Wissenschaftler wollt Ihr sein? Eine pseudo-wissenschaftliche Wortorgie über die AfD

“Türöffner nach Rechts: Die Alternative für Deutschland”, so ist ein Beitrag in “Gegenblende”, dem selbst ernannten Debattenmagazin des DGB, in dem bislang keine einzige Debatte stattgefunden hat, überschrieben. Geschrieben haben den Beitrag Prof. Dr. Samuel Salzborn und Dr. Alexandra Kurth, die beide für sich in Anspruch nehmen, Politikwissenschaftler zu sein. Warum? Weil sie u.a. Politikwissenschaft studiert haben, eine Position an einer Universität einnehmen und behaupten, politikwissenschaftliche Arbeitsschwerpunkte zu haben.

Gegenblende“Türöffner nach Rechts” gehört in die Kategorie von Texten, die man wohl besser als “Türöffner in den Wahnsinn” bezeichnen würde, denn er hat keinen konkreten Gehalt, ist in Teilen primitiv, arbeitet mit derogativen Adjektiven anstelle von Argumenten, offenbart ein Verständnis von Wissenschaft, das einem das kalte Grausen über den Rücken jagt, ist, mit anderen Worten, ein Pamphlet, das mit Sicherheit nicht von Wissenschaftlern geschrieben wurde.

Stammleser von ScienceFiles wissen: Wir vertreten eine klare Auffassung davon, was Wissenschaft ist und wer sich als Wissenschaftler qualifiziert. Ein Wissenschaftler wird man demnach nicht, weil man studiert hat oder auf eine Position gesetzt wurde. Wissenschaft und Wissenschaftler zeichnen sich durch wissenschaftliche Methoden und vor allem den Versuch aus, nachprüfbare Erkenntnisse zu einem Erkenntnisgegenstand zu produzieren.

Salzborn und Kurth sind nach dieser Definition keine Wissenschaftler, schon deshalb nicht, weil sie sich als Verlautbarungswissenschaftler darstellen, wie wir nun zeigen werden.

Der Beitrag auf “Gegenblende” hat die AfD zum Gegenstand (übrigens ein ziemlich einfallsloser Name für ein “Debattenmagazin”, zumal eine Gegenblende letztlich nichts anderes kann, als das zurückzugeben, was auf sie gerichtet wird. Aber vielleicht sind Gewerkschaftler ja gar nich zu eigenen Ansichten fähig, sondern nur dazu, auf anderer Menschen Ansicht zu reagieren, und dann wäre Gegenblende ja korrekt).

Die AfD, so wird uns mitgeteilt, ist gerade in das Europaparlament eingezogen, mit sieben Sitzen und 7,1% der gültigen Stimmen. Aber es sei fraglich, ob die AfD deshalb als etablierte Partei anzusehen sei. Es ist genau einen Satz lang fraglich, denn im Gegensatz zu ihren “Vorgängern”, so schreiben Kurth/Salzborn, verfüge die AfD über “deutlich mehr Finanzmittel”. Der Hinweis auf die größeren Finanzmittel der AfD im Vergleich zu ihren “Vorgängern”, macht nur dann Sinn, wenn gezeigt werden soll, dass die AfD sich im Gegensatz zu ihren “Vorgängern” etabliert hat, was im direkten Widerspruch zur von Salzborn und Kurth proklamierten Fraglichkeit derselben steht. Aber: Beide wollen in ihrem gegengeblendeten Beitrag zeigen, dass das Programm der AfD Widersprüche aufweist, und deshalb wollen sie der AfD in Punkto Widerspruch wohl nicht nachstehen.

Es ist an der Zeit, ein paar Adjektive fallen zu lassen: antisozial, gewerkschaftsfeindlich und antifeministisch, das sind die drei größten Sünden, die man nach Ansicht von Salzborn und Kurth heutzutage begehen kann (aber die drei größten Lobe in den Augen anderer), und die AfD begeht sie alle, und macht nicht einmal Anstalten, sich in einem gewerkschaftlichen Beichtstuhl einzufinden!

Die AfD, so behaupten die Salborn Kurths, gebe sich ideologiefrei, behaupte, Sachverstand, nicht Ideologie treibe die Partei. Das, so lachen die Autoren, sei doch Unsinn, denn bereits der “neoliberale Wirtschaftswissenschaftler” und “fromme evangelisch-reformierte Christ” Bernd Lucke belege das Gegenteil, und das Gegenteil zeige sich auch in den “marktradikalen”, “staatsfeindlichen”, “antiegalitären” und “antisozialen” Prämissen der AfD. Man hätte an dieser Stelle gerne noch ein paar mehr Adjektive gehabt, aber scheinbar ist das Kurth/Salzbornsche Feindbild eher beschränkt.

Wissen die beiden angeblichen Politikwissenschaftler eigenlich, was sie schreiben? Etwa dann, wenn sie Sachverstand und Ideologie in eine diametrale Stellung zueinander bringen? Nicht dass wir hier anderer Ansicht wären. Wir schreiben seit Jahren, dass man entweder Ideologe oder sachverständig, aber nicht beides sein kann. Und nun sagen zwei studierte und lehrende Politikwissenschaftler, dass Politik mit Sachverstand nicht möglich sei, sondern nur mit Ideologie. Und um ihre Ansicht zu belegen, werfen sie ihre eigene Ideologie geradezu vor die Füße der Leser. Man hat richtig den Eindruck, einem ideologischen Keuchhusten beizuwohnen, der in regelmäßigen Abständen “antisozial”, “staatsfeindlich”, “antiegalitär” und “marktradikal” hervorwürgt.

Alle vier Adjektive haben eines gemeinsam: Sie stellen eine Bewertung dar. Wie die Dinge nun einmal so liegen, sind alle vier Bewertungen Bewertungen die Salzborn-Kurthschen Ursprungs sind und somit ihre Bewertungen, die absolut nichts über die AfD aussagen. Sie sagen aus, was Kurth/Salzborn von der AfD denken, wie sie sie bewerten, und dabei bleibt es auch, denn die vermeintlichen Wissenschaftler können ihren Adjektiv-Keuchhusten mit keinerlei Belegen verbinden.

Adam Smith WealthWie heftiges Husten in der Regel ein Indiz für eine Erkrankung darstellt, so stellt der häufige Gebrauch von wertenden Adjektiven in derogativer und nicht-belegter Weise ein Indiz dafür dar, dass sich jemand im Zustand ideologischer Trance befindet, ein Zustand, der vielleicht durch eine zu große Distanz zwischen Denken und Realität, vielleicht durch neuronale Missfunktionen ausgelöst wird, wie auch immer, er führt dazu, dass sich die ideologisch Benebelten regelmäßig in ideologische Extase schreiben:

Eine Kosteprobe: “Zugleich will die AfD, ganz in der Tradition von Adam Smith, Gewinne privatisieren und Risiken und Verluste verstaatlichen und so vordergründig den “kleinen Mann” entlasten”

Erste Reaktion: Lachen.
Zweite Reaktion: lauteres Lachen.
Dritte Reaktion: Tränen aus den Augen wischen.
Vierte Reaktion: “Die wollen an der Universität sein?”

Besagter Adam Smith, dessen Hauptwerke den Titel “An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations” und “Theory of Moral Sentiments” tragen, hat im 18. Jahrhundert gelebt, und mithin in einem Jahrhundert, indem sich Fragen nach der Verstaatlichung von Verlusten durch Bankenrettung nicht gestellt haben. Wenn Banken zahlungsunfähig waren, dann gingen sie Bankrott. Ein Wohlfahrtsstaat war nämlich zu Adam Smith Zeiten, der viel Papier dafür benutzt hat, die Vorteile von “sympathy” im ökonomischen Handeln, also von Empathie darzustellen, gänzlich unbekannt, bekannt war dagegen Mildtätigkeit. Und es wird Kurth/Salzborn überraschen, aber Einkommenssteuer war zu Adam Smiths Zeiten ebenso unbekannt wie Lohnsteuer. Ganz offensichtlich haben Salzborn und Kurth nicht einmal den Hauch einer Idee, wer Adam Smith ist, wann er gelebt hat, was er geschrieben hat und wozu er geschrieben hat, und man kann sich nur wiederholen: Die wollen an der Universität sein?

Aber es kommt noch besser: Unter der Überschrift “Antiparlamentarischer Nationalgallismus” gibt es Folgendes zu lesen:

“Zugleich kokettiert die Ideologie des wirtschaftswissenschaftlichen Expertentums, das sich auf vermeintlich neutralen Sachverstand stützt, auch mit der weberianischen Idee der gelenkten und gesteuerten Demokratie, in der vermeintlich neutrale Experten Entscheidungen treffen – und nicht Mehrheiten”.

Gemeint ist hier Max Weber, der den Begriff der plebiszitären Demokratie geprägt hat, und zwar im Zuge seiner (Mit-)Arbeit an der Weimarer Verfassung, die in ihrer Liberalität die Bonner Verfassung weit in den Schatten stellt. Die Idee der Herrschaft des Sachverstands stammt dagegen von Plato, der sie als Herrschaft der Philosophen ausgeführt hat. Abermals weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll, ob der völligen Ahnungslosigkeit dieser Positionsinhaber, die an Universitäten auf Studenten losgelassen werden.

Aber ganz so ahnungslos sind sie gar nicht. Es gibt etwas, wovon sie Ahnung haben, von Gender Mainstreaming haben sie Ahnung, oder besser: Sie kennen die einschlägigen Schriften zu Gender Mainstreaming, die das Bundesministerium für FSFJ veröffentlicht hat. Und daraus zitieren die Autoren ausgiebige 17 Zeilen ihres 115 Zeilen langen Beitrags. Man ist fast gewillt, Ihnen auf die Schultern zu klopfen und Fleisskärtchen zu verteilen, aber halt nur fast, denn wieder merken Salzborn-Kurth nicht, was sie schreiben.

So ist bei der AfD ganz furchtbar und antifeministisch, dass sie die “Gleichberechtigung der Geschlechter unter Anerkennung ihrer unterschiedlichen Identitäten, sozialen Rollen- und Lebenssituationen” fordert. Das, so merken wir uns, ist antifeministisch.

Jaspers WeberIm Einklang mit der Lehre, mit Gendermainstreaming ist, was das Bundesministerium für FSFJ schreibt, so teilen Kurth Salzborn ihren Lesern mit, also: dass “bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interesse von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig” berücksichtigt werden sollen. Denn: “das Leitprinzip der Geschlechtergerechtigkeit verpflichtet die politischen Akteure, bei allen Vorhaben die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse von Frauen und Männern zu analysieren und ihre Entscheidungen so zu gestalten, dass sie zur Förderung einer tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter beitragen”.

Sehen Sie den Unterschied zwischen den “unterschiedlichen Identitäten, sozialen Rollen und Lebenssituationen” die die AfD Männern und Frauen attestiert und den “unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern”, den “unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen von Frauen und Männern”, die Kurth/Salzborn im Auftrag des BMFSFJ favorisieren?

Wir auch nicht. Beide teilen eine Großzügigkeit, die Menschen Interessen, Bedürfnisse und Rollen zugesteht und beide sind der Ansicht, dass sich Männer und Frauen grundlegend unterscheiden, teilen somit einen entsprechenden Essentialismus und Sexismus. Offensichtlich ist die ideologische Extase, in die sich Kurth/Salzborn geschrieben haben, so umfassend gewesen, dass nichts von der Realität übrig geblieben ist und so endet ihr Beitrag, wie er begonnen hat, mit einem Widerspruch.

Was Personen wie Kurth und Salzborn an Universitäten zu suchen haben, ist uns ein Rätsel, und derzeit sind wir uns auch nicht sicher, ob sie besser im Betreuten Wohnen oder im Vorstand des DGB aufgehoben sind, in jedem Fall gehören sie nicht an eine Universität, schon weil ihnen wissenschaftliches Arbeiten ebenso fremd ist, wie die Werke von Adam Smith und Max Weber .

Letztere kennt übrigens Karl Jaspers aus dem FF und aus seiner Biographie Max Webers wollen wir zwei kurze Zitate entnehmen, die gerade sehr gut passen, und anschließend können Kurth/Salzborn dann zumindest von sich sagen, dass sie zwei Zitate von Jaspers über Weber kennen:

“Die Vernunft der politischen Denkungsart verlangt Erkenntnis. Diese rein und redlich zu vollziehen ist Bedingung der Klarheit des politischen Willens” (Jaspers, 1988: 120).

Mit anderen Worten: Politik kann gerade nicht auf Ideologie beruhen. Sie muss auf Sachverstand, Faktenkenntnis, also auf dem beruhen, was Wissenschaftler in der Vergangenheit gewöhnlich bereit stellen,

“Welche Ziele auch immer in der Politik ergriffen werden, die Politik selber gründet sich, wenn sie groß und ernst ist, jederzeit auf Verantwortung” (Jaspers, 1988: 121).

Aber nicht nur Politiker tragen eigentlich Verantwortung, auch Wissenschaftler tun dies. Wer verantwortungslos schreibt, das Ziel, seine Leser mit Falschheit und Bewertung zu manipulieren verfolgt, das Ziel, seine Leser mit Informationen zu eigener Bewertung fähig zu machen, dagegen nicht, kann entsprechend kein Wissenschaftler sein, bestenfalls ein verantwortungsloser Ideologe und für den weder in Politik noch in Wissenschaft ein Platz ist, aber vielleicht im Betreuten Wohnen.

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15 Responses to Wissenschaftler wollt Ihr sein? Eine pseudo-wissenschaftliche Wortorgie über die AfD

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Wissenschaftler wollt Ihr sein? Eine pseudo-wissenschaftliche Wortorgie über die AfD | netzlesen.de

  2. Dogro says:

    Oh je, das lässt wirklich staunen: Es war sicher nicht Max Weber, der die Idee einer expertengesteuerten Entscheidungsfindung vertrat, in seinem dezisionistischen Modell sind es Fakten und Normen, die zu Entscheidungen führen und in dem letztendlich die politischen Normen dominieren, was diesem Modell gerade die Kritik eines möglicherweise mangelnden Sachverstandes bei politischen Entscheidungen einbrachte. Das, was die Autoren an der Stelle meinen, ist wohl eher die Technokratie, die aber nicht Weber, sondern Schelsky beschrieben hat mit einer Abschaffung (oder Überwindung, je nach Lesart) der Politik durch wissenschaftliche Sachzwänge. Es ist erstaunlich, dass ein Professor, der beansprucht, sich mit politischer Theorie auszukennen, hier so einen falschen Quark schreibt, von der Passage über Adam Smith ganz zu schweigen….

  3. Striesen says:

    Ich habe mir die Kommentare zum Pamphlet angeschaut. Die Antwort der Gegenblende auf die Userin Maria belegt, dass der Spruch “Wie der Herr, so’s Gescherr” auch umgekehrt gilt. Welch ein Auswurf an Intellekt, mit adäquatem Ausdruck und passender Rechtschreibung:

    GEGENBLENDE schrieb am 22. Juli 2014 um 13:39 Uhr:
    Werte Leserin Maria,
    nur zum Verständnis – genau um diesen “besserwisserischen” Anspruch, den sie bezüglich Volksabstimmungen reklamieren, dreht sich die Kritik des Artikels an der AfD. Wenn sie den ZDF-Politbarometer und andere repräsentative Umfragen verfolgen würden, hätten sie Antworten auf ihre Behauptungen, unzwar hätten wir auch mit Volksabstimmungen den EURO, den Einfluss der EU und die Einwanderung. Was laut Umfragen bestimmt nicht wäre, sind Bundeswehreinsätze am Ende der Welt.

  4. lernender says:

    “Die ideologische Grundposition der AfD ist nicht nur neoliberal, sondern inkorporiert zugleich auch Elemente des Konservatismus, denn ihrem Marktradikalismus entspricht kein politischer Liberalismus. Während die Freiheit der Wirtschaft und die Freiheit zur Realisierung von Unternehmensprofiten radikal eingefordert wird (gepaart mit verschwörungstheoretischen Zügen gegen Banken und Staaten), soll die Freiheit des Individuums extrem eingeschränkt werden – dies zeigt sich beim Thema Migration ebenso wie bei der Ablehnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften verbunden mit der Glorifizierung der traditionellen Familie. Meinungsfreiheit wird von der AfD nur für den eigenen politischen Kampf eingefordert. So erging es zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, die von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch machten, und sogleich von Hans-Olaf Henkel mit hahnebüchenen RAF-Anspielungen diffamiert wurden.”

    haha..haben das tatsächlich Polititkwissenschaftler geschrieben oder Einpeitscher im Dienste der MVM – Massenverblödungsmedien?

    Das schärfste “Glorifizierung der Familie” – nun eine Familie, bestenfalls Mann/ Frau und Sohn/Tochter ist die unabdingbare Voraussetzung für den Fortbestand des Staates in Bezug auf Population und damit die Chance, alles gegenfinanzieren zu können (Steuereinnahmen)

    Wir erleben doch alle eine mehr als schizophrene Diskussion aller Parteien, die propagieren, es fhelen “Fachkräfte” hier und da , deswegen, vermutlich weil die Biodeutschen zu bequem sind, Kinder zu zeugen – ist die einzige Konsequenz, den Zuzug von Auswanderungswilligen zu fördern.

    Nach dem Urteil des EUGH`s – ein Zuzug mangels Sprachkenntnisse ist nicht gesetzeskonform, denn die – jetzt wird es wieder lustig – widerspricht der Auffassung, dass die zugezogene Familie, die Familenzusammenführung ein weniger höheres Gut ist, als die Integration.

    Im Goethe-Institut entsprechender Länder haben sich natürlich viele von den Deutschkursen abgemeldet. Nicht mehr notwendig.

    Ja, wer oder was “glorifiziert” die Familie – und wann und für wen gilt diese “Glorifizierung” als ein Makel der ewigen Gestrigkeit und für welche ethnische Gruppe als ein hohes Gut der Integration?

  5. Orwell says:

    Chapeau!

    Ich liebes dieses Blog. Mehr gibts dazu nicht zu sagen.

  6. aus dem Schwarm says:

    Super Artikel, was sagt uns das?
    Ihr “Wissenschaftlergemeinde” müsst dafür sorgen, das die “Wissenschaft” sauber bleibt. “Auftragspropaganda” ein wissenschaftliches Deckmäntelchen zu geben, die “Wissenschaftler gehören ausgemacht!
    Sie zerstören damit alles. Wissenschaft vielleicht nur nach Koaltion in Berlin?
    Wir Laien können das weniger ausmachen und bewerten, da uns die wissenschaftl. Basiskenntnisse in der Regel fehlen.
    Haltet den Stall sauber. Recht so.

  7. A. Behrens says:

    In der Fotografie wird eine Blende benutzt, um die einfallende Lichtmenge zu reduzieren. Will man in die Sonne hinein fotografieren (und genau dann braucht es eine Gegenlicht-Blende), muss man die Blende so stark verkleinern, dass praktisch kein Licht mehr durchkommt.

    Eine Blende hat weitere nette Effekte:

    – Sie stellt das Bild auf den Kopf (1)
    – Aufgrund chromatischer Aberration werden Farben verfälscht (2)
    – Aufgrund von Beugungseffekten bei Airy-Effekt wird die Abbildung unscharf. Und zwar vor allem bei Gegenlicht (3)

    Der Name “Gegenblende” ist also keinesfalls ungeschickt, sondern ganz im Gegenteil: Der Name ist Programm.

    (1) http://de.wikipedia.org/wiki/Camera_obscura
    (2) http://de.wikipedia.org/wiki/Chromatische_Aberration
    (3) http://de.wikipedia.org/wiki/Beugungsscheibchen

  8. lernender says:

    http://www.hs-merseburg.de/aktuelles/news-details/berufsbegleitender-master-sexologie-startet-im-herbst-2014/b85ba2f30b077b5f703b4d0bc812adaa/

    “Das Recht auf Wissen rund um die Sexualität erfordert gut ausgebildete Sexologinnen und Sexologen, welche persönlichen sowie medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen kompetent begegnen. In der heutigen Zeit suchen Menschen zunehmend professionelle Begleitung und Beratung für die individuelle Entfaltung und Gestaltung ihrer Sexualität.”

    🙂

  9. PasserBy says:

    In den Kommentaren zumindest versucht sich Salzborn mittels Quellenangaben gegen den Vorwurf, dass seine Smith-/Weber-Rezeption grenzwertig sei, zu verteidigen. Habe leider keine Zeit, genauer zu überprüfen, was sich an diesen Stellen befindet, mit dem er meinte seine Position stützen zu können. Smith: Buch 4, Kap. 2 i.V.m. Buch 5, Kap. 1, Teil 3 in Wealth of Nations. Weber: “Theorie der plebiszitären Führerdemokratie: Max Weber” in M.G. Schmidts “Demokratietheorien”.

    • Und in den Kommentaren bekommt er Zunder…. Was Max Weber angeht, so empfehle ich jedem die Lektüre des Abschnitts in Schmidts Buch, z.B. die Teile in denen Schmidt die Argumente nachzeichnet, mit denen Weber darauf bestanden hat, dass der Fährer, in seinem Fall der Reichspräsident, in einer Demokratie DIREKT von den Wählern gewählt werden muss. Ab Seite 165…
      Vielleicht sollte Herr Salzborn noch einmal nachlesen, dieses Mal genau.

      • PasserBy says:

        Gerade den Abschnitt nachgelesen. Schmidt zeichnet nicht nur ein viel vielschichtigeres Bild von Webers Position, es findet sich dort auch kein Hinweis auf eine Regierung vorgeblich “neutraler” Experten (das ist ja der Aufhänger für Salzborn um den Bogen zu Lucke zu schlagen). Meinem Gefühl nach würde Weber die wohl eher im Beamtenapparat sehen, zu dem er ja ein explizites Gegengewicht aufbauen will.

  10. zrwd says:

    nachdem ich die Habilitationschrift Salzborns durchgearbeitet habe, wundere ich mich nur noch über die Vergabe von Habilitationen und Professuren. Während hochgebildete Informatiker und Mathematiker leer ausgehen, erhalten Leute mit Schriften, welche zwar einige (von vielen ignorierten) Aspekte korrekt und auch ansprechend darstellen, jedoch weit davon entfernt sind, Empirie und Literatur vollständig aufgearbeitet zu haben und noch viel weiter davon entfernt sind, ein Unikat abgeliefert zu haben, die Habilitation und postwendend die Professur.

    Salzborn hat eine politische Agenda (links) und ist nicht fähig, seine ‘wissenschaftlichen’ Arbeiten davon freizuhalten. Max Weber meinte einmal sinngmäss: Politik hat auf der Kanzel nichts zu suchen. Das meine ich auch und meine ferner, das er dem Judentum mit seiner selektiven Wahrnehmung nichts gutes tut. Wer Edemund Silberner, Samuel Igra, Lothar Machtan usw. usf. nicht kennen will, weil deren empirisch begründete Analysen der eigenen linken Agenda widersprechen, der hat auf der Uni nichts zu suchen.

    Und was die AfD betrifft, so ist ihre Position in Sachen Krim/Ukraine ebenso indiskutabel wie die Unfähigkeit sich klar auf die Seite der einzigen demokratischen und emanzipatorischen Nation im nahen Osten, also Israel, zu stellen. Zusammengefasst handelt es sich um eine Unfähigkeit sich klar auf die Seite der Moderne und damit des Westens zu stellen, und sich somit deutlich von anti-westlichen, anti-modernen und anti-semitischen Kräften abzugrenzen. Der Messias der AfD, Lucke, ist ein dogmatischer religiöser Eiferer, also so ein Art christlicher Haredim, der ebenfalls nicht ernst zu nehmen ist.

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