Germanen Kult bei Grünen: Baumwoll-Dämonen, besessene Busfahrer und Thor Steinar

Deutschland 2015. Dämonische Kräfte treiben ihr Unwesen. Nur wenige wagen sich, den Dämonen in den Weg zu stellen, jenen Dämonen, die in ordinären Kleidungsstücken versteckt, in t-Shirts, in Thor Steinar t-Shirts, dem Baumwolle gewordenen Bösen, die sterbliche Hülle schwäbischer Busfahrer bekleiden und benutzen, um ihr zerstörerisches Werk als Busfahrer verkleidet, durchzuführen.

gargoyleWenige stellen sich den Baumwoll-Dämonen in den Weg. Nur dem wackeren Jörg Rupp ist es überhaupt zu verdanken, dass die zarten Anfänge institutioneller Inquisition, wie sie z.B. beim Regierungspräsidium Karlsruhe vorhanden sind, in Bewegung ge- und in Druck umgesetzt werden, damit der Arbeitgeber des Busfahrers, der von Baumwoll-Dämonen besessen ist, den Besessenen entlässt und fortan wieder in reinweißer Weste abgelehnte Asylbewerber zum Flughafen kutschiert.

Wir zeichnen die Geschichte des heldenhaften Kampfes gegen Baumwoll-Dämonen hier zu Dokumentationszwecken und für eine hoffentliche rationale Nachwelt auf.

Wie alles begann:

Jörg Rupp engagiert sich gegen die Abschiebung von Asylbewerbern. Von zuhause aus. Von zuhause aus verfolgt er die Vorgänge, die das Freiburger Forum im Internet dokumentiert und zuhause hat er ein Foto von einem Busfahrer, der abgelehnte Asylbewerber zum Flughafen fährt, gesehen, das den Mann in einem t-Shirt von Thor Steinar zeigt.

Thor Steinar!

Empörung bitte: Thor Steinar!

Jörg Rupp hat umfassendes Wissen über Thor Steinar:

Thor Steinar ist “eine Designermarke für und von Rechte[n]”, schreibt Rupp. Das behauptet die Antifa. Eine gute und verlässliche Quelle. Wikipedia schreibt, dass Thor Steinar ein “Spiel mit mehr oder weniger verhohlenen Andeutungen an der Grenze zur Strafbarkeit” betreibt, wobei die Andeutungen sich auf einen Germanen-Kult richten. Wikipedia muss das wissen ,und Wikipedia ist natürlich die Quelle, wenn es um Germanen Kult und Anspielungen durch Thor Steinar geht – die objektive Quelle.

GargoyleUnd dann weiß Jörg Rupp noch: Thor Steinar bekommt man nur in “einschlägigen Shops”. Auf Grundlage seiner gesammelten Erkenntnisse darüber, dass Thor Steinar in “einschlägigen Shops” vertrieben wird, Andeutungen auf einen Germanen-Kult macht und “eine Designermarkte für und von Rechte[n]” ist, hat Jörg Rupp einen Handlungsplan entworfen und etwas gemacht, denn: “Dass ein Rechtsextremer Abschiebefahrten durchführt – das geht in meinen Augen gar nicht”.

Nun wissen wir eigentlich überhaupt nichts über den Busfahrer, außer dass er ein t-Shirt getragen hat, dass Jörg Rupp kraft seiner Informationen aus Antifa und Wikipedia als von einer dunklen Macht, einer dunklen rechtsextremen Macht besessen ansieht, eine rechtsextreme Macht, die sich auf den Träger niederzulassen, ihn zu besetzen scheint, so sehr, dass man vom rechtsextremen t-Shirt durch klassischen Fehlschluss der Bejahung des Konsequens auf die rechtsextreme Einstellung des Busfahrers schließen kann.

Dieser Schluss ist nur auf Basis des Glaubens an eine dunkle, eine dämonische Macht und damit eine Re-Inkarnation irrationaler Glaubensinhalte, die man im Jahre 2015 nicht für möglich gehalten hätte, möglich. Ebensowenig hätte man die folgende Quelle dieses neuen Dämonenglaubens, der unter Grünen zu grassieren scheint, für möglich gehalten:

Justiz in alter Zeit“In gleicher Weise ‘heilig’ waren die Gegenstände, die für ihr Leben besondere Bedeutung hatten, wie z.B. Waffen, Schiffe, Glocken, das Haus, der Herd. Der Umgang mit diesen erforderte nicht nur Geschicklichkeit, sondern auch den Gleichklang der heiligen Kräfte, welcher oft durch bestimmte Zeremonien hergestellt werden musste, z.B. durch Richtfeste des neuerbauten Hauses, durch bestimmte Praktiken beim Schmieden des Schwertes. Manche Gegenstände verloren ihre übernatürliche, im Normalfall nicht zu beherrschende Kraft nie. Sie wurden außerhalb der Ordnung des Lebens gestellt, ex-kommuniziert und […] ‘tabuisiert’. Sie wurden gemieden und gefürchtet, zugleich aber insgeheim begehrt und verehrt. Das führte zur Ausbildung bestimmter magischer Praktiken und/oder Personen, die ein streng ritualisiertes Freisetzen und Wirkenlassen dieser dämonischen Kräfte ermöglichten. (Schild, 1989: 61)”

Die beschriebenen Praktiken beziehen sich auf die alten Germanen, sie haben Gegenständen wie beschrieben, dämonische Kräfte zugeschrieben, ähnlich wie dies Jörg Rupp mit t-Shirts von Thor Steinar tut, bei denen es sich offensichtlich um die zuletzt beschriebenen ex-kommunizierten Gegenstände handelt, die gefürchtet und begehrt zugleich sind und ein “streng ritualisiertes Freisetzen … dieser dämonischen Kräfte” verlangen.

Im vorliegenden Fall hat Jörg Rupp versucht, die dämonischen Kräfte durch das ritualisierte Schreiben einer Beschwerde-eMail an das Regierungspräsidium Karlsruhe freizusetzen, die er gleich an eine Reihe von Zeitungen weitergeleitet hat, um Journalisten als Helfer beim Exorzismus der Baumwoll-Dämonen zu gewinnen.

Offensichtlich unterhält das Regierungspräsidium Karlsruhe bereits eine Abteilung, die sich mit dem Exorzismus von Baumwoll-Dämonen beschäftigt und sich derzeit noch damit begnügt, verdächtige Besessene und ihre Arbeitgeber mit Zwang zu behandeln, der Marke: Entweder der Busfahrer wird entlassen oder das Busunternehmen “Eberhardt” aus Engelsbrand erhält keine öffentlichen Aufträge mehr.

Ein sehr wirkunsvoller Exorzismus, dem zwischenzeitlich der Busfahrer zum Opfer gefallen ist. Damit ist den Baumwoll-Dämonen die Möglichkeit genommen, am Steuer von Fahrzeugen, die dem Abtransport von Asylbewerbern gewidmet sind, Unheil anzurichten, und Jörg Rupp hat bewiesen, dass auch Grüne Anhänger eines Germanen-Kults sind, nämlich dem oben dargestellten. Ob ihm das einen entsprechenden Eintrag bei Wikipedia, dem Online-Lexikon, das für seine intime Kenntnisse von Germanen-Kulten und ihren Andeutern bekannt ist, einbringt, bleibt abzuwarten, ebenso wie abzuwarten bleibt, ob Jörg Rupp der Ehren halber in Opus Dei aufgenommen wird.

Die Praxis, einen Sündenbock zu bestrafen, um die eigene Schuld und Mitwirkung an der Asylgesetzgebung zu sühnen, eine Schuld, die Grünen wie ein Dämon auf der Schulter sitzt, sie ist übrigens noch älter als der beschriebene Germanen-Kult. Man kann Jörg Rupp also nicht vorwerfen, dass er geistig nur hinter die Renaissance zurückgefallen wäre. Und wer in Zukunft nicht als Sündebock gehandelt werden will, als Busfahrer, der trägt Birkenstock-Schuhe oder Sandalen, kurze Hosen zu seinen bleichen Beinen, lässt sich die Haare wachsen und setzt eine Optiker Meise Brille auf. Die beschriebenen Insignien sind besser als Knoblauch, wenn es darum geht, die Baumwoll-Dämonen-Seher abzuwehren.

In jedem Fall ist es notwendig, zum Ende dieses Posts noch einmal darauf hinzuweisen, dass wir im Jahre 2015 leben, also im Jahr 700 nach dem Einsetzen der Renaissance, die – so glaubte man damals – der Vernunft und Ratio zum Durchbruch verholfen hat.

Es ist übrigens kaum zu erwarten, dass die Entlassung des Busfahrers vor irgend einem Arbeitsgericht einer Überprüfung standhält. Wer die Geschichte verfolgen kann, wir sind für entsprechende Informationen dankbar.

Schild, Wolfgang (1989). Missetaten und Missetäter. In: Hinckeldey, Christian (Hrsg.). Justiz in alter Zeit. Rotheburg o.d.T.: Mittelalterliches Kriminalmuseum, S.59-296.

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