Kategorie: Sprachwissenschaft

Der Klang von Wales: Ydych chi’n siarad Cymraeg?

“Ydych chi’n siarad Cymraeg?” – in Deutsch: “Sprechen Sie Walisisch?” –, könnte für viele Menschen in Deutschland eine überraschende Frage sein, und zwar deshalb, weil sie gar nicht wussten, dass es die walisische Sprache gibt oder dass es sie noch gibt. Aber es gibt sie. Es gibt sie seit langer Zeit, und es gibt sie

Schlussfolgern ohne Worte. Studien zeigen: Die Fähigkeit zum logischen Schlussfolgern ist nicht durch Sprache vermittelt

Seit vielen Jahrzehnten diskutieren Psychologen und speziell Kognitionswissenschaftler, Neurologen, Sprachwissenschaftler, Philosophen und Sozialwissenschaftler, in welchem Verhältnis Sprache und Denken zueinander stehen. Ist Sprache „nur“ das Medium, durch das Denken erfolgt oder ein Denkprozess oder sein Ergebnis mitgeteilt werden können? Oder ist Sprache die Voraussetzung, auf der konzeptionelles Denken erst erfolgen kann? Baut das Erlernen einer

MPOX: Raider heißt jetzt Twix – Die WHO versucht sich in Sprachkontrolle

Die Idee, dass Begriffe das Denken formen, und nicht etwa umgekehrt, Denken sich einen Ausdruck in Begriffen sucht, was immerhin den Vorteil hätte, dass Menschen eine eigenständige Existenz zugestanden würde, was dann, wenn Begriffe sich Menschen suchen, eher nicht das Fall ist, sie ist nicht aus der Welt zu schaffen. Ganze Legionen von Leuten, die

Bauchreden im Dienst der Politik: Das rhetorische Mittel der Prosopopöie

von Dr. habil. Heike Diefenbach Die Personifizierung von Nicht-Personen ist eine der verbreitetsten Arten bildlicher Sprache und eines der verbreitetsten rhetorischen Mittel im Dienst der Überredung. Sie ist allgegenwärtig und altbekannt und man könnte deshalb meinen, das sei der sprichwörtliche alte Hut, mit dem man niemanden (mehr) beeindrucken könne. Wenn z.B. jemand sagt: „Am Ende

Unschärfen, Irreführung, Sinnentstellung: Vorsicht vor Übersetzungen!

von Dr. habil. Heike Diefenbach In unseren Texten berichten wir sehr oft über Studien oder Bücher, die in englischer Sprache verfasst und veröffentlicht wurden, und es gibt normalerweise keine Übersetzungen dieser Studien oder Bücher in die deutsche Sprache. Mit Bezug auf Bücher oder einzelnen Aufsätze sehr bekannter Autoren liegen aber manchmal Übersetzungen vor, und weil

“Deutsch mich nicht voll” – Dummlinksdeutscher Gedenktag-Fetischismus in Frankfurt

Wenn Archäologen  bei Grabungen Artefakte vergangener Kulturen zu Tage befördern, dann sind besondere Stücke, Kunstwerke wenn man so will, sehr schnell an der hohen handwerklichen Kunst, die derjenige beherrscht hat, der das Kunstwerk hergestellt hat, erkennbar. Archäologen, die sich in der Zukunft mit Kunstwerken des 21. Jahrhunderts beschäftigen, werden Schwierigkeiten haben, die Kunstwerke von den

Darf ein Mensch “Anatol” heißen? Die Posse um Unterneger

Eine Replik zum Beitrag “Darf ein Dorf “Neger” heißen?”, erschienen auf ntv. Unterneger ist ein Ort im Sauerland, im Negertal, das vom Flüsschen “Neger” durchzogen wird. Unterneger, Negertal und Neger als Flussname haben nichts mit dem Neger zu tun, an den allein Anatol Stefanowitsch zu denken in der Lage zu sein scheint, wenn er die

Unabhängig bei voller finanzieller Abhängigkeit – Die ZEIT kauderwelscht

Früher wurden Begriffe wegen ihrer Bedeutung verwendet. Heute haben manche Begriffe ihres kognitiven Gehalts weitgehend entkleidet und benutzen sie nur noch als emotionale Marker, als Symbole, die anzeigen, dass man selbst natürlich gut ist, wie durch den Gebrauch der richtigen Begriffe “Ich bin für Flüchtlinge”, “Refugees welcome” oder “Gib’ Nazis keine Chance”, Begriffe, die deutlich

Guter Vorsatz für 2020: Rationaler Widerstand in Form von Sprache!

von Dr. habil. Heike Diefenbach Haben Sie gute Vorsätze für 2020 gefasst? Vielleicht nicht. Vielleicht haben Sie es früher getan, aber inzwischen damit aufgehört, weil Sie die Erfahrung gemacht haben, dass gute Vorsätze die Angewohnheit haben, sich hartnäckig dagegen zu sperren, in neue Gewohnheiten, neue Tagesabläufe, kurz: in die Praxis überführt zu werden. Vielleicht gehören

Das wahre Unwort des Jahres: Suchaufruf

Demnächst werden die Mitglieder der Darmstädter-Unwort-Jury wieder ihr Unwort des Jahres 2019 aus dem Bereich der Worte wählen, die Linken bzw. Linksextremen sauer aufgestoßen sind und von denen sie sich einen moralisch erhobenen Zeigefinger erhoffen. Bei Mainstream-Medien werden pflichtschuldig mit gerunzelter Stirn agierende Journalismus-Aktivisten die Meldung des Unwortes des Jahres an ihre Leser, Seher oder

Der Kampf um den moralischen Heiligenschein: War Rumpelstilzchen ein Nazi?

In einem sehr langen Essay müht sich „Gerhard Henschel“, Jacob und Wilhelm Grimm des Antisemitismus zu überführen. Die Anklageliste in Kürze: Am 27. Dezember 1814 habe Jacob Grimm im Rheinischen Merkur von Judenseelen geschrieben. Die judenfeindliche Theaterposse „Unser Verkehr“ habe Jacob Grimm gar gemocht und darüber geschrieben: „Unser Verkehr wurde gegen die Juden, die es