Wissenschaftsnarren: Erste akademisierte Büttenrede

Die erste akademisierte Büttenrede der närrischen Saison wurde gerade auf heute.de veröffentlicht. Gehalten hat sie ein Thomas Kliche, nicht Thomas CKliché, obwohl er keines auslässt. Und frei hat er seine Büttenrede auch nicht gehalten, es mussten ihm Fragen souffliert werden, von einem öffentlich-rechtlichen Stichwortgeber.

Wolle’ märn reilosse?

Narhallamarsch!

Die Höhepunkte der Büttenrede vom Thomas Kliché:

  • “Der Rechtsextremismus wird auf Jahre zur politischen Landschaft Deutschlands dazugehören.”
  • Die AfD gehört ins rechtsextreme Spektrum.
  • Die Wähler der AfD sind:
    • Rechtsextreme Menschenfeinde,
    • enttäuschte Bürgerliche,
    • Menschen in Sachsen-Anhalt und
    • Menschen mit Angst vor der Zukunft.
  • Globalisierung löst makrosozialen Stress aus.

Narhallamarsch zum Zweiten!

Liebe Narren,

das sagt der Thomas, der Klischee, der Politik- und Gesellschaftspsychologe aus Magdeburg-Stendal:

“wir sind gegenüber von regressiven Rechtsextremen immer in der Situation, dass wir eigentlich, wie mit Kindern reden, die bockig und unvernünftig sind – also wir sind Erwachsene, die vernünftig auf sie zugehen, aber wir werden argumentativ niemals durchkommen.”

Was also tun?

Narhallamarsch zum Dritten.

heute AfD Dummbabbler

Liebe Narren,
Rechtsextremismus gehört schon seit Jahren zur politischen Landschaft Deutschlands, Politik- und Gesellschaftspsychologen wie Thomas CKliché erst seit es Verwaltungsbeamte gibt, die dusselig genug sind, sie mit Steuergeldern zu finanzieren.

Politik- und Gesellschaftspsychologen werden von anerkannten Wissenschaftlern und Bildungsforschern zuweilen dem Dummbabbel-Lager zugerechnet, deshalb dürfen sie auch Büttenreden auf heute.de halten.

Und sie dürfen behaupten:
AfD-Wähler sind rechtsextreme Menschenfeinde, enttäuschte Bürgerliche, Menschen in Sachsen-Anhalt und Angsthasen.
Ha, können wir dazu nur sagen: AfD-Wähler gibt es auch außerhalb von Sachsen-Anhalt, Thomas CKliché lehrt in Magdeburg-Stendal, ist also nach eigener Aussage ein sachsen-anhaltinischer AfD-Wähler und hat entsprechend Angst, rechtsextreme Angst hat er, der Menschenfeind, und deshalb verfolgt er die Wähler der AfD mit seinem Hass, weil er nicht akzeptieren kann, dass es Menschen gibt, die anders sind als er, deshalb verfolgt er sie. Weil er ein enttäuschter Bürgerlicher ist, der geglaubt hat, dass man als Hochschullehrer etwas ist. Und was hat er erfahren: Enges Dienstzimmer, altes Möbel, keine Sekretärin, aber viel Selbstverwaltung und das alles für einen Hungerlohn. Wenn das mal keinen enttäuschten Bürgerlichen macht und vor allem einen Globalisierungsverlierer.

Absolventen gehen ins Ausland und verdienen dort gut. Absolventen machen sich selbständig und verdienen noch besser. Und was macht Thomas Kliché? Politik- und Gesellschaftspsychologie an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Nicht einmal an eine Universität hat er es geschafft mit seiner Gesellschaftspsychologie. An einer Hochschule ist er gelandet. In Sachsen-Anhalt. Im Land der AfD-Wähler. Im Land der rechtsextremen und enttäuschten Bürgerlichen. In seinem Land, in dem er doch eigentlich gar nicht sein will.

Deshalb zieht Thomas Kliché wütend in die Medien und gibt dort seinen Hass zum Besten, seinen Hass auf alle, die nicht sind wie er, gescheitert und an einer mittelmäßigen Hochschule geparkt.

Liebe Narren,
wir können an einen regressiven Gesellschaftspsychologen, der sich einbildet, er würde wissen, wer die AfD wählt ohne auch nur ein Datum dazu zu präsentieren (oder zu kennen), nicht die Maßstäbe anlegen, die man an Erwachsene anlegt, an Personen, die vernünftigen Argumenten dahingehend zugänglich sind, dass in einer Demokratie selbst Menschen, deren Meinungen man partout nicht ausstehen kann, das Recht haben, ihre Meinung zu äußern, selbst dann dürfen sie sie äußern, wenn wir die Meinung für böse, falsch oder unvertretbar halten. Das müssen wir akzeptieren. Es nützt auch nichts, mit dem Fuß aufzustampfen und diese anderen als rechtsextreme Menschenfeinde und mit Blödheit Geschlagene zu beleidigen.

Dem kleinen Thomas, mit dem wir reden müssen, wie mit einem Kind, weil er diesen vernünftigen Argumenten offensichtlich nicht zugänglich ist, weil er bockig und unvernünftig ist und Andersdenkende als rechtsextrem beschimpft und auf seiner unfundierten gesellschaftspsychologischen Intuition, alle AfD-Wähler seien aus Sachsen-Anhalt, rechtsextrem, enttäuscht bürgerlich oder Angsthasen, beharren will, auch ohne empirischen Beleg, dem ist das alles fremd, unbekannt und deshalb lebt er im mikrosozialen, nicht etwa im makrosozialen Stress.

Was also tun? – “Wie ist der richtige Umgang” mit Thomas?

Ohrfeigen? Nein, das ist autoritäre Erziehung und die ist out.

Ins Heim geben? Nein, das ist keine Lösung, dort bekommt Thomas nur Ohrfeigen und das ist autoritäre Erziehung und die ist out.

Am besten, wir lassen ihn an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Dort kann er nicht viel kaputtmachen, denn von Politik- und Gesellschaftspsychologie an der Hochschule Magedburg-Stendal hat man bislang noch nichts gehört, auch wenn zu befürchten steht, dass sie “auf Jahre zur” Hochschullandschaft “Deutschlands gehören wird”. Aber wir bezahlen größeren Unsinn, Genderunsinn, da kommt es auf CKlichés aus Magdeburg-Stendal nicht an.

Und dann machen wir das, was Kliché im Hinblick auf die Wähler der AfD geraten hat: “Geduld haben, Blödheit ignorieren, das Vernünftige dagegensetzen”. Geduld haben, darauf hoffen, dass das Grundsatzprogramm wissenschaftlicher Diskussion vielleicht auch in Magdeburg-Stendals Gesellschaftspsychologie ankommt, das bisherige dumme Gebabbel im Hinblick auf diese Hoffnung überhören und auf die Kraft der rationalen Argumentation, die wir dem dummen Gebabbel entgegensetzen, vertrauen. Denn, wenn die Kraft der rationalen Argumentation nicht ausreicht, um den Sumpf des Dummgebabbels trocken zu legen, dann steht zu befürchten, dass dummes Gebabbel noch auf Jahre zumindest zur Hochschullandschaft Magdeburgs (aber nicht nur dort) gehören wird.

Narhallamarsch!

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AfD = Männerpartei? Zum Fabulieren von angeblichen Wissenschaftlern in der ZEIT

Deutschland hat einen neuen Aufreger: Wählen nur oder fast nur oder so gut wie nur oder hauptsächlich oder überwiegend oder mehrheitlich Männer die AfD oder nicht?

Als gäbe es keine wichtigen Fragen, z.B. welche Gründe einen Wähler zur Wahl der AfD veranlassen, fahren Mainstream-Medien wieder mit voller Kraft auf der Geschlechterschiene. Und alles wegen einer Umfrage von Emnid, in der 17% der befragten Männer angegeben haben, die AfD wählen zu wollen, im Gegensatz zu 2% der befragten Frauen.

Warum ist es eigentlich interessant, das Geschlecht der Wähler von AfD oder Bündnis90/Grünen zu erfragen? Spielt es bei der Beurteilung des demokratischen Willens von Wählern etwa seit neuestem eine Rolle, welches Geschlecht die entsprechenden Wähler haben? Gilt nicht mehr one man one vote, sondern one man two votes? Wer den ZEIT-Beitrag unter dem Stichwort “Männersache” gelesen hat, der kann sich des Eindrucks nicht erwehren, die vollkommen sinnlose Diskussion wurde vom Zaun gebrochen, damit angebliche Wissenschaftler zu Wort kommen und ihre Vorurteile verbreiten können.

Und los geht’s:

Da ist zum Beispiel eine Andrea Römmele, die Professor für Kommunikation an der Herthie School of Government in Berlin sein will. Sie weiß Folgendes zur unglaublich wichtigen Frage: Warum wählen – wie Emnid behauptet – mehr Männer AfD als Frauen, beizutragen:

  • scully facepalmBefragte hätten Hemmungen, sich zu radikalen Parteien zu bekennen, so Römmele. Da bei Emnid angeblich 10% der Befragten angegeben haben, die AfD wählen zu wollen, muss man wohl daraus schließen, dass die AfD keine radikale Partei ist.
  • Dessen ungeachtet übt sich Römmele im freien Spekulieren:
    • Die AfD habe eine aggressive Rhetorik mit Nähe zur Gewalt. Sie ziehe deshalb einen bestimmten Typus “Männer” an. Die AfD als Schlägerpartei also, die eben weil sie Schlägerpartei ist keine friedliebenden Frauen anzieht, denn: “Frauen lehnen das Gewaltsame ab”. Spätestens nach einer solchen Allaussage muss man konstatieren, dass die Herthie School of Government offensichtlich nicht wählerisch in der Vergabe von ausgerechnet Lehrstühlen für Kommunikation ist.
    • Außerdem weiß Römmele noch, dass Frauen zivilgesellschaftlich engagiert sind und deshalb einen differenzierten Blick auf z.B: Flüchtlingshilfe haben. Entsprechend muss man Männer wohl als undifferenzierte und nicht zivilgesellschaftlich engagierte Schläger ansehen, was zum einen Zweifel am differenzierten Blick von Römmele aufkommen lässt, zum anderen falsch ist, wie die Zeitbudgetstudie des Statistischen Bundesamts zeigt: Männer wenden im Durchschnitt pro Tag 2 Stunden und 37 Minuten für ein ehrenamtliches Engagement auf, Frauen 2 Stunden und 27 Minuten. Wo die Vorurteile und die Phantasie mit vermeintlichen Professoren durchgehen, da bleibt die Realität auf der Strecke. Entsprechend kann man nur feststellen, dass die komplexe Realität mit der einfachen Rhetorik der Frau Römmele nicht vereinbar ist. Da Römmele ihrerseits der AfD eine einfache Rhetorik attestiert, sollte sie vielleicht bei der AfD mitmachen, schon um die Zeit zu erhöhen, die Frauen mit Ehrenämtern verbringen.

Der Nächste der seine höchstpersönlichen Vorurteile bei der ZEIT absondern darf, ist ein Lars Geiges, “Mitarbeiter im Institut für Demokratieforschung in Bielefeld”. Er weiß Folgendes beizutragen:

  • Prof Facepalm“Radikale Parteien werden immer stark von Männern gewählt und geführt”. Daraus muss man schließen, dass die Grünen nie eine radikale Partei waren und auch nicht mehr sind. Aus den Fundis sind somit Couchies geworden, deren Radikalität sich auf den Kommentar zur Tagesschau beschränkt. Was Geiges hier erzählt, ist schlichter Humbug, wie jeder, der sich mit der Geschichte z.B. der Grünen befasst hat, bestätigen kann. Wer es nicht hat, der möge sich z.B. das Buch von Wilhelm Bürklin über die Grünen zu Gemüte führen. Wenn Geiges repräsentativ für den Zustand der Demokratieforschung nicht nur in Bielefeld, sondern in Deutschland sein sollte, dann wäre es besser, die entsprechende Forschung ganz sein zu lassen, schon um zu verhindern, dass pure Phantasie gewürzt mit ideologischen Vorlieben als Demokratieforschung ausgegeben wird.
  • Damit nicht genug: Die “Pose des dauernden Protestes und der Zuspitzung liegt” Frauen nicht so, weiß Geiges. Woher verrät er nicht. Aber auch ohne konkrete Daten, auf die er seine Behauptung stützen könnte, scheut sich Geiges nicht, weiter zu phantasieren: “Frauen … gehen die Politik differenzierter und lebenspraktischer an”, deshalb wählen sie nicht die AfD.

Schließlich darf auch Dieter Rucht, Soziologieprofessor am Wissenschaftszentrum Berlin, seine Profession in Verruf bringen. Seine Vorurteile über die Männer sind wie folgt:

  • “Männer springen auf den rechten Politikstil mit klaren Ansagen und ohne jede Empathie für andere gesellschaftliche Gruppen an. … ‘Laut sein, gewalttätig sein’, so Ruchts Fazit, das ist Sache der Männer'”.

Drei angebliche Wissenschaftler und ihre Vorurteile über die Wähler der AfD:

  • Ein Professor für Kommunikation, der weiß, dass Frauen das “Gewaltsame” ablehnen und deshalb den AfD-Schlägertrupp nicht wählen.
  • Ein Mitarbeiter am Institut für Demokratieforschung, der weiß, dass Männer undifferenzierte, lebensunpraktische Deppen sind, die deshalb radikale Parteien wie die AfD wählen.
  • Ein Soziologieprofessor, der weiß, dass Frauen empathisch sind und Männer nicht und weil Männer laut und gewalttätig sein wollen, deshalb wählen sie AfD.

Nicht eine dieser … Personen hat ein Problem damit, alle Männer über einen Kamm zu scheren. Alle sind sich in ihrem autoritären Charakter, der in dogmatischen All-Aussagen über alle Männer und alle Frauen seinen Niederschlag findet, einig. Sie merken nicht einmal, dass dann, wenn alle Männer nicht differenziert denken können und alle Männer laut und gewalttätig sein wollen, ihre eigenen Aussagen, also die von Rucht und Geiges, von denen wir bis zum Beweis des Gegenteils einmal annehmen, dass sie zumindest biologisch, wenn schon nicht sozial als Männer anzusehen sind, und sie selbst von ihren Behauptungen umfasst sind. Geiges und Rucht sind dann nach eigener Aussagen undifferenziert, verunsichert, lebensunpraktisch, unempathisch, wollen laut und gewalttätig sein. Kurz: Als Wissenschaftler kann man sie nicht ernst nehmen.

Und nicht eine dieser … Personen sieht die Notwendigkeit, die eigenen Vorurteile zumindest ansatzweise mit Daten oder einem Bezug auf die Realität zu untermauern. Da, wo sich empirische Behauptungen finden, wie bei Römmele und Geiges, sind sie falsch.

Wenn es um die AfD geht, so ist offensichtlich, dann darf jeder die Sau rauslassen und frei phantasieren, seinen Vorurteilen freien Lauf lassen und sagt damit doch weit mehr über sich als über die AfD. Entsprechend kann man allen dreien einen Realitätsverlust attestieren, der bedenkliche Ausmaße angenommen hat und von einem dogmatischen, geschlossenen Geist nicht unbedingt positiv beeinflusst wird.

Dies können wir schon deshalb attestiert, weil wir im Besitz eines für Deutschland einzigartigen Datensatzes sind, in dem mehr als 1000 Wähler der AfD ein ganz anderes Bild von der Realität abgeben, als diese Phantasiegebilde angeblicher Wissenschaftler. Wer sich für die Realität interessiert und sich entsprechend nicht mit den politisch-korrekten, aber abwegigen Phantasien von vermeintlichen Wissenschaftlern abspeisen lassen will, der kann sich mit uns in Verbindung setzen und eine entsprechende Auswertung unserer Daten gegen eine entsprechende Gebühr bestellen.

 

Politischer Nachwuchs: Von Irren und Lügnern

Wir haben es wieder mit der Kultur, mit der politischen Kultur. Studenten der Politikwissenschaft, dann, wenn sie politische Soziologie belegen, kennen den Begriff der Politischen Kultur zur Genüge als die Beschreibung der Bedingungen, in die ein politisches System eingebettet ist und von denen sein Erfolg letztlich abhängt.

civic cultureDer Begriff “politische Kultur” ist als solcher wertneutral. Eine Demokratie sollte in eine zivile Kultur eingebettet sein, deren wichtigstes Moment darin besteht, dass sich Bürger in die Politik einmischen, eine Diktatur funktioniert in einer parochialen politische Kultur am besten, bei der sich die Bürger des Politischen kaum bewusst sind.

Der Begriff “politische Kultur” umfasst auch eine Anzahl von Werten und Verhaltensnormen. In demokratischen Systemen sind die Werte in Grundrechten formuliert und Verhaltensnormen richten sich, zuweilen ausgehend von Grundwerten, an Bürger und politische Akteure gleichermaßen: Das Grundrecht der Meinungsfreiheit führt z.B. zur Verhaltensnorm, die Meinungen anderer nicht nur zuzulassen, sondern auch zu akzeptieren.

Verhaltsnormen leiten sich darüber hinaus aus dem normalen menschlichen Miteinander, der Ethik des Umgangs miteinander ab, die für politische Akteure in besonderer Weise gilt. Von ihnen, die im politischen Prozess nicht nur teilhaben wollen, sondern Dritte vertreten wollen, werden so archaische Prinzipien wie Ehrlichkeit, Offenheit, Rechtschaffenheit verlangt und im Hinblick auf die Fähigkeit, ihre politische Tätigkeit auch auszuüben, wird Kompetent und Intelligenz von ihnen verlangt.

In Deutschland bröckelt die politische Ethik auf breiter Front und an allen Ecken und Enden.

So haben die Hamburger Grünen  einen stellvertretenden Vorstand, Michael Gwosdz, und der gibt Folgendes von sich:

“Als Mann weiß ich, jeder noch so gut erzogene und tolerante Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger. Auch ich. Wir Männer müssen uns dessen bewusst sein – nur dann sind wir auch in der Lage, erkennen zu können, wenn sexuelle Gewalt und Nötigung beginnt. (…) Wer das nicht für sich selbst akzeptiert, wird mit dem Erkennen von Grenzen Schwierigkeiten haben.”

x-y-chromosome (1)

Potentielle Vergewaltiger?

Erschreckend. Da sagt einer nicht nur, dass er ein Penis und nicht mehr als ein Penis ist, ein XY-Chromosom, das über nichts anderes als das Bewusstsein seines Penis verfügt. Er sagt auch, dass dieses Bewusstsein, bei allen anderen in identischer Weise vorhanden ist. Sie alle sind wie er auf dieses einzige monumentale Merkmale reduziert: Sie sind Penis und nichts anderes. Ihr Kopf ist nur Layout und aus ästhetischen Gründen vorhanden. Ein Gehirn beherbergt dieser Kopf nicht, denn alles Denken, es findet sich im Penis.

Dort ist das Zentrum der Welt, zumindest für Gwosdz, der, seiner Anstellung bei der Diakonie in Hamburg entsprechend, bekehrend unterwegs ist. Er, dem sein Penis die Erkenntnis vermittelt hat, dass er ein potentieller Vergewaltiger ist, er missioniert all die anderen Männer, denen er unterstellt, sie seien wie er, Penis-fixiert und unfähig, anders als in XY-chromatischer Weise zu denken.

Wie man auf eine derart irre Sichtweise der Welt kommen kann, ist uns nicht nachvollziehbar und hat bei uns zu erheblichen Zweifeln dahingehend geführt, dass Menschen, selbst Michael Gwosdz, aufgrund ihrer Ausstattung mit einem Gehirn potentielle Denkfähige sind, die sinnvolle Gedanken formulieren und ausdrücken können.

Vielleicht ist der Kopf bei manchen wirklich nur aus Gründen des Layout vorhanden?

Während bei den Grünen Personen unterwegs sind, die ihre Pubertät noch nicht überwunden haben und entsprechend der Ansicht sind, Sexualität sei der Kern, der die Welt im Innersten zusammenhält, finden sich bei der Linken nach aller polizeilichen Ermittlungskunst Lügner, die nicht nur dumm, sondern strafrechtlich relevant lügen:

“Die Empörung war groß. Von einem Mordanschlag war die Rede. Von einer feigen Tat. Und von mehreren Neonazis, die den 18-jährigen Linken-Politiker Julian Kinzel vor einer Woche in Wismar mit mehreren Messerstichen verletzt haben sollen. “Er wurde von drei Neonazis unvermittelt niedergeschlagen und als ’schwule Kommunistensau’ bezeichnet”, schrieben Kinzels Parteifreunde der linken Jugendorganisation “solid” vor wenigen Tagen auf ihrer Internetseite.”

Und jetzt?
Alles Lüge:

“Inzwischen ist klar: An der Schilderung Kinzels gibt es erhebliche Zweifel. Seine Verletzungen stimmten nicht mit dem von ihm geschilderten Tathergang überein, heißt es bei der Staatsanwaltschaft Schwerin. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich Kinzel seine Verletzungen selbst zugefügt hat. “Die Staatsanwaltschaft hat daher gegen den Anzeigenerstatter ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vortäuschung einer Straftat eingeleitet”, sagt Stefan Urbanek, Sprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin.”

Und was sagt man bei der Linken, wo man keinerlei Probleme damit hatte, den Helden Kinzel zu feiern und die Nazis, die einen Anschlag auf ihn verübt haben, vorzuverurteilen, noch ehe das Ermittlungsverfahren überhaupt angelaufen war:

“Die Linke hat sich auf die Anfrage des ZDF bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Im Tagesspiegel warnte eine Parteisprecherin davor, vor Ablauf der Ermittlungen voreilige Schlüsse zu ziehen.”

Und warum soll man Kinzel in den Genuss von Grundrechten kommen lassen und keine voreiligen Schlüssen ziehen, wenn seine Partei kein Problem damit hat, voreilige Schlüsse über erfundene Täter zu ziehen?

Nuts in BedlamDie beiden Beispiele zeigen, dass es mit der politischen Kultur in Deutschland massiv im Argen liegt. Ein stellvertretender Vorstand der Hamburger Grünen, der wirre Ideen hat, in denen er sich wohl gerne einbildet, größter Vergewaltiger aller Zeiten (GröVaz) zu sein, überträgt sein schlechtes Gewissen, ob dieser hanebüchen dummen Phantasien eben einmal auf alle Männer, auf seinen Vater, seinen Bischoff, den Vorsitzenden der SPD und erklärt sie in Bausch und Bogen für ebenso krank wie er wohl der Ansicht ist, selbst zu sein.

Ein Nachwuchs-Linker nutzt die Gunst der rechtsphobischen Stunde, um sich zum Helden zu stilisieren, der einen Angriff Rechtstextremer erfolgreich abgewehrt habe.

Beide Personen, sie sind eigentlich ein Fall für den Psychiater, der vielleicht etwas dagegen tun kann, dass sie mit sich nicht zufrieden sind und erhebliche Probleme mit ihrer nicht entwickelten Identität und fehlenden Maturität haben. Aber beide Personen sind nicht beim Psychiater und auch nicht Gegenstand entsprechender Erörterungen in medizinischen Fachzeitschriften. Sie sind Politiker, politischer Nachwuchs stehen in der Öffentlichkeit, finden Widerhall in Medien.

Und deshalb ist die politische Kultur in Deutschland in einer Talsohle. Das Auswahlsystem für politische Akteure funktioniert nicht mehr. Nicht mehr Kompetenz und Zumutbarkeit scheinen die Auswahl zu steuern, sondern deren jeweiliges Gegenteil.

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Bei Arte wollen Sie uns um den Verstand schwätzen

Arte Originaltext:

Arte Verstand“Der französische Philosoph jüdischer Abstammung Vladimir Jankélévitch (1903-1985) sagte, Gutes tue man nie genug, Böses hingegen immer ein Mal zu viel. Woher kommt dieses Ungleichgewicht? Sollte man nicht viel mehr denken, Gut und Böse seien zwei symmetrische Pole, die Koordinaten menschlichen Handelns?
Aber wo beginnt das Böse, wenn das Gute relativ und für den Menschen grundsätzlich mit dem Erstrebenswerten gleichzusetzen ist? Ist das Böse ein Fakt und das Gute Fiktion? Warum muss der Mensch das Paradies verlassen und von verbotenen Frucht kosten? Gibt es das “absolut Böse”? Kann ein Mensch tatsächlich Böses um des Bösen willen anstreben?  Und was wäre, wenn Gutes in Wahrheit schlecht wäre?

Arte fragt, wir antworten:

Arte: “Woher kommt dieses Ungleichgewicht?”

ScienceFiles: “Das wissen wir nicht. Wir wissen das deshalb nicht, weil es kein Ungleichgewicht ist. Wen man von x nie genug macht bzw. y immer einmal zu viel ist, dann ist nicht ausgeschlossen, dass x = y, z.B. 2, 2 mal Böses wäre demnach einmal Böses zu viel und 2 mal Gutes wäre mindestens einmal Gutes zu wenig und alles zusammen wäre Unsinn.

Arte: “Sollte man nicht viel mehr denken, Gut und Böse seien zwei symmetrische Poole, die Koordinaten menschlichen Handelns?”

ScienceFiles: “Was jetzt, Pole, symmetrisch oder Koordinaten? Pole liegen einander gegenüber, am jeweils anderen Ende einer Strecke. Wir sagen nur Süd- und Nordpol! Symmetrisch ist etwas im Bezug auf etwas anderes, ein Gesicht kann symmetrisch sein, wenn von der Nase aus betrachtet, die linke Gesichtshälfte genau so weit nach links reicht, wie die rechte Gesichtshälfte nach rechts. Koordinaten finden sich in allen möglichen Variationen, z.B. 27 Grad Gute Handlung und 82 Grad böse Handlung. Pole, Symmetrie und Koordinaten zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich voneinander unterscheiden, drei separate Begriffe, die Unterschiedliches bezeichnen, was gut ist, denn sonst wäre alles eins und wozu bräuchte man dann verschiedene Begriffe?

Arte: “Aber wo beginnt das Böse, wenn das Gute relativ und für den Menschen grundsätzlich mit Erstrebenswertem gleichzusetzen ist?”

ScienceFiles: “Wir vermuten, das Böse beginnt gleich hinter Dortmund, während das Gute relativ zum Bösen da beginnt, wo das Böse relativ zum Guten aufhört – vermutlich kurz vor Bad Dürkheim. In jedem Fall ist es erstrebenswert, das Relative des Guten mit dem Relativen des Bösen zu relativieren. In keinem Fall darf das Relative des Guten mit dem nicht-Relativen des Bösen relativiert werden.

Arte: “Ist das Böse ein Fakt und das Gute Fiktion?”

ScienceFiles: “Das Böse ist real, das stimmt. Man muss nur auf Arte blicken, um es zu sehen. Das Gute kann natürlich die Fiktion des Bösen sein, wenngleich das bedeuten könnte, dass das Böse seinerseits eine Fiktion wäre, und was hieße das für Arte?

Arte: “Warum muss der Mensch das Paradies verlassen und von der verbotenen Frucht kosten?”

ScienceFiles: “War die Kausalität nicht umgekehrt, erst kosten und dann verlassen? Gegenfrage: Was hat das Paradies mit dem Guten zu tun?

Arte: “Gibt es das “absolut Böse”?

ScienceFiles. “Gibt es Arte? Wir hoffen doch, dass Arte nur eine Fiktion, eine Vorstellung von einem Sender ist und nicht wirkliche Wirklichkeit.

Arte: “Kann ein Mensch tatsächlich Böses um des Bösen willen anstreben?”

Nuts in BedlamScienceFiles: “Eine einfache Frage. Gehen wir davon aus, geistige Hygiene sei etwas Gutes. Gehen wir weiter davon aus, einen Sender in die Luft zu sprengen, sei etwas Böses. Gehen wir schließlich davon aus, Arte sei ein Sender. Dann wäre es dem Guten förderlich, Arte in die Luft zu sprengen.”

Arte: “Kann ein Mensch tatsächlich Böses um des Bösen willen anstreben?”

ScienceFiles: “Kann ein Sender tatsächlich Unsinn um des Unsinns willen verbreiten?”

Arte: “Und was wäre, wenn Gutes in Wahrheit schlecht wäre?”

Sciencefiles: “Dann hätten wir Arte irrtümlich in die Luft gesprengt!”

Tagträumen als neues Studienfach in Leipzig

Gut, wir machen gerade eine Marktanalyse, eine jener kalten, ökonomischen Analysen, bei denen untersucht wird, ob eine Geschäftsidee trägt, Gewinn abwirft, ein selbständiges Leben ermöglicht. Dennoch, was uns heute von der HHL der Leipzig School of Management auf den Tisch gekommen ist, das wäre auch ohne ein entsprechendes Framing bei uns, (1) erschreckend, (2) bezeichnend, (3) unglaublich, (4) absoluter Irrsinn, (5) einer Hochschule nicht würdig [Unzutreffendes bitte streichen, Mehrfachnennungen möglich!].

Eine Kostprobe:

scully facepalm“Sabine Mey ist sich sicher: „Ich möchte 2016 ein Spracheninstitut eröffnen.“ Gerade bei ambitionierten Zielen fangen jedoch häufig die Selbstzweifel an. „Werde ich das Ziel jemals erreichen?“ fragt sich die 29jährige Linguistin. Martina Beermann, Leiterin des Karriereservice an der HHL Leipzig Graduate School of Management, rät: „In solchen Situationen ist es sinnvoll, sich möglichst konkret in das Bild hineinzubegeben und wichtig auch zu visualisiert, was mit dem Ziel alles Positive verbunden ist“. Im Fall von Sabine Mey könnte dies beispielsweise die Freiheit als Unternehmerin, das angestrebte Wachstum oder der Bekanntheitsgrad, den man aufbaut, sein. „Mit diesem ersten Schritt nimmt man gedanklich das Erreichen des Zieles vorweg“, so die Karriereexpertin. Durch die Visualisierung, die man sich gut sichtbar im Büro aufhängen kann, erhält man laut Martina Beermann den notwendigen „Drive“ für die Zielerreichung und bleibt besser auf das Ziel fokussiert.”

“Werde ich das Ziel jemals erreichen”, so die zweifelnde Frage der Sabine Mey. Die Antwort der Leiterin des Karriereservices an der HHL Leipzig, sie ist ermutigend (vielleicht auch nicht):

„In solchen Situationen ist es sinnvoll, sich möglichst konkret in das Bild hineinzubegeben und wichtig auch zu visualisiert, was mit dem Ziel alles Positive verbunden ist“.

Falls jemand diesen sprachlichen Auswurf versteht, er möge sich bei uns melden. Wir verstehen ihn nicht. Was wir jedoch verstehen ist, dass die Frage, ob man mit der Eröffnung eines Spracheninstituts Erfolg haben wird, für die Leiterin des Karriereservices an der HHL eine Frage der “gedanklichen Erreichung des Zieles ist”.

Wir haben es hier offensichtlich mit einer neuen Anwendung von Descartes: “Ich denke, also bin ich” zu tun. Ich denke: “Ich will ein Spracheninstitut eröffnen”. Einmal um die eigene Achse drehen und die Hand entlang der Hutkrempe ziehen und: Da ist es, das Spracheninstitut. Man muss sich nur “konkret in das Bild hineinbegeben”, und schon ist es Wirklichkeit.

Es soll tatsächlich Miesepeter geben, die behaupten, der Erfolg eines Spracheninstituts hänge von den Marktbedingungen ab, davon, wie viele Spracheninstitute es bereits gibt, wie viel Nachfrage, die Institute untereinander teilen müssen, welche Preise am Markt durchsetzbar sind, welche Einstiegskosten mit der Eröffnung eines neuen Instituts verbunden sind, welche Substitute zu Sprachenschulen es z.B. in Form einer DVD oder eines Online-Kurses von Amazon gibt. Aber das ist Firlefanz. Man muss sich nur “möglichst konkret in das Bild hinein” begeben und schon ist das Spracheninstitut nicht nur da, sondern auch erfolgreich.

Ob die Leiterin des Karriereservices der HHL Leipzig erfolgreich ist oder des öfteren von aufgebrachten Studenten, die aus dem Tagtraum, in den sie von der Leiterin des Karriereservices versetzt wurden, aufgewacht sind und kein Spracheninsitut vorgefunden haben, nicht einmal eine Bank, die es finanzieren will?

Wir wissen es nicht.

Aber was sind auch Hindernisse bei Finanzierung oder Kundenakquise, wenn es darum geht, von Spracheninstituten zu träumen?

Hindernisse sind da, um aus dem Weg geräumt zu werden, traumhaft einfach:

Die Leiterin des Karriereservices der HHL räumt Hindernisse aus dem Weg: “Bei der Suche nach kreativen Lösungen für die Beseitigung möglicher Hindernisse auf dem Weg zum Karriereziel helfen Brainstormings in einer Gruppe”.

Wieso kommen Lösungen in bestimmten Kreisen nur noch als “kreative Lösungen” vor? Wie auch immer: Bei der Suche nach Lösungen für die Beseitigung möglicher Hindernisse auf dem Weg zum Karriereziel hilft es, den Karriereservice der HHL zu meiden. Von dort kommt nichts Gutes, denn dort sitzen “innere Saboteure”.

Innere Saboteure sind Leute, die anderen in ihre Karriereziele hineinreden. So definiert es die Leiterin des Karriereservices der HHL. Leute wie sie offensichtlich, die andere zum Tagträumen anhält, wenn sie besser dabei wären, einen Businessplan für ihr Spracheninstitut zu erstellen, denn bislang finanzieren Banken keine Träume, aber gute Businesspläne, die werden finanziert.

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Au weia: Qualitätsjournalismus!

Der Unsinnsticker hat schon wieder getickt: 10 auf der nach oben offenen Unsinnsskala.

Urheber: Dradio Wissen! Ja: Wissen!

Veröffentlichung vom heutigen Tag mit der Überschrift, “Wenn die Angst bleibt“.

Gegenstand: Ein Einbruch, ein Wohnungseinbruch.

“Der Psychologe Karl Theobald erklärt, dass wir [also wir alle] durch einen Einbruch extrem verunsichert werden. Wir rechnen nicht damit, blenden es aus, genauso wie wir nicht mit einem Autounfall rechnen”.

Was “es” ist, wissen wir nicht. Vermutlich ist es das Freudsche-Es, das vom Über-Ich erst eingeblendet werden muss. Ungeachtet dessen, wer oder was “es” zum rechnen bringt, sind “wir” schockiert und extrem verunsichert.

Wir alle sind schockiert und extrem verunsichert, wenn bei uns eingebrochen wird.

katanaWir wissen ja nicht, wie das bei Ihnen ist, aber wir wären weniger schockiert und verunsichert als verärgert wenn bei uns eingebrochen werden würde. Und wir hätten auch keine Angst davor, dass der Täter noch einmal wieder kommt, wie Karl Theobald, Psychologe, weiß, dass sie viele haben, sondern davor, der der Täter nicht wieder kommt und deshalb keine Bekanntschaft mit unserem Katana machen kann.

Vermutlich sind es Leute wie wir, die Karl Theobald, Psychologe, dazu bringen, die extreme Verunsicherung, die er gerade noch für uns alle konstatiert hat, auf 10% von uns allen zu reduzieren und diesen eine Trauma-Folge-Störung zu attestiert.

Um so stärker ist die Trauma-Folge-Störung, je größer die Verletzung der Intimsphäre: Wenn die Täter die Unterwäsche durchwühlt haben, dann ist die Trauma-Folge-Störung groß, größer noch, wenn das Bild von Onkel Walter mitgenommen wurde und besonders schlimm ist das:

Je unbekannter der Täter, desto größer die Horrorfantasien.

Wie hat man sich einen Täter vorzustellen, der noch unbekannter als unbekannt ist, als ganz unbekannt oder besonders unbekannt oder unglaublich unbekannt?

Tücke der deutschen Sprache, die Adjektive umfasst, die man schlicht nicht steigern kann, denn mehr als unbekannt, kann etwas nicht sein, nicht einmal ein Täter oder ein Theobald, Psychologe.

Oder, in Psychologendeutsch:

Je unbekannter der Psychologe, desto größer der Unsinn, den er von sich gibt.

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Auch das noch: Vier Geschenke überfordern ein Kind

Apotheken sind wahre Horte der Weisheit und des nutzlosen Rates  Orte, an denen “ohne Zuzahlung” und sogar ohne Rezept, Dinge wie die Apotheken-Umschau oder “Baby und Familie” abgegeben werden.

Und ganz ohne Beizettel.

ApothekenKurz: Apotheken sind das El-Dorado für alle Sammler von allerlei gedruckten Devotionalien, Beispielen der Begrenztheit des menschlichen Intellekts und von Ratschlägen, die obwohl in der Inbrunst der Überzeugung vorgetragen, dennoch zum Verschwinden im Meer des Unsinns bestimmt sind.

Zum Beispiel:

“Mehr als drei Geschenke überfordern ein Kind”.

Eine Allaussage ohne wenn und aber: Wenn Sie nun gedacht haben, Ihr Kind sei hier die Ausnahme und man könne ihm vier oder gar sechs Geschenke schenken, dann vergessen Sie das ganz schnell, denn “Mehr als drei Geschenke überfordern ein Kind” bedeutet: Alle Kinder sind mit mehr als drei Geschenken überfordert, also auch Ihr Kind.

Indes wird es schwierig, die schenkwütige Umgebung, die es auf Ihr Kind als Empfänger von Geschenken abgesehen hat, im Zaum zu halten, denn, so heißt es weiter in “Baby und Familie”:

“Alle wollen Ihr Kind beschenken”.

Nicht nur sind mehr als drei Geschenke für alle Kinder eine Überforderung, jetzt wollen auch noch alle genau “Ihr Kind beschenken”. Und natürlich sind alle, alle eben, deutlich mehr als drei, nämlich: 7 297 276 900 als wir diesen Text geschrieben haben. Wenn wir Ihr Kind als Geschenkeempfänger und uns abziehen, bleiben immer noch 7 297 276 897 als alle diejenigen übrig, die Ihr Kind beschenken wollen.

7 297 276 897 potentielle Schenker bei 3, drei, DREI ! Geschenken, wenn die Überforderungsschwelle nicht überschritten werden soll.

Was also tun?

Ingetraud Palm-Walter, Vorsitzende des Arbeitsausschusses “spiel gut” in Ulm und deshalb hinreichend qualifiziert, um sich in “Baby und Familie” zu äußern, weiß Rat:

“Sie rät, zum Beispiel der näheren Verwandtschaft vorzuschlagen, dass sich alle an einem größeren Geschenk beteiligen. ‘Oder Sie achten darauf, dass Ihr Kind nicht alle Geschenke gleichzeitig bekommt’, so Palm-Walter. Die Schenker sollten das Präsent dann übergeben, wenn sie das Kind treffen. ‘Ich finde auch, dass Eltern Wünsche verteilen dürfen. Denn sie kennen ihren Nachwuchs am besten.'”

Die nähere Verwandtschaft zu einer kollektiven Geschenkabgabe zu verpflichten, das hilft nicht wirklich weiter. Gehen wir davon aus, dass die nähere Verwandtschaft 20 Personen umfasst, dann bleiben immer noch 7 297 276 879, die Geschenke bringen wollen, deutlich mehr als drei.

Was also tun?

Wir, in unserer Kolumne, gute Logik gegen groben Unsinn, raten zu Folgendem:

Logik f dummiesProblematische Allaussagen auch über die Weihnachtsfeiertage unterlassen. Nicht “Alle wollen Ihr Kind beschenken”, nicht einmal die Hälfte von alle oder ein Drittel von alle, nein vermutlich wollen rund 10/7 297 276 900 Ihr Kind beschenken. Etwas weniger als alle. Wir hoffen, diese Einsicht ist kein allzu großer Schlag für die eigene Selbstüberschätzung.

Darauf folgt Rat zwei: Und wenn es noch so kribbelt im Hirn, nicht alle Kinder sind mit drei Geschenken überfordert, wenn es überhaupt Kinder gibt, die mit drei Geschenken überfordert sind. Kinder sind nämlich unterschiedlich. Man versucht dieser Unterschiedlichkeit mit dem Begriff “Individuum” Rechnung zu tragen und hat zudem z.B. die Kategorie “Alter” als weiteres Unterscheidungsmerkmal eingeführt.

Und weil Kinder idiosynkratische kleine Individuen oft unterschiedlichen Alters sind, deshalb kann niemand, schon gar nicht Ingetraud Palm-Walter wissen, wie viele Geschenke “ein Kind” überfordern.

Schließlich: Unzulässige Verallgemeinerungen unterlassen. Die Tatsache, dass man selbst mit Legospielzeug überfordert ist, bedeutet nicht, dass Kinder auch damit überfordert sind. Aus der eigenen Überforderung lässt sich nicht auf die Überforderung anderer schließen.

Wir hoffen, das überfordert Ingetraud Palm-Wagner jetzt nicht, rufen Ihr ein “spiel’ gut” zu und raten unseren Lesern: Nehmen Sie zuzahlungsfreie Druckerzeugnisse, die in Apotheken ausliegen, nur nach entsprechender Konsultation ihres Gehirns und dann auch nur im Beisein logischer Schutzkenntnisse zu sich, ansonsten droht ihnen zumindest kurzfristige, wenn nicht dauerhafte infirmitas.

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Neues vom Klimawandel: Ist der Wahnsinn eine Frau?

Wir kapitulieren wieder einmal vor der Masse der Leserhinweise!

Schon vor gut zwei Jahren haben wir über ein Pamphlet berichtet, das mit dem Titel “Ist der Klimawandel ein Mann” überschrieben im schulischen Unterricht eingesetzt wird, um Schüler ganz offensichtlich zu indoktrinieren und  – wie man wohl in Anpassung an das trendende Wort der Hetze sagen muss: Geschlechterhetze zu betreiben.

Maßgeblich verantwortlich für das unsägliche und unsäglich dumme Pamphlet war Gotelind Alber, die überall als Diplom Physikerin gehandelt wird und dennoch nichts anderes zu tun scheint, als in Gendernetzwerken Steuergelder einzusammeln.

Prof FacepalmNun hat sich besagte Gotelind Alber wieder zu Wort gemeldet. Nicht, dass sie etwas Neues zu sagen wüsste. Nein. Sie erzählt immer noch denselben Unsinn- nunmehr in der ZEIT. Und wenn Sie sich bislang gewundert haben, warum die ZEIT ihnen fast täglich die eMailBox mit Gratis-Abonnement-Angeboten vollmüllt, nun wissen sie warum. Wer Unsinn druckt, wie den, den Alber von sich gibt, der hat entsprechende Probleme, Leser, die dafür bezahlen wollen, zu finden.

Klimakonferenz: Der Mann als Klimarisiko“, so der Titel eines Beitrags, den man bereits nach diesem Titel aus der Hand legen kann: Fehlschluss der unzulässigen Generalisierung; Fehlschluss der Bejahung des Konsequens: Ein Satz, zwei Fehlschlüsse: Gotelind Alber.

Den Inhalt dessen, was folgt, kann man schnell zusammenfassen: Männer fahren mehr und größere Autos als Frauen, deshalb tragen sie mehr als Frauen zum Klimawandel bei. Zudem essen Männer mehr Fleisch als Frauen und kümmern sich weniger um die Kinder als Frauen, was abermals Männer als verantwortlicher für den Klimawandel auszeichnet.

Dicke Autos, mehr Autofahren und mehr Fleisch, das macht die männliche Umweltsau, während das weibliche Umweltlieschen zuhause sitzt und sich ums Kindlein kümmert.

Oh No!Und so wie der Mann ein Klimarisiko ist, sind es auch die Männer, die mehr fahren als die Frauen. Der Tag an dem Durchschnittswerte auch zum Gebrauch durch Dipl. Physikerinnen freigegeben wurden, die sich als Mitglieder in Gendernetzwerken verdingen müssen, er war ein rabenschwarzer Tag. Der Tag, an dem der Durchschnitt zum normalen und vor allem modalen Rollenbild einer mathematikfeindlichen Genderbewegung geworden ist, die von Standardabweichung noch nichts gehört hat.

Aber lassen wir das, denn die Sprache von Logik und Mathematik, sie ist eine Sprache, die die Diplom Physikerin Gotelind Alber nicht verstehen wird, sie versteht nur Gendersprech.

Damit Männer sich von der ihnen zugewiesenen Rolle des Klimarisikos befreien können, ist es zunächst einmal notwendig, dass Männer nicht mehr zur Arbeit pendeln, dieselbe also niederlegen und entsprechend auch kein Geld mehr nach Hause bringen, von dem Frau und Kind(er) unterhalten werden.

Lkw-Fahrer im Besonderen sind aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen und sich vor allem zu weigern, Waren zu transportieren, die für das Klima schädlich sind. Hier ist in erster Linie an alle Waren zu denken, die zur Kinderpflege und Kinderernährung vorgesehen sind, denn der Mensch ist das größte Klimarisiko: Der Mensch verbraucht Ressourcen, die nicht nachwachsen, er heizt seine Wohnung mit fossilen Brennstoffen, er fährt Auto mit fossilem Brennstoff, er isst Fleisch und verbaut nicht nachhaltige Werkstoffe nicht nur in Kinderzimmern, kurz: Er ist das Klimarisiko par excellence, das es zum Schutz des Klimas zu vermeiden gilt.

Wie die jährliche Statistik zeigt, ist die Notwendigkeit der Nachwuchsvermeidung mitnichten in den Kernbestand des Wissens der Bevölkerung eingegangen. Allein 2014 kamen 714 996 Kinder in Deutschland zur Welt und immer sind es Frauen, die für die Geburt maßgeblich verantwortlich sind, was zeigt: Mütter sind das eigentliche Klimarisiko, über das es in Paris zu verhandeln gilt!

Schluss! Nein, ein Alber geht noch:

“Zu hoffen ist, dass dann der tief in unserer Kultur verwurzelte Mythos von der Beherrschung und Kontrolle der Natur, den der Klimawandel Lügen straft, überwunden werden kann.”

Nach Alber muss man Unsinn neu definieren. Wie seltsam, dass der Mythos der “Kontrolle der Natur” die Grundlage von nicht nur Berechnung, sondern auch von Gegenmaßnahmen gegen den Klimawandel ist. Wenn es nicht möglich ist, die Natur und damit auch den Klimawandel in Teilen zu beherrschen, wenn dies ein patriarchalischer Mythos ist, was will Alber dann eigentlich?

Wie dem auch sei, nehmt der Diplom Physikerin den Computer weg, jenes Zeichen einer patriarchalischen Naturbeherrschung, schaltet ihr den Strom ab, verweigert ihr die Heizung, denn all das, es sind nur patriarchalische Herrschaftsstrukturen, die den Mythos der Beherrschung der Natur aufrechterhalten sollen, oder war es die Herrschaft der Vernunft über den Wahnsinn?

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Wenn Irrsinn endemisch wird

Die Kausalität von Ereignissen, sie ist eines jener Phänomene, die Philosophen durch die Jahrtausende beschäftigt haben, bis, ja bis David Hume der Kausalität ein Ende bereitet hat. Nicht nur wörtlich, sondern auch tatsächlich, hat er doch in seiner Untersuchung über den menschlichen Verstand nachgewiesen, dass es nicht möglich ist, kausale Beziehungen mit Sicherheit zu behaupten.

Hume treatiseDiese Humesche Vernichtung der Kausalität kann man nun ignorieren, wie es einige tun, die den Wissenschaftsbetrieb bevölkern, man kann sie auch konstruktiv wenden, wie dies Karl Raimund Popper getan hat und die Suche nach Kausalität zu einem Unternehmen machen, das nicht wahres, sondern derzeit belegtes Wissen und nicht die Entdeckung von Wahrheit, sondern die Annäherung an die regulative Idee von Wahrheit zum Gegenstand hat. Als Konsequenz müssen behauptete kausale Zusammenhänge nun argumentativ begründet und empirisch belegt werden.

Dass Philosophen Kausalität als regulative Idee ansehen, deren Vorhandensein nicht belegt werden kann, ändert nichts daran, dass im täglichen Leben relativ gute Näherungswerte an Kausalität zu finden sind. Lichtschalter haben die Angewohnheit, Energiesparlampen zum Dämmern zu ermuntern. Beleidigungen, einem anderen ins Gesicht geschleudert wurden, können in Kausalität die eigene Nase blutig werden lassen. Die Näherungswerte, sie sind recht vielfältig und z.B. vom kulturellen und technologischen Wissen derer, die sie aufstellen, abhängig.

Für einen kritischen Rationalisten heißt das, dass es recht taugliche Erklärungen für behauptete kausale Zusammenhänge gibt. Für andere bedeutet dies, dass wahre Kausalität im Auge des Betrachters liegt und entsprechend der Konstruktion zugänglich ist.

Und hier beginnt der Irrsinn:

Ein Schüler postet eine Pistolenzeichnung auf Facebook. Die Pistole ist aus Satzzeichen gestaltet und einer Lehrerin des Schülers gewidmet. Die Lehrerin ist anschließend fünf Monate arbeitsunfähig. Das Land Nordrhein-Westfalen verklagt den Schüler und verlangt 14.377 Euro Schadensersatz, 14.377 Euro, die der kranken Lehrerin gezahlt wurden. Grundlage der Klage ist das Gutachten einer “Psychiaterin”, die eine “posttraumatische Störung” bei der Lehrerin diagnostiziert hat, die “wesentlich alleinige Ursache” für die Arbeitsunfähigkeit der Lehrerin gewesen sei. Die posttraumatische Störung wiederum, sei durch die Pistolenzeichnung und deren Widmung auf Facebook ausgelöst worden.

So berichtet die Welt aus einer Gerichtsverhandlung vor der 4. Zivilkammer des Landgerichts Bonn.

Beginnen wir die Kausalkette mit der Psychiaterin, die eine posttraumatische Störung diagnostiziert haben will. Eine solche entsteht

“als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Prädisponierende Faktoren wie bestimmte, z.B. zwanghafte oder asthenische Persönlichkeitszüge oder neurotische Krankheiten in der Vorgeschichte können die Schwelle für die Entwicklung dieses Syndroms senken und seinen Verlauf erschweren, aber die letztgenannten Faktoren sind weder notwendig noch ausreichend, um das Auftreten der Störung zu erklären.”

Ob man die gewidmete Strichzeichnung einer Pistole als “Situation außergewöhnlicher Bedrohung” oder “Situation katastrophenartigen Ausmaßes” bezeichnen kann, ist doch eher fraglich. Vermutlich wird man jemanden, der eine solche Zeichnung als Katastrophe ansieht, eher als hysterisch bezeichnen, was bedeutet, dass nicht die Zeichnung als Ursache angenommen werden müsste, sondern die Tatsache, dass der Betrachter der Zeichnung hysterisch und somit gerade nicht so reagiert, wie es “fast jeder” tun würde. Das im ICD-10 geforderte Kriterium, nach dem die Ursache der posttraumatischen Störung bei “fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde”, ist somit ein Ausschlusskriterium, denn es ist nicht zu erwarten, dass “fast jeder” auf eine entsprechende Zeichnung, die ihm gewidmet ist, mit fünf Monaten Arbeitsunfähigkeit reagiert.

Das Gutachten der begutachtenden Psychiaterin muss also als fehlerhaft angesehen werden. Dass das Gutachten eher ein teurer Witz als sonst etwas ist, macht bereits die Formulierung “wesentlich alleinige Ursache” deutlich. Da es eine alleinige Ursache auszeichnet, alleinige Ursache zu sein, kann sie nicht wesentlich alleinige Ursache sein, denn die Bestimmung “wesentlich” setzt mehr als eine Ursache voraus, also gerade keine alleinige Ursache.

Nuts in BedlamNun sollte man denken, in Ministerien sitzen denkfähige Menschen, denen derartiger Unsinn auffällt. Nicht so in NRW. Dort hat man sich offensichtlich vorgenommen so viel Steuergelder wie nur möglich zu verbrennen und auf die 14.377 Euro, die zur Finanzierung einer “seit vielen Jahren psychisch” instabilen Lehrerin aufgewendet werden mussten, noch Gerichts- und Anwaltskosten in vermutlich derselben Höhe zu packen. Warum, weil man es im Ministerium für tatsächlich möglich gehalten hat, dass die gewidmete Strichzeichnung einer Pistole zu einer posttraumatischen Störung bei einer Lehrerin geführt hat, die als psychisch instabil bekannt ist. Dass eine derartige Einschätzung eine Beleidigung all jener ist, die aus Kriegsgebieten geflohen oder die einen Flugzeugabsturz überlebt haben und somit tatsächlich und wirklich Grund haben, in tiefe Verzweiflung zu verfallen, das ist den NRW-Bürokraten offensichtlich nicht in den Sinn gekommen.

Entsprechend mussten die Richter der 4. Zivilkammer des Bonner Landgerichts, die Normalität wieder ins Spiel bringen und die Klage gegen den Schüler abweisen. Dass der Schüler dennoch eine Entschädigungssumme von 1000 Euro “als Erziehungsmaßnahme” zahlen muss, ist insofern eine Willkürmaßnahme, die den bereits herrschenden Irrsinn nicht unbedingt eindämmen wird.

Man kann die Klagen der Opfer von Cartoonisten bereits vor sich sehen, die aufgrund einer Zeichnung, die bestimmte ihrer Gesichtszüge übertrieben hat, in eine posttraumatische Krise gefallen sind, die sie arbeitsunfähig gemacht hat. Und man hat so gar keinen Zweifel daran, dass die nunmehr Arbeitsunfähigen eine Psychiaterin finden werden, die ihnen attestiert, eine posttraumatische Störung entwickelt zu haben, die von dem katastrophalen Ereignis, ihrer entstellten Darstellung in einem Cartoon ausgelöst wurde.

Kausale Beziehungen, das sei noch einmal in Erinnerung gebracht, leben davon, dass sie plausibel erklärt werden können. Insofern stellt sich die Frage, ob die Strichzeichnung nicht eher willkommener Anlass denn kausale Ursache für die Arbeitsunfähigkeit war.

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Neue Wissenschaft: Butterologie – Fettforschung

Persönlichkeitspsychologie?

Neurologie?

Sozialpsychologie?

Soziologie?

Schnickschnack!

Wer wird sich mit diesen absterbenden Wissenschaften beschäftigen, wenn es neue, aufstrebende und vielversprechende Wissenschaften gibt, wie die Butterologie.

Die Butterologie, sie wurde von Arla Kærgården® in Auftrag gegeben.

ArlaDas Marktforschungsinstitut rheingold salon hat die Butterologie im Auftrag von Arla Kærgården® erfunden und gleich noch eine eigene butterologische Methode entwickelt: tiefenpsychologisch-repräsentative Studien.

Wie man sich die Masseninterviews auf der Couch vorstellen muss, das verraten die Mannen von rheingold salon natürlich nicht. Nur soviel: Es werden 6 dreistündige rheingoldGroups® durchgeführt, nicht irgendwo, nein in Hamburg, Dresden und Köln. Warum nicht Mainz, Würzburg und Rostock? Keine Ahnung, vermutlich sind die Hamburger, Dresdener und Kölner tiefenpsychologisch repräsentativer.

48 Teilnehmer hatten die 6 dreistündigen rheingoldGroups®, und anschließend wurden noch 1.000 Personen quantitativ befragt. Gruppeninterview plus quantitative Befragung macht: eine “tiefenpsychologisch-repräsentative Studie”. Wer das für absoluten und vollkommenen Quatsch hält, und auch mit noch so großer Anstrengung nicht zu einem anderen, einem sozial-verträglicheren Wort als Quatsch gelangt, der hat sein Brot ohne die Butter bestrichen, die man bei rheingold salon an Arla Kærgården® verkauft und von der man behauptet hat, es sei Nutella.

Doch zurück zu den 1000 quantitativ Befragten und den 48 in Gruppen erdiskutierten Tiefenpsychologien, sie, die sie die neue Methode der Butterologie begründen, sie haben zu einer Vielzahl von Ergebnissen geführt.

ButtersoehnchenHalten Sie sich fest, denn was nun kommt, das wird Ihre Welt völlig auf den Kopf stellen. Es sind dies die repräsentativen Ergebnisse einer tiefenpsychologischen Studie, 48 repräsentative Gruppendiskutierer, 1000 Befragte und ein gutgläubiger oder ahnungsloser oder dummer Auftraggeber sind ausreichend, um diese Methode der Butterologie zu begründen und revolutionäre Ergebnisse zu erzielen:

Die “wirklichen Gründe, warum wir Butter oder Margarine essen, liegen oft in unserer Kindheit verwurzelt.”

Bestimmt haben Sie gedacht, de gustibus non est dispudandum, aber dem ist nicht so, denn der Geschmack, er wird in der Kindheit verwurzelt, und von wem?

Von der Mama oder der Großmama:

“Butter-Mutter: Butter verkörpert ein nahezu ideales Familienbild. Butterliebhaber hatten oder wünschen sich enge Familienbindungen.”

Die richtige Familie sie ist streichzart, nicht zu hart, muss gekühlt gehalten werden, wird zuweilen ranzig und macht ansonsten fett, wenn man zuviel davon bekommt.

Was, wenn die “Butter-Mutter” kein Interesse an der festen Familienbindung hat, trotz Butter? Na, dann nimmt man halt die Großmutter: “Dann orientieren sie sich oftmals an der Großmutter als ‘idealisiertes Familienbild'”.

Butteresser sind also Familienmenschen, was die unglaublich spannende Frage aufwirft, was das Essen von Margarine über den Esser aussagt:

“Margarine-Mama: Margarinenliebhabern ist nicht selten das Butterideal und die damit einhergehende enge Familienbindung zu eng. Margarine hilft, eigene Wege zu gehe, sich von aus ihrer Sicht veralteten und verkrusteten Idealen zu lösen.”

Die Margarine, diese verschlagene Öl- und Wassermischung, sie hat also die Zersetzung von fest gebundenen Familien und die Zerstörung der Butterseligkeit in trauter Familie, die natürlich nur aus der Butter-Mama besteht, der Bier-Papa kommt nicht vor, zum Ziel. Wehret den Anfängen kann man da nur sagen: Esst keine Margarine, Margarine zerstört soziale Bindungen, Margarine ist a-sozialer Brotaufstricht.

Indes, Margarine löst verkrustete und veraltete Ideale. Das klingt gut, und zeigt: Ohne Margarine kein Fortschritt, mit Butter kein Fortschritt.

Ein Dilemma, dem man als Verbraucher schutzlos ausgeliefert ist. Isst man Butter, dann kommt die Butter-Mama oder die Großmama und etabliert Familienbindungen, isst man Margarine, dann gibt es weder Verkrustetes noch Veraltetes, aber auch keine Butter-Mama.

Dieses inhärente Dilemma der Butterologie, rheingold salon hat es gelöst, auf bauernschlaue Weise und durch Mischen:

“Die Menschen, die Mischfette aus bester Butter und wertvollem Rapsöl verwenden (z.B. Arla Kærgården®), haben das Gefühl, eine eigene Lösung gefunden zu haben. Sie können Traditionen fortsetzen und gleichzeitig neue Wege gehen. Das geht auch einher mit dem Trend zu festen und gut geschmierten Bindungen.”

Dieser repräsentativ, tiefenpsychologische Unsinn, der 1000 Befragte in einer quantitativen Befragung vermutlich hat am Verstand von Marktforschern zweifeln lassen, er hat Arla Kærgården® mit Sicherheit eine Stange Geld gekostet. Und zur Belohnung wissen sie nun, dass 66% aller Kinder, deren Eltern auch Butter verwendet haben, Buttersöhnchen sind.

Wir haben revolutionäre Erkenntnisse versprochen, und hier sind sie:

  • Keine Forschung scheint dumm genug, als dass man sie nicht einem Manager verkaufen könnte.
  • Sobald man das Wörtchen “repräsentativ” fallen lässt, kann man jeden Unsinn für teures Geld verkaufen, selbst repräsentativ tiefenpsychologische Gruppeninterviews.
  • Der Tag, an dem Marktforscher sich der Methoden der empirischen Sozialforschung und statistischer Methoden bemächtigt haben, er war ein schwarzer Tag, the day reason died.

Warnhinweis: Wer Produkte von Arla kauft, finanziert damit Unsinn.

Verarbeitet haben wir: ‘Mischen’ possible – das Beste aus zwei Welten / Die tiefenpsychologische Arla Kærgården® Studie (FOTO)

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