Dumm-Speech: Trittbrettfahrer im Rausch des Faschismus – Vom Raub der Bürgerrechte

Opportunisten zeichnen sich dadurch aus, dass sie passende Ereignisse, die mit ihrem eigenen Ziel nichts zu tun haben, zum Vorwand nehmen, um ihr eigentliches Ziel zu erreichen.

Faschisten zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit geradezu bürokratischer Präzision versuchen, Meinungen, die ihnen nicht passen und Bürger, die diese Meinungen vertreten, aus dem öffentlichen Leben zu eliminieren. Der Unterschied zum Totalitarismus ist eine Frage der Durchdringung: Während Faschisten ihre Zerstörung des öffentlichen Lebens und vor allem der meisten bürgerlichen Freiheiten da beenden, wo Privatheit beginnt, dringen Totalitaristen in die Privatheit, in die Wohnung, in das tägliche Leben von Menschen vor.

Opportunistische Faschisten sind wohl die für die Freiheit gefährlichste Art. Sie haben nur ein Ziel, denen, die Meinungen vertreten, die sie nicht ertragen können, weil ihr psychologisches Make-up so fragil ist, dass ihre mühsam gebaute Identität sofort in sich zusammenfällt, wenn es ihnen nicht möglich ist, anderen Meinungen argumentativ zu begegnen und in der Regel ist es Faschisten nicht möglich, den allermeisten anderen Meinungen argumentativ zu begegnen, ihre Meinung zu verbieten.



Dieser Mangel, diese Entwicklungsstörung ist der Grund dafür, dass Faschismus, der systematische Übergriff auf die Freiheit anderer, für diese Persönchen so attraktiv ist. Ein normaler Mensch, der selbstbewusst und in Veranwtortung für sein Tun durch die Welt geht, hat es nicht nötig, an Meinungen, die andere haben, Anstoß zu nehmen, und wenn er mit Meinungen, die seiner Überzeugung widersprechen, konfrontiert ist, dann kann er diesen Meinungen in der Regel argumentativ begegnen und wenn er feststellen sollte, dass diese Meinungen besser begründet sind, als die seine, dann kann er lernen. Faschisten können nicht lernen. Sie sind zu dumm dazu, oder ihre Psychologie lässt das zu nicht. Deshalb müssen sie verbieten, deshalb ist es so einfach und so wenig fehleranfällig, von faschistischen Verhaltensweisen auf den IQ, die Persönlichkeit des Handelnden zu schließen.

Damit sind wir bei der folgenden Sequenz angekommen, die heute in der Tagesschau zu lesen ist:

“Noch haben die Verfassungsrichter Bedenken gegen das neue Gesetz der Bundesregierung, das Hetze im Internet wesentlich schärfer ahnden soll. Nach den Krawallen in Washington drückt die Große Koalition jetzt aufs Tempo.

Nach dem Sturm auf das US-Kapitol in Washington will die Große Koalition das Gesetz zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Hasskriminalität im Netz möglichst rasch verabschieden. “Die Erstürmung des Kapitols macht noch einmal deutlich, welche Wirkungsmacht den sozialen Netzwerken innewohnt”, sagte Unionsfraktionsvize Thorsten Frei der “Rheinischen Post”.

Es habe sich gezeigt, dass aus Worten bei sozialen Netzwerken Taten werden. Deshalb sei es notwendig, die Straftaten, die in diesem Raum begangen würden, konsequent zu verfolgen. Auch SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese bekräftigte, es sei höchste Zeit, dass das Gesetz in Kraft trete. “Die klare Botschaft an Demokratiefeinde und Hetzer kann nur lauten: Wir nehmen Eure Taten nicht hin und stellen uns Eurem Hass auf allen Ebenen entgegen – online wie offline”, so Wiese.

Die “Krawalle in Washington”, die mit Deutschland ÜBERHAUPT nichts zu tun haben, werden hier vorgeschützt, um Widerstand bei Verfassungsrichtern zu brechen, die sich derzeit noch als Bollwerk zwischen denen, die bürgerliche Freiheiten rauben wollen und diesen bürgerlichen Freiheiten finden.



Der absurde Zusammenhang, der zwischen dem, was in Washington geschehen ist, und dem – wie die Tagesschau in sykophantischer Unterwürfigkeit titelt: “Anti-Hass-Gesetz” bestehen soll, wird von “Unionsfraktionsvize Thorsten Frei” wie folgt beschrieben: “Die Erstürmung des Kapitols macht noch einmal deutlich, welche Wirkungsmacht den sozialen Netzwerken innewohnt”.

Das ist natürlich eine “Freie Erfindung”, die aus Opportunismus vorgebracht wird, weil Frei offenkundig der Ansicht ist, dass seine absurde Behauptung dazu geeignet sei, den Raub von Bürgerrechten zu legitimieren. Wie hat man sich die entsprechende “Wirkungsmacht” vorzustellen, von der Frei hier frei fabuliert?

Eine Wirkungsmacht ist kausal. Was in den sozialen Netzwerken geschrieben wird, muss demnach kausal für die Erstürmung des Kapitol sein. Der erste Zweifel an diesem Humbug stellt sich ein, wenn man sich vergegenwärtigt, dass schon 387 vor Christus und dann im Jahre 410 nach Christus zuerst Kelten und dann Westgoten das römische Kapitol eingenommen haben, und zwar ganz ohne soziale Netzwerke. Offenkundig sind soziale Netzwerke nicht kausal, keine notwendige Bedingung für die Einnahme oder den Sturm auf ein Kapitol. Dass auch 1600 Jahre später soziale Netzwerke nicht kausal für den Sturm auf das dieses Mal “US-amerikanische Kapitol” sind, zeigt ein einfaches Gedankenexperiment.

Wie sollen soziale Netzwerke dazu beitragen, eine spontane Aktion wie den “Sturm auf das US-Capitol” durchzuführen.

Machen wir es plastisch:

“Wir gehen am 6. Januar 2020 nach Washington und stürmen dort das Capitol.”
Das ist die einfachste Art. Problem: Sie zieht Gegenmaßnahmen nach sich – mehr Polizei als gewöhnlich bewacht das Capitol und vereitelt den Plan.

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Ergo muss man von Verschwöreren ausgehen, wenn man eine geplante Aktion annehmen will. Verschwörer werden sich gerade nicht der Öffentlichkeit sozialer Netzwerke aussetzen, nicht einmal der privater Gruppen, denn Verschwörung benötigt Geheimhaltung und ein Kommentar oder ein Tweet oder ein Beitrag, abgesetzt in sozialen Netzwerken, ist alles, aber nicht geheim.
Ergo haben soziale Netzwerke dann, wenn ein Sturm geplant wird, keine Rolle zu spielen.
Bleibt der Beitrag sozialer Netzwerke zu spontanem Sturm, wie er in Washington stattgefunden hat, wo viele derjenigen, die sich im US-Capitol eingefunden haben, den Eindruck vermittelt haben, gar nicht glauben zu können, dass ihnen gelungen sei, was ihnen gelungen ist.

Wie sollen soziale Netzwerke dazu beigetragen haben, einen spontanen Erfolg zu landen?
Offenkundig leben spontane Erfolge davon, dass es gelingt, ein Mindestmaß an Koordination einzuhalten. Wenn man persönlich zugegen ist, ist Koordination durch SPRACHE viel einfacher und viel schneler, als das Eintippen von Satzfetzen in die Maske des Smartphones, inklusive verzerrter Ergebnisse wegen Autokorrektur. Irgendwie scheint Thorsten Frei keine Ahnung davon zu haben, dass Menschen miteinander reden. Die Idee des Sturms des US-Capitols, der mit dem Daumen und der Nase auf dem Smartphone stattgefunden hat, ist offenkundiger Blödsinn.

Und das bringt uns zu Dirk Wiese, dem SPD-Fraktionsvize. Offenkundig will man bei der SPD dann, wenn aus der CDU Blödsinn zu vernehmen ist, nicht zurückstehen. Deshalb ergänzt Wiese seine ganz eigene Version von Blödsinn:

“Es habe sich gezeigt, dass aus Worten bei sozialen Netzwerken Taten werden. Deshalb sei es notwendig, die Straftaten, die in diesem Raum begangen würden, konsequent zu verfolgen.”

Damit sind wir bei einer der Lieblingsbehauptung von Polit-Darstellern: Aus Worten werden Taten. DEM IST NICHT SO.
Betrachten wir zur Klarstellung Einstellungen und Verhaltensaufforderungen, um die Absurditäten, die von Viertelintellektuellen verbreitet werden, deutlich zu machen.

Einstellungen werden gemeinhin als Teil menschlicher Überzeugungssysteme angesehen. Nehmen wir z.B. die Einstellung, dass Vermieter Ausbeuter seien, die Menschen, wie es bei Linken heißt, das Grundrecht auf Wohnraum bestreiten. Diese Einstellung ist sicher Teil linksextremer Überzeugungssysteme und man kann sie als eine Form linksextremer Hatespeech ansehen, denn natürlich sind Vermieter keine Ausbeuter, sondern Anbieter einer Leistung. Dass Linke in der Regel Hungerleider sind, die sich nicht leisten können, wonach sie gieren, ist nicht die Schuld von Vermietern. Aus dieser Einstellung ist bislang noch nicht resultiert, dass Vermieter von denen, die diese Einstellung haben, systematisch erschossen oder verprügelt werden. Warum nicht? Weil Einstellung nicht zu Verhalten führt, wie wirklich unzählige wissenschaftliche Beiträge zeigen, sondern vielmehr der Weg umgekehrt ist, Personen, Gewalttäter, Kriminelle, die mit ihren Handlungen einen persönlichen Vorteil anstreben, rechtfertigen ihre Handlungen nachträglich mit dem Fundus der Einstellungen, die im linksextremen Lager vorhanden sind.



Einstellungen führen also nicht zu Verhalten, sie legitimieren nachträglich Verhalten, schön zu beobachten vor Gericht, wenn ein notorischer Körperverletzer Entschuldigungen dafür aufhäuft, dass er einem Kind eine Eisenstange ins Gesicht gehauen hat (tatsächlicher Fall, der vor dem Amtsgericht Chemnitz verhandelt wurde).

Wenn die Einstellungen, die eine Person innehat, nicht zu Verhalten führen, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass Verhaltensaufforderungen von Dritten zu Verhalten führen noch geringer.

Springen Sie sofort in den nächsten Fluss!
Wir haben diese Aufforderung in einem sozialen Netzwerk geäußert.
Warum also springen Sie nicht in den nächsten Fluss?
Offenkundig haben Menschen, die man auffordert, etwas zu tun, einen Willen, der der Ausführung der Verhaltensaufforderung vorgeschaltet ist. Leute wie dieser Herr Wiese sehen in Menschen Automaten, Reiz-Reaktions-Deppen, denen man sagt: Spring in den nächsten Fluss, und die das tun. Warum diesen Polit-Darstellern derartige einfach gestrickte Brachialzusammenhänge so nahe liegen, das kann man nur vermuten. Ihr Wissen darum, dass sie selbst so funktionieren, dass sie sich z.B. für jede Schmierenkampagne einspannen lassen, wenn man ihnen eine Belohnung verspricht, so wie Pavlov das mit seinem Hund getan hat, ist sicher eine mögliche Erklärung.

Es gibt genau zwei Situation, in denen die Aufforderung “Spring’ in den nächsten Fluss” von dem, an den sie gerichtet ist, ausgeführt wird: Der, der die Aufforderung ausspricht, steht mit der Kalaschnikow bereit, um bei Badeverweigerung den Verweigerer zu erschießen oder derjenige, an den sich die Aufforderung richtet, hatte sowiso vor, in den nächsten Fluss zu springen.

Kurz: Eine Aufforderung wird genau dann zum Verhalten, wenn die Aufforderung von Zwang begleitet ist oder der Handlungsintention dessen entspricht, an den sich die Aufforderung gerichtet hat.


Die beiden Fraktions-Vize stellen sich den Sturm auf das US-Capitol wohl so vor:


Es ist offenkundiger Blödsinn zu behaupten, Sprache, Sätze, Austausch in sozialen Netzwerken führe dazu, dass sich Menschen radikalisierten und das US-Capitol stürmen. Es ist so offenkundiger Blödsinn, dass man diejenigen, die so etwas behaupten, eigentlich wegen Dumm-Speak wegsperren müsste. Aber das machen wir natürlich nicht, wir sind ja tolerant, sogar gegenüber Dumm-Schwätzern sind wir tolerant. Das ist das Elend des Liberalen.

Auch bei Verhaltensaufforderungen ist es – wie bei Einstellungen – also so, dass nur die Menschen entsprechend handeln, die ohnehin vorhatten, wie aufgefordert zu handelt. Abermals dient Sprache im Nachhinein dazu, das eigene Verhalten zu rechtfertigen oder zu erklären. Sprache ist NICHT die Ursache von Handlung.

Daraus kann man nunmehr allgemein ableiten, dass nur diejenigen ins US-Capitol stürmen, die bereits eine Prädisposition mitgebracht haben, das US-Capitol zu stürmen oder die die Gunst der Stunde nutzen, eine Gelegenheit ergreifen, die sich ihnen bietet, die sich opportunistisch verhalten, so wie sich Frei und Wiese opportunistisch verhalten. Die Gunst der Stunde zu nutzen oder eine Prädisposition umzusetzen, erfordert die GELEGENHEIT das zu tun. Ergo hat erst die Gelegenheit, das US-Capitol zu stürmen, dazu geführt, dass es gestürmt wurde. Wäre die National Guard vor dem Capitol aufmarschiert, es hätte kein Stürmchen gegeben.

So einfach ist das und mit sozialen Netzwerken hat das alles nichts zu tun.

Dass Frei und Wiese das, was ein paar Tausend Kilometer entfernt geschehen ist, missbrauchen, um ihre eigene Agenda durchzusetzen, ihren Opportunismus auszuleben, kann man deshalb nur damit erklären, dass sie eine Agenda verfolgen, die der Einschränkung von Bürgerrechten und natürlich der Bekämpfung politischer Gegner gewidmet ist. Ein weiteres Merkmal faschistischer Systeme besteht darin, dass Gesetze ideologisiert werden, sie werden genutzt, um die eigene Ideologie durchzusetzen und sind zwangsläufig nicht mehr dazu da, einen Nutzen für die Gesellschaft bereitzustellen (das ist der eigentliche Sinne von Gesetzen), sondern dazu, einen Partikularnutzen für eine bestimmte ideologische Klientel bereitzustellen.

Im vorliegenden Fall kommt vermutlich noch das ganz niedere Motiv hinzu, Menschen reglementieren zu können. Mit der Inkompetenz und der Dummheit von Akteuren steigt ihre Not, Andere zu maßregeln, um sich selbst als Person inszenieren zu können. Polit-Darsteller, die über keinerlei Kompetenz verfügen, die es ihnen ermöglich, sich mit Leistung auszuzeichnen, kommen zwangsläufig bei Versuchen, Menschen zu gängeln, ihre Position zu missbrauchen, um sich selbst einen Lebenssinn zu verschaffen an. Diejenigen, die Demokratietheorien aufgestellt haben, haben leider vergessen Schutzmechanismen gegen persönliche und soziale Störungen bei Positionsinhabern zu diskutieren und bereitzustellen. Vermutlich konnten Sie sich den Brain Drain, dessen Ergebnis heutzutage in Parlamenten ankommt, gar nicht vorstellen.

Leute wie Frei und Wiese sind nicht nur ein Anschlag auf das intellektuelle Niveau der Gesellschaft, sie sind eine Gefahr für Demokratie und Freiheit.



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