Schutz vor COVID gelungen, Alte dennoch tot – Studie aus Schweden entlarvt die Heuchelei um COVID-19

Für alle, die es vergessen haben: Der angebliche Grund dafür, dass wir alle eingesperrt werden, besteht darin, dass eine Überlastung der Krankenhäuser vermieden werden soll und dass Alte, die bei Infektion mit SARS-CoV-2 ein hohes Risiko schwer zu erkranken oder gar zu sterben tragen, während Junge mehr oder minder keinerlei Risiko tragen, geschützt werden. Eine Studie aus Schweden zeigt nun die Heuchelei hinter dieser Behauptung, denn die Alten, die geschützt werden sollen, werden durch die Maßnahmen, die sie schützen sollen, geschädigt. 

Um die Ergebnisse, die wir nun berichten, einordnen zu können, muss man Folgendes in Rechnung stellen.

  • Die Studie stammt aus Schweden.
  • Der Beobachtungszeitraum umfasst die Monate Mai und Juni 2020.
  • Zu diesem Zeitpunkt gab es in Schweden im Gegensatz zu anderen Ländern keine restriktiven Maßnahmen: Es gab keinen Lockdown, es gab keine Schließungen von Unternehmen und Schulen und Gaststätten usw. Es gab die Empfehlung zu verstärkten Hygienemaßnahmen und zur Einhaltung von Maßnahmen sozialer Distanz, und es gab für ältere Menschen die Empfehlung, nach Möglichkeit zuhause zu bleiben, größere Ansammlungen von Menschen zu meiden und physisch aktiv zu bleiben.

Die im Folgenden berichteten Ergebnisse spiegeln also die Situation in einem Land wider, in dem nicht mit rigiden, hysterischen Maßnahmen auf SARS-CoV-2 reagiert wurde.



Die Ergebnisse stammen aus der Studie “COVID-19 collateral damage: psychological distress and behavioral changes among older adults during the first outbreak in Stockholm, Sweden”, die Giorgi Beridze, Federico Triolo, Giulia Grande, Laura Ratiglioni und Amaia Caldéron-Larranaga gerade veröffentlicht haben. Sie alle sind an am Karolinska Institut der University of Stockholm angestellt.

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Von Mai 2020 bis Juni 2020 haben die Autoren eine Befragung unter Menschen durchgeführt, die 68 Jahre oder älter waren. Die befragten Alten sind alle Teilnehmer der Swedish National Study on Aging and Care in Kungsholmen, einer longitudinalen Studie. Entsprechend sind ihre Gesundheitsgeschichte und ihre Lebensumstände bekannt, so dass es möglich war, die Studie auf Alte, die weder in einem Pflegeheim leben noch an Demenz leiden, noch schwerhörig sind, zu beschränken. Letzteres war notwendig, weil die Befragung telefonisch durchgeführt wurde. Alle Befragten leben in der eigenen Wohnung, rund die Hälfte davon alleine. 

Mit ihrer Befragung interessieren sich die Autoren für den Kollateral-Schaden, der sich als Folge der Maßnahmen gegen SARS-CoV-2 einstellt, Um es noch einmal zu betonen, die berichteten Schäden ergeben sich bereits bei wenig restriktiven Maßnahmen, die letztlich freiwillig ergriffen werden, weil es keinen Zwang der Regierung gibt, der Menschen daran hindert, ihrem Leben nachzugehen, wie dies bei einem Lockdown der Fall ist. 

Das Durchschnittsalter der Befragten beträgt 78,2 Jahre, der jüngste Teilnehmer ist 68 Jahre alt, der älteste 103. Insgesamt haben 1.231 Alte an der Befragung teilgenommen, 9 der 1.231 Alten wurden positiv auf SARS-CoV-2 getestet (0,7%), die Mehrzahl der Befragten ist weiblich (64,3%), denn Frauen haben eine höhere Lebenserwartung als Männer, rund zwei Drittel der Befragten haben mindestens ein Abitur als höchsten Bildungsabschluss. Die Mehrzahl der Befragten gibt an, sich an die Empfehlungen der schwedischen Regierung zu halten: 98% halten physische Distanz, 98% geben an, ihre Hände mindestens 20 Sekunden zu waschen, 76,8% der Befragten geben an, in Selbst-Isolation zu leben, 15,2% tragen eine Gesichtsmaske. 

Die Autoren interessieren sich für drei Dimensionen des Kollateralschadens, nämlich:

  • psychologisches Leid,
  • eine Reduktion sozialer Beziehungen mit dem Extrem sozialer Isolation;
  • eine Reduktion in medizinischer Betreuung und in der Nachfrage nach medizinischer Betreuung

Die folgende Tabelle zeigt die Messung der drei Dimensionen und die Verteilung der Antworten. Man kann über die einzelnen Aussagen streiten, aber in der Gesamtschau ist das Ergebnis konsistent: 43,7% der befragten alten Menschen geben mindestens eine der drei Dimensionen als Kollateralschaden an, sind also entweder sozial isoliert oder leiden psychologisch oder einer eingeschränkten medizinischen Betreuung ausgesetzt. 30,2% der Befragten leiden unter zweien der genannten Kollateralschäden und 3,9% unter allen dreien. 

16,3% der Befragten gelten den Autoren als sozial isoliert, weil sie ihre Kommunikation mit anderen Menschen erheblich eingeschränkt haben. 10,3% der Befragten geben an, sie hätten medizinische Leistungen, obwohl sie notwendig gewesen wären, nicht nachgefragt. 

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass alte Menschen bereits unter Maßnahmen leiden, die nicht einmal ansatzweise mit den Zwangsmaßnahmen vergleichbar sind, die in Ländern wie Deutschland oder dem Vereinigten Königreich von den angeblich wohlmeinenden Menschen in der Regierung durchgesetzt werden. Was die Studie aus Schweden noch schwerer zu verdauen macht ist die Tatsache, das diejenigen, die hier leiden, diejenigen sind, die in Deutschland und anderswo durch rigide Maßnahmen geschützt werden sollen. Man muss entsprechend die Frage stellen, was ein Schutz wert ist, unter dem die Geschützten leiden. Die Studie aus Schweden gibt auch einen Einblick in das Ausmaß des Verzichts auf notwendige Behandlungen durch alte Menschen. Der entsprechende Verzicht wird in Ländern mit rigiden Zwangsmaßnahmen zur Durchsetzung des Schutzes von alten Menschen häufiger sein und mit erheblicheren gesundheitlichen Schäden für diese alten Menschen einhergehen. Man muss kein Prophet sein, um das zu sehen. Man muss indes eine zunehmende Abwehrkraft entwickeln, um den Zynismus, mit dem Politdarsteller weitere Lockdowns fordern, ertragen zu können.

Die schwedische Studie steht mit diesen Ergebnisse nicht alleine, sie reiht sich vielmehr in einen wachsenden Korpus von Studien ein, die allesamt zeigen, welche Verheerungen die Lockdown-Fanatiker in den Regierungen derzeit anrichten: 

Xiong et al. (2020), Vindegaard und Benros (2020) berichten als Ergebnis einer Meta-Analyse von erheblichen psychologischen Gesundheitsproblemen als Folge restritiver Maßnahmen gegen ein Virus. van der Vegt und Kleinberg (2020) kommen zum gleichen Ergebnis. Schwarbach et al. (2014), Jarach et al. (2020), Evans et al. (2020), Beridze et al. (2020) und Luna et al. (2020) haben die Folgen sozialer Isolation umfassend belegt, sie reichen von Depression, über einen Verlust kognitiver Fähigkeiten und eine zunehmende Gebrechlichkeit gerade bei älteren Menschen zu einer erheblichen Reduktion der Lebensqualität. Czeisler et al. (2020) haben für die USA berichtet, was Beridze et al. (2021) in der vorliegenden Studie dargelegt haben: Die Maßnahmen gegen die Pandemie führen gerade bei älteren Menschen dazu, dass sie notwendige Behandlungen nicht nachfragen, so dass ihr Sterberisiko erhöht wird. Die Maßnahmen, die angeblich dazu beitragen sollen, alte Menschen zu schützen, sind somit genau die Maßnahmen, die ihre Sterbewahrscheinlichkeit erhöhen.

Bislang walzen diejenigen, die von sich behaupten, sie hätten nur das Beste für die Bevölkerung im Sinne, jeden Widerstand und jede Kritik an ihren Maßnahmen nieder. Bislang nehmen sie weder auf den wirtschaftlichen Schaden noch darauf Rücksicht, dass ausgerechnet die Bevölkerungsgruppe, derentwegen die ganzen Zwangsmaßnahmen durchgeführt werden, unter genau diesen Maßnahmen leidet.

Wie verbohrt oder zynisch sind diese Leute?


Beridze, Giorgi et al. (2021). COVID-19 Collateral Damage: Psychological Distress and Behavioral Changes Among Older Adults During the First Outbreak in Stockholm, Sweden. medRxiv.

Beridze, Giorgi, et al. (2020). Are Loneliness and Social Isolation Associated with Quality of Life in Older Adults? Insights from Northern and Southern Europe. International journal of environmental research and public health 17(22): 8637.

Czeisler, Mark E., et al. (2020) “Delay or avoidance of medical care because of COVID-19–related concerns—United States, June 2020.” Morbidity and mortality weekly report 69(36): 1250.

Evans, Isobel EM, et al. (2019). Social isolation and cognitive function in later life: a systematic review and meta-analysis.” Journal of Alzheimer’s disease 70(S1): S119-S144.

Jarach, Carlotta Micaela, et al. (2021). Social isolation and loneliness as related to progression and reversion of frailty in the Survey of Health Aging Retirement in Europe (SHARE).” Age and Ageing 50(1): 258-262.

Luna E. et al. (2020). The prospective association between frequency of contact with friends and relatives and quality of life in older adults from Central and
Eastern Europe. Social Psychiatry and Epidemiology.

Schwarzbach, Michaela, et al. (2014). Social relations and depression in late life—a systematic review. International journal of geriatric psychiatry 29(1): 1-21.

Vindegaard, Nina, and Michael Eriksen Benros (2020). COVID-19 pandemic and mental health consequences: Systematic review of the current evidence. Brain, behavior, and immunity 89: 531-542.

Xiong, Jiaqi, et al. (2020) “Impact of COVID-19 pandemic on mental health in the general population: A systematic review.Journal of affective disorders 277: 55-64.



Seit Ende Januar 2020 besprechen wir Studien zu SARS-CoV-2. Damit gehören wir zu den wenigen, die das neue Coronavirus seit seinem Auftauchen verfolgt und den Niederschlag, den es in wissenschaftlichen Beiträgen gefunden hat, begleitet haben.
Eine Liste aller Texte, die wir zu SARS-CoV-2 veröffentlicht haben, finden Sie hier.

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