Vom mündigen Bürger zum Reiz-Reaktions-Deppen: Spiegel/BENTO macht‘s möglich

Seit Verlage wie der Spiegel die Manipulations-Möglichkeiten die „online“-Echtzeitbefragung bieten, entdeckt haben und seit Civey angetreten ist, auch noch den Rest Glaubwüridgkeit zu beseitigen, den die Meinungsforschung auf welchen Wegen auch immer und gegen alle Wahrscheinlichkeit hat retten können, ist es vorbei mit der Glaubwürdigkeit und der Meinungsforschung. Beide sind im Maelstrohm der politischen Instrumentalisierung verschwunden und haben den Leumund der empirischen Sozialforschung mitgerissen.

Das neueste Beispiel eines so brachialen Versuchs der Meinungsmanipulation durch eine Meinungsabfrage stammt von BENTO, dem Spiegel-Ableger, der die 18- bis 30jährigen zur Zielgruppe hat, und wenn es diese Zielgruppe ist, die BENTO liest und nicht etwa die 6- bis 11jährigen, dann sagt dies einiges über den Infantilisierungsgrad von Teilen der deutschen Bevölkerung.

Im Zusammenhang mit den unsäglichen Ereignissen um den Antaios-Verlag auf der Deutschen Buchmesse, in deren Zusammenhang sich u.a. der deutsche Börsenverein als das rückwärtsgewandte, ewig-gestrige, sozialen Wandel bekämpfende Gremium von Pop-Oligarchen entpuppt hat, das er nun einmal ist, hat auch BENTO einen Beitrag, vermutlich auch mehrere Beiträge veröffentlicht. Zum Ende eines dieser Beiträge findet sich die folgende Meinungsabfrage, die Don Alphonso aufs Twitter –Korn genommen hat und in der er den Ausgang der Abfrage beklagt.

Und so schlimm das Ergebnis dieser „Meinungsabfrage“ auch sein mag, wir beklagen nicht das Ergebnis, wir beklagen die Tatsache, dass man das Klientel von BENTO offensichtlich mit den einfachsten Manipulations-Mitteln im Arsenal der Meinungsabfrage manipulieren kann.

Wir sprechen deshalb von Meinungsabfrage, weil dies mehr den Impetus der Schule mit sich bringt. Meinungsabfragen interessieren sich im Gegensatz zu Meinungsumfragen nicht dafür, welche Meinung die Befragten haben, sondern dafür, ob die Indoktrination dazu geführt hat, dass die abgefragte auch die politisch korrekte Meinung ist. Es ist wie in der Schule, der Lehrer (BENTO) prüft, ob seine Lehrinhalte (Indoktrination) von den Schülern (Lesern von BENTO) auch auswendig gelernt und aufgesagt werden können.

Die brachiale Manipulation, die in dieser Abfrage offenkundig ist, sie ist von Civey zu verantworten, einem Berliner Start-Up, das wohl angetreten ist, Meinungsumfragen zu erledigen und endgültig in Meinungsmanipulationen, die z.B. belegen, dass die meisten BENTO-Leser sich nicht einmal auf dem Entwicklungsstand von Pawlows Hund befinden, denn der hat ohne materielle Belohnung nichts getan, umzuformen.

Civey ist entsprechend unser Klassifikation somit als Junk-Institut anzusehen, und zwar aus folgenden Gründen:


Wollte man fragen, ob Leser der Ansicht sind, dass die Buchmesse nur bestimmten Verlagen zugänglich gemacht werden soll, dann würde man fragen:

Soll die Frankfurter Buchmesse für alle Verlage offen sein?

Wenn man, aus welchen Gründen auch immer, wissen will, ob Leser radikale Verlage nicht auf der Buchmesse haben wollen, dann ist es ein methodischer Fehler, der zum Himmel schreit, wenn man diese Leser mit einem Stimulus ködert ohne ein Gegengewicht zu setzen, etwa so:

Sollen radikale (z.B. links- oder rechtsradikale) Buchverlage auf der Frankfurter Buchmesse zugelassen werden?

Wer seine Frage auf genau eine Seite des politischen Spektrums beschränkt ohne das Gegenstück des Linksradikalismus zu erwähnen, suggeriert damit, dass sich diese Frage überhaupt nur für rechtsradikale Verlage stellt, d.h. der wichtigste Stimulus in der Frage ist das Adjektiv „rechts“.

Das Adjektiv „rechtsradikal“, das hier anstelle von rechtspopulistisch oder rechtsextrem steht, kommt indes in der Frage gar nicht vor. In der Frage ist schlicht von „rechte[n] Verlage“ die Rede. Erst die Antwortmöglichkeiten:

“Ja, radikales Gedankengut hat in unserer Gesellschaft keinen Platz bzw.
Nein, auch rechtsradikale Meinungen müssen ausgehalten werden,”

stellen die Verbindung von „rechts“ und „radikal“ her. Sie tun das auf eine besonders perfide Weise, die in der positiven Antwort nahelegt, es gäbe nur einen Radikalismus der Rechten, was uns Liberale herzlich amüsiert und einmal mehr zeigt, wie borniert linke Manipulateure doch sind. Zudem wird „radikales Gedankengut“ mit „rechtsradikaler Meinung“ gleichgesetzt und da wir bereits wissen, dass „radikales Gedankengut“ nur von Rechts kommt, ist auch klar, dass BENTO hier abfragt, ob es gelungen ist, die eigenen Leser zu stupiden Aufsagern der indoktrinierten Meinung zu machen. Es gelingt trotz des verzweifelten Einsatzes all der brachialen Methoden für nur 67% der BENTO-Leser:

67% (von 20?) sind der Ansicht, dass radikales Gedankengut in unserer Gesellschaft keinen Platz habe, eine nette Absurdität, denn diese 67% vertreten hier natürlich überaus radikales Gedankengut, das auf eine 1000jährige Geschichte zurückblicken kann. Daraus, dass 67% nichts dabei finden, eine solche Absurdität als ihre Meinung auszugeben, kann man wiederum schließen, dass sie nicht darüber nachgedacht haben, was sie hier als ihre Meinung abgeben, sondern auf den Reiz „radikales Gedankengut“ im Zusammenhang mit „rechts“ reagiert haben. Rechts sowieso, aber besonders in Verbindung mit „radikal“ löst bei den 67% der Leser von BENTO, die entsprechend abgestimmt haben, eine, dem Speichelfluss von Pawlows Hund vergleichbare Reaktion aus, die dazu führt, dass sie ohne zu zögern und zu denken, alle Errungenschaften der modernen Demokratie über Bord werfen und sich in eine Reihe mit den Vätern des Ermächtigungsgesetzes stellen.

Wenn es die Absicht von BENTO ist, einen Teil seiner Leser zu affektiven Marionetten zu erziehen, die sich, wie es wohl die Leser von Streichers Stürmer getan haben, daran ergötzen, wenn der auserkorene Feind in welcher Form auch immer diskreditiert wird, wenn ihm demokratische Grundrechte verweigert werden, wenn er zum Aussätzigen erklärt und am besten interniert, in jedem Fall aber aus dem öffentlichen Leben entfernt wird, dann hat BENTO bei 67% (von 20?) Erfolg – ob man darauf stolz sein kann, formal betrachtet (und vermutlich auch inhaltlich) in einer Reihe mit Streichers Stürmer zu stehen, das ist eine andere Frage.

Bleibt abschließend noch festzustellen, dass diejenigen, die diese Frage zu verantworten haben, eine Schande für alle sind, die sich wirklich mit der Erforschung von Meinungen beschäftigen. Wenn Civey, wie wir begründet vermuten, für diese Frage verantwortlich ist, dann ist auch klar, welcher Agenda die Gründung und der schnelle Aufstieg dieses Berliner Instituts folgt.

Die Schleimscheißerei (Warum soll man etwas nicht beim Namen nennen?) „Du hast eine sehr differenzierte Meinung, wie sehen das Deine Freunde?“, mit der denjenigen unter den BENTO-Lesern, die besonders minderbemittelt sind, Honig ums Maul geschmiert werden soll, um auf diese Weise Zugriff auf ihre Facebook- und Twitter-Freunde zu erhalten, dient natürlich nur dazu, die von Cambridge Analytica erfundene Methode, so genannte BIG DATA zu sammeln, umzusetzen. Vermutlich sind die Informationen, die Civey auf diese Weise von den einfältigsten unter den BENTO-Lesern sammelt, bares Geld wert, wenn es darum geht, für andere Kunden Marketing-Kampagnen zu zimmern. Dies erklärt dann auch, warum Marketing-Konzeptze so häufig versanden und Geld kosten, aber nichts bringen, denn deren Zuschnitt basiert auf den Angaben von Einfältigen, die zum Glück immer noch eine Minderheit in der Gesellschaft sind.

Nachtrag:
Ein Leser hat uns darauf hingewiesen, dass die Junk-Abfrage nach seiner Ansicht nicht von Civey, sondern von Opinary ist. Das macht es nicht wirklich anders. Letzteres ist ein Klon von Ersterem und verantwortlich wären entsprechend nicht “Gerrit, Janina, Oliver, Lian oder Adam, sondern Cornelius Frey, Pia, Max und Stephen.

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Feministische Haltung: NRW-Ministerium finanziert Gesetzesbrecher

Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und die Landeshauptstadt Düsseldorf finanzieren aus Steuergeldern einen jener vielen Vereine, die eigentlich gemeinnützig sein sollen und ihr Angebot dennoch nur an Mädchen richten. Der Verein trägt den Namen „ProMädchen – Mädchenhaus Düsseldorf e.V..

Der gemeinnützige Verein bezeichnet sich selbst als „feministischen Verein“, unterhält eine Mädchenberatungsstelle und einen Mädchentreff und hat Zugang zu Schulen, um dort Präventions- und Projektarbeit anzubieten. Und weil das alles noch nicht reicht, wird das Angebot, das sich nur an Mädchen richtet, erweitert:

„Als neuen Baustein wird ProMädchen – Mädchenhaus Düsseldorf e.V. eine Zuflucht für Mädchen und junge Frauen in Bedrohungssituationen eröffnen. Hierbei handelt es sich um eine anonyme Kriseneinrichtung. Für diese neue Einrichtung suchen wir zum schnellst möglichen Zeitpunkt mehrere pädagogische Fachkräfte in Teil- und Vollzeit. Das Arbeitsverhältnis ist zunächst befristet bis zum 14.06.2018. Eine Entfristung ist angestrebt.“

Wer diesen neuen Baustein finanziert, das dürfte keine offene Frage sein. Wer in Nordrhein-Westfalen wohnt, kann die Hand heben, sofern er steuerpflichtig ist. Er kann zudem die Verantwortung dafür übernehmen, dass mit seinem Steuergeld ein offener Bruch des Gesetzes zur Allgemeinen Gleichbehandlung verbunden ist (oder etwas dagegen tun).

Denn im Ausschreibungstext steht, völlig offen, so als ginge es darum, einen neuen Pastor für die katholische Kirche zu rekrutieren und als Voraussetzung für eine Einstellung:

„Erfahrungen in der Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen, eine feministische Haltung und Wissen um die Grundlagen von parteilicher Mädchenarbeit“

Außer der katholischen Kirche sind kaum Arbeitgeber bekannt, die eine Einstellung von einem Glaubensbekenntnis abhängig machen. Insofern wäre es an der Zeit, Feminismus ließe sich als eine weitere Religion eintragen. Bis zu dieser Eintragung ist die Ausschreibung aber eben aufgrund des zitierten Passus ein Verstoß gegen das AGG, in dem es bekanntlich heißt:

§ 1:
Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

§ 2:
1) Benachteiligungen aus einem in § 1 genannten Grund sind nach Maßgabe dieses Gesetzes unzulässig in Bezug auf:

  1. die Bedingungen, einschließlich Auswahlkriterien und Einstellungsbedingungen, für den Zugang zu unselbstständiger und selbstständiger Erwerbstätigkeit, unabhängig von Tätigkeitsfeld und beruflicher Position, sowie für den beruflichen Aufstieg,

Die geforderte „feministische Haltung“ ist somit ein klarer Verstoß gegen § 2 Absatz 1 des AGG, und sie wird besonders dadurch pikant, dass der Gesetzesbrecher von einem Landesministerium und von der Kommune Düsseldorf finanziert wird. Im Jahre 2017 ist eben nichts ausgeschlossen, auch nicht, dass offene Gesetzesbrüche noch mit steuerlicher Vergünstigung belohnt werden, wie sie gemeinnützigen Vereinen zukommt.

Indes hat der Bundesfinanzhof unlängst geurteilt, dass ein Verein, der „entgegen Artikel 3 Absatz 3 GG die wesensmäßige Gleichheit aller Menschen in Abrede stellt“, mangels Förderung der Allgemeinheit nicht als gemeinnützig einzustufen sei.

Die feministische Indoktrination von Mädchen stellt zweifelsohne die wesensmäßige Gleichheit aller Menschen in Abrede, wäre dem nicht so, es müsste keine „feministische Haltung“ zur Voraussetzung der Einstellung gemacht werden. Deshalb sollte dem Finanzamt, das die Steuerbegünstigung von „ProMädchen – Mädchenhaus Düsseldorf e.V.“ bejaht hat, gerade vor dem Hintergrund des Urteils des Bundesfinanzhofs, das übrigens am 17. Mai diesen Jahres ergangen ist, etwas zur Steuerbegünstigung einfallen, z.B. ein Widerruf.

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Osterburg ist wie Pyongyang: Gutmenschen missbrauchen Schüler

Wenn in Nordkorea ein Staatsakt ansteht oder eine Feierlichkeit durchgeführt werden soll, dann werden Kinder, Schüler, Jugendliche in Uniformen gesteckt, dürfen Gedichte zu Ehren von Kim Jong-un aufsagen, Theaterspiele über den Befreiungskampf der Nordkoreanischen Arbeiterklasse darbieten oder sich in Wehrertüchtigung auf den Endkampf gegen die USA vorbereiten.

Man blickt nach Nordkorea und ist erschreckt darüber, wie ein System seine Kinder indoktriniert, ihnen ihren freien Willen, ihre Fähigkeit, frei zu handeln, abtrainiert oder doch zumindest so kaserniert, dass sie sich nicht trauen, beides zu demonstrieren und man spricht von Unfreiheit, von einem Übergriff, von einer Manipulation, davon, dass ein totalitäres Regime die Freiheit seiner Bürger von Kindesbeinen an im Keim erstickt. Naja, die meisten sehen es so – bis auf ein paar ewiggestrige Linke.

Szenenwechsel.

Osterburg.

Marktgraf-Albrecht-Gymnasium
Die Allgemeine Zeitung berichtet:

„Gelungene Aktion gegen Rechts am Marktgraf-Albrecht-Gymnasium in Osterburg. Die Schule, seit drei Jahren Trägerin des Titels ‚Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage‘, setzte ein Zeichen gegen das Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl vor knapp einer Woche.“

Und weiter:

„Die Schüler [alle 700 Schüler des Gymnasiums] waren gestern aufgefordert, sich so bunt wie möglich zu kleiden. Das sollte die Vielfalt, das Bunte und auch die Offenheit des Gymnasiums symbolisieren.“

Wem dieser Unsinn noch nicht reicht, für den haben wir noch einen Schulleiter, von dem zu befürchten steht, dass er auch im Dritten Reich erfolgreich dabei gewesen wäre, seine Schüler auf Linie zu bringen:

„Oberstufenkoordinator Alexander Dankert: ‚Ihr Schüler und wir Lehrer sind eine Schulgemeinschaft ohne Rassismus und mit couragiertem Handeln‘ rief er den Schülern zu. … Das Wahlergebnis des vergangenen Wochenendes erfordere ein Zeichen gegen Ausgrenzung, gegen Rassismus und Extremismus. ‚Wir sind weltoffen und praktizieren an unserer Schule Akzeptanz und Toleranz‘, so Dankert.“

Die Akzeptanz und die Toleranz, die am Marktgraf-Albrecht Gymnasium in Osterburg praktiziert wird, ist eine bedingte Akzeptanz, die sich nicht auf die 16% Osterburger Wähler erstreckt, die bei der Bundestagswahl in Osterburg ihr Kreuz bei der AfD gemacht haben. Diese 16% haben am Marktgraf-Albrecht Gymnasium ebenso wenig Toleranz zu erwarten, wie die Kinder unter den Schülern, deren Eltern die AfD gewählt haben, Kinder, die es mit Sicherheit gibt. Sie, die nicht akzeptierten und nicht tolerierten, denen gegenüber die Courage nicht ausreicht, um neben Aufmärschen und kollektiven Aktionen auch ein Gespräch zu führen, sie haben nichts Gutes am Gymnasium, das so tolerant ist, dass es Rassismus nur gegen die richtet, die die falsche politische Ideologie vertreten, zu erwarten.

Die Aktion am Osterburger Gymnasium hätte auch in Nordkorea stattfinden können, denn auch in Nordkorea sind die Lehrer angehalten, schädliche Gedanken, alternative, am Ende noch innovative Gedanken, die am Status Quo des Systems, das für sakrosankt und über jede Kritik erhaben erklärt wird, auszumerzen bzw. im Keim zu ersticken. Alexander Dankert wäre auch in Nordkorea gut aufgehoben und könnte sich mit noch größerer Berechtigung auf der Seite der Mehrheit, die auch die Seite der Guten sein muss, wähnen. Zudem wäre in Nordkorea auch ein Irrtum folgenlos, da die Übergriffe auf Schüler, deren Manipulation und Indoktrination durch das Regime nicht nur gedeckt, sondern auch gewünscht sind.

Ob dies in Deutschland auch so ist, muss sich erst noch herausstellen. Ob es z.B. am Osterburger Gymnasium Eltern gibt, die die Indoktrination ihrer Kinder, deren Instrumentalisierung durch einen Gut-Lehrer, deren Standardisierung und den Raub ihrer Handlungs- und Meinungsfreiheit opponieren und es sich verbieten, dass staatliche Bildungseinrichtungen, die zur politischen Neutralität verpflichtet sind, für die Parteizwecke derer, die hinter der Aktion „Schule gegen Rassismus“ stehen, missbraucht werden. Es gibt noch Hoffnung, dass das ein oder andere Elternteil Rückgrat bei sich entdeckt.

Bei der Suche, die dieser Entdeckung notwendig vorausgeht, mag es behilflich sein festzustellen, dass die Aktion am Osterburger Gymnasium nicht nur gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verstößt, die im Grundgesetz formuliert ist, sie ist auch ein eklatanter Verstoß gegen das Neutralitätsgebot von Schulen, das eingerichtet wurde, um die Indoktrination von Schülern, wie sie in Nordkorea praktiziert wird bzw. im Dritten Reich in Deutschland praktiziert wurde, zu verhindern.

Lehrer wie Alexander Dankert, die sich als gut profilieren und Schüler dazu missbrauchen wollen, bekämpfen entsprechend das, was sie zu schützen vorgeben: Die Demokratie. Bleibt zu hoffen, dass Dankert Sportlehrer ist. Da kann er nicht noch mehr Schaden anrichten.

Das Gymnasium in Osterburg ist übrigens nach Marktgraf Albrecht dem Bären benannt, ein wichtiger der Teilnehmer des Wendenkreuzzugs von 1147 war. Kreuzzüge sind eine Form des religiösen Genozids, bei der es darum geht, Ungläubige, in diesem Fall Slawen, zu vertreiben oder zu töten oder zu versklaven. Die entsprechende Tätigkeit setzt eine Überzeugung über die heilige Berechtigung der eigenen Handlungen, die darin bestehen, Dritte mit Krieg, Verwüstung und Tod zu überziehen, voraus. Insofern ist das Gymnasium in Osterburg vermutlich korrekt benannt.

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Indoktrination erfolgreich – Kritikfähigkeit tot – Wie an Bremens Schulen Kader herangezogen werden

Wir haben gestern auf den Versuch des Freistaates Sachsen hingewiesen, Denk- und Kritikfähigkeit bei Schülern zu unterbinden und Letztere zu Reproduzenten (Multiplikatoren) vorgegebener Inhalte zu standardisieren. Heute veröffentlichen wir einen Beitrag von Dr. Dr. Marcus Ermler, der langsam zum festen Bestandteil der Redaktion wird, in dem er am Beispiel von Bremer Schülern zeigt, wie das, was in Sachsen versucht werden soll, in Bremen bereits erfolgreich durchgeführt worden ist. Am Beispiel der bundesweit gefeierten Schülerzeitung „heimatlos“ macht Marcus Ermler deutlich, wie Schüler zu Ja-Sagern manipuliert werden, wie sie wiederkauen, was ihnen als richtige Sicht auf die Welt vorgegeben wird und wie sie in einer erschreckenden Weise ihre Unfähigkeit zur Kritik und zum kritischen Denken zur Schau stellen. Man darf nicht verallgemeinern, was über einige Vorzeigeschüler, deren Erziehung zum Gesellschafts-Zombie offensichtlich erfolgreich war, an Erschreckendem in Ermlers Beitrag zum Vorschein kommt. Aber man muss zum einen konstatieren, dass die vielen Versuche, Schüler zu Durchlauferhitzern vorgegebener Einstellungen und Ideologien zu machen, zumindest bei manchen (in Bremen) erfolgreich sind, zum anderen muss man fürchten, dass die Fähigkeit, kritisch zu denken und in Frage zu stellen, was einem als korrekt vorgegeben wird, gerade bei Schülern (in Bremen) langsam zu einem seltenen Gut zu werden scheint.

Nach dieser Vorrede übergeben wir das Wort an Dr. Dr. Marcus Ermler:


„Wenn ich mir die Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den Leitmedien vor, während und nach der Bundestagwahl vergegenwärtige, bekomme ich den Eindruck, dass Betroffenheits- und Hofjournalismus immer mehr als Markenkern von ARD, ZDF, Welt, ZEIT und Co. etabliert werden soll. Wer eine rechtsstaatliche Partei, wie die AfD, wiederholt in die Nähe der NSDAP rückt, hat meiner Meinung nach, nicht mehr alle Blätter in seinem „Kapital“. Ohnehin halte ich diesen Vergleich für eine entsetzliche Verharmlosung der Taten der Nazis und insbesondere des Holocaust.

Bereits beim Umgang mit der Flüchtlingskrise hat sich ja 2015 und 2016 nur zu deutlich dieses widerliche mediale Spiel gezeigt: Jeder Kritiker war Nazi, Unmensch, Wutbürger oder was es sonst noch so für ehrenvolle Titel gab. Wie kommen also Deutschlands Journalisten auf diese abwegigen Vergleiche, diese fragwürdigen historischen Ungenauigkeiten und das permanente Verteufeln von liberalen und konservativen Kritikern (und ja, es gibt auch progressive Kritiker, nur sind die in meinen Ohren merklich still)? Tangiert hiervon sind insbesondere die Journalisten, die sich aus den linksalternativen Milieus bundesdeutscher Großstädte rekrutieren.

Ich möchte dafür zuerst einen historischen Bogen spannen und dies dann anhand eines aktuellen Beispiels aus Bremen veranschaulichen.

Manchem Leser mag das DDR-Schulsystem aus eigenen qualvollen Erfahrungen vertraut sein, anderen, wie mir beispielsweise, können nur Erzählungen und sorgfältigen Dokumentationen vor Augen führen, welch’ perfides Spiel die DDR-Staatsmacht in der Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit vollzog. Beginnend im Vorschulalter wurde die Jugend durch Schule, dies dort in allen Fächer, und darüber hinaus in allen Institutionen des Staates sowie den DDR-Medien massiv indoktriniert, um als Ergebnis eben diese sozialistische Persönlichkeit zu formen, bzw. – um historisch genau zu bleiben – zu zwangsentwickeln.

Das DDR-Jugendgesetz setzte die Staatserziehung wie folgt fest: die Jugend sollte (1) den Ideen des Sozialismus treu ergeben sein, (2) als Patrioten und Internationalisten denken und handeln sowie (3) den Sozialismus stärken und gegen alle Feinde zuverlässig schützen. Ferner war es ihre ehrenvolle Pflicht, sich für Frieden und Völkerfreundschaft einzusetzen und antiimperialistische Solidarität zu üben. Verbunden war diese Indoktrination mit der Konstruktion von Feindbildern, der Unterrichtung in Marxismus-Leninismus, der Wehrerziehung einschließlich Waffenübungen sowie einer totalitären Variante des linken Antifaschismus.

Aus der Schülerzeitung “heimatlos” des Gymnasiums links der Weser

Wenn man diese pädagogische Tätigkeit in einem weiteren Rahmen fassen will, bietet sich der Blick auf die Zehn Gebote der sozialistischen Moral und Ethik an, die Walter Ulbricht dereinst verkündete. Dort heißt es im achten Gebot: „Du sollst Deine Kinder im Geiste des Friedens und des Sozialismus zu allseitig gebildeten, charakterfesten und körperlich gestählten Menschen erziehen.“ Wenn ich auf das heutige Schulsystem in der Bundesrepublik blicke, in dem linksliberale und sozialistisch angehauchte Lehrerdarsteller (der Arbeitersozialist ist tot, es lebe der Lehrersozialist) mit ihrer ganztägigen, inklusiven, diversen sowie gendergerechten Indoktrination Kinder und Jugendliche auf das Leben in der raubtierkapitalistischen und bellizistischen Wirklichkeit vorbereiten (vergaß ich „faschistisch“ zu erwähnen?), scheint immer mehr eine DDR-hafte Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit Vorbild zu werden, die sich noch deutlicher bei linksradikalen und gewaltaffinen Studenten an Universitäten fortsetzt und letztlich in Betroffenheitsjournalisten kulminiert.

Geradezu exemplarisch ist in diesem Zusammenhang die Bremer Schülerzeitung „heimatlos“, die sich nach eigener Darstellung mit Flüchtlingen und Rechtspopulismus beschäftigt und, dass sei hier bereits vorweg genommen, im besten Sinne der DDR-Schulerziehung von „allseitig gebildeten, charakterfesten und körperlich gestählten“ Jugendlichen geschrieben worden ist. Eine Zeitung, die sich in Sprache und Bildern nicht zu schade ist, auch den Holocaust mit ins Boot zu holen, wenn es um die moralinsaure Rechtfertigung von Migrationsbewegungen im Ausmaß der Völkerwanderung oder die Anklage gegen rechtspopulistische Islamhasser geht.

Dieser Beitrag soll, um das hier klar und deutlich zu sagen, nicht das Ziel haben, diese Jugendlichen der Lächerlichkeit preis zu geben, sondern die neosozialistischen Methoden des deutschen (in diesem speziellen Fall des Bremer) Bildungssystems, welche sich durch Schulen, staatliche Institutionen und Medien ziehen, offenzulegen und hiermit insbesondere ihre Lehrer und alle anderen Personen, die in die Erstellung dieses fragwürdigen Machwerks involviert waren, eindeutig zu adressieren und nach ihrer pädagogischen Verantwortung zu fragen (Und das sind nicht wenige. Um eine Auflage von 10.000 Exemplaren erreichen und finanzieren zu können, haben die Schüler eine professionelle Werbeagentur, Bremer Bürgerprojekte und Unternehmen als Unterstützter gewinnen können.). Aber ebenso den Blick dafür schärfen, dass diese jungen Menschen die Journalisten von morgen sein können, die bereits heute bestens geschult in Betroffenheits- und Hofjournalismus, diesen morgen dann noch ausweiten und radikalisieren.

Doch, und das wird nun die wenigsten Leser hier verblüffen, bin ich in meiner kritischen Analyse vom Blick der Bremer Bürgergesellschaft aus eher in der Minderheit. Bremen war diese Zeitung sogar einen Preis wert, den Hilde-Adolf-Preis der Bürgerstiftung Bremen, der mit 3000 Euro dotiert und vom Weser-Kurier (der Bremer Tageszeitung) gestiftet worden ist. Was war die Begründung? Der Chefredakteur des Weser-Kuriers hob „die journalistische Qualität“ hervor, die sich darin offenbart, dass „kompliziert Sachverhalte […] gut erklärt“ werden würden und dass die Redakteure „Geschichten Geflüchteter anrührend“ erzählten, den Mut haben „sich einzumischen und Stellung zu beziehen“ und eine „zutiefst politische Veröffentlichung“ auf den Weg gebracht haben. Ich möchte hier gleich einwerfen: Ein als Chefredakteur arbeitender Journalist sieht es als journalistische Qualität an, Geschichten anrührend (und damit emotionalisierend und nicht sachlich) zu erzählen, in journalistischen Texten eindeutig Stellung zu beziehen (was ist da der Informationsgehalt, und wo bleibt die Neutralität?) und eine „politische Veröffentlichung“ statt einer „journalistischen“ anzubieten?

Über wen sagt dieses Verständnis von Journalismus mehr aus, über die Jugendlichen oder über diesen Chefredakteur?

Aus der Schülerzeitung “heimatlos” des Gymnasiums links der Weser

Die Schülerzeitung als Zeitung zu erkennen, fällt bereits beim ersten Blick darauf sehr schwer. Eher erinnert sie an ein Werbeprospekt von Pro Asyl oder einer beliebigen anderen Schlepperinstitution, die ihr Gutmenschentum auf dem Rücken aller anderen ausleben müssen. Die Motivation war nicht, sich kritisch und sachlich mit Flucht, Flüchtlingen und den Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft auseinanderzusetzen, sondern vielmehr sehr persönlich: „120 Flüchtlinge wohnten über ein halbes Jahr in der Turnhalle unserer Schule“, denen die Schüler „angetrieben von dem Wunsch, den neuen Nachbarn zu helfen und diese so gut wie möglich zu unterstützen“ ihre Schülerzeitung widmeten.

Lieber Herr Chefredakteur des Weser-Kurier, dies als Journalismus zu bezeichnen ist ein schlechter Scherz. Was hat Hanns Joachim Friedrichs einst einprägsam über Journalismus gesagt: „Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein.“

Die Unfähigkeit Distanz zu halten, fängt in der Schülerzeitung „heimatlos“ bereits bei der Bildersprache an. Gibt es Bilder von Flüchtlingen so sind es hauptsächlich Bilder von Kindern und Familien (Afghanische Kinder, die auf Kleidung und medizinische Grundversorgung warten, Großfamilien, die über Äcker laufen, syrische Familien, die durch Stacheldrahtzaun klettern, ein Kind, das im Müll arbeitet). Dass sich hauptsächlich junge Männer auf den Weg nach Europa machten und machen, kommt in diesen Bilder nicht herüber. Das ist, höflich formuliert, eine Manipulation, die sich 2015 und 2016 durch fast alle Mainstream-Medien zog und auch hier nicht halt macht. Was genau haben die Lehrer, die die Schüler beim Schreiben unterstützt haben, eigentlich dazu beigetragen?

Erhellend sind auch die Beiträge, die sich in Artikel, Interviews, Erfahrungsberichte und Meinungen aufteilen. Dabei sind die Übergänge sehr fließend. Im Grunde sind alle Artikel Meinungen, zumindest schließen viele „neutrale“ Artikel mit persönlichen Meinungen der Autoren. Nehmen wir eine Auswahl von Überschriften, die bereits hier auf den weiteren Textinhalt mehr als deutlich hinweisen: „Afghanistan: Ein sicheres Drittland? Sprachkurse werden afghanischen Flüchtlingen verweigert“, „Flüchtlingsheime nach Religionen trennen?“ „Wertegemeinschaft ohne Asylrecht? Notizen zur deutschen und europäischen Flüchtlingspolitik“,„Australiens Politik der Abschreckung“, „Wir lassen sie verhungern!“ sowie „Piraterie in Somalia – ein hausgemachtes Problem?“.

Erschreckend ist ein Fakten-Kasten „Die Gesichter der Armut“, in dem Fakten über Gesundheit, Hunger, Wasser, Landwirtschaft und Auswirkungen der Armut auf Frauen (warum eigentlich nur Frauen?) selektiv dargeboten werden. Die Intention ist klar: wir sind schuld am Elend der Welt (links neben diesem Info-Kasten steht direkt der Artikel „Wir lassen sie verhungern!“), diese Menschen können sich nicht selbst helfen, und wir müssen einschreiten. In der Summe grenzt dies bereits an Menschenrechtsimperialismus und ist so in seiner moralisierenden Penetranz wirklich ein übles Propagandastück. Wenn man dann in die Artikel schaut, wird es nicht besser.

Ein Beispiel ist die Einordnung der Ereignisse an Silvester vor bald zwei Jahren: „Die gewaltsamen Angriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln sind aus meiner Sicht ebenfalls nicht der Religion oder einem vermeintlich pauschalen islamischen Frauenbild anzulasten. Offensichtlich ging es hier um männliches, sexuelles Machtstreben, das man durchaus auch in unserer Kultur immer wieder erlebt – und nicht zu knapp. Es hat, so denke ich, eher mit bestimmten Männern und ihrer Einstellung Frauen gegenüber zu tun, nicht notwendigerweise mit der Religion.“ Hier sollte deutlich werden, was ich meine, wenn ich von der Entwicklung hin zu einer sozialistischen Persönlichkeit rede. Dieses Bild ist nicht nur von vielen Medien, neolinken Frauenrechtlerinnen und Politikern von SPD, Grünen bzw. Linkspartei verbreitet worden, sondern findet offenkundig auch Eingang in den Schulunterricht [Die ScienceFiles-Redaktion erlaubt sich anzumerken, dass Handlungen von Akteuren ausgeführt werden. Entsprechend sind diese Akteure und die Gelegenheitsstrukturen, die sich ihnen bieten, Ursache und Determinanten ihres Handelns. Eine Religion kann somit nicht für individuelles Handeln verantwortlich sein. Es handelt immer ein Mensch, nie eine Religion.]

Ein weiteres Beispiel, wobei es hier um die AfD geht: „Ist diese AfD eine Alternative? Raus aus der EU, Abschottung, Schießbefehl, tausend Jahre Deutschland, Kinder und Küche, rassistischen Irrwitz und Boateng nicht als Nachbarn. Deutschland und Europa haben ohne Frage viele Probleme – aber mit so schlichten und rückwärtsgewandten Ansichten wird man sie nicht lösen, geschweige denn erfassen“. Ich finde es erschreckend, dass hier von Aussagen einzelner AfD- Politiker, gegen die sogar Ausschlussverfahren laufen, auf die gesamte Partei geschlossen wird. Und ich finde es wenig glaubhaft, wenn Menschen, die Wahnvorstellungen des 150 Jahre alten Marxismus das Wort führen, andere als Reaktionär titulieren. Vielleicht erklärt sich diese journalistische Voreingenommenheit auch durch das Vorbild, das die Schülerzeitung hat: „Bekannt für viele wurde die AfD auch, als Oliver Welkes Satire die „Heute Show“ sie in die Mangel nahm. Er besuchte die Partei auf ihren Parteitagen und setzte sich dort mit ihr in spezieller Weise auseinander“. Die heute-show ist bekannt dafür, sich stets „speziell“ mit der AfD oder vor Jahren mit der FDP auseinanderzusetzen.

Einen Volksbelustigungsbetrieb für Salonmarxisten als Informationsquelle über die AfD heranzuziehen, ist, nun sagen wir es positiv, sehr originell. Andererseits gehen ja, wie eingangs erwähnt, Bildung und ZDF-Bildungsfernsehen Hand in Hand für das sozialistische Experiment des neuen Menschen. Und dann gibt es als Schmankerl obendrauf noch ein wunderbares Zitat von Jean Ziegler, seines Zeichens ehemaliger Sonderberichterstatter der UN für das Recht auf Nahrung und, was die Autoren verschweigen, in seiner Selbstsicht Kommunist im Sinne Marx sowie Unterstützer der MLPD: „Neoliberalismus und Freihandel haben mit Freiheit überhaupt nichts zu tun. Das ist eine riesige Lüge, es ist die Freiheit des Raubtiers im Dschungel, etwa wenn Nestlé gegen ein afrikanisches Bauernsyndikat antritt, dann ist dies als ob der Schwergewichtsweltmeister im Boxen gegen einen arbeitslosen, ausgehungerten Bengalen in den Ring geschickt wird.“ Das Raubtier Nestlé gegen das afrikanische Bauernsyndikat? Klingt für mich wie Rocky Balboa gegen Ivan Drago, Kapitalismus gegen Kommunismus. Ein Hauch von jüdischer Weltverschwörung schwingt auch immer mit, wenn von der „unbeschreiblichen Dominanz des Finanzkapitals“, dem „BankenBanditismus“ sowie den „Hedgefonds und Großbanken“ die Rede ist.

Aus der Schülerzeitung “heimatlos” des Gymnasiums links der Weser

Lektion „Kapitalismus ist böse, Kommunismus das Heil der Welt“ gelernt und verinnerlicht. Was dem Fass aber dann den Boden ausschlägt, ist ein Bericht über eine Studienfahrt ins Konzentrationslager Auschwitz. Während es in der restlichen Zeitung einzig und allein um liebe Flüchtlinge und böse Rechtspopulisten geht, gibt es auf der vorletzten Seite ohne nähere Begründung diesen Bericht. Es ist der leicht durchschaubare Versuch eine Verbindung zwischen Holocaust und der Flüchtlingskrise zu konstruieren und so eine historische Kontinuität Deutschlands festzuschreiben: Wurden damals Juden verfolgt und getötet, trifft es heute die Juden des 21.Jahrhunderts, also Flüchtlinge, und hierbei insbesondere die von deutschen Rechten (alles was rechts von der politischen Meinung dieser Schülerzeitung ist) unterdrückten Muslime.

Abschließend möchte ich ihnen als Hausaufgabe mit auf den Weg geben, sich die folgenden Zehn Geboten des Sozialismus (auch zu finden im FDGB-Lexikon, hg. von Dieter Dowe, Karlheinz Kuba, Manfred Wilke, bearb. von Michael Kubina, Berlin 2009, http://library.fes.de/FDGBLexikon/) sorgsam durchzulesen und daran anschließend genau zu überprüfen, inwieweit unsere Schüler bereits in den sozialistischen Menschen transformiert worden sind, und was das für den Journalismus in Deutschland in der Zukunft bedeuten könnte:

1. Du sollst Dich stets für die internationale Solidarität der Arbeiterklasse und aller Werktätigen sowie für die unverbrüchliche Verbundenheit aller sozialistischen Länder einsetzen.

2. Du sollst Dein Vaterland lieben und stets bereit sein, Deine ganze Kraft und Fähigkeit für die Verteidigung der Arbeiter-und-Bauern-Macht einzusetzen.

3. Du sollst helfen, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen zu beseitigen.

4. Du sollst gute Taten für den Sozialismus vollbringen, denn der Sozialismus führt zu einem besseren Leben für alle Werktätigen.

5. Du sollst beim Aufbau des Sozialismus im Geiste der gegenseitigen Hilfe und der kameradschaftlichen Zusammenarbeit handeln, das Kollektiv achten und seine Kritik beherzigen.

6. Du sollst das Volkseigentum schützen und mehren.

7. Du sollst stets nach Verbesserung Deiner Leistung streben, sparsam sein und die sozialistische Arbeitsdisziplin festigen.

8. Du sollst Deine Kinder im Geiste des Friedens und des Sozialismus zu allseitig gebildeten, charakterfesten und körperlich gestählten Menschen erziehen.

9. Du sollst sauber und anständig leben und Deine Familie achten.

10. Du sollst Solidarität mit den um nationale Befreiung kämpfenden und den ihre nationale Unabhängigkeit verteidigenden Völkern üben.

Und wer jetzt immer noch nicht von den hehren Zielen der jungen Journalisten, ihrer Lehrer, Förderer und Unterstützer sowie ihrem Einsatz für Flüchtlinge und gegen Rechtspopulismus überzeugt ist, dem will ich die Worte des Festredners zur Verleihung des Hilde-Adolf-Preises an die Schülerzeitung “heimatlos”, dem ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse, ans Herz legen: „Genau das ist unsere demokratische Herausforderung und die ist eine politische wie moralische Herausforderung: Dem rechtspopulistischen, rechtsextremistischen Trend, der sichtbar stärker und selbstbewusster geworden ist, zu begegnen, zu widersprechen, zu widerstehen.“

Anmerkung der ScienceFiles-Redaktion: Im Einklang mit der Forderung von Wolfgang Thierse sind nun die Eltern gefordert, der Indoktrination ihrer Kinder in öffentilchen Schulen zu widersprechen, zu begegnen und zu widerstehen.

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Zensurhelfer und –helfershelfer: Die Lust der Deutschen, sich gegenseitig zu überwachen – Philosophia Perennis im Fahndungskreuz der Jugendschützer

Wie fangen wir diesen Post an?

Kennen Sie Jugendschutz.net? Jugendschutz.net sitzt in Mainz, wird vom Ministerium für politische Korrektheit, Frauen und anderes finanziert, und zwar gleich zweimal, erhält ansonsten noch üppige Unterstützung über die Landesmedienanstalten, und zwar dafür, dass die Mitarbeiter von Jugenschutz.net das Internet durchschnüffeln und überwachen.

2016 hat Jugendschutz.net insgesamt 121.908 Angebote im Internet überprüft. Darunter fanden sich 6.011 Verstöße gegen den Jugendschutz, also nicht einmal 5% der Bezichtigungen haben sich als richtig herausgestellt, und Bezichtigungen sind es, denn: „7.368 Hinweise auf Verstöße gingen 2016 über die Hotline ein (2015: 7.610). Weiterhin melden einzelne User eine Vielzahl unzulässiger Inhalte – insgesamt waren 10.539 URLs zu überprüfen. Teilweise wurden in einem Hinweis mehr als 100 Adressen übermittelt”. Es gibt offensichtlich ein gut organisiertes Netzwerk von Hilfs-Zensoren, die – von wem auch immer finanziert – das Internet durchforsten, um dort Inhalte, die ihnen nicht passen oder von denen sie gerne hätten, dass sie gegen den Jugendschutz verstoßen und entsprechend entfernt werden müssen, zu sammeln und Jugenschutz.net zuzutragen.

Widerlich.

Hätten wir unseren Post nicht besser so angefangen:

Was die Historiker, um den britischen Forscher Robert Gellately, die sich jahrelang mit dem Würzburger Gestapo-Akten auseinandergesetzt haben, besonders negativ berührt hat, war die unglaublich große Bereitschaft unter ganz normalen Deutschen, ihre Nachbarn oder Bekannten zu denunzieren, bei der Gestapo anzuschwärzen. Letztere war offenkundig auf den Ansturm der Informanten in den ersten Jahren personell nicht eingestellt und konnte auch in Folgejahren nur mühsam mit der Denunziationsfreudigkeit der Würzburger mithalten. Würzburg war kein Einzelfall.
Jahrzehnte später ist die Denunziationsfreude in Deutschland ungebrochen. Die Lust, sich zum Erfüllungsgehilfen staatlicher Autorität zu machen und sich als Helfer im Kampf für die Reinheit des Internets zu profilieren, sie blüht und gedeiht.

Jugenschutz.net dokumentiert diese Lust an der Denunziation in seinem Jahresbericht. Jugendschutz.net zeigt zudem, dass 95% der Meldungen keine Inhalte betreffen, die unter Jugendschutz, wie er in den §§ 4 und 5 des “Staatsvertrags über den Schutz der Menschenwürde und den Jugendschutz in Rundfunk und Telemedien (Jugendmedienschutz-Staatsvertrag – JMStV) in der Fassung des Neunzehnten Staatsvertrages zur Änderung rundfunkrechtlicher Staatsverträge (Neunzehnter Rundfunkänderungsstaatsvertrag)” festgelegt ist..

Angesichts der Vagheit, mit der in beiden Paragraphen zuweilen das, was die Jugendlichen gefährden soll, gefasst ist, ist die 95%ige Durchfallquote, die Tatsache, dass 115.897 der 121,906 von Jugenschutz.net überprüften Angebote sich als mit dem Jugendschutz konform erwiesen haben, erstaunlich. Sie ist insbesondere vor dem Hintergrund der Praxis, wie sie z.B. von Landesmedienanstalten oder von Jugendschutz.net angewendet wird, erstaunlich.

Bleiben wir zunächst bei Letzterem. Jugendschutz.net als Teil des „gemeinsamen Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Jugendschutz im Internet“, so berichtet David Berger auf seinem Blog „Philosophia Perennis“, habe ihn angeschrieben:

“Uns wird mitgeteilt, dass Philosophia Perennis „absolut unzulässige Inhalte“, die die Jugend gefährden, beinhaltet. Jeder denkt nun sofort an Pornographie, Anweisungen zum Drogengebrauch usw. Aber da hat er die neuesten Entwicklungen verschlafen. Wie man welche Drogen am besten konsumiert, wird inzwischen ja im Internet auf Kosten des Staates von als gemeinnützig anerkannten Vereinen jungen Menschen beigebracht.”

Tatsächlich betreffen die „unzulässigen Inhalte“ zwei Links auf die Seite „Metapedia.org“, ein Link betrifft einen Beitrag über Sören Kohlhuber, ein Link einen ebensolchen zu Benjamin Freedman. Nicht jedoch die Inhalte haben das Missfallen der Jugendschützer erregt, die offensichtlich Zeit haben, selbst Leserkommentare und dortige Links zu durchwühlen, sondern die Seite als solche:

„Das gesamte Webangebot metapedia.org wurde von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien … als jugendgefährdend indiziert und in Listenteil D der Liste jugendgefährdender Medien aufgenommen.“

Wenn David Berger, die Links nicht entferne, so wird ihm mitgeteilt, könne Philosophia Perennis verboten werden.

Haben Sie gewusst, dass Metapedia.org als jugendgefährdend indiziert ist? Nun, wir auch nicht, und wir wetten David Berger hat es auch nicht gewusst. Wie auch? Die Liste der Angebote, die als jugendgefährdend indiziert sind, kann von Seitenbetreibern wie David Berger oder uns nicht eingesehen werden. Sie ist unter Verschluss. Man hat die Möglichkeit, eine Anfrage zu stellen (siehe rechts) und bekommt vielleicht eine entsprechende Antwort. Aber es ist schlicht unmöglich, jeden Link, der auf einem Blog gepostet wird, von einem Besucher oder vom Betreiber, per Abfrageformular darauf hin zu prüfen, ob er mit dem Jugendschutz konform ist oder mit dem, was wer auch immer auf Grundlage welcher Qualifikation auch immer bei der KjM [Kommission für Jugendmedienschutz] dafür hält.

Vor einiger Zeit wurde eine List mit rund 3000 Internetseiten, die indiziert sind, geleakt. Wen es interessiert, die LIste ist hier zu finden: BJMLeak.

Merken Sie, wo die Reise hingeht? Einmal mehr geht die Reise in Richtung Willkür. Blogbetreiber müssen jederzeit damit rechnen, von einem dieser Vasallen staatlicher Zensur angeschrieben zu werden und auf einen Link, der sich in einem Kommentarthread befindet, von dem sie gar nicht mehr wissen, dass es ihn noch gibt, hingewiesen zu werden, nein nicht hingewiesen, aufgefordert zu werden, den Link zu löschen unter Androhung eines Verbots des gesamten Internetangebots eines Blogs. So etabliert man eine Willkürherrschaft, das herausragende Kennzeichen totalitärer System, das natürlich der Mithilfe all der Kostgänger des totalitären Systems bedarf, ohne die es nicht funktionieren könnte: Die Denunzianten und die, die von Denunzianten und Denunziation leben.

Helfer, Helfershelfer und Denunziationsfreude brauchen natürlich ein entsprechendes Umfeld, um zu blühen, ein Umfeld, das Willkür zur Normalität macht, eines, wie es im Staatsvertrag über den Jugendschutz geschaffen wurde. Dort werden im § 5 „entwicklungsbeeinträchtigende Angebote“ beschrieben. Entwicklungsbeeinträchtigung bezieht sich natürlich auf Jugendliche und meint Angebote, von denen Jugendschützer meinen, warum auch immer, denn wissenschaftliche Forschung zu „entwicklungsbeeinträchtigenden Angeboten“ gibt es schlicht nicht, von denen also Jugendschützer meinen, dass sie entwicklungsbeeinträchtigend seien. Und wann meinen Jugendschützer das? Dann:

„Der Begriff der „[Entwicklungs]Beeinträchtigung“ […] umfasst sowohl Hemmungen als auch Störungen der Entwicklung sowie Schädigungen von Kindern und Jugendlichen. Auf der individuellen Dimension sind insbesondere Beeinträchtigungen durch Ängstigungen, andere psychische Destabilisierungen sowie die Übernahme von Verhaltensmustern, die zu körperlichen oder seelischen Verletzungen führen können, zu beachten. Auf der sozialen Dimension ist es erforderlich, sich in die Gesellschaft mit ihrer Werteordnung insgesamt einfügen zu können; deshalb ist zu beachten, ob bei den medialen Angeboten die freiheitlich-demokratische Grundordnung und die Grundrechte einschließlich ihrer Schranken für Kinder oder Jugendliche als zentraler Maßstab der gesellschaftlichen Werteordnung erkennbar bleiben. Wenn Kinder oder Jugendliche aufgrund ihres Alters abweichende Darstellungen z. B. im Bereich von Menschenwürde, Toleranzgebot, Schutz von Ehe und Familie und Demokratieprinzip nicht mit ausreichender Differenziertheit und Distanz verarbeiten können, ist von einer Entwicklungsbeeinträchtigung auszugehen. Im Hinblick auf die Rechte von Kindern und Jugendlichen sind Erziehungsziele auch stets die Erziehung im Geist der Freiheit, der Gleichheit, der Toleranz, der Würde, der Solidarität und des Friedens; auch eine Einwirkung von Medieninhalten auf diese Erziehungsziele ist somit bedeutsam.“

Der gesamte Versuch, Entwicklungsbeeinträchtigung zu fassen, ist individuell gestaltet: Eine Schädigung von Kindern, seelische oder körperliche Verletzungen, Einordnung in die gesellschaftliche Wertordnung etc. Nur: Wenn man Kriterien individuell fasst, dann muss man deren Einhaltung auch individuell prüfen, dann muss man prüfen, ob sich ein bestimmtes Angebot negativ oder entwicklungshemmend auf bestimmte Kinder und Jugendliche auswirkt. Das machen die Jugendschützer natürlich nicht, denn würden sie das tun, dann wäre Jugendschutz ja nachvollziehbar, dann könnte man die negative Wirkung bestimmter Inhalte belegen oder eben nicht. Jugendschutz soll aber nicht nachvollziehbar sein, sondern ideologisch verwertbar. Deshalb bestimmen die Jugendschützer was sie denken, dass es bei Kindern zu seelischen, geistigen oder sonstigen Verletzungen führen könnte. Deshalb bestimmen sie, welche Inhalte einer Einordnung von Kindern in die Wertordnung der Gesellschaft im Wege stehen könnten, und sie bestimmen vor allem, welche Inhalte zwar im Einklang mit der Meinungsfreiheit stehen, aus ihrer Sicht aber dennoch Kindern und Jugendlichen nicht zugemutet werden können, weil sie – wie die Jugendschützer annehmen – nicht über die notwendige Distanz und Differenziertheit verfügen, um von den Vorgaben der Gesellschaft oder der KjM abweichende Meinungen so zu verarbeiten, wie das von der KjM gewünscht wird.

Ein derart vages System paternalsitischer Sorge dafür, dass Kinder und Jugendliche die Eigenverantwortung, die ihnen zugestandenden wird, nicht dazu missbrauchen, Ideen zu entwickeln, die die KjM oder Jugendschutz.net nicht tolerieren können, weil ihnen die notwendige Differenziertheit und Distanz fehlt, um Meinungsfreiheit zu akzeptieren, dient nur einem Zweck: Der Ausübung von Zensur, von Gesinnungszensur und der Verbreitung von Unsicherheit und Willkür; Unsicherheit darüber, welche Inhalte das Missfallen der Jugendschutzhorden erregen könnten und Willkür, die auf Basis der entsprechenden Unsicherheit zuschlagen kann, wo und wann immer es einem der Vasallen und Helfer staatlicher Zensur beliebt.

Auf diese Weise haben alle totalitären Systeme versucht, ihre Kritiker mundtot zu machen.

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