Konflikt um Ressourcen: Die Gründe hinter der Ablehnung von Muslimen

Manche Themen sind aufgeladen, und entsprechend ist es selten, dass sich institutionalisierte Wissenschaftler damit beschäftigen. Marc Helbling und Richard Traunmüller vom Wissenschaftszentrum in Berlin bzw. der Goethe-Universität in Frankfurt machen hier eine Ausnahme.

Sie haben sich mit einem aufgeladenen Thema befasst: Mit Muslimen.

Nicht nur das, sie haben sich aus einer neuen Perspektive mit diesem Thema befasst, jedenfalls sind sie selbst dieser Ansicht.

Helbling und Traunmüller fragen: “Why do so many citizens in European democracies fear Muslim immigration, dislike Muslims’ religious practices and oppose their religious rights?” [Warum fürchten so viele Bürger in europäischen Demokratien die Zuwanderung von Muslimen, warum lehnen sie religiöse Praktiken der Muslime ab, warum sind sie gegen die Gewährung von religiösen Rechten an Muslime?]

Und sie geben eine Antwort, die in der Tat zunächst einmal neu ist:

“Muslime werden als kulturell-religiöse Bedrohung für Gesellschaften wahrgenommen, deren kollektive Identitäten und öffentliche Institutionen weit weniger säkular sind, als sie selbst es zugeben” (16).

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Mit anderen Worten: Wenn Staat und Kirche nicht getrennt sind, wenn beide insofern miteinander verbandelt sind, dass Ressourcen zwischen beiden ausgetauscht werden, wenn der Zugang zu Ressourcen von staatlicher Seite für bestimmte religiöse Vereinigungen privilegiert wird, z.B. dadurch, dass Kirchensteuern von staatlichen Behörden eingezogen werden, z.B. dadurch, dass religiöse Feiertage durch die Institutionen des Staates garantiert werden, z.B. dadurch, dass religiöse Gemeinschaften bestimmte Schutzräume besetzen, in denen sie steuerliche Vergünstigungen genießen oder Nehmer staatlicher, finanzieller Alimentierung sind, dann haben diese religiösen Gemeinschaften etwas zu verlieren, wenn neue Aspiranten für die vom Staat zu verteilenden Gefallen auftauchen, Muslime zum Beispiel.

Es sind also handfeste Ressourcenkonflikte, die Aversionen zwischen Religionsgemeinschaften auslösen.

Diese Interpretation ist indes unsere. Die Ausführungen von Helbling und Traunmüller legen sie nahe, aber die beiden trauen sich nicht so richtig, die Konsequenzen aus ihrer eigenen Argumentation zu ziehen. Sie ziehen sich lieber auf die folgende defensive, amorphe Hypothese zurück:

“Wir glauben, dass die Art und Weise wie ein Staat Religion reguliert, einen Einfluss auf die Einstellungen der … Bürger gegenüber muslimischer Einwanderung hat. Die enge Verbindung zwischen Staat und Kirche stärkt eine christliche Kulturidentität und führt zu negativen Einstellungen gegenüber neuen religiösen Gruppen”.(14)

Coser soziale KonflikteWarum man annehmen sollte, dass staatliche Regulierung die Einstellungen von Bürgern beeinflusst (und nicht etwa umgekehrt) und damit, dass die entsprechenden Bürger ohne die staatliche Regulierung wohl nicht in der Lage sind, eine entsprechende Einstellung zu bilden, ist uns nicht nachvollziehbar. Es ist uns schon deshalb nicht nachvollziehbar, weil es eine Vielzahl von Theorien, gut bewährten Theorien gibt, die zeigen, dass der Konflikt um den Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen Grundlage der meisten Gruppenkonflikte ist.

Randall Collins hat dies im Rahmen der soziologischen Konflikttheorie für Klassen, also für Arbeiter, Bürger und Unternehmer dargestellt. Jim Sidanius und Felicia Pratto haben dies im Rahmen ihrer (sozialpsychologischen) Social Dominance Theory dargelegt und belegt und nicht zuletzt basieren die meisten sozialstrukturellen Theorien zu Macht und Herrschaft von Robert K. Merton bis Lewis A. Coser auf der Annahme von Konflikten über den Zugang zu Ressourcen.

Wann immer eine Gruppe einen privilegierten Zugang zu Ressourcen erlangt hat, wird sie diesen Zugang gegen andere Gruppen verteidigen.

Wie Helbling und Traunmüller am Beispiel der 26 Kantone der Schweiz zeigen, haben christliche Religionsgemeinschaften die entsprechenden privilegierten Zugänge zu Ressourcen, u.a.:

  • An Sonntagen und religiösen Feiertagen müssen Geschäfte geschlossen bleiben.
  • Religiöse Angelegenheiten werden durch spezifisch dafür geschaffene Verwaltungsstellen geregelt.
  • Die staatliche Verwaltung zieht für Religionsgemeinschaften, die Kirchensteuer erheben, die Kirchensteuer ein.
  • Religiöse Gebäude, Kirchen, Kirchentage, Orte mit religiöser Bedeutung werden mit Steuermitteln Instand gehalten.
  • Aus Steuergeldern werden religiöse Seminare und Bildungseinrichtungen bezuschusst oder gar finanziert.
  • An staatlichen Hochschulen wird der religiöse Nachwuchs ausgebildet.
  • Die religiösen Organisationen werden direkt von der staatlichen Verwaltung unterstützt oder alimentiert.
  • Es gibt direkte Zuweisungen von Steuermitteln für bestimmte Tätigkeiten religiöser Organisationen.

Dies sind nur einige der Aussagen, die den Religious Support Index ausmachen. Helbling und Traunmüller haben die 17 Aussagen, aus denen sich der Index zusammensetzt für die 26 Kantone der Schweiz erhoben und dabei die Tatsache ausgenutzt, dass sich die schweizer Kantone im Hinblick auf die Verbandelung von Kirche und Staat zum Teil erheblich unterscheiden.

Dann haben sie aus der Schweizerischen Wahlumfrage die Einstellungen der Befragten zu Muslimen, zum Bau von Minaretten und zum Tragen eines Kopftuches entnommen und die Befragten auf die 26 Kantone verteilt und u.a. mit dem Religious Support Index in Verbindung gebracht.

Das Ergebnis ist erhellend:

Je intensiver staatliche Institutionen und religiöse Organisationen mit einander verbandelt sind, desto stärker ist die Ablehnung von Muslimen, dem Bau von Minaretten oder dem Tragen von Kopftüchern in der Bevölkerung, ein Ergebnis, das Helbling und Traunmüller als Beleg für ihre Hypothese werten, nach der die Verbandelung zwischen Kirche und Staat Bürgern eine christliche Kulturidentität vorgaukelt, die von den Bürgern dann in eine ablehnende Einstellung gegenüber Muslimen umgemünzt wird.

roter FadenWarum man derart mystische Wege annehmen sollte, auf denen die Verbandelung von Staat und Kirche und damit die nicht vorhandene Säkularisierung auf die Einstellungen von Bürgern wirkt, ist uns, wie gesagt, nicht nachvollziehbar, denn: mit einer zunehmenden Intensität der beschriebenen Verbandelung steigt die Anzahl derjenigen, die direkt oder indirekt vom privilegierten Zugang ihrer religiösen Organisation zu staatlichen Mitteln profitieren. Entsprechend steigt die Zahl derer, die durch den Anspruch von Muslimen, nunmehr auch an den (finanziellen) Ressourcen zu partizipieren, an deren Herstellung sie nun in vierter Generation beteiligt sind, insofern gefährdet sind, als sie damit rechnen müssen, dass ihr privilegierter Zugang zu staatlicher Finanzierung entfällt oder doch zumindest im Ausmaß reduziert wird, dass sie – mit anderen Worten – einen (finanziellen) Verlust erleiden werden.

Die Ablehnug von Muslimen wäre demnach nicht das Ergebnis einer wahrgenommenen amorphen kulturell-religiösen Bedrohung, sondern einer konkreten Bedrohung des eigenen privilegierten Zugangs zu staatlichen Ressourcen.

Helbling, Marc & Traunmüller, Richard (2015). Regeln – und was sie bewirken. Das Verhältnis von Staat und Religion prägt die Einstellung zu Muslimen. WZB Mitteilungen 147: 14-16.

Helbling, Marc & Traunmüller, Richard (2015a). How State Support of Religion Shapes Attitudes Toward Muslim Immigrants. New Evidence from a Subnational Comparison.

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22 Responses to Konflikt um Ressourcen: Die Gründe hinter der Ablehnung von Muslimen

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  2. Wolfgang Röhl says:

    Falsche Fragestellung!
    Daß ein aufgeklärter Mitteleuropäer des 21. Jahrhunderts, der sich der von Thales bis Heisenberg reichenden Tradition verpflichtet fühlt, den Vertretern der islamischen Lehre – wie auch denen schon etablierter magischer Denkmuster – ablehnend gegenübersteht, sollte selbstevident sein.
    Rätselhaft und damit erklärungsbedürftig ist vielmehr die Indolenz der Vielen!
    Deutsche Christen scheinen sich im übrigen mehrheitlich nicht bedroht zu fühlen; der Widerstand ist in den Regione am lebhaftesten, in denen der Unglaube dominiert.

      • Einfach! Er sieht das aus parteilicher Sicht. Daß der aufgeklärte Teil der Menschheit aufgeklärt ist glaubt auch nur der. Auch die aufgeklärten Menschen ventilieren sehr viele Dummheiten. Es ist inzwischen aussichtslos, die alle erkennen zu können, wie sich an unserer aufgeklärten Geschichtsschreibung beispielsweise erkennen läßt. Wie z.T.(zum Teufel) soll man daraus lernen?
        Sicher, eines sei zugegeben. Sieht man aus aufgeklärter Sicht auf eine zureisende archaische Gruppe, dann kann einem schon das Gruseln kommen. Oder wäre auch diese Sicht zu hinterfragen?
        Können Christen mehr ertragen oder merken die weniger? Auf jeden Fall sind die Gegenden ohne Christen nicht gruppen- oder interessenlos.

        Carsten

        http://thumulla.com/home/was_ist_eine_politische_mutation_.html

        • Mir scheint die Sichtweise auch eine der Unkenntnis des Islam zu sein und somit einer individualistischen Religion, die jegliche Entscheidung über die Art und Weise der Ausübung demjenigen überlässt, der sich entscheidet, Muslim zu sein, eine Form der Emanzipation, die man bei christlichen Religionen bislang vergeblich sucht. Und natürlich kommt in der Travestie, die in deutschen Medien verbreitet wird, davon wenig vor.

          • Fettfried Oscher says:

            Ich bin zufällig gerade erst auf eine positive Rezension des Buches “Das Dschihad-System” Ihres Sozialwissenschaftlerkollegen Manfred Kleine-Hartlage gestoßen, die der offenbar renommierte Islamwissenschaftler Tilman Nagel verfasst hat (leicht zu finden, bei sezession.de veröffentlicht). Ob man diesem die Verbreitung von Falschaussagen über den Islam unterstellen darf, kann ich nicht beurteilen, jedenfalls widersprechen seine Aussagen der Ihren diametral.

            • Ich kann nicht beurteilen, was Kleine-Hetlage über Tilmann Nagel schreibt und ob das, was er schreibt, dem, was ich schreibe diametral entgegen steht (oder was Tilmann Nagel nach Wahrnehmung von Kleine-Hetlage schreibt). Das ist auch nicht notwendig, denn mein Argument basiert auf Texten, die nicht eine Draufschau darstellen, die dann interpretiert wird, sondern die Zeugnis einer Diskussion innerhalb des Islams sind, ein akademisches Zeugnis von Wissenschaftlern in den USA und in Kanada, die die verschiedenen Strömungen im Islam kennen, wie ihre Westentasche (“den” Islam gibt es nämlich nur in den Köpfen derer, die “den” Islam als Feind aufbauen und bekämpfen wollen).

              Ich empfehle der zum Einstieg die folgenden Bücher:

              Wichtig als Ausgangspunkt:

              Taha, Mohamed Mahmoud (1987). The Second Message of Islam. Translated by Abdullahi An’naim. New York: Syracuse University Press.

              als kurzer und guter Überblick:

              Munir, Lily Zakiyah (2004). Islam and Politics. Paper Presented at the International Seminar on “Islam and Universal Values: Islam’s Contribution to the Construction of a Pluralistic World”, convened by the Embassy of Switzerland, Jakarta, 18. March 2004.

              zur aktuellen Diskussion:

              An-Na’im, Abdullah Ahmed (2008). Islam and the Secular State. Negotiating the Future of Shari’a. Cambridge: Harvard University Press.

              Massad, Joseph A. (2015). Islam in Liberalism. Chicago: Chicago University Press.

              • Wolfgang Röhl says:

                Werde ich jemals Gelegenheit haben, einem dieser Feingeister im Alltag zu begegnen?

                • Sie haben ungefähr dieselbe Wahrscheinlichkeit, einem dieser “Feingeister” im Alltag zu begegnen, wie sie nicht-muslimischen “Feingeistern” begegnen. Das ist letztlich eine Frage der sozialen Gruppen, in denen sie sich bewegen oder umtun.

    • hope says:

      Die deutschen Christen fühlen sich mehrheitlich nicht bedroht, das sagt usn schon der Blick auf die Zahlen. 52% der Deutschen sind Christen, was immer das auch heißen will. In die Kirche verirren sich nur knapp 3%. Was sicher damit zu tun hat, daß Vielfalt gepredigt wird und die Bibel daran angepaßt. Events. Und da ist DSDS einfach der bessere Veranstalter.

      Die Kirche macht alles mit, sie verbeugt sich vor der Technik und dem allgemeinen Zeitgeist. In “Aquirre, der Zorn Gottes”, sagt der Prediger: Wir haben uns immer an die Mächtigen gehalten.

      Die katholische Mehrheit lebt im Süden, die protestantische im Norden.

      Kopernikus, er wird im Grabe rotieren, hat ja nun nachgewiesen, daß da kein leibhaftiger Gott in den Wolken lebt.
      Wer den Tatsachen ins Auge zu blicken vermag, der sollte die Klammer der Bibel suchen. Der einen Teil ist im Alten Testament. Gott besucht Mose regelmäßig mit einer Paternosterwolke. Er fährt herab und erscheint Mose “von Angesicht zu Angesicht”. Im Flsiche! Sucht in der Bibel nach “Hütte des Stifts”.

      Im Neuen Testament schwören eine Handvoll “Zeugen” Stein und Bein, sie hätten eine Wolke gesehen, die Jesus aufhob und ihn in den Himmel transportiert habe. Sucht in den Apostelgeschichten nach “Himmelfahrt”.

      Der Schlüssel zum Verständnis ist der Paternoster. Und oben auf der Wolkendecke sollen nach biblischen Aussagen Vaterm, Sohn und ein ominöser Heiliger Geist leben.

      Die Bilder der Lutherbibel geben da sehr viel Aufschluß!

      Wer das verstanden hat, wird auch die Bilder aus dem Mittelalter interpretieren können. Das Gottesauge, das an den Wolken klebt und uns beobachtet. Gebete: Vater unser, der du bist im Himmel,… Trompeten und Harfenengel auf den Wolken. Usw.

      Für alle Monotheismen ist Mose der Stifter der Religionen! Und alle haben identische Propheten und Prediger. Jesus und Mohammed haben ihre Werke immer bei den Vorgänger zusammen geklaubt! Eines ist aus den anderen entstanden.

      Meiner Ansicht nach fahren wir am besten, wenn wir das Christentum vorführen! Wenn wir es schaffen, Gott zu erlegen, fallen auch Judentum und Islam zusammen.

      Der historische Jesus hat mit dem Bibel-Jesus auch gar nichts zu tun. Das ist oft nachgewiesen worden.

      Man darf sich nur nicht auf das schmale Brett schieben lassen, Gott habe das Weltall geschaffen. Das ist eine Erfindung der Kirche und unbiblisch.

  3. Gruppen kämpfen gegeneinander. Sie benutzen dabei JEDE Möglichkeit, anderen Gruppen zu schaden und sich Vorteile zu erarbeiten. Wer das nicht tut, der geht unter. Man erkennt den Mechanismus, der in jedem Fall zum Konflikt führt. Es bleiben nur Akteure übrig, die sich dem Kampf stellen.
    Der oberflächliche Friede in der Gesellschaft täuscht über diese Tatsache hinweg. Selbstverständlich nimmt jede Gruppe die Vorteile wahr, die sich eine andere erarbeitet hat oder die ihr gewährt wurden. Deshalb ist ja ein säkularer Staat, der sich strikt aus allen religiösen Fragen heraushält, vorteilhaft. Diesen säkularen Staat gibt es wahrscheinlich nicht. Der Staat läßt sich auf die eine oder andere Art in den religiösen Streit hineinziehen und gefährdet damit seine eigene Existenz.
    Selbstverständlich reagiert die eingesessene Gemeinschaft auf das Auftreten einer aggressiven Gruppe stark. Alle Privilegien werden verteidigt, weitere Ressourcen werden nicht abgegeben. Es wird also vernünftig im Sinne weiteren Überlebens reagiert.

    Zitat sciencefiles
    Es sind also handfeste Ressourcenkonflikte, die Aversionen zwischen Religionsgemeinschaften auslösen.

    Selbstverständlich ist das so, es war nichts anderes zu erwarten. Braucht man eine wissenschaftliche oder als wissenschaftlich getarnte Untersuchung für diese Trivialität, die jeder mit etwas Nachdenken als solche erkennen kann?

    Zitat Helbling und Traunmüller
    die Art und Weise wie ein Staat Religion reguliert

    Er hat eben nicht zu regulieren, er hat sich herauszuhalten, wenn er überleben will.

    Zitat sciencefiles
    Warum man annehmen sollte, dass staatliche Regulierung die Einstellungen von Bürgern beeinflusst (und nicht etwa umgekehrt) und damit, dass die entsprechenden Bürger ohne die staatliche Regulierung wohl nicht in der Lage sind, eine entsprechende Einstellung zu bilden, ist uns nicht nachvollziehbar.

    Selbstverständlich geschieht das auch umgekehrt. Die Privilegien religiöser Gruppen sind der Beweis für die Beeinflussung des Staates durch diese. Sie geschieht nur durch handelnde Bürger.

    Zitat sciencefiles
    Wann immer eine Gruppe einen privilegierten Zugang zu Ressourcen erlangt hat, wird sie diesen Zugang gegen andere Gruppen verteidigen.

    Selbstverständlich, so ist es, sie wird ihre Privilegien mit ALLEN Mitteln verteidigen.

    Zitat sciencefiles
    Die Ablehnung von Muslimen wäre demnach nicht das Ergebnis einer wahrgenommenen amorphen kulturell-religiösen Bedrohung, sondern einer konkreten Bedrohung des eigenen privilegierten Zugangs zu staatlichen Ressourcen.

    So ist es. Man benötigt aber keine Untersuchung dazu. Es ist der Kampf um Ressourcen, wie auch das Untersuchen, wenn es denn Geld bringt, ein Abgraben von Ressourcen ist. Auch der verworrene Weg, der benutzt wird, um zu dieser einfachen Erkenntnis zu gelangen, ist leicht erklärlich, als Abtragen von Ressourcen.

    Zitat Helbling und Traunmüller
    Als Ergebnis davon sehen Menschen muslimische Migranten als Gefahr für die eigenen Lebensgewohnheiten und reagieren mit Abneigung gegenüber deren Praktiken und Forderungen.

    Auf dem Wege der Entwicklung haben wir diese Verhaltensweisen so verinnerlicht, daß sie nicht abbaubar sind. Sie sind auch sinnvoll. So ist das Abtrainieren, das sozialistische Experimente einmal mit der Zucht eines neuen Menschen in Angriff nahmen, zum Scheitern verurteilt. Die jetzige Propaganda wird ebenso scheitern. Sie wird spätestens mit der Gruppe untergehen, die sich davon beeinflussen läßt.

    Selbstverständlich werden Muslime dort weniger als Konkurrenz wahrgenommen, wo es keine fest gefügten anderen Gruppen gibt. Wer soll sie auch wahrnehmen? Es ist die Konkurrenzsituation, die zählt.

    So, und nun erweitern wir diese Aussage über Religionen noch auf Ideologien.

    Es bliebt also anzumerken, daß nur ein säkularer Staat, der sich strikt aus Religionen und Ideologien heraushält, überlebensfähig ist und die besten Bedingungen für die Aufnahme fremder Gruppen bietet. Nur der Staat, der keine Privilegien verteilt, ist fremdenfreundlich und wird Bestand haben. Das war viel Text für eine einfache Erkenntnis.

    Carsten

    http://thumulla.com/home/wer_verleiht_eigentlich_die_orden_.html

  4. KurtE says:

    Für die Schweiz mag das alles zutreffen. Für die BRD sieht es doch etwas anders aus.
    In der BRD ist zu beobachten, daß sich die Amtskirchen mehr und mehr für ihre Privilegien rechtfertigen müssen. Diese Amtskirchen kämpfen mit Mitgliederverlust und der gescheiterten Rechristianisierung der fünf neuen Länder. Deshalb holen sich die Amtskirchen den Islam mit ins Boot. Derzeit wird in der BRD versucht, ihn mit genausovielen Privilegien auszustatten, wie sie die Amtskirchen haben. Wohlwollend gefördert wird das von unseren Politikern. Haben sie doch gute Erfahrungen mit der Einbindung von Religion in Staatsaufgaben gemacht. Außerdem ist jeder Muslim auch irgendwie Wähler. Ein Ressourcenkonflikt ist da nicht wahrnehmbar. Wenn, dann gibt es einen ziwschen einfachen Bürgern und Asylbewerbern.

    In der BRD ist es so, wie es der Kommentator Wolfgang Röhl schrieb. Die meisten Menschen möchten die Erungenschaften, die sie für Erungenschaften der Aufklärung halten, nicht wieder herschenken. Die Ablehnung betrifft nicht den Islam per se, sondern Religion allgemein.
    Als Anhänger des “best practice” scheint mir persönlich eine noch genauere Kenntnis Ihrer “individualistischen Religion Islam” nicht notwendig, solange ich das Verhalten der Anhänger des Islam vor meiner Haustür beobachten kann. Diese Individuen machen es mir einfach, diese Religion genauso abzulehnen wie den Katholizismus oder den Cargo-Cult.

    Die von Ihnen empfohlenen akademischen Diskussionen innerhalb einer Religion sind für Nichtangehörige dieser Religion völlig irrelevant, solange sie keine praktischen Auswirkungen haben. Wenn Sie bitte so freundlich wären, uns über die praktischen Ausflüsse dieser Diskussionen zuinformieren?

  5. rote_pille says:

    der grund für die ablehnung sind die kriminalitäts- und geburtenraten, die früher oder später dazu führen, dass wir hier so leben werden wie die weißen bewohner in südafrika.

  6. St. Elmo says:

    Interessant finde ich allerdings das in Frankreich trotz Laizismus z.b. ein umfassendes Kopftuchverbot erlassen wurde. Sich aber im sekularen Deutschland die christlichen Amtskirchen für die Islamischen Religionsgruppen einsetzen.

  7. Klaas says:

    Hmmm, ich dachte immer die negative Einstellung zu den Muslimen kommt daher, dass G. W. Bush kein besserer Kriegsgrund eingefallen ist, um über Afghanistan und den Irak herzufallen (Iran ist ja immer noch auf der Liste). Seit dem 11.9. feuern unser Medien aus allen Rohren gegen den Islam, damit niemand fragt, warum wir da unten wirklich so viele Menschen umbringen. Papa Bush hatte immerhin die ziemlich originelle Geschichte, dass irakische Soldaten Babys auf den Boden werfen, um sich in den Brutkästen ihre Pizza warm zu machen. Der musste die Islam Karte nicht ziehen. Junior war aber für so einen Geschichte zu einfallslos. Und deshalb müssen wir die Muslime in nahen Osten hassen, weil sie Muslime sind, und die Muslime hier lieben, weil wir keine Rassisten sein wollen. Und wehe, Ihr kriegt da was durcheinander, sonst …

  8. Adebar says:

    Bei uns in Schleswig-Holstein führt die christliche Religion eher ein Sektendasein, sie ist öffentlich nicht wahrnehmbar, trotzdem gibt es auch bei uns eine ablehnende Haltung gegenüber den Muslimen.
    Zumeist tritt dieses Phänomen in den Ballungsgebieten auf, in den ländlichen Gegenden leben nicht so viele Moslems und die, die dort leben haben sich angepaßt. Die Anpassung ist auf dem Lande notwendig, da man sich sonst selber isoliert und ausgegrenzt wird.

    In den Städten ist die Situation eine andere, dort gibt es regelrechte Viertel in denen eine große Anzahl von Muslimen wohnen, dort ist eine Anpassung an die indigene Bevölkerung nicht mehr notwendig. Es entstehen Paralellgesellschaften, diese Paralellgesellschaften werden von der einheimischen Bevölkerung als Bedrohung angesehen. Muslime treten meisten in Gruppen auf, dies mag an der familiären Struktur der Migranten liegen oder dem Selbstschutz dienen.

    Eine Multikultur, also ein miteinander leben gibt es nicht, sobald Muslime/Migranten sich in eigenen Strukturen zusammenfinden. Sie isolieren sich bewußt selbst. Die Annehmlichkeiten ihres Gastlandes nehmen sie gerne an, unsere Kultur verachten sie.

    Ich denke bevor wir auf die Muslime eingehen, sollten diese einen Teil unserer Kultur annehmen, sie sind hier zu Gast und sie haben eine Bringschuld. Ressentiment gegenüber Muslimen lassen sich nur abbauen, wenn deren Anzahl in den Gastländern drastisch reduziert wird. Sie dürfen keine
    Paralellgesellschaften bilden und müssen sich den Geflogenheiten des Gastlandes anpassen. Wenn sie nicht Teil der Gesellschaft werden, dann werden sie automatisch zum Konkurrenten. Dies kann aber nur gelingen, wenn die Anzahl der Muslime von derzeit vier Millionen auf höchstens 100.000 zurückgeht und diese über das ganze Land verteilt werden.

    • jakob sparrov says:

      Werter Adebar! Ich kann Ihnen nur uneingeschränkt zustimmen! Doch dafür bedarf es starker Politiker und nicht batzweicher Diäten-Kassierer, die vor Geld und Machtgier nur mehr überall Nazis und Rassisten sehen, die ihre Pfründe gefährden könnten! Dort liegt in Wirklichkeit das “Konkurenzproblem”! Das “Volk” spürt das natürlich instinktiv und reagiert irgendwann ungehalten ob der neuen “Sauger” die ihm da angesetzt werden!

  9. K. Felgendreher says:

    Ich lehne den Islam ab, weil er mit unseren Grundwerten absolut inkompatibel ist. Der Islam ist von Grund auf Menschenverachtend und Frauenfeindlich und daran wird sich auch nie etwas ändern weil die Worte des Propheten Handlungsanweisungen sind, die von den seinen Anhängern wörtlich befolgt werden. Wer des verstehenden Lesens mächtig ist und sich mit den drei Büchern dieser “Religion” ein wenig beschäftigt; wer sieht, wieviel Gräueltaten im Namen dieser “Religion” verübt werden, kann sie eigentlich nur ablehenen.

    Um nur ein Beispiel heraus zu nehmen: Der Islam unterscheidet zwischen guten Menschen, die ins Paradies kommen und verachtenswerten Geschöpfen, denen die Hölle droht. Als aufgeklärter Mensch könnte man über dieses stupide Weltbild ja lachen. Leider kann man aber tagtäglich und an jeder Straßenecke beobachten, daß die Anhänger dieser Religion diesen Blödsinn tatsächlich glauben und sich für die überlegenen, besseren, edleren Menschen halten (Stichwort: Ehre). Allein dieser eine Punkt dieser “Religion” erfüllt imho den Straftatbatbestand der Volksverhetzung, weswegen sie eigentlich verboten werden müßte. Gegen wieviele Gesetze die hier praktizierte Paralleljustiz der Scharia und der Einsatz von Schlichtern verstößt, vermag sich niemand auszudenken.

    Mag sein, daß dieser Kommentar direkt im virtuellen Mülleimer landet, weil er politisch nicht korrekt ist. Wenn das so passiert, dann wäre dies nur ein Beleg für seine Richtigkeit, nämlich die bereits um sich greifende Selbstzensur, die Schere im Kopf weil man den Islam auch hierzulande nicht mehr gefahrlos kritiskieren kann: Entweder muß man direkt um seine Gesundheit fürchten oder darum, von den politisch Korrekten wahlweise als islamophob, rassistisch oder gleich als Nazi ins gesellschaftliche Abseits gestellt zu werden.

    • Ich fürchte, Sie bilden sich Ihr Urteil auf der Grundlage der falschen Religion. Das mit dem Paradies und der Hölle, das stammt aus dem Christentum. Aber sei’s drum. Ihr Kommentar ist ein gutes Beispiel dafür, wie Viertelwissen und auf keinerlei Fakten basierende Empfindungen, sich zur Ablehnung eines Popanz’ steigern, den Sie selbst aufgebaut haben.

      Ansonsten können Sie sich über die Vorstellung von Janna (Paradies) im Koran hier kundig machen:

      http://www.religioustolerance.org/isl_para.htm

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