Fratze der Boshaftigkeit: Das wahre Gesicht der Gutmenschen (besser: Defizitmenschen)

von Michael Klein

Leute, lehnt Euch zurück!
Das wir ein etwas längerer Post. Und ich gedenke, meiner hegemonial männlichen Wissenschaftlichkeit freien Lauf zu lassen.

ideology of madnessEs ist an der Zeit, eine Grenze zu ziehen. Eine Grenze der Zumutbarkeit, der wissenschaftlichen Lauterkeit, eine Grenze des Anstands. Denn es reicht. Mir reicht es, uns reicht es, und all denen, die Wissenschaft noch ernst nehmen, sollte es langsam auch reichen, denn seit die Genderista und andere Spinner an Universitäten zur Normalität in persona geworden sind, ist es nicht mehr möglich, zu unterscheiden, wo Wissenschaft aufhört und das Irrenhaus anfängt.

Betrand Russell hat einst gefürchtet, dass man den Irren, der sich für ein Rührei hält, nur deshalb verurteilen könne, weil er in der Minderheit sei, und damit u.a. die Notwendigkeit einer klaren Trennung zwischen dem, was als Wissenschaft bezeichnet wird und dem, was keine Wissenschaft ist, angemahnt.

Russell ist tot. Ihm bleibt erspart, womit wir heute konfrontiert sind.

Fünf Tussen und ein Schweiger.
Was waren das noch Zeiten, als Tussen nur zusammen zur Toilette gegangen sind, im Rudel. Heute schreiben sie im Rudel Texte, die sie als Wissenschaft ausgeben wollen.

Texte wie „Nichts als Ideologie? Eine Replik auf die Abwertung rassissmuskritischer Arbeitsweisen“.

“Nichts als Ideologie” ist ein Text, den man als boshaft klassifizieren muss, ein Text, in dem sich ein Rudel aus sechs Autoren jedem, der auch nur ansatzweise etwas von Wissenschaft versteht, in einer Weise ausliefert, die erbärmlich ist, ein Text, dessen einziger Zweck darin besteht, Kritiker der Rassismuskritik zu beleidigen, um auf diese Weise den Anschein, Rassimuskritiker seien eine besonders gute Art Mensch, weiter bestehen lassen zu können. Und ganz so, wie diejenigen, die Rassismus kritisieren, dies letztlich auf rassistischer Basis tun, und somit in der Realität zum Gegenteil des guten Menschen werden, der sie doch vorgeben wollen, zu sein, so zeigen sie auch durch ihre Beschimpfung im Text, dass sie keine guten, keine lauteren und keine anständigen Menschen sind. Es ist, wie schon Erving Goffman geschrieben hat, schwierig eine Fassade in einer sozialen Darstellung aufrecht zu erhalten, die nicht authentisch ist. Und wer andere beleidigt, der ist schlicht kein guter Mensch, der ist … [denkt Euch was].

Das war die Vorrede, nun zur Begründung en detail.

Ist Euch das auch schon aufgefallen, dass Ideologen immer dann, wenn sie kritisiert werden, Zeter und Mordio schreien und behaupten, sie würden abgewertet, diskreditiert oder denunziert? Damit belegen sie eindrücklich, dass sie Ideologen und keine Wissenschaftler sind. Um das zu sehen, muss man sich nur vergegenwärtigen, was ein Wissenschaftler machen würde, der mit Kritik konfrontiert ist.

Nehmen wir einen beliebigen Wissenschaftler, der sich seit Jahren mit einem bestimmten Thema befasst und nun kritisiert wird. Was würde ein solcher Wissenschaftler tun? Würde er Zeter und Mordio schreien, die Kritik als Häresie betrachten, die Kritiker beschimpfen?

Sicher nicht, denn ein Wissenschaftler, der sein Thema kennt, hat sicher bereits über mögliche Kritikpunkte nachgedacht und seine Antworten auf eine entsprechende Kritik im Kopf vorformuliert. Die müsste er nur abrufen, in dem Stil, dass die Kritik von X nicht zutrifft, weil empirisch gezeigt wurde, dass Y der Fall ist: Wäre die Kritik von X richtig, dann müsste aber Z der Fall sein und nicht Y. Oder unser Wissenschaftler würde einen logischen Widerspruch in der Kritik aufzeigen, der die Kritik implodieren oder zumindest in ihrer Tragweite einschränken würde. Oder, letzte Möglichkeit, die Kritik ist fundiert und weist auf einen Aspekt hin, den unser Wissenschaftler nicht bedacht hat. Hochinteressant. Unser Wissenschaftler würde sich auf die Kritik und ihre Implikationen stürzen, er würde die Kritik zu seiner Kritik machen, da sie seine Forschung voranbringt und sein Wissen erweitert. Darum geht es in der Wissenschaft, Wissen zu erweitern. Man nennt das auch Erkenntnisgewinn.

In der Wissenschaft schätzt man also Kritik. Man würdigt sie, freut sich über konstruktive Kritik, Kritik die neue Erkenntnis verspricht, denn Wissenschaft ist ein kumulativer Prozess, in dessen Verlauf immer wieder geprüft werden muss, ob stimmt, was man für richtig hält.

Dagegen fürchten Ideologen Kritik. Sie fürchten Kritik, weil sie kein Wissen, sondern einen Glauben haben. Ideologen arbeiten nicht an Erkenntnis, suchen keine neuen Zusammenhänge, denn sie wissen schon alles. Ihr Projekt heißt Missionierung oder Erziehung oder Zwangserziehung, nicht Erkenntnisgewinn.

Ideologen sind in der Regel keine Intelligenten, sondern kognitiv Zurückgebliebene, die ihren Kernglauben gegen Kritik schützen und immunisieren müssen. Wenn sie das nicht tun, dann ist er nämlich weg, an der Realität gescheitert, als falsch erwiesen oder als unbrauchbar oder als beides. Er ist eben Glaube und nicht Erkenntnis.

Und damit bin ich zurück bei dem oben zitierten Titel „Nichts als Ideologie? Eine Replik auf die Abwertung rassismuskritischer Arbeitsweisen“.

evil-gnomeWenn bereits im Titel Kritik als Abwertung abgewertet wird, dann weiß man schon nach dem Titel: Hier kommt Ideologie. Hier verteidigen sich welche gegen Kritik, die ihnen den Boden unter den Füssen weggezogen hat. Nun schweben sich im kognitiven Vakuum und tun das, was sie am besten können: Beleidigen und Diffamieren. Nur eines fällt ihnen zu keinem Zeitpunkt ein: Argumentieren. Denn das können sie nicht.

Nichts als Ideologie?, so fragen Inci Dirim, Maria do Mar Castro Varela, Alisha M. B. Heinemann, Natascha Khakpour, Doris Pokitsch und Hannes Schweiger, die fünf Tussen und der Schweiger. Auch das ist eine Mode, die in den letzten Jahren immer häufiger wird: Rudelschreiben. Sechs Hanseln werkeln 12 Seiten Text zusammen, jeder zwei Seiten?

Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass Inci Dirim, die in Wien eine Professur am Institut für Germanistik, genau: Deutsch als Fremdsprache besetzt, die von ihr Abhängigen zusammengetrommelt hat, um den Glaubenskatechismus gemeinsam aufzusagen. Heinemann: Assistent am Lehrstuhl von Dirim. Khakpour, Assistent am Lehrstuhl von Dirim, Pokitsch, auch am Lehrstuhl von Dirim, Schweiger, Lehrbeauftragter (der Mann für die Lehrarbeit) am Lehrstuhl von Dirim, eine schöne Machstruktur und in Wien am Institut für Germanistik, am Lehrstuhl Dirim, da hält man es mit Foucault, der Macht als Aushandlungsprozess definiert,. Wie das geht? Einfach: Dirim sagt, was gemacht wird, und die finanziell Abhängigen marschieren mit (um im Bild zu bleiben: Dirim geht zur Toilette, und der Rest geht mit). Bleibt noch Maria do Mar Castro Vareta, Stipendiat der Heinrich Böll Stiftung und Quotenprof unter Missbrauch des Namens von Maria Goeppert also auf Kosten der Niedersächsischen Steuerzahler. Sie haben sich alle zusammengerottet um den zitierten Beitrag zu schreiben, den man im 21. Jahrhundert nicht mehr für möglich gehalten hätte, einen Beitrag, mit dem sie die Rassismuskritik und damit einen Bereich, der weder über empirische Forschung verfügt noch über einen Aussagenkern, aus dem man falsifizierbare Aussagen ableiten könnte, gegen die „Vorwürfe“, Rassismuskritik sei eine Ideologie, zu verteidigen.

Wohlgemerkt Vorwürfe, nicht Kritik. Ein weiterer Beleg dafür, dass wir es mit Ideologen zu tun haben, Ideologen, die sich zu Sätzen versteigen, wie dem folgenden: „Voraussetzung für diese Kritik ist die Annahme einer vermeintlich klaren Unterscheidung und Trennung von Ideologie und Wissenschaft. … Die Polemik gegen Rassismuskritik beruht auf einem Wissenschaftsverständnis, das davon ausgeht, dass Wissenschaft wertungs- und haltungsfrei, also ‚objektiv‘ sein könne“ (Polemik, nicht Kritik!).

Ok. Wir leben im Jahr 55 nach dem Ende des Werturteilstreits. Wir leben im Jahr 82 nach Veröffentlichung der Logik der Forschung und im Jahr 109 nach der Gründung des Wiener Kreises. Die Erkenntnis, dass es eine klare und definierbare Grenze zwischen Wissenschaft und Ideologie gibt, sie sitzt immer noch nicht, nicht in Wien, bei den Germanisten, die Deutsch als Zweitsprache betreiben.

Popper GrundproblemeAber es ist so. Es gibt klare Abgrenzungskriterien, die Wissenschaft von Ideologie trennen. Popper hat sie in seinem Buch „Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie“ beschrieben, im Wiener Kreis wurden sie hinlänglich, nämlich über drei Jahrzehnte diskutiert, im Werturteilsstreit wurden sie auch dem letzten Blockhead eingehämmert und dennoch gibt es Personen, die von sich behaupten, sie seien Wissenschaftler und behaupten, man könne Wissenschaft nicht von Ideologie trennen.

Doch, das kann man, jedenfalls dann, wenn man Russell seinen Frieden gönnt und nicht als Rührei gelten will. Dann nämlich weiß man, dass wissenschaftliche Aussagen nachvollziehbar, prüfbar und falsifizierbar sein müssen. Alles, was das nicht ist, ist eben keine wissenschaftliche Aussage. Nun kann man Aussagen, die nicht prüfbar sind, natürlich entwickeln, so dass sie prüfbar werden oder indirekt prüfen, was man jedoch nicht kann, ist zu behaupten, dass es nicht möglich sei, Wissenschaft und Ideologie zu trennen. Und das genau behaupten die fünf Tussen und der Schweiger.

Und im Jahr 109 nach Gründung des Wiener Kreises muss man sich mit Fragen der Objektivität auseinandersetzen, weil es immer noch Idioten gibt, die denken, es gäbe andere, die seien so dumm wie sie selbst und würden behaupten, Wissenschaft sei objektiv. Wozu hat sich Hans Albert abgemüht, Wahrheit als regulative Idee zu bestimmen. Wozu hat sich Karl Raimund Popper die Finger wund geschrieben, um dazulegen, dass Wissenschaft nicht Wahrheit oder Objektivität erreichen könne, aber beides anstreben müsse. Wozu haben Ernst Topitsch oder Karl Acham Argument um Argument aufgereiht, um die Trennung zwischen Erkenntnis- und Begründungszusammenhang auch noch dem letzten Nixraff verständlich zu machen. Damit auch der langsamste unter den Denkern versteht, dass man seine Interessen und Haltungen und Einstellungen als Wissenschaftler gerne haben kann, so lange man sicherstellt, dass die Ergebnisse, die man produziert, prüfbar und nachvollziehbar sind, damit auf diese Weise und über den Weg der Kritik, andere prüfen und nachvollziehen und eventuell kritisieren können, dass die entsprechenden Ergebnisse die Einstellungen des Forschers, nicht aber die Realität widerspiegeln?

Nein, im Jahre 2016 gibt es fünf Tussen und einen Schweiger, die von alledem nichts wissen und ansonsten die Rassismuskritik gegen Kritik, nein, gegen “Vorwürfe” verteidigen wollen, also dagegen, dass festgestellt wird, Rassismuskritik basiere auf nicht prüfbaren Annahmen, mache keine Aussagen über die Wirklichkeit, die falsifizierbar seien, und sei in weiten Teilen nicht nachvollziehbar, weil selbstwidersprüchlich, sei eine Ideologie. Und diese Kritik wollen sie dadurch entkräften, dass sie einen Ladenhüter auspacken, der selbst Thomas von Aquin ob seiner Antiquiertheit die Schamesröte ins Gesicht treiben würde: Es gebe keine positionsunabhängige Wissenschaft.

Warum sollte man ein Interesse daran haben, Aussagen zu verteidigen, die nicht prüfbar und nicht nachvollziehbar sind, Aussagen, die nichts Prüfbares über die Realität aussagen und auch nichts über die Realität aussagen wollen? Warum sollte man darauf beharren, dass der Erkenntnisprozess und alle Erkenntnisse von Ideologie durchtränkt sind und diesen Wahnsinn noch dadurch steigern, dass man die Verwendung der Methoden verweigert, die Ideologie identifizieren und beseitigen können?

Einfach: Weil man ein Ideologie ist. Und das sind die sechs Rudelautoren dann auch, Ideologen, Ideologen der besonderen Art: Gutmenschen.

Sie haben sich kein Fach ausgesucht und keine Position an der Universität angestrebt, weil sie Erkenntnis suchen, weil sie ein Projekt verfolgen und einfach wissen wollen, nein, sie haben sich, um eine Position an der Universität bemüht, um sich als Wissenschaftler ausgeben und den entsprechenden Status erheischen zu können, einen Status, den es, wegen Ideologen wie Dirim und den von ihr Abhängigen nicht mehr gibt. Sie haben sich einen Gegenstand gesucht, der nicht harte Arbeit und Kenntnis von Methoden und Verfahren, am Ende noch statistischer Verfahren bedarf, sondern einen Gegenstand mit warm glow, von dem sie erwarten, dass er auf sie übergeht: Rassismuskritik. Eine Selbst-Inszenierung als Rassismuskritiker, so die Idee, mache sie zum guten Menschen, zeige ihre moralische Überlegenheit und täusche über das vollkommene Fehlen jeglicher Kompetenz und Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten hinweg.

Und dann ernten sie Kritik. Dann kommt jemand und kratzt an der Fassade, hinterfragt die wissenschaftlichen Grundlagen von Rassismuskritik, wie das z.B. Dr. habil. Heike Diefenbach getan hat, in einem konstruktiven Text, der nicht nur Rassismuskritik fundiert kritisiert, sondern Vorschläge enthält, wie man Rassismuskritik zu einer Wissenschaft machen könnte, ein vielgelesener Text, der allein von ScienceFiles und noch vor seiner Veröffentlichung im von Karim Fereidooni und Meral El herausgegebenen Sammelband „Rassismuskritik und Widerstandsformen“ von mehr als 4.000 Lesern (ohne die Downloads über Academia.edu oder Researchgate) heruntergeladen wurde.

Wären die sechs Verschwörer gegen die Wissenschaft Wissenschaftler, der Text von Dr. habil. Heike Diefenbach hätte sie erfreut, die Kritik herausgefordert, die Vorschläge, wie man Rassismuskritik weiterentwickeln kann, sie hätten sie zu ihren gemacht und an ihrem Erkenntnisinteresse gearbeitet. Aber die fünf Tussen und der Schweiger, sie sind keine Wissenschaftler, sie sind Ideologen, für die jeder Widerspruch bedrohlich und jede Kritik existenzbedrohend ist. Entsprechend fällt die normale Reaktion eines Wissenschaftlers, wie sie oben beschrieben wurde, aus. Es bleibt die Reaktion des Ideologen, des kognitiven Defizitwesens, das nicht in der Lage ist, konstruktiv mit Kritik umzugehen und nur einen Modus kennt, um auf Kritik zu reagieren: aufgeregtes Hyperventilieren (akademisierte Hatespeech).

Hier eine kurze Beschreibung der grassierenden Paranoia unter diesen Defizitwesen:

SF_Rassismus_coverKritik wird zur Abwertung, zur Diskreditierung, kritische Hinweise werden zu Vorwürfen, zum Rundumschlag, die Anliegen der Rassismuskritik sie werden “bagatellisiert”, die „Dilemmata und Widersprüche“, die zeigen, „wie wichtig die Auseiandersetzung im Sinne einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der eigenen Positionen für eine selbstreflexive Praxis“ sind, so wird gejammert, würden als Immunisierungsstrategie bezeichnet und so lamentieren sie weiter und weiter. Nur eines machen sie nicht: Ein Argument. Wie auch? Argumente machen Wissenschaftler. Ideologen beleidigen, diffamieren und werten Andersdenkende ab, so wie die fünf Tussen und der Schweiger dies tun. Und dabei fällt dann die Inszenierung des Gutmenschen in sich zusammen und die Fratze der Boshaftigkeit tritt hervor, das wahre Gesicht der Ideologen, die durch alles, was anders ist, gefährdet sind, weil alles, was anders ist, droht, ihre kognitiven Defizite zu Tage zu befördern. Defizitär wie sie nun einmal sind, fällt ihnen nur die Beleidigung des Häretikers ein.

Es ist schon seltsam. Sie können seitenweise darüber jammern, dass ihnen, den Rassismuskritikern, etwas unterstellt würde, dass sie am Maßstab der Wissenschaft gemessen würden, dass ihre „reflexive Praxis“, also das: “Ich stell‘ mir etwas vor und behaupte etwas und wenn es nicht passt, dann behaupte ich, dass die reflexive Praxis noch nicht abgeschlossen ist”, nicht ausreichend gewürdigt werde, sie jammern und zetern, Seite um Seite und kommen nicht im Traum auf die Idee, sie könnten die Kritik, die an ihre Adresse gerichtet wird, zu entkräften versuchen. Nein, auf die Idee kommen sie nicht, so wie Islamisten nicht auf die Idee kommen, ihre abstruse Version des Koran kritisieren zu lassen. Wer sie kritisiert, ist eben ein infidel, ein Ungläubiger, der mit bösen Strategien und vom Teufel geschickt, unterwegs ist. Bei den fünf Abhängigen von und Inci Dirim ist das genau so: Wer sie kritisiert, wer die heilige Lehre der Rassismuskritik kritisiert, der ist des Teufels, ein Ungläubiger, einer, der eine Strategie verfolgt, um die Rassismuskritik abzuwerten.

Und weil das noch nicht reicht, kommt die Krönung der Idiotie in den folgenden Worten:

„Heike Diefenbach beispielsweise arbeitet in ihrem Rundumschlag mit Unterstellungen und nicht belegten Behauptungen über die Konzepte, Positionen und Forschungen von Wissenschaftler_innen, die rassismuskritisch arbeiten. Ihre Lektüre rassismuskritischer Texte ist äußerst selektiv, vereinfachend und tendenziell abwertend“ (89)

Ob derartiger Text den Tatbestand der Verunglimpfung erfüllt, das dürfen gerne die vielen Anwälte unter unseren Lesern prüfen. Dass die fünf Tussen und der Schweiger hier projizieren, sind sie doch diejenigen, die keinerlei Beleg für ihre Behauptungen, wie z.B. die hier zitierten, bringen, ist offenkundig und wohl Ergebnis eines geistigen Defekts. Ich habe selten einen konstruktiveren und besser belegten Text als den von Dr. habil. Heike Diefenbach zum Thema „Rassismuskritik“ gelesen. Dass alle Aussagen im Text von Heike Diefenbach auch ausführlich mit entsprechenden Textstellen belegt sind, davon kann sich jeder, der des Lesens kundig ist, selbst versichern. Bleibt noch der Vorwurf der Selektivität, ein Vorwurf, wie er aus Reihen der Genderista häufig zu hören ist, die dann, wenn sie keine Antwort auf Kritik wissen, zuweilen behaupten, der Kritiker habe die Tiefe der Gedanken der Genderista nicht verstanden, habe sich nicht weit genug in den Gendersumpf begeben, sei eben selektiv. [Der Fehlschluss dahinter lautet entsprechend: Wenn man lange genug in Scheisse gewühlt hat, dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, keine Scheisse zu finden.]

Natürlich ist Kritik selektiv. Jeder Beitrag, der jemals in der Wissenschaft geschrieben wurde, ist selektiv. Menschen sind keinen allwissenden Geister, wie sie William Poundstone für eines seiner Gedankenexperimente extra erfinden musste, sondern in ihren Ressourcen begrenzt. Entsprechend ist jeder Text eine Auswahl, eine Momentaufnahme der Wirklichkeit und somit notwendigerweise selektiv. Wer dies wie Genderista und die fünf Tussen plus der Schweiger anderen zum Vorwurf machen will, zeigt nur und einmal mehr, dass er ein Gläubiger ist, ein Ideologe, der an einer Hochschule wirklich überhaupt nichts verloren hat. Und wenn er seinen Vorwurf, andere seien selektiv mit der Bemerkung abschließt: „Auf die unterschiedlichen Strategien zur Diskreditierung der Rassismuskritik soll hier nicht im Detail eingegangen werden“, dann macht er sich damit nur noch lächerlich. Wobei ich nicht weiß, ob Lächerlichkeit noch ein Attribut ist, das den Status der fünf Tussen und des Schweigers wesentlich beeinträchtigen kann. Ganz unten geht es in der Regel nicht mehr tiefer.

Warum Gläubige wie die Sekte um Dirim unbedingt an Universitäten sitzen wollen, warum sie unbedingt als Wissenschaftler erscheinen wollen – ich habe keine Ahnung. Vermutlich ist es leichter, an Steuergelder zu kommen, wenn man sich als Wissenschaftler an einer Hochschule ausgibt, als es wäre, wenn man sich als Religionsvertreter an einer Hochschule zu erkennen gäbe.

Bedrückend ist jedoch die Boshaftigkeit, mit der die fünf Tussen und der Schweiger auf die Kritik reagieren, wohlgemerkt es ist Kritik, keine Abwertung, keine Vorwürfe und keine Bagatellisierung (schon weil man Rassismuskritik nicht bagatellisieren kann). Das sie nicht auf die Idee kommen, Kritik konstruktiv zu bearbeiten, in der oben beschriebenen Weise, identifiziert sie als Ideologen, die schlicht und ergreifend keinerlei Ahnung davon haben, was Wissenschaft ausmacht. Dass sie ihre Ideologie auf eine Art und Weise verteidigen wollen, die jeden Anstand, jede wissenschaftliche Lauterkeit und jedes Maß an moralischer Restriktion vermissen lässt, ist eine andere Sache, eine Sache, die beklommen machen muss, lässt sie doch Schlüsse auf den geistigen Zustand und den menschlichen Wert derer zu, die in Wien auf Studenten losgelassen werden. Es ist, als blickte man in einen Abgrund, einen Abgrund der Boshaftigkeit, mit der entsprechenden Fratze, dem wahren Gesicht der Defizitmenschen am Boden.

Dirim, Inci & fünf abhängige Autoren (2016). Nichts als Ideologie? Eine Replik auf die Abwertung rassismuskritischer Arbeitsweisen. In: do Mar Castro Varela, Maria & Mecheril, Paul (Hrsg.). Die Dämonisierung der Anderen. Rassismuskritik der Gegenwart. Bielefeld: transcript, S.85-97.


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Junk Science: Enthemmte Mitte oder enthemmte Akademiker?

Alle zwei Jahre wieder, kommt sie auf uns nieder: die Mitte-Studie, in der sich Medizin- und Patchworksoziologen der Universität Leipzig, um Elmar Brähler an empirischer Sozialforschung versuchen. Die Mitte-Studie des Jahres 2012 haben wir bereits unter der Überschrift “Die Konstruktion des Rechtsextremismus” analysiert. Die 2014-Auflage der Mitte-Studie haben wir uns erspart. Die 2016-Auflage müssen wir wieder zur Kenntnis nehmen, als Reaktion auf sozialen Druck, der über unsere Mailbox ausgeübt wird. Ok. Wir analysieren die Mitte-Studie!

junk_scienceEine Veränderung vorweg: Nicht mehr die Friedrich-Ebert-Stiftung, sondern ein Konglomerat aus Heinrich-Böll-Stiftung (Grüne), Otto-Brenner-Stiftung (Gewerkschaft) und Rosa-Luxemburg-Stiftung (LINKE) hat sich dieses Jahr bereiterklärt, die Kosten der Mitte-Studie zu übernehmen. Die Kosten allein für die Durchführung der Befragung, die zu 2.420 verwertbaren Interviews geführt hat, dürften bereits mehrere 100.000 Euro betragen. Es ist also auch 2016 wieder sichergestellt, dass Steuermittel in großem Umfang für die Mitte-Studie verbrannt werden, verbrannt deshalb, weil mit der Studie keinerlei wissenschaftlicher, sondern ausschließlich ideologischer Nutzen verbunden ist (Sofern man im Zusammenhang mit Ideologien überhaupt von Nutzen sprechen kann). Ideologischer Nutzen muss damit verbunden sein, sonst würden ihn nicht die drei linken Vereine von Parteien und Gewerkschaft mit den Steuergeldern bezahlen, die ihnen zugeschustert werden – oder handelt es sich hier nur um eine schlechte Angewohnheit?

Erhebungsmethoden

Die Mitte-Studie ist eine der Studien, die von sich behaupten, sie seien repräsentativ. Das an sich, ist bereits Unsinn, wie wir an anderer Stelle gezeigt haben. Im vorliegenden Fall kommen noch einige Irrtümer hinzu, die die Autoren wie folgt darlegen:

“Je größer die Stichprobe, desto geringer ist die Fehlerwahrscheinlichkeit. Das wichtigste Merkmal einer repräsentativen Erhebung ist allerdings, dass jedes relevante Merkmal in der Bevölkerung die gleiche Chance hat, in die Stichprobe einzugehen.“ (Decker et al., 2016: 25).

Enthemmte AkademikerZwei Sätze, zwei Fehler. Mit zunehmender Größe einer Stichprobe sinkt die Fehlerwahrscheinlichkeit nicht, denn die Fehlerwahrscheinlichkeit hat zunächst einmal nichts mit dem Umfang der Stichprobe, sondern mit der Qualität der Stichprobe zu tun: Wenn es gelingt, drei Deutsche zu finden, die so mittelmäßig sind, dass sie regelmäßig genau die Angaben zu Fragen machen, die die Mehrheit der Bevölkerung macht, dann ist die Fehlerwahrscheinlichkeit, also die Wahrscheinlichkeit, dass die Stichprobe die zugrundeliegende Population nicht abbildet, sehr gering. Wenn ich dagegen 5000 Mitglieder der Antifa zu Fragen des Anstands und der Moral befrage, werden am Ende der Befragung Ergebnisse stehen, die sehr weit von dem abweichen, was in der Mehrheit der Bevölkerung mit Anstand und Moral verbunden wird. Die Fehlerwahrscheinlichkeit ist also hoch. Kurz: Die Leipziger Mediziner haben nicht viel Ahnung von empirischer Sozialforschung.

Das macht auch der Folgesatz deutlich, der von „relevanten soziodemographischen Merkmalen“ spricht. Dummerweise weiß man immer erst hinterher, welche Merkmale relevant für eine bestimmte Fragestellung sind. Wüsste man es bereits vorher, man müsste gar keine Befragungen durchführen. Abermals erzählen die Autoren Unsinn. Die Mär der Repräsentativität, sie behauptet, dass jedes Element der Grundgesamtheit, also im vorliegenden Fall, jeder, der in Deutschland lebt, die gleiche Wahrscheinlichkeit hat, in die Mitte-Befragung zu gelangen.

Auch hinter dem eigenen Anspruch, eine repräsentative Stichprobe der Gesamtbevölkerung gezogen zu haben, bleiben die Autoren und USUMA, ihr Umfrageinstitut aus alter Verbundenheit, zurück: Ihre Stichprobe hat verhältnismäßig zu viele junge (unter 45 Jahre) und alte (über 65 Jahre) Befragte, zu viele Frauen (55,3%), zu viele Geschiedene und zu wenige Befragte ohne einen Schulabschluss, gemessen an der Verteilung der entsprechenden Gruppen in der Gesamtbevölkerung. Und dies ist nur das Ergebnis einer kursorischen Prüfung.

Fazit zu den Erhebungsmethoden: Dilettantismus.

Befragungsmethoden

Die Mitte-Studie will vornehmlich „Rechtsextremismus“ messen. Rechtsextremismus ist der Verkaufsanker, der Köder, an dem sich die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten mit Sicherheit festbeißen, und der Köder, der öffentlich-rechtliche Medienanstalten wie die ARD, die Ergebnisse der Mitte-Studie nur zu gerne und ohne Prüfung übernehmen sieht (immer vorausgesetzt, Journalisten bei öffentlich-rechtlichen Medien stellen keine Negativauswahl dar, die zur Prüfung der entsprechenden Ergebnisse gar nicht in der Lage sind.).

Rechtsextremismus wird in der Mitte-Studie völlig ungewöhnlich und wie folgt definiert:

“Der Rechtsextremismus ist ein Einstellungsmuster, dessen verbindendes Kennzeichen Ungleichwertigkeitsvorstellungen darstellen. Diese äußern sich im politischen Bereich in der Affinität zu diktatorischen Regierungsformen, chauvinistischen Einstellungen und einer Verharmlosung bzw. Rechtfertigung des Nationalsozialismus. Im sozialen Bereich sind sie gekennzeichnet durch antisemitische, fremdenfeindliche und sozialdarwinistische
Einstellungen. (Decker & Brähler, 2006)“(Decker et al., 2016: 29)

Die angeblichen Wissenschaftler sind nicht einmal in der Lage, sich selbst korrekt zu zitieren. Da es sich um ein wörtliches Zitat handelt, ist eine Seitenangabe aus Decker und Brähler zwingend notwendig. In jedem Einführungskurs in die Quellenkunde wären die Autoren durchgefallen, und Friedrich Kahlenberg würde in seinem Bundesarchiv rotieren, wenn er noch in seinem Bundesarchiv wäre.

Abgesehen davon wird Rechtsextremismus also als Oberismus einer Reihe von Unterismen definiert. Jeder der Unterismen wird sodann gemessen, und zwar anhand von je drei Items.

Die hohe Kunst der Befragung, sie hat eine Reihe von No-Goes definiert, d.h. von Arten und Weisen des Vorgehens und der Formulierung von Fragen, die ein lauterer Wissenschaftler vermeidet. Decker et al. meiden die entsprechenden Vorgehensweisen nicht. Man findet sie fast alle versammelt.

Holm_Alle Aussagen, denen die Befragten zustimmen können oder nicht, werden mit fünf Antwortoptionen präsentiert: „lehne völlig ab“, „lehne überwiegend ab“, „stimme teils zu teils nicht zu“, „stimme überwiegend zu“, „stimme voll und ganz zu“. Sobald es an die Auswertung geht, sind drei der fünf Antwortoptionen verschwunden, die Ergebnisdarstellung beschränkt sich weitgehend auf die Optionen „stimme überwiegend zu“ und „stimme voll und ganz zu“ und beide Optionen werden der Einfachheit halber zusammengefasst. Das ist eine der Unsitten der empirischen Sozialforschung, die häufig durch zu geringe Fallzahlen bedingt ist. Warum, so muss man fragen, wird mit „Likert-Skalen“ erhoben, wenn das erste, was bei der Auswertung verschwindet, eben jene Likert-Skala ist? Zur Erinnerung: Likert-Skalen sind mit Blick auf die Auswertung der Daten entwickelt worden, nicht mit Blick auf die Erhebung der Daten. Aber das wissen die Mannen um Brählert offensichtlich nicht.

Grundsätzlich ist das Zusammenfassen von Antwortkategorien ein zulässiges Verfahren, jedenfalls dann, wenn die Aussagen, denen Befragte zustimmen oder die sie ablehnen sollen, entsprechend eindeutig formuliert sind. Das sind sie im vorliegenden Fall aber nicht.

  • „Die Ausländer kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen.“
    „Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet.“

Beide Aussagen sollen Ausländerfeindlichkeit messen. Wenn ein Befragter nun „stimme überwiegend zu“ zur ersten Aussagen als seine Antwortoption angibt, dann kann hinter dieser Angabe die Überlegung stehen, dass nicht alle Ausländer nach Deutschland kommen, um „unseren Sozialstaat auszunutzen“. Der entsprechende Befragte hätte sich somit an dem Wörtchen „nur“ gestört und mit Recht so, denn das Wörtchen „nur“ macht aus der Frage eine eine unzulässige Suggestivfrage, die darauf abzielt, entsprechende „affektuelle Reaktionen hervorzurufen“, wie Kurt Holm (1986: 64) das nennt. Man muss also annehmen, dass Befragte, die „überwiegend zustimmen“, die suggestive Ladung der Frage erkannt haben und ablehnen. Sie mit Befragten, die affektuell im vollen Umfang und damit so, wie suggeriert reagieren und „voll und ganz zustimmen“ zusammenzuwerfen, ist eine Manipulation der Ergebnisse, die den Ethikkrat der Profession beschäftigen müsste, wenn der entsprechende Ethikrat ein Ethikrat und kein Feigenblatt wäre.

Die selbe Argumentation kann im Hinblick auf die zweite Aussage anhand der Qualifikation „gefährlich“ vorgenommen werden. Wieder kommt man zu dem Ergebnis, dass die Daten von Decker et al. mit ihrer Zusammenfassung in einem nicht zulässigen Maß manipuliert wurden.

Noch ein paar Beispiele aus dem Schattenreich der suggestiven Fragen:

  • “Auch heute noch ist der Einfluss der Juden zu groß“:
    Setzt voraus, dass der Einfluss der Juden einst zu groß war.
  • “Es gibt wertvolles und unwertes Leben.“Formuliert eine Bigotterie, wie sich nicht zuletzt daran zeigt, dass viele Menschen kein Problem damit haben, Tiere zu fressen und damit tierisches Leben zu vernichten, das sie wohl als unwert zu weiterem Leben angesehen haben.
  • “Die Juden haben einfach etwas Besonderes und Eigentümliches an sich und passen sich nicht an“: Aus der Trickkiste der mehrfachen Stimuli, aus denen sich der Forscher aussuchen kann, was er gerne hätte. Sind die Befragten, die hier zustimmen, nun der Ansicht, Juden hätten etwas Besonderes an sich oder etwas Eigentümliches oder etwas Besonderes und etwas Eigentümliches? Sind die Befragten der Ansicht, sie würden sich wegen diesem Besonderen oder wegen diesem Eigentümlichen oder wegen beiden nicht anpassen oder der Ansicht, dass sich Juden unabhängig von Besonderem und Eigentümlichem nicht anpassen?

Jedem Methodenlehrer an einer Universität, der sich mit Frageformulierungen befasst, müssen angesichts dieser kategorialen Fehler bzw. dieser angewendeten Manipulationstechniken die Haare zu Berge stehen. Bei Decker et al. stehen die Haare sicher nicht zu Berge, nicht einmal die Schamesröte wird sie ereilen – das ist eine Prognose mit einer Fehlerwahrscheinlichkeit von weniger als 5% (auf eine F-Verteilung bezogen).

Der größte Hammer, der letztlich ganz deutlich zeigt, dass es bei der sogenannten Mitte-Studie einzig darum geht, Daten zur ideologischen Verwendung zusammenzustellen und damit die Befragten, die bereitwillig an der Befragung teilgenommen haben, zu missbrauchen, findet sich in den Tabellen 3 bis 8. Sie alle stellen Ergebnisse für Ost und West, für Abitur oder kein Abitur, für Altersgruppen oder letzte Partiwahl etc. dar, und zwar für „Befürwortung Diktatur“, „Chauvinismus“, „Ausländerfeindlichkeit“, „Antisemitismus“, „Sozialdarwinismus“, „Verharmlosung Nationalsozialismus“.

Wie sich vielleicht der ein oder andere Leser noch erinnert, definieren Decker und Brähler Rechtsextremismus als Oberismus über den hier genannten Unterismen. Rechtsextremismus setzt sich also nach ihrer eigenen Definition aus den sechs Unterismen zusammen, ist eine Kombination aus ihnen.

Ihre eigene Definition haben sie offensichtlich vergessen, wenn es darum geht, die Ergebnisse mit dem, was man wissenschaftliche Lauterkeit nennt, darzustellen. Statt Rechtsextremismus als Kombination der sechs Unterismen darzustellen, erwecken die Autoren den Eindruck, Rechtsextremismus ergebe sich schlicht durch Addition der sechs Ismen. Sie suggerieren ihren Lesern, es seien im Kern immer die gleichen Befragten, die den Unterismen von Rechtsextremismus zustimmen (oder schlimmer noch, man könne die Unterismen addieren, um zum Ausmaß an Rechtsextremismu zu gelangen). In Tabelle 3 wird z.B. von 2.1% der Befragten behauptet, dass sie den Nationalsozialismus verharmlosen würden. Die Darstellung suggeriert, dass sich diese 2.1% auch unter denen finden, die Sozialdarwinismus, Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, Chauvinismus und Diktatur befürworten. Und das ist falsch. Würden die Autoren ihren eigenen Anspruch einlösen und die sechs Unterismen zu Rechtsextremismus zusammenfassen, es gingen Ihnen reihenweise Befragte verloren, d.h., sie stünden am Ende mit vielleicht 2% Rechtsextremen nach ihrer eigenen Definition da und mit vielleicht 5%, die man mit viel gutem Willen als dem, was Decker et al. als Rechtsextremismus gemessen zu haben glauben, nahe stehend ansehen könnte. Immer vorausgesetzt, man kann die Zusammenfassung der Antwortkategorien und die Art und Weise der Formulierung der Aussagen rechtfertigen. Das kann man aber nicht, wie wir bereits dargelegt haben.

Ganz nebenbei ist es in der empirischen Sozialforschung ein Muss, für die Skalen, von denen man behauptet, man habe sie gemessen, auch zu prüfen, ob man sie tatsächlich gemessen hat. Entsprechende Methoden finden sich unter dem Stichwort “Reliabilität”. Wenig verwunderlich finden sich in der Mitte-Studie, der anscheinend völlig enthemmten Leipziger Akademiker, keinerlei Hinweise darauf, dass ein Reliabilitätstest durchgeführt worden wäre, so dass man davon ausgehen muss, dass die Autoren zwar behaupten, z.B. Chauvinismus gemessen zu haben, ihre Operationalisierung der latenten Variable “Chauvinismus” aber nicht reliabel ist, d.h. sie haben irgend etwas gemessen.

Schnell hill esserDie neue Mitte-Studie ist somit ein weiteres Beispiel dafür, dass angebliche Wissenschaftler gerne bereit sind, die ideologische Schmutzarbeit für ihre Auftraggeber zu erledigen bzw. dass sie so mit Ideologie angefüllt sind, dass sie gar nicht merken, wem sie freudig zu Willen sind. Es finden sich so ziemlich alle Techniken der suggestiven und manipulativen Befragung, die lautere Wissenschaftler meiden wie die Pest, es findet sich eine unlautere Zusammenfassung der Antworten, die Befragte gegeben haben und somit ein Missbrauch der Befragten und es finden sich suggestive Darstellungsweisen, die das Phänomen, das man angeblich gemessen haben will, aufblasen wie einen Luftballon auf dem Jahrmarkt. Nur eines findet sich in der gesamten „Mitte-Studie“ nicht: Eine Operationalisierung von Mitte und eine enthemmte Mitte findet sich auch nicht. Der Begriff, ist wohl dazu gedacht, die Naiven in den Redaktionen der Medien zu ködern. Mit Erfolg wie sich zeigt. Auf den gesamten mehr als 200 Seiten des Machwerks findet sich der Begriff der „enthemmten Mitte“ nicht ein einziges Mal. Er findet sich ausschließlich in der Überschrift des Machwerks und in den Medien.

In der DDR war es üblich, Wissenschaft daran zu identifizieren, dass sie im ideologischen Einklang mit dem herrschenden Marxismus-Leninismus steht. Da einige der Autoren der Mitte Studie eine DDR-Sozialisation erfahren haben, hat sich bei Ihnen offensichtilch noch nicht der mit dem Ende der DDR verbundene soziale Wandel in der Wissenschaft herumgesprochen, der es unnötig macht, die eigenen Ergebnisse anhand von ideologischen Vorgaben aufzubügeln, um dann ein Fleißkärtchen von seinen Auftraggebern zu erhalten.

Der Alte Mann hat sich in seinem Blog auch zum Thema geäußert.

 


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Zwergenaufstand: Wenn angeblich kritische Wissenschaftler_Innen hoaxen

Derzeit geht ein Hoax durchs Internet. Hereingefallen auf den Hoax sind die Veranstalter des Center for Metropolitan Studies an der TU-Berlin und die Herausgeber der Zeitschrift Totalitarismus und Demokratie. Ihnen wurde zunächst ein Vortrag und dann ein Beitrag untergeschoben, in dem es um die “Gewaltgeschichte im Jahrhundert der Extreme” geht, gezeigt am Beispiel des Schäferhunds.

Vortrag wie Beitrag sind eine Ansammlung von Unsinn über den ersten Mauertoten, den Polizeihund “Rex” und darüber, dass sich der Stammbaum der DDR Grenzschäferhunde bis zu den Nazi-Schäferhunden zurückverfolgen lasse. Im Bericht über die Tagung “Tiere und Ihre Heimat” hat der Vortrag, den eine erfundene Christiane Schulte von der Ruhr-Universität in Bochum gehalten hat, den folgenden Niederschlag gefunden:

deutsch deutsche Schaeferhunde“CHRISTIANE SCHULTE (Bochum) berichtete aus ihrem Forschungsprojekt über den deutsch-deutschen Schäferhund im 20. Jahrhundert. Der Schäferhund spielte einerseits als Projektionsfläche menschlicher Staatsgewalt und anderseits als „Nutztier“ diktatorischer Regime eine Rolle. Schulte deckte dabei weitreichende Kontinuitäten, sowohl was die Funktion der Hunde als Instrumente totalitärer
Staatsgewalt als auch die züchterische Generationsfolge betrifft, auf. Schwerpunkt
ihres Vortrages waren die über 5.000 Hunde der DDR-Grenztruppen und hier vor allem die Hunde an den Laufleinen, die als „lebende Grenzsicherungsobjekte“ die Unüberwindbarkeit der innerdeutschen Grenze sicherstellen sollten. Schulte konnte anhand vieler Beispiele ihre These belegen, dass trotz des eingeschränkten Handlungsspielraums der „Kettenhunde“, jene durchaus „eigen-sinniges Verhalten“ an den Tag legten, das dem Grenzregime zuwiderlief.”

Dass es an deutschen Universitäten Unsinn gibt, viel Unsinn, dass unter dem Deckmantel des Postmodernismus das vor allem aus Frankreich stammende pseudo-philosophische Wortgeklingel eines Jacques Derrida, eines Felix Guattari, eines Jacques Lacan oder eines Bruno Latour, das geeignet ist, selbst ansatzweise vernünftiges Denken in einem Meer unsinniger Sätze zu ertränken, auch in Deutschland Fuss gefasst hat, das ist keine Neuigkeit. Dass es gerade in Deutschland ganze Fachbereiche gibt, die dem Unsinn als ihrem Fetisch huldigen, das ist ebensowenig eine Neuigkeit. Die Dokumente sprachlicher Verwirrung, die in großer Zahl in Gender Studies, Cultural Studies oder anderen Varianten der postmodernen Denkverweigerung produziert werden, ihre Fetische des weißen Mannes, der wahlweise die Erde mit Kolonialismus oder dem Patriarchat, das es nie gegeben hat, verwüstet, sie sind weithin bekannt. Was also ist so wichtig, als dass es einen neuen Wissenschaftshoax begründen würden, einen, in dessen Zentrum kein methodisches, sondern ein inhaltliches Ziel steht?

Beginnen wir im Jahr 1996, dem Jahr, in dem Alain Sokal seinen Beitrag “Transgressing the Boundaries: Toward a Transformative Hermeneutics of Quantum Gravity” in der Zeitschrift “Social Text” veröffentlicht hat. Dieser Text, einer der klassischen Texte für einen wissenschaftlichen Hoax, er ist eine Ansammlung von Zitaten berühmter französischer und amerikanischer angeblicher Philosophen der Postmoderne. Sokal hat den “Glue” geliefert, der die Zitate in all ihrer Absurdität und Falschheit aneinanderreiht.

Das Ziel, das Sokal mit seiner Aktion verfolgt hat, besteht aus vier Teilzielen:

  • SokalEr wollte zeigen, dass sich postmoderne vermeintliche Denker naturwissenschaftlicher Theorien bedienen, von denen sie nicht einmal eine rudimentäre Ahnung haben.
  • Er wollte zeigen, dass Begriffe aus den Naturwissenschaften in die Sozialwissenschaften übernommen werden, ohne dass es dazu eine Rechtfertigung gibt, ohne dass sich damit ein Sinn verbindet.
  • Er wollte diejenigen, die durch eine Zurschaustellung von Halbbildung zu beeindrucken suchen, als die wissenschaftlichen Hochstapler enttarnen, die sie nun einmal sind.
  • Er wollte zeigen, wie im Grunde bedeutungslose Schlagworte verwendet werden, um beim Leser Eindruck zu schinden.

Sokal geht es demnach um die Wissenschaft, um Lauterkeit, um die Methoden und die Kriterien, anhand derer Wissenschaft identifiziert wird. Er wendet sich gegen den Relativismus der Postmodernen, die sich mit Worten schmücken, die sie nicht verstehen, um damit Eindruck zu schinden und zu belegen, dass es kein sicheres Wissen gibt. Sokal und Bricmont schreiben in ihren Buch zum Hoax über die postmodernen angeblichen Denker:

“Es handelt sich dabei um eine intellektuelle Strömung, die gekennzeichnet ist, durch theoretische Abhandlungen, die von jeglichem empirischen Nachweis losgelöst sind, und durch einen kognitiven und kulturellen Relativismus, der die Wissenschaft lediglich als ‘Erzählung’, als ‘Mythos’ oder als eine gesellschaftliche Konstruktion betrachtet.” (17).

Das Anliegen von Sokal, es ist die Sicherung von Wissenschaft gegen den Angriff der Unvernunft. Seine Mittel sind wissenschaftliche und logische Argumentation, was die Mühe voraussetzt, sich mit dem postmodernen Unsinn zu befassen.

Betrachten wir auf dieser Grundlage den “beste[n] Wissenschafts-Hoax”, den Matern Boeselager “seit Langem gesehen” hat: Die deutsch-deutschen Schäferhunde, von denen oben die Rede war.

Im Gegensatz zum Hoax von Alain Sokal, den der Autor unmittelbar nachdem sein Beitrag in Social Text veröffentlich wurde, aufgeklärt hat und für den er die volle Verantwortung übernommen hat, gibt es für den Schäferhund-Hoax niemanden, der die Verantwortung übernehmen will. Stattdessen gibt es ein anonymes Bekennerschreiben, das auf heise.de veröffentlicht wurde. Der Schäferhund-Hoax, er scheint eher in einer Analogie zu terroristischen Anschlägen zu stehen, als dass er ein ernsthaftes wissenschaftliches Anliegen umfasst.

Verantwortlich für den Hoax will eine “Gruppe von kritischen Wissenschaftler_innen” sein, die für “engagierte Gesellschaftskritik” eintreten und die Human Animal Studies und die Extremismusforschung als diejenigen ausgemacht haben, die ihnen dabei im Wege stehen.

Kritische Wissenschaftler, die sich als “Wissenschaftler_innen” bezeichnen, haben bereits mit dieser Bezeichnung zu erkennen gegeben, dass sie alles, nur keine kritischen Wissenschaftler sind, ordnen sie doch ihr ganzes Tun einer ideologischen Mode der Sprachverstümmelung unter, per Unterstricht. Gleichzeitig erhält man dadurch den ersten Eindruck dahingehend, wes’ Geistes Kind die “kritischen Wissenschaftler_innen” sind. Dass die “kritischen Wissenschaftler_innen” auch mit dem Begriff der Kritik nicht wirklich etwas anfangen können, sich eher als postmoderne Begriffsusurpatoren gerieren, die nutzen, was für sie gut klingt, dazu kommen wir unten.

Sokals Anliegen war, die wissenschaftliche Methode von Vernunft und Kritik vor postmodernen Schwätzern zu schützen. Was ist das Anliegen der “kritischen Wissenschaftler_innen”.

Sie haben kein wissenschaftliches, dafür aber ideologische und somit inhaltliche Anliegen. Zum einen sind sie nicht damit einverstanden, dass die DDR als generelles Unrechtsregime angesehen wird und verwahren sich gegen die Annahme, “der DDR-Sozialismus sei irgendwie genauso schlimm gewesen wie das NS-Regime”. Zum anderen passt ihnen die Zuschreibung von Agency an Tiere nicht, also die Sichtweise, die Tiere als Subjekt in eigenem Recht sieht und eben nicht als Objekte, über die Menschen eine freie Verfügungsgewalt haben (Dazu wird sich Dr. habil. Heike Diefenbach im folgenden Post äußern).


Warum soll der DDR-Sozialismus differenziert betrachtet werden? Die Antwort auf diese Frage ist klar, um das Stigma des totalitären SED-Regimes vom Sozialismus zu lösen, um die Herrschaft der Mittelmäßigen über den planmäßigen Mangel einer ansonsten inoffiziell überwachten Gesellschaft, die individuelle Freiheit der kollektiven Wahnvorstellung derer, die sich als “Avantgarde der Arbeiterklasse” fühlen, opfert, zu rehabilitieren und Sozialismus wieder hoffähig zu machen, oder wie die “kritischen Wissenschaftler_innen” in ihrem anonymen Bekennerschreiben schreiben:

“… korrekte Ernährung des Einzelnen ersetzt das kollektive Ringen um gesellschaftliche Ziele”

Dass der Einzelne vor dem Kollektiv kommt, es ist den bekennenden anonymen “Wissenschaftler_innen” ein Dorn im Auge.

Die Agency von Tieren, also deren Recht als Subjekt behandelt und nicht zum Objekt menschlicher Begierden degradiert zu werden, es ist den “kritischen Wissenschaftler_innen” der Dorn im anderen Auge, und sie versteigen sich zu einer Aussage, die an Dummheit nun wirklich nicht zu überbieten ist:

Massentierhaltung_huehner“Es gibt genügend Gründe, die gegenwärtige Tierverwertung (!sic) zu kritisieren, ökologische, ökonomische oder die Zustände in Massentierhaltungsanlagen. Aber dazu braucht es weder Tierrechte noch Agency. Der Maßstab bleibt der Mensch.”

Die gesammelten Irrtümer, das gesammelte Unvermögen und die monumentale Dummheit, die hinter dieser Aussage steckt, Dr. habil. Heike Diefenbach wird sie im folgenden Post umfassend würdigen.

Hier bleibt zu fragen: Was ist denn das Problem damit, dass man Tier als Subjekt und nicht als Objekt zur freien menschlichen Verfügung ansieht. Die Antwort, sie findet sich zu Beginn des anonymen Bekennerschreibens:

“… Ursprünglich war die Kritikfigur der Agency ein Gegenentwurf, um gesellschaftlich unterdrückte Stimmen aus der Opferrolle zu holen. Statt etwa Frauen nur als passive Opfer des Patriarchats zu kritisieren, rekonstruierten engagierte Wissenschaftler_innen Geschichten von widerständigen und aktiven Frauen in allen Epochen. Eine ähnlich differenzierte Kritik ergab sich z.B. in den Postcolonial Studies, ebenso seit den 1960er Jahren in der New Labour History mit ihren Forschungen zu Arbeit und Arbeitnehmer_innenbewegung.”

Dieser Absatz macht ganz deutlich, wessen geistiges Kind die anonym bekennenden “Wisenschaftler_innen” sind. Sie gehören in die Gruppe der postmodernen Gläubigen, die dem Fetisch des Patriarchats huldigen und angetreten sind, um die dummen Schwarzen, die sich alleine nicht den Fängen des bösen weißen Mannes entziehen können, vor eben jenem zu retten und in den sicheren Hafen eines post-stalinistischen Sozialismus zu schippern, in dem sie dann die Leiche von Hugo Chavez, der es in Rekordzeit geschafft hat, eine blühende Ökonomie zu ruinieren, anbeten dürfen.

Kurz: Die “kritischen Wissenschaftler_innen”, sie wollen mit ihrem Hoax eine Forschungsrichtung diskreditieren, deren Prämissen ihrem ärmlichen anthrozentristischen Weltbild zuwider läuft, das jeden Sinn verliert, wenn man ihnen die weibliche Opferrolle und das Bild vom ewigen Patriarchen und die Vorstellung nimmt, Menschen seien das Zentrum einer sozialistischen Schöpfung, die Bruder Karl und Bruder Friedrich, in ihrem Pantheon, den Josef Stalin, Mao Tsetung und die geschätzt 100 Millionen Opfer ihrer Herrschaft bevölkern, anhimmelt.

Die Agenda der “kritischen Wissenschaftler_innen”, sie ist keine wissenschaftliche, sondern eine ideologische. Es geht ihnen nicht um die Methode der Wissenschaft, um Vernunft, Nachvollziehbarkeit, Prüfbarkeit und Falsifizierbarkeit, sondern darum, den Inhalt, dem sie huldigen, durchzusetzen. Sie haben mit Kritik so viel gemein, wie Jürgen Habermas mit verständlicher Sprache. Dafür beherrschen sie die Agitprop-Methoden des Kadersozialismus, dessen wichtigstes Mittel der Gegenpropaganda immer darin bestanden hat, die eigenen Zwecke unter Vorgabe gänzlich anderer Ziele zu verfolgen.

Und so wie der DDR-Sozialismus immer behauptet hat, Freiheit und Demokratie verwirklichen zu wollen, so geben die “kritischen Wissenschaftler_innen” nicht nur vor, sie seien Wissenschaftler und kritisch, sie nutzen auch die Tatsache, dass es in den Sozialwissenschaften unbestritten viel Unsinn gibt, um ihre Agenda, den Sozialismus wieder salonfähig und Agency auf weibliche, nicht-koloniale Arbeiter_innen zu beschränken, voranzutreiben.

Micha Wolf wäre stolz auf seinen Nachwuchs, für alle anderen ist seine Existenz eher eine Peinlichkeit.

Nachtrag

LeonhardNach allem, was über die “kritischen Wissenschaftler_innen” nicht bekannt ist, gibt es eine Christiane Schulte nicht. Name und Beschäftigung an der Ruhr-Universität Bochum sind frei erfunden, was zur Folge hat, dass der Auftritt an der TU-Berlin, zum Vortrag über den “deutsch-deutschen Schäferhund” zumindest bei denen, die ihm zum Opfer gefallen sind, den Gedanken auslösen könnte, man sei betrogen worden. Ob dieser Gedanke strafrechtliche Konsequenzen hat, ist eine andere Frage. Dass derjenige, der sich unter falschem Namen und unter Angabe einer falschen Anbindung an die Ruhr-Universität in Berlin eingeschlichen hat, über die moralische Integrität eines Informanten des Geheimdienstes, also nicht sonderlich viel verfügt, ist dagegen so klar wie der Ursprung der angewendeten Täuschungs-Techniken in den Kaderschulen der ehemaligen DDR (wer es nachlesen will, der sei auf Wolfgang Leonhards “Die Revolution entlässt ihre Kinder” verwiesen).

Dass die “Kritischen Wissenschafler_innen” von Wissenschaft keine Ahnung haben, wird daran deutlich, dass es keinerlei Argument gibt, das sie für ihre Position ins Feld führen. Es ist ein Leichtes und der Beifall der unkritischen Schadenfrohen ist immer gesichert, Unsinn zu schreiben und als sozialwissenschaftliche Forschung auszugeben. Die Gender Studies belegen das seit Jahren. Die Spreu angeblich kritischer “Wissenschaftler_innen” trennt sich da von Sokals Weizen, wo Argumente für die eigene Position, dafür, dass die kritisierte Position falsch ist, angeführt werden. Entsprechend sei den nach eigener Selbstüberschätzung kritischen “Wissenschaftler_innen” unser Grundsatzprogramm ans Herz gelegt. Vielleicht vermittelt ihnen die Lektüre eine Vorstellung davon, wie weit sie davon entfernt sind, kritische Wissenschaftler zu sein.

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Staatlich geförderte Päderastie

Helmut Kentler, den die einen als “Leuchtturm” und “Vorbild für öffentliche Wissenschaft” feiern, der “Kompetenz, Authentizität und Nahbarkeit” vereint habe, in dem andere die “Schlüsselfigur”, der Debatte über “die sexuelle Gleichberechtigung Homosexueller und Pädophiler“, sehen, sein Denkmal hat in den letzten Jahren gelitten. Erheblich gelitten. Begonnen hat alles im Jahre 2013 u.a. mit Berichten in der Zeit und der Berliner taz

Kentler_HUmanistischer Nachruf“Ulrich war 13 Jahre alt, abgehauen aus dem Kinderheim, Stricher am Bahnhof Zoo. Er hatte kein Zuhause, lesen und schreiben konnte er nicht. Aber sein “Vorteil war, dass er gut aussah und dass ihm Sex Spaß machte; so konnte er pädophil eingestellten Männern, die sich um ihn kümmerten, etwas zurückgeben”.

Das schreibt der renommierte Sexualwissenschaftler Helmut Kentler über den Jungen, den er Ulrich nennt, in einem Bericht über ein pädagogisches Modellprojekt , das er 1969 in Westberlin ins Leben rief. Ulrich bekam auf Kentlers Betreiben hin ein neues Zuhause: bei einem vorbestraften Pädosexuellen, mit Genehmigung der von der SPD geführten Senatsverwaltung für Jugend.

Drei vorbestrafte Hausmeister wurden auf diese Weise zu offiziellen Pflegevätern gemacht und für ihre Betreuung der Minderjährigen mit staatlichem Pflegegeld entlohnt. Kentler übernahm die Supervision und machte zweimal die Woche Hausbesuche”.

Berliner Behörden, SPD geführte Behörden haben also Steuergelder aufgewendet, um Päderasten nicht nur zu finanzieren, sondern es diesen Päderasten zu ermöglichen, ihrem Hobby ganz offiziell und legal und ohne Angst vor strafrechtlichen Konsequenzen nachzugehen.

Die Idee dazu, minderjährige Jungen in die Obhut von Päderasten zu überantworten, sie war die Idee von Helmut Kentler, dem “Vorbild für öffentliche Wissenschaft”, wie Rüdiger Lautmann in seinem Nachruf auf Kentler, der 2008 gestorben ist, schreibt. Und weiter: “Der unverheiratete alleinerziehende Vater mit drei Adoptivsöhnen führte eine bemerkenswerte Sonderexistenz, über die man gerne etwas mehr läse. Auch diese seine persönliche Erfahrung brachte Kentler in eine Veröffentlichung ein: sein Plädoyer für Leihväter (1989)”.

Es ist im Rahmen dieses Plädoyers für Leihväter (im Buch von 1989 mit dem gleichnamigen Titel), das eigentlich ein Gutachten für den Berliner Senat (vermutlich aus alter Verbundenheit) zum Thema “Homosexuelle als Betreuungs-/Beziehungsperson unter besonderer Berücksichtigung des Pflegekindschaftsverhältnisses” ist, dass Kentler stolz von seinem Berliner Experiment berichtet, bei dem drei Jungen in die von Steuerzahlern finanzierte Obhut dreier Päderasten überantwortet wurden, mit dem Segen der zuständigen Berliner Behörde.

Dazu schreibt Kentler in seinem Gutachten: “Mir war klar, dass die drei Männer vor allem darum so viel für ‘ihren’ Jungen taten, weil sie mit ihm ein sexuelles Verhältnis hatten.” Und weiter: “Ich hatte damals erste Veröffentlichungen über Versuche in Holland und in den USA gelesen, bei Päderasten Pflegestellen für jugendliche Herumtreiber einzurichten und zu ermöglichen. Die Ergebnisse ermutigten mich, etwas ähnliches zu versuchen, und es gelang mir, die zuständige Sachbeamtin dafür zu gewinnen”.

Über einen dieser angeblichen Versuche, auf den sich Helmut Kentler hier bezieht, berichtet Ralph Tindall im Heft 4 des Journal of Homosexuality aus dem Jahre 1978. Es ist dieser Beitrag, den Regine Pfeiffer für ihren Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gelesen (“Wie ein Sexualforscher beweisen wollte, dass Kinder von Päderasten profitieren”, FAS vom 4. Oktober 2015) und mit den Aussagen verglichen hat, die Kentler demselben Beitrag von Tindall entnommen haben will. Das Urteil, zu dem Pfeiffer gelangt, ist eindeutig: Wissenschaftsbetrug durch Helmut Kentler.

“Die Studie [von Tindall] hatte gravierende Mängel – darüber legte er [Kentler] den Mantel freundlichen Schweigens. Was noch schlimmer war: Er verdrehte und verfälschte sie. … Wo immer Tindall vorsichtig argumentierte und Bedenken erkennen ließ, wurden sie von Kentler getilgt”

Kentler, so das Fazit von Pfeiffer, habe die Studie von Tindall nicht nur verfälscht, sondern für seine Gebrauchszwecke umgedeutet und aufgeblasen, weitreichende Ergebnisse und Belege erfunden, die Tindall nicht vorgelegt habe.

Tindall_1978Tatsächlich behandeln die 11 Seiten des Beitrags von Tindall neuen Beispiele von sexuellen Beziehungen zwischen minderjährigen Jungen und älteren Männern. Bei den älteren Männern handelt es sich um einen Lehrer, einen Chefmechaniker, einen Sportdirektor, einen Universitätsprofessor, einen Onkel, einen Ingenieur, einen angehenden Pfarrer, einen Handelsreisenden sowie einen Abgeordneten. Nicht unbedingt das, was man einen repräsentativen Querschnitt durch die Bevölkerung nennt, aber viellicht durchaus repräsentativ für die Klasse, aus der die Nachfrage nach Päderastie kommt. Wer weiß. Niemand weiß es, denn es gibt keine Daten.

Die Daten, die Tindall berichtet, sind Fallbeispiele, neun Fälle, für die er ausreichende Informationen über einen Zeitraum von rund 30 Jahren sammeln konnte. Entsprechend vorsichtig interpretiert Tindall seine Daten:

“With the sparse data we have, we would have to conclude that in sexual relationships between males beyond puberty where force is not involved many have no deterious effects. Unfortunately, in this limited study there is very little information concerning the adult males involved. From the boys’ reports these men apparently took a paternalistic or teacherlike interest in the boys to the extent that the boys modeled aspects of the adults’ behavior other than the sexual” (381). Und: “These [nine] cases represent a sample with an unknown bias in that we have been able to follow their development, but there was little differences surrounding the original contact in the less documented cases. We do not know how representative these cases are of the original 200.”

Tindall selbst geht also davon aus, dass seine Daten bestenfalls anekdotischen Charakter haben. Die neun von ihm berichteten Fälle, bei denen es sich in jedem Fall um freiwillige Kontakte zwischen minderjährigen Jungen und erwachsenen Männern gehandelt hat, weisen entsprechend nicht über sich hinaus. In keinem Fall stellen sie Versuche dar, “bei Päderasten Pflegestellen für jugendliche Herumtreiber einzurichten und zu ermöglichen”, wie dies Kentler behauptet.

Die Päderasten-Pfleger sind eine Phantasie Kentlers und alles, was er beginnend mit dem Jahre 1969 und im Verlauf der 1970er Jahre mit der Unterstützung der Berliner Senatsverwaltung getan hat, ist entsprechend seine Verantwortung. Dass die Freiwilligkeit der Beziehungen, von denen Tindall berichtet, bei Kentler zu einer Zuweisung von minderjährigen Jungen zu Päderasten gemacht wurde, dass die sexuelle Beziehung zur Währung wurde, mit denen die Jungen für die Pflege durch Päderasten bezahlen und diese Währung zudem durch Steuermittel ergänzt wurden, sind Perversionen, wie sie nur mit missionarischem Eifer bewegte und ihr Heil über die Welt verteilende Linke haben können.

So wie Kentler die Individualität der Jungen, die er “überzeugt” hat, sich in die Obhut von Päderasten zu begeben, (mit welchen Mittel diese Überzeugung erfolgt ist, ist unbekannt, welche Rolle die Berliner Jugendbehörde bei der erfolgreichen “Überzeugung” der Jungen gespielt hat, ist ebenfalls unbekannt), mit Füßen tritt, um seine Vision einer freien Sexualität ab Kindesalter zu verwirklichen, so wie es ihm vollkommen egal ist, welche Kollateralschäden die Durchsetzung seiner Vision nach sich zieht, so ist es den rot-grünen Sexualaufklärern, die in Bildungsplänen Kindern bereits in Grundschulen sexuelle Praktiken beibringen wollen, egal, welche Konsequenzen die entsprechende Aufklärung für die Kinder hat. Es geht ihnen wie Kentler nicht um die lumpigen Individuen, die als Crash Test Dummies für ihre Versuche herhalten, sondern darum, ihre Weltvision, die manche als kranke Phantasie ansehen, auf Kosten anderer und ohne Rücksicht auf Verluste durchzusetzen.

Insofern wiederholt sich Kentler gerade, dieses Mal umfasst der Feldversuch nicht drei Jungen aus Berlin, sondern alle Schüler aus Baden-Württemberg. Dass es trotz dieser offensichtlichen Schlußfolgerungen auf die Motivation und intellektuelle Reife von Personen wie Kentler vermeintliche Wissenschaftler gibt, die ihn als “Vorbild für öffentliche Wissenschaft” feiern wollen, ist mehr als befremdlich, jedenfalls dann, wenn man ein Bild von Wissenschaft hat, das wissenschaftliche Lauterkeit an erste Stelle setzt, und wissenschaftliche Lauterkeit verbietet es, drei Jungen zu Versuchskaninchen für die eigene ideologische Phantasie zu machen, sie verbietet es, neun Fallstudien zu allgemeinen Belegen aufzublasen, und sie verbietet es überhaupt, das Leben Dritter einer intellektuellen Laune zu opfern.

Sofern die drei Versuchkaninchen aus dem Jahre 1969 noch am Leben sind, sollten Sie gegen die Berliner Jugendbehörde, mit deren Einverständnis sie Päderasten überantwortet wurden, klagen, schon weil es gegen die Menschenwürde verstößt, zum Versuchskaninchen für ideologische Phantasien gemacht zu werden.

Wir danken Gabriel Stängle, der uns auf den Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hingewiesen hat.

Tipping Point: Mediale Gender-Berieselung nervt immer mehr

… zu diesem Schluss kommen wir angesichts der Vielzahl der Hinweise, die uns erreichen, Hinweise auf mediale Berichterstattung, die ihren Lesern einhämmern will, dass Frauen benachteiligt sind, dass Frauen an Hochschulen benachteiligt sind, dass Frauen in Führungspositionen benachteiligt sind, dass Frauen Opfer sind, dass Frauen immer Opfer sind und deshalb die Hilfe der Genderindustrie benötigen, dass Frauen, die Genderindustrie benötigen, um ein Einkommen zu haben …. Nein, das nicht. Und dass immer mehr Frauen die Nase voll haben, von dieser Genderindustrie erst entmündigt und dann bevormundet zu werden, …. Nein, das auch nicht.

Die Zahl derer, die von der Gender-Indoktrination die Nase voll haben, sie steigt ebenso, wie die Zahl derer, die nur noch genervt reagieren, wenn sie etwas von Gender hören, wie zum Beispiel der folgende, freundlich grüßende Leser aus Mutterstadt:

“Hallo,

das muss bitte dringend auf ihrer Seite kommentiert werden!

Danke!”

enough“Das”, ist ein Beitrag auf Sol.de, dem Portal für Saarbrücken und den Rest vom Saarland (ist nicht mehr viel), der wie folgt überschrieben ist:

Studie: Frauen in Führungspositionen machen privat mehr Abstriche”

Als wer? Als früher? Als Vollerwerbstätige?

Und weiter geht es:

“Frauen in Führungspositionen machen für ihre Karriere einer Studie zufolge privat mehr Abstriche als Männer. Sie sind seltener verheiratet und haben seltener Kinder als Männer in vergleichbaren Positionen, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Dienstag in Berlin mitteilte. 68 Prozent leben – mit oder ohne Trauschein – mit ihrem Partner zusammen; bei den Männern sind es 77 Prozent. 29 Prozent der Frauen haben Kinder bis 16 Jahre, bei den Männern sind es 37 Prozent.”

Die Abstriche, für alle diejenigen, denen es entgangen ist, bestehen darin, dass 9% weniger Frauen, die das DIW in Berlin in Führungspositionen kodiert hat (dazu gleich mehr) als Männer nicht mit einem Partner zusammenleben und 8% weniger der entsprechenden Frauen Kinder unter 16 Jahren im Haushalt leben haben als Männer.

Alle, die das lesen und Single sind, die keine Kinder unter 16 Jahre im Haushalt leben haben, vielleicht, weil die entsprechenden Kinder schon erwachsen sind oder über 16 Jahre alt sind, aber immer noch im Haushalt leben, aufgemerkt: Sie machen Abstriche, ob Sie das wissen, wollen oder nicht.

Wenn es darum geht, Genderideologie in die Köpfe der Leser zu hämmern, ist keine Aussage borniert genug. Wenn es darum geht, Genderideologie in die Köpfe der Leser zu hämmern, dann wird regelmäßig deutlich, wie beschränkt die heile Welt der Genderisten tatsächlich ist, denn: zum Glück gehören Kinder unter 16 Jahren, die im Haushalt leben und ein fester Parter. Früher nannte man das Spießer.

Fuehrungskraefte MonitorUnd wie so oft in letzter Zeit, wenn Gender-Ideologie in die Köpfe der Bevölkerung gehämmert werden soll, kommt das, was angeblich ein wissenschaftliches Ergebnis ist, vom DIW in Berlin, von jenem DIW, das immer noch von sich behauptet, es betreibe wissenschaftliche Forschung, auch wenn es offensichtlich beim DIW in Berlin die Agenda gibt, zum Musterknaben, nein, zum Mustermädchen der Bundesregierung und der Genderideologie zu werden.

Die vermeintlichen Abstriche, die Sol.de berichtet, was wiederum einen unserer Leser so sehr genervt hat, dass er uns eine Dringlichkeits-eMail geschrieben hat, sie finden sich im allerletzten Satz einer Pressemeldung des DIW, die viele Sätze davor hat, Sätze, in denen noch der ein oder andere furchtbare Nachteil von “Frauen in Führungspositionen” bejammert wird.

Verantwortlich  für die neuerliche Jammer-Orgie, die vom DIW als Führungskräfte-Monitor 2015 verkauft wird, sind Elke Holst, Anne Busch-Heizmann und Anna Wieber.

Sie haben sich am Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) versucht (oder hatten einen männlichen Helfer, der rechnen kann, denn wie wir aus dem nämlichen DIW regelmäßig zu hören bekommen, sie es ja sehr duster aus im Bezug auf Rechnen, Mathematik, Statistik, Technik, kurz: MINT unter Frauen!), um ihre Jammer- oder jämmerlichen Erkenntnisse zu fabrizieren. Das SOEP ist einer der wenigen longitudinalen Datensätze, die es in Deutschland gibt: In regelmäßigen Abständen werden immer dieselben Befragten interviewt. So die Theorie.

In der Praxis gibt es die sogenannte Panelmortalität, ein Ergebnis des tatsächlichen Sterbens von Befragten und ein Ergebnis schleichender Lustlosigkeit, die sich einstellt, wenn man jedes Jahr denselben langweiligen Fragebogen ausfüllen soll. Obwohl das SOEP ein longitudinaler Datensatz ist, wird meist im Querschnitt gerechnet, d.h. für ein einziges Jahr. So auch im vorliegenden Fall: Das ist einfacher. Dafür braucht man weniger Kenntnisse in Statistik und Methoden, im Umgang mit Daten.

Beliebt ist das SOEP, weil man Sätze schreiben kann wie: “Insgesamt standen im letzten Erhebungsjahr 2013 Informationen zu mehr al 24.000 Befragten zur Verfügung” (15). Das klingt gut, klingt nach viel, nach sehr viel in Standards quantitativer empirischer Sozialforschung gemessen. Nur: Die SOEP-Befragten im Datensatz haben die Angewohnheit, immer dann, wenn eine spezifische Gruppe gesucht wird, wegzuschmelzen wie das Eis in der Sonne.

Entsprechend bleiben Holst, Busch-Heizmann und Wieber auf letztlich 1.550 Personen sitzen, darunter 445 “weibliche Angestellte, von denen aber nur 28 mit umfassenden Führungsaufgaben betraut sind” (16). Und weil man mit 28 Befragten nicht sinnvoll arbeiten kann, haben die Autorinnen die 28 Frauen in “Funktionen mit umfassenden Führungsaufgaben” kurzerhand mit den 417 Frauen, die “sonstige Leitungsfunktionen oder hochqualifizierte Tätigkeiten (Abteilungsleiter, wissenschaftlicher Angestellter, Ingenieur) ausüben”, zusammengeworfen.

Und so wird man dann als Mittelbauler an der Hochschule, der in anderen Zusammenhängen wegen seines Zeitvertrags und seiner Sklavenarbeit ähnlichen Ausnutzung beklagt wird, urplötzlich zur Führungskraft und alles, damit das DIW einen Führungskräfte-Monitor vertreiben kann, in der neuen Reihe “Politikberatung kompakt”.

Nur: Der Führungskräfte-Monitor ist kein Führungskräfte-Monitor. Er ist eine Mogelpackung, die man als Wissenschaftler, der sich mit Methoden auskennt und seine Arbeit mit lauteren Mitteln verfolgt, links liegen lassen muss: Links, da wo er hingehört, denn der Führungskräfte-Monitor ist nicht zufällig Bestandteil der Reihe “Politikberatung kompakt”, und es ist kein Zufall, dass die Reihe “Politikberatung kompakt” besser politisch-korrekter Etikettenschwindel heißen würde. Denn: so wenig, wie auf Grundlage des Führungskräfte-Monitor Aussagen über Führungskräfte möglich sind, so wenig ist die Politikberatung des DIW eine Politikberatung. Die Beratung ist vielmehr eine Legitimierung, eine Politiklegitimierung.

DIW POlitikberatungUnd Legitimierung findet regelmäßig dadurch statt, dass angeblich herrschende Zustände bejammert werden, so wie das im seinerseits bejammernswerten Führungskräfte-Monitor der Fall ist, dessen Autoren durch die Republik ziehen und in Medien aller Art den falschen Eindruck erwecken, sie könnten Aussagen über Führungskräfte machen, hätten Führungskräfte in relevanter Anzahl befragt, wenn sie mit Sicherheit weniger als 100 Geschäftsführer und Direktoren unter den 1.550 Personen, die sie als Führungskräfte verkaufen wollen, haben.

Das nennt man auch Vorspiegelung falscher Tatsachen, schon deshalb, weil durch die Verwendung des Begriffs “Führungskräfte” bei denen, die ihn hören, ganz bestimmte Assoziationen erweckt werden, eben die Assoziation von Geschäftsführer, von Top-Manager, jedenfalls nicht die Assoziation von Abteilungsleiter im Finanzamt oder von wissenschaftlichem Angestellten. Dass diese Assoziation bei denen, die Führungskraft hören, erweckt wird, ist Absicht und unlauter, es ist das, was man beim DIW nun Politikberatung nennt, worunter offensichtlich Methoden verstanden werden, die Öffentlichkeit hinters Licht zu führen, zu manipulieren und letzten Endes zu betrügen.

Und einmal ehrlich: Nie war es einfacher als heute, derartige Manipulationen als angebliche wissenschaftliche Studie verpackt, unters Volk zu bringen: Die meisten Journalisten verfügen nicht einmal über rudimentäre Kenntnisse wissenschaftlicher Methoden und drucken gierig, was ihnen als wissenschaftlich verkauft wird, so lange es der politischen Korrektheit entspricht jedenfalls.

Die Größe, die in dem ganzen Manipulations- und Betrugsszenario keiner der Möchtegern-Manipulatoren auf der Rechnung hat, das sind die Leser, diejenigen, die manipuliert werden sollen, die vermeintlich Dummen da draußen, denen man nach Ansicht derer, die es versuchen, ein X für ein U vormachen kann.

Schlechte Nachrichten für Manipulateure:

Vielen Lesern reicht es. Sie können das Wort “Gender” mittlerweile nicht mehr hören und sind zu intelligent, als dass sie sich von angeblichen Wissenschaftlern, die nicht weiter kommen als Längsschnittsdaten im Querschnitt zu betrachten und Prozentwerte auszuzählen, von denen niemand weiß, warum sie ausgezählt werden, hinters Licht führen lassen.

Es wird Zeit, dass Institute wie das DIW dafür sorgen, dass an den Studien, die das Institut produziert, mindestens ein Angestellter des Instituts beteiligt ist (so es ihn noch gibt), dem es um Wissenschaft und nicht um Ideologie und Manipulation geht. Die Glaubwürdigkeit des DIW steht auf dem Spiel – sofern sie nicht längst durch Personen wie Elke Holst, Anne Busch-Heizmann oder Anna Wieber verspielt worden ist.

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