„Das Menschenpack fürchtet sich vor nichts mehr als vor dem Verstande; vor der Dummheit sollten sie sich fürchten, wenn sie begriffen was fürchterlich ist; aber jener ist unbequem, und man muss ihn beiseite schaffen, diese ist nur verderblich, und das kann man abwarten.“ – Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre
Doch zurück zum CEWS, Centrum of Excellence Women and Science. Wie wir auf das CEWS kommen? Nun, es ist uns quasi aufgedrängt worden. Genauer gesagt ist es Dr. habil. Heike Diefenbach aufgedrängt worden, die es sich auch nicht hat nehmen lassen, auf Ihrer Facebook-Seite darüber zu berichten.
Dr. habil. Heike Diefenbach sitzt auf dem Verteiler von Academics.de und hat, wie regelmäßig, auch am 3. Mai, also heute, einen Newsletter erhalten, in dem es unter anderem heißt:
“Weibliche Professoren in der Unterzahl
Die Zahl der Professorinnen steigt seit Jahren im Schneckentempo. Regelungen zur Erhöhung des Frauenanteils sind zum Teil unverbindlich und werden nicht umgesetzt. Eine Studie nimmt Verfahren zur Auswahl wissenschaftlicher Führungskräfte in den Blick.
Der Irrsinn, der um die Ecke lugt, seine Fratze freut sich ein erstes Mal, weil der Text, sie erinnern sich, der Ladenhüter, der mit „Es muss gehandelt werden – weibliche Professoren in der Unterzahl“ überschrieben ist, und in dessen Vorabmeldung eine „Studie“ angekündigt oder besser angedroht wird, auf eine „neue Studie“ Bezug nimmt, die schon zum Erscheinen des Artikels „alt“ war, weil aus 2012, während der Ladenhüter ja aus 2014 ist. Diese „neue Studie“ sie hat wiederum nichts mit Professorinnen, die man gewöhnlich an Hochschulen findet, zu tun, sondern mit der Personalrekrutierung in „außeruniversitären Forschungseinrichtungen“.
“Die Ergebnisse sind aufgrund der hohen Rücklaufquote von 34,5 Prozent für die gemeinsamen Berufungsverfahren repräsentativ“.
Wir lernen, ein Ergebnis ist dann repräsentativ, wenn die Rücklaufquote 34,5% beträgt und von Steinweg und CEWS- Insassen als hoch angesehen wird. Wer der Meinung war, Daten in einer Stichprobe seinen repräsentativ oder eben nicht, der sieht sich getäuscht. Ergebnisse sind’s. Wer dachte, Repräsentativität sei eine Eigenschaft von Datensätzen mit Bezug auf die Verteilung bestimmter Merkmale in einer Grundgesamtheit, der sieht sich getäuscht: 34,5% sind repräsentativ. Die Menge macht’s.
Und damit sind wir noch nicht am Ende, denn es gib noch viel mehr Material im CEWS-Beitrag, das repräsentativ für das Fehlen von Kompetenz auf Seiten der Autoren ist. Der vielleicht beste Heuler findet sich zum Schluss des Werkes, quasi als Ausklang der Predigt an die Gemeinde der gendersesiblen Gläubigen:
“Angesichts des Fokus auf der Unterrepräsentanz von Frauen in der Wissenschaft sollte jedoch nicht vergessen werden, dass Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft sowie gendersensible Forschung und Lehre nicht allein eine Frage der (besten) Köpfe ist, sondern die Wissenschaft vor grundlegenderen Herausforderungen steht im Hinblick auf Geschlecht, Macht und Wissen“.
Wir werden hoffentlich nie erfahren, vor welchen Herausforderungen Steinweg und Konsorten die Wissenschaft noch wähnen. Die Herausforderung, die kognitive Herausforderung „CEWS“, jener Anschlag auf den Verstand, sie ist eigentlich ausreichend. Und wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass die Exzellenz Women and Science der Meinung sind, es käme nicht auf die besten Köpfe an, sondern auf die richtige Verteilung von Geschlechtsteilen in der Wissenschaft, dann kann man nur sagen: Dass die deutsche Wissenschaft, vor allem die Sozialwissenschaften einen rasanten Verfall an Methoden, Standards, Relevanz und Kompetenz erfahren, es muss mit der Exzellenz von Women and Science zusammenhängen. Gendersensible Besetzung von Positionen an Hochschulen, ohne Blick darauf, ob der entsprechende z.B. über das Professorinnenprogramm berufene Kopf auch der beste ist, sie verträgt sich offensichtlich nicht mit vernunftsensibler und rationaler Wissenschaft. Women and Exzellenz gibt es offensichtlich nur außerhalb von CEWS und staatlichen Förderprogrammen.
Wir protestieren auf das Schärfste gegen dieses vernunfts- und verstandesunsensible Recycling von Gender-Unsinn bei academics.de!
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