Lässt man die letzten Jahre Revue passieren, dann ist es schwierig, nicht in Schwarzmalerei zu verfallen. Fast alles scheint instrumentalisiert, politisiert, ideologisiert, nichts mehr „normal“. Schule ist nicht mehr Stätte der Bildung, es ist wichtiger, Schüler ideologisch gegen das, was die jeweilige Le(h)rperson als Rassismus ansieht, zu indoktrinieren. Schulden, Staatsschulden, früher etwas, was es zu vermeiden galt, sind mittlerweile in einer Größenordnung normal geworden, die selbst diejenigen, die genug Geld haben, um in Staatsobligationen zu investieren, zu der Ansicht gelangen lässt, ein Crash sei wahrscheinlicher als eine Umkehr zu verantwortlicher Ausgabenpolitik.
Alles steht irgendwie auf dem Kopf:
Medikamente scheinen nicht mehr der Gesundheit derjenigen, die sie einnehmen, sondern dem Profit derjenigen, die sie „zusammenbrauen“ zu dienen. Politische Auseinandersetzungen dienen nicht mehr dazu, die beste Lösung für anstehende Probleme zu finden, sondern dazu ideologische Engstirnigkeit gegen einander in Stellung zu bringen. Politische Großprojekte haben generell die Bereicherung von Lobbyisten und anderen, die Parteien infiltrieren und Politiker auf Gehaltslisten führen, zum Zweck. Bürger werden nicht mehr als Subjekte angesehen, von denen alle Gewalt ausgeht, sondern zu Objekten degradiert, die (mit) aller Gewalt unterworfen werden.
Seit 2011 versuchen wir mit ScienceFiles dieser Unnormalität entgegen zu wirken.
Mit unserer Basis in Wissenschaft und unserem Anspruch, Diskussionen auf informierter Basis und im Einklang mit den Tatsachen zu führen, haben wir nicht nur in 15 Jahren die unterschiedlichsten Gefechte geführt, nicht zuletzt im Hinblick auf die Abwehr des Missbrauchs von Wissenschaft, wir haben auch am eigenen Leib erlebt, wie mit denen, die sich gegen die MS-Meinung stellen, die Rationalität einfordern, Fairness verlangen und Entscheidungen auf Basis von empirischer Realität getroffen sehen wollen, verfahren wird. Kontokündigungen, Versuche, uns zu diskreditieren, Anfeindungen, wir hatten alles und haben alles erfolgreich hinter uns gebracht: Es gibt uns noch immer.
Aber die Zeiten werden härter.
Die übliche finanzielle Schieflage, unser „Frühjahrsdefizit“, dieses Jahr extremer als in den Jahren davor, macht es einmal mehr notwendig, einen dieser Posts zu schreiben, die ich auch bei wiederholtem Male nicht gerne schreibe, Posts, die notwendig werden, weil die Existenz von ScienceFiles mehr oder minder auf dem Spiel steht.
In den letzten Jahren konnten wir die finanziellen Klippen, die sich aufgetürmt haben, mit Hilfe unserer Leser stets umfahren. Dass wir im 15. Jahr unserer Existenz angekommen sind, ist auch ein Verdienst all der Leser, die uns über die Jahre, viele davon seit Jahren, unterstützen.
Bei Ihnen wollen wir uns ganz herzlich bedanken.
Und besonders bedanken wollen wir uns schon vorab bei all denen, die mit einer aktuellen oder zukünftigen Spende, den Weiterbetrieb von ScienceFiles ermöglichen, uns einmal mehr dabei helfen, Finanzlücken zu schließen, um zu überleben.
Bei allen Unterstützern bedanken wir uns bereits an dieser Stelle sehr HERZLICH!
Das alles ist kein Zustand und wir sind auf der Suche nach einer dauerhaften und werbefreien Möglichkeit, ScienceFiles jenseits dieser Posts, die ich immer noch nicht gerne schreibe, zu finanzieren. Wenn Sie eine entsprechende, machbare Idee haben, dann setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung: redaktion @ sciencefiles.org
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