Lohnlückenlüge wird nicht seltener: Trotzige Fake News in der ARD

Womit wurden Sie heute von öffentlich-rechtlichen Medien belogen?

Seit wir mit ScienceFiles im Jahre 2011 begonnen haben, hat uns die Lohnlückenlüge oder das Gender Pay Gap begleitet. Die Art und Weise, in der es das getan hat, erinnert an Bourdieus „Feine Unterschiede“ in denen beschrieben wird, warum man mit symbolischem Kapital kein kulturelles Kapital vorgaukeln kann – oder: Nur weil jemand es durch ein Studium und in öffentlich-rechtliche Medien geschafft hat, muss er weder intelligent noch fähig oder in irgend einer Form von Kommunikation und Nachrichtenübermittlung versiert sein. Tatsächlich haben uns die Art und Weise, in der über das „Gender Pay Gap“ berichtet wird, zu dem Schluss geführt, dass zumindest diejenigen, die sich mit diesem Thema in Medien und natürlich im Lager der Genderisten beschäftigen, nicht wirklich mit Verständnis, Einsicht, Intelligenz, you name it, bestückt wurden.

Fangen wir daher vorne an.

Das Gender Pay Gap als solches ist ein einfacher Verdienstunterschied, wie er zum Beispiel zwischen einem Müllfahrer und einer Mausschubserin in einem Ministerium besteht. Ersterer verdient weniger als Letztere. Über dieses Gap regt sich jedoch niemand auf.

Aufregung ergibt sich dann, wenn, wie gerade geschehen, das statistische Bundesamt die durchschnittlichen BRUTTOstundenlöhne veröffentlicht, also die Löhne vor Steuer, nicht danach (warum wohl nicht?). Dann ergibt sich regelmäßig, dass Männer mehr verdienen als Frauen. 21 Euro zu 16,59 Euro dieses Mal.

Besonders schlichte Gemüter sehen in diesen Verdienstunterschied eine Benachteiligung von Frauen. Aber der Unterschied ist natürlich keine Benachteiligung, sondern ein ganz normales Phänomen, dass sich z.B. daraus erklärt,

  • dass Männer mehr arbeiten als Frauen (in Vollzeit/Teilzeit);
  • dass Männer mehr Überstunden machen als Frauen;
  • dass Männer mehr in ihren Arbeitsplatz investieren als Frauen (unentgeltliche Mehrarbeit);
  • dass Männer in produktiveren Branchen arbeiten, die einen höheren gesellschaftlichen Mehrwert erbringen als Frauen (IT-Branche bei Männern, öffentliche Verwaltung bei Frauen);
  • dass Männer aufgrund ihrer längeren und ununterbrochenen Arbeitszeit mehr HUMANKapital ansammeln als Frauen, entsprechend mehr wissen und höher qualifiziert sind, was sich in einem höheren Lohn niederschlägt. Auch wenn es für Funktionäre aller Art, ob in Gewerkschaften oder Parteien, nicht nachvollziehbar ist, in der freien Wirtschaft erhält derjenige, der eine höhere Qualifikation, mehr Arbeitserfahrung und weniger Unterbrechungen in der Erwerbskarriere hat, einen höheren Lohn. Und das zurecht!

Nun hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen, dass dann, wenn man den oben angesprochenen Unterschied im BRUTTOStundenlohn zwischen Männern und Frauen zur Hand nimmt und die angesprochenen Variablen in Rechnung stellt, vom Verdienstunterschied kaum mehr etwas übrig bleibt. Beim Statistischen Bundesamt verschwinden 15% von den 21%, und 6% bleiben übrig.

Wir haben seit 2011 viele Beiträge veröffentlicht, in denen wir auf die Idiotie hinter der Behauptung, die 21% Verdienstunterschied hätten irgend etwas mit Benachteiligung zu tun, hingewiesen haben. Langsam aber sicher ist diese Erkenntnis selbst bei öffentlich-rechtlichen Anstalten angekommen. Dass sich nur noch die größten Idioten trauen, die 21% überhaupt noch in einem Atemzug mit Benachteiligung in den Mund zu nehmen, geht mit Sicherheit auch auf unsere Arbeit zurück.

Und nun, da sich herumgesprochen hat, dass die 21% 21% und sonst nichts sind, nun stampfen die trotzigen Gören mit den Füssen auf und versuchen das, was Genderisten und andere Ideologen scheinbar am besten können: Sie lügen.

Nehmen wir zum Beispiel die folgenden Sätze, die heute in der ARD erschienen sind:

„Die Statistiker vermuten dahinter meist strukturelle Gründe: So würden in Berufen, die vornehmlich von Frauen ergriffen werden, oft auch geringere Gehälter gezahlt. Zudem arbeiteten Frauen häufiger als Männer in Teilzeit. Seltener finde man sie zudem in Führungspositionen. Hier könnten – so vermuten zumindest die Statistiker – auch Pausen zur Kindererziehung eine Rolle spielen“.

Die Statistiker die hier angesprochen sind, dass sind die öffentlichen Angestellten in der Presseabteilung des Statistischen Bundesamts, und die schreiben im Original:

„Demnach sind die wichtigsten messbaren Gründe für den unbereinigten Gender Pay Gap unterschiedliche Branchen und Berufe, in denen Frauen und Männer tätig sind, sowie ungleich verteilte Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation. Darüber hinaus sind Frauen häufiger als Männer teilzeit- oder geringfügig beschäftigt.“

Es findet sich keine Referenz auf die Kindererziehung, die Phantasie des ARD-Redakteurs. Vielmehr findet sich eine Referenz auf „ungleich verteilte Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation“. Das heißt im Klartext, dass Männer mehr verdienen, weil sie BESSER qualifiziert sind und weil sie die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um eine Leitungsposition einnehmen zu können, besser erfüllen. Die Frauen, die sich für die Erziehung von Kindern entscheiden, können hoffentlich besser Windeln wickeln als Männer, können im Beruf aber eben nicht dieselben Qualifikationen, Erfahrungen und Fähigkeiten in die Waagschale werden wie Männer.

Die Einschränkung, die „die Statistiker“ hier machen, „ungleich verteilte Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung“, ist eine erklärende Variable, die, wenn man sie berücksichtigt, den Verdienstunterschied von 21% zum Teil erklärt. Aber nicht nur das. Damit ist auch gesagt, dass berufstätige Männer im Durchschnitt (alle Aussagen beziehen sich natürlich auf den Durchschnitt aller Männer und aller Frauen) qualifizierter sind als Frauen und höhere Qualifikationen haben natürlich weitere Konsequenzen, die sich auf die Höhe des Lohnes auswirken. Aber dazu kommen wir gleich.

Nun, da es sich verbreitet hat, dass die Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen nichts mit Benachteiligung, sondern mit unterschiedlichen Lebensentscheidungen, mit unterschiedlicher Motivation, Arbeits(erfahrung) und Arbeitsleistung zu tun haben, nun ist den Genderisten eine ihrer liebsten ideologischen Lügen abhanden gekommen. Was machen Genderisten in einer solchen Situation? Sie lügen weiter.

In der ARD nimmt das die folgende Form an:

„Trotzdem: Arbeitnehmerinnen bekommen nach den jüngsten verfügbaren Zahlen (2014) auch bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit pro Stunde sechs Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. Diese Zahl wird nur alle vier Jahre genauer erhoben.“

Als Gary Becker die Idee hatte, man könne versuchen, Diskriminierung invers zu bestimmen, also darüber, zu versuchen, Unterschiede umfassend zu erklären und bei umfassender Erklärung das Residuum als Diskriminierung interpretieren, da hat er vermutlich nicht gewusst, was er damit anrichtet, wenn diese Idee in die Köpfe von statistisch Minderbemittelten gelangt.

Im vorliegenden Fall sind die 6% das Residuum. Sie stellen genau dann eine Benachteiligung dar, wenn die Bedingungen für Männer und Frauen konstant gehalten werden UND alle Variablen, die zur Erklärung des Verdienstunterschieds notwendig sind, auch berücksichtigt wurden. Das wurden sie aber nicht. Die eklatante Auslassung aus der Pressemeldung des Statistischen Bundesamts, die man vor dem Hintergrund der jahrelangen Versuche, die Lüge vom Gender Pay Gap salonfähig zu machen, als bewusste Unterschlagung werten muss, findet sich in der folgenden Passage aus der Pressemeldung des Statistischen Bundesamts:

Demnach verdienten Arbeitnehmerinnen im Durchschnitt auch unter der Voraussetzung vergleichbarer Tätigkeit und äquivalenter Qualifikation im Jahr 2014 pro Stunde 6 % weniger als Männer.

Hier muss berücksichtigt werden, dass der ermittelte Wert eine Obergrenze ist. Er wäre geringer ausgefallen, wenn weitere Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren für die Analysen zur Verfügung gestanden hätten, wie vor allem Angaben zu Erwerbsunterbrechungen.

Kurz: Die „Statistiker“ wissen, dass ihre Erklärung nicht vollständig ist, dass sie nicht umfassend ist, weil sie nicht alle Variablen, die für den Verdienstunterschied verantwortlich sind, berücksichtigt haben. Hätten sie das getan, die 6% wären mit hoher Wahrscheinlichkeit verschwunden. Wir haben dies vor Jahren nur unter Hinzunahme der Überstunden durchgerechnet und weg war er, der Gender Pay Gap.

Die Meldung in der ARD hätte demnach – wäre dem verantwortlichen Redakteur etwas an der Wahrheit gelegen – lauten müssen: Werden die Unterschiede in Arbeitszeit, Arbeitsleistung und Arbeitserfahrung, die es zwischen Männern und Frauen gibt, berücksichtigt, dann kann der höhere BRUTTOStundenlohn von Männern über durchschnittlich mehr geleistete Arbeitszeit, eine höhere Arbeitsleistung und eine größere Arbeitserfahrung von Männern, ein höheres Humankapital im Vergleich zu Frauen erklärt werden.

Mit anderen Worten: Es gibt keine Lohnlücke. Es gibt kein Gender Pay Gap. Es gibt eine Gender Pay Gap Lüge, die Mittelschichtsfrauen mit zweifelhafter Ausbildung verbreitet haben, um sich als Opfer inszenieren und Steuergelder abgreifen zu können.

Und um noch ein Argument oben drauf zu setzen mit Blick auf die in der Pressemeldung des Statistischen Bundesamts angesprochenen Erwerbsunterbrechungen: Schon 2011 haben wir einen Beitrag veröffentlicht, in dem wir zeigen, dass sich Bildung für Frauen auf allen Bildungsstufen, also vom Hauptschulabschluss bis zum Hochschulabschluss MEHR lohnt als für Männer. Um die Frage zu entscheiden, wie sich Bildung auf das spätere Einkommen auswirkt, berechnen Ökonomen die sogenannte Bildungsrendite. Frauen haben in allen Bereichen eine höhere Bildungsrendite als Männer. Dass sie dennoch im Durchschnitt einen geringeren Stundenlohn erreichen als Männer liegt daran, dass das, was Ökonomen den „Reservation wage“ nennen, so hoch ist, dass es für Frauen als Anreiz dient, Arbeit für staatliche Alimentierung aufzugeben. Wer Elterngeld und Kindergeld und Muttergeld und… zahlt, der muss sich nicht wundern, dass die Bereitschaft von Frauen, sich im Beruf zu engagieren, gering ist, was sich in einem durchschnittlich niedrigeren Stundenlohn niederschlägt. Der Beleg für diese Behauptung stammt übrigens aus dem IAB, dem wissenschaftlichen Ableger der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit. Concetta Medolicchio und Thomas Rhein haben gezeigt, dass sich die Höhe von Kindergeld und Elterngeld negativ auf die Bildungsrenditen von Frauen auswirken. Der Text, den sie dazu geschrieben haben, ist in englischer Sprache. Solche Ergebnisse sollen schließlich nicht popularisiert werden. Kurz: Kindergeld und Elterngeld sind für Frauen ein Anreiz, die Arbeit einzustellen und sich in Fertilität zu üben. Weil sie nicht arbeiten, bleibt ihr Humankapital bestenfalls gleich, schlimmstenfalls verfällt es. Falls sie je wieder arbeiten, tun sie das mit deutlich weniger Humankapital als Männer und nicht zu letzt deshalb verdienen sie verdientermaßen weniger.

Bleibt noch nachzutragen, dass der DGB fordert, Berufen, die von Frauen dominiert werden, per Gesetz eine Lohnerhöhung zu verordnen. Wir fordern, das Gehalt von DGB-Funktionären per Gesetz zu halbieren und an diejenigen zu verteilen, die dieses Land trotz aller gewerkschaftlichen Hinderungs-Versuche am laufen halten, die Zugführer, die Kanalarbeiter, die Lkw-Fahrer, die Lageristen, Packer, Postangestellten usw.

Ein normaler Mensch, der zwei Zahlen sieht, die einen Unterschied zwischen zwei Gruppen z.B. im Verdienst darstellen, der wird denken, dass es für diesen Unterschied bestimmt gute Gründe wie höhere Produktivität gibt. Nur ein boshafter Mensch wird denken, die Angehörigen der Gruppe, die weniger verdient, werden absichtlich und in einer Form der konzertierten Aktion diskriminiert, von der man definitiv sagen kann, dass sie in großen Stil nur dann leistbar ist, wenn sie per Gesetz verordnet wurde. Genderisten sind anscheinend boshafte Menschen, verhärmte, vom Leben Enttäuschte, die die Schuld für ihr Scheitern anderen zuschieben wollen, Männern in ihrem Fall. Warum Männern? Freud könnte das erklären.

Medolicchio, Concetta & Rhein, Thomas (2011). The Gender gap of Returns on Education Across West European Countries. Nürnberg: IAB-Discussion Paper 20/2011.


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