Das große Insektensterben – oder doch nicht?

Deutschland ist angeblich auf dem Weg zum insektenlosen Gebiet. Die mediale Panik, sie ist in vollem Schwung, nachdem ein „renommiertes Wissenschaftsjournal“, eine Wertung, die die Grünen immer dann zuschreiben, wenn ihnen die publizierten Ergebnisse in den Kram passen, einen Artikel veröffentlicht hat, in dem die Ergebnisse einer Studie beschrieben werden, die 27 Jahre umfasst.

„Am 18. Oktober 2017 hat ein renommiertes Wissenschaftsjournal eine Studie veröffentlicht, die das rasante Insektensterben ein weiteres Mal eindeutig belegt. 76 Prozent weniger Insekten – in Teilen sogar bis zu 82 Prozent weniger – wurde in 63 deutschen Schutzgebieten zwischen 1989 und 2016 festgestellt.“

Auf Plos One, dem renommierten Wissenschaftsjournal der Grünen, findet man dann tatsächlich einen Text mit dem Titel „More than 75 percent decline over 27 years in total flying inscet biomass in protected areas“. Verfasst hat diesen Text Caspar A. Hallmann unter Beihilfe von 11 weiteren Autoren. Und seit seiner Veröffentlichung macht der Text Furore:

Damit wäre ein weiterer Beleg dafür geführt, dass Medienvertreter vor allem dann in ihrem Element sind, wenn sie schlechte Nachrichten verbreiten können. Aber wer von ihnen hat die Studie denn überhaupt gelesen? Manche Beiträge, z.B. der Beitrag in der Welt, zeichnen sich durch eine recht hohe Sachkundigkeit aus, scheinen diese aber ausschließlich aus den Angaben von Caspar A. Hallmann zu beziehen, und Hallmann hat natürlich kein Interesse daran, auf die Schwächen seiner Studie hinzuweisen.

Deshalb machen wir das.

Vorweg: In den Daten von Hallmann et al. findet sich ein Rückgang der Insekten-Biomasse. Das ist unbestritten. Die Frage ist, was bedeutet dieser Rückgang und welche Schlüsse kann man daraus ziehen?

1. Kann man die Daten auf Prozentwerte (75% weniger Insekten-Biomasse in 27 Jahren) herunterbrechen?

Um Aussagen darüber machen zu können, wie sich eine Variable (die Anzahl der Insekten) über Zeit verändert hat, benötigt man so genannte longitudinale Daten, also hier: Messungen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten an denselben Orten durchgeführt wurden. Hallmann et al. haben keine longitudinalen Daten und schreiben das auch selbst: „Our data do not represent longitudinal records at single sites, suitable to derive location specific trends“. Vielmehr basieren die Aussagen von Hallmann et al. auf Daten, die von 1989 bis 2016 jährlich an zwischen einem und 23 Orten, im Durchschnitt an 3,5 Orten pro Jahr gesammelt wurden. Dabei sind 1.503 Stichproben zusammen gekommen, 56 pro Jahr, 16 pro Ort. Dass im Schnitt für 27 Jahre nur 16 Stichproben pro Ort zusammengekommen sind, zeigt, dass Messungen in der Regel nicht an den selben Orten durchgeführt wurden, so dass das beste, was man über die Daten von Hallmann et al. sagen kann, in der Feststellung besteht, dass die Autoren für 27 Jahre Daten an verschiedenen Orten gesammelt haben, von denen nicht bekannt ist, ob sie in irgend einer Weise für Deutschland repräsentativ sind. 57 Orte, an denen Daten gesammelt wurden, befinden sich in Nordrhein-Westfalen, einer in Rheinland-Pfalz und fünf in Brandenburg, wie im Anhang zum Beitrag von Hallmann et al. beschrieben. Ob Informationen, die an 57 Orten in Nordrhein-Westfalen gewonnen wurden, auf Bayern oder den Schwarzwald übertragbar sind, ob ein Ort in Rheinland-Pfalz Aussagen für ganz Rheinland-Pfalz ermöglicht, ist eine Frage, die wir klar mit nein beantworten. Daraus folgt, dass man die Ergebnisse, die Hallmann et al. berichten NICHT auf Deutschland übertragen kann. Tatsächlich haben sie einen Rückgang von Insekten nicht einmal für alle die Orte festgestellt, die sie untersuchen, sondern nur für einige Orte, die sie untersucht haben.

 

2. Kann man den Rückgang der Insekten, den Hallmann et al. behaupten, so wie sie ihn behaupten, behaupten?

Um zu den dramatischen Zahlen von 75% Insektenrückgang zu gelangen, haben Hallmann et al. im Wesentlichen die Daten, die ihnen für die Jahre 2016 und 1989 zur Verfügung stehen, voneinander subtrahiert (9). Sie haben somit stillschweigend vorausgesetzt, dass Insektensterben ein linearer Prozess ist, der sich entsprechend auch linear beschreiben lässt. Indes, hätten sie das Insektensterben auf Grundlage der Jahre 2014 und 1989 berechnet, das Insektensterben wäre um 70% geringer ausgefallen, also nicht 75% der Insekten, die noch 1989 gezählt wurden, wären gestorben, sondern rund 22,8%. Entsprechend müssen die restlichen 53,2% zwischen den Jahren 2014 und 2016 gestorben sein, was einen exponentiellen und keinen linearen Verlauf voraussetzen würde, der in den Daten von Hallmann et al, wie sie in Tabelle 1 dargestellt sind, nicht auffindbar ist. Kurz: Die Autoren scheinen hier etwas dramatisiert zu haben, was insofern nicht nachvollziehbar ist, als das Jahr 2014 die mit Abstand beste Datenlage aller Meßzeitpunkte aufweist. 23 Orte, an denen Stichproben zur Insekten-Population genommen wurden, und 348 Stichproben hätten zur Verfügung gestanden, um Aussagen über ein Insektensterben zu machen, das mit 22,8% allerdings deutlich geringer ausgefallen wäre. Also haben sich Hallmann et al. mit den 7 Orten, an denen 2016 nur 62 Stichproben gewonnen wurden, begnügt und können zur Belohnung ein Insektensterben von 75% verkünden. Man sieht, wie abhängig die Behauptungen, die auf Grundlage von Daten erhoben werden, zuweilen von den Absichten der Forscher, die die Behauptungen erheben, sind. Kurz: Zu behaupten, dass in Deutschland die Zahl der Insekten in den letzten 27 Jahren um 76% zurückgegangen wäre, ist unlauter und durch die Daten von Hallmann et al. in keiner Weise gestützt. Was man sagen kann ist, dass die Daten von Hallmann et al. einen Rückgang für manche Orte, an denen Daten gesammelt wurden, zeigen.

 

3. Kann man der Arbeit von Hallmann et al. Informationen über die Ursachen des Rückgangs von Insekten entnehmen.

Noch ein Fluginsekt, das Hallmann et al. im Datensatz haben

Nein. Und die Autoren sagen das auch deutlich, denn sie finden keinen Zusammenhang mit Klimawandel und auch keinen mit landwirtschaftlicher Bewirtschaftung und schon gar keinen mit Glyphosat. Dieser Zusammenhang ist ausschließlicher Bestandteil der Phantasie der Grünen, die wieder einmal eine Studie für ihre Zwecke missbrauchen. Liest man die entsprechende Studie, dann finden sich statt dessen Aussagen wie: „In light of previously driving mechanisms, our analysis render two of the prime suspects, i.e. landscape and climate change as unlikely explanatory factors for this major decline in aerial insect biomass …“ (15) Und: Agricultural intensification (e.g. pesticide usage …) that we could not incorporate in our analyses, may form a plausible cause … “ (15). Allerdings haben die Autoren, wie sie feststellen, keine Daten, die die “plausible Ursache“ dingfest machen. Vielmehr rufen sie zum Abschluss ihres Beitrags explizit dazu auf, die Ursachen des Insekten-Rückgangs, den sie dramatisch nennen, zu untersuchen.

Die Dramatik der Studie von Hallmann et al. besteht nun weniger in dem angeblichen Rückgang von 75% als darin, dass die Annahmen, die gemacht wurden, um diese 75% zu errechnen, eher windig zu nennen sind und darin, dass man auf Grundlage der Daten von Hallmann et al. doch viel Bereitschaft mitbringen muss, über schiefe und fehlende Verteilungen und Probleme der Auswahl hinweg zu sehen, um zu dem Ergebnis zu kommen, das Hallmann et al. popularisieren und das deutsche Medien in ihrer Gier nach Schreckensszenarien natürlich verbreiten.

Um nicht missverstanden zu werden: Wir würden auch einen Rückgang von Insekten-Biomasse auf Basis der Daten von Hallmann et al. feststellen, aber einen deutlich geringeren und einen auf die Orte, an denen die Beobachtung wiederholt gemacht wurde und das waren nur 26 Orte insgesamt, reduzierten. Damit ist natürlich die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse nicht gegeben und die Dramatik beim Teufel. Dafür haben wir die wissenschaftliche Lauterkeit wiederbelebt. Unabhängig davon ist es in jedem Fall ein Verdienst dieser Studie, Fragen aufgeworfen zu haben.

Zu den selben Ergebnissen kommt mittlerweile auch das RWI Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung in Essen.

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23 Responses to Das große Insektensterben – oder doch nicht?

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  2. Zawehn says:

    Trotzdem, ich werde die Studie als Begründung benutzen, um nächstes Jahr auf dem “Begleitgrün”, dessen Pflege mir die Gemeinde per Satzung übergeholfen hat, einen “blühende Insektenwiese” anzulegen 😉 Damit hat es sich auch erledigt, immer wieder angepfiffen zu werden, daß man mit seinem privaten Rasenmäher nicht vorbildlich aller 14 Tage durch die Hundesch…e der lieben Nachbarn gerattert ist, um dieses “Begleitgrün” zu mähen. Denn dann rette ich mit den blühenden Wildgräsern DIE Insekten….und das darf ich nicht einfach wegmachen…

    • Fiete says:

      Ein m.E. vorbildlicher Ansatz, @Zawehn, den ich ausdrücklich begrüße!
      Damit ist beschlossen, daß ich um meine Terasse herum im nächsten Jahr eine bunte Wiesenmischung und ein paar Ringelblumen und Kapuzinerkressen anzusiedeln versuchen werde.

    • Die sinnlose Vernichtung von Restnatur durch Kratzerei unterm Gebüsch, Mäherei nicht genutzter Wiesen/Randstreifen, Beschneiderei und Kauterisierung von unbepflanzten Restflächen dürfte nach meiner gewiss nicht statistisch bewertbaren, aber durchaus empirischen, da als Entomologe stets persönlich erlebten Beobachtung, wesentliche Ursache für den Rückgang insbesondere liebenswerter Insekten wie Schmetterlingen und Hummeln sein. Sie finden ja keine Lebensgrundlagen mehr. Wirtschaftswald, Äcker, Felder und Futterwiesen mit wenigen Hochleistungsgrasarten bieten nun mal keine.
      Umso unverständlicher scheint es, die verbleibenden Flächen zu “sterilisieren”. Nebenbei ist das Ergebnis nicht einmal schön, sondern langweilig. Ein “Englischer Rasen” ist mit einem gelangweilten Blick erfasst; vor einer Wiese kann man Stunden stehen und wird immer wieder Neues sehen.
      Sie werden sehen, Zawehn, welch reichhaltiges Leben sich in ihrem Begleitgrün einstellt. Und übrigens: Die Naturschutzgesetze verbieten “das Verheeren der Bestände wildwachsender Pflanzen” – falls Ihnen jemand mit “Sie müssen mähen!” kommt. Außerdem könnten schnell ein paar geschützte Pflanzen, z.B. Knabenkräuter, dazwischen sein.
      Ich empfehle entweder Staudenbepflanzung oder zweischüriges Mähen, einmal ca. Mitte Juli, einmal ca. Mitte Oktober. Das Mahdgut sollte abgetragen werden, aber nicht alles auf einmal – die Raupen z. B. sollen auf die verbleibenden Pflanzen übersiedeln können.

    • ratzebine says:

      Guter Plan. In der Richtung denken wir auch. Am Rand einen Streifen mähen um (z.B. mit der Schubkarre in den Gemüsegarten) durchzukommen. Und ansonsten stehen lassen und Blumen genießen vorne im sonnigen Teil. Hinten im Schatten unter der (60++jährigen) Linde wächst wenig Rasen, darin im Frühjahr Veilchen und Scharbockskraut und darüber ist in jedem Sommer (so auch diesem) tausendstimmiges Bienengebrumme zu genießen. Hoffen wir, daß das reicht.

  3. Gereon says:

    Als jemand, der sich grade in einen Landwirt wandelt und viel mit der Natur zu tun hat, muss ich aus rein empirischer Beobachtung sgen: Ja, die Insektenzahl geht zurück. Bei manchen helfe ich aktiv nach (Pferdebremsen) weil die sind absolut eklig bei der Feldabeit.
    Aber die Bienen gehen doch auffällig stark zurück.
    Man sieht kaum welche und die sonst in der Minderheit auftretenden Hummeln öfter.
    Viele sagen, das gehe auf die athmosphärischen Aerosolausbringungen zurück, die der FBI-Direktor vor 2 Jahren zugegeben hat (umgangssprachjlich Chemtrails). Denn man kann eine zeitliche Korrelation beim Auftauchen beider Phänomene feststellen.
    Da die aber offiziell noch ‘Verschwörungstheorie’ sind (obwohl das Video mit der Rede des FBI-Direktors mehrfach bei Youtube zu finden ist), darf man wohl diese Ursache nicht untersuc hen und nicht beim Namen nennen, weshalb ‘seriöse’ Studien auf andere Ursachen kommen müssen. Ursachen, die nicht da sein dürfen, kann man halt nicht benennen.
    Wissenschaft wird wohl immer mehr, wie auch das Recht, Begründungsfindung.

    • Orry says:

      Chemtrails? Echt jetzt? Wo bin ich den hier gelandet? Ich dachte, hier steht “Science” im Blognamen.

      • Sie sind in einem liberalen Wissenschafts-Blog gelandet. Hier darf (fast) jeder kommentieren, wenn er zumindest versucht, seine Ansicht zu begründen, wie krumm auch immer. Es macht diesen Blog aus, dass Leute voneinander lernen, so wie das in der Wissenschaft üblich ist – man lernt im Austausch miteinander. Wenn Sie Chemtrails dumm finden, dann sagen Sie den anderen Kommentatoren, warum Chemtrails Unsinn sind und diskutieren sie darüber, anstatt sich über etwas nur zu mockieren, so dass man denken muss, Sie können ihre Meinung nicht argumentieren.

    • Alex says:

      Beziehst du dich auf die Rede von Brennan beim Council on Foreign Relations? Er gibt nicht zu, dass so ein Programm existiert. Es geht um den technischen Fortschritt im Bereich Geo-Engineering und dass es ggf. falls möglich ist mit SIA die Globale Erwärmung zu reduzieren/stoppen. Allerdings räumt er auch ein, dass dieses Programm sehr teuer wäre und politisch kaum durchsetzbar ist. (vgl. https://www.cia.gov/news-information/speeches-testimony/2016-speeches-testimony/director-brennan-speaks-at-the-council-on-foreign-relations.html)
      Ich habe schon öfter Chemtrailer gebeten doch einfach einen Wetterballon zu bauen (Anleitung auf zweier Studenten auf yt. Kostenpunkt 100$) und sich mit den Wissenschaftlern in der Szene zusammen zu tun um selbst Messungen vorzunehmen und zu veröffentlichen. Herausgekommen ist dabei seit Jahren überhaupt nichts. Für Umweltverschmutzung brauchen wir gar keine Chemtrails. Dein PC, dein Strom, deine Kleidung, dein Essen,… absolut alles was du besitzt und konsumierst hat dazu beigetragen – lieber mal darüber nachdenken, als Märchen zu erfinden!

      • Donald Duck says:

        “…Märchen…”
        -Gibt es Programme der US-Amerikanischen Regierung (und vermutlich anderer, zB. EU-R.) zur Wetterbeeinflussung/Forschung über Wetterbeeinflussung? JA!
        -Gibt es massive, global verteilte Umweltverschmutzung durch a)künstliche Radionuklide, b) Hormone & hormonell aktive Substanzen wie Weichmacher, die durch keine Kläranlage gefiltert werden (können), c) -Strontium, Barium und andere ungewöhnliche Elemente oder auch Aluminium, … die auch von Mainstream- bzw. vertrauenswürdigen bzw. unabhängigen Wissenschaftlern nachgewiesen wurden und es bis ins Programm des Ö.R. geschafft haben? JA!
        -Sind letztere Quellen uneingeschränkt vertrauenswürdig und teilen uns alles Wissenswerte wahrheitsgemäß und ohne subjektive Verzerrungen mit? KLARES NEIN!

        -Besteht die Möglichkeit, dass neben den üblichen Aktivitäten (z.B. Testeinsätze von Düppel durch die amerikanische Luftwaffe, die auch das Wetterradar stören und die Landschaft verschmutzen), auch Aerosole versprüht werden? Ich halte es nicht für unmöglich und ich denke, dass es genügend skrupellose, dumme und arrogante Menschen gibt, die für ein wenig Geld noch schlimmere Dinge tun würden.

        Zu Ihrem Gegenargument bzgl. Umweltverschmutzung, Alex, dass viel davon im persönlichen Leben geschieht: Beim Kauf von Kleidung auf Naturfasern zu achten, Gemüse saisonal und regional zu konsumieren, etc. ist ein wichtiger Schritt, doch ich sage in Bezug auf Plastikmüll im Meer immer wieder, dass Plastiktüten in Deutschland ein so verschwindend geringer Teil des Problems sind, dass man kaum darüber nachdenken muss. (Ich benutze seit Jahren Leinenbeutel). Globale Probleme können nur gemeinsam global gelöst werden. Die Herkunft mancher Stoffe müsste geklärt werden. Es gab letztens eine Wolke radioaktiven Jods über Nordeuropa, deren Herkunft nicht geklärt werden konnte. Barium und Strontium könnten z.B., durch Sylvesterfeuerwerk in die Umwelt gelangen.

        Nur saubere wissenschaftliche Arbeit mit hochfrequenten Messungen in einem dichten Netz von Messstationen können hier helfen und nur diese Arbeiten sollten durch die öffentliche Hand bezahlt werden. Leider generiert pseudowissenschaftlicher Unsinn und Horrormeldungen Aufmerksamkeit und Einnahmen. Ich wünsche mir, dass derartige Aktionen angemessen sanktioniert werden bis hin zur Aberkennung akademischer Grade und der Verpflichtung, Gegendarstellungen ebenso weit zu verbreiten.
        In Bezug auf die oben beschriebene “wissenschaftliche Untersuchung”: Wenn man die Insekten an vielleicht 5 verschiedenen Punkten (z.B. 1.gemähte Wiese 10m vor Bürofenster, 2. Grünstreifen zwischen Straße und Bauminsel, 3. im nächstgelegenen Wald, 4. Ackerrain, 5. Kleingartenanlage am Stadtrand o.ä.) in relativer Nähe des Arbeitsplatzes erfasst hätte, hätte man weniger schöne Reisen durch die Republik machen können, aber die Ergebnisse wären vielleicht aussagekräftiger gewesen. Natürlich nicht für ganz D., aber für die lokale Region.

  4. Pingback: Neue Fake-News der Grünen: Vogel- und Insektensterben « Ampelmaennchen und Todesschuesse

  5. caesar4441 says:

    Nach dem 2.WK konnte man auf den Pferdeäpfeln auf den Dorfstrassen massenweise Schmetterlinge beobachten ,die man heute nur noch im Lexikon oder Museum findet.Bereits in den 70er Jahren waren diese Schmetterlinge praktisch verschwunden.Waren Maikäfer in den 50er Jahren noch eine Plage ,braucht man heute schon Glück um überhaupt einen zu Gesicht zu bekommen.
    Wespen gibt es dagegen immer noch mehr als genug.Ob die Zahl der Bienen abgenommen hat müßte sich relativ leicht an Hand statistischer Daten über die Zahl der gehaltenen Bienenvölker ermitteln lassen.
    Erstaunlich ,daß der Autor den Klimawandel nicht verantwortlich macht.Das wird ihm sicher Fördergelder kosten.

    • Hallo, also in entomologischer Literatur gibt es manchmal den Hinweis auf den großflächigen Einsatz von Bacillus thuringiensis ab Mitte oder Ende der 60-er Jahre. Der lässt insbesondere die Larven großer Insektenarten –
      das wären in ihrem Beispiel z.B. Trauermäntel, Schillerfalter, Große Eisvögel, Ligusterschwärmer, Nachtpfauenaugen, Maikäfer und Walker,
      regelrecht zerfließen.
      Tja, und seit dieser Zeit gab’s auf Pferdeäpfeln nur noch Fliegen. Der Zusammenbruch der Populationen dieser Arten fällt jedenfalls in diesen Zeitraum.
      Interessanterweise war das in der Zeit, in der man anfing, im Wirtschaftswald auch mal an Naturschutz zu denken, und z.B. Waldränder nicht immer geradlinig gestaltete, was den Lebensansprüchen vieler Arten eigentlich entgegen kam (Waldrandbewohner, Raupen fressen z.B. an Weiden, Birken, Schlehen). Dennoch gab es diesen nur von Beobachtern subjektiv festgestellten Rückgang an Vorkommen und Individuenzahlen.
      Man verwendet den Bacillus auch heute noch gern, u.a. in Gärten. Dabei steht er neuerdings im Verdacht, allerlei mögliche Toxine auszuscheiden.

      Die Bastardpappel, Kreuzung aus einheimischer Schwarz- und Kanadischer Pappel, gilt gesichert als Todesfalle insbes. für den größten einheimischen Tagfalter, den Großen Eisvogel, Limenitis populi. Die Weibchen legen ihre Eier auf den “richtig” riechenden Blättern ab. Die geschlüpften Räupchen aber können die dickeren Blätter dieser Mischlingspappel nicht beißen und verhungern auf ihres Futters Blatt. Möglicherweise gilt das auch für Schillerfalter, deren Larven tw. aber auch an Espen und Weiden fressen.

  6. Peter says:

    Seit wann schreiben Zeugen Jehovas Artikel für die Zeit ?
    Wenn die übrigen Aussagen des obigen Artikels genauso
    oberflächlich recherchiert wurden, dann wäre es wirklich
    besser, das Schriftstück aus dem Internet zu entfernen !

    • Ihr Kommentar ist ein herrliches Zeugnis dafür, dass Lesen und Verstehen zwei unterschiedliche Dinge sind. Aber vielleicht haben Sie ja gar nicht gelesen, dann wäre Ihr Kommentar ein inhaltlicher Beleg dafür, dass Sie anderen absichtlich Falsches unterstellen.

      • Peter says:

        Wenn man in obigem Artikel – den ich genauso gründlich gelesen habe, wie den besagten Artikel in der ZEIT – zu lesen bekomme ” ‘Insektensterben: ein ökologisches Armaggedon’ so titeln die Zeugen Jehovas bei der Zeit”, wie soll ich diese Aussage denn sonst deuten ?
        Die Behauptung, ich würde anderen absichtlich etwas Falsches unterstellen, geht schon
        wieder in die Richtung, die wir so garnicht haben wollen, oder ?

        • Nun gut, leiste ich wieder kognitive Entwicklungsarbeit:
          https://www.jw.org/de/publikationen/zeitschriften/wachtturm-nr6-2017-november/armageddon-ueberleben/
          Der Begriff “Armaggedon” hat einen JW-Stallgeruch.

          • Peter says:

            Es tut mir Leid, Herr Klein, wenn ich Sie mit meinem Kommentar zu ihren Recherchen gekränkt habe. Es stößt mir nur immer wieder sauer auf, wenn
            Minderheiten wie die Zeugen Jehovas in so einem Zusammenhang – egal
            ob absichtlich oder unabsichtlich – einen Seitenhieb versetzt bekommen.
            Jedem der einigermaßen informiert und kognitiv auf der Höhe ist, dürfte
            bekannt sein, dass das Wort Armageddon keine Wortschöpfung der Zeugen
            Jehovas ist, sondern aus dem Aramäischen stammt und einen geografischen
            Ort bezeichnet. Und genauso klar dürfte sein, das die ZEIT keinen Artikel
            veröffentlichen würde, den Jehovas Zeugen verfasst haben. So etwas zu
            behaupten ist ein kognitives Desaster !

            • 1) Wie kommen Sie auf die Idee, sie hätten mich gekränkt?
              2) Dass der Verweis darauf, dass die ZEIT sich der Begriffe der Zeugen Jehovas bedient, ein Seitenhieb auf Letztere und nicht auf Erstere ist, ist ihre Interpretation.
              3) Dass die Zeit einen Artikel veröffentlicht hat, den JW geschrieben haben, hat auch niemand behauptet.

  7. Peter says:

    1) Das war meine persönliche Vermutung aufgrund der Art und Weise, wie Sie auf meinen
    Kommentar reagiert haben.
    2) Armageddon ist kein Begriff der Zeugen Jehovas ! Dieses Wort steht in jeder Bibel in
    Offenbarung 16:16. Wieso sollte es ein Seitenhieb auf die ZEIT sein ? Das suggeriert
    ja schon wieder, dass es etwas kritikwürdiges sein könnte, mit den Zeugen Jehovas in
    Verbindung zu stehen.
    Der Ausdruck “JW-Stallgeruch” verät ja auch einiges über ihre “kognitive” Ausrichtung.
    3) Was verstehen Sie darunter, das jemand in einer Zeitschrift “titelt” ?

  8. Es gibt eine kleine Yahoo-Gruppe, “AgNAD”, die als “Quasi”-Naturschutzverein seit vielen Jahren u.a. genau in der Richtung aktiv ist, also gegen die sinnlose Zerstörung von Restnatur durch “Pflege”. Da gibt es zum Teil bissig-ironische Agitationsmittel herunterzuladen, wie z.B. kleine Aktionsstreifen “totgepflegt” zum Anbringen an kaputt geschnittenem Gebüsch oder Einstecken in die Erde (auf Holzstäbchen) oder größere Plakate wie “Sinnlos abgesäbelt” oder “Das war der Letzte!” mit einem grobschlächtigen Kerl, der einen Schößling ausreißt.
    Habe mit “Wir Mieter müssen das bezahlen” nach pflegerischer Vernichtung von “Wohnbegleitgrün” schon mal einen kleinen Aufstand provoziert. Dort erhält man aber auch sachlichere Hinweise.

  9. Habnix says:

    Wir haben mit Autos schon ziemlich viel Insekten totgefahren. Das ist unbestreitbar.

  10. Pingback: Grossarths Furor – schillipaeppa.net

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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