Wie wirklich ist Verstand? Am Göttinger Institut für Demokratieforschung blüht die Esoterik

Franz Walter, Leiter des Göttinger Instituts für Demokratieforschung, hat einen skurrilen Text veröffentlicht, den man nicht unkommentiert stehen lassen kann, wirft er die Sozialwissenschaft doch weit hinter die Scholastik zurück in die Zeit als noch der religiöse Glaube an das, was sein soll, das, was wirklich ist, überlagert hat.

Der Text stellt in weiten Teilen eine Verschwörungstheorie vor, die so simpel ist, dass man sie in zwei Sätzen zusammenfassen kann: Finstere globale Finanzmächte haben die Interpretation der Wirklichkeit gekapert, um den harmlos dummen anderen Mitglieder der Gesellschaft eine falsche Wirklichkeit vorzugaukeln. Denn: Wirklichkeit gibt es nicht an sich, es gibt nur Interpretationen der Wirklichkeit.

Ob Franz Walter sein Gehalt für eine Interpretation von Wirklichkeit hält oder es ausgibt, ganz so als wäre es Wirklichkeit, ist eine Frage, die sein Vermieter beantworten muss.

Der Kern des Walterschen Unsinns ist in der folgenden Passage zu finden:

Franz Walter Goettingen Demokratieforschung„Doch ist „die Wirklichkeit“ natürlich eine höchst ambivalente Sache. Die Realität der einen entspricht keineswegs der Realität der anderen. Natürlich leben wir nicht in einer sozial und normativ unstrittigen „Realität“. Unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und unterschiedlichen Lebensgeschichten nehmen Wirklichkeit anders wahr. Wirklichkeit, auch Fakten werden durch Kommunikation und Normen konstruiert, dann subjektiv interpretiert und durch die Filter handfester Interessen zu einem Machtfaktor gerade in demokratischen Gesellschaften. Wer die Hegemonie über die Interpretation von „Wirklichkeit“ und der „Faktenlage“ innehat, besitzt einen Vorsprung in der geistig-politischen Auseinandersetzung.“

Die Erkenntnistheorie, die sich über nunmehr 200 Jahre entwickelt hat, hat Menschen wie Walter einfach nicht verdient; Jene Erkenntnistheorie, die z.B. in die Korrespondenztheorie der Wahrheit gemündet ist, die wiederum den Test an der Wirklichkeit als Kriterium ansieht, an dem die Korrektheit von Sätzen abgelesen werden kann. Ob der Satz: „Es regnet in Göttingen“ ein wahrer Satz ist, einer, der mit der Wirklichkeit übereinstimmt, ist insofern keine Frage normativer Interpretation oder von „hegemonialer Interpretation“. Er ist entscheidbar, der Satz. So wie die Wirklichkeit entscheidbar ist.

Weil sie das ist, haben sich Wissenschaftler vor langer Zeit darauf geeinigt, die Wirklichkeit als Maßstab dafür zu Rate zu ziehen, ob ihre Theorien über die Wirklichkeit zutreffen. Wohlgemerkt ihre Theorien, nicht ihre Interpretationen. Denn im Gegensatz zu Interpretationen enthält der Begriff „Theorie“ kein Element der Willkür. Theorie ist Ordnung und Methode und nur dann etwas wert, wenn feststellbar ist, ob eine Theorie zutrifft, sich bewähren kann oder nicht. Interpretationen haben es da leichter. Sie wollen nur subjektiv sein und reklamieren keinerlei Bedeutung im täglichen Leben. Interpretationen sind u.a. der Zeitvertreib dessen, der es auf wissenschaftliche Positionen geschafft hat ohne auch nur eine Ahnung davon zu haben, was Wissenschaft bedeutet, was Wissenschaft „wirklich“ ist.

Und weil sie es nicht wissen, deshalb interpretieren sie Wirklichkeit, nein, deshalb interpretieren sie eine der vielen Wirklichkeiten, die sie behaupten zu sehen. Globale, neoliberale und andere Wirklichkeiten. Es gibt sie zuhauf für Menschen wie Walter, der nie auf die Idee gekommen ist, das naheliegende zu tun: Wirklichkeit als Regulativ einzuführen, an dem man die eigenen Aussagen überprüfen kann. Er ist schon deshalb nicht auf die Idee gekommen, weil es das Ende seiner Interpretationen wäre. Derzeit kann er noch wild fabulieren, interpretieren, behaupten, insinuieren und verkünden. Missbrauchte er Wirklichkeit nicht als Interpretationsobjekt sondern benutze Wirklichkeit als Regulativ, er könnte nur noch behaupten, was er auch belegen kann. Herzlich wenig wäre das. Entsprechend interpretiert er lieber, der Herr Walter, und behauptet, es gäbe mehr als eine Wirklichkeit und vor allem sei die Wirklichkeit ambivalent.

Sie ist es nicht, Herr Walter. Die Wirklichkeit ist erschreckend eindeutig. Interpretieren Sie Kartoffeln als Zahlungsmittel und gehen Sie in den nächsten Supermarkt. Die Wirklichkeit wird sie belehren. Interpretieren sie das Eigentum anderer als das ihre und bedienen sie sich. Auch hier wird Sie die Wirklichkeit schnell davon überzeugen, dass ihre Interpretation falsch ist.

farsideislandAber das weiß auch Herr Walter. Deshalb geht er nicht mit Kartoffeln in den Supermarkt und klaut nicht wie ein Rabe. Deshalb kassiert er sein Gehalt auf Euro und Cent genau und lässt keinerlei Zweifel an der Höhe der Wirklichkeit seines Gehaltes zu. Dass er dennoch die Wirklichkeit bezweifel und behauptet, es gebe derer viele, je nach Erfahrung oder normativer Bewertung durch den Interpretatoren, hat einen einfachen Grund: Gelderwerb. Die Apologeten der subjektiv konstruierten Wirklichkeiten haben keinerlei Nutzen, den sie für sich ins Feld führen könnten, keinerlei Beitrag zu leisten, der gesellschaftlicher Mehrwert wäre. Aber bevor jemand feststellt, dass Interpretationen Marke Walter, dass seine Verschwörungstheorien nichts sind, was einen wissenschaftlichen oder praktischen Wert hätte, einen Wert, der über die subjektive Deutung eines Herrn Walter hinausweist, bevor ihm solches entgegengehalten wird, behauptet er lieber, die Wirklichkeit und mit ihr jede Kritik sei subjektiv und normativ und an Erfahrung gebunden und könne der Komplexität seiner Gedanken entsprechend nicht gerecht werden.

Hans Albert spricht hier von Kritikimmunisierung und wundert sich vermutlich bis heute, dass es funktioniert. Es ist in Deutschland möglich, zu behaupten, die Wirklichkeit sei nichts, was fassbar sei, ihre Beschaffenheit sei vielmehr von subjektiver Interpretation, normativer Vorliebe und individueller Erfahrung abhängig. Und es ist möglich, mit solchen Behauptungen, die zur Konsequenz haben, dass alles, was der Behauptende von sich gibt, subjektiv, von seinen normativen Vorlieben und seiner Erfahrung geprägt ist und so einzigartig, dass es Dritten nicht mitteilbar und verständlich ist, Geld zu verdienen und bei besonders einfachen Gemütern als gelehrt zu erscheinen.

Uns scheint, Herr Walter hat es geschafft, seine subjektiven Interpretationen und Deutungen der Wirklichkeit in hegemonialer und egoistischer Weise zu kapitalisieren und am Markt für Subjektives und gesellschaftlich Nutzloses zu verkaufen.

Die Frage, ob Wirklichkeit wirklich ist, ist natürlich eine metaphysische Frage, über die es sich nur bedingt diskutieren lässt, etwa so bedingt, wie es sinnvoll ist, dauerhaft mit einer Mauer darüber zu diskutieren, ob die Mauer oder der eigene Kopf den längeren Atem hat.

Karl Raimund Popper, der zeitlebens an der Dummheit jener Zeitgenossen gelitten hat, die die Wirklichkeit der Wirklichkeit in Zweifel ziehen und Deutung an die Stelle von Messung, Interpretation an die Stelle von Methode setzen wollen, gleichzeitig ihre Deutungen aber für so relevant halten, dass sie sie anderen mitteilen zu müssen glauben, hat in seinem Plädoyer für den Realismus des Alltagsverstandes und gegen die Erkenntnistheorie des Alltagsverstandes ein Beispiel zitiert, das Winston Churchills Antwort auf diejenigen darstellt, die die Eindeutigkeit von Wirklichkeit anzweifeln, sie deuten und interpretieren wollen:

Popper objektive Erkenntnis„Winston Churchills Ansichten sind sehr ausgeprägt und ich halte sie für einen sehr gerechten Kommentar zu einer Philosophie, die sich seitdem vielleicht vom Idealismus zum Realismus gewandelt hat, aber immer noch gleich nichtssagend ist: ‚Einige meiner Vettern, die den großen Vorzug einer Universitätsausbildung genossen‘, schreibt Churchill, ‚zogen mich gern mit Argumenten auf, die beweisen sollten, dass nichts existiert außer in Form unserer Gedanken …‘. Er fährt fort: ‚Ich berief mich immer auf folgendes Argument, das ich mir selbst viele Jahre früher einmal klargemacht hatte … [Da] ist die riesige Sonne, die augenscheinlich auf keiner festeren Grundlage steht als unseren Sinneswahrnehmungen. Doch glücklicherweise gibt es eine Methode zur Nachprüfung der Wirklichkeit der Sonne, die überhaupt nichts mit unseren Sinnen zu tun hat. … Die Astronomen sagen mittels [der Mathematik und] des reinen Verstandes voraus, dass an einem bestimmten Tag ein dunkler Fleck vor der Sonne vorüberziehen wird. Man … schaut nach, und der Gesichtssinn sagt dir unmittelbar, dass die Berechnung richtig war. … Wir haben etwas gemacht, was in der militärischen Kartographie Kontrollpeilung heißt. Wir haben uns ein unabhängiges Zeugnis für die Wirklichkeit der Sonne erschaffen. Wenn mir meine metaphysischen Freunde sagen, die Daten, die in die Berechnungen der Astronomie eingingen, beruhten notwendigerweise ursprünglich auf Sinneswahrnehmungen, so sage ich ‚nein‘. Sie könnten, jedenfalls theoretisch, aus automatischen Rechenmaschinen stammen, die vom drauffallenden Licht in Gang gesetzt werden, ohne dass die menschliche Sinneswahrnehmung irgendwo eingeschaltet wäre. … Ich … sage noch einmal mit allem Nachdruck … die Sonne ist wirklich, auch heiß, heiß wie die Hölle, und wenn die Metaphysiker das anzweifeln, sollten sie hingehen und sich überzeugen“ (Popper 1973: 58-59).

Irre: Wehrmachtssäuberungen greifen um sich

Deutschland gleicht immer mehr einem Irrenhaus.

Barchiv GM Lorenz mit Soldaten

Bilder wie dieses halten die Erinnerung an die WEHRMACHT wach. Schließt das Bundesarchiv!

In der Hamburger Universität der Bundeswehr wurde ein Bild entfernt, das Helmut Schmidt in einer Wehrmachtsuniform zeigt. Als Leutnant der Wehrmacht war es Schmidt leider nicht möglich, sich in seinem Antifa-Outfit ablichten zu lassen. Die Wehrmacht-Säuberungen haben ein neues Stadium erreicht und im Sinne eines kollektiven Vergessens wollen wir als Exegeten und heftige Kritiker des Konzepts des kollektiven Gedächtnisses, nicht am Rande stehen.

Wir haben deshalb eine Reihe von Maßnahmen erarbeitet, die es der Bundeswehr und Deutschland erlauben, endgültig den Makel des tausendjährigen Reiches los zu werden. Hier unser Weg zum kollektiven Vergessen in vier Schritten:

1.

Das Bundesarchiv in Koblenz ist zu schließen und vor allem die Bildbestände D und E sind komplett zu verbrennen. Die entsprechenden Scheiterhaufen der Geschichte können in Koblenz auf dem deutschen Eck errichtet werden. Mit der Beseitigung des Bundesarchivs, in dem historisches Material über die schlimme Zeit des Dritten Reiches gesammelt wird, ist der erste Schritt auf dem Weg ins kollektive Vergessen gemacht.

2.

Barchiv_Scherer Theodor Ritterkreuz

Auszeichnungen sind bei der Bundeswehr abzuschaffen.

Der zweite Schritt besteht darin, die aktuellen Einflüsse der Wehrmacht zu tilgen. Eine Google Suche nach „Wehrmacht“ fördert Assoziationen mit „Ränge“, „Auszeichnungen“, „Uniform“, „Flagge“, „Schuhe“ und „Helme“ zu Tage. Entsprechend sind in der Bundeswehr das Verleihen von Auszeichnungen, das Tragen von Uniform, das Hissen von Flaggen, das Laufen in Schuhen und das Tragen von Helmen zu verbieten, um jede Assoziation mit der Wehrmacht auszuschließen. Eine Suche nach „deutsche Wehrmacht“ fördert zusätzliche eine Assoziation mit Soldatenlieder und Generäle zu Tage. Daher sind im Einklang mit der ersten Suche, jegliche Form von Rängen, militärische Ränge, abzuschaffen und jede Art von Liedgut ist zu unterdrücken. Bei der Bundeswehr wird nicht gesungen. Zuwiderhandelnde werden aus der Bundeswehr ausgeschlossen.
3.

BArchiv Gefallene

Einzig erlaubte Darstellung von „Wehrmacht“

Der dritte Schritt besteht darin, den Zweiten Weltkrieg und die daran beteiligten Soldaten aus dem kollektiven Gedächtnis insofern zu tilgen, als es sich dabei um Angehörige der deutschen Wehrmacht handelt. Die Jahre 1939 bis 1945 sind aus Geschichtsbüchern, Archiven, Bibliotheken und Datenbanken aller Art zu entfernen. Wer Bilder, Reden und Dokumente aus diesen Jahren in Umlauf bringt oder sich Bilder, Reden und Dokumente aus dieser Zeit verschafft, wird mit Haftstrafen von bis zu 10 Jahren bestraft und in jedem Fall aus der Bundeswehr ausgeschlossen.

4.

Schließlich ist die Sprache zu bereinigen. Wehrmacht besteht aus Wehr und Macht. Um Missbrauch von Wehr und Macht auszuschließen, wird der Begriff „Wehrmacht“ in jedem Zusammenhang durch den Begriff „Stauregime“ ersetzt. Damit sollte auch die letzte Erinnerung an die Wehrmacht, Entschuldigung an das Stauregime beseitigt sein.

Die deutsche Leitkultur, von der in der letzten Zeit so viel die Rede war, ist entsprechend als Hysterie zu bestimmen, als unmotivierte und unangemessene Reaktionen, die aus Nichtigkeiten Monstrositäten macht und sich nur über eine weitgehende Verblödung derer, die man früher als politische Elite bezeichnet hat, und somit mit einem Begriff, der heute nur noch Lachkrämpfe hervorruft, erklären lässt.

P.S

BundesWEHR ist natürlich in Bundesstau(damm) umzubenennen.

Flüchtlingskriminalität und ARD-Manipulateure: Wenn aus einer Zunahme ein Rückgang wird

Wie dumm muss man sein, um dem neuerlichen Manipulations-Versuch der ARD auf den Leim zu gehen?

Weil Flüchtlinge bei der ARD nicht besonders kriminell sein dürfen und die Redakteure bei der ARD sich immer noch Augen und Ohren zuhalten, wenn einfache kriminologische Erkenntnisse ausgesprochen werden wie die, dass Kriminalität durch Zuwanderung steigt und dass dann, wenn vornehmlich junge Männer zuwandern, die Kriminalität stärker steigt, einfach nur deshalb, weil junge Männer, ob Flüchtlinge oder Deutsche, eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, sich kriminell zu verhalten, als der Rest der Bevölkerung, versuchen sie, ihre Leser auf das Primitivste zu manipulieren:

ARD Manipulation Fluechtlinge„Ein Kapitel der Kriminaltstistik befasst sich auch mit dem Zusammenhang zwischen Kriminalität und Zuwanderung. Die Zahl tatverdächtiger Zuwanderer ist demnach im vergangenen Jahr um 52,7 Prozent gestiegen – auf 174.438. Die Zahl ist damit deutlich weniger stark gestiegen als im Vorjahr, als der Anstieg gemäß dem Jahreslagebild des Bundeskriminalamts noch 91 Prozent betragen hatte.“

Die ARD will also suggerieren, dass die Kriminalität bei Flüchtlingen – gemessen an den ermittelten Tatverdächtigen – geringer geworden sei. Interessant sind hier die Daten, die die ARD verschweigt.
Rechnen wir also ein wenig.

In 174.438 tatverdächtigen Flüchtlingen des Jahres 2016 ist eine Steigerung von 52,7% enthalten, so die ARD. Eine Steigerung von 52,7% entspricht 60.202 tatverdächtigen Flüchtlingen, die im Jahr 2016 mehr in der Kriminalstatistik erfasst wurden als 2015. Dementsprechend müssen 2015 114.236 tatverdächtige Flüchtlinge erfasst worden sein. Wenn 114.236 tatverdächtige Flüchtlinge im Jahr 2015 eine Steigerung um 91% im Vergleich zu 2014 darstellen, dann müssen im Jahr 2014 59.809 tatverdächtige Flüchtlinge erfasst worden sein. Die Steigerung um 91%, die 2015 im Vergleich zu 2014 gegeben war, entspricht somit 54.427 tatverdächtigen Flüchtlingen, während die Steigerung um 52,7% im Vergleich der Jahre 2016 und 2015, die die ARD als Rückgang verkaufen will, 60.202 tatverdächtigen Flüchtlingen entspricht.

Die Zahl der tatverdächtigen Flüchtlinge hat also im Vergleich der Jahre 2016 und 2015 abermals zugenommen von 54.427 im Vergleich der Jahre 2015 und 2014 auf 60.202 im Vergleich der Jahre 2016 und 2015, obwohl die Steigerungsrate für das Jahr 2016 im Vergleich zum Jahr 2015 mit 52,7% geringer ausgefallen ist als im Vergleich der Jahre 2015 und 2014, für die sie 91% betragen hat. Des Rätsels Lösung besteht in der Basis der Prozentuierung, die für die Steigerung von 91% eine geringere ist als für die Steigerung von 52,7% [Bei 10 Tatverdächtigen stellen 9 mehr einen Zuwachs um 90% dar, bei 20 Tatverdächtigen sind 10 mehr ein Zuwachs um 50%).

Die ARD versucht also mit einem Trick aus dem Schmierenjournalismus, ihre Leser hinters Licht zu führen, in dem sie einen geringeren Anstieg in der Zahl der tatverdächtigen Flüchtlinge zu suggerieren versucht, den es nicht gibt, denn tatsächlich verstecken sich hinter den 52,7% 60.202 tatverdächtige Flüchtlinge und somit mehr als hinter den 91%, denen 54.427 Flüchtlingen entsprechen.

Abermals wird auf einem öffentlich-rechtlichen Sender versucht, die Leser in den Glauben zu manipulieren, die Kriminalität unter Flüchtlingen gehe, gemessen an den ermittelten Tatverdächtigen, zurück. Tatsächlich nimmt die Kriminalität – gemessen an ermittelten tatverdächtigen Flüchtlingen aber zu.

Mitgliederschwund: Gewerkschaften sind ein Auslaufmodell, Gewerkschaftler eine kleine Minderheit

Die Funktionäre von Gewerkschaften erheben in Deutschland den Anspruch als Tarifpartner zu fungieren und Tarifverträge abzuschließen, die für alle Beschäftigen einer Branche Gültigkeit beanspruchen. Gewerkschaften entsenden Arbeitnehmer in Betriebsräte, in denen ihnen Mitbestimmung gesetzlich garantiert ist. Gewerkschaften legen mit ihren Streiks Unternehmen und zuweilen auch ganze Wirtschaftszweige lahm und doch sind Gewerkschaftler eine aussterbende Spezies und zudem eine Minderheit.

Denn die Gewerkschaftsführer sprechen für 14% der Erwerbstätigen in Deutschland.
Gewerkschaften sind somit eine der einflussreichsten Minderheiten in Deutschland, und Gewerkschaftsfunktionäre treten in der Regel in einer Weise auf, die den 14% Erwerbstätigen, die sie vertreten, in keiner Form von Zurückhaltung gerecht wird.

Gewerkschaftler sind nicht nur eine Minderheit, sie sind auch ein Auslaufmodell. Seit 1991 geht die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Erwerbstätigen kontinuierlich zurück, und zwar in einem Umfang, der langsam die Frage relevant werden lässt: Können Gewerkschaftsfunktionäre noch für sich in Anspruch nehmen, als Tarifpartner alle Arbeitnehmer einer Branche zu vertreten? Oder ist es nicht an der Zeit die Monopolstellung, die Gewerkschaftsfunktionäre bei der angeblichen Vertretung der Interessen von Arbeitnehmern haben, zu beenden und den Einfluss der Gewerkschaften auf die 14% der Erwerbstätigen zu reduzieren, die sie noch vertreten?

DGB Mitgliederentwicklung

Familienverband fordert Wahlrecht ab Geburt und Wahlrecht für alle Säugetiere

Diese Namen sollten Sie sich merken:

  • Renate Schmidt, Bundesfamilienministerin a.D. (SPD) und Schirmherrin der Kampagne
  • Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D. (SPD)
  • Dr. Hermann Otto Solms, Bundestagsvizepräsident a.D. (FDP)
  • Dr. Klaus Zeh, Minister a.D. (DFV-Präsident)
  • Ingrid Arndt-Brauer, MdB (SPD)
  • Swen Schulz, MdB (SPD)
  • Thomas Silberhorn, MdB (CSU)
  • Peter Patt, MdL (CDU)
  • Alexander Schoch, MdL (Bündnis 90/Die Grünen)
  • Paul Ziemiak, JU-Vorsitzender (CDU)
  • Arne Gericke, MdEP (Familienpartei)
  • Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit, Justizsenatorin a.D. (SPD)
  • Markus Löning, MdB a.D. (FDP)
  • Steffen Reiche, MdB a.D. (SPD)
  • Hellmut Königshaus, MdB a.D. (FDP)
  • Cornelia Pieper, MdB a.D. (FDP)
  • Angelika Brunkhorst, MdB a.D. (FDP)
  • Dr. Albin Nees, Staatssekretär a.D. (CDU)
  • Prof. Dr. Klaus Hurrelmann (Hertie School of Governance)
  • Prof. Dr. Kurt-Peter Merk (Hochschule Koblenz)
  • Prof. Dr. Hermann Heußner (Fachhochschule Osnabrück)
  • Prof. Dr. Herwig Birg (Universität Bielefeld)
  • Dr. Axel Adrian (Jurist)
  • Wolfgang Gründinger (Sprecher der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen)

Wahlrecht ab geburtDie Namen gehören zu Personen, die ein Wahlrecht ab Geburt fordern. Begründet wird der neueste Nagel im Sarg der Demokratie damit, dass „nur wer wählt, zählt“. Als wäre diese Zuweisung von Wert an Bürger auf Grundlage ihrer Fähigkeit, ein Kreuz in einen vorgegebenen Kreis zu machen, nicht schon peinlich genug, argumentieren die Genannten, die im Deutschen Familienverband dafür sorgen wollen, dass Wahlgeschenke an Eltern sich gleich mehrfach lohnen, ausgerechnet damit, dass „immer weniger junge Menschen … immer mehr älteren Menschen“ gegenüberstehen.

Ältere Menschen und jüngere Menschen wären somit diametral zueinander, die Interessen beider inkompatibel. Irgendwie glauben die namentlich oben Genannten wohl, dass man die Mengenverhältnisse dadurch ändern könne, dass man den wenigen jüngeren Menschen ein Stimmrecht ab Geburt gibt, damit sie den vielen älteren Menschen Paroli bieten können. Dies zeigt, wer vom Wahnsinn befallen ist, hat auch keine Bewusstseinsinseln mehr, er fabuliert in jeder Hinsicht oder es zeigt, dass es nicht darum geht, jüngeren Menschen eine Stimme zu geben, wie es pathetisch heißt, sondern darum, opportunistisches Verhalten von Parteien und Wählern zu belohnen, denn: wenn Eltern die Stimme ihrer Neugeborenen bei Wahlen vertreten, dann lohnen sich Wahlgeschenke an Eltern doppelt – wie oben bereits angemerkt wurde.

Dass es darum geht, Eltern zu opportunistischen Wählern und zur einfachen Beute für opportunistische Politiker zu machen, steht ganz offen in der Pressemeldung des Deutschen Familienverbands: „Bisher können allein ihre Eltern mit dem Kreuz auf dem Wahlzettel versuchen, die Politik in Richtung Nachhaltigkeit und Familiengerechtigkeit zu lenken.“ [Scheinbar haben Eltern nur die Eigenschaft, Nachwuchsbetreuer zu sein. Als solche besteht Interessengleichheit zwischen ihnen und ihrem Nachwuchs, jedenfalls für die Vertreter dieses frei flottierenden Wahns, die oben genannt wurden.]

Deshalb müssen Kinder ab Geburt ein Stimmrecht erhalten und Eltern es in Treuhänderschaft wahrnehmen. Natürlich, so müssen wir ergänzen, haben Eltern immer dieselbe Meinung darüber, welcher Partei ihr Kind die Stimme geben würde, wäre es dazu im Stande, und natürlich gibt es keinerlei Streit darüber, wer das Wahlrecht des Kindes ausüben darf. Dergleichen Nebensächlichkeiten können ignoriert werden. Schließlich geht es darum, Demokratie zu zerstören und dafür zu sorgen, dass es für Politiker leichter wird, Stimmen von Bevölkerungsgruppen zu kaufen.

Da sich in den letzten Jahren zunehmend die Erkenntnis durchsetzt, dass es ethisch nicht mehr vertretbar ist, Säugetiere (außer Menschen) zu töten, um ihre Leichen in Teilen Exemplaren, wie den oben namentlich genannten, zum Fraß vorzuwerfen, fordern wir nun endgültig ein Wahlrecht für Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und alle sonstigen Säugetiere, die von Menschen ermordet, gefressen oder anderweitig ausgenutzt werden.

Singer Praktische EthikBislang haben diese Säugetiere kein Wahlrecht, obwohl ihre geistige Kapazität fast durchgängig über der des menschlicher Nachwuchses liegt, wie sich schon daran zeigt, dass z.B. Lämmer bereits nach kurzer Zeit des Laufens und selbständigen Essens fähig sind, eine Fähigkeit, die zu meistern menschlichem Nachwuchs erst nach Jahren gelingt. Entsprechend können wir im Einklang mit der Forschung und den Arbeiten zur praktischen Ethik, wie sie Peter Singer veröffentlicht hat, feststellen: Andere Säugetiere sind menschlichem Nachwuchs überlegen. Wenn nun menschlicher Nachwuchs ab Geburt eine Stimme haben soll, dann ist es kaum möglich, die entsprechende Stimme für andere Säugetiere zu verweigern. Da andere Säugetiere insbesondere ein Interesse an nachhaltiger Entwicklung haben und vor allem daran, nicht zum Fleischlieferanten degradiert zu werden, da andere Säugetiere darüber hinaus und als Folge der Bevölkerungsexplosion weltweit einer wachsenden Zahl von Menschen gegenüberstehen, deren intellektuelle Reife bislang nicht dazu ausreicht, vom Fleischkonsum abzusehen, ist es notwendig, nicht-menschlichen Säugetieren eine Stimme zu geben. Diese Stimme muss, wie bei menschlichem Nachwuchs, treuhänderisch von erwachsenen Menschen ausgeübt werden. Vegetarier und Veganer sind dafür am besten geeignet. Von ihnen kann erwartet werden, dass sie dem Hauptinteresse jedes Lebewesens, nicht von anderen gefressen zu werden, Rechnung tragen.

Die Argumentation, die ein Wahlrecht für nicht-menschliche Säugetiere fordert, steht im Einklang und leitet sich logisch aus der Argumentation des Deutschen Familienverbands ab, so dass der Deutsche Familienverband letztlich keine Einwände dagegen haben kann, wenn seine Forderung danach, Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, deren Reife mit der anderer Säugetieren vergleichbar ist und zeitweise hinter der Reife und geistigen Entwicklung anderer Säugetiere zurückbleibt, eine Stimme zu geben, durch die logisch folgende Forderung eines Wahlrechts für alle anderen Säugetiere ergänzt wird. Denn: nur wer wählt, zählt, und schließlich gilt es zu verhindern, dass Lämmer, Rinder oder Schweine, die eine große Zukunft vor sich hätten, von Menschen wie den oben genannten, gefressen und um ihre nachhaltige Zukunft gebracht werden.

Europarat empfiehlt Deutschland, Hasskriminalität zu erfinden

Der Irrsinn feiert weiter frohe Feste.

Die letzten Tage war die Antirassismus-Kommission des Europarats in Deutschland, um zu sehen, ob auch alles mit rechten Dingen zugeht.
Festgestellt haben die angeblichen Experten u.a., dass Deutschland Hasskriminalität nicht richtig erfasst.

Das berichten seither die Medien landauf und landab und geben einmütig wieder, dass die Definition, wie sie die Polizei benutze, zu eng sei, aus Sicht der antirassistischen Europaräte. Wie die „weite“ Definition der antirassistischen Räte aussieht, das wiederum fragt sich kein Medienvertreter. Man ist zufrieden damit, feststellen zu können, dass es bestimmt mehr Hasskriminalität in Deutschland gibt, als in den öffentlichen Statistiken verzeichnet.

ideology of madnessDas ist eine der Besonderheiten deutscher Gutmenschen, über die wir uns regelmäßig wundern: Sie sind nur zufrieden, wenn sie behaupten können, dass alles viel schlimmer ist, als es auf Basis von Statistiken ausschaut. Stellt man fest, dass die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass z.B. Homosexuelle nicht häufiger Selbstmord begehen als Heterosexuelle, dann sind die Gutmenschen richtig enttäuscht. Erst wenn sich mehr Homosexuelle als Heterosexuelle umbringen, sind sie zufrieden. Den Hasskriminalitäts-Lamentierern geht es ähnlich: Erst wenn viel mehr Hass vorhanden ist, als Statistiken ausweisen, geht es ihnen so richtig gut.

Gutmenschen scheinen zu einer Form von morbider Perversion zu neigen.

Wie auch immer. Wir haben uns die breite Definition der antirassistischen Räte angesehen. Hier ist sie:

“In addition, the German police authorities use an excessively restrictive definition of hate crimes for their statistics. Under the definition used, an act is deemed to have a political motive only “if it targets a person on account of his or her political views, nationality, ethnic origin, race, skin colour, religion, philosophical belief, origin […] or sexual orientation”. In point of fact, the police should, in line with § 14 of GPR No. 11, adopt a much broader definition and consider a racist, homophobic or transphobic incident to be “any incident which is perceived to be racist, homophobic or transphobic by the victim or any other person.”

Derzeit wird eine Straftat dann als Hasskriminalität gezählt, wenn sie sich z-B. gegen Personen richtet, wegen deren politischer, religiöser, sexueller oder ideologischen Orientierung. Das ist den Antirassisten zu wenig. Sie wollen, dass alle Ereignisse, von denen derjenige, gegen den sie sich richten oder irgend eine andere Person der Ansicht sind, sie seien rassistisch oder homophob oder transphob als Hasskriminalität geführt werden.

In Deutsch: Immer dann, wenn sich jemand einbildet, eine Handlung, die er beobachtet hat, sei z.B. rassistisch oder immer dann, wenn einer denkt, weil er schwul ist, sei jede Kritik an ihm homophob oder immer dann, wenn jemand eine Routine daraus gemacht hat, immer dann, wenn ihm etwas passiert, was ihm nicht gefällt, die Tatsache, dass seine Ur-Großeltern aus Namibia zugewandert sind, als Ursache auszumachen und sich zum Opfer von Rassismus zu erklären, soll die entsprechende Einbildung als Hasskriminalität in offiziellen Statistiken gezählt werden.

Die Herrschaften vom Europarat haben offensichtlich nicht mehr ihre fünf Sinne beisammen oder sie sind schlicht aufgrund kognitiver Inkontinenz der Welt nicht zumutbar. Wissenschaftler haben sich nicht jahrhundertelang bemüht, Kriterien für die Erfassung von Daten durchzusetzen, die nachvollziehbar und intersubjekt sind, damit die Europaräte des Weges kommen und die Kriterien mit ihrem subjektiven Unsinn ersetzen. Wer vorschlägt, die Definition einer Handlung als Hasskriminalität dem Opfer oder wem auch immer zu überlassen, der kann auch gleich vorschlagen, dass Straftäter sich ab sofort selbst aburteilen und sich die Strafe zumessen, die ihnen nach ihrer Ansicht zusteht.

Wenn die Irren die Erde regieren, wird es Zeit, auf den Mars auszuwandern. Vor diesem Hintergrund erhält die neue Ernsthaftigkeit, mit der die NASA die erste bemannte Mission zum Mars vorbereitet, eine ganz neue Note.

Haben Sie eigentlich den Europarat dazu legitimiert, Steuergelder zu benutzen, um derat irre Empfehlungen zu geben?


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Daten: Linke Landesregierungen machen Bürger krank!

Darum leidet Deutschlands Jugend unter Kopfschmerzen“, so lautet die Überschrift eines Beitrags in der Welt. Laurin Meyer versucht sich in diesem Text an der Interpretation statistischer Daten und scheitert. Sätze wie: „Junge Erwachsene leiden häufiger unter Kopfschmerzen“ machen dies deutlich. „Häufiger“ ist ein zweistelliger Funktor der förmlich nach einem „als“ schreit. Indes, im Text von Meyer schreit der Funktor vergeblich. Kein als stellt sich ein. Und deshalb müssen wir rätseln. Junge Erwachsene leiden häufiger unter Kopfschmerzen als

  • Mittelalte Erwachsene,
  • Kinder
  • ganz alte Erwachsene
  • der Durchschnitt der Erwachsenen
  • Migränepatienten
  • die Besucher eines Rockkonzerts
  • Rennfahrer
  • Stahlarbeiter
  • noch vor zehn Jahren?

Niemand weiß es. Aber es ist auch irrelevant, denn der Text von Laurin Meyer ist ein solches Meisterwerk in Dilettantismus, dass man selbst dann, wenn man wüsste, häufiger als wer nun noch einmal junge Erwachsene Kopfschmerzen haben, Schwierigkeiten, wie die durch die folgenden Sätze aufgeworfenen, unüberwindlich sind:

„Zwar ist die Zahl der Kopfschmerzen-Patienten in fast allen Altersgruppen gestiegen. Bei den Jüngeren wuchs sie gegenüber 2005 allerdings um 42%,“

rowntree-statistic-without-tearsSind die 42% bei den Jüngeren nun mehr Anstieg als der nicht bezifferte Anstieg in fast allen Altersgruppen? Sind die Jüngeren die Jungen Erwachsenen von ein paar Sätzen zuvor oder ganz junge Erwachsene oder gar nicht Erwachsene, sondern Jugendliche? Auch dieses Mal lässt Meyer seine Leser im Regen stehen. Es geht ihm ja auch nicht um Zahlen, nein es geht ihm darum, seine wilden Spekulationen darüber, wo der Anstieg der Verbreitung von Kopfschmerzen bei nun „jüngeren Menschen“ herkommt. [Ob jüngere Menschen mit Jüngeren oder jungen Erwachsenen identisch sind?].

Der Druck auf jüngere Menschen habe zugenommen, so mutmaßt er. Stressreaktionen auf Schul- und Berufsalltag seien die Kopfschmerzen, deshalb brauche man bessere Präventionsangebote und hier könnten Unternehmen helfen: Flexible Arbeitszeiten, Sofas zur Entspannung, kostenlose Säfte oder ein Feierabendbier: Wenn es um die Prävention von Kopfschmerzen geht, dann hält die Hausapotheke von Laurin Meyer einiges bereit. Kurse zur Stressbewältigung sind das Antidot, das er Studenten anempfiehlt, von denen Baris Ünal, Referatsleiter der Studienberatung der TU Berlin, der Ansicht ist, dass ihr Aufwand im Studium nicht wirklich gestiegen ist (das ist seine Art zu sagen: Es gibt keinen Grund für Stress.).

Wer die vor-Computer-Zeit an Universitäten miterlebt hat, die Schreibmaschinen in der Fernleihe in ebenso guter Erinnerung behalten hat, wie den Papierstau im Drucker oder die in Falten gelegte Stirn des Präsenzbibliothek-Bibliothekars und sein resigniertes: „Wenn das Buch nicht am Standort ist, dann ist es verstellt, verloren oder gestohlen worden“, der kann angesichts dieses Euphemismus des Jahrhunderts, den Ünal da von sich gibt, in einer Zeit, in der Studenten durch ihr Studium getragen werden und sich saublöd anstellen müssen, wenn sie es nicht schaffen, nur in hektisches Lachen ausbrechen, entstressendes Lachen so zu sagen.

Studierende, so sinniert Ünal weiter, „würden aber häufig glauben, gestresst sein zu müssen“. Kurz: Studenten bilden sich ein, sie hätten Stress, und wie wir wissen, ist die Einbildung eines Menschen sein Himmelreich: So wird Einbildung zu Stress, schon weil man mit Stress so viele Unzulänglichkeiten, Versäumnisse und Faulheiten gesellschaftlich akzeptiert entschuldigen kann. Und für den eingebildeten Stress gibt es Kurse zur „Stressbewältigung“ an Universitäten. Es gibt eben keinen Unsinn, den es nicht gibt. Natürlich dienen die Kurse gegen den eingebildeten Stress der Bekämpfung von Kopfschmerzen, die in Deutschlands Jugend, unter „jungen Erwachsenen“, „Jüngeren“ oder jüngeren Menschen „zugenommen“ haben.

Heureka, die Welt ist eine rosarote Cornflakes-Schüssel und der Beitrag von Laurin Meyer ist die Sahne über dem Sprach-Porridge, dem kalten Porridge, denn was Laurin Meyer hier als Erklärung für die Kopfschmerzen anführt, ist Unfug.

Wir haben es getestet.

Jeder weiß, dass junge Menschen, also jüngere, als die Jugend Deutschlands, dass diese noch nicht oder fast erwachsenen in Schule und Ausbildung einem Trommelfeuer an indoktrinierend gemeintem Unsinn ausgesetzt sind, von der Gleichstellung über die queeren Vorstellungen verklemmter Linker bis zu Anti-Gewalt, Anti-Rassismus und Anti-Rechtsextremismus Seminaren, das Leben eines jungen Menschen, also der Jüngeren …, Sie wissen schon, dieses Leben es ist angefüllt mit sprachlichem Dauerfeuer, das diejenigen, die sich für Gutmenschen halten, im Minutentakt abschießen, um die rationale Festung, die Gehirne in den Köpfen von jungen Menschen (oder Jüngeren) in der Regel noch sind, zum Einsturz zu bringen.

Wie auch jeder weiß, finden sich diese Gutmenschen in größerer Menge in linken Parteien und besonders kumuliert trifft man sie in Regierungen an, die sich aus mehreren linken Parteien zusammensetzen, Parteien die miteinander in politisch-korrekten Umerziehungsprogrammen wetteifern und ihre Bürger und vor allem die jungen Menschen in ihrem Land (also die Jüngeren) mit Indoktrination im Bildungsplan schon ab dem Kindergarten verfolgen.

Das kann nicht gutgehen.

Die Berieselung mit Unfug muss im gesündesten Gehirn irgendwann zu Kopfschmerzen führen und diese Kopfschmerzen müssen umso verbreiteter sein, je dauerhafter die Berieselung ist. Die Berieselung ist in Bundersländern, in denen linke Parteien den Lehrplan gestalten und ihre Bürger mit Unisex-Toiletten, politisch-korrektem Gendersprech und anti-rassistischer Straßenbenennung in den Wahnsinn treiben wollen, besonders dauerhaft und intensiv. Entsprechend würde man erwarten, dass mit der Anzahl der Linken an der Landesregierung die Verbreitung der Kopfschmerzen steigt.

Das haben wir geprüft.

Vorgehen:
Je mehr linke an einer Regierung beteiligt sind, desto höher ist der Wert, den wir der Landesregierung zugewiesen haben. In Berlin besteht die Regierung aus SPD, Grüne und Linke. Das macht 12 Punkte (3 (SPD) + 4 (Grüne) + 5 Linke). In Bayern regiert die CSU alleine, das macht einen Punkt. Die Punkte für die Bundesländer haben wir mit dem Anteil der Bevölkerung, der unter Kopfschmerzen leidet (10,04% in Berlin, 8,49% in Sachsen) korreliert.

kopfschmerzenDas Ergebnis ist eindeutig:
Pearson’s R = 0,55 (Signifikant auf dem 1%-Niveau).

Je linker die Landesregierung, desto mehr Bürger im Land haben Kopfschmerzen. Damit hat sich unsere Hypothese, nach der linker Unsinn die Deutschen krank macht, bestätigt.


Hinweise für ScienceFiles?
Schreiben Sie uns.

Strafverfolgungsstatistik: Überproportional viele Ausländer unter den Verurteilten

Sind Ausländer nun häufiger straffällig als Deutsche, oder sind sie es nicht? Viele scheinen mit einer schnellen Antwort auf diese Frage bei der Hand zu sein. Nur wenige können ihre Aussagen auf Daten stützen.

Deshalb zunächst einmal eine Beschreibung der Realität auf Grundlage der gerade vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten der Strafverfolgungsstatistik.

Die Strafverfolgungsstatistik enthält u.a. die Zahl der Abgeurteilten und der Verurteilten. Abgeurteilte sind Personen, gegen die eine Anklage erhoben und irgendwie zu einem Ende gebracht wurde, entweder durch Freispruch, Strafbefehl, Einstellung des Verfahrens oder durch Verurteilung usw. Die Zahl der Verurteilten gibt an, wie viele der Anklagen, die vor einem ordentlichen Gericht erhoben wurden, mit einer Verurteilung der Angeklagten geendet haben.

Die Entwicklung der Zahl der Verurteilten ist somit der härteste Indikator, den man nutzen kann, um die Frage zu entscheiden, ob der Anteil straffälliger Ausländer höher ist als der straffälliger Deutscher.

Die folgende Abbildung stellt die Entwicklung der Verurteilten für Ausländer und Deutsche von 1976 bis 2015 dar.

verurteilte-1976-2015

Wie sich zeigt, steigt die Zahl der verurteilten Ausländer bis zum Jahre 1994 kontinuierlich an und geht danach bis zum Jahre 2011 zurück. Seit 2012 steigt die Zahl der verurteilten Ausländer wieder an.

Die Frage, ob Ausländer häufiger unter den Verurteilten zu finden sind als Deutsche, ist eine Frage, die mit Bezug auf Relationen beantwortet werden muss, zunächst auf Basis der Relation ausländischer zu deutscher Bevölkerung. Rund 10,6% der Einwohner Deutschland waren 2015 Ausländer. Der Anteil der Ausländer an den Verurteilten liegt seit 1992 kontinuierlich und zum Teil deutlich über 20% und beträgt 2015 28,3%, wie die nächste Abbildung zeigt. Entsprechend kann man auf Basis der Strafverfolgungsstatistik zweifellos feststellen, dass der Anteil der Ausländer unter den Verurteilten überproportional hoch ist.

anteil-auslaendischer-verurteilte-1976-2015

Folgt daraus, dass Ausländer auch häufiger straftätig sind als deutsche?

Aus der Tatsache, dass Ausländer proportional häufiger verurteilt werden als Deutsche kann man zunächst nur schließen, dass Ausländer überproportional häufig vor einem Richter landen als Deutsche.

Das kann seine Ursache darin haben, dass gegen Ausländer schneller Anklage erhoben wird als gegen Deutsche. Ob das der Fall ist, weiß in Deutschland niemand.

Wenn es keine Verzerrung dahingehend gibt, dass gegen Ausländer schneller Anklage erhoben wird als gegen Deutsche, dann kann es sein, dass ausländische Straftäter leichter zu ermitteln sind als deutsche. Ein Blick auf die Straftaten, die besonders häufig von Ausländern begangen werden und bei denen Ausländer besonders deutlich überrepräsentiert sind, gibt Anhaltspunkte, ob diese Annahme zutrifft:

Die meisten der 209.603 Ausländer, die im Jahr 2015 verurteilt wurden (bzw. im Jahr 2015 in die Strafverfolgungsstatistik eingegangen sind), wurden für Diebstahl (58 775), Einbruchsdiebstahl (46.385) bzw. für Betrug und Untreue (39.754) verurteilt. In den drei Deliktbereichen beträgt ihr Anteil jeweils 42,2% (Diebstahl), 42,7% (Einbruchdiebstahl) und 23,6% (Betrug und Untreue) an allen Verurteilten. Nun handelt es sich bei den genannten Diebstahldelikten um diejenigen, die mit notorisch geringer Aufklärungsquote aufwarten. So wurden im Jahr 2015 15% der registrierten Diebstähle und 18,1% der registrierten Einbruchsdiebstähle aufgeklärt. Dass der Anteil der ausländischen Verurteilten gerade in diesen Deliktgruppen so hoch ist, wie er ist, spricht dafür, dass Ausländer leichter zu ermitteln sind. Dafür spricht auch die Kategorie „Betrug und Untreue“. Hier sind Ausländer ebenfalls zahlenmäßig stark vertreten, ihr Anteil ist mit 23,6% der Verurteilten aber deutlich geringer als in den beiden Diebstahl-Kategorien. Die Aufklärungsquote für Betrug und Untreue liegt im Bereich von 80%, so dass man davon ausgehen kann, dass die 23,6% ungefähr dem tatsächlichen Anteil von Ausländern an den entsprechenden Straftaten entsprechen.

al-capone-wantedEs sei denn, Straftaten, die von Ausländern begangen werden, werden der Polizei eher angezeigt als Straftaten, die von Deutschen begangen werden. Dass dem so ist, insbesondere in Zeiten, in denen das Merkmal „Ausländer“ in der öffentlichen Wahrnehmung eine große Rolle spielt, dafür gibt es einige tentative Belege, z.B. in den Arbeiten von Geißler (2000), Schüler-Springorum (1983) oder Schöch und Gebauer (1991), die in der Regel jedoch keine vollständige Erklärung der höheren Anteile von Ausländern unter Tatverdächtigen und Verurteilten leisten (können). Deshalb bleibt das, was in Deutschland mangels Daten zumeist bleibt: an educated guess.

Stellt man in Rechnung, dass von Ausländern begangene Straftaten eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, angezeigt zu werden, Ausländer eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, als Tatverdächtiger ermittelt zu werden, eine höhere Wahrscheinlichkeit, angeklagt und verurteilt zu werden und stellt in Rechnung, was Theorien wie der (in Deutschland weitgehend missverstandene) Labeling-Approach, die Anomie-Theorie und die Theorie sozialer Dissoziation zur Erklärung von Kriminalität beitragen, nämlich, dass Kriminalität in bestimmten sozialen Gruppen aufgrund von Divergenzen zwischen den Zielen, die angestrebt werden, und den legalen Mitteln, die vorhanden sind, um diese Ziele zu erreichen, häufiger ist, dass die Mitglieder dieser Gruppen dazu tendieren, delinquentes Verhalten zu normalisieren und entsprechend häufiger auszuführen und dass bestimmte Gruppen von der Mehrheitsgesellschaft als sowieso mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, Kriminelle zu enthalten, in Verbindung gebracht werden, dann kommt man zu dem Schluss, dass auf Basis der Zahlen der Strafverfolgungsstatistik eine höhere Straffälligkeit von Ausländern wahrscheinlich ist, wenngleich der zahlenmäßige Wert für die Überproportionalität (28,3:10,6 = 267% häufiger verurteilt) ausländischer Verurteilter in der Strafverfolgungsstatistik vermutlich zu hoch ist. Dass Ausländer sich häufiger delinquent verhalten und häufiger dafür verurteilt werden als Deutsche, daran scheint jedoch kein vernünftiger Zweifel angebracht zu sein. Entsprechend geht es nunmehr darum, nach der Erklärung für diesen empirischen Fakt zu suchen.

Ein Hinweis zum Schluss: Dass Menschen Ausländer sind, ist keine Erklärung, denn Ausländer sind nicht per se krimineller als Deutsche. Daher muss die Erklärung in anderen Variablen, z.B. in der Sozialisation, der sozialen Position, in Werten und Normen gesucht werden.

Geißler, Rainer (2000). „Ausländerkriminalität “–Vorurteile, Mißverständnisse, Fakten. Zeitschrift für Migration und soziale Arbeit 1: 20-27.

Schüler-Springorum, Horst (1983). Ausländerkriminalität. Ursachen, Umfang und Entwicklung.  Neue Zeitschrift für Strafrecht 3(12): 529-536.

Schöch, Heinz & Gebauer, Michael (1991). Ausländerkriminalität in der Bundesrepublik Deutschland. Baden-Baden: Nomos.

Postkolonialer Blödsinn

Warum, so haben wir uns gefragt, soll es unseren Lesern besser gehen als uns? Wir haben keine Antwort, die uns an dem hindern würde, was wir nun zu tun im Begriff sind, ganz linear und in zeitlicher Abfolge, gefunden.

Das habt Ihr nun davon.

Maria do Mar Castro Varela und Nikita Dhawan haben im Transcript-Verlag, eine Art Verlag für esoterische Texte, ein Buch mit dem Titel „Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung“ veröffentlicht bekommen.

Lassen Sie sich nicht durch den Titel täuschen.

Prof FacepalmDas Buch enthält keine Theorie, denn Theorien leben davon, dass man sie empirisch testen kann und auch empirisch testet. Das Buch enthält vielmehr eine Ansammlung von Erzählungen der Autoren, die nacherzählen, was andere erzählt haben, die ebenfalls schon keine Ahnung hatten, warum sie das, was sie da erzählen, also behaupten, mit Argumenten belegen und prüfbaren Hypothesen über die Folgen aus der Erzählung für die Empirie nachvollziehbar machen sollten. Das Buch ist insofern eine Art „oral tradition“, in dem mystische Geschichten erzählt werden.

Das Buch ist auch nicht kritisch. In dem Kreis, in dem do Mar Castro Varela und Dhawan verkehren, besteht Kritik darin anzugeben, ob einem die Erzählung, die ein anderen zum Besten gegeben hat, gefällt oder nicht. Kritik besteht nicht darin, anhand nachvollziehbarer und prüfbarer Kriterien zu zeigen, dass Aussagen, die sich als Konsequenz einer allgemeinen Aussage ergeben, falsch sind oder darin, auf logische Widersprüche hinzuweisen. Derartige Tätigkeiten, die Wissenschaft konstituieren, werden im Rahmen postkolonialer Theorie, wie sie die Autoren darstellen, als Überreste des westlichen Kolonialismus angesehen. Noch einmal deutlicher: Vernunft und Rationalität werden explizit als hegemoniale Praktiken eines westlichen Kolonialismus gebrandmarkt.

Eigentlich sollte man die beiden Autorinnen, die so wenig Wert auf Rationalität und Vernunft legen, dass sie beides als kolonialistische Normen ablehnen, nunmehr ihrem Schicksal überlassen. Vielleicht findet sich ja der ein oder andere Afrikaner, der es mehr als ärgerlich findet, von zwei gelangweilten Westlern, die nichts mit sich anzufangen wissen, als irrationaler, vernunftloser Instinkthaufen angesehen zu werden.

Aber die Wartezeit gönnen wir do Mar Castro Varela und Dhawan nicht. Deshalb hier ein paar Schmankerln zum Genießen, kommentierte Schmankerln natürlich:

“Postkolonialismus kann dabei nicht einfach als etwas gedacht werden, dass [die Unterscheidung zwischen Konjunktion und Artikel wird von den Autorinnen offensichtlich als Sinnbild eines rational vernünftigen Kolonialismus‘ abgelehnt] nach dem Kolonialismus eingetreten ist, sondern muss als eine Widerstandsform gegen die koloniale Herrschaft und ihre Konsequenzen betrachtet werden. Anstatt also Geschichte als lineare Progression zu betrachten, wendet sich die postkoloniale Theorie den Komplexitäten und Widersprüchen historischer Prozesse zu“.

post-it

Widerstand gegen das it!

Post meint also nicht mehr nach, sondern Widerstand. Post-Kolonialismus ist also Widerstand gegen den Kolonialismus. Nicht, dass dieser Widerstand den Kolonialismus zeitlich voraussetzen würde. Nein. Das wäre ja post, also post im eigentlichen Sinne von „nach“. Nein. Kolonialismus ist in seiner Komplexität und in seinen Widersprüchen, die irgendwie in einer nichtlinearen Welt vom Himmel fallen, einfach so gegeben. Boom, da ist er, der Kolonialismus. Nicht, dass ihn jemand als lineare Progression auffasst, als etwas, das auf etwas getroffen ist, was vorher da war, dieses etwas verändert und Folgen produziert hat. Nein. Der Kolonialismus ist als historischer Prozess keine lineare Progression, in der etwa 1886 auf 1885 folgt. Der Kolonialismus ist komplex und widersprüchlich, weit weniger widersprüchlich als der postkoloniale Blödsinn, den wir gerade zitiert haben, aber immerhin – oder so.

Weiß jemand, wie man einen Widerspruch in nicht linearer Progression findet? Also einen, bei dem der Widerspruch sich nicht daraus ergibt, dass Satz B, der Satz A zeitlich nachfolgt (in linearer Progression) demselben widerspricht? Wenn es jemand weiß, er möge uns erleuchten, damit wir die Komplexität und Widersprüchlichkeit, nicht-linearer Widersprüche erkennen können.

Vermutlich sind unsere Verständnisschwierigkeiten, die uns das Buch von do Mar Castro Varela und Dhawan als postkolonalistischen Blödsinn bewerten lassen, darauf zurückzuführen, dass wir nur in linearer Progression, also von links nach rechts und von oben nach unten und in der Aufeinanderfolge der Worte zu lesen im Stande sind. Würden wir von rechts nach links lesen oder von unten nach oben, dann würde der lineare Blödsinn vielleicht zur nicht-linearen Sinnhaftigkeit:

zu Prozesse historischer Widersprüche und Komplexitäten den Theorie postkoloniale die sich wendet, betrachten zu Progression lineare als Geschichte also anstatt“.

Klingt irgendwie sinnvoller, wenngleich die Komplexität des Satzbaus das Verständnis erschwert… Machen wir derweil linear weiter:

“Zudem ist der Prozess der Dekolonisierung ein kontinuierlicher, der sich jedoch nicht als fortschreitend darstellen lässt“.

Der Text von Castro Varela und Dhawan ist ein kontinuierlicher Anschlag auf den normalen Verstand. Damit dieser kontinuierliche Anschlag nicht zu fortschreitender Debilität führt, zumal letztere als ursächlich für kontinuierlichen kognitiven nicht-Fortschritt anzusehen ist, empfehlen wir, den zitierten Satz gleich in die Kategorie „Blödsinn“ einzuordnen, dahin also, wo er hingehört.

“Die koloniale Diskursanalyse als wichtiger Teil postkolonialer Theorie repräsentiert einen neuen Weg, Kolonialgeschichte zu lesen, werden hier doch sowohl kulturelle als auch ökonomische Prozesse als die bedingenden Formationen des Kolonialismus betrachtet“ (17).

Es ist in der Tat neu, dass man eine Methode als Teil einer Theorie verkaufen will. Normalerweise macht eine Theorie Aussagen über Zusammenhänge in der Wirklichkeit, während eine Methode dazu da ist, die entsprechenden Aussagen zu prüfen. Wenn also eine Theorie aussagt, dass man mit Glycerinnitrat durchschlagende Erfolge im Bergbau erzielen kann, so ist es die Aufgabe einer entsprechenden Methode, zum einen „durchschlagenden Erfolg“ zu operationalisieren und zum anderen, Glycerinnitrat daraufhin zu prüfen, ob es tatsächlich geeignet ist, die entsprechenden Erfolge, z.B. in der Vermengung mit Kieselgur zu erreichen.

marvin-harris

Widerstand gegen „modern Times“

In der postkolonialen Welt ist dies anders. Hier ist alles eins, Theorie ist Methode und alles ist Geschwätz, denn nicht, was in der Realität ist, ist Gegenstand der postkolonialen Theorie, sondern das, was man sich vorstellt, dass in der Welt wäre. Das, was man sich vorstellt, dass es in der Welt wäre, gilt als Theorie und bietet eine hervorragende Basis für eine postkoloniale Diskursanalyse, die darin besteht, alle Assoziationen und Phantasien, die durch die Theorie, also die Vorstellung davon, was in der Welt wäre, ausgelöst werden, auszuplaudern und anderen vor die Füße zu werfen. In der postkolonialen Welt, die, wie wir uns erinnern, ja nicht linear progressiert und auch nicht kolonialistischer Vernunft und Rationalität anhängt, wird die Methode zum festen Bestandteil der Theorie und nichts ist fortschreitend, aber alles kontinuierlich!

Und weil dem so ist, deshalb
“wird in der Folge [Postkolonialität als] ein Set diskursiver Praktiken verstanden, die Widerstand leisten gegen Kolonialismus, kolonialistische Ideologien und ihre Hinterlassenschaften“.

In der kontinuierlichen, aber nicht fortschreitenden, in von nicht-linearer Progression gezeichneten, widersprüchlichen und vollständig von Vernunft und Rationalität dekolonisierten Welt der Postkolonialen Theorie sind es diskursive Praktiken, die Widerstand leisten. Nicht etwa Menschen leisten durch ihre Handlungen Widerstand. Nein, es sind die diskursiven Praktiken, die Widerstand leisten.

Ökonomische und kulturelle Prozesse sind übrigens nicht nur die Grundlage von Kolonialismus, sie sind die Grundlage jeder Konstitution menschlicher Gesellschaft, und zwar seit Menschen in der Gesellschaft anderer durch die Gegend gestreift sind. Ein wenig Lektüre leicht verdaulicher, wenngleich linear und kontinuierlich und dennoch fortschreitend (von Kapitel zu Kapital) arbeitender Ethologen wie Marvin Harris könnte hier, bei normalen Menschen, wahre Wunderkerzen der Erkenntnis entzünden. Wie es in postkolonialen Gehirnen aussieht, ist eine empirische Frage, der sich vielleicht der ein oder andere Neurologe oder Psychiater in seiner Kapazität als linearer Grenzgänger zwischen Ursache und Wirkung annehmen will.

Blödsinn mit Methode: Die Auflösung oder Aufklärung

Die Qualität wissenschaftlicher Texte lässt sich als Funktion ihrer Konkretheit messen. Manche Texte sind so schwammig und vage, so voller Nominalkonstruktionen und nichtsagender Reifikationen am Begriffshimmel, dass sie nur als Travestie, nicht jedoch als wissenschaftlicher Text durchgehen. Wie macht man derartige Texte kenntlich?

Eine einfache Methode haben wir in unserem Post „Blödsinn mit Methode“ dargestellt. Wenn es möglich ist, in einem vermeintlich wissenschaftlichen Text den Gegenstand der angeblichen Forschung auszutauschen, ohne dass es den Resttext tangiert, dann haben wir es mit Blödsinn, weil inhaltsleer, und nicht mit Wissenschaft zu tun. Ein weiteres Kriterium, das den Blödsinn als Blödsinn erhärtet, kann ergänzt werden. Wenn es einer großen Zahl unabhängiger Urteiler nicht möglich ist, den willkürlich ersetzten Text vom Originaltext zu unterscheiden, dann handelt es sich mit Sicherheit um Blödsinn, Blödsinn wie in die Gender Studies in Reihe produzieren.

Und so haben wir unseren Lesern ein Ergebnis der Denkversuche, das aus den Gender Studies kommt, in fünf Varianten vorgelegt, in denen wir nur den Forschungsgegenstand ausgetauscht haben. Und, gemein wie wir sind, haben wir unsere Leser gebeten, den publizierten Text von unseren Texten zu unterscheiden.

552 Leser haben sich den Spaß gemacht oder sich dem Leid unterzogen, die fünf Texte zu lesen, um den Text zu identifizieren, der es in eine angeblich wissenschaftliche Zeitschrift geschafft hat. Hier das Ergebnis ihrer Einschätzung.

genderwald

Und diese Verteilung belegt unseren Punkt, denn: Leute, 81% von Euch liegen daneben!

Es ist nicht die Genderfreizeit, nicht der Gendertod und auch nicht der Genderacker oder der Genderkaffee, es ist der Genderwald.

Die Bewertung dieses Ergebnisses wollen wir unserem Kommentatoren Uranus überlassen:

“Nachdem ich für Genderfreizeit votiert und festgestellt habe, damit immerhin bei der Mehrheit der Meinungen gelandet zu sein, wollte ich nun auch wissen, ob es sich hier um einen vorgezogenen Aprilscherz handelt oder ob es sowas in der wahren Welt wirklich gibt. Und siehe da, eingegeben in google findet sich als erster Treffer die FZG – Freiburger Zeitschrift für GeschlechterStudien: …. Erschütternd. Ich hatte bis zuletzt auf den Aprilscherz gehofft.

Das publizierte Machwerk findet sich tatsächlich in der Freiburger Zeitschrift für Geschlechterstudien und wurde von Regula Kolar und Bianca Baerlocher verbrochen. Titel: Vielfalt im Wald. Chancengleichheit als Kriterium für eine nachhaltige Waldgestaltung

Das hätten wir uns nicht ausdenken können.

Als kleine Belohnung für all diejenigen, die sich durch die Texte gekämpft haben, hier unsere Lieblingsversion, von deren Veröffentlichung wir bislang abgesehen haben:

Vielfalt in der Irrenanstalt. Chancengleichheit als Kriterium für eine nachhaltige Arbeit mit Irren

Die Irrenanstalt ist für alle da – auf Seiten der Irren, aber auch auf Seiten der Wächter und Psychiater. Dieser Artikel beleuchtet die männerdominierte Branche der Irrenwächter und Psychiater und geht von einer Interdependenz zwischen Gesellschaft, Geschlecht und Irre sein aus. Denn die Gesellschaft-Irrsinn-Beziehungen und deren Ausgestaltung sind mit Gender sowie mit Fragen der Chancengleichheit verknüpft. Ziel ist es, sich durch eine integrative Perspektive der beiden Forschungsfelder Gender Studies und Nachhaltigkeitsforschung sozialtheoretisch Problemstellungen von Nachhaltigkeit und Chancengleichheit zu nähern. Die theoretische Basis bilden dabei der Ansatz „sozial-ökologische Regime“ und die „Care“-Perspektive. Es wird argumentiert, dass nachhaltige Irrenarbeit heißt, Chancengleichheit im Zusammenhang mit der Behandlung von Irren auf allen Seiten zu gewährleisten. Zum Schluss wird die Frage gestellt: Ist nachhaltige Beschäftigung mit Irren Care-Arbeit und umgekehrt?