Aus der Berliner Bildungsruine: Beispiel der mathematischen Minimalqualifikation, um Grundschullehrer zu werden

Vor einigen Tagen haben wir vom Berliner Modell berichtet. Ziel des Berliner Modells ist es, die Position „Grundschullehrer“ so zu entwerten, dass sich wirklich nur noch die Ladenhüter der universitären Lehramtsausbildung, denen man einen Gnadenabschluss gegeben hat, darauf bewerben.

Und selbst unter diesen Ladenhütern werden die Berliner Lehrersucher nicht fündig, 6 für 33 Stellen haben sie zusammenbekommen. Sechs, die noch Grundschullehrer werden wollen, in Berlin.

Dabei hätte gerade Berlin Grundschullehrer nötig wie kein anderes Bundesland, denn egal, welchen Leistungstest man ansieht, die Berliner Schüler sind immer am Ende der Leistungsskala zu finden. Ob Lesen, Schreiben oder Rechnen, keiner weiß darüber weniger als ein Berliner Schüler.

beakerDies hat die Berliner Verantwortlichen dann doch zum Aktivismus getrieben. Vor allem, weil die Berliner Schüler in Mathematik dem Feld der Schüler aus den übrigen Bundesländern weit hinterherlaufen, hat man im zuständigen Ministerium für Bildung; Jugend und Wissenschaft zu drastischen Maßnahmen gegriffen: Wer in Berlin Grundschullehrer werden will, der muss Mathematik beherrschen, naja, er muss „Mathematisches Professionswissen für das Lehramt an Grundschulen“ besitzen.

Letzteres ist die Bezeichnung, unter der die angehenden Grundschullehrer ihr Wissen in Mathematik sammeln und nachweisen sollen. Und die Bezeichnung steht über der entsprechenden Klausur, mit der das Wissen der angehenden Grundschullehrer am Ende eines ganzen Semesters, am Ende der entsprechenden Vorlesung und Übung getestet wird.

Mit denselben katastrophalen Ergebnissen, die sich immer einstellen, wenn man Berliner Schüler, oder Ex-Schüler und nun Studenten im Hinblick auf ihre Kenntnisse und Kompetenzen prüfen will: Die angehenden Grundschullehrer fallen reihenweise durch die Klausur: Jeder Dritte erweist sich als mathematisches Nicht-Talent, dem man mit zweifacher Wiederholungsmöglichkeit der Klausur unter die Arme greifen muss, damit er es dann letztlich mit einem mathematischen Blindenhund versehen, vielleicht doch schafft, in den Grundschullehrerdienst in Berlin Aufnahme zu finden.

Wie sinnvoll derartige Maßnahmen zur Anspruchsreduzierung sind, ist eine Frage, der wir hier nicht dass weiter nachgehen wollen. Dass Berliner Lehramtsstudenten, die ihre Karriere als Grundschullehrer gefährdet sehen, ihre Teilzeitkarriere in den meisten Fällen, gegen die Prüfung Sturm laufen und Zeter und Mordio schreien, ob der unglaublich schwierigen Klausur und der monumentalen Ungerechtigkeit, die Ihnen wiederfahren ist, ist ein anderes.

Ein Drittes ist die Klausur, derer wir habhaft geworden sind, und die wir uns in der Redaktion vorgenommen haben. Wir dürfen verkünden, dass wir alle zum Grundschullehrer in Berlin geeignet sind, was nicht viel wert ist, wie jeder sehen wird, der seinerseits versucht, diese wirklich läppische Klausur, an der in Berlin die Grundschullehreraspiranten reihenweise scheitern, zu lösen.

P.S.
Obwohl wir die Klausur bestanden haben, bitten wir die Berliner Lehrersucher sich nicht bei uns zu melden. Wir haben keinerlei Absicht, in Berlin (Berlin!) Grundschullehrer zu werden, schon weil wir keine Familie mit dem Beruf vereinbaren wollen.

Berliner Modell: Wie man Grundschulen zerstört und ein Bildungssystem ruiniert

In Berlin vollzieht sich derzeit eine Katastrophe mit Ansage, eine hausgemachte Katastrophe, an der man demonstrieren kann, wie politische Eingriffe die Qualität erbrachter Leistungen reduzieren und die Leistungsvermittlung in Grundschulen auf ein Niveau reduzieren, das sich wenig oberhalb der Legasthenie zu bewegen scheint.

Zunächst die Situation, wie sie sich derzeit darstellt:

Kaum jemand will in Berlin Grundschullehrer werden: Bei der Suche nach Aspiranten auf 33 offene Stellen konnten in Reinickendorf gerade einmal 6 Willige aufgefunden werden. Ob es sich bei den sechs Freiwilligen, die Grundschullehrer in Reinickendorf werden wollen, um die Vorzeigelehrer ihres Jahrgangs handelt – diese Frage kann sich jeder selbst beantworten.

Die Berliner Schüler landen im Ländervergleich auf dem letzten Platz: Viele Berliner Schüler verlassen die allgemeinbildenden Schulen mit einem Kompetenzniveau, das weit hinter dem von Schülern anderer Bundesländer zurückbleibt.

Besonders in Mathematik schneiden Berliner Schüler, Grundschüler insbesondere, schlecht ab.

race-to-bottomDeshalb hat der Berliner Senat Maßnahmen ergriffen: Grundschullehrer, die in Berlin unterrichten wollen, müssen während ihres Studiums Mathematik als Fach belegen. Damit erhofft man sich im Berliner Senat, die Leistung der Schüler über die Leistung der Lehrer zu verbessern. Die Pflicht, Mathematik zu belegen, kommt entsprechend dem Eingeständnis gleich, dass an Berliner Grundschulen weitgehend Mathematik-Inkompetente unterrichten, vor allem wenn es um Mathematik geht.

Nun hat die Pflicht, Mathematik zu belegen, dazu geführt, dass die Abbrecherquote unter den Lehramtsstudenten und die Durchfallerquote sprunghaft gestiegen sind. Die Vorkenntnisse in Mathematik, die Studenten mitbrächten, seien verheerend, so erklärt man an der FU-Berlin die hohe Durchfallerquote. Das Problem beginnt offensichtlich bereits in den Schulen, in denen Mathematik in derart rudimentärer Form vermittelt wird, dass sich die entsprechenden Kenntnisse nicht im Langzeitgedächtnis der Schüler festsetzen.

Der Berliner Senat ist abermals tätig geworden: Die Pflicht Mathematik zu belegen, hat man belassen, aber die Anzahl der Prüfungen und die Anforderungen an die Prüflinge wurden reduziert: Viermal kann ein Lehramtsanwärter in Berlin nun versuchen, einen läppischen Mathematiktest zu bestehen. Auf diese Weise soll die Qualität der Lehrer an Berliner Grundschulen erhöht werden.

Race to the bottom nennt man das im Englischen.

Tatsächlich ist die Fehlerdiagnose des Senats grundlegend falsch, denn die verheerend schlechte Ausbildung, die Schüler an Berliner Grundschulen erhalten, ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen Schulpolitik, die Lehrern den Eindruck vermittelt hat, Lehren sei eine Nebenbeibeschäftigung und die Fähigkeiten, die man dafür benötigt, eher Beiwerk.

Statistische Daten aus Berlin machen dies sehr deutlich.

So hat sich der Anteil der Grundschullehrer, die vollzeitbeschäftigt sind, von  31% im Jahre 1992 auf 17% im Jahre 2015 halbiert. Im gleichen Zeitraum ist der Anteil der teilzeitbeschäftigten Lehrer von 40% auf 48% angewachsen. Rund die Hälfte der Berliner Lehrer ist demnach nur ab und zu da, wobei ab und zu das entscheidende Kriterium zu sein scheint, denn 30% (1992) und 36% (2015) der Lehrer sind nur stundenweise beschäftigt.

In Berlin sitzt man dem Mythos auf, dass ein Lehrer, der nur ab und zu an seiner Grundschule weilt, den gleichen Einsatz, die gleichen Kompetenzen, die gleiche Professionalität und die gleiche Motivation mitbringt, wie ein Lehrer, der vollzeitbeschäftigt ist. Entsprechend haben die Verantwortlichen im Senat seit Jahrzehnten den Beruf „Grundschullehrer“ entwertet und gedacht, sie würden für den immer wertloseren Job eines Grundschullehrers fähige, qualifizierte und engagierte Lehrer finden, die Schlange stehen, um Berliner Grundschüler unterrichten zu dürfen.

Wie die Daten aus Reinickendorf zeigen, ist das Gegenteil der Fall. Berliner Schulämter müssen betteln, um überhaupt jemanden zu finden, der bereit ist, Grundschulkinder zu unterrichten. Die Kompetenzen, die diejenigen mitbringen, die unter diesen Umständen Lehrer in Berlin werden wollen, kann sich jeder selbst ausmalen.

grundschullehrer-berlin

Zudem geht mit der Entwertung des Berufs des Grundschullehrers, wie immer, wenn Berufe in ihrem sozialen Status, in ihren Anforderungen und in ihrer Bezahlung entwertet werden, eine Flucht von männlichen, in diesem Fall: Lehrern einher. Die Zahlen aus Berlin belegen dies eindrücklich: Nur 18% der vollbeschäftigten Grundschullehrer waren 1992 noch männlich. 2015 sind es noch knapp 10%. Dagegen sind 98% der teilzeitbeschäftigten Lehrer weiblich, d.h. die Mehrheit der Berliner Lehrer ist weiblich und arbeitet in Teilzeit.

Das sind zwei Variablen die man zusammen als Garant dafür ansehen kann, dass das Leistungsniveau in einem Bereich dramatisch sinkt. Die Berliner Grundschulkatastrophe ist somit eine hausgemachte Katastrophe, die die politisch Verantwortlichen auf ihre Kappe nehmen müssen. Sie haben ein sehr effektives Modell für all diejenigen geliefert, die beabsichtigen, ihr Schulsystem zu ruinieren.

Zuviele Frauen: Grundschulen pfeifen auf dem letzten Loch

Die Entprofessionalisierung von Grundschulen, die mit einer Erhöhung des Anteils der teilzeitbeschäftigten Lehrer und einer massiven Erhöhung des Frauenanteils unter den Lehrern einhergeht, sie erreicht gerade neue Dimensionen.

Das ist ein Anfang, den wir diesem Post geben könnten. Ein anderer lautet wie folgt:

GEW, Frauenförderer und andere Lobbyisten haben gerade eine neue Kampagne eingeläutet, die dazu dient, Grundschullehrer mit u.a. Gymnasiallehrern in der Bezahlung gleichzustellen, d.h. die unterschiedlichen Qualifikationsniveaus bei der Bezahlung nicht mehr zu berücksichtigen. Zu diesem Zweck hat die GEW eigens ein so genanntes Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, das zu dem Schluss gekommen ist, dass das geringere Gehalt, das Grundschullehrer im Vergleich zu z.B. Gymnasiallehrern erhalten, eine Diskriminierung von Frauen darstellt, da die meisten der Grundschullehrer weiblich sind. Verantwortlich für diesen Unsinn ist Eva Kocher, die offensichtlich der Rabulistik zu neuen Höhen verhelfen will.

Nachdem die GEW den Boden bereitet hat, wird nun über die Welt am Sonntag ein Katastrophenbericht lanciert, der seinen wörtlichen Niederschlag in der ARD wie folgt gefunden hat: „Gesucht: Rektoren für etwa 1000 Grundschulen“. Vor allem in Berlin und Nordrhein-Westfalen, so erfährt der Leser, könnten die Stellen von Rektoren und Konrektoren an Grundschulen nicht mehr besetzt werden. Die Ursachen dafür fänden sich in den „hohen Anforderungen“ und der „vergleichsweise geringen Bezahlung“. Zudem seien die meisten „Lehrkräfte an Grundschulen Frauen, die häufig in Teilzeit arbeiten“. Udo Beckmann, oberster Interessenvertreter der Lehrer vom Verband Bildung und Erziehung fordert entsprechend mehr Geld für Grundschullehrer (der Ball von der GEW wurde also aufgenommen), und die GEW fordert die Gleichstellung von Grundschul- und Gymnasiallehrern (nicht was Fähigkeiten, Kompetenzen und Leistung angeht, sondern im Hinblick auf die Bezahlung) und mehr Verwaltungsstellen an Grundschulen (angesichts sinkender Schülerzahlen vielleicht eine Möglichkeit, GEW-Mitglieder unterzubringen).

Die Frage, die niemand im Zusammenhang mit dem plötzlich entdeckten Faktum, dass es unter Grundschullehrern immer weniger gibt, die Schulleiter sein wollen, stellt, sie lautet: Wieso entsteht dieser Mangel gerade jetzt?

Um diese Frage zu beantworten, ist es sinnvoll, ein paar Fakten in die Diskussion zu bringen:

  • Die meisten Schulleiter an Grundschulen sind nach wie vor männlich, obwohl nur noch 12,5% aller Grundschullehrer männlich sind.

Dazu ein Auszug aus dem Jammerbericht des BMFSFJ, dem Daten-Genderreport:

„Daten zur Verteilung von Frauen und Männern auf die Positionen der Schulleitungen werden vom Statistischen Bundesamt aktuell nicht erhoben. Von Lutzau und Metz-Göckel (1996) berechneten die Geschlechterverteilung im Amt der Schulleitung für die einzelnen Bundesländer im Schuljahr 1993/1994. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass bei den Schulleitungen ein starkes Ost-West-Gefälle auftritt. Während in allen westdeutschen Bundesländern mehr Männer als Frauen als Schulleitung fungierten (in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sogar zu über 80 %), wurde diese Position in den ostdeutschen Bundesländern durchschnittlich häufiger von einer Frau besetzt. Die meisten weiblichen Schulleiterinnen fanden sich im Schuljahr 1993/1994 mit 63 Prozent in Sachsen-Anhalt. Neuere Stichprobenberechnungen (Roisch 2003: 37 ff.) zeigen, dass sich die Situation in den westdeutschen Bundesländern im letzten Jahrzehnt nur leicht zu Gunsten der Frauen verbessert hat, während sie in den ostdeutschen Bundesländern relativ stabil blieb.“

  • Die Anteil der Grundschullehrer hat sich über die letzten Jahrzehnte kontinuierlich verringert, selbst auf geringem Niveau: So waren 2002 16,2% der Grundschullehrer männlich, 2015 sind es noch besagte 12,5%.
  • Wenig verändert hat sich im Hinblick auf die Arbeitszeit männlicher Lehrer, 64,0% der männlichen Grundschullehrer sind 2015 vollzeitbeschäftigt, 66,7% waren es 2002.
  • 54,8% der weiblichen Grundschullehrer waren 2002 teilzeitbeschäftigt, 2015 waren es 42,7%, denn die Verweiblichung der Grundschulen, sie hat dazu geführt, dass nunmehr 44,4% der weiblichen Lehrer Vollzeit arbeiten (müssen) im Gegensatz zu 35,7% im Jahr 2002.

Offensichtlich gehen die Probleme mit der Besetzung von Schulleiterstellen an Grundschulen mit der Verweiblichung der entsprechenden Schulen einher: Je mehr weibliche Lehrer, desto größer die Probleme, einen Schulleiter zu finden. Und während männliche Lehrer an Grundschulen, die es früher in höherem Anteil gab, offensichtlich bereit waren, das mehr an Arbeit und die „hohen Anforderungen“ die mit der Position eines Schulleiters einhergehen, zu schultern, auch bei „vergleichsweise geringer Bezahlung“, sind weibliche Grundschullehrer dazu ganz offensichtlich nicht bereits.

parttime.jpgDas können sie auch nicht, wie der Beitrag in der ARD suggerieren will, denn die meisten von ihnen arbeiten nur Teilzeit. Sicher geht mit der Entprofessionalisierung, die durch Teilzeitarbeit geschaffen wird, auch ein Verlust an Führungskompetenz und Arbeitserfahrung einher, der es mit sich bringt, dass Tätigkeiten, die (männliche) Grundschullehrer früher nebenbei und aufgrund ihrer Kompetenzen und Leistungsbereitschaft als Schulleiter erledigt haben, nunmehr nicht mehr erledigt werden, entsprechende Positionen nicht mehr gefüllt werden können. Doch gerade in den beiden herausragenden Beispielen Berlin und Nordrhein-Westfalen, die Riesenprobleme haben, Schulleiter und Konrektorenstellen zu besetzen, trifft diese Erklärung nicht zu.

In Berlin arbeiten 70% der Grundschullehrer in Vollzeit, weit mehr als im Bundesdurchschnitt (47%). Auch in Nordrhein-Westfalen liegt der Anteil der vollzeit-beschäftigten Grundschullehrer mit 50% über dem Bundesdurchschnitt. Auch beim Frauenanteil liegen Berlin und Nordrhein-Westfalen über dem Bundesdurchschnitt. Nord-Rheinwestfalen mit 91% weiblichen Grundschullehrern etwas mehr und Berlin mit 88% weiblichen Grundschullehren etwas weniger (Bundesdurchschnitt: 87%).

Entsprechend muss man die Erklärung für die in Teilen nicht vorhandene Bereitschaft, die Leitung einer Grundschule zu übernehmen, wohl oder übel bei weiblichen Grundschullehrern suchen. Sie schrecken offensichtlich davor zurück, eine Position mit Verantwortung zu übernehmen – obwohl sie besser bezahlt wird. Sie haben offensichtlich nicht die Kompetenzen, um die Jobs, die männliche Lehrer früher übernommen und nebenbei erledigt haben, zu erledigen. Oder Sie haben nicht dieselbe Bereitschaft wie männliche Grundschullehrer, Altruismus walten zu lassen und die Arbeit eines Schulleiters auch für die Bezahlung eines Grundschullehrers zu erledigen. In jedem Fall haben die Späher der Gewerkschaften das Problem erkannt und Witterung aufgenommen. Und so wie sich ein Aasgeiher zielsicher bei einem Kadaver einfindet, so kreisen seit einiger Zeit die Vertreter der GEW und anderer Lobbyverbände über den entprofessionalisierten Resten von Grundschulen und krächzen ihr übliches Lied. Mehr Geld. Mehr Gehalt. Mehr Cash bei weniger Leistung. Die Diskriminierung von Frauen ist schuld. Neue Stellen braucht das Land, um nunmehr fünf Leute die Arbeit erledigen zu lassen, die früher von zweien erledigt wurde. Fragt sich nur, welche Leistungs- und Motivationsstandards die 88% weiblichen Grundschullehrer in ihrer Mehrzahl der nachwachsenden Generation vermitteln.


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Geschenkte Doktortitel, weiße Männer und viel Ahnungslosigkeit

Ist es nicht seltsam, dass bei all der Empörung über Plagiate, die als eigene wissenschaftliche Arbeiten eingereicht und von wohlmeinenden Doktorvätern durchgewunken wurden, eine Frage nie gestellt wurde? Welche Frage? Na die nach der Qualität der deutschen Wissenschaft, danach, ob denn unter den Arbeiten, die als Eigenleistung durchgehen, nicht welche sind, immer mehr sind, die zwar keine Plagiate darstellen, deren Qualität aber so niedrig ist, dass man feststellen muss: Hier wurde ein Doktortitel verschenkt, die Qualifikation all jener, die einen Doktortitel redlich erworben haben, relativiert und darüber hinaus eine Situation geschaffen, die sich nur unwesentlich von der unterscheidet, die entsteht, wenn ein Plagiator einen Doktortitel erhält.

Wir schreiben das, nachdem uns ein Buch, eine Dissertation auf den Tisch gekommen ist, deren Besprechung demnächst in einem Fachjournal zu lesen sein wird (wir werden davon berichten), die nicht einmal die rudimentärsten Anforderungen an eine Dissertation erfüllt – eigentlich nicht einmal die Anforderungen, die man an eine Bachelorarbeit stellen würde. Die Arbeit ist einfach nur schlecht, von einer ideologischen Besessenheit durchdrungen, und ihre Autorin bar jeglicher methodischer und theoretischer Kenntnisse.

Wie konnte es dazu kommen, dass Teile der deutschen Wissenschaft derart verkommen sind? Wie kann es sein, dass Doktortitel verschleudert werden und damit die Arbeit all derer, die einen Doktortitel redlich erwerben, die den wissenschaftlichen Ansprüchen an eine Dissertation genügen, relativiert wird?

Nun, die Antwort kann man auf zwei Ebenen finden. Die erste Ebene, die der Hochschulen und Universitäten hat nicht durch die Bachelorisierung, sondern durch die Ideologisierung der Hochschulen einen weitgehenden Verlust wissenschaftlicher Standards, Methodenkenntnisse und Techniken gesehen. Verantwortlich dafür, ist der Einzug von Ideologen, die dafür sorgen, dass das Ansehen von Wissenschaft zerstört, Hochschulen als Orte, an denen Wissenschaft betrieben wird, diskreditiert und Methoden und Standards, die einst Wissenschaft ausgemacht haben, erodiert werden.

KuhnDeutlich wird dies am Beispiel der Soziologie, einer Sozialwissenschaft, die in der Terminologie von Thomas Kuhn an der Grenze von einer Vor- zu einer Normalwissenschaft stand. Und dann haben die Ideologen Einzug gehalten, vor allem die Genderista. Für die Soziologie hat dies ein abruptes Ende theoretischer Diskussionen zur Folge gehabt. Der Rational-Choice-Ansatz, bis zum Einzug der Genderista so etwas wie der Hoffnungsträger soziologischer Theoriebildung, er ist weitgehend verschwunden. Die Methode der Hypothesenableitung und –prüfung, die mit vornehmlich quantitativem Instrumentarium verbunden wurde, sie ist der qualitativen Sozialforschung gewichen, die sich weitgehend auf das Fallenlassen von Begriffen reduziert. Man sagt „Instrumentarium der Grounded Theory“ und fühlt sich erhaben, man führt so genannte Expertengespräche und hofft, dass die vermeintlichen Experten die eigene Ahnungslosigkeit reduzieren und man treibt Diskursanalysen, schwätzt und schwätzt und schwätzt, ohne Sinn und Zweck, seitenweise, ohne roten Faden, theoretischen Rahmen und methodische Begründung. Die Schwatzbude der reflektiven intersektionalen Beschauung heteronormativer, vielleicht auf interkulturell-diversifizierter Trivialitäten, sie hat das Erkenntnisinteresse verdrängt und die Soziologie vom Fach auf dem Sprung zum Fach, in dem um ein Verständnis von Wissenschaftlichkeit gekämpft werden muss, reduziert. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass die Ideologisierung der Sozialwissenschaften die deutschen Sozialwissenschaften weit hinter die Aufklärung zurückgeworfen haben und eine geistige Engstirnigkeit und professionelle Ahnungslosigkeit salonfähig gemacht haben, die man unter rationalen Wesen nicht für möglich gehalten hätte.

Ähnlich wie am Beispiel der Soziologie beschrieben, wurden mit den Gender Studies Hochschulen gekapert und mit Unterstützung eines politisch-korrekten Diskurses, der Hochschulen von Ministerien ebenso aufgezwungen wurde, wie die Lehrstühle für Gender Studies, eine Atmosphäre produziert, in der sich Wissenschaftler lieber in den Elfenbeinturm zurückziehen, um dort Wissenschaft zu betreiben, als sich mit den Kadern der Gender Studies und ihrem ideologischen Auftrag auseinanderzusetzen. Letztere nutzen den dadurch geschaffenen Freiraum, um nun ihrerseits Hinz und Kunz mit akademischen Titeln zu versorgen und auf diese Weise eine Erosion von Standards und Methoden, von Wissenschaft als solcher zu betreiben.

Die beschriebene Entwicklung vollzieht sich in einem gesellschaftlichen Klima, in dem toleriert wird, dass es in öffentlich lesbaren Printerzeugnissen, in Tageszeitungen, für die manche sogar Geld ausgeben, möglich ist, Unsinn wie den folgenden abzusondern:

“Die Gender Studies sind tatsächlich ein Betrug an der Wissenschaft, zumindest an jener im altertümlichen Sinne einer unveränderbaren Erkenntnis verstandenen, einer, die an Objektivität der ForscherInnen glaubt, an eine Wahrheit gar. Dieser geht die Selbstreflektion vollkommen ab. Denn diese Wissenschaft betreibt der kleine Gott – ein Mensch, der sich in dieser von Ausschüssen und Hierarchien zerfressenen Welt nicht hinterfragen muss. In der Regel ist das der bürgerliche weiße heterosexuelle Mann“.

Das schreibt eine Sonja Vogel in der Taz, in der sie beschrieben wird als „taz2-Redakteurin und Teilzeitverlegerin, Geschlechter- und Osteuropawissenschaftlerin“.

Geschlechterwissenschaftlerinnen zeichnen sich also dadurch aus, dass sie einem Wissenschaftsverständnis anhängen, das zuletzt vielleicht im 16. Jahrhundert gesichtet wurde, bevor die empirische Wissenschaft Einzug gehalten hat und Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer kritisch-rationalen Wissenschaft weiterentwickelt wurde, die dem Erkenntnisgewinn als Ziel der Wissenschaft verschrieben war. Auf die Suche nach der Wahrheit macht sich bestenfalls noch die Katholische Kirche und die – wie man so hört – nur noch bedingt. Wenn also Frau Vogel einen Glauben an die Objektivität und die Wahrheit sieht, dann muss dieser Glaube an die Objektivität und die Wahrheit bei ihr verankert sein. Vermutlich wäre ihr die Tatsache, dass ihre Vorstellung bestenfalls von Gender Studierten geteilt wird, mit etwas Selbstreflektion aufgefallen, aber das fehlt den weißen, bürgerlichen und zumeist a-sexuellen Nicht-Männern, die sich z.B. in Zeitungen über etwas aufregen, eine Wissenschaft, wie sie schreiben, die außer ihnen selbst und der Gender Studierten Sekte niemand sieht.

Der Niedergang der Sozialwissenschaften in Deutschland, er findet in einem Klima des kompetenzlosen Tagtraums kognitiv a-normaler, weißer, bürgerlicher und a-sexueller Nicht-Männer statt und wird an Universitäten durch Gender Studierte Kader umgesetzt, die zwar nicht wissen, was Wissenschaft ist, aber ganz genau wissen, dass sie von weißen Männer betrieben wird, die Wahrheit gefunden haben und Objektivität besitzen und alle heterosexuell sind. Auf so ein Feindbild muss man erst einmal kommen. Und wenn man auf ein solches Feindbild kommt, dann sagt die Wissenschaft, dann sagen die entsprechenden Forschungsergebnisse der Sozialpsychologie vorher, dass der, dem diese Ideen kommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein an Geist und Leben gescheiterter Versuch, Persönlichkeit zu sein, ist.

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Leuphana-Universität: Bananen sind wichtiger als Bildung

Manche Universitäten sind dafür berühmt, dass an Ihnen Nobelpreisträger lehren.

Manche Universitäten sind für ihre herausragende Forschung berühmt.

Manche Universitäten sind für das Humankapital ihrer Absolventen berühmt.

Manche Universitäten sind Weltspitze, wenn es darum geht, Wissen zu sammeln und in digitale Form zu bringen.

Manche Universitäten haben einen Think-Tank, der Wissenschaftler versammelt, die mit immer neuen guten Ideen bekannt werden.

LeuphanaUnd dann gibt es die Leuphana. Die Universität von Lüneburg.

Die Leuphana ist eine der weniger berühmten Universitäten, obwohl die Verantwortlichen wirklich viel tun, um sich bei öffentlichen Geldgebern anzudienen.

Doch es ist nicht so, dass die Leuphana in nichts bemerkenswert ist oder nichts vorzuweisen hätten, denn:

Leuphana ist jetzt Fairtrade-University

Die Universität Lüneburg ist gerade bei der TransFair, dem Träger von Fair Trade Deutschland eingestiegen und hat sich wohl bereit erklärt, jährliche Lizenzgebühren an das Unternehmen zu zahlen, Lizenzgebühren dafür, dass sich die Leuphana nun FairTrade-University nennen darf.

Wenn schon keine Brillanz oder Weltführerschaft in Qualität von Forschung und Lehre, so haben sich die Verantwortlichen wohl gedacht, dann wenigstens FairTrade-University. Das Gütesiegel „FairTrade-University“, so liest man und staunt:

„wird von TransFair Deutschland e.V. nach einer erfolgreichen Bewerbung verliehen. Es kennzeichnet Hochschulen, die das Thema fairer Handel in die Lehre integrieren, in öffentlichen Veranstaltungen behandeln und den Hochschulmitgliedern fair gehandelte Produkte anbieten.“

Ein grandioser Marketingtrick von TransFair – auf den die Leuphaner da hereingefallen sind.

Fair Trade UniversityTransFair bezeichnet sich selbst als „Nicht-Regierungsorganisation“. Tatsächlich ist TransFair in derselben Weise eine Nicht-Regierungsorganisation, wie Nestlé eine Nicht-Regierungsorganisation ist. Allein die deutsche Niederlassung von FairTrade International erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von 11,5 Millionen Euro (2014). Rund 8,8 Millionen Euro des Umsatzes stammen aus Lizenzeinnahmen, also aus der Vergabe des Gütesiegels „FairTrade“. 2,3 Millionen Euro wendet FairTrade Deutschland jährlich auf, um die Personalausgaben des Unternehmens zu decken, 2,2 Millionen werden für „Kampagnen und Marketing“ ausgegeben, 2,5 Millionen Euro wurden 2014 als Rücklage verbucht, also zinsbringend angelegt und rund 2 Millionen an FairTrade International, den Mutterkonzern überwiesen. Der Bilanzgewinn wird mit 237.104 Euro ausgewiesen, was kein Wunder ist, da 2 Millionen Euro an den Mutterkonzern durchgereicht wurden und 2,5 Millionen Euro zur Rücklage erklärt wurden.

FairTrade ist ein weltweit tätiger Konzern, der alle Möglichkeiten der Konzernbilanzierung nutzt, um seinen jeweiligen Gewinn kleinzurechnen und darüber hinaus als eingetragener Verein die damit verbundenen Steuervorteile in Deutschland genießt.

Aber: FairTrade ist gut. FairTrade verspricht, dass arme Bauern für ihre Bananen mehr Geld erhalten, als sie ohne FairTrade erhalten würden, ein Versprechen, dem man besser nicht zu genau auf den Grund geht, denn tatsächlich hat FairTrade in vielen Bereichen zu einer Bürokratisierung und einer Oligarchiebildung in Bauernvereinen geführt, die Kleinbauern dabei so arm wie eh und je belassen (Griffiths, 2012; Henderson, 2008).

Und die Leuphana, sie ist nun FairTrade Universität, bezahlt vermutlich Lizenzgebühren dafür, dass sie nun die „Lünebohne“ vermarkten kann.

Was das Ganze mit Bildung und mit dem Auftrag einer Universität zu tun hat? Nichts. Es hat etwas damit zu tun, dass die Leuphana-Verantwortlichen Bildung durch Ideologie ersetzt haben und nun versuchen, als Musterschüler der Nachhaltigkeit und des FairTrade durchzugehen, immer in der Hoffnung, dass es Studenten gibt, denen ein FairTrade-Gütesiegel wichtiger ist als gute Lehre und Ausbildungsbedingungen. Aber wir wollen Sascha Spoun, dem Präsidenten der Leuphana, seine Freude nicht verderben. Er, der sich über die „wertvolle Ergänzung [der] zahlreichen Initiativen und Anstrengungen in Sachen Nachhaltigkeit“ freut.

Bildung, das war gestern. Ideologie, nachhaltige Ideologie, das ist heute, die FairTrade-Universität tritt an die Stelle der einstigen Bildungsinstitution. Zivilklauseln machen deutlich, dass nur das reine Gute an Universitäten herrscht, dass sich Studenten besser mit FairTrade Bananen als mit Matrizenrechnung auskennen und dass alles ganz nachhaltig ist – und gut natürlich.

Bildung?

Wer geht an Universitäten wegen Bildung?
In welchem Zeitalter leben Sie eigentlich?
Man geht an Universitäten, um sich zum korrekten Parteigänger zu entwickeln, zum Kämpfer für die Rechte von PoCs, zum Aktivisten gegen Rechts, zum Nachwuchs-Spitzel in den Vorlesungen ideologisch verdächtiger Professoren, zur FairTrade-Lünebone und natürlich, nicht zu vergessen, zu einem in allen Weisen der Sprachverhunzung geschulten Verwender von _I*nnen.
Niemand braucht Bildung. Alle brauchen FairTrade – oder?

Wie weit die Pläne der Leuphana zur ersten mit Windkraft getriebenen Schwatzbude, sorry: FairTrade-Schwatzbude der Republik zu werden, gediehen sind, ist bislang nicht bekannt.

Für Studenten, die versuchen eine Universität zu finden, an der noch Wissen vermittelt wird, haben wir die ScienceFiles-Kritierien zur richtigen Universitätswahl erarbeitet.

Kritik an FairTrade:

Griffiths, Peter (2012). Ethical Objections to Fairtrade. Journal of Business Ethics 105(3): 357-373.

Henderson, David R. (2008). Fair Trade is Counterproductive – and Unfair. Economic Affairs 28(3): 62-64.

 

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Was macht man eigentlich in Gender Studies?

Diese Frage bewegt sicher viele (naja, doch einige), schon weil sich Gender Studies-Anbieter ja beharrlich weigern, Auskunft über die erkenntnistheoretischen und methodologischen Grundlagen und den Nutzen von Gender Studies zu geben und vor allem über ihre Ergebnisse (sofern sie welche haben).

Derzeit kann man also nur sagen kann, dass Gender Studies an Universitäten angeboten werden, ohne dass jemand weiß, ob Gender Studies überhaupt die Qualifikation zu einem wissenschaftlichen Studienbereich nachweisen können. Aber, wenn es darum geht, sich auf Kosten Dritter ein Auskommen zu verschaffen, dann haben derartige Fragen noch nie interessiert. Es gilt sich, jetzt in den Speck zu setzen und Fragen nach dem Zweck, im Speck auszusitzen.

Uni PaderbornUm so besser, dass sich die Universität Paderborn genötigt sieht, einen „Master(teil)studiengang Geschlechterstudien/Gender Studies im Wintersemester 2014/15 anzubieten (also jetzt) und man der Ankündigung dieses angeblichen Studiengangs entnehmen kann, was in diesem angeblichen Studiengang eigentlich vermittelt werden soll:

„Inhaltlich befasst sich das Studienfach Geschlechterstudien/Gender Studies mit der Tatsache, dass die kulturellen, sozialen und politischen Dimensionen gesellschaftlichen Lebens von (historisch gewachsenen und geformten) Geschlechterordnungen durchzogen sind.

Am Anfang war das Geschlecht, so kann man diesen Schwulst zusammenfassen. Geschlecht ist Ursache, letzte Begründung und archimedischer Punkt für alles. Parteien sind entsprechend historisch gewachsene und geformte Geschlechterverhältnisse. Die Wirtschaft? Kein Problem: Ein historisch gewachsenes und geformtes Geschlechterverhältnis. Die katholische Kirche. Ja natürlich, die katholische Kirche ganz besonder: ein historisch gewachsenes und geformtes Geschlechterverhältnis.

Alles ist ein historisch gewachsenes und geformtes Geschlechterverhältnis: Die Sozialversicherungen, die Bundesbahn, der Erste Weltkrieg, der Nationalsozialismus, der Holocaust, alle kulturellen, sozialen und politischen Dimensionen des gesellschaftlichen Lebens sind ursächlich auf die Geschlechterordnung zurückzuführen.

Das ist eine Tatsache. Wer es nicht glaubt, der kann die entsprechende Tatsache in Paderborn erlernen. Man erhält also im Studienfach Gender Studies intime Kenntnis gesellschaftlicher Geschlechterordnungen und ihrer Verwerfungen, und gleich einem historischen Genderismus, lernt man, wie die ewige Dialektik zwischen Mann und Frau die treibende Kraft des Historizismus ist, den Karl Popper so ausgiebig in seinen Verwerfungen und vor allem seinem Elend beschrieben hat.

Aber, nichts ist so falsch, als dass man es nicht neu verpacken und auflegen könnte, kommt der Historizismus nun als die Menschenheitsgeschichte durchziehender Antagonismus zwischen dem Mann und dem Weib wieder, in Paderborn und – man höre und staune – mit einem Ziel:

worship with us„Ziel des Studienfachs ist das Wissen um die je historischen, kulturellen und politischen Bedingungen der Entstehung von Geschlechterordnungen sowie ihre Wirkungsweisen und Tradierungswege. Die Studierenden erwerben die dafür notwendige Fähigkeit zu kritischer Analyse, eigenständigem wissenschaftlichen Arbeiten und wissenschaftlicher Reflexion; zudem Einsichten in die Möglichkeit der geschlechterbewussten Gestaltung gesellschaftlicher Organisationsformen und Prozesse und deren Vermittlung in öffentlichen Arbeitszusammenhängen.

In Paderborn wird nicht ein Wissen vermittelt, nein das Wissen wird in Paderborn vermittelt, das einzige, wahre und ewigwährende Wissen über die Tatsache der alles durchdringenden Geschlechterordnung, denn am Anfang, das muss man wissen, war nicht etwa das Licht, am Anfang war die Geschlechterordnung. Das ist eine Tatsache, die man in Paderborn lernen wird, und damit wird die Kausalität von Licht und Geschlechterordnung zurecht gerückt, weil den Studenten ein Licht aufgehen wird, das Wissen, geht ihnen auf, um die Tatsache, die Tatsache, auf der alles Wissen basiert und um die sich alles Wissen dreht, dass: „die kulturellen, sozialen und politischen Dimensionen gesellschaftlichen Lebens von (historisch gewachsenen und geformten) Geschlechterordnungen durchzogen sind“. Am Anfang war das Geschlecht.

Elend des HistorizismusWir erinnern uns. Nein, was schreiben wir denn, wir erinnern uns nicht, wir reflektieren, und zwar in kritischer Analyse und eigenständig, das ist ganz wichtig, denn Indoktrination gilt erst dann als gelungen, wenn der Indoktrinierte den Sermon eigenständig herbeten kann. Wir reflektieren also, und wie wir so reflektieren, z.B. über die Entwicklung der Dampfmaschine da kommt uns das Wissen, da offenbart sich uns in kritischer Analyse, was wir bislang nicht gesehen haben, was von James Watt die ganze Zeit verdeckt wurde, nämlich: Watt hatte eine Cousine: „Margaret (Peggy) Miller“, die er geheiratet hat, woraus wir kritisch analysierend schließen: Margaret Miller war weiblich. Wir erkennen: Das soziale Leben ist vom Antagonismus zwischen Mann und Frau durchzogen und schließen: Die Entwicklung der Dampfmaschine wäre ohne diesen Antagonismus nicht möglich gewesen. Ziel erreicht.

Nun stellt sich natürlich die Frage, was macht man mit dieser Einsicht, dieser Offenbarung ob der Ur-Anfänglichkeit von Geschlecht, jenem Wissen um den historischen Genderismus, wie er im ewigen Antagonismus zwischen Mann und Frau zum Ausdruck kommt? Auch hier weiß man bei der Universität Paderborn Rat:

„Im Studienfach Geschlechterstudien/Gender Studies wird auf die Tätigkeit in Berufen vorbereitet werden, in denen „Genderkompetenz“, also der wissens- und reflexionsbasierte Umgang mit Geschlechterfragen und gesellschaftlichen Geschlechterverhältnissen gefragt ist, bzw. auf Tätigkeiten im Feld der Forschung über Geschlechterthemen.“

Die Einsichten der Gender Studies sind also da nachgefragt, wo die Einsichten der Gender Studies nachgefragt werden. Wie mit allen Lehren, die sich nur Auserwählen mitteilen, die sich dem Eingeweihten offenbaren, so geht auch die Nachfrage nach Leistungen von Gender Studierten ausschließlich von anderen Gender Studierten aus, die sich mit Hilfe von Gender Studierten, die Verbündete in Parteien und Institutionen gefunden haben, ein Auskommen als Gender Studierte, die Gender Kompetenz für die anbieten, die sie nachfragen, also andere Gender Studierte, verschafft haben.

Und aus der Tatsache, dass Gender Studierte, die es durch Lobbying in Positionen geschafft haben, von diesen Positionen aus, eine Nachfrage nach Gender Studierten und deren Gender Kompetenz (also dem Wissen um die Ur-Ursprünglichkeit des Antagonismus zwischen Mann und Frau) künstlich geschaffen haben, wird dann geschlossen, dass es eine Nachfrage nach Gender Studierten gibt, so dass Studiengäng für Gender Studies gegründet werden, um die künstlich geschaffene Nachfrage nach Gender Studierten zu befriedigen.

Gender Studies sind damit ein perfektes Beispiel für ein sich selbst erhaltendes System, das alle Merkmale eines autopoietischen Systems im Sinne von Luhmann trägt: Seine Mitglieder beschäftigen sich ausschließlich mit sich selbst. Es gibt keinerlei Nutzen für die umgebende Gesellschaft und die einzige Verbindung zur Außenwelt besteht über die Transfusionsleitungen, über die Steuergelder in das geschlossene Gender System gepumpt werden, denn reflexiv sein und die Ur-Ursprünglichkeit des historischen Antagonismus zwischen Mann und Frau zu erkennen, ist natürlich nur im Erkenntniswert selbstgenügsam, aber deshalb nicht umsonst!

AppleZwar könnte man jetzt argumentieren, dass bereits die katholische Kirche in ihrem in Genesis beschriebenen Mythos von Adam und Eva jenen ewigen und ursprüngliche Antagonismus dargestellt hat, der den naiven Adam von der verschlagenen Eva und mit Hilfe der listigen Schlange getäuscht werden sieht, aber das ist natürlich die falsche Art von Reflexion und kritischer Analyse und eine viel zu unreflexive und un-kritisch-analysierte Darstellung der Ur-Ursprünglichkeit von Geschlecht, die nur zeigt, wie wichtig Gender Studies an Universitäten sind, um die katholische Geschichte von der Erbsünde in den richtigen Kontext patriarchalischer Gottherrschaft einzuordnen.

Die  kritische und reflexive Analyse oder war es die Reflexion in kritischer Analyse?, wie auch immer, die Analyse zeigt, wie wichtig Gender Sponging für Gender Studies ist, und warum Gender Studies gegen das patriarchalische Herrschaftsinstrument der Marktwirtschaft zu Felde ziehen. Warum? Weil es auf einem Markt, auf dem Güter getauscht werden, schlicht keine Nachfrage für Gender Studies gäbe, denn wer nichts anzubieten hat, der kann auch nichts tauschen, der kann nur spongen, Gender-spongen.

Übrigens:

Weitere Informationen und Beratung bei:

Dr. Claudia Mahs

H5.206

Tel:  05251/60-2730

Email: cmahs[at]mail.upb.de

Wissenschaftliche Würdigung

Wir haben, den Inhalt der Paderborner Genderstudien/Gender Studies mit einer Prise Sarkasmus berichtet, denn nur mit Sarkasmus kann man ertragen, was derzeit an deutschen Hochschulen Einzug hält bzw. sich dort längst wie die Made im Speck breit gemacht hat: Gender Studies.

Gender Studies behaupten also, dass es eine  „historisch gewachsene und geformte Geschlechterordnung“ gibt, die alle sozialen, politischen und wirtschaftlichen Dimensionen durchzieht. Das ist nichts anderes als die hinlänglich bekannte Behauptung nach der Existenz eines Patriarchats, die Dr. habil. Heike Diefenbach in einer entsprechenden Analyse als falsch und als Ausgeburt sozialistischer und vor allem feuchter Phantasien, wie sie Friedrich Engels hatte, für alle nachvollziehbar identifiziert hat.

Wir treffen die sozialistischen Phantasien in den Gender Studies im Gewandt eines historischen Genderismus, der den im Vergleich dazu geradezu elaborierten historischen Materialismus (der die Welt immerhin noch mit drei Antagonismen, nämlich Sklaven und Sklavenhalter, Lehnsherren und Leibeigenen, Bürger und Proletariat erklären wollte) ersetzen und als einzigen Antagonismus, den angeblich alles prägenden Antagonismus zwischen Mann und Frau zulassen will.

Wer also gedacht hat, primitiver als der historische Materialismus die Menschheitsgeschichte darstellt, geht es nicht mehr, der sieht sich getäuscht. Mit den Gender Studies ist ein neuer Tiefpunkt in der Geschichte der intellektuellen Entwicklung des Westens erreicht – die soziale, politische und wirtschaftliche Welt ist nicht mehr das Ergebnis des Wirkens vieler Individuen mit je unterschiedlichen Interessen, nein, es ist das Ergebnis des Wirkens des Antagonismus zwischen Mann und Frau.

Und wie die Vertreter des Marxismus-Leninismus an Universitäten installiert wurden, um dort das Heil des Marxismus-Leninismus zu predigen, so sind Gender Studies an Universitäten eingenistet worden, um das Heil der Gender Studies zu verkünden. Und während der Marxismus-Leninismus das kommende Heil als klassenlose Gesellschaft an die Leichtgläubigen seiner Zeit verkauft hat, so verkaufen die Gender Studies heute das Heil einer kommenden und geschlechtslosen Gesellschaft. Abermals sind es die Leichtgläubigen, die auf das angepriesene Krötenelixir hereinfallen und denken, sie könnten sich damit Gehirn antrinken.

Insofern kann man sich lebhaft vorstellen, wen das Angebot aus Paderborn oder das anderer Gender Studie anziehen wird.

 

Intersektionalität oder: Die können nur Hass und Opfer

Es gibt wieder einmal eine Solidaritätserklärung.

ZTG HU BERLINEine vom Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität in Berlin.

Eine zu „aktuellen Kampagnen gegen Wissenschaftler … und gegen die Gender Studies, insbesondere zur Diffamierung von Prof. Dr. Hornscheidt“.

Eine, die wieder niemand unterschrieben hat, so dass man denken könnte, die/der/das am Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien angehängte Lann Hornscheidt sei hier in eigener Sache und mit sich selbst, in welchem Geschlecht auch immer, solidarisch.

Das könnte man denken.

Und damit wäre man dann, der Behauptung nach, die regelmäßig im Zusammenhang mit Lann Hornscheidt wiederkehrt und lautet, dass Denken den Prof ausmacht, ein Professor.

Aber lassen wir das.

Denn: Es ist viel interessanter, die Solidaritätserlkärung zu analysieren, und zwar unter drei Stichworten, die sich bei der Lektüre aufdrängen:

  • Undifferenzierter und gar nicht vielfältiger Hass,
  • Opferstatus,
  • Paranoia

Hass

hate_speech1Hass macht blind, so heißt es, und es ist etwas Wahres dran, denn mit Sicherheit führt Hass zu einer Einengung der Perspektive, zu einem Framing wie Tversky und Kahneman es beschrieben haben, das die Wahrnehmung beschränkt und im schlimmsten Fall zu einer Fixierung wird, die nur noch einen Modus der Wahrnehmung erkennen lässt – einen Modus, den man als Modus der intellektuellen Amöbe beschreiben könnte.

In diesem Modus wird alles, was von außen, also in diesem Fall von außerhalb eines als freundlich etikettierten eigenen Kults, kommt als feindlich wahrgenommen: wahllos, unterschiedslos und einförmig.

Negative Reaktionen auf einen Vorschlag, z.B. den die deutsche Sprache zu durch-zu-xsen, werden zur Diffamierung erklärt.
Fragen nach dem Grund dafür, dass Lann Hornscheidt eine universitäre Position inne hat, werden zur Diffamierung erklärt.

Kritik an Lann Hornscheidt wird zur Diffamierung erklärt.

Kritik am Genderismus wird zur Diffamierung erklärt.

Berechtigte Forderungen, die an Lann Hornscheidt oder Genderisten gestellt werden, werden zur Diffamierung erklärt.

Und man könnte die Reihe fortsetzen. Aber Wissenschaftler sind an allgemeinen Gesetzmäßigkeiten interessiert, und die Gesetzmäßigkeit, die sich aus Reaktionen von Genderisten auf Kritik oder Fragen immer wieder zeigt, läßt nur einen Schluss zu:

Genderisten im Allgemeinen und Lann Hornscheidt im Besondern fürchten nichts so sehr, wie Fragen nach der Legitimation der eigenen Position, nach der Begründung ihrer Behauptungen und Forderungen. Derartige Fragen können sie offensichtlich nicht beantworten, das haben sie nunmehr hinlänglich belegt, und deshalb reagieren sie mit Hass, weil sie fürchten, der mit Steuergeldern gefüllte Napf, an dem sie sich die ganze Zeit so fraglos bedienen konnten, wird ihnen weggenommen.

Eine durchaus berechtigte Furcht.

Opferstatus

Gender KultDer Opferstatus ist ein wiederkehrendes Motiv im Lamento der Genderisten, es ist die genderistische Entsprechung zum katholischen Glaubensbekenntnis. Er inszeniert das eigene Opfertum, das Genderisten umgeben von den mordenden Horden des Patriarchats tapfer das Evangelium des Genderismus verbreiten sieht. Im vorliegenden Fall wird wieder die Nummer mit der heiligen Jungfrau gegeben. In der Hauptrolle pikanter Weise dieses Mal das Lann Hornscheidt.

Lann Hornscheidt ist urplötzlich und ohne sein Zutun zum Gegenstand einer „unsägliche[n] Hasskampagne“ geworden, die sich „in sozialen Medien“ und „in offenen Briefen an die Universitätsleitung der HU und an die Berliner Wissenschaftssenatorin“ äußert. Hier trifft sich das Motiv der Opferrolle mit dem oben beschriebenen Hass Modus der Amöbe, die alles, was von außen kommt, seien es Fragen, Anregungen oder Kritik nur unter Hass abspeichern kann. Die intellektuelle Amöbe ist eine Vegetationsform, die nicht mehr im Stande zu sein scheint, überhaupt Kontakt mit Personen der Außenwelt herzustellen, weshalb sie – wie beschrieben – mit Hass reagiert.

Reize aus der Außenwelt treffen die Amöbe völlig unvorbereitet und werden auch nicht als Reaktionen auf etwaige Externalitäten, die von der intellektuellen Amöbe ausgehen, wahrgenommen. Sie sind Reaktion und damit schlicht Hass, denn die intellektuelle Amöbe kennt neben dem Hass-Modus nur den Verkündungs-Modus: Amöbe an Welt. Welt an Amöbe ist nicht vorgesehen.

Meldet sich die Welt dennoch, dann kann es sich, per definitionem nur um Hass handeln, denn Fragen, Kritik, ja gar Widerspruch, das ist im intellektuellen Amöbe-Modus nicht programmiert.

Paranoia

Das Problem, das intellektuelle Amöben eher früher als später einholt, ist mit einem Wort zu beschreiben: Umwelt. Auch intellektuelle Amöben schaffen es nur für eine relativ kurze Zeit, die Illusion einer manipulierbaren, aber nicht reagierenden Umwelt aufrecht zu erhalten. Und reagiert die Umwelt erst einmal auf Externatlitäten, die von der intellektuellen Amöbe ausgehen, dann aktiviert dies den Modus Hass, der sich zum Modus Paranoia übersteigert, dem Modus, der die Unvereinbarkeit des Heiligkeitsstatuses, den die Genderisten als Inkarnationen der intellektuellen Amöbe für sich reklamieren, mit der Umwelt zum Ausdruck bringt.

Paranoia stellt das Opfer in die Welt – gezwungenermaßen. In der Welt findet sich das Opfer „einer Flut persönlicher Diffamierungen und Gewaltdrohungen“ ausgesetzt. Es sieht sich „koordinierten Attacken“ gegenüber, die sich im vorliegenden Fall nicht nur gegen das Lann, sondern gegen das innerste Sanktuarium, das ZtG selbst richten. „Universitäre Geschlechterforschung“ werde als „unwissenschaftlich geschmäht“, und jetzt kommt es:

„Offenbar kristallisiert sich gerade an den Gender Studies, wo Normen und Machtgefüge systematisch in Frage gestellt werden, eine gegenwärtige Gemengelage aus Sexismus, Homophobie und Transdiskriminierung, aber auch aus Sozialneid, Angst vor dem Verlust imaginärer Macht und vor der Auflösung bekannter Normierungen.“

Gender Kult 2Kann man das eigene Sendungsbewusstsein besser in Worte fassen, das Sendungsbewusstsein, das Genderisten zum Teil der intellektuellen Amöbe macht und entsprechend und aus ihrer Sicht erhöht, sie zu einer Gruppe der Außererwählten macht, denen die Wahrheit von der intellektuellen Amöbe mitgeteilt wurde, eine Wahrheit, die ihnen zur Verbreitung aufgetragen wurde?

Es ist dies kein einfacher Auftrag, denn die Welt ist schlecht und für die Wahrheit nicht gewappnet. Sie ist voller falscher Propheten, voller Jesuse und Mohammeds, voller Krischnas und Buddhas und falschen Azathoths. Nein, es gibt nur eine wahre Religion, die Religion der intellektuellen Amöbe, die im Genderismus Wort geworden ist. Und wer das nicht glaubt, der wird schon sehen, was er davon hat, wenn am Tag des jüngsten oder zweitjüngsten Gerichts die intellektuelle Amöbe die Guten ins Genderparadies und die Bösen in die Machohölle verteilt.

Amen.

Bleibt noch die Nachbereitung der Frage: Warum sind die Genderisten so darauf versessen, an Universitäten zu sitzen, sich wissenschaftlich zu nennen und sich damit mit einer Last zu beladen, die sie als Sekte nun einmal nicht zu tragen im Stande sind? Die Antwort darauf ist einfach: Weil es die einzige Position ist, in der man bislang jeden Unsinn erzählen konnte, behaupten konnte, das sei Wissenschaft, weil das Ergebnis von Denken und für diesen Unsinn auch noch bezahlt wurde.

Der Hass der Genderisten richtet sich nicht per Zufall gegen alle, die die Wissenschaftlichkeit von Genderisten und Genderismus hinterfragen. Von hier kommt die Bedrohung, denn die Genderisten haben keine Antworten auf so einfach Fragen, wie die folgenden:

  1. Was hat Genderismus an Universitäten zu suchen?
  2. Welchen konkreten Nutzen hat Genderismus der Wissenschaft gebracht?
  3. Welchen konkreten Schaden hat Genderismus der Wissenschaft zugefügt?
  4. Wie rechtfertigen Genderisten ihre Finanzierung durch Steuerzahler?
  5. Welcher Nutzen entsteht Steuerzahlern durch Genderismus?
  6. Was ist wissenschaftlich am Genderismus?
  7. Welche wissenschaftliche Methode nutzt der Genderismus?
  8. Welche prüfbare und nachvollziehbare Erkenntnis hat der Genderismus erbracht?
  9. Wo sehen Genderisten, den Unterschied zwischen Ideologie und Wissenschaft?
  10. Wie sehen Genderisten das Verhältnis zwischen wissenschaftlicher Forschung und Sozialtechnologie?
  11. Wie ist das Verhältnis von Genderisten zu Demokratie und dem erklärten Mehrheitswillen?
  12. Hat der Mehrheitswille Primat vor der Sozialtechnologie, oder soll Sozialtechnologie den Mehrheitswillen brechen?
  13. Sind Straftaten legitime Mittel, um den Mehrheitswillen zu brechen?
  14. Ist Kritik außerhalb von Hasskampagnen für Genderisten vorstellbar? Wenn ja, wie äußert sich die entsprechende Kritik?
  15. Auf welcher Erkenntnistheorie basiert der Genderismus

Wir wundern uns schon seit Monaten, warum es Genderisten nicht möglich ist, denen, die außerhalb ihres Kultes stehen und die genannten Fragen stellen, die Antworten auf diese einfachen Fragen zu geben. Wenn Genderismus, wie seine Anhänger behaupten, eine Wissenschaft ist, dann sollte es ein Leichtes sein, diese Antworten zu geben. Dass sie seit Monaten nicht gegeben werden und Genderisten seit Monaten mit Beschimpfungen, mit der Intonation von Hass und der Inszenierung des Opferstatus‘ reagieren, spricht daher für sich – ebenso wie es für sich spricht, dass in keinem Bereich wissenschaftlicher Forschung legitime Fragen, wie die genannten, als Hasskampagne bezeichnet werden.

 

Von Kollege zu Kollege: Nachfrage an Präsident Olbertz

Sehr geehrter Herr Kollege Olbertz,

HU-Berlinwie Sie sich sicherlich erinnern werden, haben unser Kollege, Herr Michael Klein, und ich am 14. November einen offenen Brief an Sie formuliert und an Sie verschickt, in dem wir gefordert haben, Profx Lann Hornscheidt von ihrer/seiner Position an der Humboldt-Universität zu entheben, solange er/sie seine/ihre Position dazu missbraucht, Studierende auf seine/ihre persönliche Ideologie einzuschwören, statt die Sozialwissenschaften zu repräsentieren, und damit Sozialwissenschaften als Wissenschaften – im Unterschied zu Sozialaktivismus bzw. -technologie – gegenüber Studierenden falsch darstellt und in den Augen einer breiten Öffentlichkeit diskreditiert. Als Sozialwissenschaftlern kann uns dies nicht gleichgültig, und ich vermute, Ihnen auch nicht. Im Brief haben wir unsere Position begründet, und inzwischen hat der Brief 72 Unterstützer gefunden.

Dennoch haben Sie bislang in keiner für uns erkennbaren Weise auf den Brief reagiert. Ich habe zwar Verständnis dafür, dass es für Sie problematisch ist, Stellung zu den Aktivitäten von Profx Lann Hornscheidt zu nehmen, ohne eine bestimmte, rein ideologisch motivierte, Klientel gegen sich aufzubringen, und ich fürchte, dass Ihre diesbezügliche Zurückhaltung angesichts des Umgangs, der an der Humboldt-Universität immer wieder mit Dozenten und geladenen Vortragsgästen „gepflegt“ wird, mehr oder weniger gut begründet ist.

Dessen ungeachtet haben Sie ein wichtige Funktion inne, die bestimmte Verpflichtungen involviert, und vor diesem Hintergrund bin ich erstaunt und enttäuscht darüber, dass Sie sich bislang einer Stellungnahme zur im Brief enthaltenen Forderung enthalten haben – ganz davon abgesehen, dass ich dies als ein unkollegiales Verhalten uns bzw. mir gegenüber betrachte.

Eine Stellungnahme Ihrerseits ist m.E. etwas, was Sie uns sozialwissenschaftlichen Kollegen aufgrund Ihrer Funktion sozusagen schulden, und die Tatsache, dass Profx Lann Hornscheidt Studierende zu Straftaten ermuntert und anscheinend selbst dauerhaft ausführt – eine Tatsache, auf die wir in unserem Brief keine Bezug genommen haben, um deutlich zu machen, dass es uns um die Idee der Wissenschaft und ihre Repräsentanten geht –, hat inzwischen zusätzlichen Druck aufgebaut, dem Sie sich schwerlich werden entziehen können, aber m.E. auch nicht sollten.

Ich bitte Sie daher, recht bald eine Stellungnahme zu den Aktivitäten von Profx Lann Hornscheidt abzugeben. Sie bietet m.E. auch eine Chance, die Humboldt-Universität als ernstzunehmenden wissenschaftlichen Standort ein Stück weit zu rehabilitieren.

Schließlich möchte ich Ihnen versichern, dass es uns in keiner Weise darum geht, Profx Lann Hornscheidt als Person anzugehen, weshalb wir uns konsequent und öffentlich gegen eine Personalisierung des Konfliktes gewandt haben. Wir sind aber der Überzeugung, dass die Aktivitäten von Profx Lann Hornscheidt als verbeamteter Professorin (oder welchen Geschlechts er/sie subjektiv auch sein sollte) auch bei sehr viel gutem Willen nicht in Übereinstimmung mit der Idee der Wissenschaft gebracht werden kann, sofern Wissenschaft nicht schlicht identisch gesetzt wird mit Ideologie, Sozialaktivismus, Sektiererei, Nepotismus oder Lobbyismus. Dementsprechend ist die in unserem Brief formulierte Forderung als eine Form von Notwehr zu verstehen.

Sicherlich können Sie – nicht zuletzt aufgrund Ihrer persönlichen Biographie –die Gefahren einer Ideologisierung der institutionalisierten Wissenschaft mindestens ebenso gut würdigen wie ich bzw. wir es tun können, und ich danke Ihnen im Voraus für Ihr Verständnis und erwarte gespannt Ihre Stellungnahme.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. phil. habil. Heike Diefenbach

Humboldt-Uni II – Erinnerung an Präsident Olbertz

HU-BerlinScheinbar funktioniert an der Humboldt-Universität nicht einmal die eMailbox so, wie man das erwarten würde oder, alternativ, nicht einmal der Präsident funktioniert in der Weise, wie man es aufgrund seiner Position von ihm verlangen muss. Seine Position sieht unter anderem vor, dass er seine Universität nach außen vertritt, z.B. dem lästigen Volk gegenüber, denen gegenüber, die Fragen an den Präsidenten der Universität richten, möge er deren Beantwortung auch noch so sehr unter seiner Würde empfinden, er muss sie beantworten, er ist Präsident einer aus Steuergeldern Einrichtung, die sich nach wie vor Universität nennen darf.

Sicher ist es schöner, wenn man sich von Kollegen als Präsident als „beliebtester Uni-Chef“ feiern lassen darf. Und natürlich macht es mehr Spass, wenn man seinen Rücktritt erklären kann, um sich dann zum Weitermachen bewegen zu lassen, nachdem man mit dem Rücktritt erreicht hat, was man erreichen wollte. Das macht bestimmt Spass. Und wir sehen auch ein, dass man es als Präsident der HU-Berlin nich leicht hat, dass man gerade an der HU-Berlin mit einem aktivistischen Kern von Studenten konfrontiert ist, die nicht zuletzt vom dortigen Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien und dem ASta bestückt werden.

Das alles sehen wir ein.

Number10Dennoch müssen wir sagen: Es ist eine Ungehobeltheit, ja eine Unfreundlichkeit, einen Brief völlig unbeantwortet zu lassen, die wir in der ersten Welt noch zu erleben hätten, in der jeder Brief beantwortet wird, selbst wenn es nur eine eMail an Number 10 ist. Und natürlich hat Downing Street Chef David Cameron seine Leute und beantwortet seine eMails nicht selbst, liest sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht einmal selbst, aber: das genau ist der Punkt, er hat seine Leute, einen funktionierenden Laden und nimmt seine Außenfunktion sehr ernst, d.h. er bestätigt den Eingang von eMails und seine Mitarbeiter beantworten die eMails – jede einzelne davon.

Bei Jan-Hendrik Olbertz scheint dies alles nicht der Fall zu sein. Weder scheint es ihm wichtig zu sein, Kollegen wie uns oder Steuerzahlern, wie den Unterstützern unseres Briefes, in dem wir fordern Lann Hornscheidt seiner/ihrer Position an der Universität zu entheben, Höflichkeit und Respekt entgegen zu bringen. Es ist ihm scheinbar auch nicht möglich, unseren Brief zu beantworten.

Deshalb haben uns entschlossen, noch einen Anlauf zu nehmen, schon um Präsident Olbertz die Möglichkeit zu geben, die bisherige Sprach- und Antwortlosigkeit zu erklären und wett zu machen, sich zu rehabilitieren. Zudem haben wir uns in der ScienceFiles-Redaktion entschieden, Jan-Hendrik Olbertz dieses Mal zwei eMails zu schicken, zwecks Nachhaltigkeit und für eine höhere Wahrscheinlichkeit, zur Kenntnis genommen zu werden, eine von Michael Klein und eine von Dr. habil. Heike Diefenbach (wer von den Lesern nachfragen will, was aus der Antwort auf den ersten Brief geworden ist, hier ist die eMail-Adresse: praesident@hu-berlin.de).

Die eMail von Michael Klein:

Sehr geehrter Herr Olbertz,

am 14. November haben Dr. habil. Heike Diefenbach und ich Ihnen eine eMail geschrieben, in der wir fordern, Profx Lann Hornscheidt ihrer/seiner Position an der Humboldt-Universität zu entheben. Die Forderung hat zwischenzeitlich 72 Unterstützer gefunden, und es ist nicht irgendeine Forderung, es ist eine wohlbegründete Forderung, die Kriterien des wissenschatflichen Arbeitens an Lann Hornscheidt anlegt und zu dem Schluss kommt, dass sie/er keines der Kriterien erfüllt, weshalb er/sie an einer Universität nichts zu suchen hat.

Vielleicht ist es ja dieser Umstand, der Sie so sprachlos macht. Vielleicht wissen Sie auch nicht, warum Lann Hornscheidt an der Universität beschäftigt ist, die auch Sie beschäftigt. Für denn Fall, dass diese Annahme zutrifft, fordern ich Sie auf: Stehen Sie zu Ihrer Unwissenheit und erklären Sie öffentlich, dass Sie auch nicht wissen, was Lann Hornscheidt an der Humboldt Universität soll! Sie sind es der Wissenschaft schuldig.

Aber vielleicht ist es ganz anders. Vielleicht haben die jüngsten Ereignisse an der Humboldt-Universität, die Erfahrungen mit studentischen Kadern, die Vorlesungen lahm legen oder „intervenieren“, ihre Spuren bei Ihnen hinterlassen. Vielleicht haben Sie schlicht Angst und suchen derzeit nach einem Ausweg aus dem Brief-Dilemma, der Sie auch morgen noch unbehelligt durch die Gebäude der Humboldt-Universität gehen lässt.

schreiWenn dies der Fall ist, dann rufe ich Sie dazu auf, sich mit Ihrer Angst in die Öffentlichkeit zu flüchten. Alle Welt outet sich derzeit, warum nicht auch ein Präsident mit seinen Ängsten. Das ist legitim und die Voraussetzung dafür, dass sich etwas ändert, z.B. dadurch, dass Ihnen ein Bodyguard zur Verfügung gestellt wird, den Sie aus dem Geld finanzieren, das freigeworden ist, weil Sie Lann Hornscheidt seiner/ihrer Position enthoben haben.

Vielleicht gehören Sie ja auch zu denen, die man als Prokrastinateure bezeichnen muss, Personen, die Angelegenheiten, die ihnen unangenehm sind, auf den jüngsten Tag vertagen, nur um die Unanehmlichkeiten nicht auf die eigene Kappe nehmen zu müssen.

Für diesen Fall muss ich Ihnen sagen, das Ihr Verhalten Dr. habil. Heiek Diefenbach, mir und den Unterstützern unseres Briefes gegenüber grob unhöflich ist und sie auffordern, ihren Narzismus zu Gunsten ihres Jobs zurückzustellen, zumal die Zeit drängt. Es mag Ihnen egal sein, dass Mitglieder Ihrer Universität, namentlich Lann Hornscheidt, Studenten zu Ideologen machen wollen und Wissenschaft mit Füßen treten, aber es sollte Ihnen schon aus Rücksicht auf ihre eigene Person nicht egal sein, wenn Mitglieder Ihrer Universität, namentlich Lann-Hornscheidt, zu Straftaten aufrufen. Das ist, das werden Sie zugeben, zwar geschichtlich gesehen für Berliner Universitäten keine Neuigkeit, aber doch für die nach dem Zweiten Weltkrieg beginnende Moderne etwas Neues.

Und wollen Sie es wirklich unkommentiert stehen lassen, dass ein Mitglied Ihrer Universität, das es auf die Position eines Professoren geschafft hat, wenn auch nur im Zentrum für Gender Studies, zu Straftaten aufruft und Studenten dabei assistiert, wie sie den Namen von Alexander und Wilhelm von Humboldt verunglimpfen?

Ich kann das einfach nicht glauben.

Entsprechend komme ich zum letzten „Vielleicht“, zur letzten Annahme, die dem gewissenhaften und beliebten Präsidenten, der Sie sind, gerecht wird. Vielleicht prüfen Sie derzeit die Möglichkeiten, Lann Hornscheidt von seiner/ihrer Position zu entfernen. Vielleicht stehen Sie derzeit in Verhandlungen mit dem Berliner Senat und eruieren, welche Schritte Ihnen offen stehen. Für diesen Fall freue ich mich auf Ihre Antwort, die mir dann bestimmt in den nächsten Tagen zugeht.

Mit freundlichen Grüßen,

Michael Klein

Solidaritäts-Mob? Humboldt-Kader wollen sich mit Lann Hornscheidt solidarisieren

Die Fachschaftsinitiative Gender Studies an der Humboldt-Universität ruft zum „SOLIMOBI für Lann auf“.  Ein Aufruf, dem man vorab bereits vorab dreierlei bescheinigen kann:

SOLIMOLI

  • Wie die infantile und vertraute Sprache deutlich macht, kommt der Aufruf zum „SOLIMOBI“ aus dem, was HP Lovecraft in einer seiner Erzählungen als Zuneigungsgruppe bezeichnet hat.
  • Wie der Gegenstand des „SOLIMOBI“ zeigt: „Verfassen eines Lann Hornscheidt unterstützenden Statements zum Offenen Brief an den Präsidenten gegen x“, geht es nicht darum, sich mit den Argumenten im offenen Brief auseinanderzusetzen, nicht um eine gesittete oder eine Auseinandersetzung, wie man sie von denen erwarten würde, die Akademiker oder akademischer Nachwuchs sein wollen, nein, es geht um Agitation, um ideologische Agitation, darum, die Reihen der eigenen Sekte zu schließen. Insofern wird die Unterstützerliste zu was auch immer, die aus dem „SOLIMOBI“ hervorgeht, interessant sein, da sie den harten Kern des Gender Kults an der Humboldt-Universität umfassen wird.

Studenten wie Akademiker werden von Steuerzahlern finanziert bzw. nehmen von Steuerzahlern finanzierte Angebote wahr. Entsprechend sollte man von den SOLIMOBI-Fachschaftsstudenten erwarten, dass sie nicht wie Lemminge hinter ihrem Lann herlaufen, sondern das nutzen, was ihnen eigentlich von Geburt an mitgegeben wurde, ihr Gehirn und das damit einhergehende Potential zum eigenständigen Denken.

Da wir die Hoffnung in den menschlichen Intellekt, auch den von Studenten in der Fachschaftsinitiative Gender Studies an der Humboldt-Universität, nach wie vor nicht aufgegeben haben, hier etwas, über das Studenten, die den Anspruch an eine eigenständige Gehirnbenutzung noch aufrechterhalten, nachdenken sollten:

Die Personalisierung des „SOLIMOBI“ auf „Lann“ macht deutlich, dass die Verfasser des Aufrufs zum „SOLIMOBI“ den wichtigsten Punkt übersehen haben. Der Offene Brief, den wir verfasst haben, richtet sich nicht gegen Lann Hornscheidt als Person, sondern dagegen, dass Lann Hornscheidt eine wissenschaftliche Position missbraucht, und zwar dazu, ihre/seine eigene Ideologie zu verbreiten, und zwar auf Kosten von Studenten, Kollegen und Steuerzahlern. Dass wir diese Ideologie für eine absurde Absonderlichkeit halten, tut insofern nichts zur Sache, denn selbst dann, wenn die Ideologie halbwegs intelligent wäre, hätte sie an einer Universität nichts zu suchen.

Steuerzahler finanzieren Akademiker an Universitäten nicht dafür, dass die entsprechenden Akademiker ihren eigenen Spleen ausleben oder unter der Behauptung, sie würden denken, den letzten Unsinn verbreiten. Entsprechend sind Akademiker in ihrem Tun Steuerzahlern verpflichtet, verantwortlich und Rechenschaft schuldig. Die „SOLIMOBIs“ sollten sich entsprechend überlegen, welchen benennbaren Nutzen Lann Hornscheidt Steuerzahlern, z.B. einem Lkw-Fahrer, den wir in einem früheren Beispiel bemüht haben, erbringt, und wie man dem entsprechenden Lkw-Fahrer gegenüber rechtfertigen kann, dass er mit seinem hart verdienten Geld Lann Hornscheidt mitfinanziert.

GenderfaschosUniversitäten sind Stätten der Wissenschaft, der systematischen Gewinnung von Erkenntnis, wobei Erkenntnis Aussagen über die Realität meint, die einerseits prüfbar, andererseits nachvollziehbar sind. Wenn die Aktivisten, die am Donnerstag, den 4. Dezember ihren „SOLIMOBI“ ausdrücken wollen, etwas für Lann Hornscheidt tun wollen, dann solten sie ihm/ihr aus der Verlegenheit heraus helfen, dass Lann Hornscheidet selbst anscheinend nicht in der Lage ist, die einfachsten Fragen, die jeder Wissenschaftler im Schlaf beantworten kann, zu beantworten, und daher für Lann Hornscheidt die entsprechende Denkarbeit leisten und die folgenden Fragen beantworten:

  1. Welche Erkenntnis hat die Forschung von Lann Hornscheidt bislang erbracht?
  2. Welcher Nutzen geht von dieser Erkenntnis aus?
  3. Wem entsteht dieser Nutzen?
  4. Welche empirischen Erkenntnisse hat die Forschung von Lann Hornscheidt erbracht?
  5. Wozu ist es wichtig, diese empirischen Erkenntnisse zu haben?
  6. Wo verläuft die Grenze zwischen dem, was Lann Hornscheidt erzählt und Indoktrination?
  7. Welche Kenntnisse haben Studenten von Lann Hornscheidt, die sie vor ihrem Studium nicht bereits hatten?
  8. Welche Belege für den Nutzen dessen, was Lann Hornscheidt erzählt, gibt es?
  9. Welche Belege für den Schaden dessen, was Lann Hornscheidt erzählt, gibt es?
  10. In welchem Verhältnis stehen Nutzen und Schaden dessen, was Lann Hornscheidt erzählt, zueinander?
  11. Welches Erkenntnisinteresse hat Lann Hornscheidt?
  12. Welche Methoden der Erkenntnisgewinnung nutzt Lann Hornscheidt?
  13. Wie wird sichergestellt, dass vermeintliche Erkenntnisse von Lann Hornscheidt nachprüfbar sind und von anderen nachvollzogen werden können?
  14. Gibt es ein theoretisches Konzept, das Lann Hornscheidt nutzt?
    1. Wenn ja, auf welcher empirischen Basis steht dieses Konzept?
    2. Wenn ja, wie hat sich dieses Konzept in der Empirie bewährt?
  15. Was hat Lann Hornscheidt an der Humboldt-Universität zu suchen?
  16. Welchen konkreten Nutzen hat Lann Hornscheidt der Wissenschaft gebracht?
  17. Welchen konkreten Schaden hat Lann Hornscheidt der Wissenschaft zugefügt?
  18. Wie rechtfertigt Lann Hornscheidt ihre/seine Finanzierung durch Steuerzahler?
  19. Welcher Nutzen entsteht Steuerzahlern dadurch, dass sie Lann Hornscheidt finanzieren?

Auf die Antworten sind wir jetzt schon gespannt, und es sollte für die „SOLIMOLIs“ ja kein Problem darstellen, die Antworten zu geben, sie wollen ja sicherlich nicht wie kleine Kinder dastehen, die hinter ihrem gewählten Idol herrennen, ohne zu wissen warum.

Berlin, BücherverbrennungUnd natürlich interessiert es uns brennend zu erfahren, wie die „SOLIMOLIs“ dazu stehen, dass Lann Hornscheidt zu Straftaten aufruft, also dazu, Speisekarten zu zerstören, Bücher zu zerstören, Veranstaltungen an Universitäten (nicht die eigenen) zu stören, Läden, die ideologisch nicht passen, zu boykottieren usw. Und wenn Sie sich dazu eine Ansicht gebildet haben, die „SOLIMOLIs“, dann wäre es abschließend noch interessant zu wissen, was den Aufruf, Bücher mit falschem Inhalt zu zerstören, Läden falscher Inhaber zu boykottieren und Veranstaltungen falscher Dozenten an Universitäten zu stören, von den Aktion der SA und SS im Dritten Reich unterscheidet, die – besonders an Berliner Universitäten – Lehrveranstaltungen jüdischer Professoren verunmöglicht haben, die Deutsche dazu aufgerufen haben, nicht bei Juden zu kaufen und Bücher mit undeutschem Inhalt verbrannt haben.

Wenn die SOLIMOLIs dann zu dem Schluss gekommen sind, zu dem man kommen muss, dass sich zwischen den entsprechenden Aufrufen und den Taten der SA/SS intellektuell kein Unterschied finden lässt und daraus den logischen Schluss gezogen haben, dass sie im Begriff sind, sich als Faschisten zu verdingen, dann fangen sie vielleicht zu guter Letzt doch noch an zu denken – eigenständig zu denken – und wer weiß, am Ende werden sie noch erwachsen … und vielleicht sogar Wissenschaftlicher?