Unerwünschte Wahrheiten: Was Sie über den Klimawandel wissen sollten [Rezension]

Die Pandemie, die große Teile der Weltwirtschaft heruntergefahren hat, ohne dass daraus ein merklicher Rückgang bei atmosphärischem CO2 resultiert wäre, sie hat dazu geführt, dass der Klimawandel, der Lebensinhalt einer hopsenden Generation, das Vehikel hoher Gewinne für Firmen, die versprechen, angeblich “grüne” oder gar “saubere” Energie zu produzieren und die Hoffnung für all jene, die als Berufsziel “Aktivist” angeben, aus den Medien verschwunden ist. Er kehrt nur noch zu gelegentlichen, stets katastrophal gerahmten Gastspielen imminenter Überschwemmung weiter Teile vorhandener Landmasse oder niederbrennender Paradiese wieder.

Man muss indes kein Hellseher sein, um zu wissen, dass der Ansturm derer, die den relevanten Einfluss anderer Quellen als Menschen, anderer Moleküle als CO2, anderer Prozesse als des Kohlenstoffzykluses leugnen, nicht lange wird auf sich warten lassen wird, wenn erst Schutt und Asche, die Überreste der Pandemie, beiseite geräumt sind. Dann ist es gut, gerüstet zu sein, Argumente parat zu haben, reagieren zu können, die Multiklimafaktoren-Leugner zur Rede stellen und in ihrer Unkenntnis entlarven zu können, Antworten auf Fragen wie die folgenden zu haben:

“Ist das arktische Meereis in wenigen Jahren weggeschmolzen oder ist es seit einigen Jahren stabil? Nehmen die Starkregenereignisse zu oder sind sie seit 100 Jahren weltweit im Mittel gleich geblieben? Wie ist es mit Hurrikanen, Dürren? Welche Temperaturentwicklung ist aufgrund des menschlichen Einflusses in diesem Jahrhundert zu erwarten: ein, zwei oder viereinhalb Grad? Gibt es auch natürliche Veränderungen unseres Klimas, die wir noch nicht hinreichend verstehen? Trägt das steigende CO2 wirklich zur Verbesserung der Nahrungsmittelversorgung in der Welt bei?”

Antworten auf Fragen wie diese, bedürfen grundlegender Kenntnisse. Im Gegensatz zu denen, die den Einfluss multipler Quellen auf das Klima der Erde leugnen, haben wir, die wir gegen den Wahnsinn eines Umbaus der Wirtschaft zur Rettung des Klimas argumentieren, nicht nur den Anspruch, auf Basis der neuesten Daten und eines grundlegenden Verständnisses der Zusammenhänge zu argumentieren, wir haben auch die Pflicht das zu tun, um den Unterschied zu den emotionalen Gestalten, deren Behauptungen ohne Beleg und deren Aussagen auswendig gelerntes Geplapper darstellen, deutlich zu machen. Man kann Scharlatane und kenntnislose Aktivisten nur bloßstellen, wenn man die entsprechenden Fakten parat hat, die entsprechenden Zusammenhänge darlegen kann, wenn man informiert ist.

Kein leichtes Unterfangen angesichts der Tatsache, dass Klimawissenschaft ein fachübergreifendes Projekt ist, das Kenntnisse in Physik, Geologie, Meteorologie, Chemie und vielen anderen Feldern vorraussetzt. Umfassend. Komplex. Kaum zu leisten für jemanden, der sich nicht hauptberuflich oder intensiv mit den entsprechenden Zusammenhängen befasst.

Aber nicht verzagen!
Es gibt Hilfe. Hilfe in Form eines nicht nur sehr ansprechenden, sondern auch sehr informierten, weitgehend gut aufgebauten und sehr gut lesbaren Buches, das Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning unter dem Titel “Unerwünschte Wahrheiten – Was Sie über den Klimawandel wissen sollten” veröffentlicht haben.

In 11 Kapiteln schaffen es die Autoren nicht nur die Grundlagen für diejenigen, die sich informiert am Diskurs über Klimawandel und den menschlichen Anteil daran beteiligen wollen, zu legen. Sie schaffen es auch, den Stand der Forschung zu integrieren, und zwar so umfassend, dass sie den wissenschaftlichen Apparat, wie es bei uns heißt, das Literaturverzeichnis, das 2.300 Einträge umfasst, auslagern müssen, um das Buch, das knapp 350 Seiten stark ist, nicht zu einem Kompendium doppelter Seitenzahl zu machen.

50 Fragen zum Klimawandel beantworten Vahrenhorst und Lüning in 50 Abschnitten, die wiederum neun Kapiteln zugeordnet sind.

Sie wissen nicht, wie sich die moderne Erwärmung im Gesamt der Erdengeschichte einpasst? Kapitel 1 gibt eine Antwort. Ergebnis: Klimawandel ist nicht neu und nicht diskret: Klimawandel ist kontinuierlich, Warm- und Kaltphasen wechseln einander ab. Was ist also dran, am menschlichen Einfluss auf das Klima? Kapitel 2 gibt Antworten und nebenbei noch Munition, um die wissenschaftsignoranten Klimahysteriker ins Bockshorn zu jagen. Eine PDO effektiv platziert, eine AMO in der Diskussion eingestreut, eine NAO nachgeschoben, und die bewundernden Blicke der Unwissenden sind Ihnen sicher. Wenn Sie dann noch in der Lage sind, die Pazifische-Dekaden Oszillation, die Atlantische Multidekaden-Oszillation und die Nordatlantische Oszillation jenseits der Akronyme zu beschreiben und in ihrer Relevanz für das Klima der Erde darzustellen, dann haben Sie gewonnen. Nach der Lektüre von Kapitel 2 im Buch von Vahrenhorst und Lüning, sind Sie dazu in der Lage. Und mehr noch: Auch der Einfluss der Sonne wird in Kapitel 2 dargestellt. Es soll ja Sonnenleugner geben, Leute, die denken, Sonnenzyklen und Wechsel in der Intensität der Sonneneinstrahlung hätten keinen Einfluss auf das Klima der Erde. In Kapitel 2 finden Sie die Munition, die sie benötigen, um diesen Leugnern argumentativ das Fürchten beizubringen.

Eis, das schmilzt, es ist das Lieblingsmotiv der MS-Medien, nun, nachdem der Eisbär sich weigert auszusterben, im Gegenteil es so viele Eisbären wie lange nicht gibt, so dass der Eisbär seinen Nutzen für Klimahysteriker aufgrund von Nichtfügsamkeit in die Ideologie verloren hat. Kapitel 3 skated über den arktischen Norden und Grönland in die Antarktis und zeigt, was es mit der Eisschmelze auf sich hat.

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Regen, Hurricanes, Dürren, all die modernen Plagen, die von Klimawandelapologeten fast schon herbeigesehnt werden, sie sind Gegenstand von Kapitel 4. Dort werden sie auf ihren Zusammenhang mit dem Klimawandel geprüft. Auch Vulkane kommen nicht ungeschoren davon. Den Abschluss von Kapitel 4 bildet Abschnitt 25: “Klimaflüchtlinge und Klimakriege: Wie viele und wo?, ein Abschnitt, in dem Vahrenhorst und Lüning einigen Spuren nachgehen und zeigen, dass bei jeder Spur, die sie verfolgen, entweder der Flüchtling vor dem Klima, keiner war oder der Krieg, Umbruch oder Aufstand nicht in Verbindung zum angeblichen Klimawandel steht. Ein löbliches Unterfangen, wenngleich die Behauptung, es gebe Kriege wegen des Klimas in einer Welt, die seit Jahrhunderten von Kriegen um Ressourcen geprägt wird, an Catweazle erinnert, der vom Electric Trick fasziniert ist.

Das Extremwetter aus Kapitel 4 unterbricht etwas die Logik des Buches, die in Kapitel 3 mit dem abschmelzenden Eis begonnen wurde. Eis das schmilzt wird zu Wasser, schmilzt viel Eis, dann steigen die Meeresspiegel, so die einfache Wahrheit, die in Tuvalu immer noch auf sich warten lässt. Kapitel 5 hat nach dem Intermezzo des Extremwetters die Meeresspiegel zum Gegenstand.



Nachdem nun die Grundlagen für Wetter und seinen mehrjährigen Niederschlag, das Klima, gelegt sind, widmen sich Vahrenholt und Lüning ab Kapitel 6 den am Klima interessierten Kreisen und dem, was sie aus dem Klimawandel machen (wollen).

Die ganze Erzählung des menschengemachten Klimawandels basiert auf Computersimulationen, so genannten Klimamodellen deren Ergebnisse durch das, was an Annahmen gemacht wird, also vorne in die Modelle hineingesteckt wird, maßgeblich determiniert wird. Kann man derartigen Simulationen vertrauen? Kapitel 6 beantwortet u.a. diese Frage.

Wichtig für die Erzählung des menschengemachten Klimawandels, quasi der zugehörige Thrill-Faktor, sind die katastrophalen Folgen, die er haben soll: Artensterben, übersäuerte Ozeane, Hitzetote, Kältetote, Krankheiten und anschließend Tote, sie geben in Kapitel 7 ein Stelldichein, um dort mit positiven Wirkungen von CO2 konfrontiert zu werden. Sie wissen schon, Photosynthese und die Kleinigkeit, dass mit steigendem CO2-Gehalt in der Atmosphäre die Erde grüner wird.

Kapitel 8 ist den Hintermännern der Erzählung vom menschengemachten Klimawandel gewidmet: Dem Intergovernmental Panel on Climate Change. Das IPCC gibt regelmäßige Berichte heraus, von denen behauptet wird, sie fassten das, was über Klimawandel bekannt sei, zusammen. Aber: An den entsprechenden Assessment Reports arbeitet nur eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern und die Zusammenfassung, das was letztlich für Politdarsteller aufbereitet wird und oft genug nur noch lose mit dem, was im Bericht als Stand der Forschung berichtet wird, zu tun hat, diese Zusammenfassung schreiben Aktivisten. Wer sind die Wissenschaftler? Wer fasst die Berichte zusammen? Und erklärt die Auswahl des Personals, warum die Szenarien, die das IPCC beschreibt, immer die maximalen Schadensszenarien sind, nie die realistischen Szenarien? Lesen Sie Kapitel 8, und sie wissen mehr.

Keine Erzählung, die unter Menschen verbreitet wird, wird nur verbreitet, um Freude oder Angst zu verbreiten. Ausnahmslos alle Erzählungen, die den öffentlichen Diskurs bestimmen, werden verbreitet, um einer bestimmten Interessengruppe Ressourcen, in der Regel finanzielle Ressourcen zuzuschustern. Konsequenterweise handelt Kapitel 9, das vorletzte Kapitel des Buches, von den industriellen Profiteuren, die das Versprechen “grüner Energie”, so hanebüchen es auch sein mag, in die Tat umsetzen wollen und sich dafür fürstlich belohnen lassen. Aber – und das ist eine Stärke dieses Buches – nicht nur die Erneuerbare Energien Profiteure finden Berücksichtigung, auch das, was man in Deutschland so überhaupt nicht hören will: sichere Kernkraftwerke, Kernfusion runden die Untersuchung von Green Deal, Windkraft, Energiespeicher und CO2 neutralem Kohlkraftwerk ab und münden in ein Szenario für eine “nachhaltige Zukunft”.

Wissenschaftliche Texte enden in der Regel mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick. Das letzte Kapitel, das mit “Unerwünschte Wahrheiten und die Folgen” überschrieben ist, erfüllt beide Funktionen. Dass man sich an mancher Stelle eine etwas deutlichere Sprache gewünscht hätte und zuweilen beim Lesen den Eindruck gewinnt, gar allzusehr an die Hand genommen zu werden, sind zwei Einwände, die das, was Vahrenholt und Lüning in diesem Buch geleistet haben, in keiner Weise reduzieren. Sie gehören dazu. Jeder Rezensent ist gehalten, zumindest ein Haar in der Suppe zu finden. Wir haben sogar zwei gefunden.

“Unerwünschte Wahrheiten” ist ein sehr gutes Buch für alle, die sich auf den Stand der wissenschaftlichen [!sic nicht der politischen] Diskussion um den Klimawandel bringen wollen. Es ist ein mutiges Buch und eines, das an etlichen Stellen den Bogen zur Politik schlägt. Wenig überraschend schneidet die deutsche Politik dann, wenn sie mit wissenschaftlichen Ergebnissen konfrontiert wird, nicht gut ab. Es in Klarheit bei Vahrenholt und Lüning zu lesen, tut dennoch gut. Das Buch ist ein Beitrag zu einem wichtigen und überfälligen Diskurs, der dem freien Schalten und Walten der Herolde einer drohenden biblischen Apokalypse Schranken setzen kann:

“Dabei tut es bitter Not, die unerwünschten Wahrheiten auszusprechen, damit in der Gesellschaft überhaupt wieder ein offener Diskurs stattfinden kann. Um diese gesellschaftliche Debatte über den richtigen Weg und das richtige Tempo einer Dekarbonisierung wieder zu öffnen, haben wir Wert darauf gelegt, dass jeder Satz dieses Buches belegt ist und mit wissenschaftlichen Publikationen untermauert ist. Die etwa 2.300 Literaturzitate hätten den Umfang des Buches gesprengt. Sie sind unter http://www.unerwuenschte-wahrheiten.de zumeist mit einem direkten Link für jeden zugänglich.”

Der Diskurs ist bitter nötig. Das Argument wäre auch ohne die Übertreibung, dass jeder Satz belegt sei, ausgekommen. Sie sehen, wir haben sogar drei Haare in der Suppe gefunden, die dennoch nichts daran ändern, dass das Buch von Vahrenholt und Lüning in das Regal eines jeden gehört, der sich über Klimawandel und die Rolle, die Menschen dabei (vielleicht) spielen, sinnvoll informieren und äußern will.

Unerwünschte Wahrheiten ist im Langen Müller Verlag München erschienen und kostet 25 Euro.
Sie können es hier bei Amazon erwerben.



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