Rechte sind die neuen Juden: In der FAZ stürmert’s

Doktortitel für Juden. Wenn der Professor das arische Auge zudrückt. An der Universität Greifswald wurde ein Jude promoviert. Wusste der Professor davon? Seine eigene Vita lässt an einem Versehen zweifeln, hatte der Professor doch schon in der Vergangenheit Kontakt mit Juden.

So kann man sich Zeitungstexte vorstellen, die nach der Machtergreifung der Nazis in den Zeitungen des Deutschen Reiches erschienen sind, in denen sich die Journalisten gegenseitig mit Bücklingen und Anbiederungsversuchen an die neuen Machthaber überboten haben. Wer es nicht glaubt, der kann sich jederzeit in dem umfangreichen Werk von Ian Kershaw und vor allem in dessen Auswertungen der entsprechenden Gestapo-Dokumente für Würzburg kundig machen.

Heute sind bei Zeitungen natürlich keine Anbiederer und Bücklinge zu finden, denn heute leben wir in einer Demokratie. Deshalb liest sich Faschismus heute wie folgt:

“Doktortitel für Nazi. Wenn der Professor das rechte Auge zudrückt. An der Universität Greifswald wurde ein Jurist promoviert, der zuvor Sänger einer rechtsradikalen Band war. Wusste der Professor davon? Seine eigene Vita lässt an einem Versehen zweifeln.”

Jochen Zenthöfer ist für diesen Text in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verantwortlich, der sich nur graduell von Texten unterscheiden, die man auch im Stürmer von Julius Streicher hätte finden können. In diesem bemerkenswerten Dokument der in Deutschland immer weiter um sich greifenden Rechtsphobie, die mit einem Verlust rudimentärer kognitiver Funktionen einhergeht, reiht Zenthöfer nicht nur einen logischen Fehlschluss an den nächsten, er denunziert den von ihm namentlich genannten Professor Ralph Weber als zumindest Freund, wenn nicht Förderer von Nazis (früher wäre Weber wohl als Judenfreund beschimpft worden) und legt Universitäten nahe, Doktortitel nur noch nach einer Prüfung der Gesinnung des Doktoranden zu vergeben.

Deutschland 2016 oder Deutschland 1933?

Der Reihe nach.

Zenthöfer echauffiert sich darüber, dass ein 1984 geborener Promovend an der Universität Greifswald einen Doktortitel erhalten hat, der einst bei “Hassgesang” Texte von sich gegeben hat, die, was den Sinn der darin verbreiteten Inhalte angeht, von dem, was man ansonsten aus Radios zugemutet bekommt, wenig abweichen. Aber Hassgesang zählt als Neonazi-Band, und deshalb ist der Unsinn in Textform von Hassgesang ein anderer Unsinn als z.B. der Unsinn, den “die Siffer” so von sich geben.

Überhaupt scheint der Rechten-Hype, den Parteien, Politiker und von Steuerzahlern finanzierte Institutionen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung verbreiten, in Deutschland eine geistige Pogrom-Stimmung geschaffen zu haben, die es Journalisten, die gerne ihr Fähnchen in den Wind hängen, angeraten erscheinen lässt, sich auf die Seite der vermeintlich Guten zu schlagen und sich als Kämpfer gegen die bösen Rechten zu profilieren.

Die bösen Rechten, die Jochen Zenthöfer bekämpft, sie finden sich in Person des bereits genannten “Mannes”, von dem Zenthöfer nicht weiß, ob er das Gedankengut, das den Text seiner Lieder ausgemacht hat, noch teilt. Der Mann ist natürlich Maik Bunzel, der schon vor Jahren durch linke Netzwerke getrieben wurde, weil er eine Stelle als Proberichter am Amtsgericht Lichtenfels angetreten hatte.

Promoviert wurde Bunzel im Februar 2016:

Bunzel, Maik
Thema: Der privatärztliche Vergütungsanspruch gemäß der GOÄ im Spannungsfeld des medizinischen Fortschritts
Gutachter: Prof. Dr. jur. Ralph Weber, Prof. Dr. jur. Hans-Werner Eckert
Tag der mündlichen Prüfung: 23. Februar 2016

Ihm gilt jedoch nicht die Aufmerksamkeit von Zenthöfer. Er ist vielmehr damit beschäftigt, den Professor, der Bunzel promoviert hat, öffentlich zu diffamieren, namentlich. Die Verfehlungen des Professor Ralph Weber von der Universität Greifswald, die Zenthöfer auflistet, sind die folgenden:

  1. Weber hat gegen den Ausschluss von zwei NPD-Kandidaten von der Landratswahl 2008 protestiert – auf den Briefbögen der Universität Greifswald.
  2. Weber hat gegen das Verbot der Kleidung der Marke “Thor Steinar” auf dem Campus der Uni Greifswald protestiert.
  3. Weber hat der ‘Jungen Freiheit’ ein Interview gegeben.
  4. Weber hat vor Deutschen Burschenschaftlern einen Vortrag gehalten.
  5. Weber kandidiert für die AfD bei den Landtageswahlen in Mecklenburg-Vorpommern.
  6. Und natürlich: Weber hat Maik Bunzel, ehemals bei Hassgesang, promoviert.

Das sind gravierende Verfehlungen, wenn man die sehr enge Weltsicht von Zenthöfer teilt. Es ist mit Ausnahme des unter 1 genannten Vorfalls nicht der Rede wert, wenn man sich demokratischen Verfahrensweisen verpflichtet fühlt. Dass der Professor eine private Stellungnahme auf Papier der Universität Greifswald schreibt, vermutlich, um im titelgläubigen Deutschland seinen Ausführungen mit dem Briefkopf mehr Gewicht zu verleihen. ist ein Missbrauch seines Amtes, aber nichts Ungewöhnliches. Gerade in linken Netzwerken sollte das bekannt sein, da entsprechende Professoren regelmäßig mit ihrer Dienstbezeichnung offene Briefe unterschreiben.

Ansonsten sind die Anklagepunkte nur ein Zeugnis für die intellektuelle Öde, in der Zenthöfer leben muss. In dieser Öde gibt es nicht einmal eine Vorstellung davon, was ein Fehlschluss ad hominem ist. Dieser Fehlschluss liegt vor, wenn man das, was jemand sagt oder schreibt, wegen eines Merkmals, das in dessen Person begründet ist, ablehnt, sich also mit dem Gesagten gar nicht auseinandersetzt. Man kann den heute so beliebten Fehlschluss ad hominem auch als Rassismus der Gutmenschen bezeichnen, denken doch Personen wie Zenthöfer, es reiche aus, Nazi zu schreien, um Argumente vom Tisch zu wischen.

Das tut es aber nicht. Schon gar nicht an Universitäten. An Universitäten zählt die Leistung eines Studenten oder Promovenden, nicht seine Gesinnung. Bei Zeitungen, bei der FAZ mag dies anders sein, dort mag ein Journalist wegen seiner Gesinnung eingestellt oder entlassen werden. An Universitäten zählen nur Kenntnisse, Wissen und Fähigkeiten dessen, der sich z.B. als Doktor der Rechtswissenschaft qualifizieren will.

Insofern müsste man Ralph Weber eigentlich ein Denkmal setzen, denn er hält die Rationalität in einem Sumpf von Unsinn und Idiotie hoch und besteht darauf, dass die Leistung und nicht die Gesinnung an Universitäten bewertet wird. Das wiederum findet Zenthöfer nicht in Ordnung, und er wirbt ganz offen dafür, dass Universitäten ihre Promovenden nach Gesinnung aussuchen und Doktoranden, die zwar fachlich geeignet sind, die aber die falsche Gesinnung mitbringen, ablehnen, so wie das schon im Dritten Reich und in der DDR praktiziert wurde. Auf einen solchen Vorschlag muss man erst einmal kommen. Er ist nicht unbedingt naheliegend, macht aber deutlich, warum der Journalismus in Deutschland derzeit einen Niedergang erlebt: Offensichtlich wird nach Gesinnung ausgewählt und nicht nach Fähigkeit.

Logo Uni GreifswaldDas jämmerlichste Bild in dieser Geschichte aus 1933 oder 2016 liefert jedoch die Universität Greifswald ab, die sich – wohl auf Anfrage von Zenthöfer, “entsetzt zeigt”, dass sie (wer auch immer) „nun im Zuge einer Presseanfrage zur Kenntnis nehmen muss, dass kürzlich an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät ein medizinrechtliches Promotionsverfahren von einer Person abgeschlossen wurde, der laut Medienberichten rechtsextreme Äußerungen zugeschrieben werden …“. So ähnlich müssen sich Universitäten bzw. deren Verantwortliche im Jahre 1933 an die NSDAP angebiedert haben und so ähnlich werden sie im Dritten Reich die Sache der Wissenschaft verraten haben.

Hannah Arendts Banalität des Bösen, sie ist hier in Aktion zu bestaunen und dabei wird klar, dass es nicht Druck oder Zwang durch die Nazis waren, die z.B. deutsche Hochschulen in den Gleichschritt mit SA und SS gebracht haben, sondern deren Lust sich anzubiedern, die wiederum aus einer Rückgratlosigkeit gepaart mit intellektuellen Defiziten gespeist wird, die die Idee von Wissenschaft und den Zweck von Hochschulen hinter das eigene Bemühen, sich an die Machthaber anzubiedern, um dann, wenn der Lynchmob wieder gegen diejenigen loszieht, die gerade als falsch angesehen werden, gegen die heutigen Juden, auf der richtigen Seite zu stehen.

Wer das Buch von Richard J. Evans, „The Third Reich in Power“ und darin Kapitel 3 „Struggle Against the Intellect“ kennt, der hat ein Deja vu und weiß wirklich nicht mehr zu sagen, ob er 1933 oder 2016 lebt.

Die Herrschaft von Faschisten zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass Gesinnung ein Kriterium des gesellschaftlichen Aufstiegs ist. Wenn Zenthöfer fordert, den Zugang zu akademischen Titeln von der Gesinnung abhängig zu machen, offenbart er sich in gleicher Weise als Faschist, wie all diejenigen, die denken, man könne fachliche Qualifikation durch den Ruf “Nazi” in Abrede stellen.

 

Helfen Sie uns dabei, ScienceFiles vom Hobby zum fest etablierten Blog zu machen. Machen Sie mit beim ScienceFiles-Projekt.

Mit Ihrer Spende können Sie dazu beitragen, dass wir uns nicht mehr nur nebenbei um ScienceFiles kümmern können und uns dem, was wir investigative Wissenschaft und angewandte Sozialwissenschaft nennen, voll widmen können.

Paypal:

PAYPAL

Spendenkonto:
Wir empfehlen Transferwise, um die horrenden Bankgebühren deutscher Banken zu vermeiden.

  • Bank: Tescobank plc.
  • Accountname: ScienceFiles-Account
  • BIC: TPFGGB2EXXX
  • IBAN: GB40TPFG40642010588246
  • Kontoinhaber: Michael Klein
  • Bankgebühren umgehen mit Transferwise
Print Friendly, PDF & Email

About Michael Klein

… concerned with and about science

21 Responses to Rechte sind die neuen Juden: In der FAZ stürmert’s

  1. Und die Links-Grünen sind die neuen Nazis.

  2. rolf says:

    Ich weiss nicht wer das gesagt hat aber dieser Spruch scheint zu stimmen:
    ” Manche Menschen sind so Links das sie Rechts wieder rauskommen und
    manche so Rechts das sie Links wieder rauskommen”

    • Marcus Junge says:

      Vielleicht sind Rechte aber keine Nazis, sondern stehen die stehen genau da, wo sie sich selber immer verorteten, Links? Hitler ist der deutsche Lenin, so Goebbels in einer Rede frühe 20’er. Das Parteiprogramm der NSDAP fußt auf dem Kommunistischem Manifest, Anfang der 20’er. Die Propaganda der UdSSR und der NSDAP waren so identisch, man bräuchte nur die typischen Symbole und die regionalen Trachten austauschen. Goebbels bezeichnete Anfang der 30’er die NS-Bewegung als einzig legitime deutsche linke Partei. Hitler beschwert sich im Untergang Anfang 45 noch darüber zwar im eigenen Lager (Links) aufgeräumt zu haben, aber nicht bei den Rechten, was ihm Kriegsniederlage und Stauffenberg einbrachte.

      Und das NS = Faschismus und NS = Rechts dann auch noch in Moskau erfunden wurde, kann nur die üblichen unwissenden Umerziehungsopfer überraschen. Aber ja doch, NS = Rechts, obwohl selbst hier deutlich ein “S” für Sozialismus steht.

      PS: 1983 produzierte die ARD / BR 2 Dokufilmchen zu 45min. “Warum sie Hitler wählten” und “Warum sie Hitler folgten”. Darin kamen echte Zeitzeugen zu Wort. 15 Jahre später sah das dann ganz anders, da kamen dann die” Zeitzeugen”, die 1945 mit 6 Jahren das ganze 3. Reich durchschaut hatten vor die Kamera, um sich bei Guido Knopp zu entleeren, mit all ihrem “Fach- und Sachwissen”, erlangt in 70 Jahren Umerziehung.

      Was hörte man da 1983 also?
      In den Arbeitervierteln hingen Hakenkreuz und Rote Fahne Fenster an Fenster.
      Nach der Machtübernahme wechselten viele Kommunisten die Fahne, so auch “ich”.

      Eventuell finden sich die beiden Filme immer noch bei Youtube, ebenso wie “The Soviet Story”, in welchem man die ganzen Dinge vom Textanfang sehen kann. Aber ist eh sinnlos, der BRD’ler liebt seinen “rechten” Nazi viel zu sehr, als sich von der Wirklichkeit beeindrucken zu lassen.

  3. Walther says:

    Gut, dass Sie an diese Zusammenhänge nochmals erinnern. Der größte sprachliche Umerziehungstrick ist den sog. “Linken” gelungen, als es ihnen gelungen ist, im Sprachgebrauch der Medien den Gesinnungskomolex “Rechts” (was vom Ursprung her eigentlich “Konservativ” bedeutet) mit NS-Nähe zu verquicken. Die politisch Unbedarften in unserer Bevölkerung sind diesem Trick fröhlich auf den Leim gegangen.

  4. Markus says:

    Noch ein Detail am Rande: HItler war der erste, der konsequent das Potenzial fanatisierter Frauen ausschöpfte und seine Wählerinnen konsequent gegendert als “Volksgenossinnen” ansprach – immer heisst es “Volksgenossen und -genossinnen”. Ein Schelm, wer böses denkt !

  5. D. Andreoli says:

    Das habe diejenigen aus der Vergangenheit gelernt, die immer stolz sagen: “Wir haben aus der Vergangenheit gelernt.”

  6. willybald stör says:

    Diese und weitere Presseorgane die früher(vor 20 Jahren und vorher) noch lesbar waren
    und für eine journalistische Charakterfestigkeit gestanden haben wurdem im Zuge
    des heutigen linksfaschistischen(große Teile der NSDAP gehörten zu diesen Konsorten) kollektivistischen Unterwanderungsstrom des internationalsozialismus der DDR vereinnahmt.
    Diese Presseerzeugnisse taugen nicht einmal als Klopapier.
    Das sind die Erfolge der Bogenseeausbildung auch unserer heutigen Machthaber.
    Die Bevölkerung ist noch satt.Nehmen wir ihnen den Wohlstand, so das Motto dieser Figuren.

  7. fritz says:

    Ne Hassgesang gehört selbst in der Nazi Musik Szene zum schlechtesten und übelsten was es gibt.

    Und Nazis haben noch immer nichts mit Rechts zu tun-selbst das Linksversiffte Wikipedia weist daraufhin das sich die Nazis in ihre Hymne DIE FAHNE HOCH von RECHTs abgrenzen!Dort heisst es nämlich das die REAKTION(Reaktionäre=Rechte)Nazis erschossen hätten.

    Rechts=Marktwirtschat Nazis=Gegen Marktwirtschaft!Rechte waren für Nazis genauso Ausbeuter wie für Kommunisten!
    Gestern ist mir auch eingefallen das ich noch nie eine Rede von Nazis gehört habe die von Deutschen sprach(ja von Deutschland wurde natürlich gesprochen),es wurde immer an die ARBEITER appeliert genauso wie es die Kommunisten und Sozialdemokraten taten.

    Patriot war Adolf sowieso NIE!Er hasste sein Dorf(nannte seine Nachbarn SPIESSER-welche Rechte benutzt das Wort für hart Arbeitende Menschen??)Er floh aus seinem Heimatland!Es hasst die Hauptstadt seines Landes!Er verschacherte Südtirol-was selbst die Sozialistische Jugend ihm übel nahm!

    Mit Judenhass alleine wären die Nazis auch niemals an die Macht gekommen,es waren Sozialistische Versprechungen die die Wähler lockten!

    Einen Rechter Politker wäre mit dieser Vita nicht mal als Clown ernstgenommen worden.

  8. Jürg Rückert says:

    Ist es wieder so wie 1933? Vermutlich ja, aber es geht mal anders herum.

  9. Brendan says:

    Wieso das arische Auge zudrücken? Das semitische wäre doch richtig gewesen. Heute fördern Nazis ihresgleichen, damals förderten Juden andere Juden. – So muss doch der behauptete und hier gezogene Vergleich lauten.

  10. rolandtluk says:

    Nun beginnt man aufzuwachen. Hoffentlich rechtzeitig, bevor die wieder eine Diktatur etablieren. Viel ist von der Demokratie, -die bonner Republik-, nicht mehr geblieben.

  11. whgreiner says:

    Meinen durchaus noch moderat formulierten Kommentar, in dem ich Herrn Zenthöfer ein “sehr seltsames Demokratieverständnis, wie es zuletzt auf deutschem Boden in der DDR üblich war” bescheinigte, hat die FAZ prompt kassiert. So sieht also das Demokratieverständnis der FAZ im Jahr 2016 aus.

  12. FDominicus says:

    Dazu das StgB !

    § 46
    Grundsätze der Strafzumessung

    (2) Bei der Zumessung wägt das Gericht die Umstände, die für und gegen den Täter sprechen, gegeneinander ab. Dabei kommen namentlich in Betracht:

    die Beweggründe und die Ziele des Täters, besonders auch rassistische, fremdenfeindliche oder sonstige menschenverachtende,

    die Gesinnung, die aus der Tat spricht, und der bei der Tat aufgewendete Wille,

    das Maß der Pflichtwidrigkeit,

    die Art der Ausführung und die verschuldeten Auswirkungen der Tat,

    das Vorleben des Täters, seine persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse sowie

    sein Verhalten nach der Tat, besonders sein Bemühen, den Schaden wiedergutzumachen, sowie das Bemühen des Täters, einen Ausgleich mit dem Verletzten zu erreichen.

    So ungewöhnlich?

  13. Hosenmatz says:

    Aber wenn ein jugendlicher Linksautonomer, der Molotow-Cocktails auf Nobelkarossen wirft und “Deutschland verrecke” skandiert, später als Dr. Jur. promoviert – das wäre dann in Ordnung?

    • FDominicus says:

      Kommt wohl auf die Gesinnung an. Wenn man die rechte 😉 also vielleicht eher linke Gesinnung hat dürfte es strafmindernd wirken…. weil rechts ist böse und links eher oder sogar ausschließlich gut..

  14. Mecklenburg says:

    Nun, dieses devote Verhalten gegenüber Denunzianten ist an der Universität Greifswald nichts Neues. Ich habe dort selbst von 2004 bis 2009 an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät studiert und wurde aufgrund außeruniversitärer Banalitäten verleumdet und denunziert.

    Nachdem ein paar anonyme Linke Steckbriefe auf dem Campus verteilt hatten und in einschlägigen Blogs gehetzt worden war, erklärte mich der Pressesprecher zur “unerwünschten Person”, ohne dass auch nur ein einziges Mal Rücksprache gehalten worden wäre. Meinem Professor, der übrigens als einer der Wenigen Rückgrat bewies, wurde strengstens dazu “geraten”, mir eine bereits mündlich zugesagte Promotionsstelle wieder zu entziehen. Andernfalls werde man ihn schon über die Fördermittelvergabe “zur Vernunft” bringen.

    Ich habe der Universität Greifswald dann “nur” mit dem Diplom in der Tasche Lebewohl gesagt und mein Glück andernorts versucht.

    Weitere Beispiele, bei denen massiver Druck auf “rechte” oder vermeintlich rechte Studenten ausgeübt wurde, z. B. innerhalb der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, sind mir bekannt.

    • Heiner says:

      Es gab Zeiten (1981!), da konnte man an der EMAU Greifswald zum Dr. cer. (Doktor cerevisiae) an der nassen Fakultät promovieren. Hierzu wurden dann Bösachten durch eine entsprechende Kommission der Fakultät erstellt.
      (Vgl Eckhard Oberdörfer “Von der Wiege bis zur Bahre ist doch Gryps das einzig Wahre”).

      Wenn man bedenkt, daß solch ein Treiben nicht einmal von den humorlosesten Altstalinisten der damaligen Universitätsleitung unterbunden wurde, obwohl es so gar nicht in die “sozialistische Studentenmoral” paßte, muss man sich heute für die Studenten und Professorenschaft schämen, die sich in geradezu erbärmlicher Weise einer ideologisierten Political (Pseudo)Correctness hingibt, statt das Greifswald typische “leben und leben lassen” zu bewahren..

      Wie sagte schon Jon Cleese: Die Steigerung von Humorlosigkeit ist “political correctness”.

      Wenn es so weitergeht wird man wohl irgendwann an der EMAU die”Staubtrockene Fakultät” gründen und dort zum Dr. denunz. promovieren.

  15. Rudolf says:

    “Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus” [Ignazio Silone]

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

Translate »
error: Content is protected !!
Skip to toolbar