Feministische Haltung: NRW-Ministerium finanziert Gesetzesbrecher

Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und die Landeshauptstadt Düsseldorf finanzieren aus Steuergeldern einen jener vielen Vereine, die eigentlich gemeinnützig sein sollen und ihr Angebot dennoch nur an Mädchen richten. Der Verein trägt den Namen „ProMädchen – Mädchenhaus Düsseldorf e.V..

Der gemeinnützige Verein bezeichnet sich selbst als „feministischen Verein“, unterhält eine Mädchenberatungsstelle und einen Mädchentreff und hat Zugang zu Schulen, um dort Präventions- und Projektarbeit anzubieten. Und weil das alles noch nicht reicht, wird das Angebot, das sich nur an Mädchen richtet, erweitert:

„Als neuen Baustein wird ProMädchen – Mädchenhaus Düsseldorf e.V. eine Zuflucht für Mädchen und junge Frauen in Bedrohungssituationen eröffnen. Hierbei handelt es sich um eine anonyme Kriseneinrichtung. Für diese neue Einrichtung suchen wir zum schnellst möglichen Zeitpunkt mehrere pädagogische Fachkräfte in Teil- und Vollzeit. Das Arbeitsverhältnis ist zunächst befristet bis zum 14.06.2018. Eine Entfristung ist angestrebt.“

Wer diesen neuen Baustein finanziert, das dürfte keine offene Frage sein. Wer in Nordrhein-Westfalen wohnt, kann die Hand heben, sofern er steuerpflichtig ist. Er kann zudem die Verantwortung dafür übernehmen, dass mit seinem Steuergeld ein offener Bruch des Gesetzes zur Allgemeinen Gleichbehandlung verbunden ist (oder etwas dagegen tun).

Denn im Ausschreibungstext steht, völlig offen, so als ginge es darum, einen neuen Pastor für die katholische Kirche zu rekrutieren und als Voraussetzung für eine Einstellung:

„Erfahrungen in der Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen, eine feministische Haltung und Wissen um die Grundlagen von parteilicher Mädchenarbeit“

Außer der katholischen Kirche sind kaum Arbeitgeber bekannt, die eine Einstellung von einem Glaubensbekenntnis abhängig machen. Insofern wäre es an der Zeit, Feminismus ließe sich als eine weitere Religion eintragen. Bis zu dieser Eintragung ist die Ausschreibung aber eben aufgrund des zitierten Passus ein Verstoß gegen das AGG, in dem es bekanntlich heißt:

§ 1:
Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

§ 2:
1) Benachteiligungen aus einem in § 1 genannten Grund sind nach Maßgabe dieses Gesetzes unzulässig in Bezug auf:

  1. die Bedingungen, einschließlich Auswahlkriterien und Einstellungsbedingungen, für den Zugang zu unselbstständiger und selbstständiger Erwerbstätigkeit, unabhängig von Tätigkeitsfeld und beruflicher Position, sowie für den beruflichen Aufstieg,

Die geforderte „feministische Haltung“ ist somit ein klarer Verstoß gegen § 2 Absatz 1 des AGG, und sie wird besonders dadurch pikant, dass der Gesetzesbrecher von einem Landesministerium und von der Kommune Düsseldorf finanziert wird. Im Jahre 2017 ist eben nichts ausgeschlossen, auch nicht, dass offene Gesetzesbrüche noch mit steuerlicher Vergünstigung belohnt werden, wie sie gemeinnützigen Vereinen zukommt.

Indes hat der Bundesfinanzhof unlängst geurteilt, dass ein Verein, der „entgegen Artikel 3 Absatz 3 GG die wesensmäßige Gleichheit aller Menschen in Abrede stellt“, mangels Förderung der Allgemeinheit nicht als gemeinnützig einzustufen sei.

Die feministische Indoktrination von Mädchen stellt zweifelsohne die wesensmäßige Gleichheit aller Menschen in Abrede, wäre dem nicht so, es müsste keine „feministische Haltung“ zur Voraussetzung der Einstellung gemacht werden. Deshalb sollte dem Finanzamt, das die Steuerbegünstigung von „ProMädchen – Mädchenhaus Düsseldorf e.V.“ bejaht hat, gerade vor dem Hintergrund des Urteils des Bundesfinanzhofs, das übrigens am 17. Mai diesen Jahres ergangen ist, etwas zur Steuerbegünstigung einfallen, z.B. ein Widerruf.

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Sie lügen und lügen und lügen…

Wir haben lange Zeit keine Beiträge mehr geschrieben, die sich mit den Lügenbolten an Hochschulen beschäftigen. Den Lügenbolten, die Ausschreibungen so fingieren, dass es den Anschein hat, sie würden sich an männliche und weibliche Bewerber richten, obwohl sie sich nur an weibliche Bewerber richten.

Die Lügen-Inszenierung ist jedoch notwendig, da es ansonsten zu offensichtlich wird, dass die entsprechenden Ausschreibungen gegen geltendes Recht verstoßen, das Antidiskriminierungsgesetz im vorliegenden Fall.

Die heutigen Lügen kommen aus – raten Sie…nein, nicht aus Kassel, auch nicht aus Göttingen: aus Berlin, von der Hochschule für Wirtschaft und Achtung: Recht. Mit dem Recht haben es die Hochschüler der Hochschule wohl nicht so sehr, sonst hätten sie die folgende Ausschreibung nicht veröffentlich:

Gesucht wird ein „Gastprofessor/Gastprofessorin im Bereich Wirtschaftsinformatik und Gender/Diversity“.

Die Ausschreibung richtet sich also in der Überschrift an beide Geschlechter.

Allerdings wird die „Professur … aus dem Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre finanziert“.

Schon die Benennung des Programms ist eine Lüge, denn es wird nicht Chancengleichheit gefördert, sondern Ergebnisgleichheit. Würde Chancengleichheit gefördert, dann könnten die Mittel nicht an die Besetzung einer Position mit einem weiblichen Bewerber gebunden werden. Das werden sie aber, denn das Berliner Programm zur Bevorzugung weiblicher Bewerber, wie es richtig heißen würde, es fördert:

„Vorgezogene Nachfolgeberufungen von Frauen“,
es kann als „Gegenfinanzierung von vorgezogenen Nachfolgeberufungen im Professorinnenprogramm des Bundes“ genutzt werden, das ebenfalls nur dann Geld der Steuerzahler veruntreut, wenn ein weiblicher Bewerber auf eine Position gehievt wurde. Das Berliner Programm fördert ausschließlich Frauen.

Kurz: Die Ausschreibung aus Berlin, von der Hochschule für Wirtschaft und Recht, die sich an beide Geschlechter richtet, ist eine Fake-Ausschreibung, denn die Stelle kann nur mit einem weiblichen Bewerber besetzt werden, denn nur dann, wenn ein weiblicher Bewerber für die Stelle gefunden wird, zahlt das Berliner Programm für die Benachteiligung von Männern und eine solche stellt das Programm eindeutig dar.

Stellen Sie sich vor, sie haben 10 Bewerber auf eine Stelle. Sieben männliche Bewerber und drei weibliche Bewerber. Sie wissen, wenn sie keinen weiblichen Bewerber finden, der einigermaßen geeignet ist, dann kann die Stelle nicht finanziert werden. Unter den 10 Bewerbern sind eindeutig drei männliche Bewerber am besten qualifiziert. Ein weiblicher Bewerber kann, was die Qualifikation angeht, mit dem schlechtesten der drei besten Bewerber mithalten. Was tun Sie? Sie wissen, dass die Stelle nicht finanziert wird, dass es die Stelle nicht geben wird, wenn sie die Bewerber in der Reihenfolge ihrer Qualifikation auf die Berufungsliste setzen. Wie viele Berufungskommissionen haben wohl genügend Mitglieder mit genügend Rückgrat, die in dieser Situation nicht den weiblichen Bewerber, den drei besseren männlichen Bewerbern vorziehen? Allein die Logik von Organisationen spricht für diesen Ausgang eines verzerrten Bewerbungsprozesses, in dem männliche Bewerber sowieso nie eine Chance hatten, die Stelle zu bekommen, weil es keine Stelle für männliche Bewerber gibt. Niemand finanziert sie. Es gibt die Stelle nur, wenn ein weiblicher Bewerber gefunden wird. Deshalb führen Programme wie das Berliner Programm, das angeblich Chancengleichheit herstellen will, nachweislich zum Gegenteil: Sie vernichten Chancengleichheit. Sie führen dazu, dass männliche Bewerber benachteiligt werden und in vielen Fällen dazu, dass schlechter qualifizierte weibliche Bewerber vorgezogen und berufen werden.

Das Ergebnis dieser Programme kann man u.a. darin sehen, dass die Qualität der Lehre an Hochschulen immer schlechter wird, und zwar deshalb, weil Politiker denken, in der Wissenschaft sei es wie in der Politik: Man brauche keine angebbare Qualifikation, um auf eine Position zu gelangen.

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Wie spricht man, ohne Sprache zu benutzen? Eine Expertise der Antidiskriminierungsstelle

Nachdem wir gestern eine eMail an unseren Bekannten, Dr. Alexander Sopp bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) geschrieben haben, haben wir die Gelegenheit genutzt, um uns auf der Seite der ADS etwas umzusehen, und zwar unter “Themen und Forschung”.

ADSDie ADS hat also nicht nur Themen, sie hat auch Forschung, vermutlich zu Themen. Unter dem, was die ADS so als Forschung feilbietet, findet sich eine als Expertise bezeichnete Publikation mit dem Titel “Mehrdimensionale Diskriminierung – Begriffe, Theorien und juristische Analyse“.

Die drei Autorinnen des Beitrags, Susanne Baer, Melanie Bittner und Anna Lena Göttsche bringen es tatsächlich fertig, rund 70 Seiten über eine Trivialität zu schreiben, die in der wirklichen sozialwissenschaftlichen Forschung in der Regel in wenigen Sätzen abgehandelt wird oder als Kreuztabelle dargestellt wird.

crosstableDie Trivialität kann man umgangssprachlich wie folgt fassen: als Junge zur Schule zu gehen, ist derzeit schlecht, als Junge aus der Arbeiterschicht zur Schule zu gehen, erhöht die Diskriminierungsmöglichkeiten der Lehrer und sonstigen um das vermeintliche Wohl des Arbeiterjungen Besorgten, und wenn man als Junge aus einer Arbeiterfamilie, die einen Migrationshintergrund hat, zur Schule geht, dann ist man der Arsch.

Wie gesagt, rund 70 Seiten brauchen Baer, Bittner und Göttsche, um diesen Sachverhalt zu beschreiben und dass sie so lange brauchen, liegt vor allem daran, dass sie mit Problemen der Sprache kämpfen, die sich daraus ergeben, dass sie so reflexiv sind, dass sie vor lauter Reflexivität nicht zum Denken kommen.

Ein Beispiel für die zirkuläre selbstreferentielle Reflexivität der drei Autorinnen findet sich z.B. unter Punkt 2.2.2 der vermeintlichen Expertise und ist mit “Interdependenzen” überschrieben.

Interdependenzen sind eine andere Bezeichnung dessen, was im Titel der angeblichen Expertise noch “mehrdimensional” genannt wurde. Interdependenzen sind etwas, das zwischenzeitlich zur Intersektionalität geworden war und nun zur Interdependenz erklärt wird, die Tatsache nämlich, dass man nicht nur Mann, sondern auch Fussballspieler oder katholischer Priester sein kann. Wer hätte es gedacht?

Diese Komplexität der Welt, die die Autorinnen gerade erst entdeckt zu haben scheinen, stellt sie jedoch vor Probleme, denn: wenn man “Schwuler” zu einem Schwulen sagt, dann schafft man damit die Kategorie “Schwuler” und damit das Potential zur Diskriminierung von Schwulen.

mutedDas ist ein schwerwiegendes sprachliches Problem für angebliche Gutmenschen, die sich gegen Diskriminierung aussprechen wollen, es aber nicht können, denn wenn sie sagen: Frauen sind benachteiligt, dann schaffen sie eine Kategorisierung, nämlich Frauen und ermöglichen damit erst deren Diskriminierung. Wie man sieht, findet für Baer, Bittner und Göttsche Diskriminierung einen rein sprachlichen Niederschlag oder sie sind der Überzeugung, dass das (Sprach-)Bewusstsein das Sein prägt, d.h. dass das Wort Fleisch geworden ist.

Und offensichtlich sind die interdependenten Ablehner der Kategorisierung einer Intersektionalität, die als “Straßenkreuzung” oder “Achse” gedacht wird, überzeugte Anhänger dessen, was man als spelling into existence, die Schaffung von Materie durch das Wort beschreiben könnte.

Gratapux, können wir da nur sagen und warten, was sich nun in der Wirklichkeit einstellt.

Wie aber löst man dieses grundlegende Problem, dass Sprache nun einmal aus Worten besteht und dass immer dann, wenn man diese Worte benutzt, man etwas sagt?

Gar nicht so einfach, denn die Aufgabe geht hart an die Grenze des menschlichen Verstandes und steht in Gefahr, die Schwelle zum Wahnsinn zu überschreiten.

Die Lösung besteht dann entsprechend darin, sich um den Verstand zu schwätzen:

Kostproben aus der angeblichen Expertise für die die Antidiskriminierungsstelle viel Geld ausgegeben hat:

“Mit dem Begriff Interdependenzen werden folglich nicht mehr wechselseitige Interaktionen zwischen Kategorien gefasst, vielmehr werden soziale Kategorien selbst als interdependent konzeptualisiert. In der Konsequenz bedeutet dieser Vorschlag, dass auch die Kategorien Klasse, Ethnizität oder Sexualität als interdependente Kategorien gedacht werden müssen. (20)“

Interdependenz bezeichnet eine wechselseitige Abhängigkeit. Übersetzt man den zitierten Unsinn ins Deutsche, dann steht hier: soziale Kategorien sind mit sich selbst oder von sich selbst abhängig, was in der Konsequenz bedeutet, dass soziale Kategorien als von sich selbst abhängig gedacht werden müssen. Diesen Unsinn verdanken wir Walgenbach und anderen.

Wenn es um Unsinn geht, dann darf das Hornscheidt nicht fehlen:

speech therapy„Die Annahme von Kategorien ist in Theoretisierungen zu Interdependenzen und Intersektionalität die unhinterfragte Grundlage der Untersuchung ihrer Komplexität und Bedingtheit. Daher soll in diesem Beitrag ergänzend und in Kritik an bisherigen Ansätzen die Ebene der Kategorie genauer betrachtet werden. (20)“

Die Übersetzung dieses Unsinns: Weil Kategorien die Grundlage ihrer eigenen Untersuchung sind, wobei Kategorien komplex und von irgend etwas bedingt sind, deshalb wird in diesem Beitrag die Kategorie (und nicht etwa die Kategorien) betrachtet.

Noch Fragen?
Irgend welche Ärzte unter den Lesern?

Einer geht noch:

gibberish new“Aus einer perspektivisch-pragmatischen linguistischen Sicht […] sind Kategorien durch sprachliche Benennungspraktiken getragene und hergestellte Kategorisierungen, die so stark konventionalisiert sind, dass sie den Anschein der Vorgängigkeit und Natürlichkeit besitzen können – aus der prozesshaften Kategorisierung wird so im Sprachgebrauch und im Denken eine zumindest temporär feststehende und der sprachlichen Benennung vorgängige Kategorie.“ Fn: Hornscheidt (2007), 67. (20)”.

Kategorien sind als Kategorien in der Sprache so heimisch, dass sie von allen, die die Sprache sprechen, genutzt werden, ganz so, als wären diese Kategorien, also z.B. Tier, Gebäude, Zirkus, Irrenanstalt usw., fester Bestandteil der Sprache.

Apropos Irrenanstalt: Die Antidiskriminierungsstelle hat für diese vermeintliche Expertise eine Menge Geld bezahlt. Wieviel Geld für diesen Unsinn tatsächlich bezahlt wurde, ist nicht klar, aber bestimmt gibt die Antidiskriminierungsstelle Interessierten gerne Auskunft über die Höhe und den Zweck ihrer Verschwendung von Steuergeldern.

Wer eine entsprechende Anfrage startet, möge uns bitte das Ergebnis mitteilen!

Vorsicht Falle: Professorinnenprogramm Update

Seit mehreren Jahren bemühen sich die Verantwortlichen des Professorinnenprogramms in den Landesministerien, im Bundesministerium für angeblich Bildung und Forschung und bei den jeweiligen Hochschulen darum, einen Ausschreibungstext zur Besetzung wissenschaftlicher Positionen an Hochschulen, vornehmlich von Professuren zu entwerfen, der geeignet ist, männliche Bewerber zu täuschen und gleichzeitig auf die Herkunft der Mittel aus dem Professorinnenprogramm zu verweisen.

Vorsicht falleSeit mehreren Jahren scheitern die entsprechenden Bemühungen. Täuschen will eben gelernt sein. Nicht jede, die versucht, männliche Bewerber zu täuschen, ist dazu in der Lage.

Wir haben in der Vergangenheit bereits eine Vielzahl von abstrusen Versuchen dokumentiert, den Anschein zu erwecken, die Ausschreibung für eine Stelle, auf die nur weibliche Bewerber berufen werden können, richte sich an männliche und weibliche Bewerber, diskriminiere entsprechend keine männlichen Bewerber und sei mit dem Antidiskriminierungsgesetz konform. Alle Versuche sind mehr oder weniger kläglich gescheitert, was aber nichts daran ändert, dass weiterhin mit mehr als 300 Millionen Euro die Diskriminierung von Männern an Universitäten vorangetrieben wird.

Das liegt zum einen daran, dass mit der Antidiskriminierungsstelle eine Stelle geschaffen wurde, deren Zweck darin besteht, da zu sein, nicht jedoch darin, etwas zu tun, und es liegt daran, dass die politisch Verantwortlichen zum einen nichts daran finden, Männer zu diskriminieren und sich zum anderen um Gesetze wie das Antidiskriminierungsgesetz nur dann scheren, wenn es ihnen in den Kram passt. Kurz: Deutschland ist eine Banananrepublik in der die Willkür der Behörden darüber bestimmt, wann ein Gesetz gerade genehm und anzuwenden ist und wann nicht.

Die beiden neuesten, lächerlichen Versuche, die Männerdiskriminierung, die planmäßig und in voller Verantwortung der zuständigen Kultur- und Bildungsminister betrieben wird, als etwas anderes erscheinen zu lassen, stammen von der Bergischen Universität Wuppertal und der Universität Erfurt.

Uni Wuppertal ppAn der Bergischen Universität Wuppertal soll eine “Univeristätsprofessur für das Lehr- und Forschungsgebiet Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Diversität” besetzt werden. Die übliche Schulterklopf-Orgie zu Beginn der Ausschreibung lautet wie folgt:

“Die Bergische Universität Wuppertal ist eine moderne, dynamische und forschungsorientierte Campusuniversität mit interdisziplinär ausgerichteten Profillinien in Forschung und Lehre.”

Und weiter:

“im Fachbereich G – Bildungs- und Sozialwissenschaften ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt – vorbehaltlich der Zuweisung der im Rahmen des Professorinnenprogramms II beantragten Mittel – eine Universitätsprofessur” … zu besetzen.

An der Bergischen Universität Wuppertal mag man modern und dynamisch und forschungsorientiert und interdisziplinär ausgerichtet sein, was Ausschreibungstexte betrifft, so ist man jedoch eines nicht: ehrlich.

Wie zwischenzeitlich hinreichend bekannt ist, so dass ein entsprechender Täuschungsversuch eigentlich sinnlos ist, werden aus den Mitteln des Professorinnenprogramms nur und ausschließlich weibliche Bewerber auf Professuren finanziert. Wenn die Besetzung der ausgeschriebenen Stelle also “vorbehaltlich” an die “Zuweisung der im Rahmen des Professorinnenprogramms II beantragten Mittel” geknüpft ist, dann bedeutet dies: es wird entweder ein weiblicher Bewerber berufen, denn nur dann fließen die Mittel oder keiner.

Das würde eigenlich als Täuschungsversuch reichen. Aber die kriminelle Energie der Verantwortlichen an der Bergischen Universität Wuppertal erschöpft sich nicht in diesem Täuschungsversuch. Vielmehr wird noch ein Versuch drauf gesetzt, um möglichst viele arglose männliche Bewerber an der Nase herumzuführen:

“Frauen werden nach Maßgabe des Landesgleichstellungsgesetzes bei gleicher Qualifikation bevorzugt berücksichtigt. Die Rechte der Schwerbehinderten, bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt zu werden, bleiben unberührt.”

So als gäbe es zwischen Frauen und Männern, Behinderten und Frauen im Professorinnenprogramm zu wählen, erwecken die Verantwortlichen den Eindruck, als wäre es nicht bereits ausgemachte Sache, dass entweder eine Frau oder eine behinderte Frau, aber niemand sonst, auf die ausgeschriebene Stelle berufen wird. Das verdient eine Auszeichnung, am besten in Form von 91 Tagessätzen wegen versuchten Betrugs.

Die gleiche Masche findet sich bei der Universität Erfurt, so dass man sich fragt, ob das BMBF neue Täuschungsrichtlinien erlassen hat, die bislang in Wuppertal und in Erfurt getestet wurden.

In Erfurt ist ein “Annemarie-Schimmel-Fellowship für eine Postdoktorandin / einen Postdoktoranden (wissenschaftliche Mitarbeiterin / wissenschaftlicher Mitarbeiter)” ausgeschrieben.

Die Ausschreibung erfolgt im “Rahmen des Professorinnenprogramms II des Bundes und der Länder zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen”, und zwar durch Diskriminierung von Männern, die auf die entsprechende Stelle nicht berufen werden.

Uni Erfurt ppAbermals findet sich in der Ausschreibung der doppelte Täuschungsversuch, dieses Mal unter der Überschrift “Anmerkungen” und in folgender Formulierung:

“Die Universität Erfurt strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre an. Entsprechend qualifizierte Wissenschaftlerinnen werden um ihre Bewerbung gebeten. Sofern die Voraussetzungen vorliegen, ist eine Finanzierung der Stelle aus den Mitteln für zusätzliche Gleichstellungsmaßnahmen im Rahmen des Professorinnenprogramms II vorgesehen. Schwerbehinderte haben bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Qualifikation Vorrang bei der Einstellung.”

Die geforderten Voraussetzungen bestehen darin, weiblich zu sein, behinderte, weibliche Bewerber haben auch in Erfurt die besten Aussichten berufen zu werden. Männliche Bewerber, egal, ob behindert oder nicht, haben keine Aussicht, berufen zu werden.

Wir haben uns schon des öfteren über die Normalität gewundert, in der an deutschen Hochschulen männliche Bewerber getäuscht, an der Nase herumgeführt und schlicht betrogen werden. Warum männliche Bewerber sich auf die beschriebene Art und Weise arglistig täuschen lassen, ist uns ein Rätsel.

Wozu die Antidiskriminierungsstelle Steuerresourcen aufzehrt, ist hingegen kein Rätsel, die Legitimationsstelle für die Abzocke auf Basis der stereotypen weiblichen Opferrolle hat genau diesen Zweck und erfüllt ihn bislang hervorragend und dem Maß an Integrität der dort Beschäftigten entsprechend.

Heute schon gelacht, z.B. über Christine Lüders?

scully facepalmWir werden jetzt gnadenlose und gendergerechte zudem geschlechtssensible, weil von einem männlichen und einem weiblichen Redaktionsmitglied geprüfte Logik zur Anwendung bringen, um uns über Christine Lüders nicht lustig zu machen, nein, um Nachhilfe zu geben, immer in der Hoffnung, dass auch Leiter von Bundesbehörden, in diesem Fall die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, lernfähig sind. Dass Lüders lernfähig ist, muss man zu ihren Gunsten annehmen, auch wenn es Bestrebungen gibt, die Unschuldsvermutung aufzugeben und durch den Unschuldsnachweis zu ersetzen (das ist jetzt eine heftige Übertragungsleistung, die hier gefordert wird, aber sie zu erbringen, ist möglich). Jedoch wäre das Konzept des lebenslangen Lernens, das Bundesregierung und Politiker ihrer Bevölkerung überstülpen wollen, als defizitär ausgewiesen, träfe es ausgerechnet auf Politiker und Mitglieder der Bundesregierung nicht zu.

Nun zur Nachhilfe.

Christine Lüders stellt heute den Ersten und den Zweiten Bericht der Antidiskrminierungsstelle vor und hat vorab schon einmal ein paar Empfehlungen unter das Politikervolk gebracht. Wir zitieren:

“Nach Ansicht Lüders´ schützt das AGG nicht ausreichend vor sogenannten mehrdimensionalen Benachteiligungen und vor Diskriminierungen im Bildungsbereich. Das AGG verbiete zwar Benachteiligungen wegen ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter und sexueller Identität, aber in der juristischen Praxis würden meist nur Diskriminierungen aus einem Grund anerkannt. In der Realität seien Menschen aber immer wieder Opfer von Benachteiligungen aus verschiedenen Gründen. Lüders nannte das Beispiel von Frauen mit Migrationshintergrund, die aus religiösen Gründen ein Kopftuch tragen. Gut die Hälfte aller deutschen Betriebe würden keine Kopftuchträgerinnen einstellen wollen. Lüders sprach sich vor dem Ausschuss dafür aus, den Aspekt der mehrfachen Diskriminierung explizit im AGG zu verankern. Nur so könnten beispielsweise höhere Schadensersatzansprüche wegen mehrfacher Diskriminierungen geltend gemacht werden.”

abgezocktEinerseits sind wir als Mehrfachdiskriminierte zwar der Ansicht, dass mehr, anstelle von weniger Schadensersatz immer gut ist, sofern man nicht mit ethischen und moralischen Problemen geschlagen ist, was wir dummerweise sind, so dass wir das unseriöse Angebot von Frau Lüders, doch mehrfach zu profitieren, wo bislang nur ein einmaliges Handaufhalten möglich ist, mit aller Bestimmtheit zurückweisen.

Andererseits wird in der zitierten Passage eine Denk-Unfähigkeit deutlich, die man nicht ungestraft vorbeiziehen lassen kann, schon deshalb nicht, weil die logischen Bestandteile der deutschen Sprache regelrecht um Hilfe schreien.

Nehmen wir das, was Lüders vorträgt, auseinander.

  • Das AGG verbietet Diskriminierung wegen ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter und sexueller Identität.
  • In der Realität sind Menschen Opfer von Benachteiligungen aus verschiedenen Gründen.
  • Frauen mit Migrationshintergrund, die aus religiösen Gründen ein Kopftuch tragen = dreifache Diskriminierung, denn: ethnische Herkunft, Geschlecht und Religion.
  • Deshalb muss Mehrfachdiskriminierung im AGG verankert werden.

Implizit sagt Lüders damit:

  • Wenn jemand mehrfach diskriminiert wird, dann wird er nicht diskriminiert, da das AGG eine Mehrfachdiskriminierung nicht vorsieht.
  • Hilfsweise: Wenn jemand mehrfach diskriminiert wird, dann ist das schlimmer als wenn jemand einfach diskriminiert wird.
  • Und warum ist es schlimmer: Weil man nur für eine Diskriminierung Schadensersatz einklagen kann und nicht für mehrere.
  • Bevor wir überhaupt zur Berechnung des Schadensersatzes gelangen, muss die Menge der möglichen Mehrfachdiskriminierungen aus (1) ethnischer Herkunft, (2) Geschlecht, (3) Religion, (4) Weltanschauung, (5) Behinderung, (6) Alter und (7) sexueller Orientierung bestimmt werden. Nach aller Kombinatorik ergeben sich hier 119 zusätzliche Diskriminierungsmöglichkeiten, zu den sieben bereits vorhandenen, die als 119 zusätzliche Seiten an das AGG anzufügen sind.
  • Dumm nur, dass niemand sagen kann, warum z.B. ein homosexueller evangelischer Rollstuhlfahrer nicht als Erzieher in einem katholischen Kindergarten eingestellt wird. Entsprechend müsste man, nähme man Lüders mit ihrer Mehrfachdiskriminierung ernst, erst Horden von Juristen damit beschäftigen, die wahre Ursache der Diskriminierung herauszufinden, um dann eine Diskriminierungshierarchie zu erstellen: Also die Ablehnung des homosexuellen evangelischen Rollstuhlfahrers ist zu 75% auf das Evangelische, zu 15% auf den Rollstuhl und zu 5% auf die Homosexualität zurückzuführen. Alles, was jetzt noch notwendig ist, ist die Bestimmung der Entschädigungssummen und deren prozentuale Verrechnung.
  • Dazu müsste bestimmt werden, was schlimmer ist, also mehr Schadensersatz wert ist: Ist eine weibliche Migrantin mit religiösem Kopftuch mehr wert als ein männlicher homosexueller Rollstuhlfahrer, oder gibt es für einen linksextremen Alten, der denkt, er sei ein Trans und deshalb ein Kopftuch trägt, aus religiösen Gründen versteht sich, mehr als für eine geistig behinderte, lesbische Asiatin, die der AfD nahe steht?

Ob Frau Lüders auch nur die Spur einer Vorstellung davon hat, wovon sie redet?

Und der verwertbare Teil dessen, was Frau Lüders von sich gibt, zum Ende:

“Zu Diskriminierungen komme es bereits im Kindergarten und dies ziehe sich bis an die Hochschulen fort. So würde Migrantenkindern in der Grundschule trotz gleicher Eignung oftmals keine Empfehlung für das Gymnasium ausgestellt.”

Wenn es für Migrantenkinder eine Diskriminierung darstellt, dass bei gleichen Leistungen wie nicht-Migrantenkinder keine gleiche Grundschulempfehlung ausgestellt wird, dann muss festgestellt werden, dass Jungen in deutschen Grundschulen auch diskriminiert werden, denn wie die LAU und die ELEMENT Studie gezeigt haben, erhalten Jungen auch bei gleicher Leistung wie Mädchen seltener eine Grundschulempfehlung für ein Gymnasium als Mädchen.

Wir hoffen, es hagelt entsprechende Beschwerden von Eltern bei der Antidiskriminierungsstelle, wobei: “Das AGG gelte aber leider nicht für das öffentliche Bildungswesen, dies müsse verändert werden”, heißt es weiter. Praktisch – oder? Da, wo am meisten diskriminiert wird, gilt das AGG nicht. Deshalb: Unterstützen wir Christine Lüders doch dabei, diesen nachgewiesenen öffentlichen Hort der Einfach- und Mehrfachdiskriminierung, die Schulen, im HInblick auf Migranten und im Hinblick auf Jungen an den für den Rest der Republik geltenden Standards zu messen.

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