Studie belegt großes Misstrauen gegenüber öffentlich-rechtlichen Medien

Vor einiger Zeit haben wir von einer Junk-Studie berichtet, mit der Kim Otto von der Universität Würzburg versucht hat, Medien im Allgemeinen und die (öffentlich-rechtlichen) Medien im Besonderen als das darzustellen, was sie nach Ansicht derer, die von Lügenpresse reden, eben nicht sind: glaubwürdig. Das Vertrauen in Medien habe einen neuen Höchststand erreicht, so hat Otto aus Daten des Eurobarometers herausgelesen, etwa so, wie man aus dem Kaffeesatz die Zukunft herauslesen kann, denn Otto weiß so wenig wie alle anderen, die die entsprechenden Daten des Eurobarometer nutzen, was eigentlich gemessen wurde. (Wen unsere Besprechung der Legitimationsforschung aus Würzburg interessiert, der kann sie hier nachlesen).

Heute wird unsere damalige Kritik durch Ergebnisse, die YouGov veröffentlicht hat, bestätigt. 2000 Befragte haben Angaben zum Vertrauen in Institutionen, darunter öffentlich-rechtliche Medien gemacht. Das Ergebnis ist verheerend für öffentlich-rechtliche Medien: 28% der Befragten sind der Ansicht, dass öffentlich-rechtliche Medien sehr (4%) oder eher vertrauenswürdig (24%) sind, 31% der Befragten sind der Ansicht, dass öffentlich-rechtliche Medien eher nicht (19%) oder überhaupt nicht vertrauenswürdig sind (12%). Mehr Befragte sind also der Meinung, man könne der Berichterstattung wie sie in öffentlich-rechtlichen Medien erfolgt, nicht vertrauen als der Ansicht sind, man könne der Berichterstattung vertrauen und deutlich mehr Befragte beziehen hierbei die Extremposition „überhaupt nicht vertrauenswürdig“ (12%) als bereit sind, den öffentlich rechtlichen Medien zu attestieren, dass ihre Berichterstattung „sehr vertrauenswürdig“ sei (4%).

[Methodischer Einschub: 35% der 2000 von YouGov Befragten wollen sich weder für die eine noch die andere Seite entscheiden und antworten mit „teils, teils“. Teils/teils ist hier wohl als eher verunglückter Versuch eine Mittelkategorie einzuführen, zu werten; weder vertrauenswürdig noch nicht vertrauenswürdig wäre wohl die bessere Wahl gewesen, wenn man eine derart nichtssagende Kategorie einführen will, um Befragten die Möglichkeit zu geben, eine Frage zu beantworten, ohne eine relevante oder sinntragende Antwort zu geben.]

Dass man selbst derart miserable Ergebnisse für öffentlich-rechtliche Medien noch gutschreiben kann, beweisen die Mannen von Yougov mit dem Titel, den sie der Folie spendiert haben, die die Ergebnisse, die wir hier berichten, darstellt: „Öffentlich-rechtlichen Medien wird eher vertraut als der Bundesregierung“. So kann man ein Ergebnis auf den Kopf stellen und aus Misstrauen Vertrauen konstruieren. Tatsächlich vertrauen noch weniger Befragte der Bundesregierung (nämlich 5% sehr und 20% eher) als den öffentlich-rechtlichen Medien. Das ändert aber nichts daran, dass das Misstrauen gegenüber öffentlich-rechtlichen Medien überwiegt.

Mit einer weiteren Frage untersuchen die YouGover die Wahrnehmung der Berichterstattung von Medien, Hier erklären 30% der Befragten, dass sie der Aussage:

„Die klassischen Medien (z.B. Tageszeitungen, TV, Radio) berichten oft nicht über wichtige Ergebnisse, weil sie politisch korrekt sein wollen“

voll und ganz (11%) bzw. eher (19%) zustimmen, 18% stimmen der Aussage eher nicht zu und 5% stimmen ihr überhaupt nicht zu. 38% der Befragten, geben hier „teils/teils“ zur Antwort.

Da öffentlich-rechtliche Medien sich insbesondere durch politisch-korrekte Berichterstattung hervortun, mag das Misstrauen gegenüber öffentlich-rechtlichen Medien mit deren politischer Korrektheit zusammenhängen und damit, dass immer weniger Bürger von Medien belehrt, anstelle von informiert werden wollen.

Wer die Ergebnisse, die wir hier besprochen haben, nachvollziehen will, der muss das Material der entsprechenden YouGov-Umfrage hier anfordern.

Überall FakeNews: Beschwerden gegen Mainstream-Medien nehmen zu

Wussten Sie schon, dass auch öffentlich-rechtliche Sender und Mainstream-Medien FakeNews verbreiten? Angesichts der Versuche öffentlich-rechtlicher Medien, von Politikern, Ministerdarstellern und von Organisationen, die am Tropf der entsprechenden Ministerien hängen (und würgen) und mit Steuergeldern am Leben erhalten werden, FakeNews zum Monopol sozialer Netzwerke zu stilisieren, ist es notwendig, diese Frage zu stellen. Zum einen kann man damit prüfen, wie erfolgreich die öffentlich-rechtliche FakeNews Indoktrination ist, zum anderen sehen, wie verschüttet der gesunde Menschenverstand schon ist.

FakeNews.pngWer erinnert sich zum Beispiel an die Ukraineberichterstattung der ARD. Die sei zu russlandkritisch haben selbst Mitglieder des ARD-Programmbeirats befunden und eine entsprechende Rüge erteilt. Wenn man sich in Erinnerung ruft, dass Programmbeiräte u.a. mit Gewerkschaftlern, Politikern und Kirchenvertretern bestückt sind, ein ungeheuerlicher Vorgang. Dass beim ZDF schon einmal manipuliert wird, ist auch amtlich und öffentlich gemacht durch den ZDF-Programmbeirat. Kurz: Öffentlich-rechtliche Rundfunksender sind gar nicht die leuchtenden Vorbilder einer intellektuell ungetrübten und interessefreien Berichterstattung.

Weil dem so ist, steht natürlich zu befürchten, dass dann, wenn das immense Wachstum von FakeNews, das von so vielen behaupten und von niemandem belegt wird, tatsächlich in sozialen Netzwerken stattfindet, auch in öffentlich-rechtlichen Medien die falsche, tendenziöse oder hasserfüllte Berichterstattung zunimmt. Schließlich befinden sich die sozialen Netzwerke nicht in einer anderen Gesellschaft als die öffentlich-rechtlichen Medien.

Ein Indikator, anhand dessen man untersuchen könnte, ob die Anzahl von FakeNews, die in öffentlich-rechtlichen Medien verbreitet wird, die Zahl der tendenziösen oder hasserfüllten Berichte zunimmt, wäre z.B. die Entwicklung der Anzahl der Zuschauerbeschwerden gegen das Programm der entsprechenden Rundfunksender.

Seltsamerweise führen ARD und ZDF, die ansonsten jeden Zuschauer akribisch in ihren Mediadaten festhalten, um die Höhe der Werbekosten zu bestimmen, keinerlei Statistik über Zuschauerbeschwerden. Dieselben werden in einer kursorischen Weise berichtet. Die Erstellung des entsprechenden Berichts, der höchst selektiv und ohne jegliche Quantifizierung der Anzahl von Beschwerden ist, hat man Radio Bremen als dem Sender, mit den wenigsten Ressourcen aufgedrückt. Ein Beispiel aus dem Bereich der Transparenzverhinderung.

Beim ZDF sieht es nicht anders aus. Auch hier findet sich keinerlei Statistik, der sich die Anzahl der jährlich beim Sender eingehenden Zuschauerbeschwerden gegen Programminhalte entnehmen lässt.

Bereits 2009 hat Hans-Martin Kepplinger, ein Urgestein der Medienwissenschaft, in einem Beitrag mit dem Titel „Wohlverstandenes Interesse“ und unter der Überschrift „Für mehr Transparenz“ gefordert: „Teil der Jahrbücher [von ARD und ZDF] sollte eine aktuelle Statistik der Programmbeschwerden sein, die geordnet nach Gründen der Beschwerde sowie den Programmen und Sendern, gegen die sie sich gerichtet haben, ausgewiesen werden“ (63).

Wir schreiben das Jahr 2017: Ein entsprechender Nachweis auch nur der Anzahl der Beschwerden, die bei öffentlich-rechtlichen Sendern eingereicht werden, findet nicht statt. Offensichtlich sind ARD und ZDF nicht erpicht darauf, dass das Ausmaß von Kritik und Ärger, das ihre Sendungen hervorrufen, bekannt wird. Lieber deuten sie mit den Fingern auf die sozialen Netzwerke und rufen Hate Speech und FakeNews.

Vielleicht hat diese Verschwiegenheit öffentlich-rechtlicher Sender wenn es um die negative Resonanz auf ihre Programme geht, dazu geführt, dass der VereinStändige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien e.V.gegründet wurde. Der Zweck des Vereins wird wie folgt angegeben:

“Zweck des Vereins ist die Wahrnehmung und Förderung der demokratischen Mitsprache bei der Umsetzung des gesellschaftlichen Programmauftrages der öffentlich-rechtlichen Medienanstalten.
Die Ständige Publikumskonferenz hat sich unmittelbar aus der Lanz-Petition heraus etabliert.
Wir verstehen uns als unabhängige basisdemokratische Beschwerde- und Optimierungsinstanz, die aktiv an der Verbesserung des von den BeitragszahlerInnen finanzierten Angebotes der Öffentlich-Rechtlichen mitwirken wird.“

Tatsächlich ist es möglich, sich einen Eindruck darüber, wie unzufrieden die Zuschauer in ihrer öffentlich-rechtlichen, ersten Reihe sind, zu machen, indem man durch das Forum liest, in dem die Programmbeschwerden, die beim Verein gegen die Sendungen in ARD oder ZDF eingereicht werden, veröffentlicht sind.
Auch Tageszeitungen und Printmedien sind nicht die leuchtenden Verbreiter von realen News, nicht die Orte, an denen fern jeder Hate Speech die Wahrheit, nichts als die Wahrheit und nur die Wahrheit berichtet wird. Die Statistiken des Presserates dokumentieren dies eindrücklich, und sie dokumentieren, dass die Unzufriedenheit mit der Berichterstattung in Tagesszeitungen und anderen Printmedien kontinuierlich steigt. Waren es 2009 noch 1268 Beschwerden, die beim Deutschen Presserat eingingen, so beträgt deren Anzahl 2015 bereits 2358, ein Zuwachs von 86%.

presserat-beschwerden-im-zeitverlauf

Legte man an die entsprechenden Medien dieselben Kriterien an, die diejenigen, die gegen FakeNews zu Felde ziehen, anlegen, man müsste konstatieren, dass FakeNews in den Tageszeitungen und Printmedien auf dem Vormarsch sind und zu einem immer größeren Problem werden, dessen man nur dadurch Herr werden kann, dass man die entsprechenden Tageszeitungen und Printmedien zwingt, innerhalb von maximal einem Tag und auf der ersten Seite eine Gegendarstellung zu drucken.

Die verfügbaren Daten machen deutlich, dass FakeNews, so sie denn ein Problem darstellen, mit Sicherheit kein Problem darstellen, das auf soziale Netzwerke beschränkt ist. Auf Grundlage der Daten, die wir zusammengetragen haben, muss man feststellen, dass FakeNews in Mainstream Medien auf dem Vormarsch sind, so dass es an der Zeit ist, das Heiko Maas eine Task Force einrichtet, an der Vertreter der sozialen Medien und unabhängige, nicht von einem Ministerium finanzierte Sachverständige teilnehmen. Ziel der Task Force muss es sein, der zunehmenden Anzahl von FakeNews und Hasskommentare in öffentlich-rechtlichen Medien und in Mainstream Medien Herr zu werden. ScienceFiles wird damit beauftragt, die FakeNews in öffentlich-rechtlichen Medien zu identifizieren und mit dem Siegel „geprüfter Fake“ zu versehen. Die Kosten tragen die Steuerzahler – wie immer.

Kepplinger, Hand-Martin (2009). Wohlverstandenes Interesse. Wie effektiver werden? In: Lilienthal, Volker (Hrsg.). Professionalisierung der Medienfausicht. Neue Aufgaben für Rundfunkräte – Die Gemeindedebatte in epd Medien. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften, S.59-64.

ZDF: Blödel- oder Blödensender?

Aus dem Osten Deutschlands wandern nicht mehr so viele Menschen in den Westen Deutschlands als dies noch vor Jahren getan haben. Dennoch ist der Wanderungssaldo Ostdeutschlands negativ: Mehr Menschen wandern ab als zuwandern.

Das ZDF hat aus diesem Faktum die Schlagzeile extrahiert:
Attraktiver Osten: Abwanderung auf Rekordtief

ZDF Bloedelsender.jpgDas ist ein klassischer Verstoß gegen das erste Axiom aus dem Manifest des Rationalen Widerstands:

Etwas ist nicht sein Gegenteil.
Wenn der Osten attraktiv wäre, dann würden nicht mehr Menschen ab- als zuwandern.

Damit auch beim ZDF eine entsprechende Einsicht einkehrt, hier ein paar Beispiele, die zeigen, warum etwas nicht sein Gegenteil sein kann:

Erfolgreiches Unternehmen: Verlust so gering wie nie;
Erfolgreicher Kriegsherr: Anzahl der verlorenen Schlachten geht zurück;
Erfolgreicher Arzt: Nur zwei Patienten während der Operation verstorben;
Erfolgreicher Deutschlehrer: Nur fünf Fehler in zwei Sätzen;
Erfolgreicher Journalist: Nur ein logischer Fehler pro Absatz;

Oder:

Attraktives Unternehmen: Immer weniger Kunden kehren dem Unternehmen den Rücken;
Attraktives Angebot: Rückgang der Verkaufszahlen so gering wie nie;

Oder: 

Unterhaltsamer Beitrag: Nur noch 51% der Leser geben an, beim Lesen des Beitrags eingeschlafen zu sein;

Oder:

Gutes Essen: Nur fünf Gästen wurde heute übel;
Schöne Wohnung: Nur noch zwei von zwei Interessenten erklären, die Mietwohnung sei verwahrlost;

Seriöser Journalismus: Finde den wahren Beitrag!

Häresie an Jammerlappen? Kann man die Amadeu-Antonio-Stiftung lächerlich machen?

Ein Lob an Achim Winter. Der ZDF-Mann und u.a. 3.35 Minuten-Satiriker des ZDF mit eigener Woche, er hat geschafft, was viele bislang nicht geschafft haben: Die Amadeu-Antonio-Stiftung ist „schwer getroffen“ (aber leider (noch) nicht versenkt).

„Schwer getroffen“ fühlt sich stellvertretend oder repräsentativ für die gesamte Stiftung deren Stiftungsrats-Vorsitzender Andreas Zick. Und verstört ist man bei der Stiftung und im Stiftungsrat der Stiftung, die weitgehend vom Bundesministerium für FSFJ ausgehalten wird, über Winters Woche von letzter Woche, in der sich Achim Winter der Hassrede widmet, jenem Bereich, in dem die Amadeu-Antonio-Stiftung so viel eigene Expertise hat und jenem Bereich, an dem die Stiftung so hervorragend verdient.

So sehr sind die Amadeus getroffen, dass sie vom ZDF verlangen, den Beitrag Winters aus der ZDF-Mediathek zu entfernen. Mit Meinungsfreiheit, so zeigt sich einmal mehr, hat man bei der Stiftung, deren Mitarbeiter nicht nur selbst Hasskommentare absetzen, von denen man sogar beim Bundesinnenministerium denkt, man müsse sich von ihnen distanzieren, sondern die die politisch falschen Hasskommentare anderer beseitigen will und zur Denunziation der Urheber aufruft, nicht allzu viel am Hut.

Wer bislang noch nicht gewusst hat, welch‘ Geistes Kind die Amadeus sind, der weiß es nun. Richtet sich Kritik an ihre Adresse, dann werden sie schnell zickig, schicken Andreas Zick, den Konflikforscher oder wahlweise Sozialpsychologen, den man bei der ZEIT so gerne zitiert, zu eben dieser ZEIT, um dort einen Brief abzugeben, den die Stiftung, nein der Stiftungsrat geschrieben hat, an einen anderen, nämlich den Fernsehrat geschrieben, um den Beitrag von Achim Winter, den die Stiftung seit kurzem auch auf Twitter verfolgt, aus der Mediathek des ZDF zu löschen. Derartige Begehren gab es schon einmal. Sie kommen, seltsamer Weise immer aus der linken Ecke des politischen Spektrums, wo man mit Meinungen, die nicht die eigenen sind, erhebliche Schwierigkeiten zu haben scheint.

So wie Andreas Zick, der darüber jammert, dass man die Stiftung, die so wichtige Arbeit leiste (wenn man auch nicht angeben kann, welchen Nutzen die Arbeit der Stiftung hat, egal: die Arbeit ist wichtig), lächerlich mache. Das meint der Mann im Ernst.

Und wir fragen:

Amadeu Antonio Satire

Humorfähig ist man bei der AA-Stiftung nur, bei politisch-korrekter, primitiver Schadenfreude

Kann man eine Stiftung lächerlich machen, die öffentlich zu Denunziation aufruft und das Netz überwachen will, damit auch niemand einen bösen Hasskommentar absetzt, also z.B. Polizisten als Schweine bezeichnet und dazu aufruft, die Schweine zu verletzen. Aber nein, da ist uns wieder etwas durcheinander gegangen. Das sind linke Hasskommentare. Die sind unbedenklich. Bedenklich sind nur Hasskommentare, die aus der rechten Ecke kommen, in denen Begriffe wie „Wir“ und „die“ vorkommen, wie Achim Winter genüsslich aus einer absurden Broschüre der Amedeu-Antonio-Stiftung und wohl aufgrund seiner ScienceFiles-Lektüre zitiert. Kann man eine solche Stiftung dadurch lächerlich machen, dass man die Tätigkeit der Stiftung als „Bespitzelung“ also als das benennt, was sie wirklich ist?

Wir fragen weiter:
Kann man eine Stiftung, deren Vorsitzende sich die ersten Meriten im Feld als Mitarbeiter der Staatssicherheit verdient hat, dadurch lächerlich machen, dass man sagt. „Ich rufe jetzt mal bei Frau Kahane an … die ist für jeden Tipp dankbar“? Oder ist nicht etwa eine Stiftung, die das politisch-korrekte Reinheitsgebot im Internet durchsetzen will, per se schon lächerlich, wenn sie dies unter der Ägide einer Vorsitzenden tut, die bereits bewiesen hat, dass sie dann, wenn es darum geht, andere auszuhorchen und anzuschwärzen, mit den unterschiedlichsten Anbietern politischer Reinheit zusammenarbeitet, einmal mit dem Erich Mielke, einmal mit dem Heiko Maas?

Kurz: Man kann die Amadeu-Antonio-Stiftung nicht lächerlich machen. Sie ist es längst. Wäre sie es nicht längst, das Jammern, das nun wieder einsetzt, weil es jemand gewagt hat, die heilige Amadeu Stiftung zu kritisieren, die doch sakrosankt über jeder Kritik durch andersmenschliche wie Winter oder ScienceFiles steht, der Versuch, die eigene Stiftung jeder Kritik zu entziehen, sie würden ausreichen, die Stiftung lächerlich zu machen.

Amadeu Antonio ZEITDas Gespann Kahane und Zick leistet hier bessere Arbeit als jeder Satiriker sie leisten könnte. Z.B. dadurch, dass wohl Zick seine Beziehungen zur ZEIT, mit der die Stiftung auch in anderen Bereichen innig zusammenarbeitet, genutzt hat, um seinen Jammerbrief zu publizieren, jenen Jammerbrief, mit dem der kleine Zick vom Stiftungsrat zum großen ZDF-Fernsehrat gelaufen ist und nun will, dass der große Bruder den bösen Achim auch ganz doll verhaut. Als wäre dies nicht lächerlich und peinlich genug, setzen die Mannen bei der ZEIT in ihrem Beitrag noch einen obendrauf, wenn sie einmal mehr darauf hinweisen, dass böse Menschen in Berlin, die Tür zu den heiligen Hallen der Amadeu-Antonio-Stiftung mit Flugblätter beklebt haben, auf denen zu lesen stand: „Sie betreten den Überwachungsstaat“. Das ist natürlich Diffamierung. Es richtet sich gegen die Amadeu-Antonio-Stiftung und kommt von Rechten. Das reicht. Wie gesagt, Herkunft und Inhalt entscheiden darüber, ob etwas in der Welt der Zicks und Kahanes eine Diffamierung oder eine Hassrede ist, was uns wieder zu den Polizisten bringt, deren Verletzung von Linken gefeiert wird, und die als Abschaum bezeichnet werden.

Und natürlich darf auch die Geschichtsklitterung nicht fehlen: 19 Jahre sei Kahane gewesen, als sie von der Stasi angeworben wurde, so steht im Artikel der ZEIT zu lesen. Warum? Um die Schuld zu mildern. Denn 19Jährige sind noch dumm und anfällig für die Anwerbeversuche der Stasi. Das ist versuchte Manipulation der Leser, denn es gab in der DDR sehr viele 19jährige, die sich nicht von der Stasi haben anwerben lassen, die ihre nächsten Bekannten nicht für die Stasi ausspioniert haben und dafür keine kleinen Geschenke erhalten haben.

Dazu aus dem Gutachten von Dr. Helmut Müller-Enberg: „“Frau Kahane hatte zu Beginn der Kooperation [mit der Stasi] über ihr näheres Umfeld, Freunde und Studienkollegen zu berichten. Sie berichtete darüber nach den Niederschriften ihres Führungsoffiziers auch ‚belastend‘. Allerdings bemerkt der Führungsoffizier, dass Frau Kahane von Anfang an auch Sachverhalte ‚verschweigt‘. … Außerdem wirkt … Frau Kahane nach dem Eindruck aus den Akten altklug, insbesondere, was die Bewertung politischer Kader angeht“.

Außerdem wurde Kahane nicht angeworben. Das ist eine Lüge, denn Kahane hat sich, wie aus dem Gutachten von Müller-Enberg hervorgeht, freiwillig erboten, für die Stasi zu arbeiten. Und weil eine Lüge ungerne alleine bleibt, gibt es gleich noch eine zweite im Beitrag der ZEIT, dieses Mal in der Behauptung, ein Gutachten [das Gutachten von Müller-Enberg] habe festgestellt, dass Kahane als IM „keinem anderen Menschen geschadet“ hätte. Müller-Enberg stellt in seinem Gutachten ausdrücklich fest, dass „Informationen [an die Stasi]… per se das Risiko enthalten konnten, Dritte zu benachteiligen“. Und nachdem, was aus den Akten über die IM-Victoria bekannt ist, haben die Informationen tatsächlich geschadet:

“Fast 800 Seiten umfasst die IM-Akte “Victoria”, von denen die Birthler-Behörde gut 400 Seiten freigegeben hat. Enthalten sind mehr als 70 Informationen, die ausweislich der Akte von der Stasi-Zuträgerin stammen. IM “Victoria” berichtete ihrem Führungsoffizier über Bekannte, die sie im privaten Rahmen aushorchte – während einer Faschingsfeier, einer Hochzeit, eines Konzerts oder eines Stadtbummels.
Mit ihren Angaben belastete Kahane Dutzende Personen aus ihrem unmittelbaren Umfeld, darunter viele Künstler. Sie berichtete über einen ZDF-Reporter, mehrere Studenten von West-Berliner Universitäten und vor allem über in der DDR lebende Ausländer. Kahane führte Aufträge aus und erhielt von der Stasi kleinere Geschenke und Geld. In einem von IM “Victoria” stammenden Bericht heißt es 1976 über einen Kreis von Schriftstellern und Schauspielern: “Zu den Feinden der DDR gehören in erster Linie Klaus Brasch und Thomas Brasch.”

Dazu aus der Wikipedia:

“Nachdem Klaus Brasch, Sohn des ehemaligen stellvertretenden Kulturministers der DDR Horst Brasch, 1973 die Schauspielschule in Berlin beendet hatte, folgten Theaterengagements in Neustrelitz, Schwerin und Berlin. Er gehörte als Gast zum Ensemble der Volksbühne Berlin, spielte in Filmen der DEFA und des DDR-Fernsehens und galt als begabter junger Schauspieler. 1976 wurde er durch Anetta Kahane, die als inoffizieller Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit arbeitete, denunziert: „Zu den Feinden der DDR gehören in erster Linie Klaus Brasch und Thomas Brasch.“[1] Er starb kurz vor seinem 30. Geburtstag am 3. Februar 1980 an einem Cocktail aus Alkohol und Schmerztabletten.


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Journalisten beim ZDF – Alle miteinander unzuverlässig

Eigentlich wollten wir diesen Post mit „Oh Herr, schmeiß Hirn“ überschreiben, aber dann hat Dr. habil. Heike Diefenbach darauf hingewiesen, dass vom Himmel fallendes Hirn die Fähigkeit, es auch aufzufangen und zu nutzen, voraussetzt. Also wieder nichts.

BREXIT the movieEntsprechend haben wir uns für den oben genannten Titel entschieden, der eine Kolportage auf den unglaublich differenzierten Titel „Brexit-Umfragen allesamt unzuverlässig“ ist, mit dem der angebliche Kenner der Materie, Andreas Stamm, seinen Beitrag bei heute.de überschrieben hat. Denn ein Kenner der Materie muss Stamm sein, schließlich weiß er genau, dass Briten und vor allem die britischen Umfrageinstitute alle mit einander unzuverlässigen Blödsinn erfragen, oft per telefonischer Befragung, wie er in seinem Text anmerkt. Ganz im Gegensatz zum ZDF, dessen Politbarometer Umfragen, die die Forschungsgruppe Wahlen per Telefon durchführt, natürlich immer zuverlässig sind. Vor allem die Hochrechnungen der Ergebnisse von Volksabstimmungen und von Wahlabsichten sind beim ZDF immer ganz akkurat – in den monatlichen telefonischen Umfragen. Ganz anders im Vereinigten Königreich: Dort herrscht der Umfragen-Dilettantismus wie Stamm offensicht weiß, weil er sich täglich mit all den verschiedenen Befragungsinstituten und ihren falschen Methoden beschäftigt. Oder schreibt er am Ende nur Beiträge aus englischen Tageszeitungen wie dem Guardian ab?

Wie auch immer, Stamm ist ein Kenner der Materie. Und deshalb beginnt er seinen Beitrag damit, dass er das Britische Wahlsystem und die Schwierigkeiten, die sich für Umfragen damit verbinden, dass es ein first-past-the-post-Wahlsystem gibt, beschreibt. Das ist für Brexit-Umfragen zwar vollkommen irrelevant, aber für Stamm ist es relevant. Er nähert sich quasi seinem Thema, erarbeitet sich das unbekannte Land und kommt nach dem unnötigen Umweg beim britischen Wahlsystem schlussendlich bei den angeblich unzuverlässigen Umfragen zum Brexit an.

Warum interessieren sich Stamm und das ZDF überhaupt für die entsprechenden Umfragen, wo Stamm doch selbst schreibt: „Die Unsicherheit ist groß“? Oder: Die Umfragen sind das Ergebnis von Langeweile? Oder: „In Großbritannien wird täglich eine neue ‚Umfrage-Sau“ durchs Dorf getrieben“? Warum also beteiligt sich Stamm am Sau-Treiben, warum wird er selbst zum Sau-Treiber in seinen Worten?

ManipulationstechnikenDie Antwort liegt auf der Hand: Die Leave-Campaign hat in den letzten Wochen Fahrt aufgenommen. Der Vorsprung der Befürworter eines Verbleibs in der EU, er ist von Woche zu Woche geschmolzen, und jetzt ist er ganz weg. Die Poll of Polls, eine Zusammenstellung aller Befragungen zum Brexit, die man bei der BBC findet, sie zeigt erstmals keinen Vorsprung der Befürworter eines EU-Verbleibs. Die BBC berechnet die Poll of Polls aus Einzelergebnissen und man kann angesichts der offenkundigen ideologischen Ausrichtung der BBC sicher sein, dass die Berechnung nicht zu Gunsten derjenigen erfolgt, die die EU verlassen wollen. Schlimmer noch, telefonische Befragungen, die für Stamm noch die zuverlässigen unter den Unzuverlässigen sind, wenngleich natürlich nicht so zuverlässig wie die ZDF-Politbarometer-Telefonbefragung, die immer akkurate Ergebnisse bringt [das war Sarkasmus, für alle, die es nicht gemerkt haben], sie erbringen erstmals eine Mehrheit für einen Austritt aus der EU: Bei ICM votieren 45% der telefonisch Befragten für einen Austritt, 42% wollen in der EU bleiben, 13% sind unentschieden.

Die letzten Wochen haben einen stetigen Zugewinn der Befürworter eines EU-Austritts gesehen und einen stetigen Rückgang derjenigen, die in der EU bleiben wollen. Selbst bei der BBC ist das angekommen. Das ist nicht nur das Motiv, das erklärt, warum Andreas Stamm plötzlich und nach wochenlangem Schweigen zu den unzuverlässigen Umfrage-Säuen, die in Großbritanninen doch täglich durchs Dorf getrieben werden, nun die angebliche Unzuverlässigkeit der Umfragen thematisiert (ganz im Gegensatz zu den immer zuverlässigen Umfragen des ZDF).

Und weil der BREXIT nicht nur für Stamm und das ZDF langsam zu einer Möglichkeit wird, mit der sie nicht im Entferntesten gerechnet haben und zudem eine Welle der BREXIT-Panik durch das kontinentale Europa schwappt, deshalb muss Stamm in die unterste Kiste journalistischer Manipulationsversuche greifen. Entsprechend erklärt er Nigel Farage zum „Vater des Referendum[s]“, jenes Referendums, das David Cameron versprochen und anberaumt hat. Deshalb schafft er eine falsche Dichotome zwischen der United Kingdom Independence Party (UKIP), die er als allein für einen Austritt votierend darstellen will und den guten Menschen in all den anderen Parteien. Und deshalb stellt der die falsche Behauptung auf, dass im Leave-Camp keinerlei politische Strategie vorhanden sei, für die Zeit nach dem BREXIT: „Alles wird gut, wenn wir nicht mehr in der EU sind“, sei das, was die Leave-Campaign anzubieten habe und Stamm hat hier nicht mehr als eine Übersetzung einer Behauptung von David Cameron anzubieten, um das vermeintliche Fehlen von Konzepten zu belegen.

Bei so viel manipulativer Verdrehung weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Vielleicht am besten da, wo die Insinuation von Stamm endet: Die Leave-Campaign wird nicht von den angeblichen Rechtspopulisten der UKIP getragen, die außer Dagegensein keine politischen Konzepte haben, wie Stamm nahelegen will. Da er angeblich in London sitzt, sollte es ihm zumindest ab und zu möglich sein, den Fernseher einzuschalten und dann festzustellen, dass u.a. Michael Gove der derzeitige Lord Chancellor and Secretary of State for Justice, also der britische Justizminister, Boris Johnson, der frühere Londoner Bürgermeister und designierte Nachfolger von David Cameron und Daniel Hannan, der profilierteste Europaabgeordnete der Conservatives, sich für einen Austritt aus der EU stark machen, und zwar mit guten Argumenten. Nigel Farage und UKIP sind somit ein Teil der Leave-Campaign, weite Teile der Conservative-Party ein anderer Teil und selbst in derLabour Party gibt es Abgeordnete und Mitglieder, die aus der EU austreten wollen.

Die krude Formel, nach der es in Großbritannien eine Abstimmung geben wird, die zeigt, wie groß der Einfluss von angeblichen Rechtspopulisten auf die britische Bevölkerung ist, die Stamm gerne unter die Deutschen bringen will, sie trifft schlicht nicht zu. Der BREXIT ist ein Gegenstand, der quer durch alle Parteien diskutiert wird, und wenn sich in den letzten Wochen etwas verändert hat, dann ist dies eine wachsende Zustimmung dazu, dass es bei der Abstimmung auch um die Wirtschaft und um Migration geht, dass es aber vor allem eine Entscheidung zwischen persönlicher Freiheit mit vielleicht kurzfristigen negativen wirtschaftlichen Folgen und zunehmender Kontrolle mit vielleicht kurzfristigen positiven Folgen ist. Immer mehr Briten ziehen die Freiheit vor, eine Offensichtlichkeit, die Stamm eigentlich mitbekommen müsste, so wie er mitbekommen müsste, dass man bei Briten durch „scaremongering“, also durch Angstmachen eher das Gegenteil von dem, was beabsichtigt ist, erreicht.

Dass immer mehr Briten die Freiheit außerhalb der EU der Kontrolle innerhalb vorziehen, das zeigen auch die Bookies, die Buchmacher, diejenigen, die Andreas Stamm wohl in einem Anfall von geistiger Umnachtung zu Experten ernennt, die für die Odds (die Wettquoten) verantwortlich sind (neben Angebot und Nachfrage, wie er einräumt). Sie, so Stamm, sähen die Remainer in Führung: 77% Wahrscheinlichkeit für einen Verbleibt, sieht einer der von Stamm zu Experten ernannten Buchmacher. Tatsächlich sind auch die Odds ständig im Wandel, und tatsächlich sieht man auch bei den Wetten, dass die Zahl derer, die auf einen Verbleibt wetten, zurückgeht, während die Zahl derer, die auf einen Austritt wetten, weil sie den Austritt für wahrscheinlicher halten, steigt. Bei BetFair hat sich die Wahrscheinlichkeit für einen BREXIT in den letzten Tagen um 28% erhöht.

Ob der Beitrag von Andreas Stamm als Beschwörungszauber gemeint ist, der dazu führen soll, den Brexit zu verhindern, das wissen wir nicht, dass er von der ersten bis zur letzten Zeile kaum etwas enthält, das den Tatsachen entspricht und in manipulativer Absicht erstellt wurde, dagegen schon.


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