Assoziative Intentionseinheit: ZDF und Judenpogrome

Ein kurzer Ausflug in die Mainzer Geschichte.
Wir schreiben das Jahr 1096.

Der-ersteJudenpogrom“Gottfried von Bouillon erklärt, dass er das Blut Christi am Blute der Juden rächen und keinen von ihnen übrig lassen wolle.

Der Vorsteher der Gemeinde Mainz, R. Kalonymos, sendet darauf Boten an Kaiser Heinrich und dieser erlässt Schreiben an die Fürsten, Bischöfe und Grafen in seinem Reich und an Herzog Gottfried mit der Aufforderung, die Juden zu schützen.

Gottfried schwört darauf, dass es ihm nie in den Sinn gekommen sei, ihnen etwas Böses zuzufügen. Dafür schenkt man ihm in Köln 500 Silberstücke und eben soviel in Mainz, und er verspricht, den Juden eine Stütze sein zu wollen. (…) Die Kreuzfahrer treffen in Deutschland ein und erhalten auf ihr Verlangen von den Juden Geld, um sich Lebensmittel zu kaufen. Es schließen sich ihnen jetzt auch die Deutschen an, die von überallher, hoch und niedrig, ihnen zuströmen, und nun lassen sie überall durchs Land verkünden, dass jedem, der einen Juden tötet, alle Sünden vergeben seien.

Ein Graf namens Dithmar beteuert, er werde nicht eher aus dem Reiche weggehen, als bis er wenigsten einen Juden getötet habe. Die Gemeinde Mainz setzt auf diese Nachricht ein Fasten an. In jeder Stadt, in welche die Kreuzfahrer kommen, schart sich das Gesindel gegen die Juden zusammen. In Mainz ziehen die Kreuzfahrer heran, pflanzen ihr Banner vor den Häusern der Juden auf und wo sich einer von diesen sehen lässt, laufen sie ihm nach und durchbohren ihn mit den Speeren, so dass die Juden sich nicht über ihre Türschwelle wagen können.(…)”
Quelle

Eines der ersten Judenpogrome auf deutschem Boden fand 1096 in Mainz statt – im Rahmen des Kreuzzuges, den Papst Urban der II ausgerufen hatte, um das Heilige Land und Jerusalem von den Muselmanen zu befreien. Diese hatten freilich Jerusalem nicht erst 1095 eingenommen, sondern bereits 637 nach Christus, durch Abu Ubaidah ibn al-Jarrah und damit die 462 Jahre muslimischer Herrschaft in Jerusalem, die der Umayyden, der Abbasiden, der Fatimiden und der Seldschuken, die 1099 durch die Eroberung Jerusalems durch das Heer der Kreuzfahrer kurzzeitig beendet wurde, eingeleitet.

Eigentlich wollten die Kreuzzügler 1096 also nach Palästina reisen. Ein Detour war jedoch ganz nach dem Geschmack einer Reihe französischer und deutscher Kreuzfahrer. Sie haben die günstige Gelegenheit genutzt, um Juden u.a. im heutigen Deutschland, in Köln, Trier, Worms und Mainz um ihre Hab und Gut und um ihr Leben zu erleichtern. In Mainz wurde die jüdische Gemeinde 1096 fast vollständig ausgelöscht, zwischen 600 bis 1000 Tote, je nach Quelle, waren zu beklagen. Mainz ist somit eine Stadt mit einer Geschichte wenn es um Pogrome geht.

Warum wir das erzählen?

Nun, weil in Mainz das ZDF seinen Sitz hat.

Sie sehen den Zusammenhang nicht?

Trumps Ex-Butler will Obamas Tod“, so liest man auf der Seite der Heute-Redaktion und wundert sich zunächst, ob es auch schon einen Beitrag darüber gibt, dass ein Leibwächter von Trump einmal eine Waffe geladen und entladen hat. Im Bemühen, den Präsidentschaftskandidaten der Republikaner zu diskreditieren, ist Mainzer Journalisten ja offensichtlich nichts dumm und niedrig genug. Warum nicht auch die Nachricht über den Leibwächter? Oder der Kampfpinscher von Trump, der einst versucht hat, den Postboten zu beißen? Oder darüber, dass an einer Veranstaltung von Donald Trump einmal ein Mann teilgenommen hat, der anschließend Selbstmord begangen hat. Trump als Ursache des Selbstmords aufbauen. Wäre das nichts fürs ZDF? Und wenn der Phantasie schon freie journalistische Bahn gelassen wird, warum nicht eine Geschichte darüber erfinden, dass Trump einst im selben Raum mit einem Massenmörder war, bei der UNO als Idi Amin eine Rede gehalten hat. Wie wäre es, liebes ZDF, im Bemühen darum, Donald Trump zu diffamieren, sollte doch mit ein wenig Phantasie etwas zu machen sein.

Und das Prinzip der assoziativen Intentionseinheit, dass lässt sich doch in alle Richtungen denken und viel besser einsetzen, als „Trumps Ex-Butler will Obamas Tod“. Wir meinen, ein 84jähriger, der vermutlich senil ist und Obama als „feindlichen Agenten“ und „wegen Verrats“ hängen will und das auch nur in seiner geschlossenen Facebook-Community, ein uralter Mann, der seit 2009 nicht mehr von Trump beschäftigt wird, ist zwar schon ein guter Versuch, mit Schmutz zu werfen, aber noch nicht das Gelbe vom Ei. Idi Amin oder der in den Selbstmord getriebene Zuhörer von Trump, das ist schon besser. Immerhin hat das ZDF einen Ruf zu verlieren.

Welchen Ruf?

Na, Mainz war die Stadt des ersten Judenpogroms. Damals haben Christen ihnen unbekannte Juden ermordet, weil ihnen die Gesinnung der Juden nicht gefallen hat. Was das mit dem ZDF zu tun hat.

Bitte das Prinzip der Assoziativen Intentionseinheit anwenden.

Damals, 1069, wurden in Mainz Andersgläubige physisch um die Ecke gebracht, heute.de, wird versucht, einen Andersgläubigen verbal und des-informativ um die Ecke zu bringen. Der Fortschritt besteht also darin, dass sich Heute Journalisten nicht mehr trauen, Trump „mit den Speeren“ zu durchbohren.

Was heute.de macht, soll übrigens Journalismus sein.

 

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