Anti-Genderismus: Ein Gespenst geht um in Europa

Kritische Uni KasselEin Gespenst geht um in Europa, nein, nicht in Europa, in Deutschland, genauer in Kassel, an der „Kritischen Uni Kassel“. Aber: An der Kritischen Uni Kassel wird reagiert, gegen das Gespenst Stellung bezogen, und zwar mit einer Solidaritätsbekundung, die „angefeindeten“ Wissenschaftlern, nein falsch: „angefeindeten Wissenschaftler*innen“ gilt: Ehrlichen und wackeren, aufrechten und innovativen, guten und fähigen Wissenschaftlern (wir haben die Adjektive, die die Kritischen aus Kassel sich nicht auszusprechend trauen, ausgesprochen), deren Arbeit

„… in der Reihe eines kritischen Verständnisses von Wissenschaft [steht]. Sie nehmen kritische Distanz zu der Alltagsgewissheit einer vermeintlichen Normalität des heterosexuellen Begehrens und geschlechtlicher Zuschreibungen ein…“.

Was hier so wortreich in Kauderwelsch gepackt wird, der den Feigen als Schutz vor ihren eigenen Absichten dient, die sie sich auszusprechen nicht trauen, ist Folgendes:

Pirincci

Akif Pirincci hat es hier für seine Verhältnisse vornehm und seriös auf den Punkt gebracht, worin die „kritische Distanz zur Normalität des heterosexuellen Begehrens“ besteht, darin, Analverkehr in Schulen zu lehren – unter anderem. Das nämlich fordert Elisabeth Tuider, die Kasseler Professorin, deren Namen niemand mehr in den Mund nehmen mag, mit der sich kein noch so großer Solidaritätsbekunder in zu enger namentlicher Nähe sehen lassen will. Entsprechend bleibt sie ungenannt, auch in jener Solidaritätsadresse, mit der eine vorgeblich „Kritische Uni Kassel“ dafür wirbt, doch solidarisch zu sein. Solidarisch womit ist nicht ganz klar, solidarisch wogegen, dagegen schon: Gegen den Anti-Genderismus.

Caspar the friendly ghostDer Anti-Genderismus, für alle, die es nocht nicht wissen, ist eine „Bewegung“, eine „Anti-Genderismus-Bewegung“, die offensichtlich die Genderisten das Fürchten lehrt. Die Anti-Genderismus-Bewegung ist jenes Gespenst, von dem Eingangs die Rede war, jenes Gespenst, das in den Geistern der ins Bockshorn Gejagten die mannigfaltigsten Alp-Formen annimmt, die alle eines gemeinsam haben: Sie fragen nach der Berechtigung des Genderismus, der, wie man der Solidaritätsadresse aus dem kritischen Teil der Universität Kassel entnehmen kann, mit dem Feminismus deckungsgleich ist.

Dieser Anti-Genderismus macht nach Ansicht der angeblich kritischen Kasseler Stimmung, und zwar mit „Vehemenz“. Er „tituliert“ und „verbrämt“, er „diffamiert“ und „hetzt“, er findet vornehmlich in „sozialen (!sic) Medien“ statt, und „schmäht“ in „schockierendem Ausmaß“. Das alles schreiben die Kasseler Kritischen auf einem Blog, mithin einem sozialen Medium, und sie schreiben es, um den Anti-Genderismus, das Gespenst, das sie nicht loswerden, zu schmähen, zu diffamieren, dagegen zu hetzen.

Ja, soweit sind wir mittlerweile gekommen, soweit, dass angebliche Wissenschaftler, nein angehende Wissenschaftler, die sich schon jetzt als kritische Wissenschaftler ausgeben, eine Solidaritätsadresse voller derogativer Formulierungen packen, für die nicht ein einziger Beleg erbracht wird – in ganz und gar unkritischer Tradition.

Die Behauptungen stehen losgelöst im Raum und warten auf den Leichtgläubigen, der sie glaubt und solidarisch ist. Ebenso losgelöst stehen die unzähligen „*“ und Hochkommata im Raum, von denen man nicht so wirklich weiß, was sie sollen. Scheinbar sind sie eine Art Geheimsprache, die sich nur dem Sektenmitglied erschließt. Von Wissenschaftlern, auch von angehenden Wissenschaftlern, selbst von solchen, die über dieses Ausgangsstadium wahrscheinlich nie hinauskommen, hätte man erwartet, dass sie ihre Solidarität begründen, dass sie erklären und nicht mit der Inbrunst der eigenen Überzeugung, die natürlich wahr, wahrer als wahr und in jedem Fall unhinterfragbar ist, schwadronieren. Dass ausgerechnet „selbsternannte“ kritische Wissenschaftler eine derartige Solidaritätsbekundung verfasst haben, transformiert die Angelegenheit von lächerlich zu traurig.

worship with usWas das Solidaritäsgebettel jedoch völlig diskreditiert, ist der Duktus der Aufgeregtheit, der sich nur einzustellen vermag, wenn das Heiligtum eines Kults gefährdet ist, wenn es jemanden gibt, der die zugewiesene Heiligkeit des Fetisches in Frage stellt, jemand, der ein Sakrileg, eine Häresie begeht, etwas noch nicht Dagewesenes, etwas, das die eigene Existenz, die Existenz derjenigen, die seit Jahren und ohne dass sie sich rechtfertigen müssen, an deutschen Universitäten auf Kosten von Steuerzahlen ein sattes Dasein führen und sich die Zeit mit dem Sinnieren über Analverkehr und die Einrichtung eines Bordells vertreiben, in Frage stellt. In der Anthropologie nennt man das eine Tabu-Verletzung und dass angebliche kritische Wissenschaftler sich von einer Tabu-Verletzung gefährdet fühlen, dass sie besorgt darauf reagieren, wo sie doch selbst für Tabu-Verletzungen z.B. im Hinblick auf den Analverkehr 14jähriger stehen, ist doch sehr seltsam, nein: kindisch.

Und jetzt gibt es plötzlich Widerstand.
Jetzt gibt es plötzlich Wissenschaftler, die fragen nach der wissenschaftlichen Fundierung des Genderismus und damit nach seiner Berechtigung, an einer Universität betrieben zu werden.

Unerhört und entsprechend von Genderisten boykottiert.

Jetzt gibt es plötzlich Wissenschaftler, die untersuchen, was Genderisten nur behaupten, und dabei kommen sie zu Ergebnissen, die dem bisherigen Nutznießen, das Genderisten so gut betreiben, im Wege stehen.

Sie zeigen z.B., dass es kein Gender Pay Gap gibt, so wenig wie es eine Gläserne Decke gibt. Sie zeigen, dass Genderismus erhebliche Folgen für das gesellschaftliche Miteinander hat, das gesellschaftliche Klima vergiftet und eine Vielzahl von Opfern zurücklässt.

Auf ein derartiges wissenschaftliches Hinterfragen der Grundlagen des Genderismus reagieren die angeblich so kritischen Genderisten aufgeregt. Wie ein Hühnerhaufen laufen sie durcheinander. Fast, dass man seinen Spass daran hätte, wären es nicht Lehrstuhlbesetzer und sonstige Insassen von Hochschulen, die hier zetern und Behauptungen aufstellen und unterschreiben, die jeden wirklichen Wissenschaftler vor Scham im Boden versinken lassen:

„Beispielsweise werden die empirisch auffindbaren Einkommensunterschiede zwischen Frauen* und Männern* geleugnet, die Benachteiligungen von Frauen* abgestritten und im Gegenteil in Benachteiligungen von Männern* gewendet, die Gleichstellung als Männerhass interpretiert, Verunreinigungen der Sozialwissenschaften im deutschsprachigen Raum konstatiert und vielfältige Lebensweisen und Sexualitäten offen diskriminiert. Das Ausmaß und die Vehemenz der diskriminierenden, homofeindlichen und rassistischen Äußerungen sind nicht nur erschreckend, sondern ein offener Angriff auf die Menschenwürde.“

AnonymityNiemand leugnet Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen, jedenfalls niemand, der mit zwei Beinen in der Realität steht. Die Behauptung ist somit falsch. Die Benachteiligung von Frauen wird dagegen in der Tat und wissenschaftlich begründet bestritten, ja als Lüge zwecks rent seeking entlarvt. Benachteiligung ist eine aktive Zurücksetzung von Frauen gegenüber Männern. Bislang ist es den Genderisten noch nicht gelungen, ein systematische Benachteiligung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts zu belegen. Die Behauptung mag Genderisten zweckdienlich sein, aber sie ist nicht fundiert. Und so geht es weiter in einem Klagelied, das man seinerseits nur beklagen kann. Denn offensichtlich verfügen die Autoren dieses Solidaritätsaufrufs, die sich bezeichnender Weise hinter dem Namen „Cäs Per“ verstecken, über keinerlei Belege, die ihre Aufgeregtheit und ihre Behauptungen zu stützen im Stande sind. Ein Gespenst geht eben um in Europa, und vor allem in Kassel.

Vermeintlich Kritische Wissenschaftler verstecken sich also hinter einem Pseudonym, das eher an Kasper als an Wissenschaftler erinnert, und diese anonymen Personen, rufen anonym zu einer Solidaritätsbekundung für nicht näher genannte, also anonyme Personen auf, die von genauso anonymen, weil ungenannt bleibenden Personen, angeblich diffamiert werden, wobei der Wortlaut der Diffamierung auch anonym ist. Kann man Wahnsinn eigentlich steigern? Wenn ja, wie? Z.B. dadurch, dass man diesen anonymen Firlefanz mit Namen unterschreibt und damit zu erkennen gibt, dass man prinzipiell mit etwas solidarisch ist, auch wenn man nicht weiß, was es ist?

Bleibt die Vehemenz. Sicher nimmt jemand, der bislang ein unbesorgtes und von Ressourcenknappheit ungetrübtes Leben geführt hat, eine gewisse Vehemenz wahr, wenn ihm abverlangt wird, er solle sein Dasein nunmehr begründen und zeigen, was dieses Dasein für die Gesellschaft an Positivem und Produktivem bringt. Ob es zur Abwehr dieser Aufforderung ausreicht, zu behaupten, man sei „diskriminierenden, homofeindlichen und rassistischen Äußerungen“ ausgesetzt [wo, so fragen wir, ist der Sexismus, wo die Berücksichtigung von Trans- und Intersexuellen, man darf doch wohl von Anhängern des Gender-Glaubens erwarten, dass sie ihr Glaubensbekenntnis fehlerfrei aufsagen können], bleibt abzuwarten. In jedem Fall kann festgestellt werden, dass der Katechismus des Genderismus immerhin auf Homosexuelle (als bessere Männer und Frauen?) erweitert wurde.

Besonders gut hat uns dieser Teil gefallen:

„So werden nicht nur Wissenschaftler*innen aus den Bereichen der kritischen Geschlechter- und Sexualwissenschaften diffamiert und bedroht, sondern auch Kampagnen über das Netz gestartet, die mit bemerkenswerten Verdrehungen von empirischen Forschungsergebnissen den Gender Studies an Universitäten ein Ende setzen wollen.“

– wird hier doch deutlich, worum es eigentlich geht, nicht um diese Frau Tuider, die niemand außer uns beim Namen zu nennen bereit ist. Nein, die Genderisten haben Angst. Sie haben Angst als die Blender erkannt zu werden, die sie nun einmal sind, als Behaupter ohne Begründung, als Forscher ohne Gegenstand, als Ausleber der eigenen Grillen, die manch andere als Perversion bezeichnen.

Um so wichtiger ist unsere Petition, die der öffentlichen Finanzierung von Genderismus an Schulen und Hochschulen ein Ende setzen will, um so wichtiger ist die Frankfurter Erklärung, die sich gegen Gleichstellung und Rent seeking durch Quoten richtet, fast ist man geneigt zu sagen, nie waren beide wichtiger als heute, heute, da die Genderisten vor Angst durch den Hühnerhof flattern und sich fragen, ob sie morgen noch einen Wirt finden, der sie finanziert.

Join the Anti-Genderism-Movement

Join the Anti-Genderism-Movement

Unsere Petition (nicht Kampagne) ist im Gegensatz zur Solidaritätsadresse begründet und hier zu finden, für alle, die den Unterschied zwischen Wissenschaft und Genderismus erkennen können. Außerdem stehen wir mit unserem Namen zu unserer Kritik, ganz im Gegensatz zu den angeblich so kritischen und doch anonymen Wissenschaftlern aus Kassel.

Bleibt abschließend anzufügen, dass wir nicht wissen, was dieser gesamte Firlefanz nun eigentlich soll. Wenn die angeblichen kritischen Wissenschaftler aus Kassel der Ansicht sind, Genderismus werde angefeindet, was wäre einfacher als Argumente dafür zu bringen, dass Genderismus als Wissenschaft eine Begründung hat und Erkenntnisse bringt, die nützlich sind? Nicht nur wir, sondern alle Mitglieder der heute gegründeten Anti-Genderismus-Bewegung sind außer Stande, den Nutzen, der von Genderismus ausgeht, auch nur ansatzweise zu erkennen. Was steht der entsprechenden Erhellung von uns Ungläubigen nur im Wege? Die Fragen, die an Genderisten gestellt werden und deren Beantwortung jeden Zweifel daran, dass Genderismus eine Wissenschaft ist und Sinnvolles produziert, beenden würde, liegen auf dem Tisch – bislang unbeantwortet. Deshalb hier noch einmal die Fragen, die Genderisten bislang nicht zu beantworten willens oder im Stande sind:

Brauchen wir Professuren für Genderforschung an deutschen Hochschulen?

Fragen zur wissenschaftlichen Fundierung von Genderismus.

Grundsätzliche Fragen zur Wissenschaftlichkeit von Genderismus.

Wenn es bereits eine verwerfliche Praxis darstellt, Fragen zu stellen, wenn Kritik als Verunglimpfung und Diffamierung dargestellt wird, dann hat sich die Wissenschaft in Deutschland und vor allem die kritische Wissenschaft bereits in die Fänge der Gender-Gläubigen begeben und der Idee von Wissenschaft abgeschworen, sie mit opportunistischem Gender-Glauben ersetzt. Und wie es mit der Menschenwürde vereinbar ist, zu versuchen, Kritiker mundtot zu machen, sie zu diffamieren und zu ächten, ist eine Frage, die die Kritischen Kasseler zusätzlich zu den oben zusammengestellten Fragen sicher gerne beantworten, schließlich wollen sie kritisch sein.

P.S.

Es wäre interessant zu erfahren, wie der Rektor der richtigen Universität Kassel zu der Aktion der kritischen Universität Kassel, die auf seinen Verantwortungsbereich zurückfällt,  steht, vor allem wie er die Anonymität von Aufrufen, die im Namen der „Kritischen Universität Kassel“, die man leicht mit der richtigen Universität Kassel verwechseln kann, sieht. Vielleicht fragt ihn jemand und berichtet uns die Antwort.

Über Michael Klein
... concerned with and about science

28 Responses to Anti-Genderismus: Ein Gespenst geht um in Europa

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Anti-Genderismus: Ein Gespenst geht um in Europa | netzlesen.de

  2. patzer sagt:

    Leider OT,aber Max Weber geht doch immer.(Ist sicher nicht unser Favorit,aber im Vergleich zu Heute….)
    http://www.ortneronline.at/?p=30797

  3. Anhand welcher Indizien haben Sie ausgeschlossen, auf eine Satire hereingefallen zu sein?

    Ich halte diese Seite für eine der neuen subtilen Satireseiten, denn Anleitung zur intellektuellen Selbsttötung wird doch niemand ernstlich liefern — oder?
    http://www.kritischeuni.de/?p=734#more-734

    Die Kritische Uni Kassel (KUK) hat sich im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreikes im Juni 2009 gegründet.

    „Nein, nein, ich esse meine Suppe nicht.“

    somit ein Gegenmodell zur derzeit herrschenden marktorientierten (Aus-)Bildung zu schaffen

    Das Gegenmodell wäre dann ein (Bildungs-)Aus?

    Die KUK hat es sich daher zum Ziel gesetzt gemeinsam mit anderen Teilen der Bildungsbewegung Einfluss auf politische Entscheidungen zu üben.

    Also sie üben noch. Wenn sie fertig sind mit üben werde ich entscheiden, ob ich das in die Satireschubslade schiebe.

    KuK Universität — und ich dachte, die Monarchie in Österreich und Ungarn sei Geschichte — wohl doch eine Satire subtiler Art.

    Vielleicht ist es auch nur ein Honeypot oder Fliegenfänger der Antigenderisten. Erspart er ihnen doch das mühsame Einsammeln der Namen oder Pseudonyme ihrer Gegner.

    Carsten

    Wahrheit, Recht und Frieden fallen in dieser Reihenfolge

  4. maxmalz sagt:

    Hat dies auf distinktion is fresh rebloggt und kommentierte:
    schaut es euch an. jemand bloggt über kassel? ja. aber auch aus guten gründen. mir war der artikel in der zeitung von prof. tuider auch suspekt, allerdings kenne ich die leute auch. es ist heftig, was für eine aufmerksamkeit produziert wird.. es wird zeit für eine diskussion, die auf der sachlichen ebene geführt wird.

  5. Pingback: Anti-Genderismus: Ein Gespenst geht um in Europa | rundertischdgf

  6. Ein hervorragender Beitrag, der vor allen die richtigen Fragen zu diesem Thema stellt. Scheinbar gibt es an jeden Hochschulen diese nutzlosen Gender-Institute. Wir brauchen uns nur mal diese „Vereine“ an einigen Hochschule anschauen, dann weiß man wie wenig wissenschaftlich die sind.
    http://rundertischdgf.wordpress.com/2014/09/02/anti-genderismus-ein-gespenst-geht-um-in-europa/

  7. Meier, Hans (Kempten) sagt:

    Genderismus ist das eine, die Verfestifgung von Strukturen das andere. Niemand weiß, wie überzeugt die vom Genderismus wirlklich sind, die dafür bezahlt werden, ihn zu verbreiten. (Es wird so sein wie mit jeder Staatsideologie: Es gibt fanatische Anhänger, es gibt opportunistische Mitläufer, unter diesen vielleicht sogar sehr skeptische, klar sehende Zyniker, die um des Geldes und ihrer Stellung willen wider besseres Wissen mitsingen.)

    DAS PROBLEM nun besteht darin, dass die Hauptverbreiter des Genderismus in Deutschland verbeamtet sind auf Lebenszeit und zugleich dafür bezahlt werden, genderistisch tätig zu sein. (Das schließt nicht aus, dass ausgerechnet einer von denen mal kritisch gegenzudenken beginnt – aber dazu gehört erhebliches Rückgrat, das von Opportunisten nicht unbedingt zu erwarten ist.)

    Letztlich verteidigen die nicht (nur) den Genderismus, sondern ihre gut dozierte Lebensstellung. Wer etwas gegen den Genderismus unternehmen will, musss deshalb das Prinzip der Professur auf Lebenszeit mit Verbeamtung in Frage stellen – und zwar auch für die bereits Verbeamteten.

    Andererseits würde die Abschaffung dieser Sicherheit dem Prinzip der Forschungsfreiheit womöglich noch mehr schaden als der Genderismus: Wissenschaft wäre dann endgültig erpressbar und manipulierbar geworden.

    Was also tun?

    Mein PC schägt mit „isolieren“ vor, wenn er Bedrohungen nicht löschen kann. Also: Widerlegen und v.a. die Prinzipien offenlegen, mit denen fachfremde Beeinflussungen aller möglichen Fächer versucht werden. Wenn der G. entzuaubert ist, wird er die gleiche Wirkung haben wie sie Wissenschaftler hatten, die z.B. Einsteins Relativitätstheorie nicht mit nachvollziehen wollten: es gab sie noch zuhauf, aber sie hatten immer weniger zu sagen.

    • @Hans Meier

      „Wer etwas gegen den Genderismus unternehmen will, musss deshalb das Prinzip der Professur auf Lebenszeit mit Verbeamtung in Frage stellen – und zwar auch für die bereits Verbeamteten.“

      Das sehe ich auch so, wobei ich allerdings dafür wäre, das Beamtentum als solches abzuschaffen, denn die Anreizstruktur, die dadurch gesetzt wird, ist fatal, oder anders gesagt: es wird einfach keine Anreizstruktur zu Leistung (oder auch nur zu konsequenter Erfüllung der Arbeitsaufgaben) gesetzt.

      Allerdings ist es ja auch derzeit so, dass niemand zur Verbeamtung gezwungen wird. Ich selbst habe mich bewusst nicht verbeamten lassen, obwohl ich durchaus auch den Druck verspürte, für die gleiche Arbeit ein höheres Gehalt einzustreichen, einfach dadurch, dass ich mich verbeamten lassen könnte, und dementsprechend tatsächlich gegen mein besseres Wissen den Weg zum Amtsarzt gefunden habe. Glücklicherweise war dessen Auftritt eine so dilettantische performance, dass er nur dazu geeignet war, mir einen Anlass dafür zu geben, klar zu formulieren, was ich von Anfang an nicht wirklich wollte: verbeamtet werden.

      Ich denke, dass die meisten Kollegen einfach nur das Mehr an Geld für die gleiche Arbeit und die Unkündbarkeit sehen und keinen Moment daran denken, was es bedeutet, weisungsgebunden zu sein – vielleicht denken, sie, dass sie ohnehin nie in die Lage kommen könnten, sich im Gegensatz zum politischen Willen wiederzufinden. Und ich denke, dass das eine äußerst naive Vorstellung ist, selbst für diejenigen, die derzeit völlig unkritisch und politisch korrekt sind. Schließlich veraltet kaum etwas so schnell wie der Zeitgeist …

      Dies gesagt bleibt, glaube ich, festzuhalten, dass es gerade für Wissenschaftler ein Widerspruch in sich ist, verbeamtet zu werden:

      Es ist nun einmal nicht möglich, zwei Herren zu dienen, die sich vorhersehbar mehr oder weniger im Konflikt miteinander befinden. Wissenschaft bedeutet die Verpflichtung auf die empirisch beobachtbare Realität (dazu gehört die menschliche Natur, so, wie sie nach unserem besten Wissen ist), während Staatstreue erfordert, diese Realität zu bestreiten oder sich zumindest von ihr zu entfernen, wenn die derzeit favorisierte politische Ideologie oder – im akuten Fall -. vermeintliche Sicherheitserwägungen, zu denen es auch gehört, die Bürger vom Wissen zu bestimmte Wahrheiten zu verschonen, es erfordern.

      Wer meint, dass der Konflikt nicht zumindest in milder Form dauerhaft aufträte, ist völlig auf dem Holzweg, denn die Institutionen, die eigentlich wissenschaftliche sein sollen, sind längst sozusagen hart an der Kandarre von Leutchen, die helfen sollen, den politischen Willen auch und gerade in diesen Institutionen durchzusetzen – man denke z.B. an Frauenbeauftragte, aber auch an Vorgaben an das wissenschaftliche Personal wie die, sich jetzt gefälligst Module zwecks Standardisierung der Lehre auszudenken.

      Mal sehen, wie lange es dauert, bis die Module im Zuge der so genannten Qualitätssicherung, die gewöhnlich auf die Qualität der politischen Ideologie und Standardisierung als solche, aber nicht die Qualität mit Bezug auf Bildung oder Wissenschaft abzielt, einer inhaltlichen Betrachtung und Überarbeitung durch irgendwelche Namenlosen in irgendwelchen Amtsstuben unterzogen und mit Auflagen versehen werden. Spätestens dann wird sich zeigen, wie viele Staatsdiener und wie viele Wissenschaftler es an deutschen Universitäten gibt.

      • Frank sagt:

        Auch Lebenszeitbeamte können aus dem Dienst entfernt werden, wenn sie schwere Dienstvergehen begehen. Ein Wissenschaftler ist verpflichtet, wissenschaftlich zu arbeiten. Genderisten verstoßen also eklatant gegen ihre Dienstpflicht.

        Allgemein würde ich aber das Beamtentum nicht antasten. Ohne Lebenszeitstatus hätten die Linken schon in den 70ern die gesamte Lehrerschaft ausgewechselt.

        • Die Betonung liegt auf „können ausgewechselt werden“, wenn es dem politischen Dienstherren so gefällt. Also eine reine Willkürregelung, die nichts wert ist.

          Ist die Weisungspflicht gegenüber Beamten, die dazu führt, dass die Linken heute die Lehrerschaft nicht auswechseln müssen, sondern einfach mit einem Curriculum zwangsverpflichten können, besser?

          • Frank sagt:

            Ein Curriculum müßte offengelegt werden. Schreibt man da die Sachen zu offen rein, kann dies Widerstand auslösen, wie wir in Baden-Württemberg sehen.

            Die Indoktrination wird daher heimlich betrieben. Man schreibt die linksideogischen Dinge nicht direkt hinein, sondern benutzt Wischi-Waschi-Lehrpläne, die nur vage Formulierungen enthalten, sorgt aber in der Lehrerausbildung dafür, daß die „richtigen“ die besten Noten bekommen.

            Mit den „Lehrplänen“ von heute solltet ihr euch auch mal beschäftigen.

    • kulissenschieber sagt:

      Welche Freiheit der Lehre???? den Art.5 GG Abs.3 ?????. Am 23.Nov.2013 hat der Prof. Dr.-Ing. Konstantin Meyl auf der AZk Konferenz gesagt : “ Eine freie Lehre gibt es nicht. Damit ist mein Referat gehalten“. Ausschlaggebend war wohl daß sein Dekan und sein Kanzler ihn aufgefordert hatten keine Vorlesungen mehr über Nicola Tesla zu halten. Aber wie will ich über den Drehstrommotor reden ohne Tesla zu erwähnen?? Gut. Zrück zum Genederismus. Laß der Jugend ihren lauf, denn sie hört von selber auf. Stimmt auch nicht denn diese Genderismus Hysterie hat ganz andere Hintermänner mit dunkelsten Absichten. Lese die Protokolle von Zion und Du wirst erahnen was abgeht.

      • max sagt:

        Ja, mit Teslas Errungenschaft könnten wir schon ganz woanders stehen. Wer ihn als Dozwnt verweigert, sollte seinen Job beenden, denn er gab der Menschheit etwas Großes.
        Wer aber den Gender Doktor erfindet, sollte sich schämen.

        • Martin sagt:

          Mit welcher „Errungenschaft Teslas“ könnten wir denn heutzutage ganz woanders stehen? Die Erfindungen, die funktionieren, wie die Energieübertragung durch Wechselstrom, sind doch längst vielfältig im Gebrauch.
          Die 1900 rum auftretenden Esospinnereien sind halt genau das.

      • rjb sagt:

        Neben der freien Lehre gibt es auch noch einen Anspruch der Studenten darauf, nach dem gegenwärtigen Srand der Wissenschaft unterrichtet zu werden. Zu diesem Stand gehören die Theorien des Herrn Meyl, der offenbar zumindest zeitweise faktisch ein Perpetuum Mobile entwickelt haben wollte, eher nicht. Und obzwar es sicherlich verkannte Genies gibt, ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, daß jemand, der sich mit Aplomb als ein solches darstellt, tatsächlich ein crackpot ist.
        Wie schneidet denn der Herr Meyl auf dem einschlägigen Index ab?
        http://math.ucr.edu/home/baez/crackpot.html

  8. Max sagt:

    Hier, und nicht nur hier, wird ernsthaft über ein Thema diskutiert, das soweit vom normalen menschlichen Sein entfernt ist, dass ich nur den Kopf schütteln kann. Jeder vernünftig denkende Mensch weiss, dass es Frauen und Männer gibt und noch ein paar unglückliche Mutationen, die sich niemand bewusst ausgesucht hat. Ich weiss nicht mehr, in welcher Welt leben wir eigentlich? Ich frage mich, wem nutzt der ganze Gender-Irrsinn?

  9. Pingback: Anti-Genderismus: Ein Gespenst geht um in Europa | Yin Yang - Welt

  10. lreithofer sagt:

    Ich denke am effektivsten bekämpft man den Gender Unsinn, in dem man ihm seine wissenschaftliche Daseinsberechtigung aberkennt. Ähnlich wie bei ProQuote, indem einzelne Personen auf einer Webseite öffentlich die wissenschaftliche Relevanz oder Daseinsberechtigung von Gender und dazugehörigen Personen aberkennen und nicht mehr als wissenschaftliche Methode berücksichtigen.
    Das Ganze verbunden mit einigen Presseerklärungen würde sehr viel Wirkung zeigen.

    Bei genügend Personen bleibt den Unis gar nichts anderes mehr übrig als den Unsinn einzustellen.
    Unsinnige Ideologien, die von 90 % der Wissenschaftler öffentlich nicht mehr akzeptiert oder ernst genommenen werden, haben selbst in diesem Biotop keine Überlebenschance mehr. So eine Webseite müsste aber außerhalb von Deutschland gehostet werden. Weil sie sofort über das bekannte Schema (siehe Feministen) attackiert werden würde.

    • Dennis M. sagt:

      „So eine Webseite müsste aber außerhalb von Deutschland gehostet werden. Weil sie sofort über das bekannte Schema (siehe Feministen) attackiert werden würde.“

      Genderismus und faschistisch agierende Feministen sind kein deutsches Phänomen. In England, den USA und Kanada, Schweden etc. hat dieser Irrsinn sogar noch bedrohlichere Ausmaße angenommen, als hier bei uns.

      • Genderismus und faschistisch agierende Feministen sind kein deutsches Phänomen. In England, den USA und Kanada, Schweden etc. hat dieser Irrsinn sogar noch bedrohlichere Ausmaße angenommen, als hier bei uns.

        Als Waliser und somit Brite kann ich das überhaupt nicht bestätigen. Ich würde behaupten, dass Feminismus im täglichen Leben in Südwales weitgehend unbekannt ist und diejenigen, die ihn vertreten wollen, als Spinner angesehen werden.

  11. pedrobergerac sagt:

    Das ist kein Gespenst. Dass ist endlich der neue Zeitgeist. Die Rückkehr der Vernunft.

  12. MartinP sagt:

    Ich sehe es auch so, dass Genderismus“forschung“ nur betrieben wird als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Da wollen Einige, Linke üblicherweise, einfach was ab haben vom Kuchen und sich fest einnisten. So ist das eigene Einkommen gesichert.

    Hey, gucken wir uns um: Es gibt Männchen und Weibchen. Beim Menschen und beim Rest der Natur. Da kommen Welche und sagen, dass sei das Ergebnis vom sozialen Handeln. Und manch eine(r) glaubt das auch noch??? Sind wir im Irrenhaus?

  13. Pingback: Anti-Genderismus: Ein Gespenst geht um in Europa | Die Kehrseite

  14. lernender sagt:

    “Beispielsweise werden die empirisch auffindbaren Einkommensunterschiede zwischen Frauen* und Männern* geleugnet, die Benachteiligungen von Frauen* abgestritten und im Gegenteil in Benachteiligungen von Männern* gewendet, die Gleichstellung als Männerhass interpretiert, Verunreinigungen der Sozialwissenschaften im deutschsprachigen Raum konstatiert und vielfältige Lebensweisen und Sexualitäten offen diskriminiert. Das Ausmaß und die Vehemenz der diskriminierenden, homofeindlichen und rassistischen Äußerungen sind nicht nur erschreckend, sondern ein offener Angriff auf die Menschenwürde.”

    Bodenlose Frechheit, völlige Verdrehung der Tatsachen, mutwillige Täuschung der Öffentlichkeit im Gewand eines sogenannten „Wissen-schafft-lers“
    Und wieder das gleiche Muster – die rechte Keule wird ausgepackt, um über jegliche Diskussion die Deutungshoheit zu behalten und andere Diskutanten zu diskreditieren.

    Sauber, sag ich mal..

    Diese Gender-Schamanen mit ihren Arschfick-Kursen für unsere Kinder werden viel zu weich angepackt, sie ziehen das einstige Ansehen unseres Landes als Hochkultur des Wissens durch die Jauche und katapultieren die Gesellschaft ins kulturelle aber auch wissenstechnische Mittelalter zurück. Na denn, ab und zu schaut auch hier wieder eine kleine Revolution vorbei, wenn es noch genügend Stroh und Reisig gibt, fehlt nur noch ein Zündhölzchen.

    Das ist mein persönlicher Angriff auf die sogenannte „Menschenwürde“ und von mir aus darf man mich homophob und rassistisch nennen, wenn das widerliche, auch anteilig von meinem hart verdienten Geld finanzierte Rattenpack, die Biege macht, am Besten ein Oneway-Ticket Richtung Schwarzafrika um dort die Heilslehren zu verkünden. Happy infection

    Ach so, in diesem Zusammenhang..

    http://opus.kobv.de/euv/volltexte/2014/94/pdf/Wirksamkeitsstudie_Quantenheilung.pdf

    „Das Verständnis von Krankheit und Gesundheit ist kulturell wandelbaren Diskursen unterworfen. Die Theorie des sozialen Konstruktivismus bietet ein Erklärungsmodell für die Frage an, welche Bedeutung und Sinnhaftigkeit unsere Gesellschaft diesen Themen zuschreibt. Dieses Modell erklärt, wie eine Gesellschaft ihre Wirklichkeit konstruiert und folgt dabei dem Ansatz, dass das menschliche Bewusstsein seine eigene Welt gestalte. So kann auch das jeweilige Verständnis von Gesundheit und Krankheit als ein soziales Konstrukt betrachtet werden.“

    Jaja, schon klar..Sinn, Welt, Wirklichkeit, Gesundheit, Krankheit, kann man alles kostruieren und dekonstruieren. Bob der Baumeister lässt grüßen..

  15. Entwicklungen sagt:

    Zweifel sind angebracht an der sog. „Forschung“.
    In den USA, wo z.B. der Skandal hinsichtlich Impfungen und Autismus hochkocht (CDC), gibt es Anzeichen das noch weitere, besonders von Interessengruppen geleitete Labore viel gefälscht haben (so z.B. auch bei GMO) Hinsichtlich Gender und Sexualität stehen ja die „Ergebnisse“ von Kinsey in Zweifel. Insgesamt kann man seit dem Jahr 2000 oder früher Ergebnisse von „Rockefeller, Gates etc.“ eigentlich als „Hoax“ ansehen. Genauso wie „Forschung“ hier, welche sehr wahrscheinlich mit den US-amerik. „Foundations“ usw. dieser Art mit Geldern unterstützt (gekauft) wurden (z.B. auch über Soros). Gender uva. ist damit tot.

    Rettet die unabhängige Wissenschaft!

    • Martin sagt:

      Sorry, aber der „Skandal“ über Autismus und CDC und das „Rockefeller, Gates etc.“ Geschwafel ist so weit von Wissenschaft weg, wie es nur geht.

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