Studenten oder Kader? Was wird in Berlin eigentlich an Universitäten ausgebildet?

Arne Hoffmann hat bereits ausführlich über die geplatzte Podiumsdiskussion zum Thema “Zwischen Gleichberechtigung und Gleichmacherei – brauchen wir eine gesetzliche Frauenquote?” berichtet, die die Fachschaft der TU Berlin gemeinsam mit der Fakultät für Wirtschaft und Management heute hatte ausrichten wollen. Die Fachschaft selbst hat die Absage der Podiumsdiskussion wie folgt begründet:

“Nachdem jetzt noch weitere Redner (Herr Marquardt, Herr Dr. Schilling, Herr Lassahn) abgesagt haben, sehen wir uns gezwungen[,] die Veranstaltungen abzusagen. Wir bitten um Ihr und Euer Verständnis.”

Tu BerlinVorausgegangen war den Absagen jedoch keine Absage, sondern eine Ausladung, nämlich die von Prof. Dr. Gerhard Amendt. Amendt steht bekanntermaßen einer Frauenquote ablehnend gegenüber und vertritt noch weitere Positionen, die von denen, die sich als Vertreter des Mainstreams sehen, als kontrovers angesehen werden. und das war dann wohl auch der Grund für die Ausladung von Gerhard Amendt, zu der er sich in einem Offenen Brief, den man ebenfalls in Arne Hoffmanns Blog nachlesen kann, geäußert hat.

Als Wissenschaftsblog sehen wir uns einmal mehr genötigt, den Niedergang von Offenheit, Toleranz und Freiheit an deutschen Universitäten zu beklagen, die offensichtlich nicht mehr die Stätten sind, an die Studenten kommen, die Erkenntnis suchen und wissen wollen. Vielmehr scheint sich an Universitäten eine Spezies von Student breit zu machen, die bereits alles weiß, die so sicher über die eigene Einsicht ist, dass sie Menschen mit anderen Positionen nicht anzuhören müssen glaubt und, schlimmer noch, diese Andersdenkenden bekämpft und ihnen das Grundrecht vorenthalten will, das allein Freiheit garantiert, nämlich die Freiheit der Meinung und der Meinungsäußerung. Aber das ist nicht das einzige Ziel, das damit erreicht werden soll, dass Andersdenkende von diesem Mob der Selbstherrlichen bekämpft werden. Sie wollen auch verhindern, dass Meinungen, die von ihrem Glaubenskanon abweichen, an Universitäten vertreten werden.

Damit machen Sie sich zu Meinungsdiktatoren, die anderen Studenten Informationen vorenthalten wollen, ganz so, wie man dies in sozialistischen Systemen immer getan hat, denn Informationen sind die Grundlage informierter Entscheidungen. Informationen und Fakten sind die Grundlage von Wissenschaft, beides hat an der Technischen Universität in Berlin offensichtlich keinen Platz. Hier herrschen die Kader, weshalb wir vorschlagen, die Technische Universität von der Liste deutscher Universitäten zu streichen und ab sofort nicht mehr aus Steuermitteln zu finanzieren, die Bildung zum Gegenstand haben. Offensichtlich geht es an der TU-Berlin nicht um Bildung, sondern um die Schmiede von Kadern, die keinerlei vom eigenen Glauben abweichende Meinungen kennen und vor allem von allen widerstreitenden Informationen abgeschnitten sind. Das hat mit Bildung nichts zu tun, eine Förderung aus Steuermitteln stellt somit eine Zweckentfremdung dar, eine Veruntreuung.

Asta-TU BerlinDass es sich bei der TU-Berlin um keine Stätte des Wissens handeln kann, wird auch daran deutlich, dass der AStA, also der Allgemeine Studentenausschuss, der sich ein Logo gegeben hat, das vermutlich nicht nur zufällig an die RAF erinnert, sich von der geplanten Veranstaltung distanziert. Nun, das Recht auf Meinungsfreiheit schließt das Recht darauf, zu sagen, dass einem etwas nicht passt, mit ein. Insofern ist daran nichts zu beanstanden, zu beanstanden ist allerdings die “Begründung”, die der AStA für seine “Distanzierung” gibt:

Frau ohne Welt“Besonders problematisch sieht der AStA die Teilnahme von Bernhard Lassahn. Dieser machte vor allem durch sein Buch “Frau ohne Welt” von sich reden, in welchem nicht nur seine Ablehnung der Frauenquote deutlich wird. Seine Äußerungen gehen tiefer und erreichen eine extrem frauenfeindliche Position: Er spricht sich gegen das Selbstbestimmungsrecht von Frauen bei Abtreibungen, Scheidungen, Berufswahl usw. aus. Mit einer solchen Person über die Ermöglichung von Frauen* in höheren Positionen des gesellschaftlichen Lebens zu diskutieren, ist mehr als kontraproduktiv”.

Eine solche Stellungnahme würde man von der Propagandagruppe einer totalitären Partei erwarten, aber nicht von einem Ausschuss wissenschaftlicher Selbstverwaltung. Die Stellungnahme, die man kurz zusammenfassen kann in: Bernhard Lassahn vertritt Positionen, die wir nicht mögen, und deshalb darf man nicht mit Bernhard Lassahn reden, ist keine wissenschaftliche Stellungnahme, sondern ein äußerst kindisches, antidemokratisches und totalitäres Verweigern von Informationen, von denen man offensichtlich befürchtet, dass sie Popularität oder doch Anhänger gewinnen könnten.

Amendt1Warum sonst sollte man es verweigern, über die entsprechenden “kontroversen” Positionen zu sprechen und welche Positionen in der wirklichen, also nicht in der ideologischen Phantasiewelt, die manche bewohnen, sind nicht kontrovers? Wir auf ScienceFiles lieben es geradezu, die Positionen anderer zu untersuchen, zu kritisieren und Fehlstellen und Probleme in Argumentationen aufzuzeigen. Wenn der AStA der TU-Berlin aus Angsthasen besteht, die es sich nicht zutrauen, gegen die für sie “problematischen Positionen” von Bernhard Lassahn zu argumentieren, dann hat er weder eine Existenzberechtigung als Organ der wissenschaftlichen Selbstverwaltung noch eine Berechtigung aus Steuermitteln finanziert zu werden. Letztere sind zu kostbar, um damit die Infantilität von Möchtegern-Ideologen zu finanzieren.

Besonders erschreckend ist jedoch die Stellungnahme der Fachschaft, also der Planer der geplatzten Podiumsdiskussion, die mich an das Buch von Wolfgang Leonhard erinnert hat, “Die Revolution entlässt ihre Kinder”. Leonhard war vor den Nazis in das Russland Stalins geflohen und hat eine Ausbildung an russischen Schulen und Universitäten erhalten. Er war Mitglied der Komsomol, der Jugendorganisation der Kommunistischen Partei, und gibt in seinem Buch eine Reihe von beeindruckenden Beispielen über die Art und Weise, in der junge Menschen auf Parteilinie getrimmt werden. Besonders eingehend sind seine Schilderungen über Kritik und Selbstkritik als Mittel, um abweichende Meinungen in der jeweiligen Gruppe der Komsomol zu unterbinden/zu unterdrücken.

LeonhardKritik wird z.B. an den Aussagen des Parteigenossen X geäußert, und zwar für Äußerungen, die von anderen Parteigenossen als nicht linientreu oder zu kritisch angesehen werden. Parteigenosse X hat entsprechend die Wahl, Selbstkritik zu äußern und sich zu entmündigen, seine eigene Meinung aufzugeben und sich der “Parteimeinung” anzuschließen, oder er kann die Selbstkritik verweigern, was seinen Ausschluss aus dem Komsomol und in der Folge von russischen Universitäten oder Schulen zum Ergebnis hat, mit weiteren Konsequenzen folgend.

Ich empfehle die Lektüre der entsprechenden Kapitel allen, die wissen wollen, was kommunistische und totalitäre Ideologien mit Menschen machen. Und wer das Buch von Leonhard nicht griffbereit hat, der kann auch die Rechtfertigung der Fachschaft der TU-Berlin lesen, die wir hier in Auszügen wiedergeben. Es ist ein erschreckendes Dokument der ideologischen Unterwürfigkeit/Unterwerfung, der Abbitte für vergangene Missetaten und der Bitte, doch wieder in die Glaubenssekte aufgenommen zu werden.

“Was haben wir falsch gemacht?
Unsere vorherige Formulierung im Facebook-Event war missverständlich und ein Fehler! Wir bedanken uns für die Kritik und haben daraus gelernt. Außerdem entschuldigen wir uns für die unklare Vermittlung unseres Konzepts. Da wir uns seit Monaten mit der Planung des Abends beschäftigen und intern viele Gespräche darüber geführt haben, gingen wir fälschlicherweise davon aus, dass unsere Intention verstanden wird. Doch nach außen hin haben wir unsere Entscheidung für ein rein männliches Podium nicht ausreichend kommuniziert. Wir hätten das Konzept viel detaillierter und genauer beschreiben müssen. Das haben wir versäumt.

Die Rednerauswahl verlief ebenfalls nicht fehlerfrei. Diese gestaltete sich jedoch nicht nach persönlichem Geschmack, sondern nach Diskussionspotential. Wir wissen, dass Prof. Amendt sehr kontroverse Ansichten vertritt und teilen diese nicht – doch lag unser anfänglicher Ansatz darin, dass ein breites Rednerspektrum den Diskussionsabend bereichern kann. Wir haben jedoch unterschätzt wie extrem diese Meinung ist. Wir dachten, dass eine gute Moderation, interessante Beiträge aus dem Publikum und eine gute Mischung aus Pro- und Contra-Positionen den Abend bereichern und eben nicht gezielt in eine Richtung lenken. Dass viele Menschen die Einladung eines solchen Herrn als Beleidigung aufnehmen könnten, war uns nicht bewusst. Dort haben Weitsicht und Feingefühl unsererseits gefehlt. Darüber haben wir noch einmal viel diskutiert und unseren Ansatz überdacht. Wir sehen ein, dass es falsch war, einem Redner mit solch radikalen Einstellungen eine Bühne zu bieten und haben Prof. Amendt daher ausgeladen.”

Welch’ klarere Kapitulationserklärung kann man sich vorstellen? Wie kann man Meinungsfreiheit mehr zur Farce machen, als zu erklären, dass sie von der askribierten Extremität von Positionen abhängig ist? Wie kann man den Druck zur Konformität, dem sich die Mitglieder der Fachschaft ausgesetzt gesehen haben, besser beschreiben als mit diesem einmaligen Dokument menschlicher Unterwürfigkeit? Es ist erschreckend, dass es in Deutschland wieder möglich ist, Informationsveranstaltungen zu boykottieren und anderen die Möglichkeit zu nehmen, sich selbst ein Bild von den vermeintlich “extremen Positionen” Dritter zu machen. Es ist erschreckend, dass die Herrschaft durch Informationsverweigerung in Deutschland wieder salonfähig geworden ist, und es ist besonders erschreckend, dass Universitäten in Deutschland zum Hort geworden sind, an dem Polit-Kader darüber entscheiden können, wer Informationen geben darf und welche Informationen gegeben werden dürfen.

Man kann allen Studenten, die sich bilden und lernen wollen, nur empfehlen, einen möglichst großen Bogen um Berlin und seine vermeintlichen Universitäten zu machen.

P.S.

Da das Recht auf freie Meinungsäußerung ein Grundrecht ist, das (noch) im Grundgesetz verankert ist, wäre zudem zu prüfen, ob die Parktiken an der TU-Berlin noch als konform mit dem Grundgesetz angesehen werden können, da es offensichtlich möglich ist, eine Enklave zu schaffen, in der das Faustrecht der Polit-Kader und eben nicht das Grundgesetz gilt.

Print Friendly

Profile photo of Michael KleinAbout Michael Klein
... concerned with and about science

34 Responses to Studenten oder Kader? Was wird in Berlin eigentlich an Universitäten ausgebildet?

  1. Dr. habil. Heike Diefenbach says:

    Ich weiß nicht, ob man hierüber lachen oder weinen soll.

    Lachen kann man dann darüber, wenn man Sinn für das Absurde hat:

    da entschuldigen sich Studierende bei einem antidemokratischen Mob, der keinerlei Respekt vor dem Recht anderer Menschen hat, eine eigene Meinung zu haben und sie zu äußern bzw. sich Informationen zu besorgen, um sich eine eigene Meinung zu bilden, dafür, dass er sich dadurch “beleidigt” gefühlt haben könnte, dass eine Person mit einer “extremen” oder “kontroversen” Auffassung hätte gehört werden können, ganz so, als sei es weit weniger oder überhaupt nicht extrem oder kontrovers, die freie Äußerung von Meinungen und der Argumente, die sie stützen, mit allen Mitteln zu unterdrücken, wenn sie nicht den eigenen Meinungen entsprechen.

    Und wen diese Absurdität nicht zum Lachen bringen kann, der möge sich vergegenwärtigen, dass das von Studierenden an Universitäten vorgebracht wird, also von Leuten, die die geistige (und, wenn nicht moralische, so doch Sozialkompetenz-)Elite in Deutschland sein sollen. Diesen Leuten hat man das Abitur gegeben – das früher einmal “REIFEzeugnis” hieß.

    (Das allein genügt, um deutlich zu machen, dass mit unserem Bildungssystem etwas zutiefst nicht in Ordnung ist.)

    Weinen kann man über dasselbe, wenn man keinen Sinn für’s Absurde hat oder gerade einen schlechten Tag erwischt hat oder wenn man sich vergegenwärtigt, wie hier Leute mit für einige (aber nicht für andere) unliebsamer Meinung behandelt werden: eine “solche Person” ist den Guten und Gerechten, die sich “beleidigt” fühlen und im heiligen Zorn ihre Mitmenschen mundtot machen wollen (hoffentlich nur MUNDtot!?), anscheinend nicht zuzumuten – ganz so, wie in nicht allzu lang zurückliegender Vergangenheit die Welt des arischen Menschen, so wie sie sein soll, durch den jüdischen “Untermenschen” verunreinigt und gefährdet wurde, so dass die guten Arier sich durch die Errichtung von KZs ihrer armen, gefährdeten Haut wehren mussten. Ideologen sind in Deutschland in ihrer eigenen Wahrnehmung und in ihrer Darstellung immer Bedrohte und Opfer, niemals Täter, und das erst erlaubt ihnen, sich aufzuführen wie der letzte, erbarmungswürdige Mob.

    A propos heiliger Zorn: Mir hätte im Prinzip dasselbe passieren können wie Herrn Amendt. Und anscheinend kann man in universitären Veranstaltungen heute nicht mehr vor dümmlichen Störern sicher sein, aber eines weiß ich genau:

    Es wäre mir ein regelrechtes Vergnügen, mir in meinen Veranstaltungen den nächstbesten dieser störenden, schlecht erzogenen, unverschämten, arroganten und abgrundtief fachlich wie menschlich ungebildeten Flegel am Kragen zu greifen und eigenhändig aus dem Veranstaltungsraum zu befördern – und später zu erklären, dass ich mich halt durch deren (indirekt demonstrierte) Meinungsäußerung beleidigt gefühlt hätte und mir das schließlich nicht zuzumuten ist, was doch eine Erklärung sein sollte, die bei allen Guten und Gerechten auf Akzeptanz stoßen sollte, oder!?

    Aber man könnte eine solche Aktion auch anders erklären:
    Wer nicht an Bildung interessiert ist, hat in universitären Veranstaltungen nichts zu suchen. Dementsprechend sollte er gewaltsam hinausbefördert werden, spätestens dann, wenn er anderen Leuten die Chancen auf Bildung nehmen will. Es wird allerhöchste Zeit, dass so verfahren wird, wenn die Uni nicht zu einem Sammelbecken der Negativauswahl der bundesdeutschen Bevölkerung werden soll: Wer stört, muss entfernt werden, und wer eine Veranstaltung nicht mag, auf der “solche Personen” mit “solchen” Meinungen auftreten, braucht ja nicht hinzugehen, soll aber ansonsten seine wirklich dumme Klappe halten!

    • Ich meine mich an eine Begebenheit an der TU Chemnitz zu erinnern, bei der Du einen Störer aus dem Vorlesungssaal geworfen hast, was eine gewisse Blässe auf der Gesichtshaut eines geschätzten Profs nach sich gezogen hat.

    • qed says:

      Wunderbar! Ich bedaure es, die Heike Diefenbach dabei nicht gesehen zu haben!

      Manchmal muß man grob werden und das dauernde Geseusel von Friedensschalmeien macht einen nur lächerlich.
      Ich hätte da auch noch einen: dereinst quälte mich als jungen Assistenten (ich gebe zu: noch ziemlich ahnungsfrei) ein etwas sadistisch veranlagter Oberarzt. Nach einer besonders ätzend verlaufenen ‘Visite’ stellte ich ihn im Treppenaufgang, packte ihn am Kragen und forderte ihn auf Pistolen. Er hat kapiert, daß es ernst war.
      Im Umgang mit dem Pack jedweder Couleur ist unmittelbar einleuchtende Konsequenz Mittel der Wahl.

    • rjb says:

      Worüber man sich hierzulande über den Lehrbetrieb an sogenannten Universitäten nicht mehr zu wundern braucht, kann man an dieser Episode sehen:
      http://www.tagesspiegel.de/wissen/germanys-next-top-model-aerger-um-heidi-klum-an-der-humboldt-uni/9099358.html
      wobei man der Ausgewogenheit halber hinzufügen muß, daß immmerhin im Nachhinein der Leitung des Etablissements die Sache komisch vorkam:
      http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article122114651/Heidi-Klum-hat-jetzt-Drehverbot-an-Berliner-Humboldt-Uni.html

      Apropos Ausgewogenheit: Das ist ja der Terminus dafür, daß der ö-r Rundfunk aufgrund der Zwangsgebühren zu einer ausgeglichenen Meinungsdarstellung verpflichtet ist. Denn Meinungsfreiheit bedeutet auch, daß ich meine Mittel zur Darstellung meiner Ansichten verwenden kann und nicht mit diesen andere Meinungsdarsteller, die zu den meinigen konträre Ansichten propagieren, zwangsfinanzieren muß. Entsprechendes trifft auf so einen AStA zu, der sich auch von Pflichtbeiträgen der Studidingsmännweiblein finanziert. Dieser AStA ist somit, im Gegensatz zu einer Formulierung in diesem Blogbeitrag in Höhe des Bildchens vom seltsamen RAF-Erinnerungslogo, nicht befugt, einfach nach eigenem Gutdünken Meinungen herumzuposaunieren.

  2. ketam1n says:

    Lassahn kannte ich bis eben gerade noch überhaupt gar nicht. Wenn ich mir jetzt ausschließlich und unkritisch die Stellungnahme des Asta durchlesen würde, könnte ich auf den Gedanken kommen das es sich bei ihm, um irgendeinen erzkonservativen, religiösen Spinner handelt, der die Frauen wieder ins 18. Jahrhundert katapultieren möchte. Nach knapp 5 Minuten Google Recherche wurde aber schnell klar, das keine einzige dieser Behauptungen (frauenfeindlich, Abschaffung des Selbstbestimmungsrechts etc.) auch nur ansatzweise der Wahrheit entspricht. Der Asta der TU Berlin besteht nicht nur aus waschechten Antidemokraten, sondern auch aus dreisten Lügnern.

    Deren Logo schlägt dem Fass auch den Boden aus. Ich hielt es beim ersten Blick für eine satirische Fotomontage eurerseits, bis ich dann zu der entsprechenden Textstelle gelangte. Unglaublich, da fehlen einem einfach die Worte.

    • KlausT says:

      Ich weiß nicht, ob Herrn Lassahn hier mitliest, aber man kann ihm – wenn er denn Zeit und Lust dazu hat – nur empfehlen, gegen den ASTA juristisch vorzugehen. Erst mal könnte er sein presserechtliches Gegendarstellungsrecht ausüben und dieses ggf. juristisch durchsetzen. Weiterhin könnte er zivilrechtlich gegen die nachweislichen Falschbehauptungen vorgehen und auf Unterlassung klagen. Strafrechtlich könnte eine Anzeige wegen übler Nachrede erstatten.

    • SH001 says:

      Das mit dem Logo ging mir genauso…

      Aber wenn ich an meine Studienzeit zurückdenke da bestand der AStA auch zu 50% aus pseudo-linken Spinnern. Also irgendwie nicht verwunderlich das ein AStA so ein Logo hat.

      • qed says:

        Der AStA war immer so etwas wie der Kotzkübel der Studentenschaft. Nur wurde ihnen unverdienterweise irgend wann mal von der progressiv gewordenen Professorenschaft so etwas wie ‘Bedeutung’ zugeordnet- ab da schlug die Stunde der Politdemagogen, die dieses ehemalige sauf- und fick- Milieu zum Agitpropbüro umfunktionierten und dabei jede Narrenfreiheit zugestanden bekamen und zwar so ausgiebig, daß ihnen jede Selbstkontrolle abhanden kam. Geradezu beispielshaft zu studieren am AStA der TU Berlin, der in kindlicher RAF- Symbolik verharrt.
        Meine Fresse! Sollnse doch lieber wieder höhere Töchter entjungfern gehn!

  3. SH001 says:

    Die Stellungnahme des AStA der TU ist eine geistige Bankrotterklärung.

    Ein Debatte bei der es nur ein Pro und kein Contra gibt ist keine Debatte.
    Wissenschaftliche Erkentnisse entstanden immer wieder durch den Wettstreit der Ideen durch die Debatte, den wissenschaftlichen Disput.
    Wie sollen neue Erkentnisse entstehen wenn man das Vorhandene nicht kritisieren nicht hinterfragen darf?

    Zur Stellungnahme der Fachschaft fragt man sich ob das jetzt satire oder ernst gemeint ist.
    Wieso kommt mir da das Bild von einer Gruppe von Flagellanten in den Sinn?

  4. qed says:

    Mich hat das devote Gekrieche der Fachschaftstussi auf die Palme gebracht, so daß ich nicht umhin konnte, ihr zu schreiben:

    “Hallo Frau …!

    Hier

    http://genderama.blogspot.de/2013/11/wissenschafts-und-meinungsfreiheit-tu.html

    habe ich von einem Vorgang erfahren, der geradezu typisch ist für das Klima an den heutigen Universitäten, die anscheinend genau das geworden sind, was Kritiker seit Jahren befürchten: Brutstätten der Intoleranz, des Dogmatismus und ja- des ideologischen Fanatismus. Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein: Immer öfter zu besichtigen bei Aktionen der Antifa- SA, den Nazikeulen- Schwingern in der Mainstreamjournaille, den inthronisierten linksfeministischen Patinnen in der Universität und ihren Auftragsmördern in den Gremien und im ASTA- wie kommen Sie da blauäugig auf die Idee, ein unhinterfragbares Dogma, einen Fetisch der ‘Bewegung’, das Hosianna des Staatsfeminismus zu beschmutzen, indem Sie es KONTROVERS diskutieren lassen wollten??
    Welch ein Sakrileg, welch ein Frevel am wahren Glauben, der doch überall mit religiöser Inbrunst zelebriert wird!

    Nun, Frau S., deswegen schreibe ich Ihnen eigentlich nicht. Vielmehr möchte ich Ihnen danken. Danken wegen Ihrer perfekten Subordination, mit der Sie Ihren Faux pas aus der Welt akademischer Phantastorgasmen schaffen wollten. Als Nachhilfe- Lehrer von Abiturienten versuche ich meinen Adepten gerade klar zu machen, was das Infame an den Stalinschen Schauprozessen war: das Ritual der Selbstbezichtigung, die Selbstanklage von Taten, die man gar nicht begangen hat. Die aufrichtige Reue, mit der um Bestrafung gebettelt und die vom Exekutionskommando prompt erfüllt wurde.
    Sie, Frau S., haben mir ein formidables Beispiel geliefert, daß sich nichts, wirklich nichts geändert hat.

    Für Ihre Zukunft wünsche Ich Ihnen alles Gute!

    MfG

  5. Gast says:

    Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung sichert kein Recht zur Einladung zu einer Veranstaltung.

    • SH001 says:

      Was ist das Grundrecht auf Freie Meinungsäusserung noch Wert, wenn jede Drohung gegenüber den Veranstaltern von öffentlichen Diskussionen (an öffentlichen Hochschulen) dazu führt, das abweichende Meinungen ausgeschlossen werden?

      Hätte Herr Amendt keine abweichende Meinung hätte es diese Drohungen nicht gegeben und Herr Amendt hätte an der Diskussion teilnehmen dürfen.
      Von daher kann man hier sehr wohl einen Angriff auf das Grundrecht der freien Meinungsäusserung sehen.

  6. Tenpel says:

    Der link zu Gerhard Amendts Offenen Brief funktioniert leider nicht … Können sie den bitte nach korrigieren? Würde den Offenen Brief gerne lesen. Vielen Dank!

  7. crumar says:

    Was mich – als Linker – am meisten aufregt, ist die Feigheit und das intellektuelle Unvermögen, das aus diesem Vorgang deutlich wird.

    Sich der Debatte nicht zu stellen und den politischen Gegner nicht argumentativ auseinandernehmen zu wollen deutet auf Unvermögen hin, aber dieses Unvermögen zu tarnen mit windelweichen Formulierungen, man halte bestimmte Positionen für “problematisch” ist schlicht feige.

    Seit wann ist es richtig den Schwanz einzuziehen, wenn man ein “Problem” sieht?
    Seit wann ist (intellektuelle) Kapitulation ein Argument?

    Ich würde in einer offenen Auseinandersetzung argumentativ versuchen nachzuweisen, dass die Aussagen meines Kontrahenten falsch, inkonsistent, widersprüchlich etc. sind und ein falsches Bild der Realität wiedergeben.
    Sich einzuigeln in einem Kokon von Behauptungen, Annahmen, Theorien, die man nicht verteidigen muss und kann, wäre mir nie eingefallen.
    Ich bin entsetzt, dass Linke institutionelle Macht nutzen, um Meinungen zu unterdrücken.
    Darf ich daran erinnern, dass man uns genau so versucht hat zum Schweigen zu bringen?!

    Ich kann mich nur entschuldigen für diese Generation von “Linken”.
    Das sind keine Nachgeborenen, das ist die Nachgeburt.

    Gruß, crumar

  8. karstenmende says:

    TU Berlin? An wen erinnert mich das? Ach ja, das ist doch die ehemalige Universität, an der Frau Katharina Brichetti ihren Schönheitsschlaf hält. Also bitte! an dieser akademischen Ruhestätte wird kein Aufruhr geduldet!

  9. Fiete says:

    Ich, als “Angehöriger bildungsferner Schichten” ( tatsächlich den größten Teil meines Lebens Hilfsarbeiter, jetzt Hartz IV-Empfänger ), sehe die Sache etwas einfacher.
    Spätestens ab der 6. Klasse hatte bei uns auch der dümmste begriffen, was der Unterschied zwischen einem Fahrenden und einem Fahrer, einem Lehrenden und einem Lehrer u.s.w. ist.
    Ich gehe davon aus, daß das bei Studenten bei der Einscheibung an einer Uni eigentlich auch Obligo sein müßte ( indes, seit kurzem habe ich erhebliche Zweifel daran ).
    Insofern ist der Titel des ASTA eine glatte Lüge. Die Mitglieder sind offenbar lehrenwollende Studenten, aber garantiert keine “Studierenden”. Und die Befugnis ( um nicht von einem “Auftrag” zu sprechen ) zum Lehren haben sie sich offenbar ohne Studium entsprechender Inhalte, selbst erteilt. Zumindest aber ein sehr einseitiges “Studium”.

    Nebenbei: ein großer Teil davon ist vermutlich mit Käpt’n Blaubär und der Sendung mit der Maus aufgewachsen.
    Scheinbar haben diese Leute aber noch nicht mal die dabei kindgerecht veröffentlichte Ironie zur Dummtümelei verstanden, geschweige denn das von der Maus vermittelte Grundwissen.. Oder zumindest völlig falsch verstanden.
    Wie ich gerade darauf komme? Da schaut doch einfach mal bei deren Autoren nach, einen Link dazu gebe ich mal vor:
    http://www.bernhard-lassahn.de/L/VENTANA—infoueberinfo.html

    Aber daß Menschen, deren ideologische Inhalte auf z.B. “den Statistiken” der Frauenhausaktivisten beruhen ( 100% Männergewalt am Gesamtopfer Frau & Kind ), etwas dagegen haben, daß ein Diskutant sich für Soziale Zentren für alle Menschen einsetzt ( wie z.B. Prof Amendt ), kann ich gut verstehen.
    Der Grund ist nackte Angst um viele zig millionen € an Fördergeldern und jede Menge Macht!

    Schönen Tach noch……..

  10. A.S. says:

    Die studentischen Vertretungen scheinen ja so spezielle Veranstaltungen zu sein. Ganz so schwarz sehe ich das aber nicht. Nach den Erfahrungen an meiner Uni vermute ich, dass diese Vertretungen nicht den Durchschnitt der Studenten repräsentieren. Nach meiner Erfahrung haben bildungswillige Studenten kein Interesse ihre Zeit im AStA zu verschwenden. Da zieht es nur einen bestimmten (meist linken) Typus hin, ein Typus Mensch, der bereits zu Beginn des Studiums glaubt die ganze Welt zu verstehen und daher eigentlich nicht studieren, sondern gleich Politik machen will.
    Aber sehr schade, dass niemand die [……….] vom AStA der TUBerlin diszipliniert und/oder ihnen mal erklärt was Meinungsfreiheit bedeutet.

  11. Holger Oeft says:

    Mein persönlicher Eindruck ist, das eine Hauptschuld für die Angst vor Kritik, Kontroversen und Erkenntnissen, ein zutieft konstruktivistischer und relativistischer Werteansatz ist, der schon im Grundschulalter zu beginnen scheint.

    Es darf nicht sein – was nicht sein darf, selbst wenn etwas da zu sein scheint, ist es nur die falsche Sicht, die korrigiert werden muss.

    • Chaeremon says:

      Dieser Eindruck an “Hauptschuld” erscheint, von meiner Warte aus, ganz schön oberflächlich. Ich habe eine Regel, dass man sich nur im konstruktiven Modus zu kritischen (geradezu ungezügelten) Debatten verabreden kann (ich meine Verabredungen zur Themen-, Termin- und Teilnehmerwahl). Wenn man also als anti-Konstruktionist nichts von den konstruktiven Form der Debatten-Auswahl und -Verabredung versteht, dann bleibt man schon mal isoliert oder auch ganz einfach frustriert zurück.

      • jck5000 says:

        Konstruktivismus als Weltbild hat nichts mit Konstruktivität (von Kritik, Diskurs… i.S.v. Produktivität) zu tun – bzw. ist es eher so, dass Herr Oeft das schon richtig sieht, dass auf radikal-konstruktivistischer Basis kaum konstruktiver Diskurs möglich ist. Ihr Widerspruch, Chaeremon, ist insofern keiner…

        • Chaeremon says:

          Nachdem eine radikal-konstruktivistischer Basis als Annahme hinzugefügt wurde, ist meine Beobachtung widerspruchsfrei geworden. Na sowas.

        • Holger Oeft says:

          @jck5000,
          Danke.

          @Chaeremon
          konstruktiv zu konstruktiert verhält sich wie Äpfel zu Birnen.

          Konstruktivismus geht davon aus dass Bezugspunkte beliebig im Geist konstruiert wurden und damit beeinflusst, änderbar ist bzw sich zu ändern hat. 2 Konstruktivisten könnten so bei der Beobachtung der gleichen Sache zu 2 Anschauungen von Erkenntnissen kommen, je nachdem wie die Anschauung zur Erkenntnis in ihnen konstruiert wird. Somit könnte ein Apfel auch eine Birne sein – oder Recht, Unrecht. Jeder von Ihnen hätte Recht behalten – relativistisch betrachtet.

          • Chaeremon says:

            @Holger Oeft zum erhobenen Zeigefinger “Konstruktivismus geht davon aus dass Bezugspunkte beliebig im Geist konstruiert wurden und damit beeinfluss[bar] sind”:

            Selbstverständlich kann man die Gedanken von anderen Leuten nicht lesen oder nachmachen, dazu bedarf es ja der ausdrücklichen Kommunikation — die aber den rezipierten Standpunkt doch nur simulieren kann — und die natürlich auch zu keinem nützlichen Resultat kommen kann. Ich spreche hier übrigens die Praxis und den OP an, die/der ja in keinster Weise formell abläuft/-gelaufen ist.

            Trotzt Äpfel und Birnen im Geist [/shudder] bleib ich dabei: wer die verschiedenen Modi nicht im Erfahrungsschatz hat, oder nicht intuitiv “drauf” hat, oder nicht zweckdienlich ausüben kann, der kann schon mal isoliert oder auch ganz einfach frustriert zurückbleiben.

  12. Benk says:

    Sorry, aber die Debatte hier ist sehr verirrt:

    1. Der AStA TU Berlin hat nur seine Distanzierung erklärt und diese mit dem Format und der Person Bernhard Lassahn begründet. (Im Sinne von: “Den würden wir jedenfalls nicht einladen.”) Darüber hinaus hat der AStA aber keine Zensur oder dergleichen gefordert oder irgendwie die Meinungsfreiheit beschnitten. Er hat sogar ausdrücklich begrüßt, “dass Fachschaftsinitiativen sich um Themen zwischen Gesellschaft und Hochschule bemühen”.
    2. Die Fachschaftsinitiative der Wirtschaftswissenschaften hat halbwegs unabhängig davon erklärt, Gerhard Ahmend (also eben nicht Lassahn) auszuladen und das Veranstaltungsformat beibehalten.

    Man kann das beides kritisieren oder die Beweggründe ablehnen. Doch es ist krude, daraus zu konstruieren, der AStA TU Berlin bekämpfe die Meinungsfreiheit und die unabhängige Fachschaftsinitiative begebe sich in eine unterwürfige Position demgegenüber.

    • Man kann das beides kritisieren oder die Beweggründe ablehnen. Doch es ist krude, daraus zu konstruieren, der AStA TU Berlin bekämpfe die Meinungsfreiheit und die unabhängige Fachschaftsinitiative begebe sich in eine unterwürfige Position demgegenüber.

      Wenn Sie den Beitrag aufmerksam gelesen haben, dann haben Sie sicher auch verstanden, dass es nicht darum geht, ob man sich von etwas distanzieren will oder einen Zusammenhang zwischen dem AStA und der Fachschaft zu konstruieren. Letzteres ist in der Tat ihre Konstruktion, denn der Text legt nicht nahe, dass der Fachschaftsrat sich u.a. dem Druck, der vom AStA ausging untergeordnet hat. Der Text lässt vielmehr offen, wessen Druck letztlich die Fachschaftler hat wanken lassen. Wenn Sie also entsprechende Konstruktionen hier vornehmen, dann kann ich nur vermuten, dass Sie Insider-Wissen haben.

      Tatsächlich würde ich heute noch weiter gehen wollen und sagen, dass der AStA der TU-Berlin aktiv Meinungsfreiheit bekämpft, in dem er die Einladung von Bernhard Lassahn kritisiert und das Ganze noch mit falschen Angaben über den Inhalt des Buches von Lassahn würzt. Auf der einen Seite will der AStA also Kommilitonen Informationen aus erster Hand, wie sie Lassahn zu geben im Stande ist, vorenthalten, andererseits füttert man Kommilitonen mit Fehlinformationen über das Buch von Bernhard Lassahn. Das ist mehr als perfide und wäre eines Josef Goebbels würdig.

      Die Unterwürfigkeit der Fachschaft, das haben Sie offensichtlich nicht verstanden, kann man direkt aus dem ablesen, was die Fachschaft geschrieben hat, dazu bedarf es weder eines AStA noch der Phantasie. Die Fachschaftler sprechen selbst von Fehlern und kritisieren in der Folge ihr eigenes Vorgehen vor dem Hintergrund einer Linientreue zu Maintream Genderismus, die erschreckend ist und in jedem Fall eines zeigt: selbständiges Denken und Handeln, das von Vorgaben abweicht, die wiederum Dritte, vielleicht auch der AStA bestimmen, wird nicht geduldet. Ich vermute, in den Parteischulen der Komsomol war es nicht anders.

    • Sorry, aber das ist mir bei Weitem zu verharmlosend:

      zu 1.:
      Wenn der AStA der TU Berlin “nur” seine Distanzierung erklärt und diese mit dem Format und der Person Bernhard Lassahn begründet, dann ist das für angehende Akademiker noch mehr als für alle anderen Menschen eine höchst bedenkliche Praxis, und zwar, weil sie damit ein argumentum ad hominem formulieren, was ein logischer Fehlschluss ist: gegen bestimmte Anschauungen kann man nicht argumentieren, indem man auf die Person verweist, die sie äußert. Außerdem ist es moralisch äußerst fragwürdig, wenn demonstriert wird, dass es Menschen gäbe, die aufgrund ihrer Konformität mit den eigenen Anschauungen akzeptabel seien, und Menschen, die aufgrund ihrer Nicht-Konformität mit den eigenen Anschauungen inakzeptabel seien. Entschuldigung, aber wo sind wir denn hier?!?

      Und wie, bitte, stellen Sie sich eine gesellschaftliche Diskussion vor, wenn Konflikte von vornherein ausgeschlossen werden? Soll die gesellschaftliche Zukunft so aussehen, dass jeder ohnehin nur mit denen redet, mit denen er eigentlich nicht reden müsste, weil sie seine Meinung ja sowieso teilen? Ist es das, was unter der vielgespriesene sozialen Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit zu verstehen ist? Dann kann das nur als grober Unfung beurteilt werden, oder!?

      zu 2.:
      “Die Fachschaftsinitiative der Wirtschaftswissenschaften hat halbwegs unabhängig davon erklärt, Gerhard Ahmend (also eben nicht Lassahn) auszuladen und das Veranstaltungsformat beibehalten”

      – aha, und wenn Herr Lassahn auch akzeptabel sein mag, dann ist es doch zumindest Herr Amendt nicht, verstehe ich das richtig? Sie meinen wirklich, es sei in irgendeiner Weise verantwortbar, darüber zu befinden, wer es sozusagen gerade noch verdient hat, gehört zu werden, und wer nicht? Und wer, meinen Sie, sollte das entscheiden? Das ist doch wohl gerade der Witz, dass verschiedene Menschen verschiedene Ansichten darüber haben, was eine “akzeptable” Meinung sei und was nicht – und deshalb ist eine freie und ungehinderte Kommunikation wünschenswert und notwendig. Ich dachte wirklich, das sei Stoff für Staatsbürgerkunde in Klassenstufe 6, aber anscheinend ist das alles in Zeiten der sozialen Kompetenz und emotionaler Intelligenz irgendwie nicht verarbeitbar.

      Und schließlich;
      “Man kann das beides kritisieren oder die Beweggründe ablehnen.”

      Ja, offensichtlich ist das so, was die Äußerungen der Kommentatoren auf diesem blog hinreichend belegen.

      “Doch es ist krude, daraus zu konstruieren, der AStA TU Berlin bekämpfe die Meinungsfreiheit und die unabhängige Fachschaftsinitiative begebe sich in eine unterwürfige Position demgegenüber.”

      Ist es das? Nun – diejenigen, die das finden, haben versucht, Gründe für ihre Einschätzung zu nennen. Aber Sie haben keine Gründe für Ihre genannt, lediglich apodiktisch erklärt, das sei eben krude.

      Und sehen Sie!? Genau damit, also den apodiktischen Feststellungen von Leuten darüber, was eben so sei oder wie zu sein habe, haben ziemlich viele Menschen Schwierigkeiten. Sie wünschen sich eine normale, offene Diskussion, die auf einem Mindestmaß an gegenseitigem Respekt basiert.

      Dieser Respekt ist wohl kaum gegeben, wenn man Leute, die einfach in einer üblichen und geregelten Form von Vortrag und Diskussion ihre Meinung äußern wollen/sollen als “solche Personen” und Extremisten bezeichnet, während man selbst – anscheinend ganz und gar nicht extremistisch – die Auseinandersetzung in den üblichen und geregelten Formen gleich ganz und gar zu vermeiden versucht. Und Leute, die andere Leute nicht respektieren zu müssen glauben, könnte man wohl noch am ehesten als “solche Personen” bezeichnen, wenn man denn dem Beispiel der Fachschaft folgen wollte ….

  13. “Allgemeiner Studierendenausschuss”, was’n das? Wenn schon schlechtes Deutsch, dann richtig: Allgemeiner Studierenderausschuss!

  14. Pingback: Professor Amendt ist nicht erwünscht | maskulinistblog

  15. Pingback: Neurologenteam findet deutsches Wesen | Kritische Wissenschaft - critical science

  16. Pingback: Endlich: Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie ist mit Gerhard Amendt solidarisch | Kritische Wissenschaft - critical science

  17. Pingback: Warum die Pole Position im Opferwettrennen so wichtig ist (Monatsrückblick November 2013) – man tau

error: Content is protected !!
Profile photo of Michael Klein
Holler Box
Skip to toolbar