ScienceFiles-Forum – Wo man diskutiert

ScienceFiles-Forum

Wir haben uns etwas Neues überlegt, um mit der Entwicklung, die ScienceFiles nimmt, mitzuhalten. Seit heute gibt es ein ScienceFiles-Forum, in dem registrierte Mitglieder diskutieren, sich austauschen und Informationen suchen und hinterlassen können, die dem Bereich von Wissenschaft und Bildung (eher weit definiert) zuzurechnen sind. Wir wollen mit dem Forum einen Ort bereit stellen, an dem Informationen und Erfahrungen aus Wissenschaft und Bildung und mit Wissenschaft und Bildung ausgetauscht werden können, einen Ort, an dem man ins Gespräch kommen kann und an dem Argumente ausgetauscht werden. Darüber hinaus wollen wir über alle Themen diskutieren, die auch auf ScienceFiles angesprochen werden, d.h. über Ökonomie, Staatsfeminismus oder Wikipedia und wir werden das Forum nutzen, um ScienceFiles-Aktionen anzukündigen und durchzuführen.

Für’s erste haben wir zwei Dinge getan, um das Forum anzustoßen, neben der Einrichtung der Oberfläche und der Frage, welche Darstellung auf der Frontseite stehen soll (eine Frage, die man eigentlich für eher trivial halten würde, angesichts von drei Optionen, aber, na ja, sie war halt doch nicht so trivial…). Wir hoffen jedenfalls, dass die Leser von ScienceFiles, die sich im Forum aktiv beteiligen wollen, die Frontseite und die gewählte Oberfläche annehmen.

Wie gesagt, zwei Dinge haben wir getan, um unser Forum zu starten.

  1. Wir haben uns Forumsregeln gegeben, die man kurz und knapp auf die Begriffe Anstand und Begründung bringen kann. Regeln und Zweck unseres Forums können in aller Kürze hier nachgelesen und kommentiert werden.
  2. Und wir haben eine Aktion ins Leben gerufen, über die wir an dieser Stelle ein paar mehr Worte verlieren wollen.

Ende Januar hat Dr. habil. Heike Diefenbach eine Zeitungsmeldung entdeckt, die mit “zu gute Zensuren für Mädchen” überschrieben ist. Darin wird eine neue Sichtweise beschrieben, die “Bayerns Schüler” (Schülervertreter) in die “Sexismus-Debatte” bringen: “Die Jugendlichen beklagen die Benachteiligung von Buben”.

Ich zitiere an dieser Stelle einmal Heike Diefenbach’s Reaktion auf diese Meldung:

“Professoren an deutschen Universitäten, die sich mit Bildung befassen, sollten sich schämen. Nicht sie, die sie für die Erforschung von Bildung bezahlt werden, haben in den letzten Jahren den Mund aufgebracht, um gegen die unhaltbaren Zustände, die der Staatsfeminismus an deutschen Schulen geschaffen hat, zu protestieren und die negativen Konsequenzen davon zu verdeutlichen. Nein, Schülervertreter aus Bayern sind es, die den Mut aufbringen, Stellung gegen den Staatsfeminismus und die alltägliche Benachteiligung von Jungen zu beziehen. Das ist vielsagend und spricht gegen eine Normalverteilung von Mut innerhalb der Profession”.

Dem kann ich mich nur anschließen. Und während wir über den Beitrag und den Mut der Schülervertreter aus Bayern nachgedacht haben, ist uns aufgefallen, dass die Diskussion um die Nachteile von Jungen in der Schule und die Diskussion um die Zustände in deutschen Schulen geführt wird, ohne diejenigen, um die es geht, zu Wort kommen zu lassen. Und das wollen wir ändern. Wir haben deshalb eine Aktion im Forum von ScienceFiles gestartet, deren Ziel darin besteht, Erfahrungsberichte von Schülern und Eltern zu erhalten, Erfahrungsberichte über die tägliche Diskrimierung von Jungen in deutschen Schulen:

Die Indizien dafür, dass Jungen in der Schule nicht nur Nachteile haben, sondern aktiv benachteiligt werden, haben sich in den letzten Jahren so stark verdichtet, dass man kaum mehr davon ausgehen kann, in deutschen Schulen sei die Benachteiligung von Jungen nicht an der Tagesorndung. Die Diskussion über die Benachteiligung von Jungen wird, wie so viele Diskussionen in Deutschland, unter Ausschluss derjenigen geführt, um die es eigentlich geht: Schüler im Allgemeinen und männliche Schüler im Besonderen. Aus diesem Grund wollen wir in ScienceFiles Forum Schülern oder ihren Eltern die Möglichkeit bieten, sich zu Wort zu melden und ihre Erfahrungen zu berichten. Wir hoffen, dass möglichst viele den Mut haben, sich hier zu Wort zu melden.

Vieles hat bekanntlich zwei Seiten, und deshalb wollen wir auch die Sicht von Lehrern zur Benachteiligung von Schülern erfragen. Lehrer, die Informationen dazu beisteuern wollen, wie Grundschulempfehlungen oder Überstellungen an Sonderschulen oder dergleichen zu Stande kommen, Lehrer, die ihre Sicht auf die Nachteile, die Jungen bei der schulischen Bildung haben, sind ebenfalls aufgerufen, sich zu Wort zu melden.

Jungen haben im deutschen Bildungssystem erhebliche Nachteile gegenüber Mädchen, im Hinblick auf die erreichten Schulabschlüsse, im Hinblick auf die Überstellungen auf Sonderschulen, im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Leistung und Ergebnis und vieles mehr. Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen haben ein Netz an Indizien gewoben, das dafür spricht, dass die Nachteile von Jungen durch die Benachteiligung von Jungen geschaffen werden, was wiederum das Ergebnis einer, wie man sagen könnte, jungenfeindlichen Schulkultur ist.
Wie sehen dies Lehrer?
Diese Frage wird bislang selten gestellt und noch seltener beantwortet. Interessanterweise spricht nämlich in Deutschland fast jeder über die Schulen, aber kaum jemand fragt oder beteiligt diejenigen, die in Schulen beschäftigt sind, nach ihrer Meinung. Wir wollen daher Lehrern ein Forum bieten, in dem Sie ihre Erfahrungen mitteilen und aus ihrer Sicht berichten können, wie die Nachteile von Jungen bei der schulischen Bildung zu Stande kommen.

ScienceFiles-ForumWer seine Erfahrungen beitragen will, damit die Diskussion um schulische Benachteiligung von Jungen mit  alltäglichen Beispielen angereichert werden kann, den bitten wir, sich an der Diskussion im ScienceFiles-Forum zu beteiligen.

Wir wünschen allen Lesern von ScienceFiles viel Spaß im neuen Forum und freuen uns auf Ihren Beitrag.

Noch ein Wort zum Prozess der Registrierung im ScienceFiles-Forum:
Um im Forum schreiben zu können, müssen Sie sich registrieren, und zwar in der rechten oberen Ecke “apply for membership”. Dann müssen Sie einen Benutzernamen und ein Passwort eingeben und den Captcha-Code richtig interpretieren und das war’s. Mehr an Schikane haben wir nicht eingebaut, also auch keine Email, die es zu bestätigen gilt und dergleichen.

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About Michael Klein
... concerned with and about science

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