Grenzen eine prominente Rolle spielen, in eine Krise gerät. (3) Es können hier zwei Typen von Krisen unterschieden werden: eine Art Identitätskrise, die zentral darauf verweist, dass die Plausibilität eines Wir-Phantasmas in Bedrängnis gerät, und eine Funktionskrise, in der es um die quantitativ-qualitative Regelung des Nachschubs an Subjekten für den funktionalen Bestand nationalstaatlicher Realität geht.“

Produziert wurde dieser Beleg dafür, dass Sprache eben nicht der Verständigung dient, von Inci Dirim und Paul Mecheril, und zwar unter der Überschrift: Warum nicht jede Sprache in aller Munde sein darf? Formelle und informelle Sprachregelungen als Bewahrung von Zugehörigkeitsordnungen.

Popper hat sich einst den Spaß gemacht, prätentiöses Geschwafel von Habermas auf dessen nichtssagenen Kern zu reduzieren. Wir wollen es Popper hier einmal gleichtun.

Die oben aneinandergereihten Sätze, die wir durchnummeriert haben, können wie folgt übersetzt werden:
(1) Nationalstaaten regeln die Ein- und Ausreise, z.B. durch Gesetze.
(2) Diese Regelung wird notwendig, weil Nationalstaaten eingebildet sind, nicht wirklich existieren. Deshalb geraten Nationalstaaten (also die Einbildung es gäbe Nationalstaaten) dann in eine Krise, wenn eine große Zahl fremder Personen einreist.
(3) Zwei Krisen können unterschieden werden: (a) die Identitätskrise: Die Einbildung vom Nationalstaat wird durch Zuzug gefährdet. (b) die Funktionskrise: Die Frage, sind Geburten oder Migranten wichtiger, um die Phantasie „Nationalstaat“ aufrechtzuerhalten, wird diskutiert.

Was oben so wortreich zusammengeschrieben wurde, klingt doch ziemlich profan, wenn man es auf seinen Bedeutungskern reduziert: Menschen bilden sich ein, dass es ihren Nationalstaat gibt und wenn Menschen zuziehen, die fremd sind, dann geraten die Menschen mit ihrer Einbildung in die Krise, funktional und symbolisch.

Tatsächlich kling das so profan, dass sich drei Fragen aufdrängen: (1) Was hat das mit Wissenschaft zu tun? (2) Ist es wirklich Wissenschaft, wenn man die Existenz von etwas, das sich im täglichen Leben der Menschen niederschlägt, als imaginiert behauptet und Krisen konstruiert, die das, was als imaginiert behauptet wird, faktisch, nämlich durch ganz materiellen Zuzug in die als imaginiert phantasierte nationale Welt in Frage stellen? Oder, logisch gefragt: Kann man eine „ideell gedachte Entität“ (Nationalstaat) durch materielle Entitäten (Flüchtlinge) in Frage stellen? Und (3) ist das noch normal, die real erfahrbare Welt in Frage zu stellen, und zwar auf Grundlage des Missverständnisses, dass Begriffe wie „Deutschland“, die natürlich keine Existenz haben, sondern sprachliche Repräsentationen von etwas sind, deshalb, weil sie willkürlich sind, sich auch auf kein real existierendes Objekt beziehen können? Eigentlich beginnt Wissenschaft damit, dass man die Ontologie und die Erkenntnisfähigkeit zu unterscheiden im Stande ist, also z.B. weiß, dass es einen Unterschied zwischen dem, was bezeichnet wird und dem, was es bezeichnet, gibt. Derzeit sehen wir einen Advent von Spinnern, die der Ansicht sind, das Bezeichnende sei das Bezeichnete. Offensichtlich ist hier in der Sozialisation einiges schief gegangen, was uns zu W. V. Quine bringt, der sich umfassend mit Wort und Gegenstand befasst hat und in seinem gleichnamigen Buch eine hervorragende Beschreibung für das hier aufgezeigte Phänomen bietet:

quine-wort-gegenstand“Eine der Merkwürdigkeiten unserer schwatzhaften Spezies ist die Lallphase im ausgehenden Säuglingsalter. Während dieser Zeit gibt das ziellose Stimmverhalten den Eltern anhaltende Gelegenheit zu Verstärkung von Zufalls-Äußerungen, die ihnen passend erscheinen und so werden die ersten Anfangsgründe der gesprochenen Sprache weitergegeben. Das Lallen fällt unter das von Skinner so bezeichnete operante Veralten, das nicht ausgelöst, sondern vielmehr geäußert wird. Operantes Verhalten läßt sich bei Menschen und anderen Lebewesen durch rasche Belohnung selektiv verstärken. Das Lebewesen neigt dazu, die belohnende Handlung zu wiederholen, wenn Reize, die bei der ersten Ausführung zufällig präsent waren, erneut auftauchen“ (Quine, 1980: 149)

Was, wenn in der Lallphase das Lallen belohnt wird, von Peers oder in Netzwerken, in denen dem Lallen ein hoher Wert zugewiesen wird. Dann ist anzunehmen, dass Lallen zu einem festen konditionierten Verhalten wird, dessen Belohnung darin besteht, dass die Angehörigen im Netzwerke des Lallens, das Lallen, zwar nicht verstehen, aber positiv bewerten. Somit bleibt nur noch eine Frage: Wie konnten es Mitglieder aus Lall-Netzwerken an Universitäten schaffen.

Deutschland dreht durch: Was, wenn die Irren zur Normalität werden?

Wir haben schon lange keinen Test mehr mit unseren Lesern gemacht. Machen wir doch einmal einen Selbst-Rohrschachtest. Betrachten Sie bitte das folgende Bild und notieren Sie sich alles, was Ihnen dazu eingefallen ist.

nazi-rohrschachtest

Wenn Ihnen zu diesem fast original Rohrschach-Motiv nicht Heil Hitler und auch nicht Heil Hitler und vor allem nicht Heil Hitler eingefallen ist, dann können wir Ihnen für den Moment attestieren, dass sie noch normal sind. Sie gehen noch durch die Welt und sehen, was in der Welt ist, nicht, was ihnen ideologische Spinner zu sehen vorgeben.

Wer das Testbild genau ansieht, sieht ein HH 88. HH 88 bedeutet: HH 88.

Wir hätten auch BB 33 schreiben können oder DD 77, haben uns aber für HH 88 entschieden, weil wir ja testen wollten, wie viele Irre wir unter unseren Lesern haben. Irre, nein sagen wir gepflegt: Manische sehen hier nämlich nicht HH und 88 sondern Heil Hitler und Heil Hitler, denn HH steht in der Welt der Nazi-Manischen nur und ausschließlich für Heil Hitler und 8 steht in der Welt der Nazi-Manischen nur und ausschließlich für den achten Buchstaben im Alphabet also für H, und damit haben wir noch ein HH, das bekanntlich nur Heil Hitler bedeuten kann, für Nazi-Manische jedenfalls.

Nun sind H’s und Achten Zeichen. Das H bezeichnet sich quasi selbst und bedeutet an sich: H … sonst nichts. Ein H kann mit anderen Buchstaben zu Zeichenketten, die Bedeutung tragen, verbunden werden, z.B. zu Heilanstalt. Die 8 symbolisiert eine acht, also acht, acht Mal etwas, acht volle Stunden oder acht Kasten Bier, je nach Präferenz.

Nuts in BedlamWenn man nun HH 88 sieht, dann bedeutet dies zunächst einmal: HH 88, denn die Zeichen transportieren keine Bedeutung. Denn: Es gibt einen Unterschied zwischen Zeichen und Bezeichnetem.

Und weil es diesen Unterschie gibt, deshalb transportieren Zeichen nur sich also H-H-8-8.

Bedeutung ist etwas, das nur aus den Gehirnen von Betrachtern kommen kann. Wenn nun jemand HH 88 sieht, dann muss er dem Gesehenen Bedeutung zuweisen, das Zeichen bezeichnen, also z.B.: Hans Hubert wird 88 Jahre alt oder Hansestadt Hamburg (19)88 denken, an das 1:2 gegen Holland verlorene Halbfinale der Fußball-Europameisterschaften 1988.

Man kann auch schlicht denken, hey: „HH 88!“.

Egal, was man denkt, die Bedeutung kommt immer aus dem Kopf dessen, der sie formuliert. Sie ist nie in den Zeichen vorhanden. Sie muss immer an die Zeichen herangetragen werden.

Deshalb ist es so erschreckend, dass Nazizeichenneurotikern in Deutschland zur Normalität geworden sind; Personen, die nicht HH 88 sondern ein doppeltes Heil Hitler sehen, z.B. wenn sie auf einem Weihnachtsmarkt unterwegs sind.

Waren Sie schon einmal auf einem Weihnachtsmarkt?

Sicher, waren Sie schon einmal auf einem Weihnachtsmarkt. Haben Sie dort das Kinderkarussell betrachtet? Ja? Die Kennzeichen auf den Fahrzeugen, die auf dem Kinderkarussell angebracht sind – sind ihnen die Kennzeichen schon einmal aufgefallen?

Einem Eimsbütteler Bürger, der auf dem Weihnachtsmarkt auf dem „Fanny-Mendelsohn-Platz“ war, fallen Kennzeichen auf. HH 88 ist ihm aufgefallen. Montiert auf einem nostalgischen Feuerwehrauto auf einem rund 60 Jahre alten Kinderkarussell, einem Kinderkarussell aus einer Zeit (1957) als Deutsche noch weitgehend normal waren und harmlose Zeichen nicht mit ihren Nazi-Phantasien vollgepackt haben. 60 Jahre später ist das anders. 60 Jahre später wird in unschuldige Zeichen Nazijargon geheimnist. 60 Jahre später bedeutet HH 88 nicht HH 88, sondern ein doppeltes Heil Hitler.

Das ist erschreckend, vor allem erschreckend, weil sich die Symptomatik dieser Nazi-Manie mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Dritten Reiches erst voll zu entfalten scheint.

Holen wir einmal etwas aus.
Nehmen wir einmal an, HH 88 sei tatsächlich und nur ein Geheimcode von Nazis. Was soll mit diesem Geheimcode auf dem nostalgischen Feuerwehrauto des Kinderkarussells auf dem Weihnachtsmarkt in Eimsbüttel eigentlich erreicht werden? Haben Sie eine Antwort? Wir haben keine.

Aber offensichtlich ist der besorgte Eimsbütteler Bürger, der den Geheimcode enttarnt hat, davon überzeugt, dass vom Code eine ganz furchtbar gefährliche Wirkung ausgeht, auf Kinder, auf einem Weihnachtsmarkt. Vielleicht denkt er, der Code würde die Kinder zu Heil-Hitler-Kindern und anschließend zu Heil-Hitler-Nazis machen oder dazu führen, dass die Besucher des Weihnachtsmarkts in Eimsbüttel das Horst Wessel Lied anstimmen.

Sowas kann nur ein Irrer denken, denn natürlich hat der Code keinerlei magische Wirkung, und natürlich hat er nicht dazu geführt, dass in Eimsbüttel das Horst-Wessel-Lied gesungen wird, auf dem Weihnachtsmarkt. Nicht einmal vom Kinderchor. Nein, der Geheimcode ist so geheim, dass es von 1957 bis 2016 gedauert hat, bis er entdeckt und entschärft wurde, denn der Karussellbetreiber hat das HH 88 nun entfernt. 

Was ist also die Motivation dahinter, dass ein besorgter Eimsbütteler die Bedeutung, die er in harmlose Symbole interpretiert, als die einzig wahre Bedeutung ausgibt und weil er diese von ihm phantasierte einzig wahre Bedeutung für schrecklich hält, den Betreiber des Kinderkarussells bei den Behörden anschwärzt?

Arendt_totalitarismusDie Antwort hat Hannah Arendt bereits vor etlichen Jahrzehnten mit dem Begriff „Banalität des Bösen“ gegen. Die Banalität des Bösen kann man auch als alltägliche Lust, anderen zu schaden, begreifen, eine Lust, deren Konsequenzen und Ausmaß man in den Würzburger Gestapo Akten nachlesen kann, in denen Robert Gellately eine weitverbreitete Lust zur Denunziation gefunden hat, deren Motiv einfach nur darin bestand, anderen zu schaden und sich selbst bei der Staatsmacht in ein gutes Licht zu stellen. Der besorgte Bürger aus Eimsbüttel dürfte die Motive, die in den Gestapo Akten allgegenwärtig sind, teilen. Warum sonst sollte er einem Karussellbetreiber schaden wollen, der sich nichts hat zu Schulden kommen lassen?

Offensichtlich ist der gute Bürger aus Eimsbüttel der Meinung, er könne sich mit seiner vermeintlichen Wachsamkeit bei Stellen und Personen anbiedern, auf die er großen Wert legt, und sozialen Status dadurch gewinnen, dass er seine Phantasien anderen unterschiebt und dafür sorgt, dass harmlose Buchstaben und Zahlenfolgen nur noch als Nazi-Geheimcode angesehen werden können.

Dazu ist schon ein gerüttelt Maß an Boshaftigkeit notwendig, so wie auch ein gerütteltes Maß an Boshaftigkeit notwendig ist, um zu fordern, dass dem Betreiber eines Karussells, das seit 1957 in Deutschland unterwegs ist und erst im Jahre 2016 den Nazi-Manischen aufgefallen ist, weil die Manie offensichtlich gerade einen Höhepunkt hat, die Konzession gekündigt wird, wie dies Peter Gutzeit von der Linken-Fraktion in Eimsbüttel getan hat.

Haben Sie sich eigentlich schon einmal gefragt, wie ein Lynchmob möglich ist.
In Eimsbüttel können Sie derzeit die kognitiven Voraussetzungen dafür beobachten. Wenn noch Mut dazu kommen würde oder Alkohol oder beides, müsste man den Betreiber des Karussells vor dem Mob der Nazi-Zeichen-Imaginierer beschützen.

Das passiert, wenn man Manische frei herumlaufen lässt.


Hinweise für ScienceFiles?
Schreiben Sie uns.

ZEIT der Falschbehauptungen: „Neger“ an sich ist eben nicht strafbar!

Joachim Herrmann hat Roberto Blanco einen „wunderbaren Neger“ genannt, und der Sturm der gutmenschlichen Entrüstung, er ist über den Innenminister der Bajuwaren hereingebrochen: Joachim Herrmann äußert sich rassistisch über Roberto Blanco, so titelt die ZEIT, das Blatt des intellektuellen Niedergangs und schreibt:

Roberto_Blanco_2008„Das Wort „Neger“ ist abwertend und rassistisch. Es gilt als Beleidigung, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann. So etwa im vergangenen Jahr, als ein Gericht in Bayern einen Rentner für die Verwendung des Wortes zu einer Geldstrafe von 1.800 Euro verurteilt hat.“

Es gibt also böse Nomen, Nomen, die lediglich aus einem affektiven Gehalt bestehen. Idiot ist demnach ein normativer Begriff, und es ist ausgeschlossen, dass der so Bezeichnete ein Idiot ist – jedenfalls bei der ZEIT. Für Geisteskranke gilt vermutlich dasselbe und für Neger sowieso. Sie sind als Begriff schlecht, essentiell schlecht, verweisen auf eine Schlechtigkeit, die der Dämon der Schlechtigkeit in sie gepackt hat, derselbe Dämon, der sich nun diebisch freut, wann immer eines seiner Worte verwendet wird.

Bei der ZEIT lebt man offensichtlich gemeinsam mit Jörg Rupp in der Vor-Renaissance.

Zum Beleg der Behauptung, dass schon die Verwendung des Begriffs „Neger“ strafbar sei, weil der Begriff eben essentiell böse und „abwertend“ sei, verweist man bei der ZEIT auf ein Urteil aus Bayern. Der vermeintliche Beleg findet sich auf „Nordbayern.de“ (dem Portal der Nürnberger Nachrichten). Unter der Überschrift „Neger als Schimpfwort kostet 1800 Euro“ findet sich ein wirrer Beitrag, dem man mit etwas Mühe entnehmen kann, dass ein Rentner per Strafbefehl zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, weil er „Scheiß Amerikaner“ und „Neger“ gesagt haben soll.

Welche Rolle „Neger“ dabei gespielt hat, ob „Neger“ wie „Scheiß Amerikaner“ bewertet wurde und vor allem: Welche Rolle der Kontext, in dem Neger gesagt wurde, dabei gespielt hat, geht aus dem Beitrag nicht hervor. Aber mehr als die Überschrift werden die Mannen bei der ZEIT sowieso nicht gelesen haben.

Wie verhält es sich aber mit der Strafbarkeit der Verwendung des Begriffes „Neger“. Wir haben nachgefragt, bei Jens Kaden, seines Zeichens Vorsitzender Richter der 6. Strafkammer des Landgerichts Leipzig.

Hier seine Antwort:

landgericht-leipzig„Es soll immer noch Leute geben, die etwa beim Vorlesen von Kinderbüchern (Bsp. „Pippi Langstrumpf“ oder „Struwwelpeter“) die dort verwendeten Begriffe „Negerkönig“ oder „Mohr“ nicht in die politisch korrekten Begriffe „Südseekönig“ oder „Schwarzafrikaner“ umwandeln – und die dürften sich schon deshalb nicht strafbar machen, weil es an subjektiven Tatbestandsmerkmalen fehlt.

Spontan würden mir in strafrechtlich relevantem Zusammenhang mit der Verwendung des Wortes „Neger“ in der Öffentlichkeit die §§ 130 (Volksverhetzung) und 185 (Beleidigung) StGB einfallen – nur müsste subjektiv dann eben der Wille zur Hassaufstachelung bzw. böswilligen Verächtlichmachung oder für die Beleidigung zur ehrverletzenden Kundgabe von Missachtung hinzutreten.

Wenn also jemand Roberto Blanco gut kennt und ihn in der von Ihnen benannten Weise flapsig anspricht, dürfte dies keiner Norm des StGB unterfallen [Wir haben Jens Kaden gefragt ob „Na Roberto, alter Neger“, eine Beleidigung darstellt]. Wenn im Laufe der aktuellen Kampagne gegen Herrn Hermann dann auch noch bekannt würde, dass Roberto Blanco selbst in der Vergangenheit mit diesem Begriff „Neger“ oder seiner Hautfarbe als Wiedererkennungsfaktor hausieren gegangen wäre (vgl. etwa die Wahl seines Künstlernamens), relativiert sich die Aufregung hinsichtlich dieser speziellen Person weiter.

Es kommt mithin auf den Kontext an, in welchem die Äußerung fällt – und das ist nicht nur bei diesem Wort so. [Hervorhebung durch uns]“

Kurz: Der Begriff „Neger“ gilt nicht, wie die ZEIT behauptet, per se als Beleidigung und der Begriff ist auch nicht essentiell abwertend, wie das Blatt weiter behauptet. Es mag dem verantwortlichen Redakteur und seiner Vorstellung von Sprachreinheit nicht passen, aber (1) sind Begriffe nicht mehr als die Bedeutung, die sie tragen, Neger trägt die Bedeutung „schwarzer Mensch“. (2) Sind alle Bewertungen Bewertungen, die im Kopf dessen entstehen, der sie vornimmt. Wer als Neger als abwertend und rassistisch bewertet, der muss denken, dass Neger als solche keine vollwertigen Menschen sind, weshalb man sie nicht mit dem Begriff „Neger“ bezeichnen darf, um sich nicht zu verraten.

Wer also ist hier der Rassist?

Neid und Verachtung: Was den Gutmenschen ausmacht

Gutmenschen haben wir bereits einige Posts gewidmet. Von Studien über Gutmenschen haben wir berichtet und unsere eigene Definition und Typologie des Gutmenschen entwickelt. Dazu später.

Zunächst zum Neger, jenem Begriff, der für Gutmenschen so unerträglich ist, dass sie ihm die Existenz verweigern, in verfolgen, ausmerzen und seine Benutzung verbieten wollen.

Warum?

darwin-greatNeger ist ein deskriptiver Begriff. Er bezeichnet einen schwarzen Menschen. Mit dem Begriff Neger eine Bewertung zu verbinden, z.B. eine positive Bewertung, weil Neger in der Regel athletischer sind als Weiße, wie man bei Olympischen Spielen oder im Basketball regelmäßig sehen kann, ist eine Leistung dessen, der die entsprechende Bewertung vornimmt.

Man kann also festhalten, dass die Bewertung gar nichts mit der Beschreibung zu tun hat, dass sie von demjenigen, der sie mit dem Begriff „Neger“ in Verbindung bringt, gemacht wird.

Wenn nun also ein Gutmensch nicht anders kann als mit dem Begriff „Neger“ eine negative Bewertung zu verbinden, dann ist das seine negative Bewertung, dann kommt darin seine Verachtung für Neger zum Ausdruck, nicht die derjenigen, die den Begriff deskriptiv benutzt haben.

Man kann also festhalten, dass die Behauptung, der Begriff „Neger“ sei negativ, sei diskriminierend, eine Behauptung ist, die sich nicht unbedingt aufdrängt, und es ist eine projektive Behauptung, die derjenige, der die negative Bewertung vornimmt, auf den Begriff und alle seine Benutzer überträgt.

Meyer WeltaltasNun stellt sich die Frage, warum sollte man allen seinen Mitmenschen, die den Begriff „Neger“ benutzen, von Erich Kästner bis Otfried Preußler, von Immanuel Kant bis zu den Autoren von Meyers Weltatlas für Kinder, auf dessen Seite 64 der Begriff „Neger“, als historisch ethnographischer Begriff, der er nuneinmal ist, allein fünfmal geschrieben steht, warum sollte man ihnen allen niedrige Motive unterstellen, ihnen nachsagen wollen, sie wollten Neger diskriminieren?

Die Antwort kann keine rationale Antwort sein, denn wer andere vorab-bezichtigt, sie diskreditiert noch bevor er sie kennt, quasi in einem Rundumschlag, der macht damit Kooperation unmöglich und schadet sich auf lange Sicht selbst. Die Antwort muss entsprechend eine psychologische sein, und die Antwort, die sich hier quasi aufzwingt, ist ein Schuldkomplex, eine pathologische Projektion des eigenen schlechten Gewissens auf andere:

Weil Gutmenschen, die den Begriff „Neger“ verbieten wollen, Neger verachten, deshalb wollen sie anderen den Begriff „Neger“ verbieten, quasi als Form der Selbstbestrafung und Selbstreinigung. Ein solcher Masochismus ist nicht neu, neu ist, dass die Bestrafung über den Umweg der öffentlichen Reinigung vollzogen wird. Sie ist somit eine Form des Exhibitionismus, mit der Gutmenschen sich von jedem Verdacht, die Verachtung zu empfinden, die tatsächlich in ihnen schlummert, reinigen wollen. Zudem wollen sie die eigene Verachtung zum Massenphänomen stilisieren, um nicht mit ihren schlechten Gedanken alleine zu sein.

Dass dem so ist, dafür spricht die Wahl der Zielgruppen, die sich Gutmenschen für ihre Hilfe auserkoren haben. Dabei handelt es sich ausschließlich um Gruppen von Menschen, die man als weißer Gutmensch sozial unter sich verortet, Menschen, die in scheinbar armen Verhältnissen leben und deshalb zu Bildungsfernen degradiert werden können. Menschen, die keinen deutschen Stammbaum, der mindestens drei Generationen zurückreicht, nachweisen können, weshalb sie als dem eigenen deutschen Weißsein unterlegen angesehen werden und zu Personen mit Migrationshintergrund stereotypisiert werden können und besonders: Neger.

Alle Schwarzen eignen sich nach Ansicht von Gutmenschen hervorragend zur Degradierung, denn sie sind in Deutschland farbfremd, kommen nach Ansicht der Gutmenschen zumeist aus Entwicklungsländern, die man unter sich verortet, kurz: Sie erfüllen alle Kriterien, um von Gutmenschen auf der sozialen Leiter noch unterhalb der eigenen Position eigneordnet werden zu können.

Und deshalb können sie missbraucht werden, dazu missbraucht werden die Verachtung, die Gutmenschen für alle empfinden, die sie sozial unter sich wähnen, zu zelebrieren und dafür zu sorgen, dass für alle sichtbar wird, dass die entsprechenden Gruppenangehörigen auch sozial untergeordnet sind. Wie zeigt man das am besten: Indem man die entsprechenden Gruppenangehörigen zum Schutzgut degradiert, indem man erklärt, sie seien zu hiflos, um sich selbst zu helfen. Deshalb bedürften sie der Hilfe durch Gutmenschen, die auf diese Weise ihre soziale Position gesichert haben und zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: (1) Sie können sich als Helfer zelebrieren, die denjenigen, die sie kleingeredet haben, helfen wollen, wieder groß zu werden, und (2) sie können die Verachtung kaschieren, wie sie denken, die sie in erster Linie motiviert hat die entsprechenden sozialen Gruppen zu Zielgruppen zu machen.

Und deshalb haben wir für Gutmenschen des beschriebenen Typs nur Verachtung (Das war eine Bewertung, die auf einer Begründung basiert: all das, was vor „Und deshalb“ steht.).

Entsprechend müssen wir unsere Typologie der Gutmenschen um den „bösartigen Gutmenschen“ ergänzen, der seinen Minderwertigkeitskomplex in Verachtung gegenüber denjenigen umwidmet, die er unter sich wähnt. Seine angebliche soziale Überordnung, will er dadurch sicherstellen, dass er sich in der Person des Helfers zelebriert.

Darüber hinaus gibt es noch die folgenden Typen von Gutmenschen:

Weber Wissenschaftslehre

  • Zweckrationale Gutmenschen; Sie missionieren andere, um sich damit einen eigenen Vorteil zu verschaffen.
  • Wertrationale Gutmenschen; Ihnen geht es um die Seele ihrer Opfer. Wertrationale Gutmenschen verfolgen ihre Opfer, wenn es sein muss bis ans Kreuz, werten Menschen mit anderer Meinung ab, wo sie ihnen begegnen.
  • Affektive Gutmenschen; Affektive Gutmenschen halten sich einfach für gut. Es gehört zu ihrem Selbstbild. Sie hinterfragen nichts und verfolgen keine Ziele, sie bilden die unterstützende Masse, die auf die Führung durch Führer (vermutlich Opportunisten, also zweckrationale Gutmenschen) warten.

Gutmenschen haben wir wie folgt definiert:

„Das, was den Gutmenschen ausmacht, ist sein missionarischer Eifer, der sich wiederum aus der eingebildeten Überlegenheit des eigenen unvernünftigen Überzeugungssystems speist. Dieses Überzeugungssystem zeichnet sich dadurch aus, dass es völlig unbegründet ist. Unbegründet ist ein Überzeugungssystem dann, wenn es keinerlei empirische Belege für seine Gültigkeit gibt. Das Überzeugungssystem ist unvernünftig, weil es auf transzendete Werte rekurriert, die das Zusammenleben unter Menschen erschweren oder gar verunmöglichen. Diesen transzendeten Werten opfern Gutmenschen das gute Zusammenleben mit anderen.“

Die Argumentation im vorliegenden Post ergänzt die Forschungsergebnisse von Eric J. Pedersen, Robert Kurzban und Michael E. McCullough, die gezeigt haben, dass Gutmenschen in erster Linie von Neid getrieben werden.

Langsam nähern wir uns dem an, was Clifford Geertz „dichte Beschreibung“ genannt hat, eine dichte Beschreibung von Gutmenschen.

©ScienceFiles, 2015

Hate Speech: Die Gedanken sind nicht mehr frei

Der Berliner Tagesspiegel agiert heute als Marketingpartner für die Amadeu Antonio Stiftung und bewirbt deren Broschüre: „Geh[‚] sterben!„.

Nein, die Broschüre hat nichts mit Sterbehilfe oder der Aufforderung zum Suizid zu tun. Es geht um Hate Speech, d.h. um den „Umgang mit Hate Speech und Kommentaren im Internet“. Das zeigt bereits, die Amadeu Antonio Stiftung ist eine jener Stiftungen, die angetreten sind, um die deutsche Menschheit zu einer besseren deutschen Menschheit zu bekehren, zu einer gesitteten und verbal anständigen deutschen Menschheit, deren Kommunikationskultur das nicht enthält, was man bei der Amadeu Antonio Stiftung für Hate Speech hält.

Geh sterbenUnd was hält man dort für Hate Speech oder mit dem Anspruch einer umfassenden Deutungshoheit und von Anatol Stefanowitsch formuliert: „Was ist überhaupt Hate Speech?“ Die Überschrift lässt keinen Zweifel: Anatol Stefanowitsch weiß, wovon er spricht, er weiß, was „überhaupt Hate Speech“ ist, und nach dem Lesen von Stefanowitschs dreiseitigen Beitrag gibt es wirklich keine Zweifel mehr, Zweifel, die nach der Einleitung oder Ouvertüre zum Amadeu Antonio Opus in H-Moll noch vorhanden waren, denn: „Hate Speech ist in der Debattenkultur ein Problem dem begegnet werden muss“, so wird verkündet, obwohl: es notwendig und offensichtlich schwierig ist, Hate Speech in „ihren Facetten und Dimensionen überhaupt erst mal [zu] erkennen“.

Wie gut, dass der ungenannt gebliebene Komponist der Overtüre weiß, dass Hate Speech sich immer gegen „Juden, Linke (Queer-)Feministinnen, Schwarze, Muslime, Homosexuelle und Flüchtlinge richtet“, aber nie gegen Männer, Rechte, Alte, politisch Andersdenkene, Heterosexuelle, Christen, Weiße usw. Das macht die Welt etwas einfacher, und wir können die Ouvertüre mit der Feststellung schließen: Die Welt ist voller Engel und Teufel. Erstere sind Ziel, letztere sind Quelle von Hate Speech. Erstere sind reine Wesen linker Gesinnung, Letztere sind fiese Burschenschaftler, Pegida-Demonstranten oder sonstige vermeintlich Rechte (wobei die Linken, die Rechten zwischenzeitlich in der gesellschaflichen Mitte verorten), die die falsche Gesinnung, das falsche Bewusstein, wie Marx es genannt hat, haben, weshalb ihnen der Weg in das linke Paradies verwehrt ist.

Der Ouvertüre folgt gleich das Scherzo von Anatol Stefanowitsch, das Scherzo, das aufräumt mit den falschen Vorstellungen darüber, was Hate Speech „überhaupt“ ist.

Los geht’s vom Largo zum Allegro

Hate Speech verletzt keine Individuen, sondern Gruppen und liegt dann vor, wenn „von einem wahrnehmbaren Teil der Sprachgemeinschaft“ eine sprachliche Äußerung „als herabwürdigend und/oder verunglimpfend gegenüber einer Bevölkerungsgruppe verstanden wird“.

Wer nicht länger als Raubtierkapitalist oder gewissensloser Banker oder Börsen-Zocker verunglimpft werden will, sollte entsprechend die Sprachgemeinschaft bestimmen, zu der er gehört, seine Kumpel zusammentrommeln, sich vor die Zentrale des DGB in Berlin stellen, damit er ein wahrnehmbarer Teil der Sprachgemeinschaft wird und gegen diese Art gewerkschaftlicher Hate Speech demonstrieren.

hate_speech1Hate Speech erkennt man am Hate, also am Hass, was misslich ist, denn Hass ist eine Emotion und Sprache ist, ist eben Sprache. Wenn Hans zu Horst sagt: „Du Arschloch“, ist dann Hans ein Hate Speaker oder Horst ein Arschloch? Um das herauszufinden, müssen wir, wie Anatol Stefanowitsch erklärt, nicht etwa die Frage klären, nach welchen Kriterien jemand ein Arschloch ist, um dann zu fragen, ob Horst diesen Kriterien entspricht bzw. ob die subjektive  „Horst-ist-ein-Arschloch-Konstruktion“ von Hans den Kriterien entspricht, was Horst dann unweigerlich zum Arschloch macht, nein, wir müssen entweder die Hass-Intention von Hans im Hanschen Hirn isolieren oder der Einfachheit halber, weil es schwierig ist, Emotionen in Hirnen dingfest zu machen, Horst fragen: „Du Horst, fühlst Du Dich durch die Bezeichnung „Arschloch“ verunglimpft oder herabgesetzt?“ und Horst wird sagen: „Ja, ey“. Und weil wir Mitgefühlt mit Horst haben, denn es ist ja nicht schön, öffentlich als Arschloch bezeichnet zu werden, deshalb sind wir schon zu zweit oder dritt und das reicht zum wahrnehmbaren Teil der Sprachgemeinschaft. Eh voilá: Hate Speech!

Das ist schick: Hate Speech liegt also immer vor, wenn sich ein paar einreden, sie würden, trotz aller Individualität, die sie doch trennt, gemeinsam und gleich empfinden, sich gemeinsam gleich verunglimpft empfinden. Das eröffenet ganz neue Möglichkeiten der therapeutischen Vergemeinschaftung, z.B. in gemeinsamen Gruppen-Verunglimpfungs-Empfindungs-Veranstaltungen, wie sie derzeit Trend sind, bei Friedrich-Eberts steuerzahlerfinanzierten Namensnehmern oder an Hochschulen, die Professuren eigens zur Verunglimpfungs-Empfindung eingerichtet haben.

Hate Speech kann auch indirekt sein, z.B. wenn man Hartz-4-ler oder Unterschichtler sagt, das liegt, wie Stefanowitsch erklärt, an der Endsilbe -ler, den -ler ist pejorativ, will abwerten, wie z.B. in Postler oder Radler oder Burschenschaftler. Gut zu wissen!

Hate Speech liegt auch dann vor, wenn systematisch gesellschaftliche Gruppen ausgeblendet werden, so weiß Stefanowitsch und zitiert Lann-Hornscheidt als Quelle dieser Erkenntnis, nicht dass er noch Konsequenzen wegen Nicht-Erwähnung zu tragen hat, denn Nicht-Erwähnung bedeutet, dass den Nicht-Erwähnten die Existenz abgesprochen wird.

Wenn also im Bundestag konsequent in allen Reden von Kollegen und Kolleginnen gesprochen wird, dann ist dies Hate Speech, schon weil systematisch die schwarzen Kollegen und die rheinland-pfälzischen Kollegen und die Berliner Kollegen und Lann-Hornscheidt und Stefanowitsch und Einfallspinsel aller Couleur unerwähnt bleiben, und dies seit Legislaturperioden, was nur den Schluss zulässt, dass der Bundestag die Hate Speech Bude der Nation ist.

Fassen wir zusammen, was Hate Speech nach der Meinung der Hate Speech Erfinder sein soll:

Hate Speech ist pejorativ, also abwertend, abschätzig.

Hate Speech kann nur über die Intention des Sprechers oder das empfundene Gefühl des Adressaten enttarnt werden.

Absurdity insanityHate Speech richtet sich angeblich nicht gegen Individuen, sondern gegen Gruppen, d.h. es müssen sich Empfindungsgemeinschaften professioneller Hate Speech Fühler zusammenfinden, die wissen, dass sie oder Dritte sich durch bestimmte Begriffe verunglimpft fühlen bzw. fühlen würden.

Hate Speech ist indirekt und lauert in der Ensilbe „-ler“.

Hate Speech wirkt auch durch Schweigen oder nicht-Erwähnen, auch der Hate Speaker, der nicht spricht, spricht Hass.

Diese geballte Erkenntnis verdanken wir dem Experten in Hate Speech, Anatol Stefanowitsch, der von der Amadeus Antonio Stiftung als Professor für Sprachwissenschaft an der Freien Universität Berlin eingeführt wird, was er am Institut für Englische Philologie auch tatsächlich ist.

Erkenntnisse, wie die von Stefanowitsch, sind jedoch nichts wert, wenn man sie nicht anwendet. Nein, Erkenntnisse, wie die von Stefanowitsch, dienen einzig der Anwendung, dem Ausschluss von Hate Speech, sie sind praktsiche Sprachreinigung, die wir jetzt anwenden.

Unser Satz:

Genderisten versuchen sich als Wissenschaftler an Hochschulen festzusetzen, um sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen,

ist, Sie ahnen es schon, Hate Speech (Früher war das eine Annahme, die man empirisch prüfen konnte. Heute ist es Hate Speech, damit es niemand prüft).

„Genderisten“ ist wie Wissenschaftler (Endsilbe: „-ler“ !) pejorativ und indirekt abwertend, denn Genderisten sind keine Wissenschaftler oder sind sie Wissenschaftler, trotz abwertendem -ler, aber keine Genderisten, also ist Genderist pejorativ und außerdem suchen Genderisten als Wissenschaftler oder nicht, keinen finanziellen Vorteil, fühlen sich entsprechend, wenn man ihnen eine entsprechende Absicht unterstellt, verunglimpft, denn sie wollen nur das Beste, nicht für sich, nur für andere, und das wollen natürlich alle Genderisten – oder so. Genügend Grund also, um sich verunglimpft zu fühlen, schon weil im Satz der Hinweis auf die Unmengen schwarzer, gelber und brauner Genderisten fehlt, die inter-, trans- und sonstwie sexuell orientiert sind. Systematische Nichterwähnung ist Hate Speech!

Und Hate Speech ist hinterhältig, kommt oft ganz harmlos daher, so hat uns Stefanowitsch erklärt, weil ihm das Wort „Suggestion“ nicht eingefallen ist. Das meint er eigentlich, wenn er als Beispiel gibt: „Er ist Grieche, aber total fleißig“. Die Suggestion dahinter: Griechen sind eigentlich nicht fleisig, „Er“ eine Ausnahme. Warum Stefanowitsch hier ausgerechnet die Griechen und nicht die Preußen einfallen?

Wie auch immer, wir haben uns gefragt, wozu die akribische Identifikation von Hate Speech und die Subsumierung von nahezu allem, was manchen denkbar erscheint, unter Hate Speech sinnvoll ist. Unsere Antwort: So würgt man gesellschaftliche Diskurse ab, bestreitet bestimmten gesellschaftlichen Gruppen das Recht, ihre Meinung zu äußern, radikalisiert den Widerstand, drängt ihn in den Untergrund und macht sich selbst zum Herrscher über den Diskurs, in dem natürlich nur noch zugelassen ist, was von den Hate Speech Experten und professionellen fremd-Empfindern freigegeben ist.

Sätze wie der folgende, sind entsprechend Hate Speech und kommen nicht mehr durch die Zensur:

Obwohl ein Teil der privilegierten, universitären Einbildungselite denkt, er könne die Diskriminierung von Arbeiterkindern z.B. wenn sie auf Sonder- oder Hauptschulen abgeschoben werden, verstehen und sich in die Verzweiflung einfühlen, die Arbeiter fühlen, wenn sie zusehen müssen, wie die Steuergelder, die sie mit ihrer Hände Arbeit erwirtschaften, ein Umstand, den sie mit einer kürzeren Lebenserwartung als z.B. Anatol Stefanowitsch bezahlen, dazu verschwendet werden, universitäteren Hokuspokus zu finanzieren, hat dieser Teil der privilegierten, universitären Einbildungselite nicht aufgehört, die entsprechenden Steuergelder zu verschwenden.

Hate Speech hin oder her: Wir werden auch in Zukunft nicht aufhören, das gesellschafliche und besonders das universitäten Umfeld zu beobachten und unsere Beobachtungen in Aussagen, wie die oben, zu fassen. Im Gegenzug haben wir auch weiterhin nichts dagegen, wenn wir als Wissenschaftler bezeichnet werden.

©ScienceFiles,2015

Eine Sprachrevolution muss her: Deutsch wird zu Ditts

Adam Itt, hat die Nase voll. Der Sprachforscher will dem ständigen Herumdoktern an der deutschen Sprache, der x-isierung (Profx), dem weiblichen Wurmfortsatz (_innen) und dem erhobenen Zeigefinger mitten im Wort (ZeigefingerInnen) eine Ende setzen und die deutsche Sprache so umgestalten, dass keine subjektive Diskriminierung, keine sozial unerwünschten Folgen und keine negative Auswirkungen von Sprache auf die Psyche von Sprachrezipienten mehr möglich sind.

Duden

Bald nicht mehr notwendig?

Wir dokumentieren einen Teil seiner Vorschläge, die das Deutsche nicht nur zur ersten diskriminierungsempfindungverunmöglichenden Sprache machen werden, sondern den Grundstein dafür legen, dass Deutsch in seiner neuen Version des Ditts als Weltsprache endlich die führende Rolle einnehmen kann, die ihm versagt wurde, weil die führende Rolle schon von der englischen Sprache eingenommen wird.

Hier ein Teil der Ittschen Vorschläge, die aus Deutsch „Ditts“ machen sollen.

Alle Artikel, ob bestimmt oder unbestimmt, werden aus der deutschen Sprache gestrichen

Es heißt also nicht mehr „die Professur für Religion“ sondern Professur für Religion. Der, die, das, ein, eine alle Artikel werden dem Müllhaufen der Sprachgeschichte, sorry: Müllhaufen Sprachgeschicht übergeben. Auf diese Weise entfällt das Diskriminierungspotential, das derzeit denjenigen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, am meisten Kopfzerbrechen macht. Sie müssen sich in Zukunft nicht mehr darum bemühen, den Unterschied zwischen dem biologischen und dem grammatikalischen Geschlecht zu begreifen, denn das grammatikalische Geschlecht wird abgeschafft.

Alle Personalpronomen und alle besitzanzeigenden Fürworte werden ebenfalls abgeschafft

Itt tritt an die Stelle von ich, du, er, sie, es. Damit wird die wichtigste Quelle von Ungleichheit, nämlich der Unterschied zwischen Personen beseitigt. Es gibt nur noch „Itt“. Itt bezeichnet den Sprechenden. Er ist Itt, alle anderen sind Itts, spricht Itt zu einem anderen Itt, dann spricht er zu Itts. Die Beziehung zwischen Itt, als dem Sprechenden und den Itts, als allen anderen, macht deutlich, dass Itt Itt ist und zugleich Teil von Itts, im Itt des Itts enthalten ist. Die transzendental zirkuläre Hermeneutik, auf das Ditts basiert, führt entsprechend dazu, dass Itt, wenn Itt zu Itts spricht, immer auch zu sich spricht.

Diese transzendente Einheit von Itt und Itts hat zudem eine Vielzahl von Vorteilen. Um sich diese Vorteile zu vergegenwärtigen ist es nur notwendig, IttsItts einzuführen. IttsItts ist die Bezeichung für Gruppen. Parteien sind IttsItts, Gewerkschaften sind IttsItts, Unternehmen sind IttsItts usw. Die selbe Benennung ist ein wirkmächtiges Mittel, soziale Ungleichheit zu beseitigen. So müssen Funktionäre der IttsItts nicht mehr gegeneinander zu Felde ziehen und unterschiedliche Ideologien vorgaukeln. Sie sind als IttsItts Teil des Itts und weil das Itt auch Teil des Itts ist, wählt Itt bei jeder Wahl und mit jeder Stimme für ein IttsItts sich selbst als Teil des Itts. Das sorgt dafür, dass jedes Itt an der Macht beteiligt ist. Es erhöht die Wahlbeteiligung und schafft somit politische Integration und sozialen Zusammenhalt.

Besitzanzeigende Fürworter sind auch nicht mehr notwendig. Sie werden durch Itt oder Itts erfasst. Was Itt gehört ist Itt, alles, was nicht Itt gehört, ist Itts. Und da Itt immer im Itts enhalten ist, ist das, was Itts gehört auch Besitz von Itt. Dies hat den Vorteil, dass Eigentumskriminalität verschwindet, da man sich selbst nicht bestehlen kann.

Verben gibt es nur noch im Infinitiv, Hilfsverben werden komplett gestrichen

Eine besondere Schwierigkeit des Deutschen besteht darin, dass Verben konjugiert werden müssen. Die Konjugation ist die Quelle von Ungleichheit, deren Beseitigung entsprechend Gleichheit schafft. Die Konjugation von Verben ist sowieso nicht mehr notwendig, da die Personalpronomen gestrichen wurden und Zeitangaben durch die Verwendung von gestern, heute und morgen vereinfacht werden. Die unglaubliche Vereinfachung wird z.B. an Sätzen wie: „Meine Leistung hat mich in den Vorstand von Siemens gebracht“ deutlich. Ein solcher Mamutsatz vereinfacht sich in Zukunft auf: „Itt Leistung bringen Vorstand“. Aus: „Ich leistete mehr und erhielt mehr Gehalt“, wird entsprechend „Itt mehr leisten gestern, itt mehr Gehalt morgen“, oder einfach: „Itt mehr leisten heute, mehr Gehalt morgen“.

Hilfsverben gibt es in „sein“ und in „haben“. Der Anklang zu kalter ökonomischer Bilanzierung, zu Soll und Haben ist nur zu offensichtlich und damit auch das schädliche Differenzierungspotential, das durch Formulierungen wie „ich habe“ oder „ich bin“ umfasst wird. Versucht „ich habe“ einen Ausschließlichkeitsanspruch durchzusetzen, so versucht „ich bin“ eine individuelle Besonderheit festzuschreiben und damit Materialitäten zu schaffen, die einer gleichen Gesellschaft die Grundlage entziehen. Folglich sind Hilfsverben zu streichen.

Komperative Operatoren werden gestrichen und Mengenangaben vereinfacht

Schon jetzt unnötig.

Schon jetzt unnötig.

Der Vergleich ist das Grundübel aller Ungleichheit, denn um festzustellen, dass A mehr hat als B muss man A mit B vergleichen. Um den Vergleich als Ursache aller Ungleichheit aus der Sprache auszumerzen, werden komparative Operatoren komplett gestrichen: mehr als, besser als, schöner als, klüger als entfallen. Mengenangaben werden vereinfacht in: viel, viel viel und viel viel viel. Die Vorteile dieser Vereinfachung liegen auf der Hand.

Der Reihe nach.

„Itt weniger Geld als Itts“ stellt bereits insofern eine Sprachverbesserung dar, da Itt als Teil von Itts am Geld von Itts beteiligt ist, was den Vergleich mit Itts sinnlos macht.

Durch die resultierende Streichung von „mehr als“ als Beispiel komparativer Operatoren, resultiert:

Itt Geld Itts, was einen Bedeutungsverlust insofern darstellen könnte, als der Sinn der Aussage nicht ganz klar zu sein scheint. Deshalb wird eine vereinfachte Mengenangabe eingeführt, die lautet:

Itt viel Geld Itts viel viel viel Geld.

Dass Itts, weil Itts mehr sind als Itt mehr Geld haben als Itt, das viel Geld hat, ist klar und ergibt sich aus dem Zusammenhang den die Addition beschreibt.
Weil Itt aber Teil von Itts ist und außerdem viel Geld hat, ist die Armutsdebatte beseitigt: Erstens gibt es niemanden mehr mit weniger als viel Geld, und zweistens ist Itt mit viel Geld am viel viel viel Geld von Itts beteiligt. Armut ist damit abgeschafft und durch relativen Reichtum, der der Einfachheit halber und vor allem des Wortklangs wegen als relative Vielheit bezeichnet wird, ersetzt.

Wertende Adjektive werden beseitigt

Alle wertenden Adjektive werden gestrichen. Adjektive wie gut, schlecht, böse, brav, lieb, nett, sie alle machen einen Unterschied und sagen aus, dass der, auf den sie angewendet werden, etwas ist, was zwangsläufig all diejenigen, auf die sie nicht angewendet werden nicht oder nicht in dem Maße sind. Zu dieser Diskriminierung aller nicht Genannten kommt hinzu, dass derjenige, der einen anderen als lieb bezeichnet, für sich eine überlegene Position reklammiert, die es ihm erlaubt, andere als gut, lieb, nett, brav usw. zu bewerten.

Durch die Streichung wertender Adjektive wird auch diese Quelle der Hierarchisierung in einer Gesellschaft beseitigt. Entsprechend erübrigen sich in Zukunft alle Streits über die Bewertung von Dingen, denn alle Dinge sind im gleichen Recht und in gleicher Bewertung nullifiziert. Alles ist eins und alles ist nichts.

Die perfekte Gleichheit ist damit nicht nur sprachlich hergestellt.

Aus den gemachten Vorschlägen resultiert eine Vielzahl von Vorteilen. Aus Platzgründen seien hier nur einige genannt:

  • Moral, die sowieso im täglichen Leben lästig ist, ist beseitigt, denn es gibt keine moralischen Handlungen mehr, es gibt nur noch Handlungen.
  • Verletzungen von Personen, die aus verbalen Übergriffen oder aus Hatespeech resultieren, sind nicht mehr möglich, denn „Du bist ein sexistisches Arschloch“ wird in der neuen Sprachregelung zu „Itts [Itts als Bezeichnung für alle außer Itt] Arschloch“, was eine Kollektivbeleidigung darstellen würde, die alle Itts [als Gruppe aller Itts, die auch Itt enthält] und somit auch den Itt, der sie äußert, umschließen würde. Und wer würde sich schon selbst beleidigen? – ein weiterer Vorteil, der sich aus dem Prinzip der hermeneutischen Zirkularität des Ditts ergibt.
  • Erkenntnisfortrschritt wird massiv vereinfacht, denn sprachliche Ungetüme, die die Verständigung vor allem in den Sozialwissenschaften verunmöglichen, sind nicht mehr notwendig, um das Ziel der eigenen Forschung deutlich zu machen. Aussagen wie „Itt Forschung viel viel Erkenntnis viel viel Geld Itts“ reichen aus, um deutlich zu machen, dass die Forschung von Itt einen erheblichen Erkenntnisfortschritt bedeutet, der den gesellschaftlichen Wohlstand erhöht. Zugleich sorgt die hermeneutische Zirkularität dafür, dass der Satz in einer weiteren Auslegung als, die Forschung von Itt muss mit viel Steuergeldern gefördert werden, weil viel Erkenntnis dabei herauskommt, übersetzt werden kann.
  • Die Vereinfachung hat viele Vorteile für die Verständigung: Die Notwendigkeit weitschweifiger Begründungen entfällt, die Notwendigkeit der Begründung entfällt nämlich komplett und die kurze und prägnante Art zum Punkt zu kommen, die man in „Itt Forschung Itts Geld“ zusammenfassen kann, spart viel Zeit, die ansonsten für Begründung und Belege verschwendet wird und viel Papier, das ansonsten für die Ausformulierung von Belegen und Begründungen verwendet werden muss und viel Aufwand für die Vorspiegelung von Belegen und Begründungen durch diejenigen, die sowieso nur steuerlich gefördert werden wollen.
  • Im neuen System des Ditt, in dem jeder Itt auch Teil des Itts ist, gibt es konsequenter Weise auch keinen Opportunismus mehr, denn erstens sind alle gleich klug, intelligent und schön, weil Komparative abgeschafft wurden und zweitens wird niemand schädliches Forschen oder versuchen, sich einen Vorteil auf Kosten anderer zu verschaffen, sich also opportunistisch zu verhalten, weil jedes Itt ja Teil des Itts ist und sich damit, wenn es sich opportunistisch verhält, selbst schädigt. Ein weiterer Effekt der hermeneutischen Zirkularität.

Das Ergebnis des Ditt ist eine friedliche Gesellschaft der freien und gleichen Itts, in der es keine Streitereien, keine Armut und keine Diskriminierung mehr gibt. Es herrscht die absolute Gleichheit im Itt, das sich in transzendent hermeneutischer Zirkularität im Itts auflöst und dennoch Itt bleibt.

Hier ein Beispiel eines Dialoges in Ditts:

Von der Lügenpresse

Da ist es wieder, das Unwort des Jahres.

Vier Germanisten, Linguisten oder Sprachwissenschaftler und ein Journalist haben es bestimmt – in Darmstadt bestimmt (Was für ein Name: Darm-Stadt – ob die Wahl des Bestimmungsortes auf die Qualität dessen schließen lässt, was dort hervorgebracht wird?).

Warum haben die Darm-Städter das Unwort des Jahres bestimmt?

Weil es ein jährliches Ritual ist, das Unwort des Jahres zu bestimmen. Manche Dinge haben eben keinen, über traditionales Handeln hinausgehenden und damit intersubjektiv bestimmbaren Sinn.

Unwort des JahresDas Motiv des traditionalen Handelns ist leichter zu bestimmen, geht es doch darum lehrsam und belehrsam zu wirken, die dummen Wortverwender, die Unworte in ihrem Wortschatz führen, mit der Keule der sprachlichen Rechtschaffenheit zu schlagen, und zwar so lange, bis sie geläutert und ihr Wortschatz von Unworten, also von den Worten, die die Darm-Städter zu Unworten erklärt haben, gereinigt ist.

Das Unwort des Jahres 2014 lautet: Lügenpresse.

Tara!

Und so wird die Wahl begründet:

„Das Wort „Lügenpresse“ war bereits im Ersten Weltkrieg ein zentraler Kampfbegriff und diente auch den Nationalsozialisten zur pauschalen Diffamierung unabhängiger Medien. Gerade die Tatsache, dass diese sprachgeschichtliche Aufladung des Ausdrucks einem Großteil derjenigen, die ihn seit dem letzten Jahr als „besorgte Bürger“ skandieren und auf Transparenten tragen, nicht bewusst sein dürfte, macht ihn zu einem besonders perfiden Mittel derjenigen, die ihn gezielt einsetzen. Dass Mediensprache eines kritischen Blicks bedarf und nicht alles, was in der Presse steht, auch wahr ist, steht außer Zweifel. Mit dem Ausdruck „Lügenpresse“ aber werden Medien pauschal diffamiert, weil sich die große Mehrheit ihrer Vertreter bemüht, der gezielt geschürten Angst vor einer vermeintlichen „Islamisierung des Abendlandes“ eine sachliche Darstellung gesellschaftspolitischer Themen und differenzierte Sichtweisen entgegenzusetzen. Eine solche pauschale Verurteilung verhindert fundierte Medienkritik
und leistet somit einen Beitrag zur Gefährdung der für die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit, deren akute Bedrohung durch Extremismus gerade in diesen Tagen unübersehbar geworden ist.

Lügenpresse ist also ein Unwort,

  1. weil es bereits im Ersten Weltkrieg ein zentraler Kampfbegriff war.
  2. weil es den Nationalsozialisten zur pauschalen Diffamierung unabhängiger Medien diente.
  3. weil es von fiesen Schweinen, die sich als besorgte Bürger maskieren, skandiert wird oder von Trotteln die sich als besorgte Bürger vor den Karren der fiesen Schweine spannen lassen, mitskandiert wird.
    1. Die fiesen Schweine sind fiese Schweine, weil sie wissen, dass Lügenpresse bereits im Ersten Weltkrieg und von den Nationalsozialisten benutzt wurde, und sie das Wort dennoch benutzen.
    2. Die Trottel sind Trottel, weil sie nicht wissen, dass Lügenpresse bereits im Ersten Weltkrieg und von den Nationalsozialisten benutzt wurde, und sie das Wort dennoch benutzen.
  4. weil die pauschale Bezeichnung „Lügenpresse“ eine fundierte Medienkritik verhindert.
  5. weil die pauschale Bezeichnung „Lügenpresse“ eine akute Bedrohung für die Pressefreiheit darstellt.

Diese Begründung muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen, nicht nur weil sie tautologisch ist. Da gibt es also fünf Gestalten in Darm-Stadt, die besorgte Bürger, die „Lügenpresse“ skandieren oder auf Plakaten mit sich tragen, als Trottel bzw. als fiese Schweine klassifizieren. Erstere wissen nicht um die Verwendung von Lügenpresse im Ersten Weltkrieg und durch die Nationalsozialisten, Letztere wissen darum und nutzen Erstere, die Trottel, um das, was außer Ihnen und den meisten Teilnehmern der Demonstration niemand weiß, zu verbreiten, nämlich das Erste-Weltkriegs-Nazi-Wort „Lügenpresse“.

Was sie davon haben, einen Begriff aus der Zeit des Ersten Weltkriegs zu entlehnen, der auch von den Nationalsozialisten gebraucht wurde, ist nicht ganz klar, da die meisten ja Trottel sind und nicht wissen, dass der Begriff in der Zeit des Ersten Weltkriegs schon einmal verwedent wurde und auch die Nationalsozialisten (also alle, oder handelt es sich hier um eine grobe Pauschalisierung der Darm-Städter?) ihn nicht verschmäht haben.

Diese Verwendung eines Begriffes, den die Nationalsozialisten verwendet haben (und der in der Zeit des Ersten Weltkriegs verwendet wurde), diskreditiert die Verwender und beschert ihnen ironische Anführungszeichen als: „besorgte Bürger“, was natürlich meint, dass die besorgten Bürger, nur von sich behaupten, besorgt zu sein, denn tatsächlich sind sie fiese Schweine, die ganz bewusst Begriffe, die zur Zeit des Ersten Weltkriegs und von den Nationalsozialisten (also von allen) verwendet wurden, verwenden oder Trottel, weil sie Begriffe benutzen, von denen sie nicht wissen, dass sie von den Nationalsozialisten und während der Zeit des Ersten Weltkrieges verwendet wurden.

Und diese Verwendung macht angeblich Medienkritik unmöglich und gefährdet Meinungsfreiheit, so die Darm-Städter. Hier kann man eigentlich nur „Ha“ sagen, denn: Der Begriff „Lügenpresse“ ist Medienkritik, eine ziemlich pauschale, sofern er sich auf alle Medien richtet, eine ganz konkrete, wenn er z.B. die ARD oder andere politisch beeinflussbare öffentliche Sender meint. Wieso es die Meinungsfreiheit gefährden soll, dass jemand seine vielleicht pauschale Meinung (was zu klären wäre) kundtut, er also von seiner Meinungsfreiheit Gebrauch macht, das ist ein Geheimnis, für das die Darm-Städter auch bei langem Nachdenken keine Begründung finden werden, die auch nur ansatzweise mit Logik und Denken vereinbar ist.

Lügenpresse?

Lügenpresse?

Auf die Behauptung, dass es die Freiheit der Presse gefährden soll, wenn der Wahrheitsgehalt der täglich verbreiteten Meldungen geprüft und bewertet wird, ob die Bezeichnung Lügenpresse zu allgemein, nur in Teilen oder gar nicht gerechtfertigt ist, kann nur jemand kommen, der die Prämisse hat, dass Kritik an der Presse, in welcher allgemeinen Form auch immer, sie geäußert wird, an sich schädlich ist.

Das wiederum ist entweder eine Kritikfeindlichkeit, die die Frage aufkommen lässt, was die entsprechenden Kritikfeinde an Universitäten zu suchen haben. Oder es ist Ausdruck eines erhabenen, prätentiösen Elitegefühls, das man vielleicht am besten als Bewusstsein einer sprachlichen Vorhut der Schwallerklasse bezeichnen kann, abermals ist es nicht mit der Position eines Wissenschaftlers an einer Universität zu vereinbaren.

Entsprechend hat man wieder einmal, wie so oft, wenn das Unwort aus Darm-Stadt auf uns niederkommt, das begründete Gefühl, dass hier politische Animositäten, im vorliegenden Fall gegen die Teilnehmer von Pegida Märschen, ausgelebt und als Wahl zum Unwort des Jahres maskiert werden sollen, was vollkommen unnötig ist, denn es ist hinreichend bekann, und zwar auch außerhalb der Lügenpresse, dass die Darm-Städter Wortwächter dem linken politischen Spektrum zuzuordnen sind.

Wäre es nicht Zeit, diesem paternalistischen, manipulativen, arroganten, antidemokratsichen, unsinnigen Unwort-Spuk ein für alle Mal Ende zu setzen?