Deutscher Irrsinn 2017: Der Glockenklang der Nazis

In den Wissenschaften, die sich mit den Ergebnissen einer menschlichen Gehirntätigkeit auseinandersetzen, wird der Strich zwischen der Normalität und der Abnormalität von Verhaltensweisen oder von Wahrnehmungen in der Regel da gezogen, wo Verhalten oder Wahrnehmungen nicht mehr rational nachvollziehbar sind. Wenn jemand überall Aliens, Geister oder CIA-Agenten sieht, dann ist dies für den Fall, dass niemand sonst die behaupteten Aliens, Geister oder CIA-Agenten sieht, bedenklich. Wenn jemand, weil er und nur er, Aliens, Geister oder CIA-Agenten sieht, der Ansicht ist, er müssen sich ständig unter Tischen verstecken und könne sein Wohnzimmer nicht mehr verlassen, dann ist das nicht nur bedenklich, sondern sehr bedenklich. Und er dann, unter seinem Tisch einen Computer aufbaut und Nachrichten in die Welt sendet, in denen er vor Aliens, Geistern oder CIA-Agenten warnt, die allgegenwärtig und derzeit dabei sind, die Welt zu übernehmen, dann ist es nicht nur sehr bedenklich, dann liegt eine geistige Krankheit vor, die man behandeln muss.

Da denkt man jahrelang, die Pfalz sei eine der Regionen in Deutschland, die von Irrsinn, Hysterie und Gutmenschen verschont geblieben sind, und jetzt das: In Herxheim am Berg gibt es Hysteriker, die sich einbilden, man könne einer Kirchenglocke anhören, was aufgedruckt ist, auf die Glocke.

Seit 1934 läutet in Herxheim am Berg eine Glocke. Jahrzehnte lang gab es nichts zu beanstanden. Weder der Klang noch die Lautstärke der Glocke gaben Anlass zu Klagen. Dann sickerte etwas durch, sickerte quasi aus der Höhe des Glockenturms in die Niederungen, die menschlichen Niederungen des Ortes.

Die Glocke ist keine normale Glocke.
Die Glocke ist eine Glocke des Teufels.
Die Glocke ist eine Nazi-Glocke.
Die Glocke ist eine Hitler-Glocke.
Die Glocke trägt die Aufschrift „Alles fuer’s Vaterland – Adolf Hitler“.
Und ein Hakenkreuz.
Die Aufschrift oder das Hakenkreuz sieht zwar niemand bzw. es sehen sie nur wenige.
Aber seit Aufschrift und Aufdruck bekannt sind, häufen sich die Klagen über die Nazi-Glocke.

Menschen, die Jahrzehntelang nicht gehört haben, dass die Glocke eine Nazi-Glocke ist, die behaupten, sie hörten es jetzt. Sie hörten jetzt, dass eine rechte Glocke im Glockenturm hängt, eine, auf der sich ein Hakenkreuz befindet, eine, die nach Hakenkreuz klingt:

Das interessante an dieser Form der Hysterie ist, dass man sie gar nicht als Hysterie fassen muss. Man kann sie auch als Opportunismus fassen, als Opportunismus, der an Glocken ausgelebt wird. Dazu benötigt man nur eine Person, die allen anderen zeigen will, dass sie eine politisch-korrekte und gute Person ist. Im Dritten Reich hat man das dadurch gezeigt, dass man andere denunziert hat oder die Läden von Juden geplündert hat, heute macht man das anders. Heute zeigt man, dass man auf der richtigen Seite steht, in dem man sich einbildet, man hörte es einer Glocke an, welcher Aufdruck und welche Aufschrift sich darauf befindet. Virtue Signalling nennt dies James Bartholomew. Virtue Signalling hat bereits Charles Dickens beschrieben, und zwar in der Person von Mrs. Jellyby, der Dickens eine telescopic philantropy attestiert. Voller Sorge darüber, einem afrikanischen Stamm (damals musste man seine Gutheit dadurch zur Schau stellen, dass man sich um vermeintlich benachteiligte Menschen in Afrika kümmert oder sich zu kümmern vorgibt) Gutes in Form von Pamphleten und Aufrufen zu tun, schadet sie all denen in ihrer direkten Umgebung. Charles Dickens hat den Busybody, den Do-Gooder vorgezeichnet.

Für die Glocken-Kritiker, die im Klang die Aufschrift mithören, folgt daraus: Sie ergreifen die Gelegenheit beim Schopfe und versuchen, sich als gut und korrekt und voller virtue zu inszenieren.

Die Erklärung durch Hysterie ist nicht weniger „bleak“. Bildet man sich erst ein, dass man einer Glocke die Aufschrift anhört, dann folgen daraus eine ganze Reihe weiterer Einbildungen, von den Nazis, die durch den Glockenklang aus ihrem tausendjährigen Schlaf geweckt werden, bis zum bösen Ohmen, das die Glocke für Hochzeiten darstellt (Wie ist eigentlich die Scheidungsquote in Herxheim am Berg?). Eine derartige Vorstellung vom verderblichen Einfluss des Nazi-Klangs, den sie jahrelang nicht als solchen erkannt haben, scheint diejenigen zu treiben, die sich einem Bericht der Rheinpfalz zur Folge darüber ärgern, dass man unter der Nazi-Glocke gar Ehen schließen könne.

Rationalität und Vernunft haben es derzeit in Deutschland sehr schwer, fasst dass es den Anschein hat, als wären beide aus Deutschland weggelaufen, denn etwas Besseres als Irrationale, die nach Jahrzehnten etwas hören wollen, was sie jahrzehntelang nicht gehört haben, findet man überall.

Die Glocke wird übrigens abgeschaltet.
Bevor sich der Volkszorn gegen die Glocke und diejenigen, die sie, die aus Bronze gegossen nichts dafür kann, welchen Aufdruck und welche Aufschrift man ihr verpasst hat, verteidigen, richtet, hat man die Glocke zum Verstummen gebracht. Es hat übrigens noch nie etwas genutzt, Irrationalität, Unvernunft und Wahnsinn zu hofieren, ihnen gefügig zu sein. Damit erreicht man nur mehr Unvernunft, Wahnsinn und Irrationalität. Man kann sie schon sehen, die guten Menschen, die Kirchtürme erklimmen, die sie Jahrzehnte mit Ignoranz gestraft haben, die aber nun versprechen, etwas ganz Besonderes zum Vorschein zu bringen: Eine Nazi-Glocke, dies höchste Gutmenschenglück auf Erden, an dem man demonstrieren kann, was man doch für ein toller Mensch ist, einer, der die Welt verändert, einer, der Glocken zum Verstummen bringt.

Die Nationalsozialisten haben übrigens auch Wasserrohre verlegt. Es steht zu befürchten, dass Deutsche, vor allem Deutsche in Städten, auf einem wahren Labyrinth nationalsozialistischer Embleme und Widmungen leben, täglich darauf laufen, darauf fahren, daraus trinken… Na, wem schmeckt sein Wasser nicht mehr? Wasser, das durch nationalsozialistische Rohre geleitet wurde, schmeckt nämlich anders – oder?

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SPD-Populismus: Und plötzlich ist eine Atombombe explodiert!

Angeblich sind es die Rechten, die populistisch sind, die einfache Antworten auf komplizierte Fragen und Probleme geben. Das behaupten Sozialdemokraten besonders gerne. Und die heutigen Sozialdemokraten, die weder in Statur noch in intellektueller Ausstrahlung und schon gar nicht im Hinblick auf Redlichkeit, einem Herbert Wehner oder einem Helmut Schmidt auch nur ein Glas Wasser reichen können, sie sind es, die am meisten Populismus unter denen, die sie offensichtlich für dumm halten, dummer als sie selbst es sind (als wäre das noch eine nennenswerte Anzahl), verbreiten.

Populismus wie diesen:

Wir müssen einmal mit James Bartholomew über sein Konzept des virtue signalling sprechen, also den Versuch, sich selbst unter Objektivierung anderer als gut zu inszenieren. Uns scheint, Boshaftigkeit und Dummheit, sind unverzichtbare Determinanten, die den Versuch von virtue signalling erst ermöglichen.

Da ist also vor 72 Jahren in Hiroshima eine Bombe explodiert.
Einfach so.
Ohne historische Einbindung und ohne Sinn und Zweck.
Böse Bombenbauer haben gute Menschen in Hiroshima einfach weggebombt.
Es gab keinen Krieg.
Keinen Krieg, den man mit der ersten Atombombe abkürzen wollte, keinen Krieg der täglich Opfer im vierstelligen Bereich gefordert hat?
Es gab keine umfangreiche Diskussion darüber, ob man die Atombombe bauen solle und ob, wenn man sie bauen sollte, die Atombombe auch eingesetzt werden sollte?
Die Angst vor der Nazi-Atombombe war nicht der Anlass dafür, Los Alamos ins Leben zu rufen und mehrere Hundert Wissenschaftler gemeinsam für Jahre zu kasernieren und die Atombombe entwickeln zu lassen?

Nein.
Für die SPD ist alles ganz einfach.
Böse Menschen werfen Bomben auf gute Menschen.
Und das darf sich natürlich nicht wiederholen.

Man weiß nicht, was ärgerlicher ist, die Paternalisierung durch Sozialdemopathen oder die Idiotie hinter der Feststellung: Das dürfe sich nicht wiederholen.

Wer dafür ist, dass es sich wiederholt, der hebe die Hand.
Wer genug hat, von politischen Blindgängern, die in ihrem Populismusrausch jeden noch so tragischen Anlass dazu missbrauchen, sich zu inszenieren, der mache sein Kreuz im September woanders.

Wer sich für die Hintergründe der Entwicklung der Atombombe und die zum Teil heftigen Diskussionen vor und nach dem Einsatz der ersten Atombombe in Hiroshima interessiert, dem sei der  Dokumentar-Spielfilm über J. Robert Oppenheimer empfohlen.

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Neo-Orientalismus im Bundestag – Ressourcenverschwendung im Extrem

Vorrede: Ressourcen sind begrenzt. Die Ressourcen, die man für eine Sache einsetzt, stehen nicht mehr für eine andere Sache zur Verfügung. Wenn man also Ressourcen für eine unwichtige Sache verschwendet, dann fehlen die entsprechenden Ressourcen, um eine wichtige Sache anzugehen.

Erving Goffman hat wie kein Anderer das Soziale als Schauspiel beschrieben und durchschaut. Wir alle spielen Theater ist die deutsche Übersetzung seines Klassikers, der mit „The Presentation of Self in Everyday Life“ einen wesentlich besseren Titel trägt: Die Selbstdarstellung im täglichen Leben, wäre ein sinnvollerer Titel gewesen.

Das tägliche Leben, es besteht aus der täglichen Inszenierung von sozialen Rollen, aus der Errichtung einer Fassade vor oder hinter der die dramatische Gestaltung der Selbstinszenierung erfolgen kann, es besteht aus Ausdruckkontrolle und Idealisierung und vor allem aus dem Versuch, glaubwürdig zu erscheinen.

Gutmenschen, also Menschen, die als „gute Menschen“ erscheinen wollen, denen es wichtig ist, sich als das zu inszenieren, was sie für einen guten Menschen halten, sie haben es heute schwer. Gerade noch haben sie in einer modernen Variante des Orientalismus des 18. und 19. Jahrhunderts, die man als Neo-Orientalismus bezeichnen kann, Flüchtlinge als Form kleiner schwarzer Kinder, um die man sich kümmern muss, idealisiert, da haben sich die idealen Flüchtlinge, die zu Millionen nach Deutschland kommen, als gar nicht ideal, sondern als menschlich entpuppt. Sie haben andere Bedürfnisse als von den Gutmenschen für sie vorgesehen, sie bringen andere kulturelle Traditionen mit, sie haben andere Wertvorstellungen, in denen weder Homosexualität einen Platz hat noch eine öffentliche Exposition von Sexualität, sie sind zuweilen gar kriminell und mögen die deutsche Küche nicht. Wenn Gutmenschen auf die Realität treffen, dann passiert, was immer passiert: Ihre Idealisierung zerfällt zu Staub, ihre Inszenierung als Gutmensch ist entsprechend in Gefahr, ihre mühsam errichtete Fassade, sie bröckelt.

Da wiederum die Inszenierung als Gutmensch nicht um ihrer selbst willen, sondern deshalb erfolgt, weil die eigen Persönlichkeit davon abhängt, bringen die undankbaren Flüchtlinge, die sich als normale Menschen entpuppen, nicht nur die Fassade der Gutmenschen-Darstellung, sondern die ganze Persönlichkeit des Gutmenschen in Gefahr.

Folglich muss ein neues Feld her, auf dem sie sich als Gutmenschen dramatisieren können. Sie benötigen eine neue Gruppe, derer man sich bemächtigen kann, die man idealisieren kann, der man sich überlegen fühlen kann und auf deren Rücken man sich gut fühlen und als gut inszenieren kann. Die entsprechende Gruppe darf nicht zahlreich sein, sonst besteht zum einen die Gefahr, dass die Idealisierung durch Konfrontation mit dem real existierenden edlen Wilden in sich zusammenfällt, zum anderen lebt die ganze Dramaturgie, das ganze Signalisieren der eigenen Gutheit, das virtue signalling, und somit die Inszenierung der eigenen Persönlichkeit davon, dass das für die Gutheit ausgewählte Objekt, sich nicht als etwas anderes entpuppt als es zu sein hat.

Da Flüchtlinge, undankbare kleine Braune, die sie sind, sich als normale Menschen erwiesen haben, haben sich die Gutmenschen auf eine Gruppe zurückbesonnen, die ihnen schon einmal als Objekt gedient hat: Homosexuelle.

Homosexuelle sind optimal, wenn man sich als guter Mensch inszenieren will. Man erklärt, dass Homosexuelle nicht benachteiligt werden dürfen. Kämpft dafür, dass sie nicht diskriminiert werden. Macht sie zu einer idealen Lebensform, einer von der heterosexuellen Mehrheit unterdrückten Lebensform, in der sich nicht etwa Männer in Leder mit einem Hang zu Sado-Masochismus treffen oder Männer, die ihre finanzielle Position ausnutzen, um sich mit Crystal-Meth auszurüsten und Strichjungen zu kaufen, oder Frauen, die ihre Faszination und gleichzeitige Angst vor Männlichkeit hat eine Psychose entwickeln lassen, nein, Homosexuelle sind rein wie kleine Kinder. Sie haben kein erhöhtes Aids-Risiko, sind mindestens genau so gute Eltern wie heterosexuelle Eltern und in jeder Hinsicht die überlegene Lebensform, schon weil sie wie die Kindlein sind – jedenfalls in der Idealisierung derer, die sich auf dem Rücken von Homosexuellen ausleben.

[Ein Aspekt homosexueller Kultur:]

Homosexuelle sind auch deshalb optimal, weil es kaum welche von ihnen gibt, und die, die es gibt, die sich in der Öffentlichkeit als homosexuell inszenieren, sie werden als Ikonen eines Befreiungskampfes aufgebaut, der dieses Mal keine unterdrückten Minderheiten zum Gegenstand hat, die in stattlicher Anzahl vorhanden sind, wie z.B. die Palästinenser, die um staatliche Anerkennung kämpfen, sondern eine so kleine Minderheit, dass man sie einerseits mit der Lupe suchen muss, um sie zu finden, andererseits die Gefahr reduziert ist, dass sie sich als normale Menschen erweisen, die von der Idealisierung von Homosexualität, auf der die öffentliche Diskussion basiert, abweichen.

Um die Idealisierung auf die Spitze zu treiben, unterstellen die Kämpfer für die Gleichberechtigung von Homosexuellen Letzteren, dieselbe Spießigkeit, die sie selbst auszeichnet, eine Spießigkeit, die das eigene Leben in die Obhut des Staates und den rechtlichen Schutz seiner Gesetze legen will, eine Spießigkeit, für die Partnerschaft so gefährlich und bedrohlich ist, dass man sie nur eingeht, wenn klar ist, welche Rechte und Pflichten damit einhergehen. Selbstverständlich wollen Homosexuelle nichts lieber als heiraten, um zu zeigen, dass sie zwar anders, aber nicht zu anders sind.

So sehen es die Gutmenschen und so kommt es, dass der Bundestag über die Ehe für Alle abstimmen wird, dass er seine Ressourcen einsetzen wird, um ein Recht zu schaffen, von dem, wenn man annimmt, dass der Anteil der Homosexuellen, die heiraten werden, dem Anteil der Verheirateten in der Bevölkerung entspricht, gerade einmal 0,23% der Haushalte in Deutschland etwas haben werden.

Wie das Statistische Bundesamt heute mitgeteilt hat, gibt es rund 94.000 homosexuelle Partnerschaften. Gemessen an den 24.099.000 Haushalten, in denen zwei oder mehr Personen zusammenleben, macht dies einen Anteil von 0,4%. Rund 61% der Deutschen im Alter von 27 bis 59 Jahre sind verheiratet. Unterstellt man Homosexuellen dasselbe Heiratsverhalten, dann stimmt der Bundestag über Rechte ab, die von 0.23% der deutschen Haushalte wahrgenommen werden.

[Noch ein Aspekt homosexueller Kultur:]

Dieser Irrelevanz homosexueller Ehen im gesellschaftlichen Kontext steht die Nützlichkeit von Homosexualität für Virtue Signalling gegenüber. Kein anderes Thema hat es in den letzten Wochen und Monaten geschafft, die Phantasie derer, die in Medien und Politik sitzen, so zu beflügeln, wie Homosexualität, jene Verhaltensweise, von der die meisten nicht mehr wissen als sie in ihrer Phantasie sich auszumalen, im Stande sind. Wobei diese Phantasie in den meisten Fällen kein gutes Licht auf den Charakter der Phantasten werfen wird. Homosexualität, die Vorstellung vom edlen Schwulen, sie steht somit in einer direkten Reihe mit dem Orientalismus, jener Bewegung, die Deutschland schon einmal im Griff hatte, damals mit Blick auf die arabischen Staaten, die die Phantasie mancher Deutscher in einer Weise beflügelt haben, die umgekehrt reziprok zu den Kenntnissen besagter Deutscher von arabischen Ländern stand.

Aber, wie schon mit Blick auf die Flüchtlinge festgestellt, es geht nicht darum, die Realität zu beschreiben. Es geht darum, sich als Gutmensch zu inszenieren, eine dramatische Darstellung zu liefern, die zeigt, man ist der Samariter, auf den selbst die Bibel umsonst gewartet hat. Die Realität stört dabei nur. Sie stört den Neo-Orientalismus und die von ihm versprochene Möglichkeit, der eigenen Phantasie Flügel zu verleihen, die Grenzen überwindet, Grenzen der Moral, Grenzen des guten Geschmacks, des pfleglichen und verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen …

P.S.
Wenn Homosexuelle zusammenleben wollen und sich ihrer nicht sicher sind, so dass sie eine rechtliche Sicherheit benötigen, steht ihnen jederzeit die Möglichkeit zur Verfügung, einen privatrechtlichen Vertrag mit einander abzuschließen. Es gibt keinerlei Notwendigkeit, homosexuelle Partnerschaften per Zugang zur Ehe unter den Schutz des Grundgesetzes und nachfolgend in den Genuss der damit verbundenen steuerlichen Vorteile, staatlichen Subventionen und sonstigen finanziellen Zuwendungen kommen zu lassen. Wenn es um Gerechtigkeit geht, bestünde der sinnvollere Weg darin, die Privilegierung von Lebensentwürfen abzubauen, anstatt den privilegierten Lebensentwürfen neue hinzuzufügen, denn: auch finanzielle Ressourcen sind begrenzt. Die Staatsknete kommt nicht aus der Steckdose, sie muss erwirtschaftet werden, von denen, die nach wie vor dumm genug sind, ein Erwerbs- und kein Transferleben zu leben.

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[Zugabe: Ein weiterer Aspekt homosexueller Kultur:]

Fehlschluss, dein Name ist LINKE – Zum Zusammenhang zwischen Selbstüberschätzung und Paternalisierung

Aus irgendwelchen Gründen glauben die bei der LINKE im Bundestag versammelten Abgeordneten, sie seien dazu qualifiziert, sich zu Beschützern sozial Schwacher aufzuschwingen. Dieser Irrtum ist auf eine Mischung aus Virtue Signalling und Selbstüberschätzung zurückzuführen. LINKE scheinen der Ansicht zu sein, wenn sie sich zu Beschützern der Interessen derer erklären, die sie unter sich ansiedeln und als „sozial Schwache“ vor „sozialer Härte“ bewahren wollen, dann mache sie das zu besonders guten Menschen. Und sie scheinen zudem der Ansicht zu sein, sie seien dazu qualifiziert, sich der „unterprivilegierten Schichten“ anzunehmen bzw. der Interessen, die sie als Überprivilegierte den „unterprivilegierten Schichten“ unterstellen. Unterprivilegierte Schichten, sozial Schwache, Personen, die von sozialer Härte betroffen sind, das sind übrigens Personen, die keine „hohe Bildungsherkunft“ haben – jedenfalls für die LINKE im Bundestag sind sie das.

Und niemand ist weniger qualifiziert als die LINKE im Bundestag, um die Interessen derer, die sie auf Grundlage eines Fehlschlusses sozial unter sich ansiedeln zu vertreten. Das belegt ein Antrag, mit dem die LINKE den Numerus Clausus überflüssig machen will, also die Zulassungsbeschränkung, mit der Hochschulen versuchen, dem Heer der Studierwilligen Herr zu werden und gleichzeitig die formal am besten Qualifizierten zum Studium zuzulassen. Dass der Numerus Clausus sich dabei zu einer Art Lotteriespiel für Studierwillige entwickelt hat, ist eine Entwicklung, die an der LINKEN komplett vorbei gegangen ist. Die dort versammelten Köpfe, die wohl nicht zu den „besten Köpfen“ gehören, die die Grünen per Quote an Hochschulen bringen wollen, sind der Ansicht, der Numerus Clausus wirke sich sozial selegierend aus und führe dazu, dass Kinder „hoher Bildungsherkunft“ z.B. im Fach Humanmedizin überrepräsentiert seien. Die Passage des LINKE-Antrags, die diesen Unsinn verewigt, sie lautet wie folgt:

“Und noch immer wird auf das Instrument des Numerus Clausus (NC) zurückgegriffen, um den Zugang zu stark nachgefragten Studiengängen zu regulieren. Dass der NC sich sozial sehr selektiv auswirkt, lässt sich am Beispiel der Medizin zeigen. Für kein anderes Studienfach ist der NC flächendeckend so hoch und in keinem anderen Studienfach sind Studierende mit hoher Bildungsherkunft so stark überrepräsentiert (DSW: 20. Sozialerhebung). Das starke Interesse am Medizinstudium ist nicht zuletzt mit den hohen zu erwartenden Einkommen der Absolventinnen und Absolventen zu erklären.“

Mit dem selben Recht, mit dem die LINKEN hier behaupten, der Numerus Clausus wirke sich sozial selegierend aus und sorge dafür, dass vor allem Kinder „hoher Bildungsherkunft“ Medizin studierten, kann man auch behaupten, dass sich die Ziehung der Lottozahlen am Samstagabend sozial selegierend auswirkt, dahingehend nämlich, dass vor allem Gewinner aus der Unterschicht gezogen werden.

Wie groß das Rad ist, das am LINKEN Fahrwerk fehlt, ab ist, so zu sagen, wird deutlich, wenn man sich fragt, wie die Verbindung zwischen sozialer Selektion, Numerus Clausus und Medizin funktionieren soll, wie und mit welchen Dingen es also zugehen muss, dass eine auf den Notenschnitt von 1,5 gesetzte Zugangsbeschränkung sich vornehmlich auf Studienwillige nicht „hoher Bildungsherkunft“ auswirkt. Lassen wir die Losverfahren, die den Numerus Clausus ergänzen, außer Acht, dann bleibt nur die Annahme, dass Schüler, die bereits in Schulen eine Studierwilligkeit für Humanmedizin zu erkennen geben, dann, wenn sie eine hohe Bildungsherkunft nachweisen können, besser benotet werden als Schüler, die zwar Humanmedizin studieren wollen, aber keine hohe Bildungsherkunft aufzuweisen haben. Eine ziemlich wilde Annahme, um nicht zu sagen, eine irre Annahme.

SW Sozialerhebung Bildungsherkunft

< 100 unterrepräsentiert; > 100 überrepräsentiert

Außerdem: „Das starke Interesse am Medizinstudium ist nicht zuletzt mit den hohen zu erwartenden Einkommen der Absolventinnen und Absolventen zu erklären“. In welchem Tal der Ahnungslosen leben denn die LINKEN? Hohe Einkommen verdient man derzeit im MINT-Bereich, nicht als Assistenzarzt …

Wie dem auch sei, dass die Behauptung der LINKEN, nach der der Numerus Clausus die Studierwilligen ohne „hohe Bildungsherkunft“ aussortiere und die mit „hoher Bildungsherkunft“ durchlasse, vollkommener Unsinn ist, zeigt sich auch am Fach „Betriebswirtschaftslehre“. Auch in Betriebswirtschaftslehre gibt es mittlerweile einen flächendeckenden NC und trotzdem oder gerade deshalb sind Studierwillige ohne „hohe Bildungsherkunft“ überrepräsentiert. Diese Beobachtung führt uns zu einer Variable, die den LINKEN, die noch das Bild der 1950er Jahre verinnerlicht haben, als der Herr Doktor und der Herr Geheimrat noch die gut bezahlten Dorfhonoratioren waren, überhaupt nicht vorstellbar ist: Es mag sein, dass Studierwillige ohne „hohe Bildungsherkunft“ nicht in dem Maße ein Interesse daran haben, Humanmedizin zu studieren, wie dies z.B. Studierwillige mit „hoher Bildungsherkunft“ haben, darunter viele, die aus einem Arzthaushalt kommen. Transmission nennt man das: Papa war Arzt, Sohn wird Arzt. Das Phänomen ist unter Soziologen weithin bekannt und hat viel mit der Angst sozialen Abstiegs zu tun. Aber das weiß man nur, wenn man keine hohe Bildungsherkunft mit Wissen kombiniert, etwas, was offenbar unter den LINKEN im Bundestag eher selten ist.

Übrigens kommen an Universitäten sowieso nur 7% der Studenten aus einem Haushalt, den man bei der LINKE wohl als „niedrige Bildungsherkunft“ ansehen würde.

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