Arzt über Ärzte: “kollektive Feiglinge”

Es gibt einen Unterschied zwischen Aussagen über ein Kollektiv und Aussagen über ein Individuum. Wenn man sagt, Ärzte seien feige, dann ist dies eine Gruppenaussage, die nicht ausschließt, dass ein individueller Arzt mutig ist. Aussagen über ein Kollektiv können nicht 1:1 auf Individuen übertragen werden, bekannt als ökologischer Fehlschluss und Aussagen über ein Individuum können nicht 1:1 für ein Kollektiv generalisiert werden, bekannt als individualistischer Fehlschluss.

Das als Einleitung zu einem Beitrag von Dr. Suneel Dandh, den wir mit unseren Lesern teilen wollen, weil darin eine interessante These vorgebracht wird, die wir in weiten Teilen unterschreiben und die sicher nicht nur auf Ärzte zutrifft, sondern auch auf Richter, Polizeibeamte, Journalisten …

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Dandh spricht in seinem kurzen Beitrag über die Feigheit, die Ärzte als Kollektiv auszeichnet und greift damit ein Problem auf, das sich in vielen Facetten in den Sozialwissenschaften findet, z.B. als Kooperationsproblem oder als Mobilisierungsproblem. Beide haben eines gemeinsam, und das ist die Unsicherheit über das Verhalten anderer. Wenn sich z.B. eine große Zahl von Ärzten untereinander darüber absprechen, dass sie ab sofort nicht mehr der dienstbare Geist für ihre Regierung sein werden, der ausführt, was ihm aufgetragen ist [immer vorausgesetzt, das ist nicht ihr Ziel], dann ist die Umsetzung dieser Absprache ein Vertrauensproblem, denn jeder der Ärzte läuft Gefahr, als derjenige, der sich gegen staatliche Vorgaben stellt, alleine gelassen zu werden, am Ende alleine dazustehen. Derartige Probleme sind ein spannender Forschungsgegenstand, einer, der z.B. nach Antworten auf die Frage sucht, warum es Ärzten, obschon es genug kritische Ärzte gab und gibt, nicht gelungen ist, erfolgreich Widerstand gegen ihre politische Instrumentalisierung und Degradierung zum systemrelevanten Spritzgehilfen zu leisten. Die Antwort auf diese Frage hängt mit dem oben angesprochenen Vertrauensproblem und dem zusammen, was Suneel Dandh im folgenden Video als “kollektive Feigheit” bezeichnet.

Eine kollektive Feigheit, die nach Ansicht von Dandh dazu geführt hat, dass Ärzte ihre Profession ausverkauft haben, er spricht von “surrender”, was man als “kapitulieren” oder “aushändigen” oder “übergeben” übersetzen kann, gemeint ist aber wohl eher ein Ausverkauf dessen, was Medizin einmal ausgemacht hat, und zwar einen Ausverkauf an Bürokraten, die Ärzte mit so viel Papierkram zukippen, dass für die Behandlung von Patienten immer weniger Zeit bleibt, einen Ausverkauf an Polit-Darsteller, die Ärzte und ihre Heilkunst missbrauchen, im politische Vorteile für sich zu generieren und gesellschaftliche Veränderungen über gesundheitspolitische Maßnahmen, wie es so schön heißt, zu erzwingen und einen Ausverkauf an die Pharmaindustrie, die Ärzte als Klinkenputzer mit Erfolgshonorar einsetzt, um die eigenen Produkte in den Patienten zu bringen, egal, ob diese Produkte etwas nutzen oder nicht.

Am Ende dieses Ausverkaufs steht, wie in so vielen Berufen, ein anderer Vertrauensverlust, nämlich der Verlust des Vertrauens, das Patienten Ärzten entgegen bringen, wie wir ihn gestern beschrieben haben.


Quelle: Dr Suneel Dandh



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