Die Freiheit stirbt schrittweise

Mike Buchanan’s Dictionary of Quotations for right-minded people ist eine unschätzbare Quelle, wenn es um Zitate geht. Und weil ich dieses Mal zu träge war, Milton Friedman’s Capitalism and Freedom in die Hand zu nehmen und nach den Stellen zu suchen, die (Aspekte) der Bedeutung von Kapitalismus und unternehmerischer Freiheit für gesellschaftlichen Wohlstand besonders hervorheben, habe ich dieses unschätzbare Werk statt dessen in die Hand genommen:

  • “A society that puts equality – in the sense of equality of outcome – ahead of freedom will end up with neither equality nor freedom.”
  • “There is no place for government to prohibit consumers from buying products the effect of which will be to harm themselves.”
  • “The government solution to a problem is usually as bad as the problem”.
  • “Everywhere, and at all times, economic progress has meant far more to the poor than to the rich.”

Friedman Quotes in Buchanan, 2010. pp.143-144

Die Zitate sind hervorragender Ausdruck dessen, was man ein individualistisches Konzept von Freiheit, eine liberale Grundeinstellung nennen könnte. Diese Grundeinstellung kennt keine staatlichen Eingriffe in die individuelle Handlungsfreiheit, die die individuelle Selbstbestimmung über das zum Schutz von Eigentum und individueller Freiheit notwendige Maß hinaus beeinträchtigen. Sie kennt entsprechend keine staatlichen Eingriffe, die es es Menschen versagen, sich selbst zu töten, wenn ihnen danach ist, die es Menschen versagen, Nahrungsmittel zu sich zu nehmen und Verhaltensweisen zu zeigen, die sie selbst, nicht aber andere schädigen. Liberale haben für alle individuellen Handlungsweisen Verständnis, solange dadurch nicht Dritte in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies unterscheidet Liberale von Verfechtern eines Staatsinterventionismus, deren vornehmliches Ziel darin besteht, Freiheit, wo immer sie sie antreffen mit Verweis auf einen eingebildesten Wert wie “Solidarität” oder besonders beliebt, dem Schutz der Geschützen vor sich selbst, zu beschränken. Sei es die individuelle Freiheit , ungesund zu leben, sei es die Freiheit, einem Arbeitnehmer zu kündigen, weil einem dessen Nase nicht passt, sei es die Freiheit, auf Märkten alle Waren unbeeinträchtigt von staatlichen Vorgaben, Zöllen oder sonstigen Versuchen, freien Tausch zu unterbinden, zu handeln.

Die Beschreibung klingt wie eine Utopie in einer Zeit, in der der Ruf nach dem Staat und seinem vermeintlich wohlmeinenden Eingriff, zuerst in die Geldbörsen der Erwerbstätigen und dann in Form von welcher umverteilenden Hilfestellung auch immer, ein täglicher Begleiter ist. Von religiösen Praktiken, über Essgewohnheiten, Verpackungsaufschriften, Bananenkrümmung, über die Arbeitssicherheit, die Art des Zusammenlebens, die Zusammensetzung von Aufsichtsräten, den Einbau einer Rollstuhlfahrerrampe, die Anzahl der Zahnarztbesuche pro Jahr, bis hin zum korrekten Rentenalter und der Höhe der Nebenverdienste reicht die Zahl staatlicher Gängelungen, die Freiheit Schritt für Schritt einschränken und damit, mit der Freiheit, den Lebensnerv von Gesellschaften zerstören. Es ist dieser Lebensnerv in Form von vor allem unternehmerischer Freiheit, der für die Prosperität von Gesellschaften verantwortlich ist, denn so sehr sich sozialistische Gängelungsgesellschaften auch immer bemüht haben, außer ein paar “Helden der Arbeit”, haben sie nie sozialistische Idealbürger herbei züchten können, die dauerhaft für andere malochen ohne selbst dabei einen bemerkbaren Vorteil für sich erwirtschaften zu können.

Trotz aller historischen Belege für das Gegenteil, ist der Ruf nach dem Staat, die Hoffnung, durch staatliche Regelung, was auch immer zu richten, seit der Finanzkrise immer lauter geworden. Auch wenn sich Staaten und die Politiker an ihrer Spitze als noch so unfähig erweisen, eine wirtschaftliche Miniaturkrise, wie die Griechenland(-Portugal-Spanien)-Krise dauerhaft zu lösen, ist die Hoffnung in den guten Papa oder besser die gute Mama “Staat” ungebrochen. Und weil der moderne Feind wieder aus Bonzen besteht, die in der Imagination der entsprechenden Aktivisten, Arbeitnehmer ausnutzen, Zigarren rauchen, Steuern hinterziehen, Solidarität verweigern und im Gegensatz zu den Aktivisten nur ihren eigenen Vorteil suchen, steht auch der Staatssozialismus, die Regulierung und Einengung von Wirtschaftsmärkten wieder ganz hoch im Kurs. Und dies, obwohl ein freier Markt die einzige Gewähr dafür ist, dass Wohlstand und Prosperität auch oder gerade die “Armen” einer Gesellschaft erreicht, und obwohl es kaum mehr zählbare Beiträge darüber gibt, dass immer dann, wenn Staaten das Geschäft der Regulation übernehmen, Günstlinge wie die Pilze aus dem Boden schießen und versuchen, sich ihren Teil am Kuchen zu sichern, sich politische Gefallen zu kaufen, zuweilen Subventionen genannt.

Davon abgesehen gibt es ein einfaches logisches Argument gegen Planung, das vor allem in der Neuen Institutionen Ökonomie seit Jahrzehnten in allen möglichen Zusammenhängen belegt wird. Niemand, der eine Entscheidung trifft, kann alle Folgen seiner Entscheidung berücksichtigen (sonst wäre nämlich die Zukunft bekannt, was sie nicht ist). Ergo wird mit jeder Entscheidung (hoffentlich) das erstrebte Ziel erreicht, und es werden eine ganze Reihe unbeabsichtigter Folgen produziert – mache problemlos, manche nicht und daher regelungsbedürftig. Dies sichert nicht nur Juristen und Bürokraten aller Art eine ständig fließende Einnahmequelle, es führt auch dazu, dass die ursprüngliche Regelung eine ganze Reihe von weiteren Regelungen, um der unbeabsichtigen Folgen Herr zu werden, nach sich zieht, und ehe man es sich versieht, sieht man sich einem Regelungsmonster wie dem Sozialgesetzbuch gegenüber, von dem bereits vor nunmehr rund 10 Jahren der damalige Richter am Landgericht Leipzig Manfred Ommeln entnervt festgestellt hat, dass es aus einer Vielzahl von Verweisen auf nicht oder nicht mehr vorhandene Paragraphen bestehe und dass es nicht möglich sei, das Flickschusterwerk auch nur ansatzweise zu überschauen (Das war wohlgemerkt vor 10 Jahren). Und wenn Regelungen nicht mehr klar sind, versiegt individuelle Handlungsbegeisterung, denn man weiß ja nicht, welche gesetzlichen Folgen ein gewiefter Anwalt aus einem kaum mehr verständlichen Gesetzeswerk herausquetscht. Regelungen sind also der Tod der Privatinitiative, und wenn die Regelungen die wirtschatfliche Freiheit einschränken, dann sind sie auch der Tod des Wohlstands, denn Wohlstand lebt von unternehmerischer Initiative und unternehmerische Initiative lebt von unternehmerischer Fraiheit, davon, dass sie möglich ist.  Wie der neue Bericht “Economic Freedom of the World” des Frazer Instituts belegt, ist die unternehmerische Freiheit in westlichen Staaten im Allgemeinen und in Deutschland im Besonderen auf dem Rückzug.

Deutschland belegt unter 144 untersuchten Nationen und mit Blick auf die den Gesamtindex “unternehmerische Freiheit” noch Platz 31 ist aber mit Blick auf Teilbereiche, aus denen sich der Gesamtindex zusammensetzt, auf dem absteigenden Ast. Dies trifft insbesondere auf die seit 2003 wieder zunehmende Reglementierung von Arbeitsmärkten und Unternehmen zu. Zudem wachsen seit 2000 nicht nur die Staatsschulden, sondern auch die Staatsausgaben kontinuierlich an, so dass sich Deutschland im Teilbereich Staatsausgaben auf Platz 111 unter 144 Nationen und bei Arbeitsmarktegulationen auf Platz 112 wiederfindet. Das Ranking im Bereich Arbeitsmarktregulation setzt sich dabei u.a. aus (1) Regulation zu Kündigung, (2) Gewerkschaftsmacht und (3) Arbeitszeitbestimmungen zusammen und berücksichtigt somit im Wesentlichen die Variablen, die nach einhelliger Meinung von Ökonomen für das Vorhandensein von Arbeitslosigkeit und von Friktionen auf dem Arbeitsmarkt verantwortlich sind (z.B.: Blanchard, 2006, Nickell 1997, Nickell & Layard, 1999).

Unter der Überschrift “Staatsausgaben” berücksichtigt der Bericht neben den Kosten von Regierung, die Höhe von Transfergeldern und Subventionen, die Größe und Anzahl staatlicher Unternehmen sowie die Top-Steuerrate für Einkommen und Arbeitsentgelte. Bereits heute, so zeigt die Analyse des Frazer-Instituts, findet sich Deutschland in der zweiten Hälfte der 144 untersuchten Länder (Z.B. findet sich Deutschland (Rang 111) bei den Staatsausgaben deutlich hinter der Schweiz (Rang 31) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (Rang 22), während sich Deutschland (Rand 112) bei der Arbeitsregulation in der Gesellschaft von Portugal (rRang 124), Senegal (Rang 129) und Togo (Rang 136) befindet) . Bereits jetzt ist der Exportkönig Deutschland was Staatsausgaben und die Arbeitsmarktregulationen angeht, international nicht konkurrenzfähig, und bereits heute geht viel Wohlstand durch die damit einhergehende Einschränkung unternehmerischer Freiheit verloren. Was damit auch verloren geht, zeigen die folgenden Abbildungen, die eine Reihe von Zusammenhängen abbilden, die eigentlich alle Fragen darüber, ob Sozialismus und die Einengung unternehmerischer Freiheit ein sinnvoll zu begehender Weg ist, beantworten sollten, denn:

  • Mit dem Ausmaß unternehmerischer Freiheit steigt das Durchschnitts-Einkommen.
  • Mit dem Ausmaß unternehmerischer Freiheit steigt das wirtschatfliche Wachstum
  • Mit dem Ausmaß unternehmerischer Freiheit steigt das Einkommen der ärmsten 10% einer Gesellschaft.
  • Mit dem Ausmaß unternehmerischer Freiheit steigt die Lebenserwartung.

Vielleicht sollte ich diese Abbildung als Wandposter zu Viviane Reding und anderen Kommissaren der EU schicken, damit sie es sich an die Wand hängen können und ab sofort nicht mehr so erstaunt tun können, wenn sie feststellen, dass die Wirtschaftskraft der EU durch Regulationen nicht erhöht wird, nicht zu vergessen die vielen Regulationsbegeisterten in Deutschland.

Literatur

Blanchard, Olivier (2006). European Unemployment: the Evolution of Facts and Ideas. Economic Policy (January): 5-59.

Gwartney, James, Lawson, Robert & Hall, Joshua (2012). Economic Freedom of the World 2012 – Annual Report . Vancouver: Frazer Institute.

Nickell, Stephen (1997). Unemployment and Labor Market Rigidities: Europe Versus North America. Journal of Economic Perspectives 11(3): 55-74.

Nickell, Stephen & Layard, Richard (1999). Labour Market Institutions and Economic Performance. In: Ashenfelter, Orley & Card, David (eds.): Handbook of Labour Economics. Amsterdam: North Holland, pp.23-98

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22 Responses to Die Freiheit stirbt schrittweise

  1. Dummerjan says:

    Danke!
    Man ruft laut nach dem Staat um Schäden, die durch Staatsinterventionen entstanden sind zu beseitigen.

  2. Eike Scholz says:

    Hm,

    also ich möchte mal wissen woher der Optimismus in der folgenden Aussage kommt:

    “Und dies, obwohl ein freier Markt die einzige Gewähr dafür ist, dass Wohlstand und Prosperität auch oder gerade die “Armen” einer Gesellschaft erreicht, und obwohl es kaum mehr zählbare Beiträge darüber gibt, dass immer dann, wenn Staaten das Geschäft der Regulation übernehmen, Günstlinge wie die Pilze aus dem Boden schießen und versuchen, sich ihren Teil am Kuchen zu sichern, sich politische Gefallen zu kaufen, zuweilen Subventionen genannt.”

    Ich glaube nicht das der freie Markt irgendwofür Gewähr ist. Es gibt ja nachweislich Fälle von systemischen Marktversagen, e.g. fälle des Gefangenen-Dilemmas. Nich dass das heißt dass ich glaube dass ein Problem dass der Markt nicht lösen kann, immer durch den Staat besser gelöst werden kann. Manche Probleme haben keine Lösung, bzw deren lösung ist nicht bekannt – da hilft dann weder Staat noch Markt. Manche Probleme kann nur der Staat oder eine vergleichbare Institution nahe-zu optimal lösen.

    Ferner gibt es den modernen Kapitalismus nicht ohne Staat. Kapitalismus setzt sich für mich im wesentlichen aus 3 Komponenten zusammen dem modernen Staat, dem Unternehmer, und dem Kapitalgeber (kommt von irgeneinem älteren Ökonomen, leider hab ich vergessen wo ich das gelesen habe). Die definition hat natürlich die folge, dass Kapitalismus und freie Märkte nicht das gleich sind, daher muss man für Freiheit als Wert an sich kämpfen, und zwar ureigens als freiheit der Individuen, aus dieser folgt dann in einem weitreichendem Rahmen die Freihet am (“für den”) Markt.

    Es gibt für den Kapitalismus allerdings, sofern Monopole im Weiten sinn unterbunden werden, ein sehr starkes argument, für die “armen”. Er verhindert durch die Konkurenz der Unternehemen zu große Machtakkumulation, selbst bei reichen – ohne dass man gezwungen ist per Wahl entscheidungen zu treffen, die man aufgrund der Informationslage gar nicht treffen kann.Die definition hat natürlich die folge, dass Kapitalismus und freie Märkte nicht das gleich sind, dah

    Beste Grüße,

    Eike

    • Eike,
      außer vagen Vermutungen darüber, dass der Optimismus meiner Aussage nicht angebracht ist, hast Du nichts geliefert, um Deinen geringeren Optimismus zu belegen. Zu Markt- und Staatsversagen, das gibt es nämlich auch und viel häufiger, habe ich mich bereits geäußert:

      http://sciencefiles.org/2012/02/17/staatsversagen-und-marktversagen/

      Ansonsten hat niemand behauptet, dass ein Markt ein problemloses Unterfangen ist und dass sich nur ehrliche Akteure auf Märkten tummeln. Aber, ein Markt ist die einzige Institution, in der die unehrlichen Akteuer auf Dauer auffliegen, während sie sich in staatlicher Planung einnisten können, leben wie die Made im Speck und als Krönung noch erzählen können, dass es ihnen um das Wohl aller ginge und dass es wichtig sei, die schlimmen Marktkräfte zu bekämpfen oder einzudämmen, wahlweise. Ich würde jeden Deiner monopolitisch durchsetzten Märkte einem staatlich regulierten Markt vorziehen, schon weil es in der Geschichte noch nie einen monopolisierten Markt gegeben hat und es auch nicht denkbar ist, dass sich auf einem Markt ein Monopol dauerhaft aufrechterhalten lässt (ohne Gewalt). Und wenn Du einmal die Monopole durchgehst, die es gibt, dann sind das ausschließlich staatlich geschaffene und aufrechterhaltene Monopole . Insofern finde ich es immer lustig, wenn Linke nach dem Staat rufen, um gegen Monopolbildung zu kämpfen und damit den Bock zum Gärtner machen…

      • Eike Scholz says:

        @Michel

        ich hoffe du hast recht! Nur gibt es ohne moderne Staaten keine wirklichen Märkte, da dazu Vertragsrecht durchgesetzt werden muss. Der Punkt ist dann, wie man gegenseitige einflussnahme vom Staat auf Unternehmen und umgekert vermeidet. Ich sehe nicht wie man das durch freie Märkte löst, bzw das Löst nur ein Teil des Problems. Ein schwacher Staat, kann sich schwer gegen auch Kurzzeitige Monopolisten durchsetzen. Das sehen wir ja grade an der Finanzkriese … . Es liegt halt im Interesse eines Monopolisten sein Monopol zu behalten, und daher den Staat zu animieren diese Monopol mit staatlicher gewalt zu schützen. Das ist insofern überhaupt kein widerspruch zu deiner Position, nur kann der Markt ohne einen Staat mit Gewalt monopol welches Recht durchsetzt nicht existieren. Mann kann also den Staat nicht ohne weiteres schwächen, wenn mein einen freien Markt erhalten will, andereseitz neigt zu starke Machtakummulation im Staat dazu auch Politischen gründen den freien Markt aufzugeben, z.b. um Rent-Seeking für politisch einflussreiche Gruppen zu ermöglichen. Ein staarker (demokratischer) Staat braucht aber demokratische Legitimation, was wieder zu unvernünftigen umverteilungsexessen und “markteingriffen” anleitet …

        Das ist das Problem, weshalb ich pessimistisch bin. Staat und Markt sind untrennbar miteinander verflochten und sollten doch Machtmoplitisch möglichst getrennt sein, ein schlicht nicht einfach aufzulösender Wiederspruch.

        Wir sind uns vermutlich darin einig dass der Staat am effektivsten gegen Monopolbindung vorgeht, in dem er ein gutes Vertragsrecht durchsetzt, und verhindert, dass Unternehemen und andere Interessengruppen zugriff auf sein Gewaltmonopol bekommen um ihre Interessen druchzusetzen. Nun gibt es aber Verträge am Markt welche genau das ziehl haben können grade diesen Zugriff auf den Staat zu sichern, der Berich der nicht Justiziablen Korruption eben. Man kann Unternehmern ja nicht verbieten Politiker zu werden und umgekert …

        Der Staat und der Markt sind eben weder Bock noch Gärtner,
        jedes Volkswirtschaftlich relevante Martversagen ist in der Regel ein Staatsversagen und Staatsversagen führt zu Marktversagen …

        • Eike,
          ich sehe die Verflechtung zwischen Markt und Staat nicht als in Stein gemeiselt. Das kann man ändern, indem man den Staat und seine Günstlinge in ihre Schranken weist. Darüber hinaus und nochmal: Wo siehst Du Monopolisten in Märkten, die nicht entweder staatlich oder staatlich gestützt sind. Ich sehe übrigens keinerlei monopolistische Strukturen in der Finanzkrise, wo siehst Du sie?
          Ich halte die Angst vor Monopolen für übertrieben, denn – wie gesagt – die Geschichte kennt keine privaten Monopole, die von Dauer gewesen wären oder keine, die auch nur ansatzweise an die Befürchtungen herangekommen werden, die in der Regel angestrengt werden, um einen staatlichen Eingriff zu legitimieren.

          Nicht einmal im Fall von De Beer, dem Standardbeispiel für ein Monopol (Diamanten) ist es so, dass dem Unternehmen aus seinem rund 80%tigen Marktanteil die Vorteile erwachsen, die behauptet werden. Oliver Williamson hat das bereits 1995 (35-38) dargestellt und Sundie, Geld und Bush haben 2008 einen guten Beitrag über die subjektive Vorstellung von Monopolen und die ökonomische Wirklichkeit derselben veröffentlicht.

          Sundie, Jill M., Gelb, Betsy D. & Bush, Darren (2008). Economic Reality Versus Consumer Perceptions of Monopoly. Journal of Public Policy and Marketing 27(2): 178-181.
          Williamson, Oliver E. (1995). Hierarchies, Markets and Power in the Economy: An Economic Perspective. Industrial and Corporate Change 4(1): 21-49.

        • Eike Scholz says:

          @Michael,

          was die Monopole angeht hast du vermutlich recht. Wenn diese nicht durch Gewalt gestützt werden, zerfallen sie, ich habe nie was anders gehört oder gelesen. Bei der Finanzkriese ist das Problem kein Monopol sondern schlicht weg ein zu Schwacher Staat – aufgrund von Inkompetzenz und/oder Korruption ganau ich weiß nicht warum. Auf jeden fall sind dort die Marktteilnehmer, stark genug um den Staat zu erpressen ihre privaten Verluste zu sozialisieren – es braucht dazu nichtmal einen Monopolisten dazu.
          Insofern ist die Angst vor Monopolen wohl unangebracht, das eigenltich bedenkliche ist wohl, wenn Marktteilnehmer faktisch Mächtiger werden als der Staat – das sollte eigentlich unmöglich sein, aber in der Praxis lassen sich Politiker halt Korrumpieren, oder gar wirtschaftspolitisch erpressen – mit leeren drohungen wie bei der Finanzkriese.

          Das Monopol an sich ist nicht schlimm, es kann sogar gerechtfertig sein, wenn das Unternehmen einfach die mit abstand besten Produkte liefert, in sofern war ich auf abwegen. Aber selbst wenn ich dir Zustimme, dass die für die Probleme verantwortlcihe Verflechtung zwischen Markt und Staat nicht in Stein gemeißelt ist, hallte ich das Problem für schwer zu lösen – denn den Staat in die Schranken zu weisen, hilft ihm nicht gegen beeinflussung. Bzw. die Konsequente lösung wäre Anarcho-Kapitalismus d.h. die Aufgabe eines Gewaltmonopoles insgesammt, dass funktioniert aber nicht, weil der Markt eben durchsetzbares Recht benötigt.

          Wir bekommen im Kapitalismus halt u.U. noch ein weiteres Problem mit der Leistungs-Gerechtigkeit, da reine Kapital-Einkünfte weitgehend leistungsloses Einkommen sind. Das ist erstmal nicht schimm, kann aber zu sozialen Problemen führen, wenn ein Staat anfängt zusehr diese Vermögensunterschiede zu sichern. Selbst ein schwacher Staat ist stark gegenüber den nicht Wohlhabenden, und er hat nicht nur Geld sondern auch Waffen.
          Radikal Libertäre Lösungen für die Leistungsungerechtigkeit wie 100% Erbschaftssteuer sind wohl kaum umzusetzen und auch nicht nach jeder auffassung Gerecht. Dann sind wir wieder beim Umverteilungsproblem und der demokratischen Legitimation die dem Staat die Macht sichern sollte. l

          Die Vorrausetzung für einen Markt ist durchsetzares geltendes Recht, und das benötigt einen entsprechen starken Staat, die Anarcho-Kapitalisten konnten mich nicht überzeugen und bei einem Minimalstaat sehe ich ebenfalls Probleme – das könnte aber Funktionieren, da klein nicht das gleiche wie schwach ist. Ich bin halte nur nicht Optimistisch was einein Minimalen Staat angeht, das ist schwirig …
          Die Lösung ist sicherlich kein Sozialistischer-Molloch …

          • Wer hat denn in der Finanzkrise den Staat erpresst? Von wem stammt denn der Unsinn des “too big to fail” und wer steht am Anfang der “Finanzkrise”?

            Hätte es keine US-Regierung unter Bush gegeben, die sich in den Kopf gesetzt hat, auch Amerikaner in eigene Häuser zu setzen, die sich die eigenen Häuser nicht leisten können und hätte es nicht dieselbe Regierung geschafft, die Kosten für Kapital derart in den Keller fallen zu lassen – vornehmlich dadurch, dass ein Außenhandelsdefizit angehäuft wurde, das nur noch von Obama verschlimmert wird, (und hätten die Chinesen nicht dieses Außenhandelsdefizit finanziert, um ihren wichtigsten Absatzmarkt zu sichern), dann wären die damals noch halbstaatlichen Fanny May und Freddy Mac nicht aufgetreten und hätten negative Mortgages verkauft, die sich erst durch einen steigenden Hauspreis amortisieren.

            Hätten die selben Mortgage-Lender nicht neue Vehikel des Finanzmarkts genutzt, um ihr Risiko zu diversifizieren und in Form von ABS unter die Banken zu bringen, nichts wäre passiert.

            Hätten nicht in Deutschland vornehmlich Landesbanken die Not gespürt, ihr Geschäftsmodell, das nicht aufrecht zu halten ist, dadurch zu verbessern, dass sie das vermutlich 1000fache der vorhandenen Einlagen in ABS investiert haben und das Geschäft über den Repo-Markt finanziert, so dass sie von kurzfristigen Krediten abhängig sind, also das Geschäftsmodell der Herstadt Bank genutzt, nichts wäre passiert.

            Hätte nicht der Staat sehr gut damit verdient, dass Banken mit ihren Gewinnen die Kassen der Bundesbank füllen und zudem die staatlichen Schuldverschreibungen kaufen und auf diese Weise die Hochschuldenpolitik von Deutschland finanzieren, vermutlich wäre die Not, die entsprechenden Banken nun auch zu retten, nachdem der Mortgagebubble wie vorherzusehen war, geplatzt ist, kaum verursacht.

            Die Notwendigkeit, Banken zu retten, ist somit keine Sozialisiserung privater Schulden, sondern im wesentlichen ein Schutz der staatlichen Liquidität mit Hilfe von Steuergeldern. Man überlege sich nur einmal, was passiert wäre, wenn Hypobank, IKS, WestLB, Dresdner Bank einfach Pleite gegangen wären. Die Einlagen der Sparer wären gedeckt gewesen, durch die verschienden Einlagensicherungssysteme. Aber bevor die Banken Pleite gegangen wären, hätten sie entweder ausstehende Kredite zurückgerufen oder die Staatsobligationen am Repo-Markt verscherbelt und wär hätte dann wohl Finanzierungsprobleme gehabt? Sicher nicht Oma Müller aus Wanne Eickel. Ich kann die Mythe von der Sozialisierung privater Schulden einfach nicht mehr hören….

        • Eike Scholz says:

          @Michael

          ich halte das mit der sozialisation privater Verluste nicht für einen Mythos, es ist genau was passiert, und ja der Staat ist daran schuld, nur halte ich weniger Staat nicht unbedingt für eine Lösung, da wie ich schon gesagt habe der Staat notwenidige Vorraussetzung für den Markt und Kapitalismus ist. Wie ich oben schon gesagt habe ist Marktversagen in der Regel auch ein Staatsversagen, mir fällt momentan zumindest kein größeres Marktversagen ein, dass nicht auf Staatsversagen zurückzuführen ist.

          Aber um nochmal auf die sozialisation privater Verluste einzugehen, es ist genau das was passiert, und nein der Staat benötigt gar nichts um seine Liquidität zu sichern außer seinem Machtmonopol, und dem Willen angemessen zu handeln. Der Staat auch hätte keine Probleme gehabt, wenn wir Politiker hätten die wüssten was man in einer solchen situation alles tun könnte und davon auch eine Option wählen wollten …

          Was das Staatsversagen angeht, kann ich aber aus dem Staatsversagen nicht folgern dass der Staat allgemein keine “Markteingriffe” durchfüren sollte, denn dann Müsste ich glauben, dass der freie Markt auf sich allein gestellt zu gesellschaftlich erstrebenwerten ergebnissen führt. Ich kenne keine überzeugende Argumentation die mich das annehmen lässt, wenn nicht der Staat aktiv bestimmte rahmenbedingungen erhält, insbesondere im beriech Recht und Sicherheit. Dazu muss er aber gegebenenfalls in den Markt eingreifen, mindestens im bereich des Waffenrechts/Waffenhandels. In einer modernen Gesellschaft stellt sich noch die Frage nach dem Patent- und Urheberrecht.

          Die Frage ist meineserachtens nicht ob der Staat reguliert, sondern wie. Gesellschaften die nur einen freien Markt haben, folgen einer evolutionären Logik, mit den entsprechenden Eingeschaften und Konsequenzen, sie sind ineffizient und inhuman. Alles was in ihnen entsteht stirbt irgendwann aus, ohne das Dinge notwendig besser werden. Das Problem ist hier meines erachtens der weitverbreitete Irrtum, dass die biologische Evolution als Vorbild effizient sei, oder gar notwendig immer *besssere* lebewesen erzeugen würde. Der Markt hat intelligente Teilnemer, also ist das nicht so furchtbar schlimm, aber ich hallte die Teilnehmer nicht für so furchtbar intelligent, dass mich das optimistisch stimmt, oder dass der evolutionäre ansatzt effizient wird. Lösungen habe ich aber auch keine, nur Skepsis …

          Beste Grüße,

          Eike Gleichen

          • Die Frage ist meineserachtens nicht ob der Staat reguliert, sondern wie. Gesellschaften die nur einen freien Markt haben, folgen einer evolutionären Logik, mit den entsprechenden Eingeschaften und Konsequenzen, sie sind ineffizient und inhuman. Alles was in ihnen entsteht stirbt irgendwann aus, ohne das Dinge notwendig besser werden. Das Problem ist hier meines erachtens der weitverbreitete Irrtum, dass die biologische Evolution als Vorbild effizient sei, oder gar notwendig immer *besssere* lebewesen erzeugen würde. Der Markt hat intelligente Teilnemer, also ist das nicht so furchtbar schlimm, aber ich hallte die Teilnehmer nicht für so furchtbar intelligent, dass mich das optimistisch stimmt, oder dass der evolutionäre ansatzt effizient wird. Lösungen habe ich aber auch keine, nur Skepsis

            Dazu kann ich nur sagen: on what do you base that? Um’s mal herunterzubrechen, Markt ist der Begriff dafür, dass viele und weit verstreut lebenden Akteure miteinander in Austauschbeziehungen treten und tauschen können. Eine evolutionäre Logik, der ein Markt folgt, ist genau dann ineffizient und inhuman, wenn man denkt, alle Menschen sind Schweine und versuchen sich von morgens bis abends übers Ohr zu hauen. Das Problem mit dieser “Prämisse” ist, dass Menschen auch lernfähig sind und in der Regel werden sie mit einem anderen, der sie beim Tausch übers Ohr gehauen hat, keine Tauschbeziehung mehr eingehen. Damit Du also Deine “evolutorische Logik” aufrechterhalten kannst, musst Du nicht nur denken, Menschen sind abgrundtiefe Schweine, die sich gegenseitig in die Pfanne hauen, sondern auch: Menschen sind abgrundtief dumm. …. Not my planet, really!

      • Dummerjan says:

        “Zu Markt- und Staatsversagen, das gibt es nämlich auch und viel häufiger”
        Das ist ja trivial. Es gibt sehr viele Möglichkeiten etwas falsch zu machen ,als etwas richtig zu machen.

        • heureka47 says:

          “Es gibt sehr viele Möglichkeiten etwas falsch zu machen ,als etwas richtig zu machen. “:

          Das ist sehr relativ!
          In einer weitestgehend geistig gestörten Gesellschaft – und das ist die zivilisierte G. – wird so gut wie nichts richtig gemacht. Fast alles wird unter der Dominanz des grundlegenden Fehlers gemacht:
          In einer wahrhaft – vor allem geistig-seelisch – gesunden Gesellschaft gibt es zwar AUCH das Risiko, dass Dinge “falsch” gemacht werden, aber das ist die AUSNAHME, und nicht die REGEL, wie bei uns unter der Dominanz der “Kollektiven Zivilisations-Neurose”.
          By the way: Heilung ist jederzeit möglich!

    • Dummerjan says:

      “Ich glaube nicht das der freie Markt irgendwofür Gewähr ist. Es gibt ja nachweislich Fälle von systemischen Marktversagen,”

      Zunächst: Vettrauen in den Markt bedeutet Vertrauen in die Schöpferkraft des Menschen. “Der Markt” ist ja der abstrakte, und manchmal sehr reale Ort, an dem Menschen die Produkte Ihrer Arbeit – Waren- austauschen (das ist was manch wirrer Soziologe nicht begreift, daß der Begriff der “Ware”, also das zum Austausch produzierte Gut, gleichzeitig ein soziales Verhältnis ist). Und die die ihre Arbeitskraft einsetzen um im Tausch der Waren und Dienstleistungen ihr Leben zu führen wissen in aller Regel besser als ein außenstehender Dritter, was sie wollen und wie sie es kriegen.

      Natürlich gibt es keine “Garantie” im Sinne von Sicherheit – aber das Leben ist unsicher, und die Sicherheit der einen führt zu einer größeren Unsicherheit der anderen. Alles Leben und wirtschaften ist einfach nur “Hoffen”, aber eben nicht passives “Hoffen und Harren” sonder ein aktives Tun.

      Und bei allen Problemen: Die Geschichte gibt den Optimisten recht – zwar nicht anekdotisch, aber doch in der Gesamtschau. Und das ist die Wahrheit.

      • heureka47 says:

        @ Dummerjan:
        Der “freie Markt” ist nicht wirklich “frei”. Er steht zusammen mit dem “organisierten) System”, der ihn möglich macht, auf “tönernen Füßen” – die einem wachsenden Druck, zunehmenden “Scherkräften” ausgesetzt sind.
        Und ca. 99,9% bis evtl. 99,999% der Menschen der zivilisierten Gesellschaft sind innerlich abgetrennt von der Wahrnehmung dieses Risikofaktors und seiner tieferen Ursachen, die im UNBEWUSSTEN liegen und sich dort zu immer höherer Sprengkraft entwickeln – unter der Einwirkung der “Kollektiven Zivilisations-Neurose” und dem “Druck” und/oder “Stress”, dem wir ausgesetzt sind bzw. uns aussetzen oder den wir uns machen LASSEN, es also ZULASSEN, dass man das mit uns macht.
        Das Potenzial der sozialen / politischen usw. “Sprengkraft” entsteht aus den seelischen Verletzungen, die nicht regelhaft geheilt, sondern regelhaft – “normal” (mehrheits-normal) – ins UNBEWUSSTE verdrängt werden. Und dieses Potenzial führt in Abständen von einigen Jahrzehnten – unter der Einwirkung der “Kollektiven Zivilisations-Neurose” seit ca. 10.000 Jahren – immer wieder zu kollektiven Dekompensationen / “Kollektiven Psychosen”. Wie das, was zwischen 1933 und 1945 geschah. Siehe C.G. Jung u.a.

  3. Dr. habil. Heike Diefenbach says:

    @Eike Scholz

    Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, denn wenn ich das alles ernst nehmen sollte, dann würde das ein ellenlanger Kommentar….

    Also beschränke ich mich auf zwei Punkte, die, glaube ich, die Qualität dieser “Diskussion” mit Michael Klein deutlich erkennbar machen:

    1. Es sollte doch wohl Allgemeinwissen sein, dass Kapitalismus bzw. kapitalistiche Strukturen aufgrund von gewinnmaximierendem Produktions- und Verteilungshandeln so alt sind wie die Menschheit, wahrscheindlich deren Überleben ermöglicht haben und bekanntermaßen der Staat in der Menschheitsgeschichte ein sehr, sehr junges Phänomen ist (und hoffentlich wird es auch nicht viel älter (-jedenfalls nicht in dieser Form). Wie kann also ein vernünftiger Mensch auf die Idee kommen, es sei der Staat, der Kapitalismus erst ermögliche???

    2. Wenn man die Position einer anderen Person samt der gesamten Evolution auf dem Planeten Erde als “inhuman” bezeichnet, dann hat man damit nichts anderes gesagt als dass man selbst als Teil der Evolution inhuman ist – und ich finde, das wird auch sehr gut dadurch illustriert, dass man andere Menschen aus der “Humanität” ausschließen will.

    Es ist schon bemerkenswert, wozu manche Produkte der Evolution trotz (oder gerade wegen?) eines Bildungssystem und mitten in der “Wissensgesellschaft” und auch angesichts einschlägiger historischer Erfahrungen mit der Ausgrenzung von Menschen aus der “Humanität” fähig sind….

    • A. Behrens says:

      Hallo Frau Diefenbach und Eike Scholz,

      kleine Ergänzung dazu: Es gibt in Deutschland (Europa?) ein fatales Missverständnis von Evolution. Aus dem “Survival of the Fittest” wurde ein “Überleben des Stärkeren”. Das ist allerdings nicht der Inhalt der Evolutiontheorie.

      Dieses falsche Verständnis von Evolution ist nach meiner Beobachtung geistige Grundlage vieler linksorientierter Menschen.

      Korrekt wäre dagegen: Die Evolutionstheorie geht davon aus, dass sich das Lebewesen durchsetzt, welches überlebt, also am besten an die aktuell herrschenden Umweltbedingungen angepasst ist.

      Der Unterschied ist gewaltig: Beim Überleben des Starken kommt es zu einer Verdrängung des Schwachen, Ziel von ‘Kapitalisten’ muss es also sein, möglichst stark zu sein und stark zu sein bedeutet in der Wirtschaft regelmäßig reich und mächtig.

      In der Evolution ist aber der der am besten angepasste, der am Ende überlebt. Und das ist regelmäßig das kleinere, schwächere, aber dynamische Wesen.

      In der Geschichte der Evolution ist übrigens auch Kooperation wesentlich erfolgreicher gewesen als Konfrontation, sind schwache aber hochdynamische Wesen (Ameisen) erfolgreicher gewesen als der Tyrannosaurus.

      Marktwirtschaft ist letztlich Evolution in der Wirtschaft. Und ein wesentliches Element der Evolution ist ein Aussondern und Aussterben von schlecht an die Umwelt angepasste Wesen.

      Greift nun der Staat (als stärkster Teilnehmer einer Volkswirtschaft) in die Evolution des Marktes ein, werden die Saurier künstlich am Leben erhalten und die kleine Unternehmen an der Entwicklung gehindert. Die Folge ist ein Wohlfahrtsverlust der Bevölkerung.

      Beispiel Subprimemarkt: In einer Marktwirtschaft hätten sich viele Amis ihre Häuser niemals leisten können. Sie hätten sich statt dessen kleinere, billigere Häuser kaufen (oder mieten) müssen –> und würden heute noch darin wohnen.

      Beispiel Finanzkrise: In einer Marktwirtschaft hätte man marode Banken pleite gehen lassen. (Genauer: Nach Adam Smith hätte der Staat die Banken niemals so groß werden lassen dürfen, sie hätten schon viel früher zerschlagen werden müssen). Die Explosion der Staatsverschuldung in Folge der Krise hätte es nicht gegeben.

      Beispiel Staatsschuldenkrise: Die offensichtlich nicht funktionierende griechische Politik wäre in einer Marktwirtschaft niemals am Leben erhalten worden. Die Finanzkrise wäre schon lange Geschichte gewesen, statt dessen hat sich die Weltwirtschaft bis heute nicht erholt.

      Beispiel Solarförderung: Das aktuelle Massensterben von Solarunternehmen ist eine Folge staatlicher Förderung. Die Solarunternehmen wären in einer Marktwirtschaft schon viel früher aussortiert worden und die Strompreise in Deutschland wären 20% niedriger.

      Beispiel Patentunwesen: Die massenhafte Beantragung, Beobachtung und Durchsetzung von Patenten (etwa Apple Samsung) können sich nur staatlich gestützte Großunternehmen leisten. Die Folge sind geringerer Wettbewerb und dadurch schlechtere Produkte. Ohne Patent- und Leistungsschutzrechts-Unwesen hätten wir schon lange eine ähnlich gute Versorgung mit Büchern, Musik und Filmen wie in den USA.

      Beispiel Frauenquote: … Da steht das bittere Ende noch aus. 🙂

      Fazit: In einer echten Marktwirtschaft (nach Adam Smith) hat der Staat die Aufgabe, große marktdominierende, wirtschaftsgefärdende, staatsgefährdende Unternehmen zu zerstören, bevor sie gefährlich werden. Was wir aber heute im Westen erleben ist das genaue Gegenteil. Daher haben wir auch keine echte Marktwirtschaft mehr, sondern eher Sozialismus mit ein paar Freiheiten.

      • heureka47 says:

        @ A. Behrens:

        Zur Evolutionstheorie und “survival of the FITTEST”:

        Bei den Menschen ist letztlich der FITTESTE der geistig-seelisch voll entwickelte, ganzheitlich gesunde, also nicht von Kollektiver Neurose beeinträchtigte, Mensch.

        DAVON aber hat der typische Wissenschaftler und alle, die keine Wissenschaftler sind und dennoch an das wissenschaftliche Weltbild glauben, keinen blassen Schimmer, keine Ahnung.

        Die heutige Welt leidet ganz fürchterlich – schon seit ein paar tausend Jahren – an und unter der “Kollektiven ZIVILISATIONS-Neurose” bzw. dem “Schisma”, der Trennung, zwischen der geistigen und materiellen Welt (siehe R. Descartes usw.).
        Der Geist (was ist das??) existiert NICHT “völlig beziehungslos” NEBEN der Materie, sondern “ALLES IST EINS”. Göttlich-universeller Geist (Lebens-Energie, Seins-Energie, Geistkraft, usw.) und “Materie” sind letztlich dasselbe. Materie ist nur anders strukturiert.

        AUCH die “Wissenschaft”, das “wissenschaftliche” Weltbild / Prinzip usw. sind letztlich nur möglich geworden unter dem Einfluß der “Kollektiven Zivilisations-Neurose”.

        Und wenn man sich den Bereich “Psychiatrie” ansieht – in dem ich seit fast 20 Jahren ehrenamtlich engagiert bin – kann man ganz deutlich unterscheiden zwischen den dort anzutreffenden “Verrückten” und den “Irren”. “Verrücken” kann man auch aus dem Wahn heraus in die wirkliche Wirklichkeit, zur Wahrheit.

  4. A. Behrens says:

    @Eike Scholz sagt:

    Zitat “Der Staat auch hätte keine Probleme gehabt, wenn wir Politiker hätten die wüssten was man in einer solchen situation alles tun könnte und davon auch eine Option wählen wollten …”

    Gab es denn solche Politiker schon einmal? Irgendwo auf der Welt?

    Und wenn es sie denn gab, konnten sie ihre Weisheit an die nächste Politikergeneration weiter geben?

    Das Vertrauen auf ‘gute Politiker’ ist IMO eines der fatalsten und schrecklichsten Fehler die eine Gesellschaft machen kann. Der Politik zu vertrauen führt regelmäßig zu furchtbaren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Katastrophen.

    • heureka47 says:

      @ A. Behrens:

      Die Politiker sind ebenso pathologisch unweise wie die grosse Mehrheit der Bevölkerungen der zivilisierten Gesellschaft. Und das erkennt naturgemäß – krankheitsbedingt – die Mehrheit nicht. Die beträgt übrigens ungefähr 99,9 oder bis 99,999%.

      In die Katastrophen führt ziemlich regelmäßig – in Abständen von einigen Jahrzehnten – das Nichterkennenkönnen dieser Krankheit, deren explosive Potenziale sich im UNBEWUSSTEN aufbauen, dort, wo der typische zivilisierte “erwachsene” Mensch krankhafterweise kein Bewußtsein hat. Der WAHRHAFT, tatsächlich Erwachsene hat – regelhaft in der Pubertät – sein Bewußtsein in diesen Bereich hinein erweitert und HERRSCHT über diesen Bereich, hat Kontrolle über sich und speziell über den “Verdrängungsmechanismus”.

      Obwohl geheimnisvolle Kräfte – wie es scheint – aufklärende Bücher aus dem Markt kaufen, um sie der Öffentlichkeit vorzuenthalten und sogar Verlage zur Schließung veranlassen, gibt es dennoch zahreiche Veröffentlichungen, von verschiedenen Fachleuten / Autoren, die über die “Krankheit der Gesellschaft”, “Gesellschaftsneurose”, “Menschheitsneurose” (S. Freud), “emotionale Pest” / “Biopathie” / “Christusmord” (Wilhelm Reich) berichten und die Augen öffnen können.
      Meine Veröffentlichungen dazu findet man im Internet unter dem Begriff “Kollektive Zivilisations-Neurose”.
      Diese Krankheit ist auf natürliche Weise, ohne Medikamente oder ärztliche Eingriffe, grundlegend und nachhaltig heilbar. Durch (Selbst-)Erkenntnis.

  5. Hans Meier says:

    Ich finde die Diskussion zu langatmig, ich wünsche mir, das der Staat nicht durch die missbraucht wird, die sich Angebotsmonopole durch die Dienstbarkeit von Politikern samt ihren Parteien organisieren, damit die Nachfrager eben nicht die freie Wahl haben, was sie bei wem zu welchem Preis erstehen.
    Die theoretische Langatmigkeit, mal auf den Punkt gebracht, möchte ich als Bundesbürger mir innerhalb des gemeinsamen EU-Marktes, den preisgünstigsten Strom bestellen, so wie bei anderen Erzeugnissen auch, und darf es nicht, weil mich die Politik in einem Monopol gefangen hält und ich mindestens den dreifachen, staatlich verordneten überteuerten Preis zahlen muss.
    Was sagt denn jemand wie Herr Scholz dazu?
    Ist es etwa nicht Sache der Anbieter, in einem freien Wettbewerb die Bedürfnisse der Nachfrager zufrieden zu stellen der Demokratie der Nachfrager gegenüberzustehen?
    Warum muss ich unter Höchstpreisen leiden, die dadurch entstanden sind, das etwa 8% der Deutschen zu viel gekifft haben, nun bei den Grünen Politik für Luxus-Strompreise im Ökomodus etabliert haben und zur weiteren finanziellen Unterstützung von Lobbyisten, skrupellos wie Dealer, von berauschten Projekten schwärmen?
    Ich meine es ist sicher sinnvoller die Fakten zu betrachten, statt sich in theoretischen Abhandlungen Pingpong zu spielen.
    Herr Scholz, in Deutschland bestand eine Stromversorgung, welche „wundersamen“ Ideen haben ein zusätzliches kostspieliges Experiment eröffnet, etwa die Nachfrager auf einem freien Markt?
    Oder die, welche mit dem fliegenden Teppich von Visionen erfüllt sind?
    Die Mehrzahl der Verbraucher war noch nie blöder, als die, die den freien Markt verhinderten, weil sie sonst nicht zum Zuge kommen können.
    Die Verhinderung freier Marktkonkurrenz, gelingt übrigens auch nur kurzfristig und regional, denn sonst würden wir nicht in dem Zeitalter, mit den Ergebnissen einer Konkurrenz menschlicher Intelligenz, in Wohlstand leben.

  6. Mo says:

    heureka47 ,

    ich finde Ihre Erkenntnisse, die zivilisierte Gesellschaft betreffend, wie soll ich mich ausdrücken..nun, ich finde diese Erkenntnisse etwas verwegen. Ich bin zum Beispiel nicht der Meinung wie Sie, dass Selbsterkenntnis grundsätzlich den Weg zu einer Besserung beschert, womöglich grundsätzlich zu einer Heilung einer Krankheit führt. Es wäre doch auch möglich, dass Ihre gepriesene Selbsterkenntnis einem Menschen den Boden unter den Füßen wegreißt. Das Streben nach immer neuer Erkenntnis und Selbstreflexion kann durchaus auch einen Rückschritt, vielleicht sogar eine Gefahr, für eine bisher funktionierende Zivilisation sein. Sie sollten der Menschheit generell mehr Vertrauen entgegenbringen und nicht eine Zwangsheilung, wovon auch immer, durch (Selbst-) Erkenntnis verordnen.

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