PEW-Research: AfD ist eine gute Sache – Rassismus bestenfalls Randerscheinung

Schlechte Nachrichten für all diejenigen, deren Lebensunterhalt darauf basiert, die Gefahr von Rechts, den Rassismus gegen Muslime oder Juden zu beschwören und die AfD als politische Extremisten zu brandmarken.

Eine neue Studie des PEW-Research Institutes in Washington, die sich mit der Einstellung u.a. der Deutschen zur EU, zu euroskeptischen Parteien und zu Juden, Muslimen und Roma beschäftigt, kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Pew RomaGegen Juden bestehen in Deutschland kaum Ressentiments. Gefragt ob sie einen vorteilhaften (favourable) oder einen unvorteilhaften (unfavourable) Eindruck von Juden haben, sagen 9% der Deutschen, sie hätten einen unvorteilhaften Eindruck, 80% geben an, sie hätten einen vorteilhaften Eindruck. Zum Vergleich: In Polen haben 28% der Befragten einen unvorteilhaften Eindruck von Juden und 59% eine vorteilhaften Eindruck.
  • Unvorteilhafte Eindrücke gegenüber Muslimen sind in Deutschland deutlich verbreiteter: 24% geben an, einen unvorteilhaften Eindruck von Muslime zu haben, während 69% von sich sagen, sie hätten einen vorteilhaften Eindruck von Muslimen. Auch damit fällt Deutschland nicht aus der Reihe: In Italien haben 61% der Befragten einen unvorteilhaften Eindruck von Muslimen, 31% einen vorteilhaften.
  • Unvorteilhafte Eindrücke von Sinti und Roma sind dagegen bei den Befragten der sechs Ländern, die in der Untersuchung von PEW berücksichtigt wurden, weit verbreitet: 34% der deutschen Befragten haben einen unvorteilhaften Eindruck von Sinti und Roma, 52% einen vorteilhaften. Dagegen haben 86% der Italiener einen unvorteilhaften Eindruck von Sinti und Roma, nur 9% einen vorteilhaften.

Angesichts dieser Ergebnisse kann man das regelmäßig widerkehrende Lamento davon, dass in Deutschland bereits die Mitte rassistisch oder rechts sein soll, nur als vollkommen Unsinn bezeichnen.

Auch die Versuche, die AfD als randständige Erscheinung extremistischer Deutscher auszugrenzen, werden von der Mehrheit der von PEW Befragten nicht geteilt:

Afd good thingGefragt, ob sie den Aufstieg der AfD als eine gute Sache ansehen, weil dadurch Themen in die Öffentlichkeit getragen werden, die von traditionellen Parteien vernachlässigt werden, oder ob sie der Meinung sind, der Aufstieg der AfD sei eine schlechte Sache, weil die Partei zu extrem sei, geben 50% der deutschen Befragten an, dass sie die AfD für eine gute Sache halten, 41% sagen, die AfD sei keine gute Sache, und 9% haben keine Meinung.

Diejenigen, die die AfD als schlechte Sache ablehnen, finden sich vornehmlich auf der linken Seite des politischen Spektrums [wobei selbst unter den Befragten, die sich auf dem politischen Spektrum links einordnen, 45% der Ansicht sind, die AfD sei eine gute Sache]. Zustimmung zur AfD herrscht dagegen in der Mitte (51%) und Rechts (56%) vor. 59% der befragten Männer halten die AfD für eine gute Sache gegenüber 42% der befragten Frauen. Mehrheitlich Unterstützung findet die AfD unter den 18-29jährigen (51%) und den 30-49jährigen (57%). Die Ansicht, die AfD sei eine gute Sache wird hingegen von einer Minderheit der Befragten geteilt (46%), die 50 Jahre oder älter sind.

Die Unterstützung der AfD findet sich entsprechend eher unter jungen oder mittelalten Männern, die sich nicht als links bezeichnen.

Wie es scheint, sind die Deutschen mehrheitlich weder Rassisten noch negativ gegenüber der AfD eingestellt. Die Rassismus-Hysteriker und AfD-Feinde sind somit eine gesellschaftliche Minderheit, die die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat oder erkennen will.

Die Untersuchung von PEW wurde in sechs europäischen Ländern durchgeführt: Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Die Befragung erfolgte telefonisch. Befragt wurden in Deutschland 1000 Personen im Alter von 18 Jahren oder älter.

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15 Responses to PEW-Research: AfD ist eine gute Sache – Rassismus bestenfalls Randerscheinung

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  2. Oh ha. Angesichts dieser Zahlen wird einem gewissen “Max” von den “AfD-Watchern” schon wieder der säuerliche Geifer vom Zahn auf die Finger tropfen, so dass es die Buchstaben von den Tasten ätzt. 😀

  3. Konrad Schlenker says:

    Am Rande: Die Bezeichnung »Sinti und Roma« wurde, wenn ich es recht sehe, von PEW nicht verwendet, gefragt wurde vielmehr nur nach »Roma«. Die Doppelbezeichnung »Sinti und Roma« ist ein von Aktivisten erfundener Kunstbegriff, die Sinti selbst lehnen ihn überwiegend ab.

    Und mit dem Bezeichnungswechsel von »Zigeuner« auf »Sinti und Roma« ist im übrigen auch nicht etwa eine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung des Ansehens der Zigeuner bzw. Roma einhergegangen: »Es sind vor allem die positiv besetzten, romantischen Bilder, die aus dem gesellschaftlichen Bewusstsein schwinden. Negative Stereotype werden hingegen umgedeutet und für die Gegenwart adaptiert.«
    (Zwischen Gleichgültigkeit und Ablehnung – Bevölkerungseinstellungen gegenüber Sinti und Roma, Studie im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2014, S. 97 / http://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Aktuelles/DE/2014/Studie_Sinti_Roma_20140903.html)

  4. Andreas Damm says:

    Da ich viele von der AfD vertretene Ideale teile, ist mir dieser Artikel natürlich sehr sympathisch.

    Allerdings möchte ich an Ihren Artikel “DEXIT? Laufende ScienceFiles-Umfrage: Immer mehr wollen aus der EU austreten” erinnern, in dem Sie sehr schön dargelegt hatten, wie “repräsentativ” solche Befragungen sind – nämlich gar nicht.

    Aus diesem Grunde lese ich auch diesen Artikel hier, trotz aller Sympathie, mit einer erheblichen Skepsis, weil meine tägliche Erfahrung in meinem kleinen Dunstkreis nicht mit dem Befragungs-Ergebnis der PEW-Stifungen übereinstimmt. Dort gibt es eine Mehrheit von Menschen, die der AfD sehr fern stehen und dies auch sehr klar zum Ausdruck bringen.

    Diese Mehrheit läßt sich leider immer noch von dem täglichen Schwachsinn, mit welchem wir durch die Politik, die öffentlich-rechtlichen Sender und die Mainsstream-Presse berieselt werden, beeinflussen.

    P.S. für die Redaktion:
    In dem Absatz “Angesichts dieser Ergebnisse kann man das regelmäßig widerkehrende Lamento davon, dass in Deutschland bereits die Mitte rassistisch oder rechts sein soll, nur als vollkommen Unsinn bezeichnen.” sind zwei Schreibfehler enthalten, die korrigiert werden könnten.
    Es müßte richtig heißen: “Angesichts dieser Ergebnisse kann man das regelmäßig wiederkehrende Lamento davon, dass in Deutschland bereits die Mitte rassistisch oder rechts sein soll, nur als vollkommenen Unsinn bezeichnen.”
    Das P.S. braucht meinetwegen nicht mit veröffentlicht werden (oder zu werden? Deutsche Sprache – schwere Sprache…)

    • Sehr gut!
      Skepsis ist immer angebracht. Aber was man sicher sagen kann, ist, dass unter den von PEW Befragten, eine Mehrheit die AfD für eine gute Sache hält. In wiefern die Ergebnisse repräsentativ sind, ist eine andere, aber letztlich keine interessante Frage, denn wenn man, wie PEW, 1000 Leute zufällig auswählt, dann ergeben sich die berichteten Ergebnisse. Insofern dieses Vorgehen genau das Vorgehen ist, mit dem ansonsten die Durchführung von Gesetzen oder der Nachweis der Notwendigkeit, gegen den “Rassismus der Mitte” vorzugehen, geführt wird, muss man also feststellen: Die Befragung von PEW falsifiziert alle zuvor durchgeführten Befragungen, die zu einem gegenteiligen Ergebnis gekommen sind.

  5. Danke fürs verlinken der Studie 🙂 Ist mal verlinkt auf fox23.de

  6. hope says:

    Helmut Kohl sagte mal über die negativen Kommentare zu seiner Person, die seien ihm egal, weil es nicht wichtig sei, wie über ihn geschrieben würde, wichtig sei, daß er im Gespräch bleibe. Denselben Effekt haben die Angriffe auf die AfD. Die wird genau darum populär vor allem in der bürgerlichen Mitte.
    Eine Masse definiert sich auch und gerade durch Angriffe und wird damit gestärkt.

    Würde Gauland sein Beharrungsvermögen mal hinterfragen und nicht ständig die Deutungshoheit über die AfD übernehmen wollen, wäre die AfD schon einen bedeutenden Schritt weiter.

    Bernd Lucke ist Wirtschaftsprofessor und sicher die beste Wahl für den Parteivorsitz. Die Basis sollte disziplinierter werden und die Presse einfach Presse sein lassen.

    Wenn Frauke Petry ihren enervierenden Kampf aufgibt, und davon gehe ich aus, hat die AfD gute Chancen, eine bedeutende Größe im Parteienspektrum zu werden.
    Bernd Lucke hat mich schön öfter überrascht. Was Alexander Gauland mit dem Hammer versucht, tariert Bernd Lucke mit einem Schraubenzieher aus. Daß er es geschafft hat, die AfD in der EKR unterzubringen gegen die Attacken von Cameron und Merkel, war grandios. Nun kann er sich in Ruhe für das britisches Referendum stark.

    Und ebenso grandios war sein Änderungsantrag zu TTIP. Mit nationalen Opt-out-Klausel kann man dem Freihandel beruhigt entgegen sehen, weil weder Schiedsgerichte noch Chlorhühner damit eine Chance haben. Und die lästige Linke, die unbedingt nach Moskau marschieren will, ist er auch losgeworden. Alexander Gauland sollte sich noch mal besinnen und über die Achse Paris-Berlin-Moskau nachdenken, die Anbiederungspolitik Schröders an Putin war ein Horror. Ich denke, daß Gauland genau daran scheitern wird.

    Bernd Lucke bleibt unaufgeregt und hält sich im Auge des Taifuns. Daß er nicht nicht auf jede Rede eine beleidigte Gegenrede schreibt, macht ihn gerade geeignet.

  7. Kosendey says:

    Ich wette mein gesammtes Jahresgehalt, daß von dieser Studie in unseren Qualitätsmedien gar nicht oder nur gaaaaanz am Rande berichtet wird… Am allerbesten wäre ja, man könnte die Urheber am Institut irgendwie als “rechts” darstellen… So, ihr linksgrünen Denuntianten, ich helfe euch mal ein wenig. Das Institut ist ja nach Joseph Newton Pew benannt und der war ein Ölindustrieller… hey… da kann man doch was draus machen! Öl UND Industrieller! Na? Triggert da nix?

  8. Kontinent says:

    Positionen #1: Krieg oder Frieden in Europa – Wer bestimmt auf dem Kontinent?

  9. hgb says:

    “◾Unvorteilhafte Eindrücke gegenüber Muslimen sind in Deutschland deutlich verbreiteter: 24% geben an, einen unvorteilhaften Eindruck von Muslime zu haben, während 69% von sich sagen, sie hätten einen vorteilhaften Eindruck von Muslimen. Auch damit fällt Deutschland nicht aus der Reihe: In Italien haben 61% der Befragten einen unvorteilhaften Eindruck von Muslimen, 31% einen vorteilhaften.”

    Ist da eine “vorteilhaft” und “unvorteilhaft” Verwechslung bei den beiden Ländern unvorteilhaft erfolgt?

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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