Soziale Ungleichheit: Nicht mehr als ein “In-Begriff” der Linken

Soziale Ungleichheit ist für manche eine Geißel der Menschheit, wobei der religöse Impetus dieser Formulierung den Vertretern einer Gesellschaft der Gleichen durchaus gerecht wird. So behauptet Günter Buchholz in einem Interview mit Alexander Ulfig, dass die “politische Linke i.w.S. Gleichheit positiv bewertet”, bei der Frankfurter Rundschau weiß man, dass Gleichheit Glück ist, womit auf einen Beitrag der beiden britischen Epidemiologen Richard Wilkinson und Kate Pickett Bezug genommen wird, die gezeigt haben wollen, dass ungleiche Gesellschaften unglücklicher sind als gleiche Gesellschaften (aber nicht die Menschen!), und im neuesten Versuch, den Fetisch “soziale Ungleichheit” zu geißeln, kommt Armin Schäfer (2012) zu dem Schluss, dass soziale Ungleichheit die Demokratie gefährdet (dazu gleich mehr).

Jedem Wissenschaftler, der diese Behauptungen hört oder liest, stellt sich zunächst die Frage, was unter der vielbemühten sozialen Ungleichheit eigentlich verstanden wird. So bettet Günter Buchholz seine Vorstellung von “sozialer Gleichheit” in das romantische Bett der Gemeinschaftlichkeit, das zwar genauso amorph in seiner Bedeutung ist, wie “soziale Gleichheit”, aber die selbe affektive Ladung für bestimmte ideologische Kreise mit sich bringt. Die Frage, was “soziale Gleichheit” sein soll, wird damit zwar nicht beantwortet, aber die Anbindung “sozialer Gleichheit” an Begriffe wie “Gemeinschaftlichkeit” oder auch Freiheit soll eines deutlich machen: soziale Gleichheit ist gut, soziale Ungleichheit entsprechend schlecht.

Wer nicht bei der affektiven Konnotierung “sozialer Gleichheit” stehen bleibt, und weiter bohrt, kommt schnell zu der Erkenntnis, dass diejenigen, die die Beseitigung “sozialer Ungleichheit” fordern damit nicht meinen, man solle ein Kind aus der Arbeiterschicht in ihrem sozial privilegierten Mittelschichtshaushalt einquartieren, um die Chancen dieses Kindes, ein Abitur zu erreichen und an einer Universität zu studieren, zu erhöhen. Entsprechende Verfechter sozialer Gleichheit werden zwar von sich behaupten, kein Problem mit dem Homosexuellen im Haus nebenan zu haben, hätten aber vorhersehbar erhebliche Probleme mit dem Asylbewerberheim um die Ecke, obwohl die Durchmischung von Wohngebieten einen positiven Effekt auf soziale Gleichheit hätte. Nein, wer weiter sucht, um die Bedeutung “sozialer Gleichheit” zu erkunden, der kommt bei der Erkenntnis an, dass mit sozialer Gleichheit nichts anderes als Einkommensgleichheit gemeint ist.

Einkommensungleichheit, zumeist über den Gini-Koeffizienten* gemessen, ist es dann auch, von der Wilkinson und Pickett fälschlicherweise behaupten, sie wirke sich negativ auf das Glück von Menschen aus. Und Einkommensungleichheit ist auch die Grundlage, auf der Armin Schäfer in einem Beitrag für die Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft Erstaunliches behauptet:

“This essay, … has shown that income inequality negatively affects not only trust in parliaments and politicians but also diminishes satisfaction with democracy. … Growing inequality is particularly relevant to democracy, as a strong correlation exists between social inequality and how citizens evaluate democracy. The more unequally income is distributed in a given country, the more dissatisfied citizens become with the way in which democracy functions and the less they trust in political institutions” (Schäfer, 2012).

Schäfer (2012)

In aller Kürze: in Ländern, in denen die Ungleichheit größer ist als in anderen Ländern, ist die Demokratie, die demokratische Grundordnung in Gefahr. Ein Blick auf eine Tabelle, die Schäfer im Anhang zu seinem Artikel bereitstellt, zeigt, dass der Gini-Koeffizient, zwischen 0,23 (Schweden und Dänemark) und 0,42 (Portugal) variiert. Die meisten der 17 von Schäfer untersuchten Länder befinden sich in einem Bereich von 0,27 (Österreich, Belgien, Finnland, Niederlande) und 0,35 (Italien). Eine Bandbreite von 0,08 ist für einen Koeffizienten wie den Gini-Koeffizienten, dessen Wertebereich von 0 (gleiche Einkommensverteilung) bis 1 (ungleiche Einkommensverteilung) reicht, recht bescheiden (siehe das Ende dieses Post für eine Erklärung des Gini-Koeffizienten). Zudem befinden sich alle Länder, die Schäfer untersucht, im unteren Wertebereich des Gini-Koeffizienten, so dass man sagen muss, es ist nicht so weit her mit der Einkommensungleichheit in den 17 Ländern. Diese geringe Varianz hindert denjenigen, der Einkommensungleichheit als eines der Grundübel der Welt brandmarken will, jedoch nicht daran, den Gini-Koeffizienten mit Individualdaten in eine “multi-level Analyse”, also letztlich in eine Regressionsanalyse zu befördern und ihren Einfluss auf zwei Variablen zu berechnen: Das Vertrauen in Politiker und Parlamente** und die Zufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie***. Befragte aus 17 europäischen Ländern wurden im Rahmen des European Social Surveygebeten, die entsprechenden Fragen zu beantworten.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Italiener und werden gebeten, ihre Zufriedenheit mit der Art und Weise, in der die Demokratie in Italien funktioniert, auf einer Skala von 0 bis 10 anzugeben, wobei 0 bedeutet, dass sie überhaupt nicht zufrieden sind, 10, dass sie sehr zufrieden sind. Nun, als Italiener hat man wenig Grund mit dem Funktionieren seiner Demokratie zufrieden zu sein, also vergeben sie eine “4”, und die Frage, ob man Vertrauen in seine Politiker hat, bringt Italiener vermutlich eher zum Lachen und somit zum Wert 3, als dass sie eine positive Bewertung abgeben würden. Aber, irgend jemand muss damals Berlusconi gewählt haben (zum Befragungszeitpunkt war Berlusconi noch Ministerpräsident), also würde man erwarten, dass diejenigen, die ihn gewählt haben, ein wenig zufriedener mit dem Funktionieren der Demokratie sind und ein wenig mehr Vertrauen in ihre Politiker haben, “5” und “6” vielleicht. Fragt man Briten danach, ob sie Politikern trauen, dann wird man, insgesamt schlechtere Einschätzungen bekommen als z.B. in Schweden oder Deutschland, denn das Misstrauen gegenüber Politikern und die Notwendigkeit, Politiker und Regierung zu misstrauen und sie zu kontrollieren, ist gerade Teil einer civic culture wie Großbritannien. Wie man der oben dargestellten Tabelle entnehmen kann, leben Italiener und Briten in Ländern, die durch einen höheren Gini-Koeffizienten beschrieben sind als Schweden oder Deutschland – aber ist das mehr als ein Zufall?

Schäfer (2012)

Die im letzten Absatz gemachten ad-hoc Annahmen, die letztlich kulturelle Unterschiede in Rechnung stellen, werden eindrücklich durch die Berechnungen von Schäfer bestätigt, die ich für “Vertrauen in Politiker und Parlamente” hier wiedergegeben habe (Abbildung): Höher gebildete Befragte, mit relativ höherem Einkommen, die religiös sind, relativ mehr politisches Interesse haben, die Regierungspartei gewählt haben und die nicht zum linken Rand des politischen Spektrums gehören, haben eher Vertrauen in Politiker und Parlamente als Befragte, für die diese Variablen nicht zutreffen. Alle diese Variablen, die im Modell von Schäfer als erklärende Variablen identifziert werden und die einen signifikanten Effekt auf die abhängige Variable haben, kommen in der Zusammenfassung der Ergebnisse, die Schäfer vornimmt, nicht vor. Die einzige Variable aus den in der Abbildung dargestellten Modellen, die Schäfer erwähnenswert findet, ist der Gini-Koeffizient, eine Auswahl, die angesichts der mageren 17 Fälle, für die der Gini-Koeffizient Varianz aufweist und angesichts der oben thematisierten geringen Varianz erstaunlich ist.

Die Wahl ist umso erstaunlicher als man sich unwillkürlich fragt, was zwischen der ungleichen Einkommensverteilung in einem Land und dem Misstrauen in Politiker vermittelt. Ist es tatsächlich so, wie Linke vermuten, dass Menschen mit geringem Einkommen dann, wenn ihr Land durch ein großes Einkommensgefälle gekennzeichnet ist, Politikern durch die Bank, also auch linken Politikern eher misstrauisch gegenüberstehen? Oder hat Misstrauen gegenüber Politikern etwas mit dem Verhalten von Politikern und eben nicht mit der Einkommensungleichheit zu tun, etwa damit, ob man von Politikern belogen wird, damit, dass man mit der Politik der Partei, die man unter falschen Erwartungen gewählt hat, nicht zufrieden ist oder dergleichen Variablen? Wem ist in seinem täglichen Leben schon bewusst, dass die Einkommensungleichheit in Deutschland geringer ist als in Italien und dass er deswegen mehr Vertrauen zu seinen Politikern haben muss als Italiener? Die ganze Fragestellung erscheint absurd, insbesondere, wenn man die Prämisse betrachtet, auf der sie basiert: Demokratie müsse Einkommensgleichheit herstellen. Warum? Was ist gut an Einkommensgleichheit?

Als jemand, der aus der Arbeiterschicht stammt, weiß ich, welchen Ansporn man daraus nehmen kann, nach etwas zu streben, was man selbst derzeit nicht hat, z.B. ein hohes Einkommen, und als jemand, der immer wieder gerne in F. A. von Hayeks Büchern liest, weiß ich, wie wichtig Hayek soziale Ungleichheit für das Funktionieren einer Marktwirtschaft war. Der Antrieb von Gesellschaften, Wachstum und Fortschritt basieren auf der Möglichkeit des Experimentierens mit neuen Gütern. Experimente können schief gehen, und entsprechend setzt das Experimentieren mit neuen Gütern Kapital voraus, Kapitaleigner, die den Verlust von Kapital in fehlgeschlagenen Experimenten (z.B. neuen Produkten, die von den Konsumenten nicht angenommen werden oder Arzneimitteln, die sich als nicht marktfähig erweisen) verschmerzen können.

Diejenigen, die über Kapital verfügen und bereit sind, es auch einzusetzen und zu experimentieren, um dadurch einen Nutzen (für sich und für andere) zu erzielen, schaffen dadurch – gewollt oder ungewollt – einen Nutzen für alle Gesellschaftsmitglieder. (Die Diskussion darüber, ob der Nutzen gewollt oder ungewollt hergestellt wird, ist müsig, denn das Arzneimittel, das gegen Kopfschmerzen hilft hat u.a. im Entdeckungsprozess jemanden benötigt, für den Kopfschmerzen ein Problem darstellten und der etwas dagegen tun wollte.) Einkommensungleichheit ist also notwendig, um eine Gesellschaft nicht nur voranzubringen, sondern auch am Laufen zu halten, denn wer sollte nach etwas streben, wenn damit z.B. kein höheres Einkommen oder ein höherer Status verbunden ist, als er es/ihn derzeit hat? Linke Ideen von Gleichheit erweisen sich hier einmal mehr als einem erschreckenden Menschenbild verbunden, das davon ausgeht, dass Individuen nicht streben, nicht bemüht sind, sich zu verbessern und mit dem zufrieden sind, was ihnen vom Staat zugeteilt wird.

Anhang:

* GINI-Koeffizient:
Der Gini-Koeffizient misst die statistische Abweichung der Einkommensverteilung von der Lorenz Kurve, wobei die Lorenz Kurve die kumulative Verteilungsfunktion einer Zufallsverteilung darstellt. Gini nimmt mit seinem Koeffizienten an, dass Einkommensgleichheit als Gerade dargestellt werden kann, die in einem Winkel von 45-Grad den kumulativen Anteil von Niedriglohnbeziehern am kumulativen Gesamteinkommen verbindet. Die Fläche, die zwischen der Lorenzkurve (also der Zufallsverteilung) und der Gerade (also der Einkommensgleichheit) aufgespannt ist, stellt die Abweichung dar, die mit dem Gini-Koeffizienten berechnet wird und zwischen dem Wert 0 für Einkommensgleichheit und 1 für das größte mögliche Maß der Ungleichheit variiert. Häufig wird das Ausmaß der Einkommenskonzentration, wie es mit dem Gini-Koeffizienten gemessen wird, auch als Prozentwert, der von 0 bis 100 reicht, ausgedrückt.

** Fragetext Vertrauen in Politiker und das Parlament
Using this card, please tell me on a score of 0-10 how much you personally trust each of the institutions I read out. 0 means you do not trust an institution at all, and 10 means you have complete trust.
National Parliament
Politicians

*** Fragetext Zufriedenheit mit der Demokratie
And on the whole, how satisfied are you with the way democracy works in [country]? Please answer using this card, where 0 means extremely dissatisfied and 10 means extremely satisfied.

Literatur

Schäfer, Armin (2012). Consequences of Social Inequality for Democracy in Western Europe. Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenshaft: online first.

Bildnachweis:

The Peoples Cube

Print Friendly, PDF & Email

About Michael Klein
... concerned with and about science

5 Responses to Soziale Ungleichheit: Nicht mehr als ein “In-Begriff” der Linken

  1. Andreas says:

    Gleich zu sein unter Gleichen,/ das lässt sich schwer erreichen:/ Du müsstest ohne Verdrießen,/ wie der Schlechteste zu sein dich entschließen.”

    (Goethe)

  2. Hans Meier says:

    Gedanken zum Thema „Systemkritik“ oder den Problemen von Gesellschafts-Kritikern

    Es gibt verschiedene Sachverhalte die als System bezeichnet werden.

    Es existieren technische Systeme, die aus Funktionseinheiten bestehen. Rational erdacht und als Bauteile in logischer Wirkung miteinander in konkreten Beziehungen.

    Es gibt biologische Systeme, die ebenso funktionieren.

    Darüber hinaus gibt es das Bewusstsein von Menschen, die sich so ihre Gedanken machen, wie oder warum etwas so oder etwa anders funktioniert, bzw. sich bedingt.
    Ein Ansatz oder Prinzip ist es: zu beobachten, zu analysieren die empirischen Fakten zu betrachten, um sich durch die dabei gewonnen Erkenntnisse, neue Wissensbereiche zu erschließen und durch Anwendung zu falsifizieren, bzw. zu sichern.
    Ein zweiter Ansatz oder Prinzip ist, Hypothesen zu entwickeln, mit denen Zusammenhänge gedeutet werden, in denen die erwähnten Fakten, zur Unterstützung der Hypothesen verwendet werden.

    Dieser zweite Ansatz ist der theorielastige, der sich nicht mühsam durch die Fakten zum Ergebnis einer neutralen Einsicht entwickelt, sondern sich bemüht seine Thesen zu bestätigen.
    Diese Vorgehen hat philosophische Tradition, einerseits durch die Denker rationaler Aufklärung und andererseits bei den Gesellschafts-Theoretikern und ihren Theorien.

    Menschen, die mit dem ersten Prinzip agieren, ermöglichen den technischen und wissenschaftlichen realen Fortschritt, konkurrieren in einem Wettbewerb ihrer Intelligenz. Da sie sich keine theoretischen Konstrukte aufbauen, sondern nahe an der Wirklichkeit bleiben, die sie sowohl verstehen lernen, wie auch in jeder Hinsicht für sich nutzbar machen, ergibt sich daraus eine positive, problemlösende Zuversicht.
    Das bringt der Bevölkerung Wohlstand durch den technischen Fortschritt, da nun die Wertschöpfung der Arbeit enorm gesteigert werden kann.

    Dabei bleiben die Gesellschafts-Theoretiker allerdings mit ihren Konzepten, ihren Idealen und Annahmen skeptisch und weiter pessimistisch. Sie interpretieren die neuen Entwicklungen und Technologien weiter mit ihren statischen „Überzeugungen“ die sie nicht aufgeben können bzw. wollen.
    Denn eine liebgewonnene Theorie ist nicht so leicht, ohne Gesichtsverlust zu ersetzen, bedeutete es doch in der persönlichen Konsequenz sich geirrt zu haben.

    Seine kritische Sichtweise vielmehr als eine persönliche, spezifische Motivlage, mit dieser Opposition und Kritik an der Gesellschaft, „vergesellschaftet“ zu haben.
    In jungen Jahren, die eigene Emanzipation, zu einem gesellschaftlichen Projekt gemacht zu haben, sich also in einer subjektiven Motivlage zu befinden, wo die Suche ein endloser Weg bleibt, wenn die innere, rationale Reife nicht gelingt.

    Mir scheint darin ein passender Schlüssel vorhanden, warum die Mehrzahl der durch die Gesellschaftstheoretiker vereinnahmten Mitmenschen, so wenig zuversichtlich sein können, so statisch in ihrem Denken auf Probleme fixiert und auch nicht bereit, Probleme mit fortschrittlichen Techniken, zu lösen. Sich also eher verweigernd, verunsichert zurückziehen und verbissen an ihren theoretischen Konzepten festhalten, obwohl sie real nicht nur veraltet, sondern auch längst überholt sind.

  3. Pingback: Gewerkschafts-Marketing: Wie die GEW Kinderarbeit instrumentalisiert | Kritische Wissenschaft - critical science

  4. David Offens says:

    “Mir war damals schon klar geworden, etwas was heute noch, wenn man es ausspricht meine Bekannten schockiert, obwohl sie es zugeben müssen: je intelligenter ein Mensch ist, desto wahrscheinlicher ist es, daß er ein Sozialist ist.” F.A. Hayek: Die freie Marktwirtschaft und ihre moralischen Grundlagen, 1985.

    Daran muss ich immer denken, wenn ich so dämliche Beiträge wie ihre lese. Ihr großes Vorbild hatte einmal recht.

    • Oh ich liebe nicht einmal halbgebildete Pseudo-Intellektuelle wie Sie, die irgendwo etwas aufgeschnappt haben, was ihnen in den Kram passt und dazu führt, dass Sie sich im Besitz der Weisheit und Kenntnis wähnen. Schauen wir doch einmal, was Hayek vor uns nach ihrem Zitat schreibt:

      Ich hatte bereits erkannt, etwas was einem, wenn man es ausspricht,
      vielleicht selbstverständlich scheint, nämlich, daß die anti-kapitalistische Bewegung des
      Sozialismus keineswegs aus den arbeitenden Klassen stammt und daß der Sozialismus
      eine Erfindung der Intellektuellen ist. Der Sozialismus stammt von Leuten, die glauben,
      alles besser zu verstehen und vorgeben, der Welt eine Organisation aller wirtschaftlichen
      Tätigkeiten zur Verfügung stellen zu können, die sie in die Lage versetzen würde, alle
      Wünsche zu erfüllen – ohne Moralregeln, die fälschlicherweise besagen, daß Institutionen
      wie das Privateigentum und die Familie guten Zwecken dienen.
      Mir war damals schon klar geworden, etwas was heute noch, wenn man es ausspricht,
      meine Bekannten schockiert, obwohl sie es zugeben müssen: je intelligenter ein Mensch
      ist, desto wahrscheinlicher ist es, daß er ein Sozialist ist. Je mehr er überzeugt ist, daß
      die Vernunft alles besser ordnen kann als der spontane Prozeß, desto mehr neigt er dazu,
      zu glauben, daß, wenn man diesen spontanen Prozeß durch eine systematische
      Anordnung ersetzen würde, wir ein viel besseres Leben haben könnten. Die Aufgabe der
      Aufklärung dieses Irrtums kann es daher nicht sein, den Massen zu erklären, daß sie im
      Irrtum sind. Die Aufgabe muß vielmehr sein, die Intellektuellen zu bekehren, und daß,
      wenn mein Freund Antony Fisher, dessen Namen vielen von Ihnen bekannt sein wird,
      wirklich mit dem von ihm angesammelten Vermögen etwas tun wollte, um eine
      Aufklärung der Welt herbeizuführen, er nicht versuchen dürfe, direkt an die Massen zu
      appellieren. Ich schlug daher vor, zuerst den Intellektuellen klar zu machen, daß sie sich
      intellektuell im Irrtum befänden, in ihren naiven Vorstellungen von der Wirksamkeit
      einer bewußten Ordnung im Gegensatz zu einer spontanen Ordnung.

      Hayek macht sich, wie deutlich zu erkennen ist, wenn man des Deutschen mächtig ist, über Sozialisten und ihre eingebildete, prätentiöse und bar jeglichen Zweifels und jeglicher Kenntnis seiende Art lustig.

      Lesen Sie den ganzen Text und wenn Sie das nächste Mal kommentieren, stellen Sie sicher, dass Sie auch informiert und nicht, wie sie wohl sagen würden für alle sichtbar “dämlich” sind:

      http://www.europainstitut.at/upload/publikationen/publikation_23.pdf

Translate »
error: Content is protected !!
Skip to toolbar