Finanziert Justizministerium eine homophobe Bundesstiftung?

Kennen Sie die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld?

Nein? Wir kannten sie auch nicht, bis uns ein Leser auf die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld hingewiesen hat.

BStiftung MagnusDie Bundesstiftung Magnus Hirschfeld hat die Steuerzahler bislang 11 Millionen Euro gekostet. Dieses “Stiftungskapital” stammt aus dem Einzelhaushalt des Bundesjustizministeriums und wurde zum größten Teil (10 Millionen Euro) im Jahr 2011 auf ein Konto der Stiftung einbezahlt. Von dort auswurde es auf unterschiedliche Anlagevermögen verteilt, denn die Stiftung finanziert aus den Zinsen auf das Stiftungsvermögen und nach eigenen Angaben “Forschung”, “Geschichte”, “Diversität” usw.

Im Original:

“Die Stiftung hat zum Ziel, an Magnus Hirschfeld zu erinnern, Bildungs- und Forschungsprojekte zu fördern und einer gesellschaftlichen Diskriminierung von Homosexuellen in Deutschland entgegenzuwirken. Die Stiftung will dabei die Akzeptanz von Menschen mit einer nicht-heterosexuellen Orientierung in der Gesellschaft insgesamt fördern; gleiches gilt für Menschen, die sich nicht ausschließlich als Mann oder Frau definieren.”

Ja. Die 11 Millionen Euro Steuergelder werden eingesetzt zur “Erforschung und Erinnerung der Verfolgung und Repression von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, trans*- und inter*-geschlechtlichen/sexuellen Personen (Abkürzung: LSBTTI).”

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ist ein weiterer Beleg dafür, wie sich die Krakenarme der LSBTTI in die Taschen der Steuerzahler winden.

Im Jahr 2014 hat die Bundesstiftung insgesamt 67.649,25 Euro aus den Kapitalerträgen des Stiftungskapitals eingesetzt, um Schwulen und Lesben und den anderen sexuell Orientierten Gutes zu tun, z.B.:

  • The Snout in the Trough

    The Snout in the Trough

    2.000 Euro, um den Vernetzungskongress “Vielfalt aktiv vernetzen” der AG Schwule Theologie e.V. zu finanzieren.

  • 5.000 Euro, um das Vernetzungstreffen für LGBTIQ-Mitarbeiternetzwerke der PrOUT@work-Foundation zu bezahlen.
  • 7.262 Euro, um das Bundesvernetzungstreffen “Bildungs- und Aufklärungsprojekte in Schulen und Jugendeinrichtungen zum Themenfeld Geschlecht und sexuelle Orientierung” zu ermöglichen.
  • 4.611, 25 Euro, damit der Internetauftritt der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft neu gestaltet wurde.
  • 2.000 Euro, um die “Bundesweite Vernetzung christlicher LSBTI-Gruppen”, die die AG Schwule Theologie e.V. aus München für notwendig befunden hat, zu finanzieren.
  • Und 8.823 Euro wurden an Trans Recht e.V. überwiesen. Wofür? Na für ein Vernetzungstreffen zur Entwicklung eines Forschungsdesigns zum Thema Trans*-Gesundheit in Deutschland”.

Während auf der einen Seite in den meisten Altenheimen die Alten in Doppelzimmern gehalten und nach langem Leben jeder Privatheit beraubt werden, werden auf der anderen Seite Steuergelder eingesetzt, um Treffen zu ermöglichen, die dazu dienen, sich kennenlernen und über so weltbewegende Dinge wie die Vernetzung schwuler Theologen zu diskutieren. Auf Theologen, die derartige Prioritäten setzen, können wir gut verzichten – aber das nur nebenbei.

Nun, da klar ist, dass die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld Nutznießer-Netzwerke ausbildet und finanziert, wollen wir uns dem vermeintlichen Vorzeigeschwulen, nach dem die Bundesstiftung benannt ist, etwas näher widmen. Magnus Hirschfeld hat von 1868 bis 1935 gelebt. Der Sohn jüdischer Eltern wird allgemein als Aktivist einer internationalen Schwulenbewegung gefeiert, der sich in der Weimarer Republik u.a. dafür eingesetzt hat, den §175, der Homosexualität von Männern (!sic) unter Strafe gestellt hat, zu streichen.

Jener Magnus Hirschfeld, an den die Stiftung erinnern will, ist also zumindest askriptiv ein wahrer Held, den man bei der Bundesstiftung auch entsprechend feiert:

“Würde man Hirschfeld mit den heutigen Begrifflichkeiten einordnen wollen, so könnte man sagen, dass er ein schwuler Mann war, der voll und ganz hinter dem Konzept der Diversity – der Vielfalt – stand. Und der zumindest einen kleinen Grundstein zur heutigen Queer-Theory gelegt hat, laut der es neben dem biologischem Geschlecht Elemente gibt, die losgelöst von gesellschaftlichen Normierungen zu einer variantenreichen (sexuellen) Identität eines Menschen führen. Auch wenn sich der Mörtel für diesen Grundstein – eine rein medizinisch-biologistische Kategorisierung – als nicht lange tragbar erwies. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielten Hirschfelds Überlegungen keine große Rolle mehr in der Sexualwissenschaft.”

Das sind starke Behauptungen, unbelegte, starke Behauptungen, die, wie in kurzer Blick in die Werke von Magnus Hirschfeld zeigt, in keiner Weise zutreffen. Magnus Hirschfeld war kein Grundsteinleger der Queer-Theorie. Er hat keine variantenreichen Identitäten losgelöst vom biologischen Geschlecht gesehen. Im Gegenteil: Für Hirschfeld ist Homosexualität angeboren. Er führt Homosexualität auf eine spezifische Konstellation im Gehirn, also eine Abweichung zum heterosexuellen Gehirn zurück. Er geht davon aus, dass Homosexualität einem besonderen “mannweiblichen Mischungsverhältnis” geschuldet sei, und dass Homosexualität mit einer “stärkeren Labilität des Nervensystems” einhergeht.

Diese Aussagen finden sich auf den Seiten 394 bis 395 seines Standardwerks “Die Homosexualität des Mannes und des Weibes”, das 1914 (und damit lange vor dem Nationalsozialismus, was noch relevant wird) erschienen ist.

Und es kommt noch besser. Auf Seite 391 schreibt der Held der Bundesstiftung, Magnus Hrischfeld, folgende denkwürdigen Sätze:

Hirschfeld Homosexualit't“Auch mir hat sich immer wieder die Überzeugung aufgedrängt, dass die Homosexuellen, ohne selbst Degenerierte zu sein, einen Degenerations-Ersatz darstellen … dergestalt, dass sich die Natur der Homosexuellen als eines Vorbeugungsmittels der Degeneration bedient. Diese Annahme wird durch die Ehen und die Nachkommen der Homosexuellen bestätigt. Ein großer Teil dieser Ehen ist kinderlos. Gehen aber Kinder aus den Verbindungen Homosexueller hervor, so tragen diese zum Unterscheid von ihren Erzeugern vielfach den Stempel geistiger Minderwertigkeit, es sei denn, dass durch eine besonders gesunde Ehehälfte ein relativer Ausgleich geschaffen wird. Jedenfalls ist vom rassehygienischen Standpunkt die Ehe einer oder eines Homosexuellen ein sehr gewagtes Unternehmen. (Hervorhebungen von uns)”

Mit anderen Worten, Magnus Hirschfeld betrachtet Homosexuelle als Freaks of Nature, die sich selbst aus der Fortpflanzungskette ausscheiden bzw. von der Natur aus der Fortpflanzungskette ausgeschieden werden, weil ihr Erbmaterial von einer Qualität ist, die die menschliche Evolution dadurch behindert, dass den Ergebnissen einer Fortpflanzung, an der Homosexuelle beteiligt sind, “geistige Minderwertigkeit” attestiert werden muss. Der schwule Sexualforscher, Jude und Sozialist, den die Bundesstiftung beschreibt, outet sich hier als jemand, der Homosexuelle als Träger minderwertigen Erbgutes ansieht, die von Natur aus deshalb Homosexuell sind, weil ihr minderwertiges Erbgut aus der Evolution entfernt werden muss. Homosexualität als Notwehr der Natur als Mittel zum Ausscheiden minderwertigen Erbgutes aus der menschlichen Evolution.

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, die doch die Erinnerung an Hirschfeld pflegen, finanzieren und aufrechterhalten will, scheint bislang nur bei dem angekommen zu sein, was man Hirschfeld, da er nun einmal tot ist, unwidersprochen unterstellen kann, nämlich: “deutscher Arzt in Berlin, Sexualforscher und Empiriker, schwul, Sozialist, Jude, und Mitbegründer der weltweit ersten Homosexuellen-Bewegung”.

Das, wie gesagt, kann man Hirschfeld alles gefahrlos und unwidersprochen zuschreiben. Er ist tot. Was er geschrieben hat, das lebt allerdings, und es spricht eine deutliche, eine deutlich homophobe Sprache, eine nette Pointe zu einem weiteren Versuch, sich der Namen Verstorbener für die eigenen Zwecke des Nutznießens zu bedienen [Der Versuch des Niedersächsichen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, sich des Namens von Maria Goeppert Mayer zu bedienen, ist bekanntlich auch in die Hose gegangen].

Diese Erklärung trifft natürlich nur zu, wenn man beim Bundesinstitut “Magnus Hirschfeld” die rassenhygienischen Einsichten zu Homosexuellen, die Magnus Hirschfeld lange vor den Nazis hatte, nicht teilt.

Und man weiß ja nie…

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17 Responses to Finanziert Justizministerium eine homophobe Bundesstiftung?

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  2. Magnus Hirschfeld wird gelegentlich auch von “Queer”-Fanatikern der Presse herangezogen, nicht jedoch ohne die üblichen Unterschlagungen nicht konformer Thesen.

    https://karstenmende.wordpress.com/2014/09/04/die-welt-steht-kopf-oder-die-welt-steht-kopf/

    Nun, die Genderista hat es nicht mit Argumenten und Diskurs. Auch das ist belegt:

    https://bonjourtristesse.wordpress.com/2015/03/30/ein-satz-mit-x-das-war-wohl-nix/

    Im Gegensatz zur heutigen Gender-“Forschung” war wohl Magnus Hirschfeld noch mit dem Prinzip der Ratio vertraut …zum Teil wenigstens.

  3. Tja, Magnus HIRSCHFELD (homosexuell) hat dezidiert festgestellt/-gehalten, daß es wohl eine Art genetische Reserve bezüglich Homosexualität von ca. 1-2% gibt, aber sich z. B. als Kriegsfolgeschäden (durch die massive Abwesenheit männlicher Bezugspersonen, einmal um das 1. und dann noch einmal um das 8. Lebensjahr) auf mindestens 4% ansteigt. Bestens belegtes Beispiel ist der extrem hohe Anteil in der SA-Führungsspitze unter Ernst RÖHM (homosexuell)! Noch Fragen

  4. Naja, Sozialdarwinismus war zu Hirschfelds Zeit in und findet sich auch im sozialdemokratischen Lager. Aber man sollte historische Persönlichkeiten nicht danach beurteilen, dass sie Vorurteile ihrer Zeit wiedergeben. Ähnliches gilt für Luthers Antisemitismus oder Heideggers Nationalsozialismus. Solche Beurteilungen sind ahistorisch und kontraproduktiv. Man muss historische Persönlichkeiten nach ihrem originellen und neuem Beitrag zum Denken beurteilen, damit gerade dieser gewürdigt werden kann.

    • Das ist jetzt ihre Gelegenheit, diesen originellen und neuen Beitrag von Hirschfeld darzustellen. Es ist billig, den moralischen Zeigefinger zu heben und zu sagen: Sozialdarwinismus sei damals “in” gewesen (bei Liberalen im übrigen auch damals nicht), sofern das, was Hirschfeld zusammenschreibt als Sozialdarwinismus durchgeht und es be dieser Behauptung zu belassen. Im Übrigen kann man aus dem, was jemand schreibt und wie er es schreibt, durchaus Schlüsse auf seine sonstigen Werke ziehen. So verwundert Heideggers Freude am Nationalsozialismus denjenigen, der jemals versucht hat, die Worthalde von Heidegger zu durchlesen, in keiner Weise. Essentialisten haben immer einen Hang zum Faschismus, wie Popper z.B. am Beispiel von Platon gezeigt hat.

      • “Das ist jetzt ihre Gelegenheit, diesen originellen und neuen Beitrag von Hirschfeld darzustellen.” – Ich habe von dem Mann vorher noch nie gehört. Ich wollte Sie trotzdem darauf aufmerksam machen, dass Ihre Argumentation bisher absolut unzureichend ist. Um darzustellen, dass Hierschfeld bedeutungslos für uns heute ist, müssen Sie nicht nur belegen, dass 3 Seiten seines Werkes heute als falsch und widerlegt gelten, sondern dass alle Seiten irrelevant sind oder gar falsch und widerlegt sind.

        • Ich habe schon während meines Studiums hermeneutische Ansätze wegen ihrer Naivität und ihrem seltsamen Bemühen, es dem Geist des Werkes recht zu machen und somit und letztlich ihrer Tendenz, auch noch den letzten Unsinn zu rechtfertigen, abgelehnt. Daran hat sich nichts geändert. Wenn Sie Recht hätten und man dem Geist von Hirschfeld durch die Lektüre aller Sätze, die er je geschrieben hat (hoffentlich hat er sich dabei nicht widersprochen) nahe kommen muss, dann müssen Sie auch dafür votieren, dass alle Landkarten und Straßenkarten abgeschafft werden, denn dem Geist der Straßenverbindung wird man nur durch eine 1:1 Abbildung gerecht. Also bleiben wir bei dem, was Wissenschaft auszeichnet: Das Auffinden von Regelmäßigkeiten in der Empirie oder im Denken von z.B. Magnus Hirschfeld. Wir haben mehr als 3 Seiten im zitierten Opus gelesen, genug um feststellen zu können, dass Hirschfeld Homosexuelle als genau das ansieht, was wir beschrieben und mit der Stelle belegt haben, die am besten passt.
          Aber Sie werden sich jetzt sicher mit den Werken von Hirschfeld befassen und eine entsprechende Abhandlung schreiben, in der Sie dem Geist von Hirschfeld, den Sie zwar nicht kennen, von dem Sie aber wissen, dass wir ihm Unrecht tun, gerecht werden – oder?

        • @Wirtschaftswurm

          Ich sehe mich meinerseits gezwungen, Sie darauf aufmerksam zu machen, dass die bloße Behauptung, dass anderer Leute Argumentation “absolut unzureichend” sei, und die Forderung irgendwelcher idiosynkratischen, beliebigen und unbegründeten Leistungen zu fordern, KEINERLEI ZUREICHENDE ARGUMENTATION für die eigene Position vorstellen.

          Das gehört doch offensichtlich nur in die Rubrik mit der Aufschrift “billige Rhetorik-Tricks” und genauer: “Frechheit siegt”:

          ich unterstelle anderen vollmundig, dass sie nicht genug wüssten, und ihre Argumentation unzureichend sei, und hoffe, dass ich nicht danach gefragt werde, woher ich denn wissen will, was und wie viel die anderen wissen, und aufgrund welcher eigener Argumente ich die Argumente der anderen “absolut unzureichend” finde.

          Und haben Sie wirklich den Eindruck, dass man hier auf ScienceFiles mit so einem billigen Versuch durchkommt? 🙂

          Also:
          Lassen Sie uns doch einmal hören, wie viel Sie über die Materie wissen bzw. woher Sie wissen, dass unsere Argumentation “absolut” (!) “unzureichend” ist, wenn Sie selbst doch von der in Frage stehenden Person vorher noch nie gehört haben (und Ihre absurden Vorstellungen von der Nicht-Verantwortlichkeit historischer Personen für ihre Ausagen und Handlungen aufgrund des “Zeitgeistes” offentsichtlich unhaltbar sind)?

          Ich wiederhole es (einmal mehr):
          emotionale Reaktionen auf Themen oder Personen sind in keiner Weise zielführend oder auch nur sachdienlich.

          Das beste, was man damit anfangen kann, ist, sich selbst zu fragen, warum man so emotional auf das Thema/die Person reagiert. Wenn man sich seine Gefühle eingestanden hat, vielleicht eine Idee entwickelt hat, warum man diesbezüglich so empfindlich ist, sich davon betroffen fühlt, sich damit auf bestimmte Weise identifiziert, dann kann man das als irrelevant für eine Diskussion und Argumentation ad acta legen und sich um ein VERNÜNFTIGES Urteil auf der Basis vernünftiger Argumente bemühen.

    • @Wirtschaftswurm

      Sie schreiben:

      “Aber man sollte historische Persönlichkeiten nicht danach beurteilen, dass sie Vorurteile ihrer Zeit wiedergeben. Ähnliches gilt für Luthers Antisemitismus oder Heideggers Nationalsozialismus. Solche Beurteilungen sind ahistorisch und kontraproduktiv.”

      Ich habe das wirklich mehrfach lesen müssen, um sicherzustellen, dass ich Sie nicht missvertanden habe. Aber Sie scheinen tatsächlich dafür einzutreten, dass “historische Persönlichkeiten” nicht danach beurteilt werden sollten, welche Anschauungen sie zu der Zeit, in der sie gelebt haben, geäußert haben, weil das “ahistorisch” wäre.

      Haben Sie auch nur einen Moment lang darüber nachgedacht, was Sie hier schreiben, und insbesondere darüber, wie kontraproduktiv Ihre geradezu nihilistische Aussage ist? (Oder soll das als “cool” oder schlimmer: als irgendwie tolerant durchgehen?)

      Wie steht es z.B. nicht nur um Heideggers Nationalsozialismus, sondern um Hitlers Nationalsozialismus? Sollen wir Hitlers Nationalsozialismus samt Massenvernichtungen von Menschen nach dem “originellen Beitrag” beurteilen, den dies zur Lösung der so genannten Judenfrage bedeutet hat? Originell war das ja irgendwie schon – jedenfalls ein echtes Novum!

      GlaubenSie ernsthaft, dass es keine Antworten auf ethische Fragen gibt, die in Ihrem Sinn “ahistorisch” sind?

      Und meinen Sie ernsthaft, dass es “Vorurteile [einer] Zeit” gebe oder gegeben habe, die einfach so von allen zu dieser Zeit lebenden Menschen geteilt worden seien? Ich finde diese Vorstellung äußerst einfältig. Sie leben in der aktuellen Zeit und Gesellschaft und bekommen mit, dass verschiedene Menschen verschiedene Vorurteile haben und auch umstritten ist, was überhaupt ein Vorurteil ist und was nicht. Was, bitte, legt Ihnen die m.E. seltsame und kontraintutive Vermutung nahe, dass das zu anderen Zeiten und an anderen Orten anders gewesen sei?

      Ich habe den Eindruck, dass Sie sich nicht richtig überlegt haben, was Sie hier geschrieben haben, sondern irgendwie emotional negativ auf unseren Beitrag reagiert haben, aber keinen Ansatzpunkt zur Kritik gefunden haben, weshalb Sie ersatzweise mit so fragwürdigen allgemeinen Sätzen hantieren wie dem oben zitierten.

  5. Klaas says:

    Die Überschrift ist falsch:
    Das Ministerium finanziert gar kein homophobe Stiftung. In Eurem Artikel ist klar zu sehen, dass das Ministerium zwar 11.000.000 Euro überwiesen hat, aber nur 67.649,25 Euro für die Stiftung ausgegeben wurden. Das sind 0,6%, ist also vernachlässigbar. 99,3% des Geldes sind fürs Eierschaukeln verwendet worden. Und das ist nicht Homophob.

    • Hätten Sie den Artikel gelesen, dann wäre Ihnen vielleicht ein Licht aufgegangen, denn die 11 Millionen sind Stiftungskapital, das vom Ministerium, also von Steuerzahlern stammt. Dieses Kapital hat die Bundesstiftung angelegt und die Zinsen, die das Kapital trägt, werden benutzt, um die angeführte Förderung durchzuführen. Insofern ist der Fehler nicht in der Überschrift, sondern bei Ihnen zu suchen.

  6. Alex says:

    Die Recherchen von P Kratz zur Hirschfeld-Gesellschaft/Institut etc zeichen ein noch ungleich “verstörenderes” Bild als dieser (gute!) Beitrag von sciencefiles.

    Unter der roten Überschrift
    Hirschfeld, Kronfeld und Konsorten —
    Eugenische Ausgrenzung und Biopolitik als “Emanzipation”

    sind die zahlreichen Artikel zu Hirschfeld dem “Einstein des Sex” und seinem Kreis von Eugenikern, Nazis und ähnlichen Konsorten zu finden.

    http://www.bifff-berlin.de/ThBio.htm

    In diesem unmittelbaren Zusammenhang sei auch sein Buch (frei lesbar) über die “New Age Bewegung” und ihre Nazi-connection empfohlen.

    Dazu kann einem nur noch dieses bekannte Brecht-Zitat einfallen….

  7. SK says:

    Einige Fragen:
    abgesehen davon ob es erlaubt, salonfähig, gesetzeskonform usw. ist, gibt es degenerierte Gene oder Genpools, ja oder nein?
    – Ich könnte es mir zumindest sehr gut vorstellen. Gene, die dazu führen, daß die Funktion gewisser Organe verhindert wird, können als degeneration (oder einfach als “fehler”) bezeichnet werden. Davon gibt es jede Menge und die Evolution (Anpassung + Mutation) sorgt (manchmal auf harter Weise) anteilig für eine bessere Anpassung und damit Funktion dieser Organe.
    – daß man homosexuell ist, führt logischerweise dazu, daß man sich nicht fortpflanzt. Jetzt mit medizinischen Tricks ist es schon möglich aber ansonsten nicht. Heißt das aber daß die “Natur” “wüßte”, daß andere Gene im Genpool fehlerhaft seien was dazu führt daß die Fortplanzung gehindert wird, in dem Homosexualität im Gehirn implementiert wird? Kommt mir als Erklärung sehr gewagt vor, habe aber keine Ahnung. “Natur” gibt es nicht im sinne einer Person, die entscheidet, was gut für die nächsten generationen sei und was nicht. Einen Spezialisten fragen, in wie fern die homosexualität genetisch bedingt sei und ob die gene, die dafür verantwortlich sind, mit anderen irgendwie verknüpft sind, die fehlerhaft wären.
    – Rassenhygiene hört sich immer so “abhartig” an aber genau genommen ist es die Wahrnehmung (erkenntnisgewinnung) aus dem 19.Jahrhundert, 1/ daß der Mensch wie alle anderen Tiere einen “Plan” (Genpool) hat und nicht von irgendwelchem “Gott” gewollt ist, der ihn so “gebaut” hat 2/ daß man verstehen könnte wie dieser Plan aussieht 3/ daß man vielleicht sogar einen EInfluß haben kann um diesen Plan zu verbessern. Das ist im 19.Jahrhundert neu, aber Alltagsgeschäft in der Agrarindustrie heute. Kein Mensch ist darüber empört… Natürlich hört sich das martialisch an (Pawlowsche Reflexe) aber wenn man ein wenig kratzt und nach dem genauen Sinn fragt, ist die Rassenhygiene ein Konzept, das keinen moralischen Inhalt hat.
    Vereinfacht gesagt sei die “Rassenhygiene” nichts anderes als ein Katalog an Maßnahmen die darauf beruhen: “wenn sie die Rasse also das genetische Pool verbessern wollen, dann sollen sie dies und jenes machen”. Natürlich muß präzisiert werden, was man unter “verbessern” versteht. Das könnte wie oben schon erwähnt, sicherstellen, daß manche Organe besser/schneller/effizienter funktionieren. Oder daß die Sensorik (Fühlen, sehen…) schärfer wird oder oder oder… Ehrlich gesagt, wenn an meinem Pool getüftelt werden kann, damit ich nicht mehr kurzsichtig bin (oder zumindest meine Kinder), habe ich gegen Rassenhygiene nichts einzuwenden. Sind genetisch modifizierte Pflanzen nicht ergebnis einer Rassenhygiene in dem manche individuen verhindert wurden, sich fortzupflanzen und manche andere gefördert? Hier hat man einen Begriff, der zu sehr positiven Ergebnissen führen kann, so negativ belegt, daß darüber Denkverbot gibt.

    Wenn man die Rassenhygiene nicht anwenden will (aus welchen gründen auch immer), dann so soll es sein. Hier hört die Aufgabe des Naturwissenschaftlers auf. Er sagt nur “wenn…, dann…”. Entscheidungen treffen andere. Aber die Erkenntnisse braucht man.
    Natürlich kann die Rassenhygiene zu Rechtfertigung von kriminellen Akten werden: ab dem Moment wo die Elite entscheidet, daß die Verbesserung des genetischen Pools wichtiger ist als das Leben der Individuen, dann wird das eliminieren von Leuten mit defektem Pool staatlich organisiert.
    Aber das sollte bitte keine Argumentation sein, daß man an gar nichts forscht. Solange die Entscheidungsträger überzeugt sind, daß das Leben der Individuen das höchste Gut ist, ist es kein Problem.
    – “phob” (ob homo oder was anderes) gehört nicht zu Naturwissenschaft. Auch “in”. Wissenschaft ist Wissenschaft und kümmert sich nicht um Wort-verbote und Moden (sollte nicht zumindest). Das hohe Ziel ist verstehen. Dazu gehört, Theorien erstellen und prüfen, ob sie der Realität gewachsen sind.

    Daher meine Frage: warum nicht über die Sache (These von Hirschfeld: homosexualität als vorbeugung der degeneration) debattieren anstatt über den sozialen Schlamassel drum herum? Seine Thesen seien “homophob” habe ich z.B. gelesen. Diese Aussage (Entschuldigung) ist Blödsinn. Nur eine Politik kann homophob sein, in dem sie den Homosexuellen Rechte wegnehmen will.
    Daß ein Genpool defekt/fehlerhaft sei oder nicht, das muß wissenschaftlich mit klar definierten Kriterien validiert oder entkräftet werden. Daß defekte gene dazu führen können, daß es dann homosexualität gibt, das muß erforscht werden. Daß es mechanismen im Körper gibt, die 1/ erkennen daß gene defekt sind 2/ entsprechend einfluß auf sexuales Verhalten haben können, das muß erforscht werden. Es wäre bereichernd, Antworten auf solche Fragen hier zu erhalten anstatt ein Urteil über das 19. Jahrhundert zu fällen oder den Herrn Hirschfeld als “homophob” zu bezeichnen, was keinen Mehrwert in dieser Diskussion bringt.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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