Neues aus der Anstalt: der ganz alltägliche Unsinn

Wir wollen unsere Leser mit drei Schlagzeilen, die wir über den Tag gesammelt haben, mit etwas Spaß in den Feierabend entlassen, mit einem Schlaglicht auf den Unsinn der täglich auf uns niederprasselt.

Hier unsere Hitliste des heutigen Tages:

Oh No!1. Hochqualifiziert – aber nicht ausgebildet, so betitelt die ARD in einem Anflug logischer Umnachtung einen Beitrag, in dem es um eine erste Studie der Bundesagentur für Arbeit zum Bildungsniveau der Flüchtlinge geht. Angeblich sind die Flüchtlinge schulgebildet und deshalb hochqualifiziert, wie die ARD formuliert, aber nicht ausgebildet, weil sie in der Mehrzahl über keine Berufsausbildung verfügen. Wir folgern: Wer eine Schulbildung und eine Berufsausbildung hat, der ist hyperqualifiziert, weil er ja schon nach der Schule hochqualifiziert war. Wenn die Sucht, Dinge gutzureden, mit Redakteuren durchgeht, kommt selten etwas Positives dabei heraus. Einigen wir uns also darauf, dass 46% der Asylbewerber mit Bleibeabsicht, die 2015 nach Deutschland gekommen und an der Befragung der Bundesanstalt für Arbeit teilgenommen haben, ein Abitur haben. Ob Sie deshalb hochgebildet sind, ist eine Frage, die man aufgrund der Annahme, dass auch ARD-Redakteure in der Mehrheit ein Abitur haben, nicht unumwunden bejahen kann.

scully facepalm2. „Gewerkschaften sind laut IW-Studie im Westen stärker organisiert, aber weniger weiblich“, so lässt die Rheinische Post mit einem Titel ihre Leser raten, was wohl die Vergleichsbasis ist, die der zweistellige Funktor stärker als eigentlich erwarten lässt. Aber als gut sozialisierte Deutsche wissen wir natürlich, dass der Westen immer mit dem Osten und nie dem Norden oder dem Süden verglichen wird und deshalb ist klar: Die Gewerkschaften im Osten, also in Ostdeutschland, nicht etwa in Russland, sind weiblicher als die im Westen, also in Westdeutschland nicht in Frankreich. Wie eine Gewerkschaft mehr oder weniger weiblich sein kann, ist ein Rätsel, dem wir uns mangels Interesse nicht widmen wollen. Wichtiger ist, dass Gewerkschaften es gerade noch auf eine Organisationsquote von 16% in Ost- wie Westdeutschland bringen. Wenn also demnächst ein Streik ins Haus steht, denken Sie daran, hier drangsalieren 16% der Beschäftigten einer Branche, die restlichen 84% der Branche und alle anderen.

Prof Facepalm3. Soziale Medien, so heißt es in der Überschrift des heutigen Highlights von der LMU in München, „soziale Medien sie steigern den Leistungsdruck“. Wer nun denkt, die Steigerung des Leistungsdrucks, natürlich am Arbeitsplatz, wo sonst?, sie sei der Tatsache geschuldet, dass man nicht gleichzeitig SMSen und arbeiten kann, der sieht sich getäuscht, denn der Leistungsdruck, so hat „Tanja Carstensen, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Soziologie und Gender Studies der LMU“ herausgefunden, wie sie glaubt, er ist das Ergebnis von Freiheit. Denn: „Damit gehen neue Freiräume einher, zugleich gibt es aber eine Tendenz zur Selbstausbeutung“. Ja, so ist das: Wer nicht gezwungen ist, zu tun, was er tun muss, der muss überlegen, was er eigentlich tun will und das ist schlecht, jedenfalls dann, wenn man am Lehrstuhl für Soziologie und Gender Studies der LMU als wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt ist. Der Zusatz Gender Studies ist wohl Erklärung genug für diesen Unsinn.

Das ist unsere Hitliste des Tagesunsinns. Wer noch etwas beitragen möchte, die Kommentarfunktion steht offen.

Geschwätz ist keine Wissenschaft: Methodologie der SozialWISSENSCHAFTEN

Sozialwissenschaften sind bzw. waren Wissenschaften. Es ist Zeit, einmal wieder daran zu erinnern. Wissenschaft unterscheidet sich von Nicht-Wissenschaft nicht dadurch, dass erstere an Universitäten betrieben wird und letztere nicht, wie viele zu meinen scheinen, sondern durch die Methode und das Ziel, dem diese Methode dient.

Albert TraktatDas Ziel jeder Wissenschaft ist Erkenntnisgewinn, die Akkumulation von Wissen, von bewährtem Wissen. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigt Wissenschaft eine Methode. Die Methode der Wissenschaft, die systematisches Sammeln von Wissen ermöglich, sie besteht darin, Theorien zu entwickeln und an der Realität zu testen. Entsprechend müssen wissenschaftliche Theorien etwas über die Realität aussagen. Fabuliertes, wie man es z.B. bei Hegel oder Habermas lesen kann, hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Es mag für den einen oder anderen gelehrt klingen oder gar interessant sein, aber so lange man aus dem, was Hegel oder Habermas von sich geben, nicht logisch korrekt Hypothesen ableiten kann, die man wiederum an der Realität testen kann, ist ihr Fabuliertes heiße Luft ohne weiteren Wert.

Entsprechend kann Wissenschaft im Ziel nur empirisch sein, d.h. die formulierten Aussagen müssen dem Ziel dienen, unser Wissen über die Wirklichkeit zu vermehren. Entsprechend ist Genderismus keine Wissenschaft. Denn entweder erzählen Genderisten im Inbrunst der Überzeugung Trivialitäten, die schon seit Aristoteles und vermutlich schon lange vor ihm bekannt waren oder sie machen Aussagen, die nichts über die Wirklichkeit aussagen oder gar der täglichen Erfahrung von Menschen widersprechen.

Dass Frauen diskriminiert werden, wo sie gehen und stehen, ist eine solche Behauptung, die, so lange sie nicht mit Antezedens-Bedingungen verbunden wird, keinerlei empirischen Gehalt hat und somit belanglos ist. Erst wenn angegeben werden kann, unter welchen empirisch messbaren Bedingungen Frauen wo und von wem diskriminiert werden und welche empirisch messbare Folge sich daraus ergibt, haben Genderisten einen Schritt in Richtung Wissenschaft getan. Bislang sind sie nicht einmal in der Lage, die einfachsten Fragen zu Erkenntnisinteresse und Erkenntnismethode zu beantworten, geschweige denn, zur Erkenntnistheorie, so dass man Genderismus mit der Kaffeedomantie auf einer Stufe sehen kann. Der einzige Unterschied zwischen beiden besteht darin, dass Kaffeesatzlesen derzeit von keinem Ministerium gefördert wird, derzeit …

Sozialwissenschaften verfügen über einen Grundstock an Methoden, der sie zur Wissenschaft qualifiziert. Die 1960er bis Mitte der 1990er Jahre haben entsprechend viele Arbeiten zu Wissenschaftstheorie bzw. Methode oder Methodologie der Sozialwissenschaften gesehen. Sozialwissenschaftler haben sich damals die Frage gestellt, welche Kriterien ihre Sozialwissenschaft erfüllen muss, um als Wissenschaft zu gelten. Und Sozialwissenschaften wie die Soziologie und die Politikwissenschaft waren kurz davor, einen einheitlichen und verpflichtenden Methoden-Korpus zu entwickeln.

Die genderistische und sozialistische Unterwanderung der Sozialwissenschaften hat dies anscheinend zum Stocken gebracht, und die Sozialwissenschaften in ein Methodenbrache verwandelt, in der viele denken, qualitative Befragungen seien die Möglichkeit, sich der Mühe strukturierten Arbeitens zu entledigen und eine billige Möglichkeit, um mit dem Interview-Gesülze Seiten zu füllen. Experteninterviews sind an die Stelle von theoretischen Annahmen getreten, denn viele der derzeitigen Sozialwissenschaftler machen keine Annahmen mehr, dazu müsste man Texte lesen, Bücher am Ende und sich Gedanken machen. Das qualitative Schmarotzen in Form von vermeintlichen Experteninterviews, in deren Verlauf die möchtegern-Forscher hoffen, das zu erfahren, was sie nicht wissen, also so ziemlich alles, ist an die Stelle des eigenen Denkens getreten.

In der quantitativen Sozialforschung sieht es nicht besser aus. Das alte „data speak to me“ feiert neue Feste und Befragungen werden in der Regel nicht mehr durchgeführt, um Annahmen zu testen, sondern um die eigenen ideologischen Überzeugungen zu bestätigen.

Die empirische Sozialforschung liegt weitgehend am Boden, aber immerhin sehen empirische Sozialforscher noch die Notwendigkeit, zumindest den Versuch zu machen, eine Beziehung zur Realität herzustellen. Andere haben längst damit aufgehört, sich um die Realität zu kümmern und sind zum alten Modell der Offenbarungslehre zurückgekehrt, von dem Hans Albert noch 1991 schreiben konnte, dass es im 15. Jahrhundert überwunden wurde. Er hat die Rechnung ohne die Sozialwissenschaftler gemacht, die sich Sozialwissenschaftler nennen, weil sie einen Lehrstuhl inne haben, der eine entsprechende Bezeichnung nahelegt. Von diesem Lehrstuhl aus offenbaren sie ihrer Umwelt die von ihnen für richtig gehaltene Lehre, deren Richtigkeit man nur erkennen kann, wenn man sich eingehend mit dem Gegenstand der Heilslehre beschäftigt hat, so eingehend, wie der Verkünder der Wahrheit. Auch für diese Form des Missbrauchs wissenschaftlicher Einrichtungen gibt es Begriffe. Sie reichen von der Afterwissenschaft, wie sie Max Weber genannt hat, bis zur Kritikimmunisierung, die Hans Albert in diesen Zusammenhängen beschrieben hat.

Angesichts der aufgezeigten Entwicklung der deutschen Sozialwissenschaften ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es nicht nur eine Zeit gegeben hat, in der deutsche Sozialwissenschaftler Methode und Erkenntnisinteresse hatten, es ist auch an der Zeit, auf entsprechende Veröffentlichungen hinzuweisen, ehe sie dem Vergessen anheim fallen.

Opp_MethodologieEine solche Veröffentlichung ist die „Methodologie der Sozialwissenschaften“ von Karl-Dieter Opp. Ursprünglich in den 1970er Jahren geschrieben, ist die derzeitige Version eine knappere Darstellung des ursprünglichen Buches, bereinigt um all die logischen Operatoren und Zusammenhänge, die man heutigen Studenten nicht mehr zumuten soll, weil heutige Studenten den Unterschied zwischen einer Implikation und einer Äquivalenz nicht mehr kennen. Die abgespeckte Version bietet einen leichten Zugang zu der Art und Weise, in der man Sozialwissenschaft betreibt, damit am Ende Wissenschaft und nicht Ideologie dabei herauskommt.

Opp beschreibt die Struktur sozialwissenschaftlicher Aussagen und dabei die Logik kausaler Beziehungen im Rahmen von Satzgeflechten, die man Theorie nennt. Er erklärt den Unterschied zwischen einer Erklärung, als dem, wonach Wissenschaftler streben und dem Verstehen, als dem, was Wissenschaftler können sollten, was aber nicht ihr Erkenntnisinteresse darstellt. Er gibt Beispiele für die Bildung theoretischer Modelle und wendet sich dann dem „Informationsgehalt sozialwissenschaftlicher Aussagen“ zu, also der Frage, was eine Aussage zu einer sozialwissenschaftlichen Aussage macht. Es folgt ein Kapitel über die Logik sozialwissenschaftlicher Theorienbildung. Weil Theorien nicht um ihrer selbst willen gebildet werden, sondern dazu, einen Erkenntnisgewinn zu ermöglichen, also in der Regel dazu, Probleme zu lösen, und weil Erkenntnisgewinn eine Beziehung zwischen Theorie und Empirie voraussetzt, kommt Opp im zentralen achten Kapitel seiner Methodologie zur Beantwortung der alles überragenden Frage: Wie prüft man sozialwissenschaftliche Theorien? Allein die Lektüre dieses Kapitels macht deutlich, warum so vieles, was uns derzeit als Sozialwissenschaft untergeschoben wird, nicht einmal dazu taugt, den Status einer Hypothese zugewiesen zu bekommen. Die Lektüre sei entsprechend jedem an Sozialwissenschaft Interessierten empfohlen.

Die Auseinandersetzung mit der Frage, wie man eine Theorie kritisiert, die Opp unabhängig von der Frage diskutiert, wie man eine Theorie prüft, führt schließlich zu dem, was man als gängige Praxis dessen ansehen kann, was derzeit als Sozialwissenschaften verkauft werden soll: „Wie formuliert man eine Theorie, die unprüfbar ist?“, so fragt Opp und beantwortet die Frage auch selbst:

“In Lehrveranstaltungen zur Wissenschaftstheorie stelle ich zuweilen die Aufgabe, eine sozialwissenschaftliche Theorie – z.B. die Anomietheorie – so umzuformulieren, dass sie unwiderlegbar wird und dass es möglichst schwierig wird, dies zu erkennen. Um dies zu bewerkstelligen, muss man die Begriffe möglichst unklar lassen, die Struktur der Theorie bestenfalls andeuten, und die Wenn- und Dann-Komponente so formulieren, dass die Theorie analytisch wahr (oder falsch) wird – und zwar so, dass der analytische Charakter der Theorie nicht erkennbar ist.“ (220).

Wem also eine angebliche sozialwissenschaftliche Theorie begegnet, die so komplex ist, dass man sie nicht verständlich formulieren kann, der sollte sensibel dafür sein, dass man versucht, ihn zu täuschen. Ähnliches gilt für Aussagen, mit denen behauptet wird, bestimmte Inhalte seien zu komplex, als dass man sie in einfache Aussagen verpacken könnte. Wenn bestimmte Inhalte zu komplex sind, als dass man sie in einfache Aussagen zerlegen kann, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass diejenigen, die behaupten, die Aussagen seien so komplex, in der Lage sind, sie zu verstehen, denn komplexe Aussagen überfordern die meisten Gehirne, wie jeder leicht feststellen kann, wenn er versucht, sich einen vierdimensionalen Raum vorzustellen.

Wohlgemerkt ist die Kritik von Opp eine Kritik auf hohem Niveau, denn der meiste Unsinn, der heute aus den Sozialwissenschaften kommt, schafft es nicht einmal auf die Stufe, auf der man zugestehen könnte, dass hier ein Versuch gemacht wurde, eine Theorie zu formulieren. Vermutlich ist die Komplexität der eigenen Gedanken in den entsprechenden Fällen zu groß, als dass es möglich wäre, sie in geordneter Form und für andere verständlich mitzuteilen.

Das bringt uns zur letzten Frage: Warum wirken Geschwätzburgen, die aus der Komplexität aneinandergereihter Nominalkonstruktionen bestehen, die sich bei näherem Besehen als Leeformel herausstellen, auf manche so anziehend? Die Antwort ist unseres Erachtens eine sozialpsychologische: Wessen Kompetenz nicht ausreichend, um Leerformeln als solche zu erkennen, wer Nominalkonstruktionen nachbetet, weil er sie für wahre Erkenntnis hält, der kommt auch nicht auf die Idee, dass Dritte ihn durchschauen und merken könnten, dass er versucht, sich mit leerem Geschwätz zu schmücken, das er für große Erkenntnis hält. Käme er auf diese Idee, er würde sich nicht mit leerem Geschwätz schmücken, sondern das leere Geschwätz als solches erkennen. Die Frage, was aus diesen Ausführungen für die institutionalisierten Sozialwissenschaften und das viele Geschwätz, das aus ihnen zu hören ist, folgt, ist eine Frage, die sich nun jeder selbst beantworten muss.


Helfen Sie uns dabei, ScienceFiles vom Hobby zum fest etablierten Blog zu machen. Machen Sie mit beim ScienceFiles-Projekt.

Mit Ihrer Spende können Sie dazu beitragen, dass wir uns nicht mehr nur nebenbei um ScienceFiles kümmern können und uns dem, was wir investigative Wissenschaft und angewandte Sozialwissenschaft nennen, voll widmen können.

Paypal:

PAYPAL

Spendenkonto:
Wir empfehlen Transferwise, um die horrenden Bankgebühren deutscher Banken zu vermeiden.

  • Bank: Tescobank plc.
  • Accountname: ScienceFiles-Account
  • BIC: TPFGGB2EXXX
  • IBAN: GB40TPFG40642010588246
  • Kontoinhaber: Michael Klein
  • Bankgebühren umgehen mit Transferwise

AfD, Hitlergruß, Lügenpresse – Funkes Kausalkette

Ein Beispiel für Hauruck-Suggestion aus dem Tagesspiegel:

facepalm-Godzilla„Angebliche Fußballfans, die den Hitlergruß zeigen, die erste Strophe der Nationalhymne singen und „Lügenpresse“ rufen: Die fremdenfeindlichen Gesten von mutmaßlich Rechtsextremen auf der Fanmeile am Brandenburger Tor am Sonntag haben nach dem Sieg der DFB-Elf gegen die Ukraine einen faden Beigeschmack hinterlassen.

Nach Einschätzung von Rechtsextremismus-Forscher Hajo Funke sind die Vorfälle ohne Zweifel auf die rechten und islamfeindlichen Parolen von AfD und Pegida zurückzuführen. „Wir erleben seit knapp zwei Jahren eine Entfesselung der Ressentiments“, sagte der Politikwissenschaftler von der Freien Universität Berlin dem Tagesspiegel. Der radikale Flügel der AfD um Alexander Gauland und Björn Höcke sowie die Pegida-Bewegung hätten einen „ethnozentrischen und rassistischen Nährboden geschaffen“, der Fremdenfeindlichkeit ein stückweit salonfähig gemacht habe, so Funke weiter.“

Zunächst die Haurucksuggestion zur instrumentellen Konditierung der Empörungsbereiten:

  • Logik f dummiesKonditionierter Stimulus: Rechte zeigen Hitlergruß. Konditionierte Reaktion: Das macht man nicht. Das ist böse.
  • Konditionierter Stimulus: Rechte singen die erste Strophe der Nationalhymne. Konditionierte Reaktion: Das macht man nicht. Das ist böse.
  • Instrumenteller Stimulus: Rechte rufen: Lügenpresse.
  • Reaktion, die konditioniert werden soll: Das macht man nicht. Das ist böse.

Nach dem Stück Dachlatten-Behaviorismus dessen Abschluss aus einem satten Fehlschluss der Bejahung des Konsequens besteht, denn nicht jeder, der den Begriff Lügenpresse benutzt, ist ein Nazi, wäre dem so, der Tagesspiegel wäre ein Nazi-Blatt, kommt der Rechtsextremismusforscher Hajo Funke mit seinem Anschlag auf alles, was Wissenschaftlichkeit darstellt, zu Wort.

Wissenschaft, das zur Erinnerung, hat zum Ziel fundiertes Wissen zu erreichen. Fundiertes Wissen besteht aus Aussagen über die Empirie, die empirisch geprüft wurden und sich dabei bestätigt haben. In der Wissenschaft unterscheidet man zwischen Aussagen, die einen Zusammenhang ausdrücken und solchen, die eine Kausalität beschreiben. Eine Zusammenhangsaussage wäre z.B.: Zwischen einem Interview von Hajo Funk im Tagesspiegel und einem Herzinfarkt bei einem Wissenschaftstheoretiker besteht ein Zusammenhang von r = .65. Ob Funke für den Herzinfrakt kausal ist, kann posthum nicht mehr festgestellt werden.

Um die Annahme einer Kausalität zwischen dem Interview von Funke und dem Herzinfarkt des Wissenschaftstheoretikers zu rechtfertigen, benötigt man eine theoretische Grundlage, z.B.: Der Wissenschaftstheoretiker hat sich immer sehr stark über angebliche Wissenschaftler, die in aller Öffentlichkeit ihre Ahnungslosigkeit über wissenschaftliche Methoden blosstellen, aufgeregt. Zuletzt hat er sich über Hajo Funke, der bar jeder methodischen Kenntnisse zu sein scheint, aufgeregt. Das war zuviel. Bestätigt sich die Kausalkette, dann hat Funke den Herzinfarkt zu verantworten, aber nur dann.

Schauen wir uns nun an, was Funke behauptet.

In Berlin haben Personen, die Funke nicht kennt, von denen er nichts weiß und von denen er nichts wissen kann und will, den Hitlergruß gezeigt, die falsche Strophe der Nationalhymne gesungen und Lügenpresse gesagt.

Dass sie das getan haben, hat seine Ursache nach Funke darin, dass es in Deutschland die AfD, Alexander Gauland, Björn Höcke und Pegida gibt. Sie alle haben mit „rechten und islamfeindlichen Parolen“ einen „ethnozentristischen und rassistischen Nährboden geschaffen.“

Die Kausalkette, die Funke da allen Erstes behauptet, sie lautet:

Gauland, Höcke, die AfD und Pegida skandieren rechte und islamfeindliche Parolen. Wenn Gauland, Höcke, die AfD und Pegida rechte und islamfeindliche Parolen skandieren, dann fallen die Parolen zu Boden und schaffen einen ethnozentrischen und rassistischen Nährboden, an dem sich wiederum Dritte gütlich tun, die Funke nicht kennt und nicht kennen will, die aber in Berlin den Hitlergruß zeigen und die falsche Strophe der deutschen Nationalhymne singen. Ach ja, und vor allem: Lügenpresse rufen.

Wer diesen Unsinn glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen. Und unserem Wissenschaftstheoretiker ist auch nicht mehr zu helfen, er ist am Unsinn verendet.

Er hat den Funke hinter sich.

Vielleicht sogar die bessere Option.


Haben Sie Fragen oder Anregungen?
Kontaktieren Sie uns

ScienceFiles ist ein Non-Profit-Blog. Damit wir unser Angebot aufrechterhalten und vielleicht sogar ausbauen können, benötigen wir Ihre Unterstützung
durch eine Spende (via Paypal) durch eine Spende (via Banküberweisung) als ScienceFiles-Clubmitglied
  • Bank: Tescobank plc.
  • Accountname: ScienceFiles-Account
  • BIC: TPFGGB2EXXX
  • IBAN: GB40TPFG40642010588246
  • Kontoinhaber: Michael Klein
  • Bankgebühren umgehen mit Transferwise

Umfrage: Mehrheit der Deutschen will EU loswerden

Nicht nur die Holländer sagen „Nein“ wenn es darum geht, die Europäische Union und ihre Abkommen, Verträge und Tätigkeiten zu legitimieren, auch in Deutschland wächst die Anzahl derer, die Nein sagen, und hat schon ein beträchtliches Ausmaß erreicht. An unserer neuesten, derzeit noch laufenden Befragung haben bislang mehr als 1.500 Personen teilgenommen, die im Folgenden präsentierten Zwischenergebnisse basieren auf den Angaben von 1.453 Befragten.

Geht es um die EU, dann muss man feststellen, dass die Euphorie, mit der die Europäische Einigung einst betrachtet wurde, einer tiefen Skepsis und Ablehnung gewichen ist. Offensichtlich hat der bürokratische Moloch, der sich von Brüssel aus über die Mitgliedsstaaten ergießt, Zustimmung und Euphorie weigehend erstickt.

Ursprünglich war die EU ein Wirtschaftsbündnis und alle, die daran teilhatten, sie waren der Ansicht, dass der gemeinsame Markt den teilnehmenden Ländern einen wirtschaftlichen Vorteil bringt. Seit der gemeinsame Markt vor allem darin besteht, dass die EZB die Sparkonten der Europäer plündert und einen monumentalen Schuldenmarkt betreibt, auf dem Staatsobligationen, die private Investoren nicht kaufen wollen, verschoben werden, hat sich der Optimismus in einen Pessimismus verwandelt.

EU legitimation 1.jpg

Gut 57% der 1.453 Befragten stimmen der Aussage „Den Bürgern Deutschlands ginge es wirtschaftlich besser, wenn Deutschland aus der EU austreten würde“ voll und ganz zu, weiter 25,3% stimmen der Aussage eher zu. Die Zweifel daran, dass sich eine Mitgliedschaft in der EU vorteilhaft auf die deutsche Wirtschaft auswirkt, sie haben somit 2/3 der Gesellschaft erreicht.

Gleiches gilt für die Frage der Souveränität, wenngleich in etwas abgeschwächter Form. Unter Politikwissenschaftlern, die sich mit der EU und Deutschlands Zugehörigkeit zur EU befassen, steht fest, dass Deutschland auch deshalb ein Motor der Europäischen Einigung war, weil es einerseits nach dem Zweiten Weltkrieg darum ging, die Zulassung zur Staatengemeinschaft wieder zu erlangen und andererseits darum, die Souveränität des zunächst besetzten Landes wiederzugewinnen. Die EWU, EG und dann EU haben sich angeboten, eventuell bestehende Zweifel daran, ob es eine gute Idee ist, Deutschland wieder als souveränen Staat auf dem Kontinent zuzulassen, zu zerstreuen. Ursprünglich war die EU also der Souveränität Deutschlands förderlich.

Das ist heute nicht mehr so, jedenfalls sind 47,4% der 1.453 Befragten dieser Ansicht. Sie stimmen der Aussage zu, dass Deutschland kein souveräner Staat ist, solange es in der EU bleibt. Weitere 26,4 % stimmen dieser Aussage eher zu.

Bis hier kann man bereits feststellen, dass die EU ein erhebliches Legitimationsproblem hat. Das ist nicht neu, denn die 1980er und 1990er Jahre haben eine Fülle wissenschaftlicher Literatur zum Thema „demokratisches Defizit“ produziert, Literatur, in der meist Politikwissenschaftler darauf hingewiesen haben, dass der Umfang der Rechte und Eingriffsmöglichkeiten in das tägliche Leben der Europäer, den sich die EU-Kommission und die anderen EU-Institutionen zwischenzeitlich verschafft haben, in keinerlei Verhältnis zur Legitimation der entsprechenden Institutionen steht, denn eine solche Legitimation liegt schlicht nicht vor. Weder die Entscheideungen der Europäische Kommission noch die des Ministerrats sind demokratisch dafür legitimiert. Und dass viele Bürger nicht mit dem einverstanden sind, was in ihrem Namen in Brüssel entschieden wird, das zeigt das Nein der Holländern zum EU-Abkommen mit der Ukraine bzw. das zeigt sich häufig dann, wenn die Europäer tatsächlich zu Politiken der EU befragt werden.

Auch die Befragten, die bislang an unserer Befragung teilgenommen haben, sind der Ansicht, dass das, was aus Brüssel an Richtlinien und Regelungen kommt und in das tägliche Leben der Bürger eingreift, Entscheidungen sind, die von einer Polit-Oligarchie ohne Legitimation getroffen werden.

EU Legitimation 2.jpg

76,6% der 1.453 Befragten sind der Ansicht, die Aussage, „Die EU ist demokratisch legitimiert“ treffe überhaupt nicht zu, weitere 18,9% sind der Ansicht, die Aussage treffe eher nicht zu. Kaum einer der Befragten ist der Ansicht, dass die EU über eine demokratische Legitimation verfügt. Deutlicher kann man die Entfremdung zwischen einem angeblich demokratischen System und seinen Bürgern nicht mehr zum Ausdruck bringen.

Als Konsequenz, die aus der fehlenden Legitimation und der Ansicht, weder Souveränität noch wirtschaftlicher Nutzen sei aus einer EU-Mitgliedschaft zu gewinnen, folgt, sind die meisten Befragten der Ansicht, Deutschland solle nicht nur die Eurozone, sondern auch die EU verlassen.

EU Legitimation 3

Rund 70% der 1.453 Befragten stimmen der Aussage „Deutschland soll aus der Eurozone austreten und die D-Mark wieder einführen“ voll und ganz zu, 66,7% der Aussage, „Deutschland soll aus der EU austreten“. Das sind eindeutige Voten, die noch dadurch ergänzt werden, dass 18,3% bzw. 17,8% den beiden Aussagen „eher zustimmen“. Gut 4/5 der Deutschen stehen demnach einem Verlassen der EU bzw. der Eurozone positiv gegenüber und erwarten von einem solchen nicht nur einen Zugewinn an Souveränität, sondern vor allem eine Zugewinn an Wohlstand.

Somit muss man feststellen, dass die Deutschen EU-müde sind. Das Projekt „Europäische Union“, es ist rund 59 Jahre nach den Römischen Verträgen an einem Punkt angekommen, an dem sich die Frage stellt, wie die Regierenden weiter verfahren wollen: Wollen Sie in Opposition zu ihrer eigenen Bevölkerung verbleiben und die EU als Projekt der politischen Klasse gegen die Mehrheit der Bevölkerung weiter betreiben oder wollen sie die EU reformieren, die Bürokratie der EU und den Haushalt der EU zusammenstreichen und das Projekt in kleinerer Variante neu starten?

Wie auch immer die Antwort auf diese Frage ausfallen wird, über eines sind sich unsere Befragten sicher: die Bürger in Deutschland werden nicht gefragt werden: 76,2% der 1.453 Befragten halten es für sehr unwahrscheinlich, 17,8% für unwahrscheinlich, dass es in „Deutschland jemals eine Abstimmung über den Verbleib in der EU geben wird“.

Wer sich noch an der laufenden Befragung beteiligen will, die dem Thema Legitimation und Legitimität gewidmet ist, der kann dies über diesen Link tun.

 

Helfen Sie uns dabei, ScienceFiles vom Hobby zum fest etablierten Blog zu machen. Machen Sie mit beim ScienceFiles-Projekt.

Mit Ihrer Spende können Sie dazu beitragen, dass wir uns nicht mehr nur nebenbei um ScienceFiles kümmern können und uns dem, was wir investigative Wissenschaft und angewandte Sozialwissenschaft nennen, voll widmen können.

Paypal:

PAYPAL

Spendenkonto:
Wir empfehlen Transferwise, um die horrenden Bankgebühren deutscher Banken zu vermeiden.

  • Bank: Tescobank plc.
  • Accountname: ScienceFiles-Account
  • BIC: TPFGGB2EXXX
  • IBAN: GB40TPFG40642010588246
  • Kontoinhaber: Michael Klein
  • Bankgebühren umgehen mit Transferwise

 

Kopf ab … Geste: DFB macht sich politisch-korrekt lächerlich

Für Studenten der Philosophie, die sich mit Erkenntnislehre beschäftigen oder für Studenten der Wissenschaftstheorie, sofern Wissenschaftstheorie noch irgendwo gelehrt wird (im Zeitalter der wie-es-mir-vorkommt-Travestie auf Wissenschaft ist es eher unwahrscheinlich, dass Wissenschaftstheorie noch Gegenstand universitärer Lehre ist), gibt es oft einen Punkt der Erkenntnis, an dem es „klick“ macht, an dem das Problem, das zuweilen als Leib-Seele-Problem beschrieben wird, offenkundig wird oder sich das Studium der Philosophie mangels „klick-„Moment als vergeblich herausstellt.

Dieser Moment stellt sich (zuweilen) ein, wenn man mit Alfred Tarskis Definition einer wahren Aussage konfrontiert ist:

„Die Aussage, „Der Schnee ist weiß“, ist genau dann wahr, wenn der Schnee weiß ist.“

Klingt trivial? Ist es aber nicht, denn die Wahrheit einer Aussage wird daran geknüpft, dass eine empirische Übereinstimmung zwischen dem, was die Aussage behauptet, und dem, was ist, gezeigt werden kann. Bis Karl Raimund Popper den kritischen Rationalismus entwickelt hat, war genau dieser Beleg ein Ding der Unmöglichkeit, das der Humeschen Vernichtung des Empirismus, wie es Popper formuliert hat, anheimgefallen ist.

Wir wollen aber gar nicht zu sehr in den Bereich der Philosophie eintauchen. Es reicht, wenn nach diesen Ausführungen Einvernehmen darüber besteht, dass es einen Unterschied gibt, zwischen einer sprachlichen Aussage, die etwas über die Wirklichkeit behauptet, und der Wirklichkeit.

Machen wir aus einer Aussage nunmehr eine sprachliche Geste, dann können wir formulieren, dass eine sprachliche Geste etwas über die Wirklichkeit behauptet. Ob das Behauptete zutrifft, ist eine Frage der empirischen Prüfung.

Sprachliche Gesten, wie Gesten im Allgemeinen, sind ein Symbolsystem, das davon lebt, dass der Adressat der Geste den Inhalt, der ihm übermittelt werden soll, versteht. Als solche können Gesten rein symbolisch sein, müssen entsprechend keinerlei Niederschlag in der Realität finden. Abermals ist die Frage, ob eine Geste, eine Mitteilung an einen der Entschlüsselung der Geste Kundigen, einen Niederschlag in der Realität findet, eine Frage der empirischen Prüfung.

Und jetzt kommt der DFB-Kontrollausschuss und die folgende Kurzmeldung von heute.de:

„Der DFB-Kontrollausschuss hat ein Ermittlungsverfahren gegen Papy Djilobodji von Werder Bremen wegen dessen Kopf-ab-Geste eingeleitet. Dies teilte der Deutsche Fußball-Bund am Montag in Frankfurt mit und spricht vom Vorwurf des „krass sportwidrigen Verhaltens“. Der Abwehrspieler hatte sich am Samstag beim 1:1 gegen den FSV Mainz 05 nach einem Zweikampf mit Pablo De Blasis dazu hinreißen lassen, mit dem Zeigefinger an der Kehle entlang zu fahren. Schiedsrichter Gräfe aus Berlin teilte dem Kontrollausschuss mit, diesen Vorgang nicht gesehen zu haben. Deshalb ermittelt das Gremium nun …“

Die Aussage des DFB-Kontrollausschusses mag politisch-korrekt sein, in einer Zeit, in der der Unterschied zwischen Aussage und Wirklichkeit, zwischen Gesten und Handlungen oder zwischen Ankündigung und Durchführung nicht mehr bekannt ist, sie ist jedoch eine krass logikwidrige Aussage, denn die Kopf-ab-Geste von Papy Djilobodji, einem Kulturfremden, die an Pablo De Blasis, ebenfalls einen Kulturfremden gerichtet war, sie ist eine Geste und nicht mehr, wie schon der Umstand beweist, dass der Kopf noch auf den Schultern von De Blasis sitzt und nicht abgetrennt wurde. Entsprechend kann die Kopf-ab-Geste kein krass sportwidriges Verhalten, sondern bestenfalls eine krass sportwidrige Geste sein, was zur Konsequenz hat, dass man die Sportwidrigkeit der Geste empirisch belegen müsste, also z.B. dadurch, dass nach der Geste eine Fortsetzung des Spiels nicht mehr möglich war.

Der DFB-Kontrollausschuss beweist mit den zitierten Ankündigungen nicht nur, dass er politisch-korrekt auf Linie ist und weiterer öffentlicher Förderung würdig, er beweist auch, wie klein die Welt der DFB-Funktionäre ist, so klein, dass sie nicht einmal wissen, wie verbreitet die beanstandete Geste und wie normal sie doch ist. Deshalb zur Weiterbildung der engstirnigen DFB-Funktionäre eine populäre Kopf-ab-Geste, die sich als geradezu dem Sport förderlich herausgestellt hat und entsprechend eine Falsifizierung der behaupteten Sportwidrigkeit ist. Die Geste ist vielmehr ein Ausdruck von Kultur und Deutschland rühmt sich doch so gerne, weltoffen, offen für andere Kulturen zu sein.

 

Helfen Sie uns dabei, ScienceFiles vom Hobby zum fest etablierten Blog zu machen. Machen Sie mit beim ScienceFiles-Projekt.

Mit Ihrer Spende können Sie dazu beitragen, dass wir uns nicht mehr nur nebenbei um ScienceFiles kümmern können und uns dem, was wir investigative Wissenschaft und angewandte Sozialwissenschaft nennen, voll widmen können.

Paypal:

PAYPAL

Spendenkonto:
Wir empfehlen Transferwise, um die horrenden Bankgebühren deutscher Banken zu vermeiden.

  • Bank: Tescobank plc.
  • Accountname: ScienceFiles-Account
  • BIC: TPFGGB2EXXX
  • IBAN: GB40TPFG40642010588246
  • Kontoinhaber: Michael Klein
  • Bankgebühren umgehen mit Transferwise

Den aktuellen Spendenstand gibt es hier.

Zwergenaufstand: Wenn angeblich kritische Wissenschaftler_Innen hoaxen

Derzeit geht ein Hoax durchs Internet. Hereingefallen auf den Hoax sind die Veranstalter des Center for Metropolitan Studies an der TU-Berlin und die Herausgeber der Zeitschrift Totalitarismus und Demokratie. Ihnen wurde zunächst ein Vortrag und dann ein Beitrag untergeschoben, in dem es um die „Gewaltgeschichte im Jahrhundert der Extreme“ geht, gezeigt am Beispiel des Schäferhunds.

Vortrag wie Beitrag sind eine Ansammlung von Unsinn über den ersten Mauertoten, den Polizeihund „Rex“ und darüber, dass sich der Stammbaum der DDR Grenzschäferhunde bis zu den Nazi-Schäferhunden zurückverfolgen lasse. Im Bericht über die Tagung „Tiere und Ihre Heimat“ hat der Vortrag, den eine erfundene Christiane Schulte von der Ruhr-Universität in Bochum gehalten hat, den folgenden Niederschlag gefunden:

deutsch deutsche Schaeferhunde„CHRISTIANE SCHULTE (Bochum) berichtete aus ihrem Forschungsprojekt über den deutsch-deutschen Schäferhund im 20. Jahrhundert. Der Schäferhund spielte einerseits als Projektionsfläche menschlicher Staatsgewalt und anderseits als „Nutztier“ diktatorischer Regime eine Rolle. Schulte deckte dabei weitreichende Kontinuitäten, sowohl was die Funktion der Hunde als Instrumente totalitärer
Staatsgewalt als auch die züchterische Generationsfolge betrifft, auf. Schwerpunkt
ihres Vortrages waren die über 5.000 Hunde der DDR-Grenztruppen und hier vor allem die Hunde an den Laufleinen, die als „lebende Grenzsicherungsobjekte“ die Unüberwindbarkeit der innerdeutschen Grenze sicherstellen sollten. Schulte konnte anhand vieler Beispiele ihre These belegen, dass trotz des eingeschränkten Handlungsspielraums der „Kettenhunde“, jene durchaus „eigen-sinniges Verhalten“ an den Tag legten, das dem Grenzregime zuwiderlief.“

Dass es an deutschen Universitäten Unsinn gibt, viel Unsinn, dass unter dem Deckmantel des Postmodernismus das vor allem aus Frankreich stammende pseudo-philosophische Wortgeklingel eines Jacques Derrida, eines Felix Guattari, eines Jacques Lacan oder eines Bruno Latour, das geeignet ist, selbst ansatzweise vernünftiges Denken in einem Meer unsinniger Sätze zu ertränken, auch in Deutschland Fuss gefasst hat, das ist keine Neuigkeit. Dass es gerade in Deutschland ganze Fachbereiche gibt, die dem Unsinn als ihrem Fetisch huldigen, das ist ebensowenig eine Neuigkeit. Die Dokumente sprachlicher Verwirrung, die in großer Zahl in Gender Studies, Cultural Studies oder anderen Varianten der postmodernen Denkverweigerung produziert werden, ihre Fetische des weißen Mannes, der wahlweise die Erde mit Kolonialismus oder dem Patriarchat, das es nie gegeben hat, verwüstet, sie sind weithin bekannt. Was also ist so wichtig, als dass es einen neuen Wissenschaftshoax begründen würden, einen, in dessen Zentrum kein methodisches, sondern ein inhaltliches Ziel steht?

Beginnen wir im Jahr 1996, dem Jahr, in dem Alain Sokal seinen Beitrag „Transgressing the Boundaries: Toward a Transformative Hermeneutics of Quantum Gravity“ in der Zeitschrift „Social Text“ veröffentlicht hat. Dieser Text, einer der klassischen Texte für einen wissenschaftlichen Hoax, er ist eine Ansammlung von Zitaten berühmter französischer und amerikanischer angeblicher Philosophen der Postmoderne. Sokal hat den „Glue“ geliefert, der die Zitate in all ihrer Absurdität und Falschheit aneinanderreiht.

Das Ziel, das Sokal mit seiner Aktion verfolgt hat, besteht aus vier Teilzielen:

  • SokalEr wollte zeigen, dass sich postmoderne vermeintliche Denker naturwissenschaftlicher Theorien bedienen, von denen sie nicht einmal eine rudimentäre Ahnung haben.
  • Er wollte zeigen, dass Begriffe aus den Naturwissenschaften in die Sozialwissenschaften übernommen werden, ohne dass es dazu eine Rechtfertigung gibt, ohne dass sich damit ein Sinn verbindet.
  • Er wollte diejenigen, die durch eine Zurschaustellung von Halbbildung zu beeindrucken suchen, als die wissenschaftlichen Hochstapler enttarnen, die sie nun einmal sind.
  • Er wollte zeigen, wie im Grunde bedeutungslose Schlagworte verwendet werden, um beim Leser Eindruck zu schinden.

Sokal geht es demnach um die Wissenschaft, um Lauterkeit, um die Methoden und die Kriterien, anhand derer Wissenschaft identifiziert wird. Er wendet sich gegen den Relativismus der Postmodernen, die sich mit Worten schmücken, die sie nicht verstehen, um damit Eindruck zu schinden und zu belegen, dass es kein sicheres Wissen gibt. Sokal und Bricmont schreiben in ihren Buch zum Hoax über die postmodernen angeblichen Denker:

„Es handelt sich dabei um eine intellektuelle Strömung, die gekennzeichnet ist, durch theoretische Abhandlungen, die von jeglichem empirischen Nachweis losgelöst sind, und durch einen kognitiven und kulturellen Relativismus, der die Wissenschaft lediglich als ‚Erzählung‘, als ‚Mythos‘ oder als eine gesellschaftliche Konstruktion betrachtet.“ (17).

Das Anliegen von Sokal, es ist die Sicherung von Wissenschaft gegen den Angriff der Unvernunft. Seine Mittel sind wissenschaftliche und logische Argumentation, was die Mühe voraussetzt, sich mit dem postmodernen Unsinn zu befassen.

Betrachten wir auf dieser Grundlage den „beste[n] Wissenschafts-Hoax“, den Matern Boeselager „seit Langem gesehen“ hat: Die deutsch-deutschen Schäferhunde, von denen oben die Rede war.

Im Gegensatz zum Hoax von Alain Sokal, den der Autor unmittelbar nachdem sein Beitrag in Social Text veröffentlich wurde, aufgeklärt hat und für den er die volle Verantwortung übernommen hat, gibt es für den Schäferhund-Hoax niemanden, der die Verantwortung übernehmen will. Stattdessen gibt es ein anonymes Bekennerschreiben, das auf heise.de veröffentlicht wurde. Der Schäferhund-Hoax, er scheint eher in einer Analogie zu terroristischen Anschlägen zu stehen, als dass er ein ernsthaftes wissenschaftliches Anliegen umfasst.

Verantwortlich für den Hoax will eine „Gruppe von kritischen Wissenschaftler_innen“ sein, die für „engagierte Gesellschaftskritik“ eintreten und die Human Animal Studies und die Extremismusforschung als diejenigen ausgemacht haben, die ihnen dabei im Wege stehen.

Kritische Wissenschaftler, die sich als „Wissenschaftler_innen“ bezeichnen, haben bereits mit dieser Bezeichnung zu erkennen gegeben, dass sie alles, nur keine kritischen Wissenschaftler sind, ordnen sie doch ihr ganzes Tun einer ideologischen Mode der Sprachverstümmelung unter, per Unterstricht. Gleichzeitig erhält man dadurch den ersten Eindruck dahingehend, wes‘ Geistes Kind die „kritischen Wissenschaftler_innen“ sind. Dass die „kritischen Wissenschaftler_innen“ auch mit dem Begriff der Kritik nicht wirklich etwas anfangen können, sich eher als postmoderne Begriffsusurpatoren gerieren, die nutzen, was für sie gut klingt, dazu kommen wir unten.

Sokals Anliegen war, die wissenschaftliche Methode von Vernunft und Kritik vor postmodernen Schwätzern zu schützen. Was ist das Anliegen der „kritischen Wissenschaftler_innen“.

Sie haben kein wissenschaftliches, dafür aber ideologische und somit inhaltliche Anliegen. Zum einen sind sie nicht damit einverstanden, dass die DDR als generelles Unrechtsregime angesehen wird und verwahren sich gegen die Annahme, „der DDR-Sozialismus sei irgendwie genauso schlimm gewesen wie das NS-Regime“. Zum anderen passt ihnen die Zuschreibung von Agency an Tiere nicht, also die Sichtweise, die Tiere als Subjekt in eigenem Recht sieht und eben nicht als Objekte, über die Menschen eine freie Verfügungsgewalt haben (Dazu wird sich Dr. habil. Heike Diefenbach im folgenden Post äußern).


Warum soll der DDR-Sozialismus differenziert betrachtet werden? Die Antwort auf diese Frage ist klar, um das Stigma des totalitären SED-Regimes vom Sozialismus zu lösen, um die Herrschaft der Mittelmäßigen über den planmäßigen Mangel einer ansonsten inoffiziell überwachten Gesellschaft, die individuelle Freiheit der kollektiven Wahnvorstellung derer, die sich als „Avantgarde der Arbeiterklasse“ fühlen, opfert, zu rehabilitieren und Sozialismus wieder hoffähig zu machen, oder wie die „kritischen Wissenschaftler_innen“ in ihrem anonymen Bekennerschreiben schreiben:

„… korrekte Ernährung des Einzelnen ersetzt das kollektive Ringen um gesellschaftliche Ziele“

Dass der Einzelne vor dem Kollektiv kommt, es ist den bekennenden anonymen „Wissenschaftler_innen“ ein Dorn im Auge.

Die Agency von Tieren, also deren Recht als Subjekt behandelt und nicht zum Objekt menschlicher Begierden degradiert zu werden, es ist den „kritischen Wissenschaftler_innen“ der Dorn im anderen Auge, und sie versteigen sich zu einer Aussage, die an Dummheit nun wirklich nicht zu überbieten ist:

Massentierhaltung_huehner„Es gibt genügend Gründe, die gegenwärtige Tierverwertung (!sic) zu kritisieren, ökologische, ökonomische oder die Zustände in Massentierhaltungsanlagen. Aber dazu braucht es weder Tierrechte noch Agency. Der Maßstab bleibt der Mensch.“

Die gesammelten Irrtümer, das gesammelte Unvermögen und die monumentale Dummheit, die hinter dieser Aussage steckt, Dr. habil. Heike Diefenbach wird sie im folgenden Post umfassend würdigen.

Hier bleibt zu fragen: Was ist denn das Problem damit, dass man Tier als Subjekt und nicht als Objekt zur freien menschlichen Verfügung ansieht. Die Antwort, sie findet sich zu Beginn des anonymen Bekennerschreibens:

„… Ursprünglich war die Kritikfigur der Agency ein Gegenentwurf, um gesellschaftlich unterdrückte Stimmen aus der Opferrolle zu holen. Statt etwa Frauen nur als passive Opfer des Patriarchats zu kritisieren, rekonstruierten engagierte Wissenschaftler_innen Geschichten von widerständigen und aktiven Frauen in allen Epochen. Eine ähnlich differenzierte Kritik ergab sich z.B. in den Postcolonial Studies, ebenso seit den 1960er Jahren in der New Labour History mit ihren Forschungen zu Arbeit und Arbeitnehmer_innenbewegung.“

Dieser Absatz macht ganz deutlich, wessen geistiges Kind die anonym bekennenden „Wisenschaftler_innen“ sind. Sie gehören in die Gruppe der postmodernen Gläubigen, die dem Fetisch des Patriarchats huldigen und angetreten sind, um die dummen Schwarzen, die sich alleine nicht den Fängen des bösen weißen Mannes entziehen können, vor eben jenem zu retten und in den sicheren Hafen eines post-stalinistischen Sozialismus zu schippern, in dem sie dann die Leiche von Hugo Chavez, der es in Rekordzeit geschafft hat, eine blühende Ökonomie zu ruinieren, anbeten dürfen.

Kurz: Die „kritischen Wissenschaftler_innen“, sie wollen mit ihrem Hoax eine Forschungsrichtung diskreditieren, deren Prämissen ihrem ärmlichen anthrozentristischen Weltbild zuwider läuft, das jeden Sinn verliert, wenn man ihnen die weibliche Opferrolle und das Bild vom ewigen Patriarchen und die Vorstellung nimmt, Menschen seien das Zentrum einer sozialistischen Schöpfung, die Bruder Karl und Bruder Friedrich, in ihrem Pantheon, den Josef Stalin, Mao Tsetung und die geschätzt 100 Millionen Opfer ihrer Herrschaft bevölkern, anhimmelt.

Die Agenda der „kritischen Wissenschaftler_innen“, sie ist keine wissenschaftliche, sondern eine ideologische. Es geht ihnen nicht um die Methode der Wissenschaft, um Vernunft, Nachvollziehbarkeit, Prüfbarkeit und Falsifizierbarkeit, sondern darum, den Inhalt, dem sie huldigen, durchzusetzen. Sie haben mit Kritik so viel gemein, wie Jürgen Habermas mit verständlicher Sprache. Dafür beherrschen sie die Agitprop-Methoden des Kadersozialismus, dessen wichtigstes Mittel der Gegenpropaganda immer darin bestanden hat, die eigenen Zwecke unter Vorgabe gänzlich anderer Ziele zu verfolgen.

Und so wie der DDR-Sozialismus immer behauptet hat, Freiheit und Demokratie verwirklichen zu wollen, so geben die „kritischen Wissenschaftler_innen“ nicht nur vor, sie seien Wissenschaftler und kritisch, sie nutzen auch die Tatsache, dass es in den Sozialwissenschaften unbestritten viel Unsinn gibt, um ihre Agenda, den Sozialismus wieder salonfähig und Agency auf weibliche, nicht-koloniale Arbeiter_innen zu beschränken, voranzutreiben.

Micha Wolf wäre stolz auf seinen Nachwuchs, für alle anderen ist seine Existenz eher eine Peinlichkeit.

Nachtrag

LeonhardNach allem, was über die „kritischen Wissenschaftler_innen“ nicht bekannt ist, gibt es eine Christiane Schulte nicht. Name und Beschäftigung an der Ruhr-Universität Bochum sind frei erfunden, was zur Folge hat, dass der Auftritt an der TU-Berlin, zum Vortrag über den „deutsch-deutschen Schäferhund“ zumindest bei denen, die ihm zum Opfer gefallen sind, den Gedanken auslösen könnte, man sei betrogen worden. Ob dieser Gedanke strafrechtliche Konsequenzen hat, ist eine andere Frage. Dass derjenige, der sich unter falschem Namen und unter Angabe einer falschen Anbindung an die Ruhr-Universität in Berlin eingeschlichen hat, über die moralische Integrität eines Informanten des Geheimdienstes, also nicht sonderlich viel verfügt, ist dagegen so klar wie der Ursprung der angewendeten Täuschungs-Techniken in den Kaderschulen der ehemaligen DDR (wer es nachlesen will, der sei auf Wolfgang Leonhards „Die Revolution entlässt ihre Kinder“ verwiesen).

Dass die „Kritischen Wissenschafler_innen“ von Wissenschaft keine Ahnung haben, wird daran deutlich, dass es keinerlei Argument gibt, das sie für ihre Position ins Feld führen. Es ist ein Leichtes und der Beifall der unkritischen Schadenfrohen ist immer gesichert, Unsinn zu schreiben und als sozialwissenschaftliche Forschung auszugeben. Die Gender Studies belegen das seit Jahren. Die Spreu angeblich kritischer „Wissenschaftler_innen“ trennt sich da von Sokals Weizen, wo Argumente für die eigene Position, dafür, dass die kritisierte Position falsch ist, angeführt werden. Entsprechend sei den nach eigener Selbstüberschätzung kritischen „Wissenschaftler_innen“ unser Grundsatzprogramm ans Herz gelegt. Vielleicht vermittelt ihnen die Lektüre eine Vorstellung davon, wie weit sie davon entfernt sind, kritische Wissenschaftler zu sein.

Haben Sie Fragen oder Anregungen?
Kontaktieren Sie uns

ScienceFiles ist ein Non-Profit-Blog. Damit wir unser Angebot aufrechterhalten und vielleicht sogar ausbauen können, benötigen wir Ihre Unterstützung
durch eine Spende (via Paypal) durch eine Spende (via Banküberweisung) als ScienceFiles-Clubmitglied
  • Bank: Tescobank plc.
  • Accountname: ScienceFiles-Account
  • BIC: TPFGGB2EXXX
  • IBAN: GB40TPFG40642010588246
  • Kontoinhaber: Michael Klein
  • Bankgebühren umgehen mit Transferwise

Meinungsterror und gesteuerte Medien? Umfrage: Deutsche haben Angst, ihre Meinung zu sagen

In unserer Befragung zu Parteien, Demokratie und Freiheitsrechten, die wir derzeit online haben, erfragen wir u.a. die Einschätzung von Freiheitsrechten. Treffen die folgenden Aussagen voll und ganz, eher, eher nicht oder überhaupt nicht zu, so fragen wir u.a. für die Aussagen,

  • dass Deutschland freie und unabhängige Medien hat;
  • dass man in Deutschland ohne Angst in der Öffentlichkeit seine Meinung kundtun kann;
  • dass man in Deutschland vor Gericht gleichbehandelt wird;
  • dass in Deutschland die Erziehungsrechte von Eltern respektiert werden.

Die Ergebnisse, die wir hier als Zwischenstand nach 600 Befragten präsentieren, sind ernüchternd um nicht zu sagen: erschreckend. Die Mehrzahl unserer Befragten ist der Ansicht,

  • dass es in Deutschland keine freien und unabhängigen Medien gibt,
  • dass man in Deutschland nicht ohne Angst in der Öffentlichkeit seine Meinung äußern kann;
  • dass man in Deutschland vor Gericht nicht gleichbehandelt wird;
  • dass in Deutschland das Erziehungsrecht der Eltern nicht respektiert wird;

Die entsprechenden Einschätzungen sind nicht etwa etwas häufiger, sie sind viel häufiger als die Einschätzungen, die man in einer Demokratie als Einschätzungen der Mehrheit erwarten würde. Die folgenden beiden Abbildungen machen dies sehr deutlich.

SN_Freiheitsrechte_1

Eine deutliche Mehrheit der Befragten ist also der Ansicht, dass es in Deutschland, rudimentäre Freiheitsrechte, die in Demokratien gewährleistet sein müssen, damit sich die entsprechenden Regierungssysteme auch Demokratie nennen können, nicht gewährleistet sind. Folglich muss man konstatieren, dass die deutsche Demokratie zumindest in einer Glaubwürdigkeitskrise steckt, so richtig, glaubt niemand mehr, dass Deutschland durch ein demokratisches Regierungssystem ausgezeichnet ist.

Dies wird auch deutlich, wenn man analysiert, wer insbesondere der Ansicht ist, dass die entsprechenden Freiheitsrechte nicht gewährleistet sind. Wir stellen dies für diejenigen dar, die der Meinung sind, man könne in Deutschland nicht öffentlich seine Meinung sagen, ohne Angst zu haben.

Die entsprechende Einschätzung findet sich häufiger unter:

  • Wählern von SPD, AfD, FDP und Bündnis90/Grüne;
  • unter Personen, die ihre politische Orientierung mit rechts der Mitte angeben oder sich in der politischen Mitte verorten;

Und das war es im Wesentlichen, denn die Angst, sie zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten: In welcher sozialen Schicht sich die Befragten verorten, macht keinen Unterschied. Wie alt sie sind, macht keinen Unterschied. Wie hoch ihr Einkommen ist, macht keinen Unterschied. Welchen Bildungsabschluss ein Befragter erreicht hat, macht keinen Unterschied.

Angst Munch.jpgDie Angst, in der Öffentlichkeit eine Meinung zu äußern, sie geht durch nahezu alle politischen Lager (auch wenn sie ab der Mitte des politischen Spektrums nach rechts zunimmt), sie durchzieht alle Bevölkerungsschichten, scheint allgegenwärtig zu sein.

Und dies, obwohl es in Deutschland angeblich keine Repressionen dafür gibt, seine Meinung in der Öffentlichkeit zu äußern. Angeblich ist hier wohl das operative Wort, wenngleich sich natürlich die Frage stellt, ob die Einschätzung auf der Befürchtung von Konsequenzen oder der Erfahrung von Konsequenzen basiert. Unabhängig davon kann man jedoch feststellen, dass bei allen, denen die Demokratie in Deutschland am Herzen liegt, die Alarmglocken läuten müssten, denn wenn die Meinungsfreiheit verloren ist oder aus Angst nicht mehr genutzt wird, ob diese Angst nun begründet ist oder nicht, dann ist die Demokratie tot.

In jedem Fall ist eine in der Bevölkerung verbreitete Angst, die eigene Meinung in der Öffentlichkeit zu äußern, ein Zeichen für einen massiven Vertrauensverlust gegenüber den demokratischen Institutionen in Deutschland, von denen offensichtlich nicht erwartet wird, dass sie die Möglichkeit garantieren, die eigene Meinung ohne Konsequenzen und letztlich angstfrei in der Öffentlichkeit auszusprechen. Auch ein solcher Vertrauensverlust hat ein Verenden demokratischer Institutionen und damit den Tod der Demokratie zur Folge. Denn in einer Gesellschaft, in der Grundvertrauen nicht vorhanden ist, einer Gesellschaft, in der aus Angst niemand mehr mit dem anderen spricht, findet kein öffentlicher Diskurs statt und deshalb kann auch keine Konsensbildung stattfinden.

Bleibt abschließend noch die Frage: Warum ist die Angst vor den Konsequenzen einer öffentlichen Meinungsäußerung in Deutschland so verbreitet? Aus sozialpsychologischer Sicht wird man diese Angst wohl als Ergebnis der Jagd auf die Meinungsfreiheit bewerten, jene Jagd, die unter dem Stichwort „Hasskommentare“ geführt wird und mit der besonders Korrekte die Meinungsfreiheit korrekt erdrosseln und dabei sind, sie zu beseitigen.

Die Befragung zu Parteien, Demokratie und Freiheitsrechten läuft weiterhin. Wer sich noch nicht beteiligt hat, der möge dies bitte hier nachholen.

Haben Sie Fragen oder Anregungen?
Kontaktieren Sie uns

ScienceFiles ist ein Non-Profit-Blog. Damit wir unser Angebot aufrechterhalten und vielleicht sogar ausbauen können, benötigen wir Ihre Unterstützung
durch eine Spende (via Paypal) durch eine Spende (via Banküberweisung) als ScienceFiles-Clubmitglied
  • Bank: Tescobank plc.
  • Accountname: ScienceFiles-Account
  • BIC: TPFGGB2EXXX
  • IBAN: GB40TPFG40642010588246
  • Kontoinhaber: Michael Klein
  • Bankgebühren umgehen mit Transferwise

Den etablierten Parteien laufen die Hochgebildeten davon

Forschung LIVE!

Wir haben uns nicht nur vorgenommen, mit SurveyNET eine Seite zu betreiben, auf der wir unsere eigene Sozialforschung machen und auf der wir dem Stand der Methoden und der Methodologie gerecht werden wollen, wir haben uns auch vorgenommen, den Lesern von ScienceFiles und SurveyNET hautnah die Ergebnisse laufender Befragungen zu präsentieren, sie quasi am Puls der Befragung zu halten und an der Befragung, an der sie mitgewirkt haben, weiter teilhaben zu lassen.

Und das tun wird jetzt!

diagram.pngUnsere derzeit laufende Befragung zum Extremismus beginnt mit zwei Fragen, in denen die Wahlentscheidung bei der letzten Bundestagswahl und die Wahlabsicht für die nächste Bundestagswahl erfragt werden.

Wir haben auf Grundlage der ersten 200 Teilnehmer an der Befragung beide Fragen zueinander ins Verhältnis gesetzt und dabei folgende Auffälligkeiten festgestellt:

  • CDU/CSU, FDP und SPD verlieren an die AfD. Dabei sind die Verluste von CDU/CSU und FDP an die AfD höher als die der SPD, aber selbst die Verluste der SPD sind beachtlich.
  • Die AfD schafft etwas, was in der Vergangenheit nur wenigen Parteien gelungen ist, nämlich die Mobilisierung von Nichtwählern. Rund die Hälfte der Befragten, die bei der letzten Bundestagswahl nicht gewählt haben, plant AfD zu wählen. Der Anteil derjenigen, die bei der letzten Bundestagswahl nicht gewählt haben in unserem Sample beträgt derzeit rund 20%.

Nun stellt sich die Frage, wer sind die Wechsler, die CDU/CSU, FDP und SPD in Richtung AfD davonlaufen wollen und wer sind die Nichtwähler, die durch die AfD aktiviert werden, sich wieder an einer Wahl zu beteiligen?

Wir haben die Wechsler zur AfD vorläufig nach drei Merkmalen untersucht: Schulabschluss, Studium und Einkommen. Hier die Ergebnisse:

  • Wechsler von der CDU/CSU zur AfD haben in der Regel ein Abitur und ein abgeschlossenes Studium und ein hohes Einkommen.
  • Wechsler von der SPD zur AfD haben in der Regel ein Abitur und ein mittleres Einkommen.
  • Wechsler von der FDP zur AfD haben in der Regel ein Abitur, ein abgeschlossenes Studium und ein mittleres bis hohes Einkommen.
  • Nichtwähler, die beabsichtigen, bei der nächsten Wahl AfD zu wählen, haben in der Regel ein Abitur und ein abgeschlossenes Studium und finden sich am unteren und am oberen Ende der Einkommensskala.

Die AfD rekrutiert demnach Hochgebildete, Akademiker und die Bezieher von hohen Einkommen. Ein Ergebnis, das bei den etablierten Parteien die Alarmglocken läuten lassen sollte, denn offensichtlich fühlen sich Hochgebildete, Studierte und Bezieher mittlerer bis hoher Einkommen durch CDU/CSU, SPD und FDP nicht mehr repräsentiert, ein Ergebnis, das durch die Mobilisierung hochgebildeter und studierter Nichtwähler bei der letzten Bundestagswahl durch die AfD noch bestärkt wird.

Das Ergebnis ist ein Zwischenstand. Die Befragung läuft nach wie vor. Wer daran teilnehmen will, kann dies hier tun:

Befragung zum Thema „Extremismus“

Haben Sie Fragen oder Anregungen?
Kontaktieren Sie uns

ScienceFiles ist ein Non-Profit-Blog. Damit wir unser Angebot aufrechterhalten und vielleicht sogar ausbauen können, benötigen wir Ihre Unterstützung
durch eine Spende (via Paypal) durch eine Spende (via Banküberweisung) als ScienceFiles-Clubmitglied
  • Bank: Tescobank plc.
  • Accountname: ScienceFiles-Account
  • BIC: TPFGGB2EXXX
  • IBAN: GB40TPFG40642010588246
  • Kontoinhaber: Michael Klein
  • Bankgebühren umgehen mit Transferwise

Wissenschaflich gelöst: Das Geheimnis ewigen Lebens

Nach all den unsinnigen Studien, die wir über die letzten Monate hier besprechen mussten, ist es wohltuend, eine theoretisch wie empirisch gut gemachte Studie besprechen zu können, die gerade im British Medical Journal veröffentlicht wurde.

Fiona F, Stanaway, Danijela GnjidicFiona M. Blyth, David G. Le CouteurVasi NaganathanLouise WaiteMarkus J. SeibelDavid J HandelsmanPhilip N. Sambrook und Robert G. Cumming, an der University of Sydney bzw. im North Shore Hospital Sydney beschäftigt, sind für eine Studie verantwortlich, die allen Regeln der wissenschaftlichen Methode entspricht und eine fundierte Grundlage für weitergehende Forschungen bereitstellt.

TombstoneAusgangspunkt der Studie ist ein Problem, das die Menschheit seit Anbeginn der Zeitrechnung bewegt: Wie entgeht man dem Tod bzw. konkreter: Wie kann man dem Sensenmann ein Schnippchen schlagen? Eine Reihe von Voruntersuchungen hat in dieser Hinsicht einen Zusammenhang erbracht, der so interessant ist, dass die Antwort auf die ungelöste und Jahrtausende alte Frage endlich im Rahmen des Möglichen erscheint.

Es gibt einen gut belegten Zusammenhang zwischen der Laufgeschwindigkeit und der Todeswahrscheinlichkeit: Je langsamer Menschen laufen, desto höher ist ihre Wahrscheinlichkeit, zu sterben. Diesen gut belegte Befund haben Stanaway und Co-Autoren genutzt, um eine mutige Antizipation zum Ausgangspunkt ihrer Forschung zu machen: Schnellere Laufgeschwindigkeit, so ihre Hypothese, ist eine Möglichkeit, dem Sensenmann zu enteilen.

Doch wie schnell läuft der Sensenmann? Was ist seine durchschnittliche Geschwindigkeit, die man überbieten muss, um ihm zu enteilen?

1705 Männer im Alter von 70 Jahren und mehr haben dabei mitgeholfen, die Antwort auf diese Frage zu finden. Auf einer Strecke von 6 Metern wurde für die Männer ihre mittlere Laufgeschwindigkeit bestimmt. Sie beträgt 0,88 Meter pro Sekunde. Dann wurde die gesundheitliche Entwicklung der Männer über die nächsten 59,3 Monate verfolgt.

266 der Männer sind im Zeitraum dieser 59,3 Monate gestorben, so dass die von Stanaway und Co-Autoren durchgeführten Kurvenanalysen einen eindeutigen Wendepunkt bestimmen konnten, ab dem sich die Todeswahrscheinlichkeit im Verhältnis zur Geschwindigkeit reduziert: 0,82 Meter pro Sekunde!

Grim Reaper sitting

Never sit down!

Wer schneller als 0,82 Meter pro Sekunde läuft, hat eine um den Faktor 1,23 geringere Wahrscheinlichkeit, zu sterben als jemand, der langsamer als 0,82 Meter pro Sekunde läuft. Im Einklang mit der theoretischen Fragestellung und der Ausgangshypothese bedeutet dieses Ergebnis: Der Sensenmann ist mit einer durchschnittlichen Grim walking speed.mediumGeschwindigkeit von 0,82 Metern pro Sekunde unterwegs: Wer ihm dauerhaft enteilen will, muss Zeit seines Lebens eine Laufgeschwindigkeit von mindestens 0,83 Metern pro Sekunde einhalten. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will und verhindern will, vom Sensenmann eingeholt zu werden, für den empfiehlt sich eine Laufgeschwindigkeit von 1,36 Metern pro Sekunde, also ca. 5 Stundenkilometer: „no men walking at speeds of 1.36 m/s (…) or above were caught by Death (n = 22; 1,4%)“ (Stanaway et al., 2015: 1283).

Nachtrag

Angesichts der journalistischen Katastrophe, die sich vor einem Jahr im Zusammenhang mit der Male Idiot Theory eingestellt hat, weisen wir an dieser Stelle darauf hin, dass die von uns besprochene Studie in der Weihnachtsausgabe des British Medical Journal erschienen ist, die in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes ist.

Stanaway, Fiona F. et al. (2015). How fast does the Grim Reaper walk? BMJ British Medical Journal 343(7837): 1282-1283.

Haben Sie Fragen oder Anregungen?
Kontaktieren Sie uns

ScienceFiles ist ein Non-Profit-Blog. Damit wir unser Angebot aufrechterhalten und vielleicht sogar ausbauen können, benötigen wir Ihre Unterstützung
durch eine Spende (via Paypal) durch eine Spende (via Banküberweisung) als ScienceFiles-Clubmitglied
  • Bank: Tescobank plc.
  • Accountname: ScienceFiles-Account
  • BIC: TPFGGB2EXXX
  • IBAN: GB40TPFG40642010588246
  • Kontoinhaber: Michael Klein
  • Bankgebühren umgehen mit Transferwise

Neues vom Klimawandel: Ist der Wahnsinn eine Frau?

Wir kapitulieren wieder einmal vor der Masse der Leserhinweise!

Schon vor gut zwei Jahren haben wir über ein Pamphlet berichtet, das mit dem Titel „Ist der Klimawandel ein Mann“ überschrieben im schulischen Unterricht eingesetzt wird, um Schüler ganz offensichtlich zu indoktrinieren und  – wie man wohl in Anpassung an das trendende Wort der Hetze sagen muss: Geschlechterhetze zu betreiben.

Maßgeblich verantwortlich für das unsägliche und unsäglich dumme Pamphlet war Gotelind Alber, die überall als Diplom Physikerin gehandelt wird und dennoch nichts anderes zu tun scheint, als in Gendernetzwerken Steuergelder einzusammeln.

Prof FacepalmNun hat sich besagte Gotelind Alber wieder zu Wort gemeldet. Nicht, dass sie etwas Neues zu sagen wüsste. Nein. Sie erzählt immer noch denselben Unsinn- nunmehr in der ZEIT. Und wenn Sie sich bislang gewundert haben, warum die ZEIT ihnen fast täglich die eMailBox mit Gratis-Abonnement-Angeboten vollmüllt, nun wissen sie warum. Wer Unsinn druckt, wie den, den Alber von sich gibt, der hat entsprechende Probleme, Leser, die dafür bezahlen wollen, zu finden.

Klimakonferenz: Der Mann als Klimarisiko„, so der Titel eines Beitrags, den man bereits nach diesem Titel aus der Hand legen kann: Fehlschluss der unzulässigen Generalisierung; Fehlschluss der Bejahung des Konsequens: Ein Satz, zwei Fehlschlüsse: Gotelind Alber.

Den Inhalt dessen, was folgt, kann man schnell zusammenfassen: Männer fahren mehr und größere Autos als Frauen, deshalb tragen sie mehr als Frauen zum Klimawandel bei. Zudem essen Männer mehr Fleisch als Frauen und kümmern sich weniger um die Kinder als Frauen, was abermals Männer als verantwortlicher für den Klimawandel auszeichnet.

Dicke Autos, mehr Autofahren und mehr Fleisch, das macht die männliche Umweltsau, während das weibliche Umweltlieschen zuhause sitzt und sich ums Kindlein kümmert.

Oh No!Und so wie der Mann ein Klimarisiko ist, sind es auch die Männer, die mehr fahren als die Frauen. Der Tag an dem Durchschnittswerte auch zum Gebrauch durch Dipl. Physikerinnen freigegeben wurden, die sich als Mitglieder in Gendernetzwerken verdingen müssen, er war ein rabenschwarzer Tag. Der Tag, an dem der Durchschnitt zum normalen und vor allem modalen Rollenbild einer mathematikfeindlichen Genderbewegung geworden ist, die von Standardabweichung noch nichts gehört hat.

Aber lassen wir das, denn die Sprache von Logik und Mathematik, sie ist eine Sprache, die die Diplom Physikerin Gotelind Alber nicht verstehen wird, sie versteht nur Gendersprech.

Damit Männer sich von der ihnen zugewiesenen Rolle des Klimarisikos befreien können, ist es zunächst einmal notwendig, dass Männer nicht mehr zur Arbeit pendeln, dieselbe also niederlegen und entsprechend auch kein Geld mehr nach Hause bringen, von dem Frau und Kind(er) unterhalten werden.

Lkw-Fahrer im Besonderen sind aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen und sich vor allem zu weigern, Waren zu transportieren, die für das Klima schädlich sind. Hier ist in erster Linie an alle Waren zu denken, die zur Kinderpflege und Kinderernährung vorgesehen sind, denn der Mensch ist das größte Klimarisiko: Der Mensch verbraucht Ressourcen, die nicht nachwachsen, er heizt seine Wohnung mit fossilen Brennstoffen, er fährt Auto mit fossilem Brennstoff, er isst Fleisch und verbaut nicht nachhaltige Werkstoffe nicht nur in Kinderzimmern, kurz: Er ist das Klimarisiko par excellence, das es zum Schutz des Klimas zu vermeiden gilt.

Wie die jährliche Statistik zeigt, ist die Notwendigkeit der Nachwuchsvermeidung mitnichten in den Kernbestand des Wissens der Bevölkerung eingegangen. Allein 2014 kamen 714 996 Kinder in Deutschland zur Welt und immer sind es Frauen, die für die Geburt maßgeblich verantwortlich sind, was zeigt: Mütter sind das eigentliche Klimarisiko, über das es in Paris zu verhandeln gilt!

Schluss! Nein, ein Alber geht noch:

„Zu hoffen ist, dass dann der tief in unserer Kultur verwurzelte Mythos von der Beherrschung und Kontrolle der Natur, den der Klimawandel Lügen straft, überwunden werden kann.“

Nach Alber muss man Unsinn neu definieren. Wie seltsam, dass der Mythos der „Kontrolle der Natur“ die Grundlage von nicht nur Berechnung, sondern auch von Gegenmaßnahmen gegen den Klimawandel ist. Wenn es nicht möglich ist, die Natur und damit auch den Klimawandel in Teilen zu beherrschen, wenn dies ein patriarchalischer Mythos ist, was will Alber dann eigentlich?

Wie dem auch sei, nehmt der Diplom Physikerin den Computer weg, jenes Zeichen einer patriarchalischen Naturbeherrschung, schaltet ihr den Strom ab, verweigert ihr die Heizung, denn all das, es sind nur patriarchalische Herrschaftsstrukturen, die den Mythos der Beherrschung der Natur aufrechterhalten sollen, oder war es die Herrschaft der Vernunft über den Wahnsinn?

ScienceFiles ist ein Non-Profit-Blog. Damit wir unser Angebot aufrechterhalten und vielleicht sogar ausbauen können, benötigen wir Ihre Unterstützung
durch eine Spende (via Paypal) durch eine Spende (via Banküberweisung) als ScienceFiles-Clubmitglied
  • Bank: Tescobank plc.
  • Accountname: ScienceFiles-Account
  • BIC: TPFGGB2EXXX
  • IBAN: GB40TPFG40642010588246
  • Kontoinhaber: Michael Klein
  • Bankgebühren umgehen mit Transferwise