Für die Generationen, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben, wie bewusst auch immer, ist Tuberkulose einer der bleibenden Schrecken, denn viele haben zwar den Krieg überlebt, aber eine Tuberkulose als Erinnerung behalten.
Tuberkulose begann und beginnt weiterhin schleichend: erst trockener Husten, dann mit Auswurf, der morgens eitrig und später blutig ist. Das Ganze zieht sich oft über Wochen. Es folgt Fieber, das dem Tagesrhythmus folgt, abends mehr als morgens, Appetit verschwindet, Gewicht geht zurück, hohle Wangen, blassgraue Haut, atemlos nach dem Steigen von Treppen oder während des Sprechens, die typischen Zeichen des Schwindsüchtigen.
Die Tuberkulose frisst Löcher in die Lunge. Der Erkrankte hustet Blut, hellrot und schaumig, manchmal im Schwall. Erstickungsgefahr besteht dauerhaft. Er verfällt vor den Augens seiner Mitmenschen, ist ausgzehrt, zu schwach, um zu sitzen, hat kaum noch Stimme und rasselt beim Atmen. Der Tod kommt langsam, oft quälend langsam, aber er kommt.
Als Tuberkulose mit wirksamen Antibiotika behandelbar war und der Schrecken, der sich mit Schwindsucht verbindet und vielen früheren Generationen in den Knochen sitzt, langsam verschwand, wurde eine Sorge aus dem Leben von vielen genommen, die noch im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts nahezu jede Familie heimgesucht hat (die Sorge, nicht unbedingt die Krankheit).
Seit den 1950er Jahren sank in Deutschland die Anzahl der TBC-Erkrankungen. Eine meldepflichtige Erkrankung, deren erheblicher Rückgang neben der Behandlung mit Antibiotika und der damit einhergehenden Möglichkeit, die Ansteckungskette für TBC zu kappen, darauf zurückzuführen ist, dass die Zahl derjenigen, die Tuberkulose aus dem Krieg mitgebracht haben, zurückgegangen ist. Bessere Ernährung und Wohnverhältnisse taten ein übriges, bis 2015 Frau Merkel entschieden hat, dass es mit dem Abschwung bei Tuberkulose so nicht mehr weitergehen könne.
Massenzuwanderung hat die Lücken, die Antibiotika in die Tuberkulose-Population geschlagen hat, gefüllt. Die Zahl der Erkrankten wächst wieder, migrationsbedingt, wie es beim Robert-Koch-Institut heißt. Wir importieren TBC, füllen Bestände, belasten Krankenkassen und erhöhen das Risiko für diejenigen, die keine Ahnung haben, was es mit TBC auf sich hat, weil sie in einer Zeit aufgewachsen sind, in der TBC für viele nur ein Wort oder eine Erinnerung geblieben ist.
Frau Merkel hat das geändert:
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