Flüchtlings-“Hilfe”: Die Pervertierung von Wohltätigkeit

Charity, Wohltätigkeit, ist vermutlich so alt wie die Menschheit. Die Formen von Wohltätigkeit haben sich indes erheblich verändert. Wohltätigkeit beschreibt eigentlich eine inter-individuelle Tätigkeit, eine Form der zwischenmenschlichen Hilfe. Sie stellt, wenn man so will, eine Art Vertrag dar, die eine asymmetrischen Tauschbeziehung für eine bestimmte Zeitdauer vereinbart. Mit sich etablierenden Gemeinschaften in Dörfern und Städten nimmt die Wohltätigkeit dann organisierte Formen an, in Form von Armenhäusern (Almshouses) und später denn in Form der viktorianischen Arbeitshäuser, die sich von England aus auch auf dem Kontinent verbreitet haben. Die Idee hinter dieser Form der organisierten Wohltätigkeit ist immer eine Form des Tausches: Die Bereitstellung von Lebensunterhalt im Austausch gegen manuelle Arbeit, soweit manuelle Arbeit geleistet werden kann oder die Bereitstellung von Unterkunft in einem Armenhaus für diejenigen, die gearbeitet haben, dazu aber nicht mehr in der Lage sind, aus welchem Grund auch immer. Am nächsten an die bedingungslose Bereitstellung von Wohltätigkeit sind vielleicht Klöster und religiöse Einrichtungen mit ihren Suppenküchen gekommen, die ihre Wohltätigkeits-Leistungen jedoch auf Nahrung und Versorgung bei Krankheit und Hinfälligkeit im Alter spezialisiert haben. Doch selbst in diesen Fällen hat die Wohltätigkeit eine Form der Gegenleistung, soweit möglich, vorgesehen.



Armenhäuser

Im 19. Jahrhundert haben organisierte Formen der Wohltätigkeit einen enormen Zuwachs erfahren. Die Probleme, die Städten durch den massiven Zuzug von Arbeitswilligen entstanden sind, das, was man heute wohl als Probleme der Integration von Zuwanderung bezeichnen würde, sind der Hintergrund für eine Vielzahl von Charities, von Organisationen, die sich der Wohltätigkeit verschrieben haben, Wohltätigkeit in Form von Schulbildung und Unterkunft für Waisenkinder, Wohltätigkeit in Form von Unterkunft und Erwerbsmöglichkeiten für Menschen mit körperlichen und geistigen Problemen und vieles mehr. Aber eben keine bedingungslose Wohltätigkeit. Im Gegenteil haben die Wohltätigkeitsorganisationen, die im 19. Jahrhundert so zahlreich entstanden sind, fein säuberlich zwischen den “undeserving” und den “deserving poor” unterschieden. Letztere, der Gegenstand von Wohltätigkeit, zeichnen sich dadurch aus, dass sie ohne eigene Schuld in Armut gefallen sind. Erstere, zeichnen sich durch Faulheit und andere Eigenschaften aus, die ihre Armut zu einer selbstverschuldeten Armut machen. Diese Unterscheidung ist die Basis, auf der sich z.B. Wohlfahrtsverbände in England heftig gegen die staatliche Wohltätigkeit gewehrt haben. Diese habe einen demoralisierenden Effekt auf die Armen, so ihre Argumentation. Die bedingungslose Bereitstellung von Wohltätigkeit, ohne Unterschied und ohne Gegenleistung, führe dazu, dass sich Arme in ihrer Situation einrichteten und keinerlei Anstrengungen mehr unternehmen würden, sie zu überwinden.

Mit dem wachsenden Reichtum des Bürgertums und dem Auftauchen von Reichen, deren Reichtum nicht in Land gebunden und nicht aus regulären Zahlungen von Pächtern oder Mietern besteht, sondern aus Geld, entsteht dann das, was als Philanthropie bekannt geworden ist: Reiche Geschäftsmänner finanzieren Armenhäuser, öffentliche Bibliotheken, Schulinternate für Waisenkinder, Sozialwohnungen entstehen in dieser Zeit ebenso wie private Schulen und Universitäten, die Armenstipendien vergeben.

In kurz:

Wohltätigkeit ist eine Sache auf Gegenseitigkeit. Der, der gibt, erwartet, dass der, dem gegeben wird, eine Gegenleistung bringt, eine Anstrengung unternimmt, um aus seiner Armut herauszukommen. Wohltätigkeit erstreckt sich darüber hinaus auf Menschen, die in ihrem Leben gearbeitet haben und unverschuldet in eine Situation geraten sind, die ihre Erwerbsfähigkeit zeitweise oder vollständig zerstört hat, sie richtet sich auf Kinder, um ihnen Überleben und eine Lebensperspektive zu geben, und sie richtet sich mit dem Aufkommen von reichen Wohltätern immer mehr auf die Bereitstellung von Gemeingütern wie Bibliotheken.

Wichtigstes Merkmal dieser Wohltätigkeit ist, dass diejenigen, die sie gewähren, sie aus Mitteln gewähren, die sie selbst bereitstellen. Reiche finanzieren aus ihrem Reichtum Armenhäuser. Wohltätigkeitsverbände (Charities) sammeln Spenden von ihren reichen Mitgliedern ein und verwenden diese Spenden dann, um Waisenschulen zu unterhalten oder Armenküchen zu betreiben. Wohltätigkeit ist, welche Form auch immer sie annimmt, damit verbunden, dass der, der sie gewährt, dies entweder aus seinen Mitteln tut oder – in eigener Arbeit – Mittel in Wohltätigkeit umsetzt, die er selbst eingeworben hat.

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Es ist ein Novum, dass Leute sich als Wohltäter fühlen, die keinerlei eigene Mittel einsetzen, die nicht einmal eigene Arbeit investieren, um Dritten zu helfen. Es ist eine Pervertierung von Wohltätigkeit, dass sich Leute als Wohltäter aufspielen, die keinerlei eigene Mittel einsetzen, um wohltätig zu sein, sondern erwarten, dass andere, dass Steuerzahler diese Mittel bereitstellen und die zudem nicht einmal eigenes Engagement in Form von Arbeit einbringen, um die Wohltaten zu erbringen, die im Gegenteil, von anderen erwarten, dass sie die Leistungen erbringen, die dazu notwendig sind, wohltätig zu sein.

Wir sehen eine Klasse von Menschen, die in der Lage sind, einen Wert daraus zu nehmen, dass sie über die finanziellen Mittel anderer verfügen, über die Arbeitskraft anderer verfügen, um sich selbst als Wohltäter zu inszenieren, die Wohltaten, von anderern finanziert, von anderen erbracht, an Dritte verteilen, Dritte, die sich dadurch auszeichnen, dass sie zu einer Gruppe von Menschen gehören, die eine hohe Sichtbarkeit durch mediale Dauerberichterstattung erreicht hat. Diese hohe Sichtbarkeit ist wichtig, denn verbale Wohltätigkeit, die sich z.B. auf wohnsitzlose deutsche Männer richtet, ist wertlos. Man kann sich mit der Forderung, wohnsitzlosen, obdachlosen, deutschen Männern, die es in großer Zahl gibt, ein Auskommen und eine feste Unterkunft zu verschaffen, weder moralisch exponieren noch kann man sich kostenlos inszenieren, im Gegenteil, man läuft Gefahr, den Vorschlag selbst umsetzen zu müssen, also Wohltätigkeit selbst erbringen zu müssen, um nicht als Fake-Wohltäter zu erscheinen.

Wie viel einfacher ist es dagegen, für die Aufnahme von 3.000, 4.000, 5.000, warum nicht 12.000 der vermeintlichen Flüchtlinge, die in so furchtbaren Verhältnissen auf Lesbos leben müssen, seit Jahren, die eine Schande für die EU sind, darunter Kinder, Kinder, die auf Straßen schlafen müssen, weil ihre Eltern oder andere Erwachsene, das bisher vorhandene Dach angesteckt und zerstört haben, zu schreien. Wie viel einfacher ist es, Nächstenliebe für diese armen Menschen zu fordern. Sie aus der unglaublich großen Menge derer, die Hilfe gebrauchen könnten, herauszugreifen, hat viele Vorzüge für denjenigen, der sich kostenlos als guter Mensch inszenieren will.

Von der medialen Aufmerksamkeit, die den armen Menschen von Moria gewährt wird, versprechen sich diejenigen, die sich für deren Aufnahme einsetzen, eine hohe moralische Auszahlung. Gleichzeitig übt es auf sie einen geradezu unwiderstehbaren Anreiz aus, dass diese von ihnen erwartete hohe moralische Auszahlung, einer derjenigen gewesen zu sein, der die Armen von Moria gerettet und nach Deutschland gebracht hat, vollkommen ohne Kosten zu erreichen ist, wie sie meinen. Die eigene Inszenierung als Wohltäter erfordert es nicht, sich persönlich um die zu kümmern, denen man Wohltat angedeihen lassen will. Es entstehen keine Kosten dadurch, dass man Wohltäter spielen will. Man hat nicht einmal Unannehmlichkeiten, die aus der ungewollten Gegenwart derer, denen man Wohltaten zukommen lassen will, entstehen. Nichts. Keine Kosten. Keine Unannehmlichkeiten. Keine Arbeit. Welches moralischen Wrack wollte bei einer solchen Aussicht nicht versuchen, sich auf Hochglanz zu polieren?



Nun kann man vermuten, dass unter denen, die derzeit danach rufen, die armen Menschen von Moria nach Deutschland zu holen, auch solche sind, die es mit der Wohltätigkeit ernst meinen, die aber im Heer der Heuchler unterzugehen drohen. Deshalb haben wir für diejenigen, die es mit der Wohltätigkeit ernst meinen, ein paar einfache Regeln der Differenzierung zusammengetragen, die die eigene Ernsthaftigkeit verdeutlichen und es ermöglichen, sich von Wohltätigkeits-Pervertierern zu distanzieren.

  1. Aufnahme von je einem Moria-Flüchtling pro 35 Quadratmeter eigener Wohnfläche in das eigene Haus;
  2. Übernahme aller Reisekosten, die mit dem Transfer der Moria-Flüchtlinge in das eigene Haus verbunden sind;
  3. Übernahme aller Kosten, die mit der Beherbergung von Moria-Flüchtlingen entstehen;
  4. Mentoring der Moria-Flüchtlinge, so dass die in den Arbeitsmarkt und die deutsche Gesellschaft integriert werden können. Dies umfasst u.a. Fragen der Ausbildung, der Arbeitssuche und das Erlernen der deutschen Sprache;
  5. Übernahme der vollen Verantwortung für die “eigenen” Moria-Flüchtlinge bis diese in der Lage sind, sich selbst zu versorgen. Dies umfasst sowohl strafrechtliche als auch zivilrechtliche Verantwortung;

Wer bereit ist, diese fünf Leistungen für Moria-Flüchtlinge zu erbringen, der kann als genuiner Wohltäter angesehen werden. Die Anzahl der Moria-Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen können, sollte eine Funktion der Menge der genuinen Wohltäter sein, damit ausgeschlossen werden kann, dass sich Wohltätigkeits-Trittbrettfahrer und -Schmarotzer unter die mischen können, die zurecht für ihre Wohltätigkeit eine moralische Anerkennung erhalten.

Auf diese Weise ist es möglich, die Flüchtlings-Wohltäter, denen man Anerkennung zollen kann, von den Fake-Flüchtlings-Wohltätern, für die man nur Verachtung haben kann, weil sie sich auf Kosten Dritter inszenieren wollen, zu unterscheiden.



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